Donnerstag, 16. Mai 2019

ADAC TCR Germany startet in Most durch

  • Tabellenführer Mike Halder freut sich auf "die Herausforderung Most"
  • Jessica Bäckman fährt das VIP-Auto des Hyundai Team Engstler

Foto: Jens Hawrda
Mit Vollgas nach Most: Die ADAC TCR Germany geht an diesem Wochenende vom 17. bis 19. Mai auf der Rennstrecke in Tschechien in ihre zweite Runde. Drei Wochen nach dem spannenden Saisonauftakt in Oschersleben dürfen sich die Fans auf der Rennstrecke nahe der deutschen Grenze wieder auf heißen Motorsport mit 350 PS starken Tourenwagen aus dem Hause Audi, Cupra, Honda, Hyundai, Opel und VW freuen - zudem überträgt SPORT1 die Rennen der ADAC TCR Germany im TV. Online sind die Läufe im Livestream auf SPORT1.de und adac.de/motorsport sowie auf dem Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac zu sehen. 

Als Tabellenführer nach den ersten zwei von insgesamt 14 Saisonrennen reist Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) nach Most. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot hatte in Oschersleben die Plätze eins und zwei eingefahren und will seinen Höhenflug natürlich auch in Tschechien fortsetzen. "Ich freue mich auf die Rennen und die Herausforderung Most", sagt der 23-Jährige, der im Honda Civic TCR unterwegs ist. Im vergangenen Jahr hatte Halder mit einem zweiten Platz bereits bewiesen, dass ihm die Strecke in Most liegt. 
 
Harald Proczyk
Foto: Jens Hawrda
Noch bessere Erinnerungen an den Kurs in der Nähe der Grenze zu Deutschland hat allerdings Mike Halders Schwester Michelle (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder): Sie hatte im zweiten Rennen im Jahr 2018 den zweiten Platz hinter dem nicht punkteberichtigen Gaststarter Petr Fulin (42, Tschechien) belegt und dafür die volle Punktzahl abgeräumt. "Das war eine tolle Erfahrung und wird mir immer in Erinnerung bleiben", sagt Michelle Halder, die in diesem Jahr vom Cupra TCR auf Honda umgestiegen ist und nach Oschersleben ein positives Zwischenfazit gezogen hat. "Aber ich träume definitiv davon, noch öfters aufs Podium zu fahren", sagt sie. Wieso also nicht in Most? "Das wäre natürlich eine gute Sache!" Und ein "richtiger Sieg" fehlt der 19-Jährigen ja noch in ihrer Sammlung. 

Für den Opel Astra TCR-Fahrer Steve Kirsch (39, Chemnitz, IMC Motorsport) und die Brüder Dominik Fugel (22, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) und Marcel Fugel (18, Chemnitz, Profi-Car Team Halder) sind die Rennen in Most fast ein Heimspiel - schließlich kommen die drei aus dem nur knapp 90 Kilometer entfernten Chemnitz. "Ich hoffe, dass ich an diesem Wochenende gute Ergebnisse einfahren kann, vor allem auch für mein Team, das immer extrem hart arbeitet", sagt Dominik Fugel. Sein jüngerer Bruder Marcel ist an diesem Wochenende als Gaststarter dabei, der 18-Jährige hat bereits in der vergangenen Saison erste Erfahrungen in der ADAC TCR Germany gesammelt und freut sich nun auf sein Comeback. 

Am Steuer des vom Hyundai Team Engstler eingesetzten VIP-Autos wird in Most Jessica Bäckman (21, Schweden) sitzen. Die junge Schwedin fährt normalerweise für Target Competition in der TCR Europe und fiebert nun ihrem Auftritt im Hyundai i30 N TCR in der ADAC TCR Germany entgegen. "Ich bin sehr glücklich über diese Chance, denn damit hätte ich nicht gerechnet", sagt Bäckman: "Ich war überrascht, als ich das Angebot bekam. Ich kenne die Strecke in Most zwar noch nicht. Aber mein Ziel ist es, vorne mitzufahren." 

Für die Teilnehmer der Honda Junior Challenge geht es am Wochenende ebenfalls in die nächste Runde. In der Wertung der Junioren, deren Sieger am Ende der Saison einen neuen Honda Civic erhält, führt derzeit Bradley Burns (17, Großbritannien, Team Pyro Motorsport). Der junge Brite, ein guter Freund des zweimaligen Champions Josh Files, hatte in Oschersleben mit zwei Siegen in der Honda Junior Challenge mit Nachdruck auf sich aufmerksam gemacht. 

