Montag, 26. Oktober 2020

DEKRA Lausitzring nächste Station im ADAC GT Masters

ADAC GT Masters wechselt Austragungsort des sechsten Rennwochenendes

Foto: Jens Hawrda
 

Das sechste Rennwochenende des ADAC GT Masters wird vom 30. Oktober bis 1. November auf dem DEKRA Lausitzring ausgetragen. Das zweite Rennen des ADAC GT Master auf der Strecke in Brandenburg nach dem Saisonstart Ende Juli ersetzt die ursprünglich am gleichen Datum auf dem Circuit Zandvoort in den Niederlanden geplanten Rennen. ADAC GT Masters und der Circuit Zandvoort haben in den vergangenen Wochen intensiv an einem Konzept gearbeitet, um das Rennwochenende durchzuführen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in den Niederlanden und der Einstufung als Risikogebiet hat sich das ADAC GT Masters nun kurzfristig für einen Wechsel des Austragungsorts entschieden. Gemeinsam mit dem ADAC GT Masters starten die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany, die ADAC Formel 4 und der Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem DEKRA Lausitzring.
 
"Wir haben in den vergangenen Wochen gut und konstruktiv mit dem Circuit Zandvoort zusammengearbeitet und nichts unversucht gelassen, dort zu fahren. Unser großer Dank gilt dem dortigen Team für die gute Unterstützung, wir freuen uns auf ein Comeback in Zandvoort im August 2021. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehen weichen wir auf eine alternative Rennstrecke aus, denn die Gesundheit aller Beteiligten steht an erster Stelle. Wir bedanken uns bei unserem langjährigen Partner DEKRA, die es kurzfristig möglich gemacht haben, dass wir auf dem Lausitzring fahren können,", so ADAC Motorsportchef Thomas Voss.
 
Fans, die bereits Eintrittskarten für das Rennwochenende des ADAC GT Masters in Zandvoort erworben haben, werden per E-Mail informiert und erhalten den vollen Ticketpreis automatisch zurückerstattet.


Mittwoch, 21. Oktober 2020

High four in Zolder: Rast legt gegen Müller vor, ultimativer DTM-Showdown in Hockenheim

  •  René Rast gewinnt alle vier Rennen in Zolder – Müller Zweiter im Sonntagrennen
  •  Robin Frijns nach Ausfall nur noch mit theoretischer Titelchance
  •  Premiere auf dem Podium: Robert Kubica Dritter und bester BMW-Pilot

Renè Rast gewinnt alle vier Rennen in Zolder und übernimmt die Tabellenführung
Foto: dtm.com


Dramatik bis zum Schluss, René Rast versus Nico Müller – beim großen Showdown der DTM vom 06. bis 08. November in Hockenheim kommt es zum offenen Duell des deutschen Titelverteidigers und seines Schweizer Herausforderers. Robin Frijns (NED), der dritte Audi-Pilot im Bunde der Titelkandidaten, hat nach einem unverschuldeten Unfall in Zolder nur noch theoretische Chancen. Der ehemalige Grand-Prix-Kurs in Belgien bescherte der DTM Dramatik im Titelkampf. Müller hatte seit Saisonbeginn die Tabellenführung inne, sogar 47 Punkte Vorsprung auf den drittplatzierten Rast. Rast eroberte Zolder jedoch im Sturm, gewann an den beiden Wochenenden alle vier Rennenund sorgte damit für die unverhoffte aber beeindruckende Trendwende. Rast reist mit 19 Punkten Vorsprung auf Müller zum traditonellen Finale im badischen Motodrom. Mit Platz zwei verzeichnete Müller am Sonntag sein besten Zolder-Ergebnis. Für eine Überraschung sorgte im 16. von 18 Saisonrennen der Pole Robert Kubica. Der ehemalige Formel-1-Pilot erkämpfte sich mit cleverer Strategie und sehenwerten Überholmanöver als Dritter seinen ersten Podiumsplatz in seiner ersten DTM-Saison. Damit ließ Kubica auch alle sechs Werks-BMW hinter sich.

