Dienstag, 16. September 2014

Nachgefragt bei … Lucas di Grassi

Lucas di Grassi holt den historischen ersten Sieg in der Formel-E
Foto: Audi-Motorsport
Welche Bedeutung hat der Gewinn des ersten ePrix der Geschichte für Sie?
 
Der Sieg bedeutet mir sehr viel und steht in der Liste meiner schönsten Momente auf der Rennstrecke weit oben. Ich war von Anfang an in die Entwicklung der Formel E eingebunden und habe mich in den vergangenen Monaten intensiv mit meinem Team ABT Sportsline auf dieses Wochenende vorbereitet. Wir alle waren so gespannt, was das erste Rennen bringen würde. Dass die harte Arbeit dann mit einem Sieg gekrönt wurde, ist eine tolle Belohnung für alle Jungs.
 
Was sind die größten Herausforderungen in der Formel E?
 
Wir haben in der Formel E nur eine begrenzte Menge Energie zur Verfügung, mit der wir haushalten müssen. Dieses Thema kenne ich zwar schon aus dem LMP-Projekt von Audi, aber es hat in der Formel E eine noch größere Bedeutung. Dazu kommt die starke Konkurrenz von internationalen Top-Teams und Fahrern, von denen mehr als zehn über Formel-1-Erfahrung verfügen. Und wir fahren nur auf Stadtkursen mitten in der Stadt und tragen Training, Zeittraining und Rennen innerhalb von wenigen Stunden aus, so dass nur wenig Zeit ist, sich auf die Strecke einzuschießen. Umso mehr ist perfektes Teamwork und Effizienz bei allen Aufgaben und Meetings gefragt – das gefällt mir.
 
Wie haben Sie die Atmosphäre beim ersten Auftritt der Serie erlebt?
 
Ich war begeistert und kann den Organisatoren nur ein großes Kompliment machen. Es ist eine riesige Herausforderung, eine Rennstrecke und eine eigene kleine Stadt für die Fans in einer Metropole wie Peking zu errichten. Besonders beeindruckt hat mich das große Interesse der Fans und Medien: Wir Fahrer sind von den Menschen herzlich aufgenommen worden und haben ein tolles Wochenende erlebt.
 
Wie lang ging die Feier?
 
Natürlich haben wir am Samstagabend mit allen Teams und Fahrern gefeiert – unseren Sieg, aber genauso die erfolgreiche Premiere der Rennserie. Ich habe es aber etwas ruhiger angehen lassen, denn am Montag geht es für mich direkt von Peking weiter in die USA: Am kommenden Wochenende steht der nächste Lauf der WEC mit Audi auf dem Programm. Dort kämpfen wir um die Meisterschaft und ich komme mit jeder Menge positiver Energie zu meinen Teamkollegen.

Pascal Wehrlein wird Formel-1-Ersatzfahrer bei Mercedes

Pascal Wehrlein ab sofort Formel-1-Ersatzfahrer bei Mercedes
Foto: Mercedes-Motorsport
Nach einer erfolgreichen Karriere im Kartsport gewann Pascal Wehrlein (19, Sigmaringen, Deutschland) in der Saison 2011 das ADAC Formel Masters. Im Jahr 2012 stieg er in die Formel 3 auf. In seiner Debütsaison belegte er den zweiten Platz in der Formel 3 Euroserie und gewann den Titel des besten Rookies.
 
Im Jahr 2013 riefen Mercedes-Benz und die DTM. Der 18-Jährige wurde der jüngste Fahrer in der Geschichte der Serie und setzte damit die langjährige Tradition von Mercedes-Benz in der Nachwuchsförderung fort.
 
Gestern erzielte Pascal auf dem Lausitzring seinen Debütsieg in der DTM. Er startete von der Pole Position und führte das Rennen bei schwierigen Mischbedingungen auf allen bis auf einer Runde an. Damit wurde er im Alter von 19 Jahren der jüngste Sieger in der DTM-Geschichte.

Steht Pascal Wehrlein vor dem Wechsel in die Formel-1 ?
Foto: DTM-Media
Zusätzlich zu seinen Aufgaben in der DTM spielte Pascal in der Saison 2014 eine integrale Rolle im "Race Support"-Programm des Formel 1-Teams. Bislang absolvierte er in dieser Saison 30 Testtage im Simulator. Dabei legte er mehr als 12.000 Kilometer in einem virtuellen F1 W05 Hybrid zurück.
 
Am vergangenen Donnerstag, 11. September 2014 erreichte Pascal einen weiteren Meilenstein in seiner bisherigen Karriere. Auf dem Autodromo Internacional Algarve in Portimao fuhr er zum ersten Mal ein Formel 1-Auto.
 