Back to the roots: Die DTM kehrt nach Zolder zurück

  • Zum ersten Mal seit 2002 fährt die DTM wieder im belgischen Zolder
  • Tourenwagen Classics, W Series, Porsche Carrera Cup Benelux und Belcar Endurance Championship im Rahmenprogramm
  • DJ Bob Sinclar legt am Samstagabend im Fan Village auf
Foto: Jens Hawrda

Die DTM trifft auf alte Bekannte – und steht gleichzeitig vor einer Veranstaltung mit vielen Unbekannten. Nach dem spektakulären Start in die neue Turbo-Ära in Hockenheim Anfang Mai, macht die DTM am kommenden Wochenende (17.–19. Mai) für die Saisonläufe drei und vier auf dem Circuit Zolder Station. Der 4,011 km lange Traditionskurs in Belgien gilt als anspruchsvoll – sowohl für die Fahrer als auch für die Bremsen der über 610 PS starken DTM-Fahrzeuge, die pro Runde an sechs Stellen aus über 200 km/h abgebremst werden müssen.

Der Circuit Zolder gehörte in den 1980er- und 90er-Jahren zum Inventar der DTM und war zuletzt 2002 Bestandteil des DTM-Kalenders. Mit anderen Worten: Niemand aus der aktuellen Fahrergeneration ist in Zolder schon einmal in einem DTM-Auto am Start gewesen.

Das bislang letzte DTM-Rennen in Zolder gewann am 5. Mai 2002 Laurent Aïello im Abt-Audi TT-R. Der Franzose feierte im selben Jahr den Gewinn des Fahrertitels in der DTM. Das erste DTM-Rennen in Zolder (11. März 1984) entschied Harald Grohs im BMW 635 CSi für sich. Der inzwischen 75 Jahre alte Grohs wird am Wochenende übrigens erneut an der Stätte seines Erfolgs im Einsatz sein – allerdings am Steuer eines BMW M3 (E30) von 1987 im Rennen der Tourenwagen Classics, in der beliebte Renntourenwagen der 1980er- und 90er-Jahre die Fans verzücken.

Abwechslung pur – und der beste DJ der Welt

Darüber hinaus trägt am Wochenende die neue W Series in Zolder ihr zweites Saisonrennen aus. Ebenfalls im Rahmenprogramm: der Porsche Carrera Cup Benelux sowie die Belcar Endurance Championship. Für musikalische Unterhaltung im Fan Village wird am Samstagabend der französische DJ und Musikproduzent Bob Sinclar sorgen. Sein Hit „Love Generation“ stand 2006 mehrere Woche an der Spitze der deutschen Charts und war zudem die meistverkaufte Single des Jahres. Im selben Jahr feierte er mit „World, Hold On (Children of the Sky)“ und „Rock This Party (Everybody Dance Now)“ weitere Top-Hits. Ebenfalls 2006 wurde Bob Sinclar bei den World Music Awards in London als bester Discjockey der Welt ausgezeichnet.

Stimmen einiger Fahrer zur Strecke in Zolder
Renè Rast (Audi Sport Team Rosberg)
Foto: Jens Hawrda

René Rast, Audi Sport Team Rosberg
„Ich bin schon ein, zwei Mal in Zolder gewesen. Natürlich erinnere ich mich an die Strecke, aber ich werde mich wie alle anderen auch auf das Wochenende vorbereiten: Onboard-Videos gucken, im Simulator sitzen und dann die Streckenbegehung. Meine Herangehensweise wird unverändert sein. Wir versuchen immer, das Beste aus den Rennwochenenden zu machen. Wir müssen noch eine Menge über unser Auto lernen, um das Bestmögliche herauszuholen. Das geht den anderen Herstellern aber genauso.“

