Dienstag, 6. August 2019

Schneller Strandausflug beim GT-Masters in Zandvoort

Foto: Jens Hawrda
Der Circuit Zandvoort liegt in den Nordseedünen und hat durch seine Nähe zum Meer eine einzigartige Atmosphäre. Zandvoort gilt als "Old-School-Strecke" mit schnellen Kurven, vielen Höhenunterschieden und Auslaufzonen mit Kiesbetten, die keinen Fehler verzeihen. "Ich freue mich extrem auf das Wochenende", so Tabellenführer van der Linde, der bei den bisherigen sechs Rennen der Saison immer in den Top Vier ins Ziel kam. "Zandvoort liegt dem Audi sehr gut. Und ich mag die Strecke, da sie zu meinem Fahrstil passt. Als Tabellenführer müssen wir aber nicht siegen. Unser Ziel sind die Top Fünf." Teamkollege Niederhauser ergänzt: "Die Zeichen stehen ganz klar in Richtung Meisterschaftsführung ausbauen. Wir werden nicht auf Biegen und Brechen versuchen, zu gewinnen, sondern werden uns darauf fokussieren, möglichst viele Punkte mitzunehmen." 

Bereits drei Saisonsiege haben bisher die Corvette-Fahrer und Tabellenzweiten Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) eingefahren. Für Zandvoort hält sich Kirchhöfer mit Prognosen jedoch zurück: "Es ist schwierig einzuschätzen, wie stark wir sein werden", so der gebürtige Leipziger. "Wir müssen erst mal das Freie Training abwarten, um zu sehen, wo wir wirklich stehen. Zandvoort ist eine Strecke, die unserem Auto nicht so gut liegt wie Most oder der Red Bull Ring. Aber wir haben uns gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert, als wir es zwei Mal nicht in die Punkte geschafft haben." 

Ebenfalls schon auf der Siegerstraße waren Titelverteidiger Robert Renauer (34, Jedenhofen), 2018 Sieger in Zandvoort, und Partner Thomas Preining (21, A) im Porsche von Precote Herberth Motorsport) sowie die BMW-Paarung Nicolai Sylvest/Jens Klingmann von MRS GT-Racing. Hinter den Corvette-Piloten David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) folgt mit Indy Dontje (26, NL) als Gesamtvierter der bestplatzierte Niederländer, zusammen Maximilian Götz (33/Uffenheim), seinem Partner im Mercedes-AMG GT3 vom Mann-Filter Team HTP. Das Duo holte zuletzt in Spielberg seinen ersten Podestplatz der Saison. "In der Meisterschaft haben wir dadurch einen schönen Sprung nach vorne gemacht", so Ex-Champion Götz. "Und die Rennstrecken, die uns am besten liegen, kommen erst noch. Wir greifen weiter an!" Neben Dontje starten noch zwei weitere Lokalmatadore in Zandvoort: Sportwagen-Routinier Jeroen Bleekemolen (37/NL) und Kelvin Snoeks (31/NL), die sich mit Jimmy Eriksson (28/S) beziehungsweise Mick Wishofer (19/A) die Mercedes-AMG des Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing teilen. 

Auf ein gutes Ergebnis in Zandvoort hofft auch die österreichische Mannschaft Orange1 by GRT Grasser, die im vergangenen Jahr das Samstagsrennen gewann. In dieser Saison hat der Rennstall bereits mehrere Podestplätze eingefahren, ist aber mit den drei neuen Lamborghini Huracán GT3 Evo noch ohne Sieg. "Wir wollen voll angreifen", sagt Christian Engelhart (32/Starnberg), der sich das Auto mit Bortolotti teilt. "Wir wissen, dass Zandvoort unserem Auto liegt. Der Kurs macht sehr viel Spaß und ist eine echte Fahrerstrecke. In Zandvoort regnet es auch oft, das würde uns sicherlich in die Karten spielen. Denn bei den bisherigen Regenrennen in dieser Saison hatten wir immer ein gutes Set-up." 