Zwei Mal Safety Car, Drama für Frijns

Schon beim Start zeigte Müller, dass er sich im Titelkampf nicht vorzeitig geschlagen geben wird. Der Schweizer erwischte einen Blitzstart, wählte die „goldene Mitte“ und schob sich zwischen Landsmann Fabio Scherer (Audi) und Frijns, seinem Kollegen im Audi Sport Team Abt Sportsline, von Rang fünf auf drei. An der Spitze des Feldes hatte Ferdinand Habsburg, der im privaten Audi des WRT-Teams erstmals überzeugend die Pole-Position erobert hatte, zunächst alles im Griff und behauptete seine Führung, während Rast als Zweiter in Schlagdistanz blieb und auf seine Chance lauerte.

Kurz darauf sorgte ein heftiger Crash für Aufregung: Jonathan Aberdein (RSA, BMW) verbremste sich und traf den Audi von Scherer am Heck, Scherer konnte einen Dreher nicht mehr verhindern und erwischte dabei auch den vor ihm fahrenden Frijns. Für alle drei Beteiligten war das Rennen beendet. Größter Leidtragender des Unfalls ist jedoch Frijns, der durch den Ausfall nun 41 Punkte hinter Spitzenreiter Rast (304) und 22 Zähler hinter Müller (285) liegt und dadurch beim Finale in Hockenheim bei noch maximal 56 zu erreichenden Punkten nur noch theoretische Möglichkeiten hat.

Pole-Sitter Habsburg im Rennen von Reifenproblemen zurückgeworfen

Auch nach der ersten Safety-Car-Phase behauptete Habsburg die Führung gegen Rast, Müller hielt Rang drei. Nach einem weiteren Unfall – eine Kollision zwischen den beiden BMW-Piloten Lucas Auer (AUT) und seinem Landsmann Philipp Eng – musste das Safety Car erneut auf die Strecke. Beim Neustart gab es erneut keine Veränderung unter den Top Drei. Das sollte sich nach den Pflichtstopps ändern: Rast, der eine Runde nach Habsburg und Müller gestoppt hatte, schnappte sich die Führung und baute diese bis ins Ziel souverän aus. Für Habsburg lief es dagegen immer schlechter. Der Österreicher bekam zunehmend Probleme mit den Reifen und wurde nach hinten durchgereicht. Kurz vor Rennende entschied sich das WRT-Team sogar zu einem zweiten Reifenwchsel, was Habsburg auf den zehnten Platz zurückwarf.


Stimmen – 2. Rennen, Zolder 2

René Rast, Audi, Sieger
„Es ist unglaublich: Alle vier Rennen in Zolder gewonnen, nahezu die maximalen Punkte erreicht - das ist völlig unerwartet. Mein Start war gut, dann bin ich aber in der ersten Kurve etwas weit hinausgetragen worden. Zweimal kam das Safety-Car heraus, das hat beide Male eniges durcheinander gewirbelt. Dabei war es nicht leicht, cool zu bleiben, speziell bei den Restarts. Ferdinand Habsburg und Nico Müller sind früh an die Box zum Reifenwechsel, eine Runde später haben wir einen Over-cut versucht, der aufgegangen ist. Ich wusste nicht, wer Zweiter ist und habe vergeblich in den Rückspiegel geschaut, um zu wissen, wie sehr ich meine Reifen schonen muss. Ich habe gehofft, dass die Reifen durchhalten, am Ende hat es geklappt. Offensichtlich komme ich mit kühleren Temperaturen etwas besser zurecht. Daher hoffe ich, dass es beim Finale in Hockenheim keine 30 Grad sein werden."

