Mittwoch, 11. November 2020

Der Champion bleibt Champion: René Rast feiert seinen dritten DTM-Titel

  • In nur vier Jahren: drei Titel, einmal Vizemeister und 24 Siege
  • René Rast mit 24 Siegen erfolgreichster Audi-Werksfahrer der DTM-Historie
  • Schweizer Nico Müller Zweiter in der DTM 2020 – Timo Glock bester BMW-Fahrer der Saison

Holt auch 2021 den Titel: Renè Rasr (Audi)
Foto: dtm.com


Der dritte Titel, der 24. Sieg und damit erfolgreichster Audi-Werksfahrer in der Geschichte der DTM: René Rast hat es geschafft! Der deutsche Audi-Pilot feierte beim letzten Saisonrennen der DTM in Hockenheim einen souveränen Sieg und ist der neue und alte DTM-Champion. Mit seinem dritten Triumph in seiner erst vierten DTM-Saison zieht Rast zudem in der ewigen Bestenliste der DTM-Meister mit Klaus Ludwig gleich, nur Bernd Schneider hat mehr, nämlich fünf Titel. Verfolger Nico Müller (SUI, Audi), der nach seinem Sieg am Samstag noch Hoffnung hatte, musste sich im Rennen mit dem zweiten Platz begnügen und sich in der Meisterschaft mit 330 Punkten hinter Rast (353) knapp geschlagen geben. Rasts Teamkollege Jamie Green (GBR) zeigte am Sonntag in Hockenheim erneut eine starke Performance und komplettierte das Podium als Dritter. Dahinter sortierten sich die weiteren Audi-Werkspiloten Mike Rockenfeller (GER), Robin Frijns (NED), der mit 279 Zählern Gesamtdritter in der Meisterschaft wurde, und Loïc Duval (FRA) ein. Damit belegten alle sechs Audi-Werksfahrer die ersten sechs Plätze. Mit Rang sieben war der Südafrikaner Jonathan Aberdein wie bereits am Samstag bester BMW-Pilot. Audi hatte ebenso vorzeitig den Marken-Titel gewonnen wie das Audi Sport Team Abt Sportsline die Team-Wertung der DTM 2020.

Siebte Pole-Position von Rast

Im letzten Qualifying der Saison war es – wie bereits sechs Mal zuvor in dieser Saison – René Rast, der die Bestzeit setzte. Die Qualifying-Bilanz des 34-Jährigen aus Minden ist eindrucksvoll: sieben Pole-Positions, drei zweite und fünf dritte Startplätze. Von 18 Qualifying-Sessions in dieser Saison war Rast 15 Mal unter den schnellsten Drei und schrieb seinem Punktekonto dadurch insgesamt 32 Zusatz-Punkte nur durch seine Leistungen im Qualifying gut. Nico Müller kommt in dieser Disziplin auf 23 Zähler, Robin Frijns auf 29.

Der Rennstart verlief für Rast nicht optimal und musste Mike Rockenfeller, der aus der zweiten Position einen Blitzstart erwischte, zunächst ziehen lassen. Der von Platz drei ins Rennen gegangene Jamie Green kam ebenfalls nicht gut vom Fleck und wurde von Nico Müller kassiert. Bereits in der dritten Runde zog Rast dann aber dank Extraleistung durch Push-to-Pass an Rockenfeller vorbei und übernahm bis zu seinem Pflichtstopp die Führung. Müller ging ebenfalls an Rockenfeller vorbei und hatte nun die Rolle des Verfolgers inne, konnte Rast aber auf der Strecke nicht überholen.

Taktik-Spiele: Müllers Undercut-Versuch gelingt zunächst

Das gelang ihm dann in der Box: Wie am Samstag versuchte es Müllers Abt-Crew mit einem Undercut, um Rast nach dessen Stop mit bereits warm gefahrenen Reifen ein Schnippchen zu schlagen. Der Plan ging auf: Rast, der drei Runden später stoppte, kam hinter Müller auf die Strecke zurück. Es dauerte fünf Runden, bis Rast wieder zu Müller aufschließen und ihn letztlich in Runde 24 überholen konnte. Müller konnte Rast fortan nicht mehr folgen, der souverän zum Sieg stürtmte. Hinter Rast und Müller entwickelte sich ein spannender Kampf um Platz drei, bei dem ein Green erst Frijns und schließlich noch Rockenfeller überholte.

