Mittwoch, 3. November 2021

DTM Classic 2022: Gleich zwei neue Rennserien für die faszinierenden Tourenwagen und GT-Boliden von 1972 bis 2007

  •  Ausschreibung eines DTM Classic Cup und eines DTM Classic DRM Cup 2022
  •  Die ITR würdigt dabei die DNA der DTM in all ihren Ausprägungen
  •  Gerhard Berger: „Diese Säule der DTM ist extrem beliebt und mir sehr wichtig“

DTM Classic 2022 mit Tourenwagen und GTs von 1972 bis 2007 © DTM


Die DTM-Geschichte lebt, und sie lebt weiter! Für 2022 weitet die DTM-Organisation ITR das Classic-Angebot mit gleich zwei eigenständigen Rennserien für legendäre Tourenwagen und GT-Sportwagen von 1972 bis 2007 weiter aus. Im „DTM Classic Cup“ werden faszinierende Fahrzeuge der historischen DTM-Jahrgänge 1984 bis 1996 sowie aus der Neuzeit von 2000 bis 2007 an den Start gehen, im „DTM Classic DRM Cup“ Fahrzeuge der DTM-Vorgänger-Serie Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) von 1972 bis 1981. Die DTM Classic ist eine von fünf Säulen der DTM-Plattform neben dem Top-Event DTM, der Nachwuchsserie DTM Trophy sowie DTM Esports und der zukunftsorientierten DTM Electric.

„Die DNA der DTM spielt für uns eine große Rolle“, so DTM-Chef Gerhard Berger. „Ob der Vorgänger Deutsche Rennsport-Meisterschaft, die Anfänge mit der Produktionswagen-Meisterschaft oder die ‚echte‘ DTM bis in die 2000-er Jahre – so eine Historie kann abseits der Formel 1 kaum eine andere Rennserie aufweisen. Diese Säule der DTM ist bei den Fans extrem beliebt und mir auch persönlich sehr wichtig.“

Ob bullige 911er Porsche oder Gruppe-5-Capri aus den Siebzigern, klassische M3, 190er und Sierras aus den Achtzigern oder infernalisch hochdrehende Alfa Romeo, Mercedes und Opel aus den Neunzigern und Nullerjahren – Rennwagen, die Geschichte geschrieben haben, präsentieren sich vor großer DTM-Kulisse. Bei vier Events wird der DTM Classic Cup an den Start gehen, bei drei Events der DTM Classic DRM Cup. Die historischen Renner werden neben einem 30-Minuten-Training am Freitag jeweils am Samstag und Sonntag in einem 20-minütigen Qualifying und in einem 25-minütigen Rennen auf der Strecke zu sehen sein. Darüber hinaus können die Fans die Schätze der Rennsport-Geschichte und ihre Piloten natürlich im Fahrerlager bewundern. Alle Qualifyings und Rennen werden zudem im Video-Stream DTM Grid (grid.dtm.com) zu sehen sein – live und on-demand.

„Strietzel“ Stuck: beeindruckt von den von den Fans, plant Starts in der DTM Classic 2022

„Die DTM Classic passt wunderbar in das umfassende Programm eines DTM-Wochenendes. Die Begeisterung bei den Fans für diese tollen Rennwagen und auch für die namhaften Profis vergangener Tage ist wirklich eindrucksvoll. Das habe ich selbst am Norisring erlebt, das war einfach großartig. Deshalb steht für mich auch fest, dass ich 2022 möglichst oft bei den Rennen der DTM Classic am Start sein will. Darauf freue ich mich jetzt schon“, so Hans-Joachim Stuck, einer der Spitzenpiloten sowohl der DRM als auch der DTM, in der er 1990 den Titel eroberte.

