Donnerstag, 3. August 2017

Zahlen und Fakten: Halbzeitbilanz der ADAC TCR Germany 2017

  • Champion Files Gesamtführender vor Halder - Drei Siege für Files, zwei für Langeveld
  • Beeindruckende Zahlen: 8 Rennen, 134 Runden, mehr als 533 Kilometer

München. Spannung, Action, heiße Rad-an-Rad-Duelle, mehr als 40 Fahrzeuge von fünf Marken - Mit einem Rekordstarterfeld ist die ADAC TCR Germany in ihre zweite Saison gestartet, und die ersten acht von 14 Rennen haben alles geboten, was Tourenwagenfans lieben. Titelverteidiger Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) hat der ersten Saisonhälfte in seinem Honda Civic TCR seinen Stempel erneut aufgedrückt und führt die Gesamtwertung zur Halbzeit an. Gerade bei den letzten Rennen sorgten allerdings die beiden Audi RS3 LMS-Piloten Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) und Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC) sowie Seat-Pilot Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf Power Racing) für neuen Schwung. Nicht zu vergessen Honda-Pilot Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) und die Fahrer vom Liqui Moly Team Engstler, Florian Thoma (21, Schweiz), Luca Engstler (17, Wiggensbach) und Jason Wolfe (22, USA). Hochspannung für die verbleibenden sechs Rennen ist also garantiert. Mit den Rennen neun und zehn geht es am ersten August-Wochenende (4. bis 6. August) auf dem legendären Nürburgring in eine spannende Saison-Schlussphase.

Zahlen und Fakten zur ersten Saisonhälfte der ADAC TCR Germany 2017

Bei den bisherigen vier Rennwochenenden gingen 48 Fahrer aus zwölf Nationen mindestens einmal an den Start, deutsche Fahrer stellten dabei mit 14 Piloten die größte Abordnung. Dahinter folgen die Schweiz und die Niederlande mit je acht Fahrern sowie Österreich mit sechs Piloten. Drei Fahrer kommen aus Finnland, je zwei aus Großbritannien und Dänemark. Je ein Pilot kam aus Polen, Portugal, Südafrika, Schweden und den USA.


Die 46 Piloten und zwei Pilotinnen fuhren für 18 Teams aus sechs Nationen. Die meisten Teams kommen aus Deutschland (8). Hinzu kamen drei Teams aus der Schweiz, je zwei aus Österreich, Finnland und den Niederlanden sowie eins aus Italien.

Fünf Fahrer teilten die Siege unter sich auf: Josh Files gewann dreimal. Zweimal stand Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) ganz oben auf dem Podium. Den Youngsters Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen), Florian Thoma (21, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler) und Jason Wolfe (22, USA, Liqui Moly Team Engstler) gelang je ein Rennsieg.

Insgesamt durften sich 13 Fahrer über Podestplatzierungen freuen. Sechsmal - und damit am häufigsten - stand Files (3x Erster - 1x Zweiter - 2x Dritter) auf dem Siegerpodium. Der Brite führt die Wertung nach dem achten von 14 Saisonrennen mit 245 Punkten vor dem Zweitplatzierten Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf Power-Racing, 141), Niels Langeveld (135) und Sheldon van der Linde (133) an.

Mit Jasmin Preisig (25, Schweiz, Lubner Motorsport) und Gosia Rdest (24, Polen, Target Competition) saßen zwei junge Damen am Steuer der rund 350 PS starken Tourenwagen. Preisig fuhr am Red Bull Ring erstmals in die Punkte, Rdest durfte sich im ersten Rennen von Zandvoort als Sechste über 26 Punkte freuen.

Nachwuchstalente aus drei Nationen kämpfen in der Honda Rookie Challenge um die Punkte. Zur Halbzeit lag Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) vorne, der die Wertung fünfmal für sich entscheiden konnte. Besonderer Anreiz: Der Sieger der Wertung erhält am Ende der Saison einen Honda Civic als Prämie.

