Wer steht in Most auf der Pole Position? Lukas Tulovic hat Ducati in der EURO MOTO Superbike ein weiteres Mal an die Spitze gebracht. Funktioniert das auch in den beiden Rennen am morgigen Sonntag? „Einfach wird das nicht“, gibt Tulovic zu, „die Bedingungen sind extrem und ich bin einiges gewohnt.“
Auf seiner Rundenzeit von 1:32,519 Minuten aus der Superpole 2 kann sich Tulo nicht ausruhen. Damit war er nur 0,176 Sekunden schneller als Marcel Schrötter. Der BMW-Fahrer musste dabei wenige Minuten zuvor noch die Strapazen der Superpole 1 auf sich nehmen, um unter die schnellsten Drei zu kommen. Nur das ermöglichte ihm den Sprung in die Superpole 2, in der die endgültigen Plätze in den ersten drei Startreihen ausgefahren werden. Schrötter qualifizierte sich für die erste Startreihe. Besser hätte es für den Superbike-Rookie nicht laufen können. Dass auch Twan Smits in der ersten Reihe steht, macht es an der Spitze noch interessanter, denn gleichzeitig sind in dieser Kombination drei Motorradmarken vorne vertreten: Ducati, BMW und Yamaha.
Die Ducati von Triple M Racing Frankfurt läuft in Most solide, aber nicht optimal. „Es gibt kleine Schwierigkeiten mit dem Fahrwerk, aber wir haben sie unter Kontrolle“, lässt der Titelverteidiger durchblicken und fügt hinzu: „Natürlich will ich gewinnen, aber ein Spaziergang wie am Sachsenring wird das nicht.“
Nicht ganz rund läuft es auch bei Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), dem Laufsieger von Brünn. „Das Motorrad geht einfach nicht“, zuckte der Publikumsliebling mit den Schultern. „Tendenziell haben wir uns nicht verbessert. Wir machen sehr viel, aber es wird eher schlimmer.“ Reiti bringt es deutlich auf den Punkt: „Ich fahre mir den Arsch ab und es passiert nichts.“ Aber wie immer wird der vierfache Superbike-Champion am Ende doch eine Lösung haben.
Weil sich neben Schrötter auch Jan-Ole Jähnig noch für die Superpole 2 qualifiziert hatte, ist jetzt das komplette GERT56-Team in den ersten drei Startreihen vertreten. Finsterbusch hatte es als Einziger des Trios im Direkteinzug geschafft. Die beiden Teamkollegen hatten aber niemals daran gezweifelt, dass ihnen Sprung über den Umweg der Superpole 1 gelingt. Bei Jähnig wurde gestern noch am Fahrwerk der BMW M 1000 RR geschraubt, „das dauert halt alles ein bisschen bei den Bedingungen. Jähnig erzählt, wie es sich bei der Hitze auf dem Motorrad anfühlt. „Auf der Start-Ziellinie bläst die Luft richtig heiß nach oben. Nach sechs Runden müsste man theoretisch die Füße rausstrecken, um Fahrtwind dranzulassen.“ Der einzige Honda-Fahrer Florian Alt (HRP) meinte: „Wenn Du in die Box reinkommst, kannst Du den Stoßdämpfer nicht anfassen. Der hat 80 bis 90 Grad. Das sind Probleme, die wir nicht kennen.“
Nicht mehr dabei ist Patrick Hobelsberger. Er hat sich abgemeldet.
Ergebnis Qualifying Most (Top-Ten)
1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)
2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)
3. Twan SMITS (NDL/Yamaha)
4. Hannes SOOMER (EST/BMW)
5. Florian ALT (DEU/Honda)
6. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/Honda)
7. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)
8. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
9. Leon ORGIS (DEU/BMW)
10.Kevin ORGIS (DEU/BMW)
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek