Mittwoch, 13. Juli 2016

Anspruchsvoller Ritt durch die Dünen – das fünfte DTM-Wochenende in Zandvoort

Foto: DTM-Media
Zwischen dem 15. und 17. Juli wird an der niederländischen Nordseeküste der ‚DTM-Summer’ ausgerufen. Am kommenden Wochenende steigt das fünfte DTM-Rennwochenende der Saison 2016 auf dem einzigartigen Dünen-Kurs, dem Circuit Park in Zandvoort. Nur einen Steinwurf vom Strand entfernt, messen sich die 24 DTM-Piloten auf einem anspruchsvollen Mix aus schnellen und langsamen Passagen – asphaltierte Auslaufzonen sucht man hier vergebens. Jeder Fehler wird knallhart bestraft und hat nicht selten das Aus zur Folge. „Es ist ein Kurs mit eigenem Charakter und mit keiner anderen Rennstrecke zu vergleichen“, sagt António Félix da Costa, der in der Vorsaison das Sonntagsrennen für sich entscheid und den ersten DTM-Sieg seiner Karriere bejubelte. Beim BMW-Piloten und seinen Markenkollegen dürfte die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Tarzan- und Hugenholtzbocht – fast alle Kurven der Strecke sind als Bocht, also Bucht, betitelt – enorm sein. Schließlich feierten die Münchener 2015 beim Siebenfach-Triumph am Samstag einen historischen, nie zuvor dagewesenen Erfolg. Ein erneutes weiß-blaues Jubelmeer wollen die Konkurrenten von Mercedes-AMG und Audi um jeden Preis verhindern. Die Zuschauer dürfen sich in Zandvoort auf ein außergewöhnliches Motorsport-Wochenende, mit jeder Menge Renn-Action, Strand, Meer, Party und hoffentlich auch Sonne freuen.
 
Marco Wittmann führte in der Vorsaison die Triumph-Prozession der BMW am Samstag an. Der Champion aus dem Jahr 2014 feierte damals seinen ersten und einzigen Saisonsieg. Für BMW glich das gesamte Wochenende nach schwierigem Saisonstart einer Art Wiederauferstehung, belegten sie zudem am Sonntag die ersten fünf Plätze. Obwohl Audi die Sieg-Statistik in Zandvoort mit acht Siegen – Mercedes-AMG gewann fünf, BMW drei – aus den bisherigen 16 DTM-Rennen in den Niederlanden anführt, sind die Erwartungen bei BMW besonders hoch. Allen voran bei Marco Wittmann. Denn anders als im Jahr zuvor hat er bereits ein Rennen (Lausitzring) gewinnen können und kommt als Gesamtführender nach Zandvoort. „Eine meiner Lieblingsstrecken, ich habe viele schöne Erinnerungen an Zandvoort. Strand, Dünen, Sonne - ein absolut einmaliges Wochenende. Ich freue mich sehr auf die Rennen dort“, so Wittmann, der fest entschlossen ist, seine Führung zu verteidigen.
Foto: DTM-Media
Als erster Verfolger in der Gesamtwertung wird Edoardo Mortara an den Start gehen. Der Audi-Pilot hat in diesem Jahr bereits zwei Siege auf dem Konto (Hockenheim und Norisring) und lediglich zwei Punkte Rückstand. 2012 gewann er auf dem Dünenkurs und möchte diesen Erfolg nun gerne wiederholen. Bereits vier Siege feierte Markenkollege Mattias Ekström an der Nordseeküste und ist damit der erfolgreichste DTM-Fahrer dort. „Es gibt viele schöne Kurven in tollen Kombinationen, es geht rauf und runter, der Kurs hat einen herrlichen Rhythmus“, schwärmt Ekström. „Am meisten mag ich die Kurven, in die man sozusagen blind hineinfährt – da brauchst du viel Vertrauen in dein Auto.“
 