Jüngster Pilot im diesjährigen Teilnehmerfeld war bisher Luca Engstler mit 17 Jahren. Ältester Pilot war "Ursinho" mit 51 Jahren vor Kai Jordan (48, Wolfsburg, Racing One) und Martin Niedertscheider (48, Österreich, Team Niedertscheider). Das Durchschnittsalter aller 2017 gestarteten Piloten betrug nach dem achten Saisonrennen 27,6 Jahre.

Sieben verschiedene Piloten nahmen ein Rennen von der Pole Position in Angriff. Zweimal führte Niels Langeveld das Feld in die erste Runde. Je einmal standen Hari Proczyk (41, Österreich, HP Racing), Kris Richard (22, Schweiz, Target Competiton), Florian Thoma, Dino Calcum (27, Bochum, Schläppi Race-Tec), Robin Brezina (18, Dauchingen; Aust Motorsport), Lukas Niedertscheider (22, Österreich, Niedertscheider Motorsport) auf dem besten Startplatz.

Start-Ziel-Siege gelangen Florian Thoma in Oschersleben (Rennen 2) und Niels Langeveld in Zandvoort (Rennen 8).

Bei den Führungsrunden hatte Josh Files die Nase vorn, der das Fahrerfeld in insgesamt 51 Runden auf der ersten Position anführte. Niels Langeveld (33), Florian Thoma (28) und Moritz Oestreich (18) rangieren ebenfalls im zweistelligen Bereich. Mike Halder, Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, brachte es auf vier Rundenführungen.

Beim engsten Zieleinlauf der bisherigen Saison hatte Jason Wolfe im ersten Rennen in Zandvoort nur 0,269 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rik Breukers (19, Niederlande, Bas Koeten Racing). Mit dem größten Vorsprung eines Rennsiegers gewann Niels Langeveld im zweiten Rennen beim zweiten Oschersleben-Wochenende, als er auf Josh Files 4,416 Sekunden herausfuhr.

134 Runden spulten die Piloten in den bisherigen acht Saisonrennen auf Reifen von Exklusiv-Partner Hankook ab. Das entspricht einer Gesamtrenndistanz von 533,087 Kilometern. Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit gelang Opel-Pilot Dino Calcum, der im zweiten Rennen am Red Bull Ring einen durchschnittlichen Speed von 159,0 km/h erzielte. Je zweimal fuhren Josh Files und Niels Langeveld die schnellsten Rennrunde.

Von der Nordsee in die Eifel: ADAC TCR Germany startet am Nürburgring

  • Josh Files führt die Meisterschaft vor Mike Halder und Niels Langeveld an
  • Audi, Honda, Opel, Seat, VW: 39 Fahrer und fünf Marken sind dabei
  • Honda Rookie Challenge geht in die nächste Runde

Von der niederländischen Nordseeküste in die Eifel, vom sandigen Dünenkurs auf die Traditionsstrecke mitten im Grünen: Nur zwei Wochen nach den spannenden Rennen der ADAC TCR Germany in Zandvoort geht es an diesem Wochenende (4. bis 6. August) auf dem Nürburgring weiter und das hochklassige Rennen um die Meisterschaft in die nächste Runde. Setzen die Verfolger um Audi-Fahrer Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) und Seat-Pilot Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) den Spitzenreiter Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) weiter unter Druck? Oder schlägt der Champion im Honda Civic TCR zurück?

Die Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen liefern die Saisonrennen neun und zehn, die von SPORT1 und SPORT1+ übertragen werden. Zudem gibt es Livestreams auf www.SPORT1.de, www.adac.de/motorsport und www.youtube.com/adac. 39 Fahrer mit rund 350 PS starken Tourenwagen aus dem Hause Audi, Honda, Opel, Seat und VW werden erneut für umkämpfte Rennen sorgen.

