Montag, 29. September 2014

Stefan Reinhold im Interview: „Der DTM-Teamtitel bedeutet uns sehr viel.“

 
das BMW-Team RMG
Foto: BMW-Motorsport
Stefan Reinhold (DE) lebt einen wahrgewordenen Traum: Sein BMW Team RMG hat sich in der DTM-Saison 2014 als die Mannschaft erwiesen, die es zu schlagen gilt. Vor zwei Wochen hatte das Team aus Niederzissen (DE) mit Marco Wittmann (DE) bereits den vorzeitigen Gewinn des Fahrertitels gefeiert. Beim vorletzten Saisonlauf in Zandvoort (NL) ließ die Mannschaft nun auch die Team-Meisterschaft folgen. Zudem ist Maxime Martin (BE) der Titel „Rookie of the Year“ nicht mehr zu nehmen.
 
In den bisher neun Rennen der Saison hat das BMW Team RMG fünf Siege gefeiert, Wittmann und Martin sind aktuell auf den Plätzen eins und sechs die beiden bestplatzierten BMW DTM-Fahrer in der Gesamtwertung. Nach zwei schwierigen Jahren ist das BMW Team RMG in seinem dritten DTM-Jahr ganz oben angekommen.
 
Herr Reinhold, erst der Fahrertitel für Marco Wittmann, jetzt die Team-Meisterschaft für Ihre Crew: Was bedeuten Ihnen die großen Erfolge, die Ihre Mannschaft in diesem Jahr feiert?
 
Stefan Reinhold: „Wir schweben natürlich aktuell auf Wolke sieben. Schon der Gewinn des Fahrertitels am Lausitzring durch Marco Wittmann war ein sensationeller Erfolg. Aber der DTM-Teamtitel bedeutet uns ebenfalls sehr viel. Schließlich ist er die Belohnung für all die harte Arbeit, die bei uns in den vergangenen Monaten und Jahren geleistet wurde. Der Titel zeigt zudem, dass neben dem überragenden Marco auch Maxime Martin einen fantastischen Job gemacht hat – und das in seiner ersten DTM-Saison. Darauf sind wir sehr stolz. Wir haben als Team in diesem Jahr wirklich eine besondere Leistung gezeigt.“
Fahrertitel und Teammeisterschaft holt 2014 das BMW-Team RMG
Foto BMW-Motorsport
 
Haben Sie sich vor der Saison träumen lassen, dass das Jahr derart erfolgreich verlaufen würde?
 
Reinhold: „Man muss sich immer hohe Ziele setzen. Schon bei unserer Weihnachtsfeier habe ich mich vor das Team gestellt und klar gesagt, dass wir 2014 antreten, um Siege zu feiern. Im Motorsport kann es einfach nicht das Ziel sein, im Mittelfeld unterwegs zu sein. Alle haben diese Einstellung angenommen und klasse mitgezogen. Es ist im Sport immer wichtig, positiv zu denken.“
 
Wie hat sich Ihr Team in den vergangenen Monaten durch die großen Erfolge verändert?
 
Reinhold: „Als wir mit unserem DTM-Projekt gestartet sind, hatten wir großes Selbstbewusstsein. Das hat dann im vergangenen Jahr etwas gelitten. Über den Winter kehrte das Selbstvertrauen dann zurück, als wir bei den Tests gesehen haben, dass es gut läuft. Und dann haben sich nach dem Saisonstart sofort Erfolge eingestellt, die uns zusätzlich motiviert haben. Jetzt ist es für die Jungs natürlich eine riesige Genugtuung, nach vielen arbeitsreichen Jahren ganz oben zu stehen – noch dazu in einer solch hart umkämpften Serie wie der DTM. Das ist gar nicht hoch genug zu bewerten.“
 
Wie sieht die Zusammenarbeit mit BMW Motorsport aus?
 
Reinhold: „BMW Motorsport hat uns immer die Chance gegeben, uns von Anfang an stark ins Projekt einzubringen. Die Zusammenarbeit wurde kontinuierlich enger. Deshalb freut es mich auch für viele Kollegen bei BMW, die sich zu 100 Prozent ins Zeug legen, aber selten in Erscheinung treten. All jenen, die in München ihren Beitrag zu unseren Erfolgen geleistet haben, gilt ebenfalls mein großer Dank.“
 
Ergänzen sich Ihre Fahrer Marco Wittmann und Maxime Martin perfekt?
 
