Dienstag, 27. September 2016

Finale in Hockenheim: ADAC GT Masters-Titelkampf so knapp wie nie

  • Titelfavoriten De Phillippi/Mies und Gounon/Keilwitz trennen nur zwei Punkte
  • Ex-Le-Mans-Sieger Ortelli mit Gasteinsatz im Audi
  • Titelentscheidungen in allen vier Wertungen fallen beim Finale
Foto: Jens Hawrda
Drama, Lampenfieber, Nägelkauen – das Saisonfinale des ADAC GT Masters 2016 in Hockenheim (30.09.–02.10.) schreibt ein Stück Geschichte: In zehn Jahren Serienhistorie war der Abstand zwischen den Führenden in der Fahrerwertung nie kleiner. Das Audi-Duo Connor De Phillippi (23, USA)/Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport) hat vor den beiden letzten Rennen des Jahres lediglich zwei Punkte Vorsprung vor dem Corvette-Gespann Jules Gounon (21, F)/Daniel Keilwitz (27, Villingen/beide Callaway Competition). Mit Außenseiterchancen startet auch noch Porsche-Pilot David Jahn (25, Leipzig/KÜS TEAM75 Bernhard), der 30 Punkte zurückliegt. Ebenso spannend geht es vor dem Finale in der Team-Wertung, der Junior-Wertung und in der Trophy-Wertung zu. SPORT1 überträgt die beiden Finalrennen aus Hockenheim live am Samstag und Sonntag live ab 13.00 Uhr.

Nach zwölf Rennen hat sich die „Liga der Supersportwagen“ das große Highlight bis zum Ende aufgespart. Wie schätzen die Titelaspiranten ihre Chancen auf dem Hockenheimring ein? „Ich denke, dass wir im Zeittraining auf Augenhöhe mit unseren Konkurrenten fahren werden“, so Tabellenführer Mies. „Im Rennen wird die Corvette mit ihrem hohen Topspeed auf den vielen langen Geraden im Vorteil sein. Regen würde uns in die Karten spielen.“ Auch Teamkollege De Phillippi blickt voraus: „Ich bin für den Titelkampf gewappnet. Der Hockenheimring ist die Strecke in Europa, die ich am besten kenne. Bei zwei Testtagen im Vorfeld zum Finale haben wir vielversprechende Daten gesammelt.“

ADAC GT Masters-Rekordsieger Keilwitz, der die Chance auf seinen zweiten Titelgewinn nach 2013 hat, ist zuversichtlich für das Finale: „Ich bin gespannt auf die Rennen in Hockenheim. Unser Team Callaway Competition testet dort aufgrund der räumlichen Nähe schon seit Jahren ausgiebig. Wir wissen ganz genau, wie wir die Strecke nehmen müssen. Es wird auf die Ergebnisse im Qualifying ankommen, denn in Hockenheim liegen die Zeiten der Teams immer sehr eng beieinander.“ Teamkollege Gounon: „Zwei Punkte sind nichts. Wir fangen im Prinzip bei null an. Connor und Christopher werden 100 Prozent geben, wir werden 100 Prozent geben. Es wird unglaublich spannend, ich kann kaum erwarten, dass es losgeht. Der Hockenheimring ist eine der wenigen Strecken, die ich im ADAC GT Masters schon kenne – deshalb sehe ich den Rennen mit Zuversicht entgegen.“

Neben Callaway gibt es noch weitere Teams und Fahrer, für die das Hockenheim-Event ein Heimspiel ist. So auch für Porsche-Fahrer Jahn, der im nur zwölf Kilometer entfernten Speyer geboren wurde. Zusammen mit Teamkollege Kévin Estre (27, F) bildet er das erfolgreichste Team der zweiten Saisonphase und hat mit 30 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze noch eine theoretische Chance auf den Titelgewinn. „Meine Verbindung zu Hockenheim ist sehr eng“, so Jahn. „Ich habe meine Kartlaufbahn dort begonnen, meine Familie wohnt immer noch in Speyer, und viele Freunde werden mich an der Rennstrecke anfeuern. In puncto Titelkampf konzentrieren wir uns darauf, so viele Punkte wie möglich zu holen. Wenn die beiden anderen Teams nicht patzen, wird es aber schwierig.“

Ebenso nur noch theoretischer Natur sind die Titelchancen der letztjährigen Champions Sebastian Asch (30, Ammerbuch) und Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG-Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT, deren Rückstand auf die Tabellenspitze 42 Punkte beträgt, sowie der Porsche-Paarung Robert Renauer (31, Jedenhofen) und Martin Ragginger (28, A/beide Precote Herberth Motorsport) mit 46 Zählern Rückstand.