Timo Glock, BMW Team RMR
„Ich bin noch nie in Zolder gefahren, auch nicht in Nachwuchsklassen. Ich bin selber gespannt, wie es sich anfühlt, dort mit einem DTM-Auto zu fahren. Auf den Onboard-Aufnahmen, die ich gesehen habe, sieht dort alles recht eng aus, Stop-and-Go, mit wenigen Auslaufzonen. Ich freue mich darauf, mal wieder eine neue Rennstrecke kennenzulernen. Der Trackwalk am Donnerstagabend wird sicher etwas ausgiebiger sein als auf einer Strecke wie zum Beispiel in Hockenheim, die wir alle aus dem Effeff kennen.“
Jake Dennis (R-Motorsport/Aston Martin)
Foto: Jens Hawrda
Jake Dennis, R-Motorsport/Aston Martin
„Der Saisonauftakt in Hockenheim war unterm Strich sehr positiv für Aston Martin. Unsere Leistung war wirklich ganz gut. Hoffentlich sind wir in ein paar Rennen dazu in der Lage, den Speed von Audi und BMW konstant mitzugehen. Ich denke, dass das ein realistisches Ziel ist. In Zolder bin ich 2017 in der Blancpain GT Series gefahren. Ich kenne die Strecke also ganz gut. Das Qualifying wird dort sehr wichtig sein. Der Kurs ist recht eng, ein bisschen ‚old school‘. Für uns DTM-Fahrer wird es eine Herausforderung sein dort zu fahren, auch wegen der großen Motorleistung und dem verringerten Abtrieb.“
Jake Dennis, R-Motorsport/Aston Martin

Mittwoch, 15. Mai 2019

Formel E: Heute vor fünf Jahren begann das Abenteuer für Audi

  • Am 15. Mai 2014 wurde Chassis 20 an das Team ABT Sportsline übergeben 
  • Erfolgsgeschichte: 39 Pokale und 1.027 Punkte in 54 Rennen
  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Formel E hat sich hervorragend entwickelt“

Daniel Abt, Lucas di Grassi (2014)
Copyright: AUDI AG
Heute vor genau fünf Jahren begannen für Audi Sport ABT Schaeffler das Abenteuer und die Erfolgsgeschichte Formel E: In Donington erhielt das Team am 15. Mai 2014 das erste Chassis für den Einsatz in der rein elektrischen Rennserie. Die Bilanz bisher: In 54 Rennen gewann die deutsche Mannschaft 39 Pokale, holte 1.027 Punkte und ist damit bis jetzt das erfolgreichste Team im internationalen Starterfeld.

Eine kurze Zeremonie mit Formel-E-Gründer Alejandro Agag, eine Pressekonferenz mit den zehn Teamchefs und am späten Nachmittag das Gruppenfoto vor dem damaligen Hauptquartier an der Rennstrecke in Donington: Mit der Übergabe der ersten Chassis an die Teams startete vor fünf Jahren die Ära des rein elektrischen Motorsports. Seit damals mit dabei: Audi Sport ABT Schaeffler. In den ersten drei Saisons als Privatteam, seit Saison vier als Audi-Werksteam.

„Dieser Tag war der offizielle Startschuss. Aus einem theoretischen Projekt, das wir viele Monate zu Hause auf dem Papier geplant hatten, ist Wirklichkeit geworden“, sagt Thomas Biermaier. Der Sportdirektor von ABT Sportsline leitete damals zusammen mit Teamchef Hans-Jürgen Abt die Geschicke der deutschen Mannschaft. „Für uns alle hat es sich ein bisschen wie der erste Schultag angefühlt: Alles war neu und ein bisschen ungewiss, aber die Vorfreude war groß.“

Das erste Chassis, das am 15. Mai 2014 an Audi Sport ABT Schaeffler übergeben wurde, trug die Nummer 20. Und hat eine bewegte Geschichte: Mit Chassis 20 überquerte Lucas di Grassi am 13. September 2014 als Sieger des ersten Formel-E-Rennens überhaupt die Ziellinie in Peking. Chassis 20 musste auch Schmerzen ertragen: Am 9. Oktober 2016 zerstörte di Grassi bei einem Crash in Hongkong die gesamte linke Seite, auch nach einem Kabelbrand 2015 in Punta del Este musste repariert werden. Seinen letzten Sieg feierte Chassis 20 am 14. Juli 2018 in New York und wurde nach der Saison als Museumsstück an Alejandro Agag übergeben.