Im Rahmen eines Nachwuchsfahrer-Tests des Teams saß Pascal am Steuer des 2012er Formel 1-Autos, des F1 W03. Ziel des Programms war es, sich mit dem Auto vertraut zu machen. Im Laufe des Tages legte Pascal 500 km zurück und fuhr insgesamt 109 Runden. Dabei beeindruckte er das Team mit seinen Fortschritten und seinem Feedback. Ab Singapur wird Pascal im Rahmen seiner Aufgaben als Ersatzfahrer mit dem Team zu den Rennen reisen.
 
Pascal Wehrlein:
„Ich habe mich natürlich riesig gefreut, als ich erfahren habe, dass ich am Donnerstag einen Formel 1-Test für MERCEDES AMG PETRONAS in Portimao absolvieren darf. In den ersten Runden musste ich mich an den unglaublichen Speed, die extrem harten Bremsen und die enormen Kurvengeschwindigkeiten erst gewöhnen. Das ist mit der DTM nicht zu vergleichen. Aber ich habe schnell gelernt und konnte mich in den Qualifying- und Longruns ständig steigern. Insgesamt habe ich über 500 km absolviert und wollte mit dem Mercedes eigentlich gar nicht mehr an die Box fahren. Dieser Test war das Allergrößte, das ich bisher im Motorsport erleben durfte. Nervös war ich überhaupt nicht, was mich selbst gewundert hat – aber ich war auch optimal vorbereitet. Das Feedback des Teams und von Toto Wolff war sehr positiv und ich denke, dass ich einen sehr guten Job gemacht habe. Es hat mir sicher geholfen, dass ich seit Februar das Team im Simulator in Brackley unterstützt und dort mein Bestes gegeben habe. Für mich ist es eine tolle Anerkennung meiner Leistungen, dass ich ab sofort mit der Rolle als Ersatzfahrer von MERCEDES AMG PETRONAS belohnt werde. Für mich ist mit dem Formel 1-Test und der neuen Aufgabe ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe mein ganzes Leben dafür gekämpft, einmal in einem Formel 1-Auto zu sitzen. Und es war immer mein Ziel, das mit Mercedes realisieren zu können.“
 
Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef:
„Wir freuen uns sehr, Pascal nach seinem erfolgreichen Test in der vergangenen Woche in Portugal offiziell in unserem Team begrüßen zu dürfen. Er hat in diesem Jahr hart hinter den Kulissen in unserem Simulator gearbeitet und spielte eine wichtige Rolle bei unserer Rennvorbereitung. Neben Nico und Lewis ist er der Fahrer, der am besten mit den Abläufen in unserem F1 W05 Hybrid vertraut ist. Aus diesem Grund ist er die richtige Wahl für die Position unseres Ersatzfahrers. Pascal hat mit seiner ersten Fahrt in einem Formel 1-Auto in der letzten Woche einen entscheidenden Schritt unternommen. Wir waren zufrieden damit, wie er einen beherrschten und eindrucksvollen Test ablieferte. Genau wie wir es erwartet hatten. Darauf folgte gestern ein fantastischer Sieg in der DTM auf dem Lausitzring. Er holte das Beste aus Bedingungen heraus, unter denen sein pures fahrerisches Können zum Vorschein kam. Vor Pascal liegt eine vielversprechende Zukunft und wir sind erfreut, ihn für eine äußerst spannende Schlussphase der Formel 1-Saison an Bord zu haben.“

Montag, 15. September 2014

Lucas di Grassi gewinnt Formel-E Auftakt in Peking

Peking, ein enger Stadtkurs uns große Auslaufzonen
Foto: Formel-E-Media
Der für das deutsche Team Abt-Motorsport startende Lucas di Grassi hat das Auftaktrennen der FIA Formel-E Meisterschaft in Peking gewinnen. Dabei prifitierte er von einem sektakulären Unfall in der letzten Kurve zwischen Nicolas Prost und Nick Heidfeld.

Sieger Lucas di Grassi
Foto: Formel-E-Media
Bei seinem Überholversuch des auf Patz zwei liegenden Nick Heidfeld vor der letzten Kurve wurde dieser vom Führenden Nicolas Prost  touchiert, der plötzlich nach links in die Spur von Heidfeld zog. Der Wagen von Heidfeld wurde in die Luft geschleudert, überschlug sich und zerbarst an der Steckenumrandung. Heidfeld konnte sich ohne Verletzungen aus dem völlig zerstörtem Fahrzeug befreien.

das Podium des Auftaktrennens
Foto: Formel-E-Media
Den Sieg erbete so di Grassi vor Franck Montagny und dem deutschen Daniel Abt.  Der Deutsche Daniel Abt wurde jedoch später wegen zu hohem Energieverbrauch disqualifiziert, so das der Britte Sam Bird auf dem dritten Platz gewertet wurde. Das nächste Rennen findet am 22. November in Malaysia statt.
 