Nico Müller, Audi, 2. Platz
„Die zehn Tage hier in Zolder waren schon ziemlich hart für mich. Heute muss ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden sein, mehr war nicht möglich. Am Start hat alles geklappt. Nur bei den Boxenstopps sind unerwartet viele Autos direkt vor mir auf die Strecke zurückgekommen. Da habe ich im Cockpit innerlich gekocht. In dieser Phase habe ich dann auch meine Reifen mehr stressen müssen als mir lieb war. Ich habe heute alles gemacht, was möglich war. Unsere Pace war nicht gut genug, um René Rast zu folgen. Jetzt gibt einen tollen Showdown in Hockenheim.“

Robert Kubica, BMW, 3. Platz
„Ich bin sehr happy, keine Frage. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Doch man muss die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten. Das war heute der Fall. Unsere Strategie war perfekt. Nur lief beim Boxenstopp nicht alles perfekt, was aber niemand bemerkt hat: Der Lollypop ging nicht hoch. Also bin ich irgendwann einfach losgefahren, sonst würde ich jetzt noch da stehen. Ich hatte dann Nico Müller vor mir und war in dieser Phase auch etwas schneller, aber am Ende war es wichtiger, mit den Reifen zu haushalten und den dritten Platz ins Ziel zu bringen. Das ist ein großer Moment für uns, für das gesamte Team. Ich bin DTM-Rookie, das Team ist auch neu, und es war bis hierher eine schwierige Saison. Ich bin wirklich überglücklich.“

Ergebnis – 2. Rennen, Zolder 2

01. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 40 Runden 1:00.29,757 Stunden
02. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 11.500 Sekunden
03. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 25,785 Sek.
04. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 29,572 Sek.
05. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 30,209 Sek.
06. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 31,971 Sek.
07. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 33,095 Sek.
08. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 47,199 Sek.
09. Harrison Newey (GBR), Audi RS 5 DTM, + 47,651 Sek.
10. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, - 1 Runde

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.20,140 Minuten
Pole-Position: Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, 1.18,879 Minuten
Wetter: 12°C, bewölkt
Strecke: 14°C, trocken

Montag, 19. Oktober 2020

Antti Buri feiert seinen zweiten Saisonsieg

  •     Der Finne triumphiert vor Tabellenführer Harald Proczyk und Dominik Fugel
  •     Albert Legutko erstmals bester Junior
  •     Sandro Soubek mit starkem Auftritt: Gaststarter fährt auf Platz vier

Antti Buri (Hyundai Team Engstler) auf dem Weg zum zweiten Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport



Zweiter Saisonsieg für Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler): Der Hyundai i30 N TCR-Pilot aus Finnland hat das zehnte Saisonrennen der ADAC TCR Germany auf dem Red Bull Ring gewonnen und damit den Rückstand auf Tabellenführer Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) verkürzt. Buri setzte sich vor seinem Markenkollegen Proczyk und Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR durch. Großen Grund zum Jubeln hatte auch Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing): Der 20-Jährige war mit seinem Honda als Sechster erstmals schnellster Junior.
 
"Das Wochenende war toll. Wir waren die ganze Zeit über stark. Das Auto war super, alles lief gut. Ich bin glücklich", sagte Buri, der bereits im Samstagsrennen als Erster über die Ziellinie gefahren war, dann aber eine nachträgliche Zeitstrafe erhalten hatte und dadurch als Fünfter gewertet wurde: "Das war natürlich eine große Enttäuschung, weil wir viele wichtige Punkte verloren haben. Aber am Sonntag konnten wir eine gute Antwort geben. Es überwiegt das gute Gefühl."
 
Harald Proczyk sprach von "einem schönen Wochenende". Der Österreicher hat nun 175 Punkte auf dem Konto und führt die Gesamtwertung vor Dominik Fugel (163) und Antti Buri (158) an. "Es war alles fair, schöne Zweikämpfe. Die Zuschauer haben Spaß gehabt", sagte Proczyk: "Ich bin glücklich, zu Hause hat man vielleicht etwas mehr Glück. In den letzten Jahren habe ich hier immer einen Sieg geholt."
 