Am vergangenen Rennwochenende in Zandvoort hatte Josh Files im Honda Civic TCR erstmals in diesem Jahr die Top Ten verpasst. Dies soll sich am Nürburgring nicht wiederholen. "Ich weiß nicht, woran es lag", sagt der 26-Jährige, der die Gesamtwertung mit 245 Punkten anführt: "Das Auto ist toll, das Setup ebenfalls. Wir wollen am Nürburgring so schnell wie möglich sein - und ich hoffe, dass das reicht."

Der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Mike Halder ist mit 141 Punkten aktuell Zweiter, im Seat Leon TCR überzeugt er dabei vor allem mit seiner Konstanz. Er ist zwar noch ohne Saisonsieg, dafür verpasste er bislang auch nur ein einziges Mal die Punkteränge. Mehr Ausreißer nach oben und unten hat Niels Langeveld, der mit 135 Punkten den dritten Rang belegt. Der Niederländer feierte beim Heimspiel in Zandvoort seinen zweiten Saisonsieg und will sich im Kampf um die Meisterschaft noch nicht geschlagen geben. "Wir sind Wochenende für Wochenende sehr schnell unterwegs", sagt der Niederländer: "Das haben wir immer wieder bewiesen. Ich habe immer an den Audi geglaubt, und ich bin mir sicher, dass wir auch am Nürburgring schnell sein werden. Ich möchte auch hier gewinnen!"

Auch Racing One-Teamchef Martin Kohlhaas traut dem 29-Jährigen eine erneut gute Platzierung zu. "In Zandvoort haben wir bei beiden Rennen gezeigt, wie stark Niels und das Team sind. Wir wollen natürlich an die Erfolge von Oschersleben und Zandvoort anknüpfen", sagt Kohlhaas, dessen Team in Andernach heimisch ist: "Wir als Team kennen uns natürlich durch unseren Standort am Nürburgring gut aus. Für Niels ist es keine unbekannte Strecke, aber er ist sicherlich nicht der Favorit dort."

Ebenfalls gut in Form und durch den Standort seines Teams AC Mayen e.V. im ADAC mit einem Heimvorteil reist Sheldon van der Linde (18, Südafrika) an. Der Meisterschaftsvierte (133 Punkte) will die Lücke nach vorne schließen und zumindest noch Zweiter werden. Dabei kann der Südafrikaner auf die Erfahrung seines Teams bauen. Der Rennstall stammt aus Wiesemscheid und ist damit in unmittelbarer Nähe des Rings heimisch.

Mit frischem Selbstvertrauen reist auch Thomas Kramwinkel (27, Velbert, GermanFlavours Racing) an. Der 27-Jährige hatte in seinem Audi RS3 LMS im ersten Rennen von Zandvoort den fünften Platz belegt und damit sein bestes Ergebnis bislang in der ADAC TCR Germany gefeiert. Wenn alles nach Plan läuft, könnte Kramwinkel am Nürburgring erstmals aufs Podium fahren. Der Audi-Pilot arbeitet intensiv mit dem letztjährigem ADAC TCR Germany-Fahrer Benjamin Leuchter zusammen, der auf dem Nürburgring jede Kurve auswendig kennt.

"Benjamin hat einen riesigen Erfahrungsschatz im Bereich der TCR, der mir und meinem Team enorm weiterhilft", erzählt Kramwinkel: "Für mich ist es das erste Jahr auf einem Fahrzeug mit Frontantrieb und durch das Coaching lerne ich Rennen für Rennen mehr die Kniffe des Autos sowie das richtige Setup kennen. Mein Ziel ist es, erneut in die Punkte zu fahren und weiter viele wichtige Erfahrungen mitzunehmen."

Für Jasmin Preisig (25, Schweiz, Lubner Motorsport) und den Opel Astra TCR werden die Rennen in der Eifel ebenfalls ganz besonders. Im vergangenen Jahr feierten sowohl die Schweizerin als auch der Tourenwagen aus dem Hause Opel auf dem Nürburgring ihre Debüts in der ADAC TCR Germany. "Ich freue mich riesig auf das nächste Rennen, da der Nürburgring eine meiner Lieblingsstrecken ist", sagt Preisig: "Meine Ziele für das Rennen: In die Punkte fahren!"

