Samstag, 2. Juni 2018

DTM: Zweites Freies Training-Audi wieder vorn

Schnellster im zweiten Freien Training am Hungaroring: Robin Frijens (Audi)
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
Der DTM-Rookie Robin Frijens (Audi) war im verregneten zweiten Freien Training am Hungaroring der Schnellste. „Es war sehr nass. Es gab auch etwas Aquaplaning“, sagte er. „Das wichtigste ist, dass das Auto nicht beschädigt wurde. Und ich war der Schnellste. So weit, so gut.“

Mit Loïc Duval auf drei und Nico Müller auf fünf platzierten sich weitere Audi-Piloten im Vorderfeld. BMW brachte Marco Wittmann und Timo Glock belegten auf die Ränge zwei und vier. Bester Mercedes-AMG-Fahrer war Gary Paffett als Sechster.

Das Qualifying für das heutige erste Rennen am Hungaroring startet ab 11:20 Uhr.

Freitag, 1. Juni 2018

DTM: Audi dominiert erstes Freies Training am Hungaroring

Jamie Green setzt in Ungarn erste Bestzeit
Foto: Jens Hawrda
Audi hat das erste Freie Training am Hungaroring klar dominiert. Gleich vier Audi-Fahrer konnten die vorderen Plätze belegen. Jamie Green war der Schnellste vor Rookie Robin Frijns, Vorjahres-Champion René Rast und Nico Müller. 

Bester BMW-Pilot war Rookie Joel Eriksson als Fünfter, gefolgt vom besten Mercedes-AMG-Piloten Daniel Juncadella.

„Es ist heiß im Auto. Die Strecke ist glatt. Es macht Spaß hier zu fahren. Wir waren schneller als im letzten Jahr. Wir hatten eine produktive Session. Wir haben das getestet, was wir wollten. Jetzt arbeiten wir weiter“, sagte Audi-Pilot Green.

DTM: Drei Fragen an Edoardo Mortara

Zum insgesamt fünften Mal startet die DTM am kommenden Wochenende auf dem Hungaroring vor den Toren von Budapest. Mercedes-AMG Motorsport verbindet mit der Strecke gemischte Gefühle. 1988 fuhr das Team mit Johnny Cecotto gleich beim Debüt in Ungarn zwei Siege ein. Als die DTM 26 Jahre später nach Budapest zurückkehrte, bereitete der Hungaroring dem Team mehr Schwierigkeiten. Erst in der vergangenen Saison konnte Paul Di Resta die Herausforderung Hungaroring bezwingen und den ersten Mercedes-Sieg seit 1988 erringen. Besonders spannend: Der Sieg gelang ihm nur wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter Perla. In diesem Jahr legte Mercedes-AMG Motorsport einen starken Saisonstart hin. Das Team reist mit der Führung in der Team- und Markenwertung sowie fünf Fahrern in den Top-6 der Fahrerwertung nach Budapest, um sich dort erneut der Herausforderung Hungaroring zu stellen.
Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
 

Kurz vor dem Rennwochenende in Budapest stellt sich Edoardo Mortara unserem Kurzinterview:

 
Zwei Wochen nach deinem ersten Sieg mit Mercedes - wie ist die Stimmung bei dir und deinem Team, nachdem es in diesem Jahr bisher so gut läuft?
 
Edoardo Mortara: Mein Gefühl ist gut, viel besser als im letzten Jahr. In dieser Saison läuft es viel besser und wir sind dadurch als Team natürlich sehr viel zufriedener. Es macht viel mehr Spaß, vorne mitzufahren. Jetzt hoffe ich auf ein gutes Rennwochenende in Budapest.
 
Nach vier Rennen bist du Vierter in der Gesamtwertung. Wie groß war die Sorge vor der Saison, dass es in diesem Jahr wieder so laufen könnte wie im Vorjahr?
 
Edoardo Mortara: Nach einem schwierigen Jahr wie 2017 hegst du natürlich schon ein paar Zweifel. Wir haben in der Winterpause super gearbeitet und viele Daten mit meinen Ingenieuren analysiert. So haben wir einige Lösungen für unsere Probleme gefunden. Aber es liegen erst zwei Rennwochenenden hinter uns und die Saison ist noch lang. Die Arbeit ist also noch lange nicht abgeschlossen.
 
Budapest ist eine Strecke, die Mercedes in der Vergangenheit nicht so gelegen hat. Denkst du, dass sich das durch die neue Aero verändert hat?
 