Buri erwischte einen glänzenden Start und verbesserte sich gleich von Rang sechs auf zwei, vorne verteidigte Dominik Fugel zunächst seine Führung erfolgreich. Dahinter reihten sich Proczyk, Gaststarter Sandro Soubek (26, Österreich, Mair Racing Osttirol) im Audi RS3 LMS TCR und SPORT1-Kommentator Patrick Simon (45, Wiesbaden, Hyundai Team Engstler) im VIP Auto ein. Auch Junior René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) mischte in der Spitzengruppe mit, doch wenig später musste der von Platz zwei gestartete Kircher seinen VW Golf GTI TCR in der Box abstellen.
 
Kurz darauf rollte auch Mitchell Cheah (22, Malaysia, Hyundai Team Engstler), der Ersatzfahrer von Nico Gruber, aus. Dadurch musste das Safety Car auf die Strecke - und Buri witterte seine Chance. Nach dem Restart blieb der Finne dicht an Fugel dran, nutzte den Windschatten auf der langen Geraden bei Start-und-Ziel und drängte sich in der anschließenden Rechtskurve am Honda Civic TCR vorbei.
 
Fortan zog der Finne auf und davon und eilte seinem Sieg souverän entgegen. Deutlich mehr Arbeit hatte Dominik Fugel, der sich gegen die Attacken von Proczyk und Co. wehren musste. Dies gelang dem Chemnitzer bis in die Schlussphase, doch dann musste er dem Österreicher Proczyk doch noch ziehen lassen und beendete das Rennen auf Platz drei. Gegen Sandro Soubek und Patrick Simon verteidigte sich Fugel stark, die beiden Gäste beendeten das Rennen auf den Plätzen vier und fünf hinter dem Chemnitzer.
 
Sechster wurde Legutko vor Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen), der in der Honda Junior Challenge weiterhin führt. Rang acht ging an Jan Seyffert im Hyundai i30 N TCR, der Platz vier in der Gesamtwertung belegt. Gaststarter Szymon Ladniak (17, Polen, GT2 Motorsport) im VW Golf GTI TCR folgte auf Rang neun vor Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team). Felix Wimmer (30, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) war wie am Samstag der schnellste Pilot von Wimmer Werk Motorsport, das an diesem Wochenende insgesamt drei Cupra Leon Competición TCR eingesetzt hat.
 
Weiter geht es für die ADAC TCR Germany bereits in zwei Wochen: Dort steht auf dem Lausitzring (30. Oktober bis 1. November) das vorletzte Rennwochenende auf dem Programm. Die Station in der Lausitz rückt anstelle des Circuit Zandvoort in den Kalender. Das Finale findet eine Woche später in Oschersleben statt.

McLaren holt auf Red Bull Ring ersten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany

  •     Fred Martin-Dye und Phil Dörr sorgen für ersten Sieg von Dörr Motorsport 
  •     Marcus Suabo triumphiert in der Trophy-Wertung
  •     Julien Apothéloz und Luca Trefz weiterhin Tabellenführer

Start frei zu Rennen eins der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring
Foto: ADAC-Motorsport


Packende Rennaction und jede Menge Überholmanöver. Die ADAC GT4 Germany präsentierte sich auf dem Red Bull Ring erneut von ihrer besten Seite. In einem spannenden Rennen gewannen Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 knapp vor dem Mercedes-AMG GT4-Duo Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team Zakspeed) sowie Aleksey Sizov (17/RUS) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren McLaren. "Ich bin natürlich überglücklich. Es ist tatsächlich mein erster Sieg in einem GT-Auto überhaupt. Wir werden heute jedoch nicht ins Dorf zum Feiern gehen, sondern uns auf Lauf zwei am Sonntag vorbereiten", stellte Martin-Dye freudestrahlend fest.
 