„Wir sind sehr froh, dass wir unser Classic-Konzept bereits so früh bekannt geben können. Das schafft Planungssicherheit. So hoffen wir, das ganze Potenzial an Fahrzeugen und Fahrern nutzen zu können. Wir sehen immer wieder, wie positiv die Fans an der Strecke auf die Helden von früher und die Fahrzeuge reagieren und freuen uns auf ähnliches Feedback in der neuen Saison“, sagt Frederic Elsner, Director Event & Operations der ITR GmbH. Peter Oberndorfer, Serien-Manager der DTM Classic, ergänzt: „Mit dem DTM Classic Cup decken wir das große Feld von DPM bis zur modernen DTM ab, mit dem DRM-Cup schaffen wir eine neue Bühne für die faszinierenden Rennwagen der Siebziger. Die DTM Classic wird 2022 Fans und Teilnehmern damit noch mehr hochwertigen historischen Rennsport als bisher bieten.“

Kampf um die Vizemeisterschaft der ADAC TCR Germany völlig offen

  •     Fugel, Andersen und Scalvini wollen die Saison auf Platz zwei abschließen
  •     Letztes Rennwochenende der ADAC TCR Germany auf dem Nürburgring
  •     Rennen werden live und exklusiv bei RTL+ übertragen

Dominik Fugel
Foto: Jens Hawrda

Mit Vollgas in die letzte Runde: Die ADAC TCR Germany verspricht beim Saisonfinale an diesem Wochenende (5. bis 7. November) auf dem Nürburgring noch einmal jede Menge Highspeed-Action. Nachdem sich Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) bereits beim vergangenen Event auf dem Hockenheimring den Meistertitel gesichert hat, steht nun die Vizemeisterschaft im Mittelpunkt. Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen), Eric Scalvini (26, Italien, Wimmer Werk Motorsport) und Engstlers Teamkollege Martin Andersen (27, Dänemark, Hyundai Team Engstler) kämpfen um Platz zwei. Die Rennen der ADAC TCR Germany gibt es live und exklusiv bei RTL+ (rtlplus.com, bis zum 3. November TVNOW), online sind sie auf adac.de/motorsport zu sehen.


Beste Chancen auf den Vizetitel hat Honda Civic TCR-Pilot Dominik Fugel, der aktuell 254 Punkte auf dem Konto hat. Ihm folgen Scalvini (Cupra Leon Competición TCR/247 Punkte) und Martin Andersen (Hyundai i30 N TCR/232 Punkte). In Abwesenheit von Luca Engstler, der an diesem Wochenende für Hyundai in der FIA WTCR starten wird, zählen diese drei Piloten zu den Top-Favoriten auf die Rennsiege.

„Luca hat sich verdient die Meisterschaft gesichert, wir wollen nun einen guten Abschluss dieser Saison“, sagte Dominik Fugel. Scalvini, der wie Andersen seine erste Saison in der ADAC TCR Germany absolviert, hofft derweil auf den nächsten Erfolg. „Es ist eine großartige Erfahrung, in dieser umkämpften und hochklassigen Meisterschaft dabei zu sein“, sagte der Italiener: „Ich bin mit meiner ersten Saison hier bereits sehr zufrieden. Den Vizetitel zu holen, ist mein großes Ziel für dieses Wochenende.“

Dass das nicht leicht wird, weiß Teamchef Felix Wimmer, der auf den Faktor Eifelwetter setzt. „Um ehrlich zu sein, hoffen wir auf Wetterkapriolen, um eventuell eine Chance zu haben, vielleicht noch den zweiten Platz und somit den Vizemeistertitel holen zu können“, sagte Wimmer, der ein bereits vor Saisonende ein sehr positives Fazit zog: „Dass wir da als kleines Team Paroli bieten und die Meisterschaft relativ lange offenhalten konnten, ist eine große Ehre für uns und macht mich sehr, sehr stolz.“

Neben der Fahrerwertung hat sich das Hyundai Team Engstler auch die Teammeisterschaft gesichert. Die Trophywertung ging an Roland Hertner (62, Heilbronn), die Honda Junior Challenge an Nico Gruber (20, Österreich). Die Engstler-Mannschaft sicherte sich damit alle vier möglichen Titel.

Das Wochenende in der Eifel verspricht packende Rad-an-Rad-Duelle und Tourenwagenaction – schließlich wollen alle Piloten der ADAC TCR Germany diese Saison mit einem guten Ergebnis abschließen. Das gilt natürlich nicht nur für die Piloten, die noch Chancen auf die Vizemeisterschaft haben.

In der Honda Junior Challenge, deren Sieger Gruber einen neuen Honda Civic erhält, hoffen die Rivalen Szymon Ladniak (18, Polen, Halder Motorsport) im Honda Civic TCR, Philipp Regensperger (23, Neumarkt St. Veit, Regensperger Racing) im Opel Astra TCR und Albert Legutko (21, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda auf gute Ergebnisse.