Ähnliche Ziele verfolgt auch Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler), der im VW Golf GTI TCR die Honda Rookie Challenge anführt. Er hat in der Nachwuchswertung 62 Punkte auf dem Konto und liegt vor Simon Reicher (17, Österreich, Certainty Racing, 49 Punkte) an der Spitze. Der Sieger der Honda Rookie Challenge erhält zum Ende der Saison einen neuen Honda Civic als Prämie.

ADAC GT Masters auf dem Nürburgring: Alle jagen Halbzeitmeister Jules Gounon

  • Corvette-Pilot Gounon kommt als Tabellenführer in die Eifel
  • Titelrivalen wollen in der Eifel Boden gutmachen
  • SPORT1 überträgt beide Rennen live und in voller Läng

Nach vier von sieben Saisonläufen des ADAC GT Masters hat sich Corvette-Pilot Jules Gounon (22/F, Callaway Competition) an der Tabellenspitze leicht abgesetzt. Am kommenden Wochenende (4. bis 6. August) nimmt der Titelkampf auf dem Nürburgring weiter Fahrt auf: Gounons Rivalen wollen in der Eifel den Vorsprung des Franzosen verkleinern. DTM-Star Lucas Auer (22/A, BWT Mücke Motorsport) startet am Wochenende zum zweiten Mal in der "Liga der Supersportwagen". Die beiden Rennen werden am Samstag und am Sonntag (jeweils ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, DAZN, adac.de/motorsport und unter youtube.com/adac zu sehen.

Das ADAC GT Masters feiert am Wochenende auf dem Nürburgring ein kleines Jubiläum: Die "Liga der Supersportwagen" trägt in der Eifel ihre insgesamt 80. Veranstaltung seit der Debütsaison 2007 aus. Einen Favoriten für das Rennwochenende zu bestimmen ist schwierig. In den bisherigen acht Saisonrennen holten bisher sieben verschiedene Fahrzeuge einen Sieg. Der einzige Pilot, der zweimal erfolgreich war, ist Tabellenführer Jules Gounon. Der Franzose schwimmt gerade auf einer Erfolgswelle: Am vergangenen Wochenende gewann er zusammen mit den ADAC GT Masters-Kollegen Markus Winkelhock (37/Schorndorf) und Christopher Haase (29/Kulmbach) in einem Audi R8 das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps. Eine Woche zuvor holte er beim vierten ADAC GT Masters-Lauf in Zandvoort zusammen mit Lokalmatador Renger van der Zande (31/NL) in der Corvette C7 seinen zweiten Saisonsieg und sicherte sich damit die "Halbzeitmeisterschaft". Ob sein Stammpartner Daniel Keilwitz (27/Villingen) nach seinem Beinbruch am Wochenende wieder fahren kann, steht noch nicht fest. "Der Nürburgring ist eine der schwierigeren Strecken für uns und die Corvette im Kalender", so Gounon. "Wir wollen zwei Mal Punkte holen. Ich hoffe auf trockenes Wetter, aber wie man zuletzt in Zandvoort gesehen hat, ist unsere Corvette auch im Regen schnell."