DTM startet Ende Mai mit GT3-Sportwagen in die Saison 2021

Eine in vielen Belangen außergewöhnliche DTM-Saison ist damit zu Ende. Durch die Corona-Pandemie musste die Saison erheblich komprimiert werden, alle 18 Rennen wurden innerhalb von nur 99 Tagen an neun Rennwochenenden absolviert – ein sehr anstrengendes Programm und eine große Belastung für Fahrer und Teams. 2021 geht die DTM mit leistungsstarken GT3-Sportwagen an den Start, der Auftakt steht für Ende Mai im neun Rennwochenenden umfassenden Terminkalender.


Stimmen – 2. Rennen, Hockenheim

René Rast, Audi, Gewinner Fahrer-Wertung
„Wenn mir vor fünf, sechs Wochen jemand das vorausgesagt hätte, hätte ich gesagt, dass er keine Ahnung von Motorsport hat. Das Rennen war total emotional. Mein Auto ist einfach nur geflogen, es war unglaublich gut und schnell. Ich bin über weite Strecken alleine unterwegs gewesen, da war es schwierig, den Fokus zu behalten. Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf, und immer wieder habe ich neue Geräusche gehört und gebetet, dass das Auto hält. Ich bin meinen Jungs, meinem Team so dankbar. Es ist großartig, was sie geleistet haben. Sie haben mein Auto geliebt, es war ihnen heilig, dass selbst ich es manchmal nicht berühren durfte. Mein künftiges Team in der Formel E, Audi Sport Abt Sportsline, hat mir mit seinen Fahrern, mit Nico Müller und Robin Frijns über die ganze Saison einen harten Fight geliefert. Es war mein 24. Sieg, und das in nur drei Jahren. Jetzt bin ich der nach Siegen erfolgreichste Audi-Fahrer in der DTM-Historie der Marke. Das und dieser dritte Titel bedeuten mir sehr sehr viel."

Timo Glock, bestplatzierter BMW-Fahrer
„Ehrlich gesagt bin ich persönlich mit der Saison 2020 zufrieden, nachdem 2019 eine so schlecht für mich gelaufen ist. Ich habe einen zweiten Platz erzielt und für BMW die erste DTM-Pole-Position nach langer Zeit herausgefahren. Ich bin der älteste BMW-Fahrer und habe gezeigt, dass ich mit den Jungen noch ganz gut mithalten kann. Die DTM mit diesen Class-1-Tourenwagen war einfach klasse, und es ist schade, dass diese Autos nun ins Museum gerollt werden. Aber wenn eine Tür zugeht, geht immer eine neue auf. Es war auf jeden Fall eine tolle Zeit.“

Ergebnis – 2. Rennen, Hockenheim

01. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 37 Runden in 57.49,271 Minuten
02. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 10,199 Sekunden
03. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 13,409 Sek.
04. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 16,648 Sek.
05. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 17,887 Sek.
06. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 26,068 Sek.
07. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 32,673 Sek.
08. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 40,451 Sek.
09. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 40,974 Sek.
10. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 43,244 Sek.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.31,027 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.28,337 Min.
Wetter: 14°C, sonnig
Strecke: 20°C, trocken

Dienstag, 10. November 2020

Hyundai-Pilot Buri neuer Champion der ADAC TCR Germany

  •  Der Finne rettet drei Punkte Vorsprung vor Proczyk und sechs vor Fugel ins Ziel
  •  HP Racing International holt zum zweiten Mal die Teamwertung
  •  Buri: "Ich bin super happy und genieße es jetzt umso mehr"

Antti Buri ist der neue Champion der ADAC TCR Germany
Foto: ADAC-Motorsport



Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) hat sich in einem Herzschlagfinale erstmals den Titel in der ADAC TCR Germany gesichert. Der finnische Hyundai i30 N TCR-Pilot wurde im letzten Saisonrennen in Oschersleben Dritter und rettete somit drei Punkte Vorsprung auf Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) und sechs auf Laufsieger Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR ins Ziel. Buri, der seit der Premierensaison 2016 am Start ist und mehrmals nah dran war, tritt die Nachfolge von Max Hesse (19, Wernau) an, der mit dem Hyundai Team Engstler 2019 den Fahrertitel geholt hatte.
 