Wer gewinnt das Titelduell in der ADAC GT4 Germany?

 BMW oder Mercedes-AMG

  •     Michael Schrey und Gabriele Piana reisen als Tabellenführer in die Eifel
  •     Alle Titelentscheidungen fallen am Nürburgring
  •     Champion aus 2020 Nicolaj Møller Madsen im Porsche mit Space Drive

Beste Titelchancen: Schrey/Piana
Foto: Jens Hawrda


Titelduell in der ADAC GT4 Germany: Beim spannenden Finale auf dem Nürburgring (5. bis 7. November) heißt es BMW gegen Mercedes-AMG und Routiniers gegen Youngster: Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) kommen im BMW M4 GT4 als Tabellenführer in die Eifel. Dem erfahrenen Duo wollen zwei Youngster im Mercedes-AMG den Titel noch streitig machen. Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (19/FRA, beide Team Zakspeed) liegen 21 Punkte zurück und wollen den Titelkampf in der Eifel noch zu ihren Gunsten drehen. Kein einfacher Plan, denn das Feld der ADAC GT4 Germany präsentiert sich beim Finale mit rund 30 Sportwagen enorm stark. Tickets gibt es online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport für ADAC Mitglieder ab 22,50 Euro (für Nicht-Mitglieder 25 Euro), Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag kostenlos bei RTL+ (rtlplus.com), der Streamingplattform der Mediengruppe RTL gezeigt, die am 4. November TVNOW.de ablöst, sowie auf adac.de/motorsport übertragen. Der Fernsehsender NITRO zeigt am Sonntag ab 17.00 Uhr die Highlights im Free-TV.


Die Tabellenführer Piana/Schrey reisen mit der besten Ausgangslage an den Nürburgring. Die BMW-Paarung hat einen Vorsprung von 21 Punkten, insgesamt 50 Zähler werden noch für die Sieger in den beiden Rennen vergeben. Die Routiniers haben zudem die größte Erfahrung im Titelkampf der ADAC GT4 Germany. 2020 wurden sie gemeinsam knapp Vize-Meister. Das Gleiche gelang Piana bereits im Jahr zuvor, als er mit einem anderen Teamkollegen ebenfalls Rang zwei in der Gesamtwertung holte.

„Die Vorfreude auf das Finale ist natürlich groß. Wir wollen nun endlich unseren ersten Titel in der ADAC GT4 Germany klar stellen“, erklärt Schrey. „Ich fahre jedoch auch mit gemischten Gefühlen an den Ring. Denn bei den wahrscheinlich niedrigen Außentemperaturen wird sich unser Auto recht schwer tun. Ich befürchte, dass wir nicht aus eigener Kraft um gute Positionen kämpfen können. Wir hoffen somit, dass unser Polster von 21 Punkten ausreicht, um am Ende über die Meisterschaft jubeln zu können. Wir werden als Team unser Bestes geben und versuchen, ruhig zu bleiben und keine Fehler zu machen. Die Titelentscheidung wird also extrem eng und spannend.“

Die Meisterschaft haben auch die Tabellenzweiten Marschalkowski/Nouet fest im Blick. „Für uns heißt es am Nürburgring maximale Attacke. Wir versuchen, einen Doppelsieg einzufahren. Dafür werden wir alles geben - etwas Anderes können wir nicht machen“, erläutert Marschalkowski. „Unserem Mercedes-AMG sollte die Strecke ganz gut liegen, somit stehen die Chancen auf den Doppelsieg nicht schlecht. Es kommt jedoch auch auf uns Fahrer an. Es liegt an uns, es am Wochenende auf den Punkt zu bringen und eine herausragende Leistung zu bieten. Wenn das gelingt, werden wir am Sonntag sehen, wie es mit den Punkten in der Meisterschaft ausgegangen sein wird. Es wird jedoch nicht einfach, denn die Konkurrenz in der ADAC GT4 Germany ist wie immer stark.“