Die Mercedes-AMG-Fraktion darf sich über einen namhaften Rückkehrer freuen. Bei BWT Mücke Motorsport steigt wieder DTM-Star Lucas Auer (22/A) in den Mercedes-AMG GT3. Bei seinem ADAC GT Masters-Debüt in Spielberg fuhr der Österreicher, der direkt vor dem Nürburgring einen Formel-1-Test mit Force India absolvierte, zusammen mit Stammpilot Sebastian Asch gleich auf das Podest. "Der Mercedes-AMG GT3 sollte auf der Strecke gut funktionieren", so der zweimalige ADAC GT Masters-Champion Asch. "Ich kenne den Nürburgring gut und mag ihn sehr gerne. Wir müssen versuchen, diesmal ein problemfreies Wochenende zu haben und viele Punkte für die Meisterschaft mitzunehmen. Mit Lucas hat die Zusammenarbeit am Red Bull Ring schon sehr gut geklappt, und ich sehe keinen Grund, warum es am Nürburgring anders sein sollte. Ich freue mich jedenfalls auf das Wochenende."

Engster Verfolger Gounons im Titelkampf ist BMW-Pilot Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer), der 44 Zähler Rückstand hat. Der Österreicher teilt sich wie schon in Zandvoort den BMW M6 GT3 mit Nicky Catsburg (29/NL). Dort verlor Eng im Titelkampf etwas an Boden: Im ersten Rennen kam er als Sechster ins Ziel, am Sonntag blieb er nach einer Kollision von Catsburg ohne Zähler.

Mit Rückenwind kommen dagegen die letztjährigen Champions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) zum Nürburgring. Am Sonntag in Zandvoort standen sie erstmals 2017 ganz oben auf dem Podest und verbesserten sich damit auf den vierten Rang der Gesamtwertung. Nun wollen sie ihren derzeit 50 Punkte betragenen Rückstand auf Gounon weiter verringern.

Die besten Porsche-Piloten sind als Tabellenfünfte Robert Renauer (32/Jedenhofen) und Sven Müller (25/Bingen, beide Precote Herberth Motorsport). Das Duo, das mit einem Sieg beim zweiten Saisonlauf auf dem Lausitzring zwischenzeitlich die Tabellenführung übernommen hatte, holte in Zandvoort am Sonntag nach vier Nullern dank einer starken Aufholjagd erstmals wieder Punkte. Dem Porsche 911 GT3 R sollte der Kurs in der Eifel liegen: 2016 holten die "Elfer" zwei Pole-Positions und einen Sieg. "Es wäre schön, wenn wir mal wieder aufs Podium fahren könnten", so Porsche-Werkspilot Müller. "Persönlich kennen Robert und ich die Strecke sehr gut. Im Porsche Carrera Cup konnte ich dort auch schon einige Erfolge feiern, weshalb ich denke, dass wir ums Podium fahren können. Das wäre ein schöner Erfolg fürs Team." Der 25-Jährige hofft auf das typische, oft nasse Eifelwetter: "In Zandvoort haben wir gesehen, dass uns der Regen extrem gutgetan hat. Mit dem Porsche hat man eine gute Gewichtsverteilung sowie eine gute Traktion. Von daher könnte es dieses Jahr gern noch etwas öfter regnen."

Am Nürburgring soll für Mercedes-AMG endlich der erste Saisonsieg gelingen. Die in der Tabelle bestplatzierten "Stern"-Piloten sind derzeit Luca Stolz (22/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim) auf Rang sieben. Für Ludwig und das Mercedes-AMG Team ZAKSPEED sind die Rennen auf dem Nürburgring das Saisonheimspiel. "Wir haben am Wochenende einiges aufzuholen, da wir bei den vergangenen Rennwochenenden nicht das rausgeholt haben, was möglich gewesen wäre", so der ADAC GT Masters-Gewinner von 2015. "Das soll bei unserem Heimspiel besser klappen. Einfacher wird es sicher nicht, da dort auch andere Fabrikate gut sein werden. Aber wir wollen eine Podiumsplatzierung erreichen - etwas, das uns dort seit 2014 nicht mehr gelungen ist."

Neben dem ADAC GT Masters können die Zuschauer in der Eifel jede Menge weitere Rennaction genießen. Neben der ADAC Formel 4 und der ADAC TCR Germany treten dort auch die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) und der Renault Clio Cup Central Europe an. Karten können im offiziellen Ticket-Shop des ADAC GT Masters unter adac.de/motorsport bestellt werden und sind an der Tageskasse erhältlich.