"Ich bin super happy, dass wir den Titel gewonnen haben. Es war nie sicher während des Rennens, aber zum Glück sind wir jetzt an der Spitze. Es war nicht einfach, es war verrückt. Aber jetzt genieße ich es umso mehr", sagte der überglückliche Buri: "Gestern war es vielleicht ein bisschen fade, aber heute hatten wir viel Action."
 
Mit 249 Punkten triumphiert Buri schließlich denkbar knapp vor Proczyk (246) und Dominik Fugel (243). Als Trostpflaster für Proczyk gab es die Meisterschaft in der Teamwertung mit seinem Team HP Racing International zu bejubeln. Dort holte das österreichische Team zum zweiten Mal nach 2018 den Titel. Dass es mit dem Fahrertitel nicht geklappt hat, sei "nicht schlimm, gestern waren wir zu langsam. Wir haben ein geiles Rennen gefahren", sagte Proczyk: "Antti ist verdient Meister geworden. Wir sind Teammeister, das ist auch nicht so schlecht."
 
Die drei Spitzenpiloten Buri, Proczyk und Fugel, die diese fünfte Saison geprägt hatten, lieferten auch am Sonntag ein spannendes und umkämpftes Rennen. Proczyk und Buri kamen in einer turbulenten Startphase, bei der WTCR-Star und Gastfahrer Tiago Monteiro (44, Portugal, Honda ADAC Sachsen) ausschied, von der Strecke ab und fielen weit zurück.
 
Wegen der anfänglichen Kollision kam das Safety Car auf die Strecke. Nach dem Restart übernahm Dominik Fugel schnell die Spitze, er überholte zunächst René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) und kurz darauf auch seinen Bruder Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen). Dann zeigte sich, dass Dominik Fugel an diesem Sonntag der mit Abstand schnellste Pilot im Feld war: Der 23-Jährige, der auch noch Titelchancen hatte, zog auf und davon. Zwischenzeitlich fuhr er sich ein Polster von mehr als zwölf Sekunden heraus.
 
Währenddessen hatten Harald Proczyk und Antti Buri alle Hände voll zu tun, die beiden überholten ihre Konkurrenten reihenweise und fanden sich schließlich in der Spitzengrube wieder. Als sich Gaststarter Luca Engstler (20, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) bei einem Überholmanöver gegen dem neuen Junior-Champion Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) verschätzte, kam es zu einem Kontakt zwischen den beiden Autos: Proczyk und Buri profitierten und verbesserten sich auf die Plätze zwei und drei. Engstler und Fugel konnten das Rennen nicht fortsetzen.
 
Jan Seyffert (22, Stuttgart, HP Racing International) rutschte kurz darauf von der Strecke, weshalb das Safety Car nochmals ausrücken musste. Die Top drei der Meisterschaft führte zu diesem Zeitpunkt auch das Rennen an. Vorne lag Dominik Fugel, dahinter Harald Proczyk und Antti Buri.
 
Proczyk wusste: Würde er Fugel überholen und Buri das Rennen auf Platz drei beenden, wäre er zum zweiten Mal nach 2018 Meister. Doch beim Restart leistete sich der österreichische Hyundai-Pilot einen leichten, aber entscheidenden Fahrfehler, den Fugel nutzte, um sich abzusetzen. Buri selbst hielt sich mit Attacken auf Proczyk zurück und fuhr das Rennen sauber und kontrolliert zu Ende.
 
Vierter und zugleich bester Starter der Honda Junior Challenge wurde Nico Gruber (19, Österreich, Hyundai Team Engstler), Rang fünf ging an René Kircher. Dahinter kam Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) in einem weiteren Honda ins Ziel.