Mit ordentlich Rückenwind kommen auch Ben Dörr (16/Butzbach) und Nico Hantke (17/Hürth, beide Dörr Motorsport) zum Finale. Das Aston Martin Vantage GT4-Duo hat beim Rennwochenende auf dem Hockenheimring mit Platz zwei das erste Podium in der ADAC GT4 Germany erzielt und will dies auf dem Nürburgring möglichst wiederholen. „Das nächste Podium ist natürlich das ganz große Ziel. In der Qualifikation würde ich zudem gerne unter die Top Fünf fahren. Unserem Aston Martin kommen vor allem enge Streckenpassagen entgegen, davon gibt es auf dem Nürburgring einige. Insofern rechnen wir uns für das Wochenende etwas aus“, so Hantke, für den der Nürburgring auch die Heimstrecke darstellt. „Das macht das Finale für mich auch ein wenig Besonders. Einige Familienangehörige werden mich vor Ort besuchen und anfeuern. Der Nürburgring ist für mich trotzdem Neuland. Ich bin dort tatsächlich noch nie gefahren. Als Vorbereitung habe ich zuhause viel im Simulator gearbeitet. Außerdem werden wir das Rennwochenende noch im Detail mit unserem Fahrercoach durchsprechen.“

Einen wahren Titelthriller verspricht die Team-Wertung. Hier liegt das Team Zakspeed mit 182 Punkten an der Spitze. Mit nur drei Zählern Rückstand hat auch Hofor Racing by Bonk Motorsport gute Chancen, den zweiten Team-Titel nach 2019 in der ADAC GT4 Germany einzufahren. Ebenfalls spannend wird es in der Trophy-Wertung zugehen. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge haben die Porsche-Piloten Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing) auf dem Hockenheimring die Tabellenführung mit 370 Punkten übernommen. Dicht auf liegen die Markenkollegen Stephan Grotstollen (53/Langenhagen) und Georg Braun (50/Pfullingen, beide Team Buchbinder Rent-a-Car) mit 346 Zählern. Auch die drittplatzierten Tano Neumann (46/BUL) und Joachim Bölting (54/Gelsenkirchen, beide Overdrive Racing, ebenfalls Porsche) haben mit 332 Punkten noch intakte Meisterschaftschancen.

In der Junior-Wertung hat Mercedes-AMG-Pilot Théo Nouet mit 191,5 Punkten die Spitze inne. Der Franzose peilt neben dem Gewinn der Gesamtwertung somit das Titel-Double auf dem Nürburgring an. Dem wollen die mit 166,5 Zählern zweitplatzierten Leo Pichler (19/AUT) und Leon Wassertheurer (19/Stuttgart, beide Razoon - more than Racing) noch etwas entgegensetzen. Auf Junior-Rang drei rechnet sich mit 154 Punkten auch Phil Dörr (20/Butzbach, Dörr Motorsport, Aston Martin) noch Titelchancen aus.

Auch der amtierende Fahrer-Champion Nicolaj Møller Madsen (28/DNK) ist auf dem Nürburgring wieder in der ADAC GT4 Germany am Start. Er gibt sein Debüt im Porsche von W&S Motorsport und teilt sich das Cockpit mit Lukas Schreier (26/Leipzig). Das Fahrzeug ist mit Steer-by-Wire von Schaeffler Paravan ausgestattet und kommt somit ohne herkömmliche Lenksäule aus. „Die Technik von Schaeffler Paravan ist sehr interessant. Ich fühle mich geehrt, nun meinen Teil zur Entwicklungsarbeit beitragen zu können“, so Møller Madsen. „Ich habe mich schon lange für das Steer-by-Wire Programm interessiert, konnte es bis heute aber noch nicht selbst testen. Auf dem Nürburgring werden wir alles geben, um auf das Podium zu kommen.“

Dienstag, 2. November 2021

Wer wird Deutscher GT-Meister?

 Alles offen vor dem Eifel-Finale

  •     13 Fahrer von vier Marken mit Chancen auf die Deutsche GT-Meisterschaft
  •     Vier Titelentscheidungen im ADAC GT Masters fallen am Nürburgring
  •     Grasser führt hart umkämpfte Teamwertung an, 
  •     Vierkampf in der Pirelli-Junior-Wertung

Foto: Jens Hawrda


Grande Finale auf dem Nürburgring: Mehr Spannung als beim Wochenende der Entscheidungen in der Deutschen GT-Meisterschaft geht nicht. Allein in der Fahrer-Wertung des ADAC GT Masters haben noch 13 Fahrer von Audi, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche Chancen auf die Meisterschaft. Spitzenreiter sind die Audi-Fahrer Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (32/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport), doch ihr knapper Vorsprung von nur vier Punkten verspricht eine Titelentscheidung erst im letzten Rennen am Sonntag. Auf die Zuschauer wartet noch ein Highlight: Bei der öffentlichen Meisterehrung im Fahrerlager sind Fans bis zur letzten Sekunde der ADAC GT Masters-Saison ganz dicht dran. Tickets für das Finalwochenende gibt es online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport. Das Tagesticket kostet für ADAC Mitglieder ab 22,50 Euro (für Nicht-Mitglieder 25 Euro), Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 15 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei RTL+ (ab dem 4. November rtlplus.com, bisher TVNOW) und auf adac.de/motorsport zu sehen.