Reinhold: „Man hat in einem Team mit dem Auto eine gewisse technische Linie, und sie passt bei uns zu beiden Fahrern. Beide haben eine hervorragende Saisonleistung gezeigt. Marco hatte ein sensationelles Jahr, Maxime hat sich als Rookie immer weiter gesteigert. Da hat bei beiden vieles sehr gut zueinander gepasst.“
 
Wie werden Sie diese Erfolge feiern?
 
Reinhold: „Am Lausitzring gab es schon eine spontane Party, in Hockenheim können wir hoffentlich auch noch den Herstellertitel gemeinsam mit BMW und den anderen Teams feiern. Bis dahin bleiben wir maximal konzentriert. Für den November haben wir dann jedoch eine Feier bei uns in Niederzissen geplant, bei der wir alle Beteiligten von BMW, alle Teammitglieder sowie Freunde und Unterstützer zusammenbringen werden. Das haben sich alle verdient.“ 

BMW Team RMG gewinnt Teamwertung, Maxime Martin ist "Rookie of the Year“.

drei Titel für das BMW-Team RMG in 2014
Foto: BMW-Motorsport
Im ersten Rennen nach dem Gewinn des DTM-Fahrertitels für Marco Wittmann (DE) hat das BMW Team RMG in Zandvoort (NL) den Gewinn in der Teamwertung perfekt gemacht. Die Mannschaft um Teamchef Stefan Reinhold (DE) erreichte im vorletzten Lauf der Saison den zweiten Platz durch Wittmann – seine fünfte Podiumsplatzierung des Jahres – und Platz sechs für Maxime Martin (BE, SAMSUNG BMW M4 DTM). Mit 193 Punkten liegt das BMW Team RMG vor dem Saisonfinale in Hockenheim (DE) bei den Teams nun uneinholbar in Führung. Außerdem ist Martin der Titel „Rookie des Jahres“ nicht mehr zu nehmen. Er wird damit Nachfolger seines Teamkollegen und des neuen DTM-Champions Wittmann.
 
In einem turbulenten Rennen mit vier Safety-Car-Phasen kam Wittmann in seinem Ice-Watch BMW M4 DTM nach 43 Runden im „Circuit Park Zandvoort“ 7,4 Sekunden hinter Sieger Mattias Ekström (SE, Audi) ins Ziel. Dritter wurde Martin Tomczyk (DE) in seinem BMW  M Performance Zubehör M4 DTM. Der BMW Team Schnitzer Pilot stand zum ersten Mal seit dem Rennen auf dem Nürburgring 2012 wieder auf dem Siegerpodest.
 
Die übrigen BMW Fahrer verpassten die Punkteränge. Bruno Spengler (CA) überquerte im BMW Bank M4 DTM zwar als Achter die Ziellinie, erhielt aufgrund einer Kollision kurz vor Ende des Rennens jedoch eine Strafe und wurde daher als 17. gewertet. Joey Hand (US) erwischte in seinem Crowne Plaza Hotels BMW M4 DTM einen guten Start, konnte seine Position in den Top-10 aber nicht halten. Der US-Amerikaner musste sich mit Platz elf zufriedengeben. Die BMW Team MTEK Piloten Timo Glock (DE, DEUTSCHE POST BMW M4 DTM) und António Félix da Costa (PT, Red Bull BMW M4 DTM) kamen auf die Plätze 13 und 14. Glock hatte Pech, als er zu Beginn der Einführungsrunde stehen blieb und das Rennen vom letzten Startplatz aufnehmen musste.

Für Vorjahressieger Augusto Farfus (BR) war das Rennen schon nach 18 Runden beendet. Im Zweikampf wurde sein Castrol EDGE BMW M4 DTM hinten von einem Konkurrenten getroffen und drehte sich in die Leitplanken. Farfus blieb unverletzt, musste sein Auto aber im Kiesbett abstellen.