Der Brite hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen und sich gleich nach dem Rennstart auch an der Spitze des Feldes abgesetzt. Dahinter nistete sich Teamkollege Sizov ein. Der von Platz drei aus losgefahrene dritte McLaren von Christer Jöns (33/Ingelheim) verlor in der ersten Runde zunächst drei Plätze, hatte sich nach rund zehn Rennminuten aber wieder auf die dritte Position zurück gearbeitet. Diese musste er später jedoch wieder William Tregurtha (20/GBR, T3-HRT-Motorsport) im Audi R8 LMS abgeben. Als Martin-Dye schon einen Vorsprung von über acht Sekunden herausgefahren hatte, musste das Safety-Car auf die 4,318 Kilometer lange Strecke geschickt werden, um den BMW M4 GT4 von Gabriele Piana (34/ITA, Hofor Racing by Bonk Motorsport) zu bergen. Das gesamte Feld kam somit auch während der Safety-Car-Phase zum Fahrerwechsel. "Unser guter Vorsprung war durch das Safety-Car natürlich zunichte gemacht", so Martn-Dye. "Somit konnte ich Phil kein Polster mit auf den Weg geben. Er hat in seinem Stint jedoch einen brillanten Job erledigt und den ersten Sieg für Dörr Motorsport in der ADAC GT4 Germany nach Hause gefahren."
 
Hinter dem McLaren von Phil Dörr reihten sich nach den Fahrerwechseln zunächst die Dörr-Teamkollegen Mads Siljehaug (24/NOR) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg) ein, die von Jöns und Sizov die jeweiligen McLaren übernommen hatten. Doch Hendrik Still zeigte sich im weiteren Rennverlauf im Zakspeed-Mercedes-AMG stark aufgelegt und konnte sich bis auf die zweite Position nach vorne kämpfen. Gegen Rennende schloss er noch zum führenden Phill Dörr auf und setzte den Youngster ordentlich unter Druck. Doch Dörr behielt kühlen Kopf und überquerte die Ziellinie letztendlich mit einem Vorsprung von 1,603 Sekunden. "Ich musste auch den Spritverbrauch im Hinterkopf behalten, konnte alles aber gut managen. Mit dem Mercedes-AMG im Nacken galt es cool zu bleiben und Ruhe zu bewahren. Das ist mir gelungen. Jetzt ist die Stimmung im Team natürlich phantastisch. Wenn man gewinnt, hat alles gepasst", erklärte Dörr, der auch die Juniorwertung für sich entschied.
 
Hinter Marschalkowski/Still und dem zweiten Dörr-McLaren von Sizov/Dreyspring kamen Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck, beide Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4 auf Platz vier. Fünfte wurden Marcus Suabo (51/Malsch) und Marvin Dienst (23/Lampertheim, beide DLV-Team Schütz Motorsport) im Mercedes-AMG. ADAC GT Masters-Pilot Dienst hatte das Fahrzeug auf der letzten Position übernommen und sich in der zweiten Rennhälfte spektakulär nach vorne gearbeitet. Das sicherte Suabo auch den Triumph in der Trophy-Wertung. Jöns/Siljehaug fielen noch bis auf die sechste Position zurück. Platz sieben holten sich Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche vor dem Mercedes-AMG-Duo Julien Apothéloz (19/CHE) und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward), die damit auch die Tabellenführung in der ADAC GT4 Germany behaupten konnten. Audi-Pilot Tregurtha und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Hugo Sasse (16/Aschersleben) beendeten das Rennen auf Rang neun vor Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) im BMW M4 GT

Sonntag, 18. Oktober 2020

Heimsieg und Tabellenführung für Proczyk

  • Der Österreicher gewinnt das neunte Saisonrennen auf dem Red Bull Ring
  • VIP-Fahrer Patrick Simon mit starker Leistung: Platz drei für den SPORT1-Kommentator
  • Antti Buri nach 30-Sekunden-Zeitstrafe als Fünfter gewertet