„Die Formel E hat sich in ihren ersten Jahren hervorragend entwickelt – sowohl mit einem spannenden sportlichen Wettbewerb als auch mit vielen Innovationen abseits der Strecke“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Audi kam 2014 als erster deutscher Automobilhersteller werkseitig in die Serie. „Dass jetzt so viele Marken engagiert sind und bald noch mehr dazukommen, ist eine schöne Bestätigung für den Pioniergeist der Formel E und ihrer Gründungsmitglieder.“

Für Audi Sport ABT Schaeffler war die Lieferung des ersten von insgesamt vier Autos – in den ersten vier Jahren der Formel E gab es zwei Fahrzeuge pro Fahrer und einen Autowechsel zur Rennmitte – auch der Beginn einer intensiven Arbeitsphase. „Wir haben das erste Fahrzeug sofort zerlegt, um genau festzulegen, welche Ausrüstung und welche Werkzeuge wir für den Einsatz brauchen – vorher kannten wir das Auto ja nur von Zeichnungen“, sagt Thomas Biermaier. Drei Monate zog seine Mannschaft nach Donington, um sich dort bis zu den Testfahrten und dem Saisonauftakt um die Vorbereitung der Autos zu kümmern.

In den 54 bisher ausgetragenen Rennen holte Audi Sport ABT Schaeffler mit 39 Pokalen so viele wie kein anderes Team und hat als erste Mannschaft mit 1.027 Zählern die Marke von 1.000 Punkten durchbrochen. In der dritten Saison (2016/2017) wurde Lucas di Grassi nach einem dritten und einem zweiten Platz in den vorangegangenen Saisons zum ersten Mal Formel-E-Champion. In der vierten Saison (2017/2018) feierte Audi Sport ABT Schaeffler den Titel in der Teamwertung.

Mit acht verschiedenen Siegern in neun Rennen ist der Titelkampf in der laufenden Saison so offen wie nie zuvor. Der zehnte Lauf und das 55. Rennen der Formel-E-Geschichte wird am 25. Mai in Berlin ausgetragen.

Gastspiel in Most: Vorhang auf für Runde zwei des ADAC GT Masters

  • Titelverteidiger Robert Renauer und Teamkollege Thomas Preining sind Tabellenführer
  • Lokalmatadore vom Team ISR hoffen auf Heimvorteil
  • Beide Rennen Samstag und Sonntag erst ab 14.45 Uhr
Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters startet in die zweite Runde: Nach dem starken Saisonstart in Oschersleben geht es vom 17. bis 19. Mai zum zweiten Kräftemessen der Saison nach Tschechien, in das rund 100 Kilometer südlich von Dresden gelegene Autodrom Most. Auf dem fahrerisch anspruchsvollen Kurs macht die Konkurrenz Jagd auf Vorjahreschampion Robert Renauer (34/Jedenhofen) und seinen neuen Teamkollegen Thomas Preining (20/A, beide Precote Herberth Motorsport), die als Tabellenführer nach Tschechien reisen. Die beiden Rennen dort starten später als gewohnt: Samstag und Sonntag überträgt SPORT1 die Rennen jeweils live und in voller Länge ab 14.45 Uhr. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Foto: Jens Hawrda
Ein Sieg und ein sechster Platz - für Robert Renauer hat beim Saisonauftakt in Oschersleben die Operation Titelverteidigung nahezu optimal begonnen. Zusammen mit seinem Teamkollegen und Serienneuling Thomas Preining liegt der Porsche-Pilot damit nach dem ersten Rennwochenende an der Spitze der Gesamtwertung. Nun kommt Most, wo Renauer in der Meistersaison 2018 mit zwei dritten Rängen so viele Punkte sammelte wie bei keinem anderen Lauf des Jahres. "Nach dem tollen Saisonauftakt wollen wir auch beim zweiten Lauf wieder um Podestplätze kämpfen", sagt der Titelverteidiger. "Was Thomas bei seinem ersten Start im ADAC GT Masters gezeigt hat, war wirklich stark. Er war schnell und hatte in den Rennen gute Überholmanöver. Hut ab! Ich bin auf jeden Fall für Most optimistisch. Dem neuen Porsche 911 GT3 R sollte die Strecke sogar noch besser liegen. Die Strecke macht Spaß und bietet von allem etwas." Auf mehr Rennglück hoffen in Most dagegen die Porsche-Markenkollegen Klaus Bachler (27/A) und Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, beide Küs Team75 Bernhard), denen als Titelkandidaten in Oschersleben nach einem unglücklich verlaufenen ersten Qualifying und einer Kollision am Sonntag nur ein 14. Platz gelang. "Oschersleben hat auf keinen Fall unseren Speed widergespiegelt", so Bachler. "Wir wissen, was wir ändern müssen, auch wenn nicht alles in unserer Hand lag. Wir wollen keine Fehler machen und uns auf uns konzentrieren. Dann schauen wir mal, wo wir herauskommen." Auch der Österreicher ist vom 4,212 Kilometer langen, nordwestlich von Prag gelegenen Kurs angetan: "Ich mag ihn sehr gern, mir gefällt das Layout sehr gut." 
Foto: Jens Hawrda
Gute Erinnerungen an die letztjährige Most-Premiere haben die Corvette-Piloten Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition), die beim Auftakt in Oschersleben das Samstagsrennen gewannen. Pommer siegte auf dem tschechischen Kurs im vergangenen Jahr am Sonntag - damals noch zusammen mit Maximilian Götz im Mercedes-AMG. Sein diesjähriger Partner Kirchhöfer wurde in der Corvette C7 GT3-R zwei Mal Zweiter. "Die Voraussetzungen für vordere Platzierungen sind da", so Pommer zuversichtlich. "Das Auto sollte auf der Strecke gut liegen. Ich bin zwar dort in der Corvette noch nicht gefahren, aber sie war im vergangenen Jahr vorn dabei. Und ich kenne die Strecke ja auch gut. Vor allem der zweite Sektor macht sehr viel Spaß, denn er ist schnell und flüssig." Als Kandidaten für Topplatzierungen sieht der Neckarsulmer vor allem die Mercedes-AMG GT3: "Ich weiß aus dem Vorjahr, wie stark das Auto dort ist. Die Streckencharakteristik sollte den Mercedes-AMG entgegenkommen." 