Als bester Mercedes-AMG-DTM-Pilot reist Paul Di Resta nach Zandvoort. Er ist mit fünf Punkten Rückstand Dritter in der Fahrerwertung. Auch er hat in diesem Jahr schon ein Rennen gewinnen können (Hockenheim) und tankte nach zwei schwächeren Wochenenden in Spielberg und der Lausitz am Norisring neues Selbstvertrauen – belegte die Plätze drei und vier. In Zandvoort ist ihm bis dato ein Sieg vergönnt geblieben, im Jahr 2010 gelang ihm mit dem zweiten Platz sein bestes Resultat. Markenkollege Gary Paffett hingegen durfte schon drei Siege auf dem Circuit Park bejubeln, hat in dieser Saison jedoch noch so seine Probleme. „Bislang habe ich an jedem Rennwochenende gehofft, dass der Knoten endlich aufgeht. Leider hat mich das Pech von Rennen zu Rennen verfolgt“, so Paffett. „Dennoch reise ich zuversichtlich nach Zandvoort. Ich mag die Strecke und war auch im letzten Jahr dort gut unterwegs.“
 
Neben den Kämpfen der DTM-Piloten (Sa. ab 17:45 Uhr/So. ab 13:30 Uhr live im Ersten), wird es auch in den Rahmenrennserien hoch her gehen. Die FIA Formel-3-Europameisterschaft, der Porsche Carrera Cup Deutschland, die TCR Benelux und der Audi Sport TT Cup liefern sich nicht weniger heiße Duelle. Besonders groß dürfte das Interesse der Niederländer am TT Cup sein. Dort hat sich Prinz Bernhard von Oranien, Besitzer des Circuit Parks, als Gaststarter angekündigt. Und natürlich lässt auch das Programm abseits der Strecke keine Wünsche offen. Eine Beach-Party am Freitag, das Tropicana Festival am Samstag sowie der Pit-Walk, Autogrammstunden und jede Menge Gewinnspiele und Live-Interviews im Fahrerlager sorgen für beste Unterhaltung auf die es am Donnerstag schon einen ersten Vorgeschmack gibt. Ein besonderer Korso mit neun DTM-Piloten, den DTM-Grid-Girls und Safetycars wird in der Stadt für Aufsehen sorgen, ehe die DTM-Protagonisten am Strand (ab 15 Uhr) ihre Plätze für eine moderierte Autogrammstunde einnehmen. DTM zum Anfassen.

Dienstag, 12. Juli 2016

DTM: Nachgefragt bei … Edoardo Mortara

Der Italiener aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline liegt nach acht von 18 Rennen mir nur zwei Punkten Rückstand auf Rang zwei der DTM-Fahrerwertung.
Edoardo Mortara - der Titel ist sein Ziel
Foto: Jens Hawrda
Sie haben Audi am vergangenen Wochenende den ersten Norisring-Sieg seit 14 Jahren beschert. Was war das für ein Gefühl?
 
Das war natürlich ein ganz besonderer Moment. Alle bei Audi und ich selbst waren sehr froh darüber, diese Negativserie beendet zu haben. Die 25 Punkte, die ich in der Fahrer- und Audi in der Herstellerwertung bekommen haben, waren aber noch wichtiger. Da spielt die Rennstrecke keine Rolle. Jeden Erfolg in der DTM muss man sich hart erkämpfen und wenn man belohnt wird, dann fühlt es sich gut an.
 
Nach vier von neun DTM-Rennwochenenden belegen Sie als bester Audi-Pilot den zweiten Gesamtrang. Ihr Ziel 2016 kann ja nur der Titelgewinn sein …
 
Auf jeden Fall. Nicht nur dieses Jahr. Auch 2015 hatte ich ja bis zum Saisonfinale eine Chance, Champion zu werden. Momentan sieht es wieder ziemlich gut aus. Aber wir befinden uns noch in einem zu frühen Stadium der Saison, um wirklich verlässliche Prognosen abzugeben. Ich denke in kleinen Schritten. In der DTM kann so viel passieren. Die Tabellenführung wechselt beinahe nach jedem Rennen.
 