In den drei weiteren Wertungen des ADAC GT Masters geht es ähnlich spannend zu wie in der Gesamtwertung. Bei den Teams führt Montaplast by Land-Motorsport mit zwei Zählern vor Callaway Competition. Beim Finale verstärken sich die Tabellenführer mit einem prominenten Fahrer: Stéphane Ortelli (46, MC), 1998 Le-Mans-Sieger mit Porsche, unterstützt Montaplast by Land-Motorsport und startet an der Seite von Ex-Champion Christopher Haase (28, Kirchleus) im Audi R8.

In der Junioren-Wertung für Fahrer unter 25 Jahre lautet das Duell ebenfalls De Phillippi gegen Gounon. Als Favorit in der Trophy-Wertung für nicht professionelle Piloten geht Corvette-Fahrer Remo Lips (33, CH/RWT Racing) in das Saisonfinale. Sein Vorsprung auf Lamborghini-Pilot Rolf Ineichen (38, CH/GRT Grasser-Racing-Team) beträgt 14,5 Zähler.

Spannend sind in Hockenheim nicht nur die Titelentscheidungen im ADAC GT Masters. Auch in der ADAC Formel 4 und in der ADAC TCR Germany fällt beim Finale die Titelentscheidung. Für ein volles Programm an allen drei Tagen sorgen dazu die Spezial Tourenwagen Trophy (STT), der Renault Clio Cup Central Europe und die Formel Renault 2.0 NEC. Zwei Termine sollten sich Fans in beim Finale vormerken: Am Samstag findet um 16.20 Uhr vor der Greschbachhalle im Fahrerlager von Hockenheim die „Meet the Drivers“ Autogrammstunde statt, am Sonntag ist ab 11.50 Uhr die Boxengasse zum „Pit Walk“ geöffnet.

Montag, 26. September 2016

DTM: Juncadella und Wittmann nachträglich disqualifiziert

Marco Wittmann verliert wichtige Meisterschaftspunkte
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann und Daniel Juncadella bekommen ihre Plätze im Sonntagsrennen auf dem Hungaroring aberkannt. Die Sportkommissare waren nach dem Bericht des Technischen Delegierten am Sonntagabend zu dem Schluss gelangt, dass sowohl der Mercedes-AMG C 63 DTM von Juncadella als auch der BMW M4 DTM von Wittmann nicht dem technischen Reglement entsprach. Die Höhe der Skidpads (Unterbodenplatte) der beiden Fahrzeuge war zu gering (Art. 3.22.4 des Technischen Reglements). Nach dem Wertungsausschluss rücken die nachfolgenden Fahrer auf, sodass António Félix da Costa auf Platz drei vorrückt.
Damit wird aus dem Titel-Duell beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg wieder ein Dreikampf. Nach dem Urteil bekommt Wittmann seine zwölf Punkte für den vierten Platz am Sonntag aberkannt und hat vor dem Finale 176 Punkte auf seinem Konto. Mit 14 Zählern Rückstand folgt Edoardo Mortara auf Platz zwei in der Fahrerwertung. Und auch Jamie Green ist mit nun 39 Punkten Rückstand – bei noch 50 zu vergebenen Punkten in Hockenheim – weiter im Rennen um den DTM-Titel.

Sowohl das Mercedes-AMG DTM Team HWA als auch das BMW Team RMG haben Berufung gegen die Entscheidung der Sportkommissare angekündigt. Bis zu einer Entscheidung des Berufungsgerichts gelten Juncadella und Wittmann als ausgeschlossen. Das Ergebnis des 16. DTM-Saisonrennens sowie die Fahrer-, Team- und Hersteller-Wertungen sind vorläufig.