Sonntag, 28. September 2014

Nachgefragt bei … Mattias Ekström

Mattias Ekström - Befreiungsschlag in Zandvoort
Foto: Audi-Motorsport
Sie haben eine besondere Beziehung zu Zandvoort, wo Sie Ihren ersten DTM-Sieg geholt haben. War das heute ein neues Kapitel ?

Der erste Sieg ist zwölf Jahre her – fast auf den Tag genau. Damals war es nicht nur für mich ein einzigartiger Tag, sondern für das ganze Team, weil Laurent Aiello gleichzeitig den ersten DTM-Titel geholt hat. Seitdem hat diese Strecke einen besonderen Stellenwert. Ich fühle mich immer ein bisschen wie zu Hause, wenn ich hier an die Nordsee komme.
 
Was macht die Strecke so faszinierend ?

Zandvoort verzeiht keinen Fehler. Auf modernen Rennstrecken gibt es riesige Auslaufzonen und weiße Linien, an die man sich halten muss. Hier gibt es eine Strecke und daneben Gras und Kies. Wenn du von der Linie abkommst, wirst du knallhart bestraft. Es ist eine Old-School-Strecke, auf denen schon Rennen gefahren wurden, als ich noch klein war und Motorsport im Fernsehen geschaut habe.
 
Hat das Rennglück heute zum Sieg geholfen ?

Viele sagen, es war Glück dabei, weil das Safety Car geholfen hat – und sie haben recht. Aber ich habe in meinen 14 Jahren in der DTM gelernt, dass Glück allein nicht reicht: Man muss schnell sein, die Strategie muss passen, der Boxenstopp muss perfekt sein – all das ist uns heute gelungen. Ein perfekter Tag im Leben eines Rennfahrers.
 
Es war für die Zuschauer ein spektakuläres Rennen. Wussten Sie immer ganz genau, wo Sie waren und wie Ihre Chancen standen ?

Nach der ersten Safety-Car-Phase nicht so hundertprozentig, weil mir nicht klar war, wer am meisten profitiert hat. Aber die Mannschaft an der Box ist auf diese Situationen vorbereitet, hat einen kühlen Kopf bewahrt und mich immer auf dem Laufenden gehalten.
 
Der erste Saisonsieg für Audi ist in der Tasche. Worauf können sich die Fans jetzt beim Finale in Hockenheim freuen ?

Auf „Maximum Attacke“ von der ganzen Audi-Mannschaft. Natürlich ist uns allen heute ein Stein vom Herzen gefallen, aber wir bleiben auf dem Boden, arbeiten hart weiter und werden alles dafür geben, den Titel des besten Herstellers zu holen. Ich freue mich riesig auf das Finale vor den vielen Fans und werde dort jede Sekunde genießen.

Erster Saisonsieg für Audi in Zandvoort durch Mattias Ekström

Der Schwede Mattias Ekström triumphierte beim neunten Saisonlauf der DTM im niederländischen Zandvoort und bescherte Audi damit den ersten Sieg in dieser Saison. In einer packenden Schlussphase gelang dem 36-Jährigen eine eindrucksvolle Aufholjagd, in der er sich die Spitzenposition erkämpfte. Der zweifache Titelträger verwies den neuen Champion Marco Wittmann und Martin Tomczyk (beide BMW) auf die Plätze zwei und drei. „In der DTM geht es immer extrem hart zu – so auch heute. Nach all dem Pech der letzten Monate lief es nun endlich mal perfekt für uns. Ich habe jede Runde in diesem Rennen genossen“, freute sich Ekström, für den es der vierte DTM-Sieg seiner Karriere in Zandvoort war.
erster Audi-Sieg der Saison durch Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport
Marco Wittmann, der seit dem Rennen auf dem Lausitzring als der neue Champion feststeht, mischte lange Zeit im Kampf um den Sieg mit. Von der zweiten Position aus gestartet, eroberte sich der Fürther bereits in der ersten Kurve die Führung. Gegen Ekström, der in der Schlussphase den Vorteil seiner weichen Options-Reifen voll ausspielen konnte, hatte er aber am Ende doch keine Chance. „Das war kein leichtes Rennen für uns, da es viel Trubel gab. Am Anfang gelang mir ein perfekter Start, aber unsere Options-Reifen bauten schneller ab als erwartet. Trotz des Chaos auf der Strecke hat mein Team stets die richtigen Entscheidungen getroffen und mich zum richtigen Zeitpunkt an die Box geholt“, sagte Wittmann im Anschluss. Freuen durfte sich auch Martin Tomczyk, der seit August 2012 zum ersten Mal wieder aufs Treppchen steigen durfte.
 