Dritter Saisonsieg und Tabellenführung für Harald Proczyk
Foto: ADAC-Motorsport

Lokalmatador Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) hat mit einem Heimsieg die Tabellenführung in der ADAC TCR Germany erobert. Der Vizemeister gewann im Hyundai i30 N TCR das neunte Saisonrennen auf dem Red Bull Ring vor seinem Markenkollegen Mitchell Cheah (22, Malaysia, Hyundai Team Engstler), der als Vertreter des österreichischen Stammpiloten Nico Gruber startet. Sehr starker Dritter wurde SPORT1-Kommentator Patrick Simon (45, Wiesbaden, Hyundai Team Engstler) im VIP Auto. Ursprünglich hatte Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) als Erster die Zielflagge gesehen, er bekam aber nachträglich eine 30-Sekunden-Strafe auferlegt, weil er eine persönliche Sektorbestzeit unter Gelben Flaggen aufgestellt hatte. Dadurch wurde Buri als Fünfter gewertet.

Rang vier ging an Proczyks Teamkollegen Jan Seyffert (22, Stuttgart), der sich mehrere packende Duelle mit Patrick Simon lieferte. Der SPORT1-Kommentator war von dem Erlebnis in der ADAC TCR Germany begeistert. "Unfassbar, sensationell. Was das für einen Spaß gemacht hat", sagte der Simon, der seit vielen Jahren im Motorsport aktiv ist und zahlreiche Erfolge gesammelt hat. In der Gesamtwertung führt nun Harald Proczyk vor dem dem bisherigen Tabellenführer Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen), der als 14. gewertet wurde. Buri ist Dritter vor Seyffert.

Im Rennen fuhr Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) als Sechster ins Ziel. Der Honda Civic TCR-Pilot war damit bester Starter der Honda Junior Challenge - und das, obwohl er vom vorletzten Rang gestartet war. Mit Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda und René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR) folgten zwei weitere Junioren auf den Plätzen sieben und acht.

Buri hatte einen starken Start: Von Platz zwei aus zog er an Cheah vorbei und übernahm die Führung, dahinter folgte Harald Proczyk, der Cheah ebenfalls überholen konnte. Auf Platz vier hielt sich Simon schadlos - der SPORT1-Kommentator konnte seine Position auf den ersten Metern verteidigen, musste dann aber zunächst Jan Seyffert ziehen lassen. Dominik Fugel, der von ganz hinten starten musste, weil an seinem Honda der Motor gewechselt worden war, arbeitete sich derweil sehenswert durchs Feld. Nach der ersten Runde war er Achter - und nach der zweiten dann Sechster.

Doch Fugel wollte mehr: Erst überholte er Patrick Simon und setzte dann direkt Jan Seyffert unter Druck. Beim Versuch, den Hyundai zu überholen, kam es jedoch zu einem Kontakt, bei dem Fugels Honda beschädigt wurde. Der 23-Jährige musste in die Box - die Chance auf eine Spitzenplatzierung war dahin.

Dafür war nun die Zeit gekommen für ein spannendes Duell zwischen Simon und Seyffert, das der erfahrene SPORT1-Kommentator mit einem klasse Manöver für sich entschied. In der Schlussphase kam Proczyk immer näher an Antti Buri heran. Doch der Finne konnte seine Spitzenposition behaupten und überquerte die Ziellinie als Erster, erhielt dann allerdings nachträglich eine Zeitstrafe.

Platz neun ging an Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team) im VW Golf GTI TCR, Zehnter wurde Gaststarter Szymon Ladniak (17, GT2 Motorsport), der ebenfalls im Golf unterwegs ist. Bester Cupra Leon Competición TCR-Pilot war Felix Wimmer (30, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) auf Platz elf. Gaststarter Sandro Soubek (26, Österreich, Mair Racing Osttirol) schied mit seinem Audi RS3 LMS TCR aus.

Am Sonntag (11.35 Uhr) steht für die ADAC TCR Germany das zehnte von insgesamt 14 Saisonrennen auf dem Programm. In diesem wird Dominik Fugel auf der Pole Position stehen - und natürlich will der Chemnitzer im umkämpften Rennen um die Meisterschaft zurückschlagen. Jan Seyffert und René Kircher gehen von den Plätzen zwei und drei ins Rennen. Proczyk startet von Rang sechs, Buri von sieben.