In zwei Wochen geht es in Zandvoort weiter. Sie feierten dort 2012 ihren zweiten DTM-Sieg. Was rechnen Sie in diesem Jahr aus?
 
Ich reise nicht mit bestimmten Zielen an. Ich möchte einfach mein Bestes geben und das Maximum erreichen. Wenn dann ein sechster Platz herausspringt, bin ich genauso zufrieden wie mit einem zweiten Rang. Ich rechne damit, dass BMW wie im vergangenen Jahr wieder stark sein wird. Generell mag ich die Strecke sehr gern: Es gibt viele flüssige, schnelle Kurven, die mir liegen. Auch die Umgebung an der Küste gefällt mir.
 
Deutschland hat Italien im Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft geschlagen. Haben Sie das Spiel verfolgt?
 
Ja. Auch wenn Deutschland der amtierende Weltmeister ist, war das Ergebnis für mich überraschend. Zumindest statistisch gesehen. Deutschland hat Italien zuvor noch nie bei einem großen Turnier geschlagen. Schade. Im Elfmeterschießen zu verlieren, ist immer unglücklich. Generell bin ich mit der Leistung meiner Landsleute aber zufrieden. Niemand hatte damit gerechnet, dass sie ein so starkes Turnier spielen würden.

Montag, 11. Juli 2016

Suzuki-Pilot Kevin Wahr siegt in Zolder/Belgien

Kevin Wahr (Nagold/Suzuki) gewann in Zolder/Belgien den 2. Lauf in der Superstock 600-Klasse
Foto: Hermann Rüger
Bei der dritten Veranstaltung zur Superbike*IDM ging Kevin Wahr aus Nagold erstmals für das HPC-Power Suzuki-Team von Denis Hertrampf aus Nordhorn in der Superstock 600-Klasse an den Start. Kevin Wahr, der 2013 Deutscher Meister in der Supersport-Kategorie war, nimmt seit drei Jahren an der Supersport-Weltmeisterschaft teil. Im Vorjahr feierte Kevin Wahr beim IDM-Finale in Hockenheim einen Doppelsieg. Der Schwarzwälder kam mit der Suzuki GSX-R 600 gleich gut zurecht und erzielte im ersten Zeittraining auf dem 4 km langen Circuit in Zolder/Belgien die drittschnellste Zeit. Im zweiten Training verbesserte sich Kevin Wahr um über eine Sekunde und bescherte sich und dem HPC-Power Suzuki Team die erste Pole Position in dieser Saison.
 
Im ersten Rennen am Samstag über 12 Runden kämpfte ein Quartett um die Spitze, zwei Runden vor Rennende ging Bryan Schouten (Yamaha) in Führung, doch der Niederländer stürzte in der letzten Runde und musste aufgeben. Damit siegte Kawasaki-Pilot Christian Stange (Heidenau) mit nur 1,294 Sekunden vor Kevin Wahr. Im zweiten Lauf am Sonntag gelang Kevin Wahr ein souveräner Start-Ziel-Erfolg, im Ziel nach 15 Runden hatte er einen Vorsprung von 7,938 Sekunden vor Bryan Schouten. Für Kevin Wahr und das HPC-Power Suzuki-Team war dies der erste IDM-Saisonsieg. „Es war wieder eine tolle Erfahrung ein Rennen in der deutschen Meisterschaft zu bestreiten. Die letzten Rennen in der Supersport-Weltmeisterschaft waren nicht so einfach. Daher war es umso schöner mal wieder in einem Rennen um den Sieg zu kämpfen und dann auch zu gewinnen. Ich habe gezeigt, dass ich immer noch zu den Top-Piloten in Deutschland zähle. Die Suzuki vom HPC-Team war Neuland für mich, doch wir konnten das Motorrad sehr gut auf mich abstimmen. In beiden Rennen ging ich gleich nach dem Start in Führung, im ersten Lauf musste ich mit dem zweiten Platz zufrieden sein. Im zweiten Rennen habe ich mehr Druck gemacht und gleich einen Vorsprung herausgefahren, am Ende lag ich acht Sekunden vorne. Vielen Dank an Denis Hertrampf und seine Jungs vom HPC-Power Suzuki-Team“, freute sich Kevin Wahr.
 