Mit der neuen ADAC GT4 Germany, den Tourenwagen der ADAC TCR Germany, den zukünftigen Motorsportstars der ADAC Formel 4 sowie dem spektakulären Porsche Carrera Cup Deutschland gibt es für die Fans in Zandvoort ein umfangreiches Motorsportpaket zu sehen. Beim Pitwalk (Samstag, 11.05-11.35 Uhr und Sonntag, 10.30-11.15 Uhr) können die Zuschauer zudem in der Boxengasse hinter die Kulissen des ADAC GT Masters blicken. Autogrammsammler kommen beim Meet the Drivers an Bernie's Paddock Bar auf ihre Kosten (Samstag, ab 10.25 Uhr). Mit dem unter www.circuitzandvoort.nl/bezoeker/adac-gt-masters-tickets als Download erhältlichen "Dünenticket" ist der Eintritt zu den Stehplätzen im Außenbereich der Rennstrecke kostenlos. 

London Calling: Audi-Piloten schwärmen von der DTM in Brands Hatch

  • DTM zu Gast auf Traditionskurs in der Nähe der britischen Hauptstadt
  • Grand Prix Circuit gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt
  • DTM-Spitzenreiter René Rast: „Brands Hatch ist eine echte Männerstrecke“
Foto: Jens Hawrda

DTM-Fans dürfen sich auf das nächste Highlight freuen: Am Samstag und am Sonntag (10./11. August) starten die über 610 PS starken Class-1-Rennwagen in Brands Hatch. Der Traditionskurs in der Nähe der britischen Hauptstadt London gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt.

Nach mehreren Gastspielen auf dem bei den DTM-Fahrern nicht besonders populären Indy Circuit nutzt die DTM seit dem vergangenen Jahr den 3,916 Kilometer langen Grand Prix Circuit, der früher Schauplatz des britischen Formel-1-Grand-Prix war. „Die Strecke ist ein absolutes Highlight für die DTM“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Nach der tollen Premiere im vergangenen Jahr fragt man sich, warum wir da eigentlich nicht schon immer gefahren sind.“

Die berühmten Streckenabschnitte wie Paddock Hill, Druids, Hawthorn, Dingle Dell oder Clearways lassen auch die Audi-Piloten nicht kalt. „Es ist cool, dass wir mit der DTM dieselben Kurven fahren wie vor 40 Jahren Niki Lauda und James Hunt oder später Nigel Mansell“, sagt Jamie Green. „Das waren die Helden meiner Kindheit. Brands Hatch ist ein Ort mit großer Historie.“

„Ich freue mich schon sehr auf die beiden Rennen“, sagt Tabellenführer René Rast, der im vergangenen Jahr in Brands Hatch mit einem dritten und einem vierten Platz bester Audi-Pilot war. „Brands Hatch ist eine echte Männerstrecke. Es gibt viele schnelle Kurven und fast keine Auslaufzonen. Da wird jeder Fehler direkt bestraft und man muss immer extrem konzentriert sein. Die erste Kurve – Paddock Hill – kennt wohl jeder im Motorsport. Das ist eine Kurve mit Charakter und Historie.“

„Mit den neuen Turboautos wird die Strecke noch einmal eine größere Herausforderung“, glaubt Mike Rockenfeller, der 2013 in Brands Hatch auf dem nur knapp zwei Kilometer kurzen Indy Circuit siegte und zuletzt auch in Assen ganz oben auf dem Podium stand. „Mit der Leistung, die wir jetzt haben, wird es noch mehr Spaß machen. Die Strecke ist richtig klasse und hat ein paar Mutkurven. Im Trockenen werden die Reifen wieder eine entscheidende Rolle spielen.“