Montag, 9. November 2020

Schrey/Piana nach Oschersleben-Sieg neue Tabellenführer vor dem Finalrennen

  • Erster Saisonsieg für BMW-Duo Michael Schrey und Gabriele Piana
  • Bisherige Tabellenführer Apothéloz/Trefz nach Kollision nur auf Platz 14
  • Grotstollen/Braun gewinnen Trophy-Wertung

Strahlende Sieger: Michael Schrey (li.) und Gabriele Piana
Foto: ADAC-Motorsport

Die Spannung im Titelkampf der ADAC GT4 Germany erreicht vor dem Finalrennen am Sonntag ihren Höhepunkt. Nach einem souveränen Laufsieg im Samstagsrennen in der Motorsport Arena Oschersleben übernahmen im vorletzten Saisonrennen Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 die Tabellenführung. Rang zwei ging an Florian Janits (22/AUT) und Reinhard Kofler (35/AUT, beide True Racing) im KTM X-Bow GT4. Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) komplettierten im Porsche Cayman GT4 das Podium. "Wir haben mit diesem Sieg nicht gerechnet. Somit genießen wir den heutigen Abend und freuen uns über die Leistung, die wie geboten haben. Dennoch bleiben wir in Bezug auf die Meisterschaft ganz ruhig. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen", erklärte Piana im Anschluss an seinen ersten Saisonsieg 2020 in der ADAC GT4 Germany. Neben den Laufsiegern Piana/Schrey, den drittplatzierten Kasperlik/Møller Madsen hat auch noch das Mercedes-AMG GT4-Duo Julien Apothéloz (19/CHE) Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) Meisterschaftschancen. Somit steht die ADAC GT4 Germany vor einem packenden Dreikampf um den Titel.

Den Grundstein zum Laufsieg legte Piana schon beim Rennstart. Vom Platz vier aus kommend setzte er sich gleich schon bei der Anfahrt auf die erste Kurve an die Spitze des Feldes. Der Italiener baute seine Führung im weiteren Rennverlauf immer weiter aus. Zwei Safety-Car-Phasen brachten die Konkurrenz zwar jeweils nochmals ein wenig näher, doch Piana konnte den BMW mit einem Vorsprung von rund zwei Sekunden an Teamkollege Schrey übergeben.

"Der Start war natürlich der Schlüsselmoment. Die anderen Fahrzeuge sind nicht gut weg gekommen", wunderte sich Piana. "Sie haben aber alle fair Platz gelassen, als ich vorbeifuhr. Danach konnte ich an der Spitze meine Pace gehen. Ohne die Safety-Cars wäre es sogar noch ein wenig entspannter gewesen."

Nach der Phase der Boxenstopps nistete sich Reinhard Kofler, der den KTM von Startfahrer Janits übernommen hatte, auf dem zweiten Platz ein und behielt diese Position auch bis zum Rennende. Dahinter kämpften Phil Dörr (19/Butzbach, Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 und der als Tabellenführer nach Oschersleben gereiste Luca Trefz im Mercedes-AMG GT4 um den letzten Podiumsplatz.

20 Minuten vor Rennende kam es zwischen Dörr und Trefz zur Kollision, die beide Fahrzeuge zurückwarf und Trefz außerdem eine Durchfahrtsstrafe bescherte. So fiel der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot bis auf die 14. Position zurück, was ihn und Teamkollege Julien Apothéloz zusätzlich auch die Meisterschaftsführung kostete.

Nicolaj Møller Madsen konnte von der Situation profitieren und sich gemeinsam mit Jan Kasperlik den dritten Platz im Samstagsrennen von Oschersleben sichern. Unbeeindruckt von der Situation drehte Michael Schrey an der Spitze seine Runden und fuhr mit einem Vorsprung von 4,574 Sekunden zum Sieg.

"Ich habe das Auto in Führung liegend übernommen und bin als Erster über die Ziellinie gefahren. Das hört sich vielleicht einfach an, war es aber keineswegs. Ich musste immer hochkonzentriert bleiben, da die Strecke von Oschersleben einfach keine Fehler verzeiht. Gegen Rennende kam auch noch die Dunkelheit hinzu. Letztendlich hat aber alles super geklappt", fügte Schrey an.

Rang vier ging an Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG, was für Marschalkowski auch den Sieg in der Junior-Wertung bedeutete. Fünfte wurden Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche vor den Markenkollegen Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) sowie dem BMW-Duo Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport).

ADAC Stiftung Sport Förderpilot Hugo Sasse (16/Aschersleben) und William Tregurtha (20/GBR, beide T3-HRT-Motorsport) belegten im Audi R8 LMS GT4 Rang acht. Aleksey Sizov (17/RUS) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, beide Dörr Motorsport) im McLaren sowie Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) komplettierten im BMW die Top Zehn. Grotstollen/Braun gelang damit auch der Sieg in der Trophy-Wertung.