Mercedes-Benz-Pilot Christian Vietoris kämpfte bis zum Schluss mit Edoardo Mortara um den vierten Platz, fand aber keinen Weg vorbei am Audi-Piloten. Der 25-Jährige war der einzige Fahrer im Feld, der die neue Version der DTM Mercedes AMG C-Coupé fuhr. „Der fünfte Platz ist ein sehr gutes Ergebnis. Am Ende hatte ich sogar die Chance, um die Podestplätze zu kämpfen. Ein großer Dank gebührt meinem Team, das in der letzten Woche mein neues Auto vorbereitet hat“, resümierte der Gönnersdorfer.
 
Maxime Martin fuhr in seinem BMW M4 DTM auf die sechste Position und trug damit zum vorzeitigen Gewinn der Teamwertung für das BMW Team RMG bei. Nach dem Gewinn der Fahrerwertung mit Marco Wittmann ist das schon der zweite Titel für die Mannschaft rund um Stefan Reinhold. Weiterhin spannend bleibt hingegen der Kampf um den Vizetitel in der Fahrerwertung. Mattias Ekström hat sich dank seines ersten Saisonsiegs auf Platz zwei in der Tabelle verbessert. Vor dem letzten Rennen hat der Schwede 81 Punkte auf seinem Konto. Christian Vietoris und Edoardo Mortara (Audi RS 5 DTM) liegen wenige Zähler dahinter. Auch in der Markenwertung ist zwischen BMW und Audi noch alles offen.
 
Mehrere Unfälle und Abflüge prägten den neunten Saisonlauf der DTM im Circuit Park Zandvoort. Eine kurze Schrecksekunde erlebte Augusto Farfus, der in der 19. Runde mit Daniel Juncadella zusammenstieß und im Kiesbett landete. „Das war ein harter Abflug, aber mir geht es gut“, gab der BMW-Pilot aus Brasilien Entwarnung. Insgesamt vier Mal musste während des Rennens das Safety-Car ausrücken.
das Podium von Zandvoort
Foto: Audi-Motorsport
Rennergebnis Zandvoort (Top-Five):

1. Mattias Ekström (Audi),
2. Marco Wittmann (BMW),
3. Martin Tomczyk (BMW),
4. Edoardo Mortara (Audi),
5. Christian Vietoris (Mercedes).



Mortara und Ekström bestraft

Edoardo Mortara und Mattias Ekström wurden nach dem Qualifying von den Sportkommisaren bestraft.
 
Mattias Ekström von Startplatz Drei auf Acht zurück versetzt
Foto: Jens Hawrda
Am Auto von Edoardo Mortara wurde nach dem Qualifying in Zandvoort eine Abweichung am Frontdiffusor gemessen, die minimal außerhalb der Toleranz lag, es ging konkret um einen Milimeter. Mortara wurde vom Qualifying ausgeschlossen und geht am Sonntag vom letzten Startplatz ins Rennen. Audi hat die Entscheidung der Sportkommissare akzeptiert. „Auch wenn man in der DTM in jedem Details ans Limit gehen muss, steht außer Frage, dass dieses nicht überschritten werden darf. Dies ist uns heute leider passiert. Wir entschuldigen uns bei Edo für diesen Fehler“, sagt Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport.
 
Mattias Ekström, der im Qualifying die viertschnellste Zeit fuhr, wird in der Startaufstellung um fünf Startplätze zurückversetzt. Der 36-Jährige hatte nach Auffassung der Sportkommissare im Qualifying Gary Paffett auf seiner schnellen Runde behindert. Statt von Position vier, muss Ekström das Rennen nun von Startplatz acht aufnehmen.
 
Damit ändert sich die Startaufstellung zum Rennen und sieht nun so aus (Top-Five):
 
1. Mike Rockenfeller (Audi),
2. Marco Wittmasnn (BMW),
3. Jamie Green (Audi),
4. Nico Müller (Audi),
5. Pascal Wehrlein (Mercedes).