Mit dem dritten Platz in Schleiz verbessert sich Jan Bühn auf den dritten Gesamtrang

BMW-Pilot Jan Bühn (Kronau) freut sich mit Teamchef Werner Daemen (links)
über den 3. Platz in Schleiz
Foto: Hermann Rüger
Mit einem dritten Platz im ersten Superbike-Rennen verbesserte sich Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau bei der dritten Veranstaltung zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in Schleiz auf den dritten Gesamtrang. Der 26-Jährige gebürtige Heidelberger fand sich auf der 3,805 km langen Schleizer Dreieck-Naturrennstrecke in Ostthüringen gleich gut zurecht. Im ersten Zeittraining fuhr der Supersport-Meister von 2015 die drittschnellste Zeit, im Abschlusstraining konnte Jan Bühn seine Zeit um vierzehntel Sekunden nochmals verbessern, fiel allerdings auf den vierten Rang zurück.

Für die zwei Rennen über jeweils 18 Runden (Gesamtdistanz 68,49 km) ging der BMW-Pilot aus der zweiten Startreihe ins Rennen. Im ersten Rennen lieferte sich der Badener einen packenden Dreikampf mit Florian Alt (Nümbrecht/Yamaha) und Dominik Vincon (Knittlingen/BMW) um den zweiten Rang, der erst in der letzten Kurve entschieden wurde. Vincon stürzte per Highsider und Florian Alt wurde Zweiter vor Jan Bühn. Das Rennen gewann der Bayer Markus Reiterberger (Obing/BMW) souverän mit 24,298 Sekunden vor Alt sowie 26,669 Sekunden vor Bühn. Dominik Vincon konnte noch weiterfahren und überquerte auf dem 13. Rang die Ziellinie. Auch im zweiten Lauf siegte Markus Reiterberger überlegen mit 14,621 Sekunden vor Dominik Vincon sowie dem Niederländer Danny de Boer (BMW) und feierte bereits seinen fünften Saisonerfolg.

Jan Bühn stürzte im zweiten Lauf in der 13. Runde auch in der letzten Kurve und da sein BMW-Motorrad mitten auf der Strecke lag, wurde das Rennen von der Rennleitung mit der roten Flagge abgebrochen und das Ergebnis nach 12 Runden gewertet. Da lag BMW-Pilot Jan Bühn auf der sechsten Position. „Ich habe gezeigt, dass ich vorne mitfahren kann, der Speed ist da und der Start war gut. Der erste Lauf war top, wir hatten einen packenden Dreikampf. Dominik Vincon und ich hatten beide den Plan in der letzten Kurve zu überholen, da es in Schleiz sehr schwierig ist zu überholen. Dominik wollte an Florian Alt vorbei und ich an Dominik, er stürzte dann und ich konnte ihm gerade noch ausweichen. Dies ist bereits mein zweiter Podiumsplatz nach dem 2. Rang beim Saisonauftakt auf dem Nürburgring. Im zweiten Lauf war mein Start nicht so gut und ich habe zuerst den Belgier Bastien Mackels (Yamaha) und danach Luca Grünwald (Waldkraiburg/Suzuki) überholt. Ich wollte dann schnell an Florian Alt vorbei und in der letzten Kurve vor Start-Ziel hatte ich dann auch einen Highsider und bin gestürzt. Da meine BMW auf der Piste lag wurde das Rennen abgebrochen und ich als Sechster noch gewertet. Beim Sturz habe ich mir Prellungen am Ellbogen und am Knie zugezogen, am Motorrad ist nichts passiert“, sagte der Schleiz-Sieger von 2015. Als zweitbester deutscher Fahrer verbesserte sich Jan Bühn nach sechs von 14 Läufen mit 75 Punkten auf den dritten Gesamtrang in der Superbike-IDM. Überlegener Spitzenreiter ist der zweifache Superbike-Meister Markus Reiterberger mit 145 Punkten vor Danny de Boer mit 88 Zählern. Damit führen drei BMW-Piloten vom Van Zon-Remeha-BMW Team von Teamchef Werner Daemen das Klassement an. Weitere Informationen über Jan Bühn gibt es auf der Internetseite von Jan Bühn www.jan-buehn.de bzw. über die IDM unter www.IDM.de.