Am Sonntag kommt es ab 15:50 Uhr somit zu einer extrem spannenden Meisterschaftsentscheidung. Piana/Schrey haben acht Punkte Vorsprung vor Apothéloz/Trefz. Auch Møller Madsen/Kasperlik haben mit 17 Punkten Rückstand noch theoretische Titelchancen. "Wir haben natürlich ein Auge auf den Titel", stellte Piana klar. "Wir müssen einfach ein sehr gutes Rennen fahren. Wenn dadurch die Meisterschaft herausspringt, wäre es phantastisch. Doch morgen ist aber auch nur ein Tag, wie jeder andere auch. Ich werde heute auf jeden Fall ganz ruhig schlafen."

Dritter Sieg in der DTM Trophy: Schweizer Lucas Mauron gewinnt auch in Hockenheim

  • Turbulentes Rennen zur DTM Trophy: Startcrash und zwei Safety-Car-Phasen
  • Packender Kampf um die Podiumsplätze
  • Champion Tim Heinemann nach starker Aufholjagd auf Rang zwei

Foto: dtm.com

Lucas Mauron macht dort weiter, wo er in Belgien aufgehört hat: mit dem nächsten Sieg in der DTM Trophy. Der Schweizer vom Team Hella pagid – racing one, der in Zolder beide Male ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte, war auch im ersten Rennen des Saisonfinales auf dem Hockenheimring nicht zu schlagen. Im Audi R8 LMS gewann er souverän vor Tim Heinemann (GER). Der Mercedes-Pilot aus dem Team HP Racing International, der sich bereits in Zolder vorzeitig den Titel in der Fahrerwertung der neuen Rennsportklasse für seriennahe GT-Sportwagen gesichert hatte, stürmte in Hockenheim von Startplatz 13 bis aufs Podium. Dritter wurde der Österreicher Nicolas Schöll (Porsche, Allied Racing). Pech hatte Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport), der zwar als Zweiter über die Linie fuhr, aufgrund einer Zeitstrafe jedoch auf Rang vier zurückfiel. Der „Vize-Titel“ in der Fahrerwertung ist dem Polen dennoch nicht mehr zu nehmen.

Das Rennen entwickelte sich von Beginn an turbulent: Wenige Sekunden nach dem Start, den der von der Pole-Position gestartete Mauron vor Kisiel gewann, ereignete sich im Mittelfeld ein heftiger Crash. Leidtragende waren die beiden Porsche-Piloten Peter Terting (GER, PROsport Racing) und Rudolf Rhyn (SUI, Phoenix Racing) sowie Marc de Fulgencio (ESP, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport), für die das Rennen früh beendet war. Auch der Toyota Supra von José María López (ARG, Ring Racing) wurde durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen und fiel kurze Zeit später ebenfalls aus.

Ben Green im Pech, Rennen unter Safety-Car beendet

Nach einer über mehrere Runden andauernden Safety-Car-Phase hatte Mauron an der Spitze weiterhin alles im Griff, während sich hinter ihm ein spannender Dreikampf zwischen Kisiel, dem Briten Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport) und Schöll entwickelte. Tim Heinemann, der aufgrund einer Entscheidung der Rennleitung im Mitte Oktober ausgetragenen Rennwochenende von Zolder um zehn Plätze in der Startaufstellung nach hinten versetzt worden war, startete eine fulminante Aufholjagd und machte Position um Position gut. Green dagegen setzte alle Hebel in Bewegung, um an Kisiel vorbeizugehen, der jedoch geschickt verteidigte. Und es sollte noch schlimmer kommen für Green: Nach mehreren Berührungen musste er seinen BMW M4 mit defekter Radaufhängung am Streckenrand abstellen. Damit hat der Brite keine Chance mehr auf Rang zwei in der Fahrerwertung. Das Rennen wurde schließlich hinter dem Safety-Car beendet.