Einen Heimvorteil erhofft sich in Most dagegen das Team ISR, die einzige tschechische Mannschaft im ADAC GT Masters. Der Sitz des Rennstalls liegt südöstlich von Prag in Cestlice und damit nur rund 100 Kilometer von der Rennstrecke entfernt. "Ich freue mich auf das Heimspiel", sagt Filip Salaquarda (35/CZ), der sich den Audi R8 LMS mit Frank Stippler (44/Bad Münstereifel) teilt und zusammen mit dem Deutschen 2018 auf dem Nürburgring einen Sieg einfuhr. "Das Rennen ist für unser Team und unsere Partner sehr wichtig. Natürlich hat man beim Heimrennen mehr Druck, aber auf der anderen Seite ist es auch die Strecke, auf der ich wahrscheinlich die meisten Kilometer gefahren bin. Der Kurs in Most sollte dem Audi entgegenkommen, denn er hat schnelle Kurven. Aber gute Bremsen und viel Traktion sind ebenfalls gefragt. Nachdem wir in Oschersleben beim Test und im Freien Training schnell waren, aber nach unglücklich verlaufenen Qualifyings in den Rennen leer ausgingen, wollen wir jetzt möglichst viele Punkte sammeln." 

Wie zahlreiche andere Teams hat sich auch das Team ISR in Most mit Testfahrten auf das bevorstehende Rennwochenende vorbereitet. Dabei stand vor allem der neue, glattere Asphaltbelag im Vordergrund, der seit März auf dem Großteil der Strecke ausliegt. Die Fans dürfen sich daher auf neue Rundenrekorde freuen. "Rund 70 Prozent der Strecke wurden neu asphaltiert, nur die Start-und-Ziel-Gerade wurde nicht verändert", so Salaquarda. "Bei unserem Test war die Strecke noch recht schmutzig, aber das sollte am Rennwochenende kein Problem mehr sein. Ich rechne daher damit, dass die Rundenzeiten mindestens eine halbe Sekunde besser werden." 

Mit der ADAC TCR Germany, dem Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der Spezial Tourenwagen Trophy (STT) wird den Fans in Most weitere umfangreiche Rennaction geboten. Beim Pitwalk (Samstag, 12.25-13.25 Uhr und Sonntag, 10.40-11.40 Uhr) gibt es in der Boxengasse Motorsport zum Anfassen. Autogrammjäger dürfen sich aber auch auf das Meet the Drivers an der Open Team Hospitality im Fahrerlager (Samstag, 17.15 Uhr) freuen. 