Edoardo Mortara: Wir haben in diesem Jahr neue Regeln und es ist schwierig, diese Frage genau zu beantworten. Es ist eine neue Situation für uns und wir haben in Hockenheim und am Lausitzring gezeigt, dass wir ein gutes Auto haben. Unser Setup hat auf beiden Strecken gut funktioniert und ich hoffe, dass es in Budapest genauso sein wird. In der DTM darf man sich nie zu sicher sein, aber ich blicke dem Rest der Saison optimistisch entgegen.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Spektakulärer Gaststart in Misano: Weltstar Alessandro Zanardi bestreitet sein DTM-Heimspiel im BMW M4 DTM

Alessandro Zanardi
Foto. Jens Hawrda
BMW Werksfahrer Alessandro Zanardi (ITA) kehrt ins Cockpit eines Rennwagens zurück: Bei den DTM-Rennen in Misano, Italien (25./26. August) gastiert der 51-Jährige in einem BMW M4 DTM. Die Ingenieure von BMW M Motorsport, die in der Vergangenheit mit Zanardi zusammengearbeitet haben, arbeiten mit ihm zusammen an der Entwicklung eines Systems, mit dem der BMW M4 DTM an seine Bedürfnisse angepasst werden kann. Der DTM-Dachverband ITR sowie die beiden anderen Hersteller der DTM, Audi und Mercedes-Benz, haben grünes Licht für diesen Gaststart gegeben. Der DTM-Auftritt in Misano ist ein weiterer Schritt auf dem Weg nach Daytona (USA), wo der Italiener im Januar 2019 das legendäre 24-Stunden-Rennen bestreiten wird.

Zanardi bereitet sich unter anderem auf seinen Gaststart an diesem Wochenende (1. - 3. Juni) vor, wo er die BMW DTM-Teams und Fahrer auf dem Hungaroring nahe Budapest (HUN) begleiten wird, um sich mit den Details von Abläufen, Strukturen und Prozessen der DTM vertraut zu machen. Ein Roll-out und Testfahrten sind als weitere Schritte in den kommenden Wochen geplant. Termine und Orte werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Hinsichtlich der technischen Machbarkeit arbeitet BMW Motorsport zudem eng mit dem DMSB zusammen, der das Projekt unterstützt. Der BMW Werksfahrer und Markenbotschafter hat bereits zahlreiche DTM-Veranstaltungen besucht und war auch viele Male am Steuer eines BMW DTM Rennwagens. In Anerkennung für den Gewinn von zwei Goldmedaillen bei den Paralympischen Spielen in London (GBR) absolvierte Zanardi 2012 einen sensationellen Test in einem modifizierten BMW M3 DTM auf dem Nürburgring (GER). Beim DTM-Saisonfinale 2015 in Hockenheim (GER) wurde er war am Steuer des BMW M4 DTM Renntaxis. Ein Start in ein DTM-Rennen ist für Zanardi jedoch ein Novum.


Zanardi ist seit Jahren erfolgreich in BMW Rennwagen. Im Jahr 2003, nur zwei Jahre nach seinem Unfall im CART-Rennen auf dem Lausitzring (GER), bei dem er beide Beine verlor, fuhr er in Monza (ITA) in einem an ihn angepassten BMW 320i zum Saisonfinale der European Touring Car Championship (ETCC) zur Freude der Fans.

2004 nahm Zanardi an der gesamten ETCC-Saison teil, und zwischen 2005 und 2009 nahm er an der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (FIA WTCC) mit dem BMW Team Italy-Spain - ROAL Motorsport teil. Am 28. August 2005 sorgte Zanardi in Oschersleben (GER) für Aufsehen, als er als erster körperbehinderter Fahrer ein WM-Rennen gewann. Er feierte insgesamt vier Siege in der FIA WTCC.
Alessandro Zanardi im Handbike 2012 während des DTM-Finales am Hockenheimring
Foto: Jens Hawrda
Seit 2010 konzentriert sich Zanardi auf seine zweite Leidenschaft, Para-Cycling. Er begann eine erfolgreiche Karriere in dieser Disziplin, in der er bisher insgesamt vier paralympische Goldmedaillen und zehn Weltmeistertitel gewonnen hat. 2014 kehrte Zanardi ins Renncockpit zurück und bestreitet die gesamte Saison der Blancpain GT Sprint Series in einem modifizierten BMW Z4 GT3. Der nächste Höhepunkt war 2015, als er mit Timo Glock (GER) und Bruno Spengler (CAN) an der Veranstaltung teilnahm.

Alessandro Zanardi:
"Ich bin unglaublich aufgeregt, den BMW M4 DTM in Misano zu fahren, weil ich immer davon geträumt habe, die DTM-Erfahrung in mein Buch  "Die besten Momente meiner Motorsportkarriere" einzubringen.