„Es wird echt spektakulär ausschauen, wenn wir mit unseren Turbo-Biestern durch den Wald fliegen und sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen“, sagt der Tabellenzweite Nico Müller. „Ich durfte diese richtig coole Old-School-Rennstrecke im vergangenen Jahr im Rahmen des DTM-Wochenendes entdecken. Die Strecke macht wirklich viel Spaß. Ich freue mich extrem darauf – auch auf die sehr passionierten englischen Fans.“

Teamkollege Robin Frijns sagt: „Es ist toll, dass wir mit der DTM auf traditionellen Strecken wie Zolder oder Brands Hatch fahren. Mit unserem neuen Audi RS 5 DTM und den stärkeren Turbomotoren ist jede Rennstrecke schön – sogar Zolder mit seinen 90-Grad-Kurven. Brands Hatch ist eine jener legendären Strecken, auf der die Formel 1 früher gefahren ist. Es gibt viele schwierige Kurven. Ein Fehler und du hängst in der Wand. So muss es sein!“

„Schon im vergangenen Jahr hat sich jeder von uns Fahrern darüber gefreut, auf dem Grand Prix Circuit zu fahren“, sagt Loïc Duval. „Brands Hatch ist eines der Highlights der Saison. Motorsport spielt in England eine große Rolle. Deshalb ist es gut, dass wir mit der DTM dort fahren, schließlich ist sie eine der wichtigsten Rennserien der Welt. London ist nicht weit entfernt. Schon bei der Premiere im vergangenen Jahr kamen viele Zuschauer. Die Strecke ist cool, es geht rauf und runter. Der Kurs ist sehr eng, das Überholen nicht einfach. Trotzdem sind wir letztes Jahr in der DTM teilweise zu dritt nebeneinander gefahren. Und eine perfekte Runde im Qualifying zu schaffen, ist fahrerisch eine große Herausforderung.“

Eine besondere Herausforderung ist für die Teams auch der Zeitplan. „Brands Hatch ist eine Zweitages-Veranstaltung mit einem extrem kompakten Programm“, sagt Dieter Gass. „Da darf nichts schiefgehen!“ Am Samstagmorgen stehen nur 45 Minuten freies Training zur Verfügung. Eine Stunde später geht es bereits ins Qualifying für das erste Rennen.

Montag, 5. August 2019

Saisonhalbzeit beim Dünenspektakel in Zandvoort

  • Kostenloser Zugang zu den Stehplätzen mit dem Gratis-"Dünenticket"
  • Drei Niederländer wollen beim Heimspiel glänzen
  • Halbzeitchampion wird in Zandvoort ermittelt
Foto: Jens Hawrda

Wer wird der Halbzeitchampion im ADAC GT Masters? Zur besten Ferienzeit meldet sich das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende (9.-11. August) auf dem Circuit Zandvoort in den Niederlanden aus der Sommerpause zurück: Auf dem Dünenkurs im Ferienort an der Nordsee, der im kommenden Jahr auch wieder im Formel-1-Kalender ist, trägt das ADAC GT Masters das vierte von sieben Rennwochenenden aus. Bisher vier verschiedene Saisonsieger von Audi, BMW, Corvette und Porsche versprechen auch für das Gastspiel auf dem selektiven Kurs in den Niederlanden viel Spannung. Die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) im Audi R8 LMS werden von mehr als 30 weiteren GT3-Sportwagen von insgesamt acht Marken herausgefordert, dazu wollen mit Jeroen Bleekemolen, Indy Dontje und Kelvin Snoeks drei Niederländer beim Heimspiel glänzen. SPORT1 überträgt beide Rennen live und in voller Länge. Der Durchgang am Samstag beginnt um 14.45 Uhr, Sonntag startet das Rennen bereits um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos. 