Text  : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Mittwoch, 2. August 2017

IDM*Superbike Schleiz

Rennen in sieben Klassen, Autogrammstunden, öffentliche Pressekonferenzen, Testfahrten mit Motorrädern von fünf Herstellern, eine Händlermeile und vor allem blendendes Wetter: So präsentierte sich die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft vom 28. bis 30. Juli 2017 auf dem Schleizer Dreieck. Deutschlands höchste Straßenrennsportserie zog 28.500 Zuschauer an die älteste Naturrennstrecke der Republik.    

Schleiz 2017: Super Stimmung auf den Tribünen
Foto: IDM-Presse, Dino Eisele
Der Parkplatz vor dem Fahrerlager füllte sich in den frühen Morgenstunden des Rennsonntags rasant. Bis weit nach Oberböhmsdorf reihten sich die Autos. Schleiz ist eine Reise wert, besonders wenn die IDM fährt. Die Naturrennstrecke wird von Fahrern und Fans gleichermaßen geliebt. 


„Ich sage nur drei Worte: Schleiz ist geil!“ rief der zweifache Deutsche Superbike-Meister Markus Reiterberger bei der Siegerehrung den Fans übers Mikrofon zu. Wie erwartet gewann der 23-jährige BMW-Fahrer aus Bayern auch diesmal beide Superbike 1000-Läufe. Er hält auf der eigenwilligen Strecke mit 1:24,165 min den Rundenrekord. Reiterberger bleibt aber auch gar nichts anderes übrig, als überall zu gewinnen. Denn er hofft auf ein Comeback in der SuperbikeWM. Yamaha-Fahrer Florian Alt schaffte es als einziger Fahrer, in Schleiz in die mächtige BMWPhalanx an der Spitze einzudringen. Der Gummersbacher beendete den ersten Lauf als Zweiter, was ihm die Genugtuung gab, mit den Reifen einen weiteren Fortschritt getan zu haben. Das Yamaha-Werksteam setzt als eines der wenigen auf die Marke Dunlop. Die meisten Teams rollen auf Pirelli-Reifen. 
Markus Reiterberger bei der Autogrammstunde
Foto: IDM-Presse, Dino Eisele
Fünf Marken kämpfen in der IDM Superbike 1000 um den Titel: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. In jedem der Läufe kam mindestens ein Fahrer von ihnen in die Top Ten. Superbike 1000-Neuzugang Lucy Glöckner erlöste Kawasaki aus der Krise. Die schnelle Dame holte auf der ZX-10 R auf einen Schlag 16 Punkte. Damit ist nun auch Kawasaki bei der Musik dabei.

In der Supersport 600-Klasse gingen die Siege in beiden Rennen an Thomas Gradinger aus Österreich. Der Yamaha-Fahrer konnte sich damit ein kleines Punkte-Polster als Führender in der Meisterschaftswertung schaffen. Er war punktgleich mit seinem Markenkollegen Kevin Wahr aus Nagold nach Schleiz gekommen, der seine Niederlage schon vorher kommen sah. „Im Moment kann ich mit dem Motorrad nicht aus den Kurven heraus beschleunigen wie ich das gerne möchte.“ Wahr, der zwei Mal Dritter wurde, musste in beiden Rennen auch dem Sachsen Max Enderlein den Vortritt lassen. Lokalmatador und Ex-IDM´ler Thomas Walther vom gastgebenden MSC Schleizer Dreieck, der als Gast angetreten war, wurde auf seiner Yamaha einmal Fünfter und einmal Zehnter. Der Dachdecker lässt es sich nie nehmen, auf seiner Heimstrecke und vor allem den begeisterten Fans anzutreten, auch wenn er als Gastfahrer nicht punkteberechtigt ist.