Im Gesamtklassement der Superstock 600-Klasse führt nach 6 von 14 Läufen Christian Stange mit 114 Punkten vor Maurice Ullrich (Wörrstadt/Yamaha) mit 105 Zählern, der Vierter und Fünfter wurde. Mit nur zwei Rennen liegt Kevin Wahr mit 45 Punkten bereits auf dem achten Rang in der Tabelle.

Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Fritz holt auch den Sieg im zweiten Rennen in Zolder

Marvin Fritz gewinn auch Rennen Zwei in Zolder
Foto: Jens Hawrda
Den Start gewann Mathieu Gines aber schon aus der ersten Rund kam Marvin Fritz als erster. Dem Führungsduo folgeten Jan Halbich (Honda), Bastian Mackels (BMW), Luca Grünwald (Yamaha) und Danny de Boer (Yamaha). An der Spitze wurde erbittert um die Führung gekämpft, mal lag Gines vor Fritz, der aber schon wieder konterte. Der Rest des Feldes, egal ob Superbike oder Superstock, hatte gegen das Führungs-Duo keine Chance.
Zur Halbzeit hatten die beiden 12 Sekunden Vorsprung.

Aber auch im Verfolgerfel, das von Jan Halbich (Honda) angeführt wurde ging es heiß her. Mit dabei noch Grünwald, de Boer, Mackels und Vincent Loinbois, der allerdings nur Punkte für die Niederländische Meisterschaft erhielt. Dann gelang es Gines doch sich etwas von Fritz abzusetzen, aber er überzog. Vier Runden vor Schluss musste Gines zu Boden und kam als Gesamt-Siebter und Vierter der Superbike-Wertung wieder zurück auf die Strecke.

Fritz war dadurch mit 17 Sekunden Vorsprung an der Spitze unterwegs und siegte schließlich vor Jan Halbich und Bastian Mackels. Sieger der Superstock-Wertung wurde de Boer, der sich noch an Grünwald vorbeigepresst hatte. Dritter wurde Jan Bühn.

Sonntag, 10. Juli 2016

Marvin Fritz holt Sieg im ersten Superbike-Rennen in Zolder

Das erste Superbike Rennen in Zolder gewann Marvin Fritz vor Mathieu Gines und Bastian Mackels, den Sieg in der Superstock 1000 Wertung holte sich Danny de Boer.
Marvin Fritz
Foto: Jens Hawrda
Nach dem Start übernahm Fritz sofort die Führung vor Polesetter Gines und Luca Grünwald. Nach einer Runde schlossen auch Bastien Mackels (BMW) und Danny de Boer (Yamaha) auf das Führungstrio auf. In Runde drei übernahm Gines die Führung vor Fritz, beide konnten sich leicht absetzen. In der Jacky Icks Schikane bremste sich Fritz aber wieder am Franzosen vorbei und im weiteren Rennverlauf konnten sich die beiden Führenden vom Rest des Feldes weiter absetzen.
 
Die Verfolger führte Superstock-Pilot de Boer an, der sich mit Grünwald zusammentat. Mackels konnte das Tempo nicht ganz mitgehen und war als Dritter der SBK-Wertung mit einigem Rückstand unterwegs. Rundenlang hielt Fritz den drängelnden Gines in Schach und seine Vorsprung pendelte sich bei 0,3 Sekunden ein. Fritz ging dann schließlich nach engem Kampf, bei dem sowohl Fritz als auch Gines mal mehr, mal weniger Glück beim Überrunden hatten, als Sieger über die Ziellinie. Gines hatte keine Weg mehr an ihm vorbei gefunden.

Kräftig bejubelt wurde der dritte Platz vom belgischen Lokalmatador Bastien Mackels. Der Sieg und die Führung in der IDM Superstock ging an de Boer, Bühn und Bijsterbosch hatten in der letzten Runde noch die Plätze getauscht.