Samstag, 3. August 2019

DTM: Das „Dream Race“ wird Wirklichkeit

DTM und SUPER GT geben Details zu gemeinsamen Rennen bekannt


  • Masaaki Bandoh und Gerhard Berger stellen Rahmenbedingungen für das Joint Event im November vor
  • Sprintrennen wie in der DTM, mit Pflicht-Boxenstopps, aber ohne DRS und Push-to-pass
  • Hankook stattet alle Teilnehmer mit den aus der DTM bekannten Einheitsreifen aus
Masaaki Bandoh, Gerhard Berger © GTA 
Im Hinblick auf die erste gemeinsame Rennveranstaltung von DTM und SUPER GT sind weitere Weichenstellungen erfolgt. Bei einer Pressekonferenz am Rande des SUPER-GT-Rennens im japanischen Fuji gaben die Vorsitzenden der beiden Dachorganisationen ITR und GTA, Gerhard Berger und Masaaki Bandoh, am Samstag weitere Rahmenbedingungen für das historische Aufeinandertreffen bekannt. Ganz im japanischen Stil ist der Titel der vom 22. bis 24. November stattfindenden Veranstaltung gehalten: „SUPER GT x DTM Dream Race“.

„Im Namen der ITR und allen in der DTM vertretenen Hersteller möchte ich mich bei Bandoh-san, der GTA und den Verantwortlichen des Fuji Speedway für die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit bedanken“, sagte Gerhard Berger, 1. Vorsitzender des ITR e. V. „Unsere Zusammenarbeit funktioniert so gut, weil wir dieselben Werte teilen: Echter, guter Motorsport steht bei uns immer an erster Stelle. Das ist es, was wir unseren Fans sowohl in Europa als auch in Asien bieten möchten.“ In der DTM sind die Marken Aston Martin, Audi und BMW vertreten. In der SUPER-GT-Serie kommen Fahrzeuge von Honda, Nissan und Lexus zum Einsatz.

„Das ‚Dream Race‘ im November markiert einen weiteren Meilenstein in der Partnerschaft von GTA und ITR“, fuhr Berger fort. „2017 haben wir in Hockenheim und in Motegi die ersten gemeinsamen Demorunden von SUPER GT- und DTM-Fahrzeugen gesehen. Im vergangenen Jahr haben wir unser gemeinsames Technisches Reglement vorgestellt. Und in diesem Jahr werden wir erstmals Rennen miteinander austragen. Einen Vorgeschmack wird das DTM-Saisonfinale in Hockenheim bieten, wenn wir die drei Gaststarter von Honda, Nissan und Lexus willkommen heißen. Das ‚Dream Race‘ in Fuji wird dann der krönende Abschluss des Motorsport-Jahres 2019.“

„Die GTA ist mit der ITR seit 2010 über die Einführung gemeinsamer technischer Regularien in Gesprächen gewesen“, sagte Masaaki Bandoh, Vorsitzender des SUPER-GT-Dachverbandes GTA. „Es war ein langer und steiniger Weg, aber dank der gemeinsamen Anstrengungen waren wir in der Lage, 2017 in Hockenheim eine Demonstrationsfahrt durchzuführen, um den Menschen ‚CLASS 1‘ und SUPER GT näherzubringen. Sowohl die GTA als auch die ITR haben kontinuierlich zusammengearbeitet, um das ‚CLASS 1‘-Reglement zu erstellen. Auf Basis der gemeinsamen Überzeugung, dass das gleiche technische Reglement sowohl in Europa als auch in Asien etabliert werden kann, haben wir dann die Planungen vertieft und die Gespräche fortgeführt, um einheitliche Regularien einzuführen und Kosten zu reduzieren.“

„Wir sind sehr erfreut, dass wir eine auf dem ‚CLASS 1‘-Reglement basierende Rennveranstaltung in Japan ausrichten können“, fuhr Bandoh fort. „Wir möchten uns beim ITR-Vorsitzenden Berger und den Herstellern von Herzen bedanken. Es ist nun unser Anliegen, das gemeinsame technische Reglement weiterzuentwickeln, um die Unterstützung und das Verständnis von so vielen Herstellern wie möglich zu gewinnen.“