Die Titelentscheidungen

Vier Punkte machen den Unterschied: Der Vorsprung der Tabellenführer Feller/Mies auf ihre engsten Verfolger vor dem Finale ist gering, denn insgesamt 56 Punkte werden am Nürburgring noch vergeben. Die Tabellenzweiten Luca Stolz (26/Brachbach) und Maro Engel (36/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT) haben es im Mercedes-AMG im Titelkampf selbst in der Hand, erstmals Champions der Deutschen GT-Meisterschaft zu werden. Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, SSR Performance) ist als Tabellendritter in einer aussichtsreichen Position, als erster Pilot überhaupt in der Serienhistorie den Titel erfolgreich zu verteidigen. Der Bayer und Teamkollege Mathieu Jaminet (27/F), der Meister von 2018, liegen 17 Punkte hinter der Tabellenspitze auf Rang drei. Schon im vergangenen Jahr reiste Ammermüller als Dritter zum Finale und als Champion heim. Außenseiterchancen haben noch die Mercedes-Werksfahrer Raffaele Marciello (26/I)/ Maximilian Buhk (28/Hamburg, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR). Die Underdogs im Titelkampf sind Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti (31/I, GRT Grasser Racing Team), dessen Teamkollegen im Schwesterauto, Rolf Ineichen (42/CH)/Franck Perera (37/F), sowie Ex-Meister Jules Gounon (26/F)/Igor Waliłko (24/PL, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing).

Spannung in der Nachwuchswertung

Ein Titel in der Pirelli-Junior-Wertung bringt ein Paket von 22 Satz Reifen von Pirelli mit sich und war in den vergangenen Jahren eine Fahrkarte für einen Werksvertrag – kein Wunder, das die Wertung der Top-Talente so hart umkämpft ist. Ricardo Feller hat die Chance auf einen weiteren Titel, denn der Schweizer liegt auch in der Pirelli-Junior-Wertung vorn. Seine härtesten Rivalen sind die Audi-Markenkollegen Kim-Luis Schramm (24/Meuspath)/Dennis Marschall (25/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece), die nur drei Punkte Rückstand haben. Mathematische Chancen auf den Titelgewinn hat auch Mercedes-AMG-Fahrer Igor Waliłko.

In der Pirelli-Trophy-Wertung liegt Florian Spengler (33/Ellwangen, Car Collection Motorsport) vorn. Bei einem deutlichen Vorsprung von 39 Punkten reichen dem Audi-Fahrer zwei Zielankünfte zum Titelgewinn. Nur Titelverteidiger Elia Erhart (33/Röttenbach, Rutronik Racing by Tece) kann ihm den Trophy-Titel noch streitig machen.

Wer gewinnt die Team-Wertung?

Lediglich ein Punkt trennt in der Teammeisterschaft das führende GRT Grasser Racing Team von den engsten Verfolgern Montaplast by Land-Motorsport. Ebenfalls in Schlagdistanz liegt das Mercedes-AMG Team Toksport WRT mit neun Punkten Rückstand zur Spitze. SSR Performance, das Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR und das Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing haben mit mindestens 20 Zählern Rückstand ebenfalls noch rechnerische Chancen auf den Teamtitel.

Die Strecke

Das Finale der Deutschen GT-Meisterschaft wird auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke des Nürburgrings mit der Formel-1-Schikane ausgetragen. Sie ist die zweitkürzeste im Kalender und Garant für actionreiche Rennen.