In der IDM Supersport 300, der Nachwuchsklasse im Programm, ging in Abwesenheit der Niederländer, die das Feld sonst verstärken, nur ein kleines Feld auf die Strecke. Dieses bot jedoch  eine prächtige Unterhaltung. Den ersten Lauf gewann überraschend Troy Beinlich aus dem nahen Pößneck. Zuletzt in Zolder durfte er nicht starten, weil er mit 14 Jahren für die belgischen Bestimmungen zu jung war.  Nun gab er den Freudenberg-Teamkollegen Max Kappler und Jan-Ole Jähnig das Tempo vor. Die ersten fünf Fahrer trennten nur 0,6 Sekunden. Für Spannung war gesorgt. Am Ende gab es trotzdem nur halbe Punkte, denn das Rennen wurde vorzeitig abgebrochen. Kappler und Jähnig waren gestürzt. Weil die vorherige Runde in die Wertung kam, hätten sie zur Siegerehrung auf dem Podium stehen sollen, doch die Zeremonie fiel aus. Beide mussten zur medizinischen Kontrolle. Beide waren glimpflich davongekommen. Kappler blieb zwar noch zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus, aber Jähnig war zum zweiten Rennen zurück und wurde Dritter hinter Tim Georgi und Troy Beinlich.

In der IDM Sidecar hat das Duo Markus Schlosser/Thomas Hofer aus der Schweiz mit einem weiteren Sieg seine Titelambitionen einmal mehr angemeldet. Eine Erleichterung gab es bei Josef Sattler/Uwe Neubert. Die Deutschen konnten in Schleiz endlich wieder einmal Führungsluft schnuppern, auch wenn es nur für zwei Runden war
. Aber sie standen nach beiden Rennen auf dem dritten Podiumsplatz. Die Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen aus den Niederlanden errangen ebenfalls einen Sieg. 


Der legendäre Yamaha-R6-Dunlop-Cup, der Twin 700Cup sowie der Suzuki GSX-R 1000-Cup rundeten das Rennprogramm auf dem Schleizer Dreieck ab. „Wir sind begeistert von den vielen Zuschauern, die an die Strecke gekommen sind“, sagte Henning Putzke. Der Leiter von BMW Motorrad Deutschland ist zugleich Sprecher der Arbeitsgruppe „Motorsport“ unter dem Dach des Industrieverbands Motorrad (IVM), die als Promoter der IDM fungiert. „Wir arbeiten daran, die Serie für alle Beteiligten noch attraktiver zu machen.“


Auch abseits der Rennstrecke kamen die Fans auf ihre Kosten. BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha boten interessierten Bikern Probefahrten mit Motorrädern aus der aktuellen Modellpalette an. Am Samstag ging bei der Race-Party mit Fahrervorstellung am Buchhübel die Post ab. Die Zuschauer kamen dank des offenen Fahrerlagers, den  öffentlichen Pressekonferenzen oder bei den Autogrammstunden hautnah an die Helden der Rennstrecke heran.  

Das Schleizer Dreieck ist kein Retortenkurs, sondern eine Naturrennstrecke mit schwerem Hang zur Nostalgie. Das verleiht ihr auch den ganz eigenen Charme. Doch eine zeitgemäße Veränderung tut not. Die Streckensicherheit wurde bereits weiter ausgebaut. Technische Belange wie die Elektrotechnik und Sanitäranlagen sollen folgen. Die Schleizer Dreieck GmbH will die Infrastruktur grundlegend verbessern. Nicht zuletzt, damit auch die IDM wieder in der kleinen Kreisstadt in Thüringen fährt. Sie ist der jährliche Höhepunkt im Streckenkalender.