Die wichtigsten Fakten zum „Dream Race“ im Überblick:
  • Es werden zwei gleich lange Rennen über 55 Minuten plus eine Runde ausgetragen – eines am Samstag und eines am Sonntag. Gibt es eine Safety-Car-Phase, kann das Rennen, wie in der DTM, um bis zu drei Runden verlängert werden.
  • Wie in der DTM muss jeder Teilnehmer einen Pflicht-Boxenstopp absolvieren, bei dem alle vier Räder getauscht werden.
  • Nachtanken oder Fahrerwechsel sind untersagt.
  • Alle Teilnehmer starten auf den aus der DTM bekannten 2019er-Einheitsreifen „Ventus Race“ von Hankook.
  • Die in der DTM genutzten Systeme DRS (Drag Reduction System) und Push-to-pass kommen beim „Dream Race“ nicht zum Einsatz.
  • Zum Rahmenprogramm zählt ein Sprintrennen mit den Fahrzeugen der GT300-Kategorie der SUPER GT, der „kleinen Klasse“ mit GT3-Autos.
  • Der 4,563 Kilometer lange Fuji Speedway ist stets fester Bestandteil des SUPER-GT-Rennkalenders und war zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 Schauplatz des japanischen Formel-1-Grand-Prix’.

Das SUPER-GT-Rennwochenende in Fuji markierte zudem den Beginn der heißen Vorbereitungsphase für das „Dream Race“. So begann am Samstag der offizielle Ticket-Vorverkauf in Japan. Ebenso wurde der Titelsponsor der Veranstaltung vorgestellt: AUTOBACS SEVEN betreibt eine der größten Ladenketten für Automobil-Teile und -Zubehör in Asien sowie Frankreich und ist bereits seit 22 Jahren Titelsponsor der SUPER GT. Weitere Sponsoren des „Dream Race“, die bislang feststehen, sind das Auktionshaus BHJ sowie Reifenlieferant Hankook.

Die genaue Anzahl der am „Dream Race“ teilnehmenden Fahrzeuge sowie die von den Herstellern nominierten Fahrer werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Freitag, 2. August 2019

Vorsprung in der DTM: mit TFSI-Power an der Spitze

  • Audi nach zehn Rennen Spitzenreiter aller drei Meisterschaften
  • Neuer Audi RS 5 DTM mit starker Zwischenbilanz
  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Rennen sind superspannend“

Der Audi RS 5 DTM scheint das Maß der Dinge in der aktuellen DTM-Saison
Foto: Jens Hawrda
Nach den ersten fünf Veranstaltungen der DTM-Saison 2019 stehen zwei Dinge fest: Die neuen Class-1-Rennwagen mit ihren über 610 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotoren sind Garant für packenden Motorsport. Und Audi hat mit dem RS 5 DTM aktuell einen Vorsprung auf die Konkurrenz in allen drei Meisterschaften.


„Der Schritt von den alten V8-Saugmotoren zu den modernen, hocheffizienten Vierzylinder-Turbomotoren hat sich für alle Beteiligten gelohnt“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir fahren nun Rennen mit einem Motorenkonzept, wie es bei Audi weltweit in vielen Serienmodellen und Leistungsstufen im Einsatz ist. Die Rennen sind superspannend und zum Teil unberechenbar. Unsere Fahrer schwärmen von den neuen Turbomotoren und auch das Feedback der Fans ist positiv. Dass Audi und BMW mit ihren neu entwickelten Rennwagen auf Anhieb so eng zusammenliegen, spricht für das Class-1-Reglement. Und Aston Martin hat als Späteinsteiger in sehr kurzer Zeit schon vielversprechende Ergebnisse erzielt.“

Nach zehn von achtzehn Saisonrennen ist Audi Spitzenreiter aller drei Meisterschaften. In der Fahrerwertung hat Tabellenführer René Rast 22 Punkte Vorsprung auf seinen Markenkollegen Nico Müller und 40 auf den besten BMW-Fahrer Marco Wittmann. In der Teamwertung führt das Audi Sport Team Rosberg vor dem Audi Sport Team Abt Sportsline, das Audi Sport Team Phoenix folgt auf Platz vier. Besonders groß ist der Vorsprung in der Herstellerwertung: Mit 576 Punkten liegt Audi deutlich vor BMW (406) und Aston Martin (37).