In der Fahrerwertung steht Heinemann bereits als Meister fest. Der Champion baute sein Punktekonto auf 250 Zähler aus. Kisiel ist mit 153 Zählern uneinholbar Zweiter. Um Platz drei kämpfen Green (120 Punkte), Ben Tuck (GBR, Walkenhorst Motorsport, 115) und Mauron, der mit seinen drei Siegen ordentlich aufgeholt hat und in der Wertung auf Platz fünf (97) liegt. Die Entscheidung fällt also im finalen Saisonrennen der DTM Trophy am Sonntag.

Stimmen – 1. Rennen, Hockenheim

Lucas Mauron, Audi, Sieger

„Über meinen dritten Sieg in Folge bin ich natürlich sehr glücklich. Bestzeit im Training, Pole Position und jetzt ein Start-Ziel-Sieg – es hätte nicht besser für uns laufen können. Mein Team hat einen fantastischen Job gemacht. Es war ein interessantes Rennen, auch wenn ich die meiste Zeit über ziemlich allein war. Aber der Lernfaktor war trotzdem hoch, und ich freue mich jetzt auf das finale Rennen der Saison.“

Tim Heinemann, Mercedes-AMG, 2. Platz

„Das war harte Arbeit! Die Startposition war alles andere als optimal und ungewohnt. Beim Start hatte ich etwas Glück durch den Crash, der vor mir passiert ist. Dadurch kam ich bis auf Rang sieben nach vorn. Nach der Safety-Car-Phase konnte ich weiter aufholen. Ich wusste natürlich, dass Jan Kisiel noch um Platz zwei in der Meisterschaft kämpft. Es gab keine wirkliche Überholmöglichkeit, also habe ich lieber die Füße still gehalten und mein Rennen nach Hause gefahren. Von Platz 13 auf zwei – beschweren kann ich mich heute auf jeden Fall nicht.“

Nicolas Schöll, Porsche, 3. Platz

„Ich hatte einen guten Start und war sogar kurzzeitig Zweiter, aber dann wurde ich in der Haarnadelkurve etwas in die Mangel genommen und habe die Position wieder verloren. Nach dem Safety-Car lief es zunächst nicht so gut, aber nach einigen Runden stimmte die Pace wieder, so dass ich wieder angreifen konnte. Es war mein erster Start in der DTM Trophy, und es gefällt mir sehr. Die Rennen sind spannend, und es wird hart gekämpft – so muss das sein. Insgesamt ein sehr positives Erlebnis.“


Knallhartes Titelduell in der DTM: Sieger Müller verschiebt Entscheidung auf Sonntag

  • Herausforderer Nico Müller und Titelverteidiger René Rast liefern sich offenen   Schlagabtausch
  • Aberdein als Fünfter bester BMW-Pilot, Kubica in den Punkten
  • Entscheidung im letzten Saisonrennen am Sonntag ab 13:30 Uhr – live auf SAT.1


Nico Müller (Audi) siegt und hält den Titelkampf offen
Foto: dtm.com


Knallhartes Titelduell in der DTM: René Rast und Nico Müller schenkten sich nichts, lieferten sich im 15. und vorletzten Saisonrennen in Hockenheim einen nervenaufreibenden Zweikampf um den Sieg – letztlich setzte sich Müller hauchdünn gegen Rast durch, verkürzte den Punkterückstand auf 13 Zähler. Hochspannung also bis zum allerletzten Saisonrennen am Sonntag (Start: 13:30 Uhr, SAT.1 live ab 13:00 Uhr)! Die Situation: Rast führt mit nun 325 Punkten vor Müller mit 312 Zählern, kann im letzten Rennen aus eigener Kraft Meister werden und seinen Titel verteidigen. Während Jamie Green (GBR) und Loïc Duval (FRA) mit den Plätzen drei und vier Audi einen Vierfacherfolg bescherten, war der Südafrikaner Jonathan Aberdein als Fünfter bester BMW-Pilot. Mit Rang sieben hat sich der Niederländer Robin Frijns (Audi) endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet.