Dienstag, 14. Mai 2019

IDM-Saison startet vom 17. bis 19. Mai 2019 auf dem Lausitzring

Foto: Jens Hawrda
Es geht wieder los. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft rollt an den Start. Der Saisonauftakt findet vom 17. bis 19. Mai 2019 auf dem Lausitzring statt. Prognosen über Siege und Niederlagen lassen sich nicht abgeben. Fest steht jedoch, dass bereits zum Beginn der Serie ein Highlight das andere jagen wird.

Die Tage sind gezählt. Ab Freitag bebt der Asphalt in der Lausitz. Mit der Klasse Superbike 1000 präsentiert die IDM die höchste deutsche Kategorie im Motorradstraßenrennsport. Hier geht es um das Prestige der teilnehmenden Marken. BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha kämpfen um den Meistertitel. Die hochgezüchteten Motorräder haben reichlich über 200 PS und sind locker 300 km/h schnell. Im vergangenen Jahr ging die Markenmeisterschaft eindeutig an BMW, der Titel an den Ukrainer Ilya Mikhalchik. Der 22-Jährige will den Triumph wiederholen. Der Hintergrund: Mit einer ähnlichen Erfolgsbilanz schaffte Ex-Meister Markus Reiterberger den Sprung von der IDM in die Superbike-Weltmeisterschaft. Mikhalchik fährt in der IDM im ehemaligen Team von Reiterberger. Der größte Konkurrent in puncto Titelverteidigung ist für den Ukrainer aber ausgerechnet der eigene Teamkollege. Der 23-jährige Julian Puffe aus Schleiz fuhr bei Tests auf der nagelneuen BMW S 1000 RR schon in seinem Windschatten.

Die IDM Superbike 1000 bietet hochkarätigen Sport und ist hervorragend besetzt. So wie es im Namen der Meisterschaft steht, geht es auch auf der Strecke zu: international. Neben dem ukrainischen Titelverteidiger Ilya Mikhalchik treten Erwan Nigon (Kawasaki) aus Frankreich, Alessandro Polita (Honda) aus Italien, Stefan Kerschbaumer (Yamaha) aus Österreich, Bobby Bos (Suzuki) aus den Niederlanden und viele ihrer Landsleute gegen die Konkurrenz aus Deutschland an. Auf dem Lausitzring werden die ersten beiden Wertungsläufe ausgetragen.

Mit der IDM Supersport 600 tritt die bewährte Mittelklasse an. Mit etwa 135 PS am Hinterrad und Tempo 270 zeigt sich hier, wer das Potenzial hat den nächsten Schritt nach oben zu tun. Das Teilnehmerfeld ist rappelvoll.

Ebenfalls zugelegt hat das Feld in der IDM Supersport 300. Der Kampf zwischen den jungen Wilden spielt sich hauptsächlich auf KTM, Kawasaki und Yamaha ab, wobei vier Damen den Herrschaften ordentlich einheizen möchten. Im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft fährt die Nachwuchsklasse bereits mit WM-Status. Das Einstiegsalter liegt bei 15 Jahren.  

In der IDM Sidecar hat sich ein Superstar angemeldet: der siebenfache Weltmeister Tim Reeves. Im Schlepptau sind noch mehr WM-Fahrer in der IDM aktiv. Es rollen 600er-Gespanne, wie sie in der WM vorgeschrieben sind, sowie 1000 ccm-Motorräder, wie in der IDM erlaubt, bei getrennter Wertung an den Start.

Es geht rund in der Lausitz, denn es gibt noch mehr Klassen. Egal, ob ADAC Junior Cup, BMW BoxerCup, Suzuki GSX-R 1000 Cup oder Twin Cup – in der IDM wird den Fans richtig was geboten. Am Freitag finden freie Trainings statt. Am Samstag stehen Qualifyings und die ersten Rennen auf dem Plan. Am Sonntag gibt es neun Läufe.

Am Samstag kostet der Eintritt 19,00 Euro, am Sonntag 25,00 Euro. Das Wochenendticket liegt bei 35,00 Euro. Alle Tickets beinhalten den Zugang ins Fahrerlager. Für Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre ist der Eintritt frei.