Die DTM ist seit vielen Jahren eine der Motorsport-Disziplinen, die in Sachen Technik, Geschwindigkeit und Konkurrenzniveau, die heute so hoch wie nie zuvor sind, die Spitze des Rennsports darstellt.  Die Fähigkeiten der DTM-Fahrer und die Vorbereitung der Teams sind meiner Meinung nach so gut wie in der Formel 1. Das bringt mich auch dazu, diese Herausforderung mit viel Respekt anzugehen, denn ich weiß, dass dies eines der härtesten Dinge sein wird, die ich je in meiner Rennkarriere gemacht habe.

Ich bin sehr dankbar, dass BMW dieses Projekt angeboten hat und allen Ingenieuren in München, die das Auto bereits vorbereiten. Ich werde mein Bestes geben, um sie in einem so wettbewerbsintensiven Bereich zu vertreten. "

DTM am Hungaroring: Audi will die Kurve kriegen

  • Gary Paffett möchte in Ungarn zum ersten Mal aufs Podium
  • René Rast ist mit altem Monocoque, aber neuem Auto unterwegs
  • SAT.1 und ORF übertragen die Saisonrennen fünf und sechs live

Foto: dtm.com
Drei Hersteller, ein Zweikampf. In der DTM hat es vor dem dritten Rennwochenende der Saison eine klare Hackordnung gebildet. Während Mercedes-AMG drei der vier Rennen für sich entscheiden konnte und BMW mit Timo Glock den Ersten der Fahrerwertung stellt, hat Audi gehörigen Nachholbedarf. Die Ingolstädter wollen am Hungaroring zurück in die Spur. Zum ersten Mal in dieser Saison betritt die DTM am kommenden Wochenende in Mittelosteuropa internationalen Asphalt. Nach 1988, 2014, 2016 und 2017 ist die Tourenwagenserie zum fünften Mal auf dem inzwischen 4,381 Kilometer langen Kurs in Budapest zu Gast.
 
Nach zwei Rennwochenenden führt BMW-Pilot Glock die Fahrerwertung der DTM mit nur einem Punkt Vorsprung auf Gary Paffett an. Letzterer möchte im Land der Magyaren eine Premiere feiern. „Unser Start in das Jahr verlief exzellent. Zwei Siege aus vier Rennen und ein weiterer Podestplatz bedeuteten einen beinahe perfekten Saisonstart für mich. Das Auto und das Team waren bislang fantastisch. Jetzt müssen wir versuchen, diese Form nach Budapest mitzunehmen. Ich habe dort noch nie auf dem Podium gestanden. Das würde ich gerne korrigieren“, sagt der 37-Jährige. Glock will den Platz an der Sonne nicht kampflos abgeben: „Audi war in Budapest im vergangenen Jahr sehr gut unterwegs. Unser Auto ist aber im Augenblick sehr stark und funktioniert auf unterschiedlichen Streckentypen. Budapest ist immer ein Highlight. Die Strecke hat mir in der Vergangenheit sehr gut gelegen.“
 
Der Dritte im Bunde der Saisonsieger ist Paffetts Markenkollege Edoardo Mortara. „Wir haben mein erstes, schwieriges Jahr bei Mercedes-AMG im Winter analysiert – und verstanden, was wir falsch gemacht haben. Dieses Jahr läuft es besser für mich, aber die Saison ist noch lang“, so der Italiener, der mit 27 Punkten Gesamtvierter ist. „In Budapest gibt es viele Kurven. Die Reifen bauen aufgrund der Regeländerungen in diesem Jahr noch mehr ab. Da wird es besonders auf dieser Strecke auf den richtigen und behutsamen Umgang mit den Pneus ankommen.“
 
Schlechter Saisonstart, aber Maßstab in Ungarn

Magere 13 Punkte sammelten die sechs Audi-Piloten am Lausitzring ein. Schlechter war die Bilanz der „Herren der Ringe“ zuletzt im September 2015 in Oschersleben mit nur sechs Punkten für die Markenwertung. Derzeit hat Mercedes-AMG 212 Punkte, BMW kommt auf 164. Die Titelverteidiger rangieren hingegen abgeschlagen mit 52 Punkten auf Platz drei. In den vergangenen beiden Jahren war der Audi RS 5 auf dem kurvenreichen Hungaroring allerdings der Maßstab. 2017 waren im Qualifying am Samstag sechs Audi-Fahrer unter den ersten Sieben, am Sonntag fünf unter den ersten Sechs. Im Rennen am Sonntag, das René Rast gewann, lagen vier Audis unter den ersten Fünf. Nur zwei Wochen nach seinem schweren Rennunfall geht der Champion wieder an den Start. Das Monocoque des Audis RS 5, mit dem er beim DTM-Lauf auf dem Lausitzring verunglückte, ist dasselbe. Es blieb beim Überschlag unbeschädigt. „Alles andere wurde komplett neu an das Auto dran geschraubt. Kein Kabelbinder ist mehr drin geblieben. Selbst das Lenkrad, die Pedale, die Gurte, alles wurde getauscht. Auch der Motor“, erklärt Rast.
 