Die Fans

Die Titelentscheidungen live erleben und anschließend mit den neuen Deutschen GT-Meistern feiern: Die Meisterehrungen des ADAC GT Masters und aller Rahmenserien finden nach den letzten Rennen der Serien öffentlich in der Event Area im Fahrerlager statt. Dort warten auch der knapp neun Meter hohe eBay Tower, der neue Ausblicke auf die AMG-Arena liefert, und die ADAC Vorteilswelt-Lounge mit kostenlosem Kaffee für alle ADAC Mitglieder. Pflichttermine sind auch die Autogrammstunde beim „Meet the Drivers“ (Samstag, 17.00 Uhr), die populären Pitwalks (Samstag, 12.00 Uhr/Sonntag, 12.55 Uhr) oder die Liveshows „PS on Air – Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk“ und „ADAC GT Masters Backstage – live aus der eBay Box“. Und wer selbst einmal als Sim Racer auf dem Nürburgring fahren möchte, ist im RaceRoom-Cafe im Ring Boulevard genau richtig und kann dort die auch in der ADAC GT Masters eSports Championship powered by EnBW mobility+ verwendete Simulation von RaceRoom kostenlos ausprobieren.

Das Rahmenprogramm

Neben dem ADAC GT Masters tragen noch drei weitere Rennserien auf dem Nürburgring ihr Saisonfinale aus. Für Spannung ist auch hier gesorgt, denn sowohl in der ADAC GT4 Germany als auch in der ADAC Formel 4 fallen am Wochenende die Titelentscheidungen. In der ADAC TCR Germany stehen die Meister zwar schon fest, doch die Tourenwagenasse wollen sich mit einem Topergebnis in die Winterpause verabschieden.

Stimmen vor dem Rennwochenende

Maximilian Buhk (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR, Mercedes-AMG GT3 Evo):

 „Durch die drei Nuller in der laufenden Saison – zwei davon durch unverschuldete Kollisionen – haben wir zwar in der Tabelle deutlich an Boden verloren, aber Aufgeben ist für uns natürlich dennoch keine Option. Immerhin haben wir allein am Rennsonntag in Hockenheim zwölf Punkte auf die Spitze gutgemacht, was zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Wir haben ein starkes Paket, das haben wir während der gesamten Saison bewiesen. Beim Finale kann alles passieren – zumal bei einem Rennen Anfang November in der Eifel. Wir geben einfach wie immer alles, und dann sehen wir hinterher, was dabei herausgekommen ist.“

Jules Gounon (Team Zakspeed BKK Mobil Krankenkasse Racing, Mercedes-AMG GT3 Evo): 

„Unsere Titelchancen sind realistisch betrachtet eher klein. Aber werden alles versuchen. Das Wochenende ist das Heimspiel von Zakspeed, deswegen ist es für die ganze Mannschaft ein besonderes. Als wir zu Saisonbeginn auf dem Nürburgring getestet haben, fühlte sich das Auto gut an. Ich hoffe, dass es jetzt wieder so sein wird und wir um die Siege mitkämpfen können. Wir werden alles geben – ohne groß über den Titel nachzudenken. Nach dem ersten Rennen werden wir dann mal schauen, wo wir liegen. Ein Platz unter den ersten drei in der Meisterschaft wäre toll und ist auch möglich.“

Freitag, 29. Oktober 2021

Luca Engstler: Der Meister der ADAC TCR Germany im Porträt

  •  Engstler: „Der Titel ist sehr, sehr wichtig für mich“
  •  Lob und Anerkennung von der Konkurrenz: „Hat den Titel absolut verdient gewonnen“
  •  Engstler macht Meisterschaft bereits beim vorletzten Event perfekt

Obenauf: Luca Engstler ist der neue Champion der ADAC TCR Germany
Foto: ADAC-Motorsport


Im Moment der Entscheidung brüllte Luca Engstler all seine Erleichterung lauthals heraus, er kletterte aus seinem Hyundai i30 N TCR und fiel jedem Teamkollegen überglücklich um den Hals, den er zu greifen bekam. Der 21-Jährige hat sich den Titel in der ADAC TCR Germany gesichert und das mit einer Dominanz und Überlegenheit, die es in der Tourenwagenserie des ADAC noch nicht gab. Als erster Fahrer machte er bereits bei der vorletzten Veranstaltung den Titelgewinn perfekt, dafür genügte ihm im Sonntagsrennen in Hockenheim ein vierter Platz.