Sonntag, 25. September 2016

DTM: Doppelsieg, aber auch Frust für Audi

  • Mattias Ekström gewinnt Sonntagsrennen in Budapest vor Adrien Tambay
  • Führung in der Hersteller- und Teamwertung ausgebaut
  • Edoardo Mortara und Jamie Green nach Startunfall ohne Punkte
Sieg für Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport

Da waren’s nur noch zwei: Beim großen Finale der DTM auf dem Hockenheimring am 15./16. Oktober kämpfen Marco Wittmann (BMW) und Edoardo Mortara (Audi) um den Fahrertitel. In der Hersteller- und Teamwertung liegt Audi vor den letzten beiden Rennen an der Spitze.


Nach dem Sechsfacherfolg am Samstag feierte Audi auf dem Hungaroring im zweiten Rennen am Sonntag mit Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Abt Sportsline) und Adrien Tambay (Speedweek.com Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Rosberg) einen Doppelsieg. Getrübt wurde die Freude innerhalb der Audi-Mannschaft jedoch von der Tatsache, dass die beiden punktbesten Audi-Piloten nach einem Startunfall ohne Punkte blieben.

In einem spannenden Zeittraining hatte sich Edoardo Mortara im Castrol EDGE Audi RS 5 DTM wie schon am Vortag erneut die Pole-Position gesichert. Sein Teamkollege Mattias Ekström verwies Tabellenführer Marco Wittmann im BMW um eine Tausendstelsekunde in die zweite Startreihe. Dahinter folgten mit Jamie Green und Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM) zwei weitere Audi-Piloten – eine gute, aber auch brisante Ausgangsposition für das Sonntagsrennen.

Während Mattias Ekström ein perfekter Start gelang, gerieten die drei punktbesten Fahrer der Gesamtwertung noch vor der ersten Kurve aneinander. Marco Wittmann hatte Glück und konnte das Rennen als Vierter beenden. Jamie Green schied dagegen mit einer beschädigten linken Vorderradaufhängung aus und hat nun keine Titelchance mehr. Edoardo Mortara fing sich bei der kontroversen Kollision einen Reifenschaden ein und blieb auf Platz 21 ebenfalls ohne Punkte. Der Audi-Pilot geht nun mit 26 Punkten Rückstand in das Finale.

„Ich hatte keinen guten Start, anschließend wurde ich zwischen Wittmann und Green eingeklemmt, dabei ging eine Felge kaputt und ich musste in der ersten Runde noch weitere Treffer einstecken“, sagte Mortara. „Das ist sehr enttäuschend, denn wir hätten auch heute gewinnen können.“

„Es war superschade“, bestätigte Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. „Es ist extrem ärgerlich, dass man trotz eines Doppelsiegs nicht so richtig glücklich sein kann. Es war heute definitiv mehr drin. Wir hatten schnelle Autos, das hat man auch bei Mattias (Ekström) und Adrien (Tambay) gesehen. Die Situation am Start war extrem unglücklich. Man kann auch keinem so richtig einen Vorwurf machen. Edo (Mortara) hatte ein bisschen zu viel durchdrehende Räder, dadurch hat die Misere ihren Lauf genommen. Dass dabei ausgerechnet unsere beiden punktbesten Fahrer aus dem Rennen herausgerissen wurden, ist frustrierend.“


Auch Miguel Molina und Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM) wurden Opfer des Startgerangels. Mattias Ekström und Adrien Tambay waren dagegen die großen Nutznießer. „Ich hatte einen guten Start und eine saubere erste Kurve“, sagte Mattias Ekström nach dem 22. Sieg seiner DTM-Karriere und dem ersten Saisonerfolg. „Danach war ich etwas überrascht, dass Edo (Mortara) langsamer wurde. Ich wusste ja nicht, dass er einen Reifenschaden hatte. Er ließ mich in Kurve drei vorbei. Ab da war es für mich ein langweiliges Rennen mit einem fantastischen Auto. Es war mein Ziel, meine DTM-Saison mit einem guten Ergebnis zu beenden – dass es sogar ein Sieg wurde, ist großartig.“

Adrien Tambay machte im Durcheinander der ersten Runde gleich acht Positionen gut und freute sich nicht minder über den zweiten Platz, mit dem der Franzose sein bisher bestes DTM-Ergebnis egalisierte. „Ich stand schon zwei Jahre nicht mehr auf dem Podium“, sagte Tambay. „Es war also höchste Zeit.“

Punkte für Audi sammelten auch beide Fahrer des Audi Sport Team Phoenix: Timo Scheider (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM) schnappte BMW-Pilot Maxime Martin kurz vor Rennende den achten Platz weg. Mike Rockenfeller wurde im Schaeffler Audi RS 5 DTM Zehnter.