Rookie Eriksson lernt in den Rennen

An den Auftritt der DTM auf dem Hungaroring vor knapp einem Jahr hat der Titelverteidiger beste Erinnerungen: Am Samstag holte er seine erste Pole-Position in der DTM, am Sonntag seinen ersten Sieg und erstmals die Tabellenführung. Es war der Grundstein zum Titelgewinn in seiner Rookie-Saison. Für Audi ist das Rennen fast ein Heimspiel, denn das Werk in Győr ist nur eineinhalb Autostunden von der Rennstrecke entfernt. Viele der rund 11.000 Mitarbeiter kommen zum Hungaroring und drücken den Piloten vor Ort die Daumen. „Der Unfall hat mir nicht geholfen bei der Titelverteidigung. Dass es für uns dieses Jahr extrem schwierig wird, hat man schon beim Auftakt in Hockenheim gesehen. Wir fischen im Moment etwas im Dunkeln. Ich hoffe, dass wir bald konkurrenzfähig sind und dann aus eigener Kraft aufs Podium fahren können“, so Rast, der im Gesamtklassement momentan mit zehn Punkten 13. ist.
 
Reichlich Erfahrung hat Joel Eriksson an den ersten beiden Rennwochenenden gesammelt. Der Rookie überzeugte in Hockenheim im BMW im Sonntagsrennen als Vierter und ist mit 15 Punkten Gesamtelfter. „In den Rennen lerne ich enorm dazu. Ich bin es aus den Formel-Rennen nicht gewohnt, dass die Autos sich berühren können. In der Formel 3 war dann direkt der Frontflügel oder ähnliches kaputt. In der DTM geht das ohne Probleme. Der Kampf zwischen Gary und Timo in Hockenheim war fair und unterhaltsam“, so der Schwede, der sich auf Budapest freut: „An den Hungaroring habe ich nur gute Erinnerungen. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken. Die Stadt liebe ich auch. In der Formel 3 habe ich dort im vergangenen Jahr gewonnen und stand auf der Pole-Position.“
 
Langsame Kurven, anspruchsvolle Strecke

Der Hungaroring gilt als anspruchsvolle Strecke. Zahlreiche langsame Kurven machen das Überholen knifflig. Kurve eins und zwei werden im zweiten Gang genommen, gleiches gilt für die Schikane. Spannend wird es in den Kurven vier und elf, jeweils im vierten Gang bei rund 160 km/h, einmal nach links, einmal nach rechts. In diesen Passagen wirkt die höchste Querbeschleunigung. Ein Fehler im Geschlängel des „flachen Tellers“ rächt sich. Diesen Beinamen erhielt der Hungaroring aufgrund seiner Topografie. Während der Kurs in einem Tal liegt, können die Zuschauer von den höher gelegenen Tribünen rund 80 Prozent der Strecke einsehen. Die beste Gelegenheit zum Überholen bietet sich am Ende der langen Start-Ziel-Geraden, beim Anbremsen aus ca. 250 km/h, bevor die Strecke scharf nach rechts abknickt.
 
Spannendes Rahmenprogramm und Live-Übertragungen

Auf der Strecke bieten neben den DTM-Boliden auch die FIA Formel 3 Europameisterschaft und der Audi Sport R8 Seyffarth LMS Cup packenden Motorsport. Für Akrobatik der besonderen Art sorgen die Red-Bull-Air-Race-Piloten Martin Sonka und Péter Besenyei. Am Samstag und Sonntag zeigt jeweils einer der beiden ab 14:55 Uhr, unmittelbar nach der Siegerehrung, eine zehnminütige spektakuläre Flugshow.
 
Die beiden Saisonrennen aus Budapest zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ am Samstag (2.6.) und am Sonntag (3.6.) jeweils ab 13:00 Uhr. In Österreich ist der ORF an beiden Tagen ab 13:15 Uhr auf Sendung. Rennstart ist jeweils um 13:30 Uhr. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen im Livestream gezeigt.