„Ich bin einfach super happy und stolz, dass es jetzt geklappt hat und wir schon so früh am Ziel sind. Der Titel ist sehr, sehr wichtig für mich. Aber für mich ist es das A und O, dass wir das jetzt geschafft haben“, jubelte Engstler, der mit seinen 21 Jahren der zweitjüngste Champion der ADAC TCR Germany wurde. Jünger war nur Max Hesse beim Titelgewinn 2019, als er gerade 18 Jahre alt war.

Engstler hatte die ADAC TCR Germany Ende 2018 verlassen, nachdem in jener Saison Zweiter wurde und den Titel Harald Proczyk überlassen musste. Er startete in der Folge in der TCR Europe, gewann verschiedene Meisterschaften in Asien und gab 2019 sein Debüt in der FIA WTCR. Doch mit der ADAC TCR Germany hatte er doch noch eine Rechnung offen, die er nun beglich.

Natürlich war der Druck ungleich höher für Engstler, immerhin galt er als WTCR-Fahrer mit nun einiger Erfahrung im Hyundai als Top-Favorit. „Viele haben gesagt, dass ich ja auf jeden Fall gewinnen muss und dass alles easy und gar kein Problem sei“, sagte Engstler: „Aber genauso war es eben nicht. Wir haben immer hart gearbeitet, immer weiter gemacht. Und am Ende des Tages haben wir uns verdient die Meisterschaft geholt, würde ich sagen.“

Doch diese Herausforderung meisterte der Sohn der Motorsportikone Franz Engstler stark. Bereits beim Auftakt in Oschersleben legte er ein nahezu perfektes Wochenende hin mit zwei Siegen und einem starken Qualifying hin. Mit großer Konstanz rief Engstler dieses hohe Niveau ab, einzig beim Event auf dem Sachsenring fuhr er „nur“ in einem Rennen aufs Podium – ein technisches Problem an seinem Hyundai bremste Engstler damals aus. Nun folgte in Hockenheim die vorzeitige Krönung.

Auch die Konkurrenz lobte Engstler. „Luca hat einen fehlerfreien Job gemacht und ist ein superschneller Fahrer, das ist der Grund, weshalb er die Meisterschaft schon so früh entscheiden konnte“, sagte Honda-Pilot Dominik Fugel. Cupra-Fahrer Eric Scalvini ergänzte: „Luca hat den Titel absolut verdient gewonnen, er war wahnsinnig konstant. Ich habe es genossen, mich mit ihm zu messen. Er hat mich angetrieben, immer besser zu werden und selbst das Maximum herauszuholen.“

Dass Engstler mit 21 Jahren bereits derartige Erfolge im Tourenwagensport abrufen würde, hätte man wohl kaum vorhersagen können. Als Achtjähriger debütierte er im Kartsport, 2015 wagte er den Wechsel in den Formelsport. Im neuen sportlichen Umfeld in der ADAC Formel 4 musste sich Engstler aber zunächst orientieren. 2016 reichte es zum 27. Platz in der Gesamtwertung. Den Titel sicherte sich damals der Australier Joey Mawson, Zweiter wurde Mick Schumacher, der heute für Haas in der Formel 1 fährt.

Doch Engstlers Weg führte schnell weg vom Formelsport, hin zu den Tourenwagen, mit denen bereits sein Vater Franz erfolgreich war. Und hier zeigte sich zügig: Dieses Umfeld, der Reiz der intensiven Zweikämpfe, das liegt Luca Engstler deutlich besser. 2017 feierte er sein Debüt in der ADAC TCR Germany und fuhr – damals noch im VW Golf GTI TCR – gleich in seiner ersten Saison zweimal aufs Podium. Den Sieg in der Juniorwertung sicherte er sich ebenfalls.

Ein Jahr später folgte der nächste Entwicklungsschritt, in Zandvoort feierte Engstler, der mittlerweile auf den Hyundai i30 N TCR umgestiegen war, seinen ersten Sieg in der Tourenwagenserie des ADAC. Es folgte eine packendes Meisterschaftsfinish, letztlich lag Champion Prozczyk nach 14 Rennen sieben Punkte vor Engstler.

Nun, drei Jahre später, krönte sich Luca Engstler mit etwas Verzögerung zum Champion der ADAC TCR Germany. Wohin ihn sein Weg nun führt, wollte Engstler im Hochgefühl des Triumphs noch nicht verraten. „Jetzt feiern wir erst einmal“, sagte er lächelnd: „Und dann sehen wir weiter.“