Zweikampf vom Start bis ins Ziel: Mehrere Führungswechsel, mehrere Kontakte

Rast versus Müller – das Duell prägte den gesamtebn Samstag. Rast eroberte am kühlen Morgen seine sechste Pole-Position, Müller war nur unwesentlich langsamer und stellte seinen weiß-grünen Audi neben das rot-weiße Pendant von Rast in die erste Startreihe. Heiß wurde es dann im Rennen. Beide Kontrahenten schenkten sich nichts, lieferten sich über die gesamte Distanz einen erbitterten Zweikampf, teils mit Haken und Ösen. Müller gewann beim Start den Sprint zur ersten Kurve, war neben Rast – und beide Audi berührten sich zweimal, so dass Rast ausweichen musste und Müller sich an die Spitze setze. Mehrfach wechselte die Führung durch taktisch klug ausgeführte Manöver, aber auch mit der weiteren Berührungen. Das Duell wurde hart geführ, aber letztlich fair.

Zwischenzeitlich schien es, als wenn Jamie Green Rast, seinem Teamkollegen aus dem Audi Sport Team Rosberg, zur Hilfe eilen könnte, immerhin schloss er zur Spitze auf. Nach dem Pflichtstopp zum Reifenwechsel fiel Rast kurzzeitig auf Platz vier zurück, doch der 34-Jährige kämpfte sich eigenständig bis ans Müller-Heck zurück. Rast wollte alles in die letzte Runde legen, doch er verpasste die Anzeige der letzten Runde – und dann kam auch schon die Zielflagge, ohne das Rast die geplante Attacke durchführen konnte, was den Mindener nicht nur überraschte, sondern auch ärgerte. Müller, Rast und Green überquerten die Ziellinie innerhalb einer Sekunde.

Zwei Restarts nach Safety-Car-Phasen ohne Überraschungen

Zweimal musste das Safety-Car ausrücken. Gleich beim Start berührten sich Marco Wittmann (GER, BMW) sowie Robert Kubica (POL, BMW) und Harrison Newey (GBR, Audi) – für Wittmann und Newey endete das Rennen bereits in Kurve eins. Später verabschiedete sich noch Timo Glock (GER, BMW) ins Kiesbett, abermals musste das Safety-Car ausrücken. Für die Restarts rückte das Feld wieder dicht zusammen in die obligatorische Indy-Formation, Überraschungen blieben aber aus.

Stimmen – 1. Rennen, Hockenheim

Nico Müller, Audi , Sieger

„Das war ein spektakuläres Rennen! Ich wusste, es wird eng. Mein Team hat bei diesem Sieg eine wichtige Rolle gespielt, der Boxenstopp und die Strategie waren perfekt. Ich habe Push-to-pass und DRS gut eingesetzt, aber die Situation hätte sich auch jeder Zeit schnell ändern können. Das Ergebnis ist perfekt, ich habe sieben Punkte aufgeholt – und am Sonntag kann alles passieren."

René Rast, Audi, 2. Platz

„Ich habe immer noch 13 Punkte Vorsprung, insofern ist auch nach diesem Rennen noch alles intakt. Das ist die Hauptsache. Am Ende habe ich die Runden runtergezählt, wollte in der allerletzten Runde die entscheidende Attacke starten. Vier, drei, zwei – und dann kam schon die Zielflagge. Ich war verwundert. Ich war deswegen auch bei der Rennleitung, aber sie haben mir erklärt, dass die Rundenanzeige automatisch erfolgt, wenn der Führende die Ziellinie überquert. Ich war wohl zu nah dran und habe die Anzeige der letzten Runde nicht gesehen. Immerhin: Meine Pace war gut, und am Sonntag reicht mir ein Platz auf dem Podium zum Titelgewinn."

Jamie Green, Audi, 3. Platz

„Es ist immer wieder schön, auf dem Podium zu sein. Zum letzten Mal war dies beim Saisonstart der Fall. Ich hatte über weite Strecken einen Logenplatz und konnte das Duell zwischen René Rast und Nico Müller aus nächster Nähe beobachten. Ich wollte die Party der beiden auf keinen Fall crashen. Ich habe eigentlich nur auf den Abstand nach hinten geachtet.“

Ergebnis – 1. Rennen, Hockenheim

01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 36 Runden in 1:01.11,045 Stunden
02. Rene Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 0,622 Minuten
03. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 1,033 Min.
04. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 4,960 MIn.
05. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 6,580 Min.
06. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 6,611 Min.
07. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 6,727 Min.
08. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 8,668 Min.
09. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 9,025 Min.
10. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 11,056 Min.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.30,487 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.28,405 Min.
Wetter: 11°C, sonnig
Strecke:19°C, trocken