„Wir können mit der ersten Saisonhälfte sehr zufrieden sein“, sagt Andreas Roos, Projektleiter DTM bei Audi. „Vor allem, wenn wir sehen, wo wir aktuell in der Herstellerwertung stehen. Das ist ein guter Indikator für die Entwicklung und zeigt, dass wir ein sehr gutes Auto gebaut haben.“

Audi hat als erster Automobilhersteller bereits 2001 bei den 24 Stunden von Le Mans erfolgreich die Turboaufladung mit einer Benzindirekteinspritzung kombiniert und die TFSI-Technologie kurz darauf bei seinen Serienmodellen eingeführt. Heute ist die Benzindirekteinspritzung bei Audi in der Serie Standard bei allen Turbomotoren und ein wichtiges Instrument, den Flottenverbrauch und die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Von der langjährigen Erfahrung mit der TFSI-Technologie profitieren nun auch die DTM-Piloten, deren Bilanz nach den ersten zehn Saisonrennen eindrucksvoll ist: fünf Siege, fünf Pole-Positions, sechs schnellste Runden und zwanzig von dreißig möglichen Podiumsplatzierungen gehen auf das Konto des intern „RC8“ bezeichneten Audi RS 5 DTM. Bei sieben der zehn Rennen startete mindestens ein Audi-Pilot aus der ersten Reihe, acht von zehn Rennen hat Audi in diesem Jahr angeführt. Alle sechs Audi-Werksfahrer liegen unter den besten neun der Fahrerwertung. Alle sechs standen schon mindestens einmal auf dem Podium.

Auch das neue Kundenteam WRT Team Audi Sport beweist die Leistungsfähigkeit des neuen Audi RS 5 DTM: Es holte schon bei sechs Rennen Punkte und startete mit Rookie Jonathan Aberdein bereits zweimal aus der ersten Reihe.

„Es ist schwierig zu sagen, wo unsere Stärken liegen“, sagt Andreas Roos. „Aus meiner Sicht ist das Gesamtpaket sehr gut. Da gehört der Motor genauso dazu wie die Aerodynamik, das Fahrwerk und das gesamte Fahrzeug. Als wir in die Saison gestartet sind, war die Entwicklung in puncto Haltbarkeit noch nicht ganz abgeschlossen. Doch mittlerweile haben wir alles ziemlich gut aussortiert.“

Tabellenführer René Rast sieht die Konstanz als größte Stärke: „Wir waren bisher auf jeder Strecke konkurrenzfähig. Seit Zolder stand ich in jedem Rennen in der ersten oder zweiten Startreihe – das zeigt, dass wir konstant schnell sind. Wie erwartet ist das Reifenmanagement wegen der höheren Motorleistung in diesem Jahr wichtiger geworden. Das ist abhängig von der Strecken- und der Außentemperatur. Den einen oder anderen Faktor kennen wir noch nicht. Das gilt es bei den nächsten Rennen besser zu verstehen.“

Dann klappt es vielleicht auch mit dem ersten Doppelsieg der neuen Turbo-Ära. „Bisher haben wir jedes Wochenende einmal BMW und einmal Audi als Sieger gesehen“, sagt Andreas Roos. „Wir würden gerne einmal Samstag und Sonntag gewinnen. Aber in der DTM kann an einem Wochenende einfach alles passieren. Das macht es so spannend.“