DTM: Ekström gewinnt Sonntagsrennen in Budapest

Mattias Ekström holt Sieg in Budapest
Foto: Audi-Motorsport
Mattias Ekström hat beim 16. DTM-Saisonrennen 2016 auf dem Hungaroring in Ungarn gezeigt, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Der Schwede, DTM-Champion 2004 und 2007, gewann das Sonntagsrennen souverän vor seinem Audi-Markenkollegen Adrien Tambay. Nach 36 Runden überquerte Ekström 4,350 Sekunden vor dem Franzosen die Ziellinie und feierte seinen ersten Saisonsieg, den 22. seiner DTM-Karriere. „Ich hatte heute ein fantastisches Auto und musste für den Sieg gar nicht hart arbeiten“ erklärte der Schwede im Ziel. „Meistens musste ich in diesem Jahr hart kämpfen – und wurde am Ende nicht belohnt. Das war heute anders.“ Als Dritter sah in Budapest der Mercedes-AMG-Pilot Daniel Juncadella die Zielflagge. Für Tambay ist der zweite Platz die erste Podiumsplatzierung seit dem Saisonauftakt 2014, Juncadella durfte als Dritter zum ersten Mal überhaupt auf das Siegerehrungspodest bei einem DTM-Rennen. Marco Wittmann wurde in einem Rennen mit turbulentem Start Vierter und konnte damit seine Führung in der Fahrerwertung wieder ausbauen. Das DTM-Gastspiel in Ungarn besuchten 39.500 Zuschauer am Rennwochenende.

Während Ekström einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg feierte war das Rennen für Edoardo Mortara, Jamie Green und Robert Wickens vorbei noch bevor es richtig begonnen hatte. Wickens stand in der Startaufstellung zunächst auf der falschen Seite und musste nach einer zusätzlichen Einführungsrunde vom Ende des Feldes starten. Polesitter Mortara verpatzte den Start und musste sich auf den ersten Metern gegen Wittmann wehren. Dabei beschädigte er seinen Audi RS 5 DTM Zwar wurden Wittmann und Mortara für die Kollision verwarnt, ein zusätzlicher Boxenstopp machte das Rennen des Italo-Schweizers aber kaputt. Leidtragender war auch Jamie Green, der ebenfalls in die Kollision verwickelt wurde und das Rennen vorzeitig in der Box beenden musste.

In der DTM-Fahrerwertung liegt Marco Wittmann vor dem DTM-Finale auf dem Hockenheimring mit 188 Punkten auf Platz eins vor Edoardo Mortara. Der hat 162 Punkte auf seinem Konto und verbleibt mit 26 Zählern Rückstand als letzter Widersacher von Wittmann im Kampf um den großen Pokal. Aus dem Titelkampf endgültig verabschiedet haben sich Jamie Green (137 Punkte) und Robert Wickens (121 Punkte).

Mortara dominiert weiter

Edoardo Mortara holt auch die Pole fürs Sonntagsrennen
Foto: dtm.com
Edoardo Mortara dominiert weiter das Rennwochenende der DTM in Budapest. Er holt sich die Pole für das Rennen am Sonntag vor seinem Markenkollegen Mattias Ekström. Marco Wittmann holt Platz drei und konnte damit vorerst Schadenbegrenzung betreiben. Platz vier geht an Jamie Green  vor Miguel Molina (beide Audi). Insgesamt bringt Audi wieder sechs Piloten in die Top-Ten und unterstreicht damit seine Dominanz an diesem Wochenende.
Edoardo Mortara
Foto: dtm.com