Ergebnis Rennen Peking FIA Formel-E (Top-Five):

1. Lucas di Grassi (Abt Sport ABT),
2. Franck Montagny (Andretti Autosport),
3. Sam Bird (Virgin Racing),
4. Charles Pic (Andretti Autosport),
5. Karun Chandhok (Mahindra Racing).

Reiterberger holt sensationellen Doppelsieg am Lausitzring

Vor 58.000 Zuschauern im Rahmen des DTM-Wochenendes am Lausitzring holte sich Markus Reiterberger seine ersten beiden Saisonsiege. Die Streckenbedingungen waren durch den Regen, vor allem im ersten Rennen extrem schwierig.

Doppelsieg am Lausitzring: Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger ist damit nach Damian Cudlin (Weber-Diener Racing Team, Kawasaki) der zweite Mann des Jahres, dem es gelang, die Ducati-Armada zu schlagen. Auf dem Lausitzring fuhr der Titelverteidiger im Rahmenprogramm der DTM zu einem grandiosen Doppelsieg. Im ersten Lauf hätte er theoretisch noch vom aktuellen Titelfavoriten Xavi Forés (3C-Racing Team) auf der Ducati 1199 Panigale R abgefangen werden können, doch der Spanier blieb in einem Pulk überrundeter Fahrer stecken. Reiterberger vor ihm machte es besser und zog mit aller Konsequenz an der Grupper der überrundeten Fahrer vorbei, was im dann auch einen deutlichen Vorsprung vor Forès brachte. Reiterberger siegte schließlich mit über acht Sekunden Vorsprung vor Forès dem weiter zehn Sekunden später Neukirchner auf Patz drei folgte.
 
Im zweiten Lauf verlor die Ducati-Mannschaft mit Forés und Max Neukirchner den Reifenpoker. Es war das erste Mal in der Saison, dass Ducati an einem Rennwochenende ohne Sieg blieb, auch wenn der Titel in jedem Fall an einen Fahrer der Marke gehen wird.   Die Ducati-Piloten hatten sich vorn für Regen, hinten für Intermediat-Reifen entscheiden, währen Reiterberger ganz auf Intermediat-Reifen setzte und damit letztlich bei immer mehr abtrocknender Strecke auch die richtige Wahl getroffen hatte.
 
Markus Reiterberger: „Endlich habe ich es geschafft, die Ducati-Jungs zu besiegen. Ich war schon so oft dran, aber es hat vorher nie geklappt. Heute habe ich mich sogar im Regen richtig wohlgefühlt und den habe ich sonst nie gemocht. Es war zwar ganz schön glatt auf der Strecke beim Beschleunigen und ich bin immer am Limit gefahren, doch nie so, dass ich in Sturzgefahr war.“
 
Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) war die große Gewinnerin des ersten Laufes in der Kategorie Superstock 1000, welche in die Superbike-Klasse integriert ist, aber separat gewertet wird. Auch im zweiten Lauf sorgte die 24-jährige gebürtige Sächsin auf der HP4 für die Show, als sie sich mit ihrem seriennahen Motorrad rundenlang unter die Top 5 der Superbiker mischte, ehe sie in Runde zehn über das Vorderrad wegrutschte und einen Stutz nicht vermeiden konnte. Glöckner richtete die BMW zwar in Windeseile wieder auf und kehrte ins Geschehen zurück, doch der kurzfristige Bodenkontakt warf sie auf den 12. Platz im gesamten Feld zurück und auf den fünften Rang in der separaten gewerteten Superstock 1000-Kategorie. Dafür siegte Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer), nachdem er im ersten Lauf Zweiter geworden war. Titelfavorit Marco Nekvasil (Interwetten Racing by Fritze Tuning) kam in der Lausitz dagegen nur mühsam in die Gänge. Sein Vorsprung in der Meisterschafts-Gesamtwertung ist vor dem Finale am kommenden Wochenende in Hockenheim beträchtlich geschrumpft.
 
Der Auftritt der SUPERBIKE*IDM im Rahmen der DTM gab der Veranstaltung auf dem Lausitzring eine besondere Würze. Josef Hofmann vom SUPERBIKE*IDM-Promoter MotorEvents sagt: „Einer Fortsetzung der Zusammenarbeit sollte nichts im Wege stehen. Auch der DTM-Promoter hat sich uns gegenüber positiv zum Ablauf geäußert. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen, oder vielleicht auch gerade deshalb, hat die SUPERBIKE*IDM den vorwiegend Auto-affinen Zuschauern auf den Tribünen eine tolle Show geboten. Aus Promotersicht gebührt unser Dank aber auch vor allem den Industriepartnern, die sich sehr stark auf der Fan-Meile für den Motorrad-Part der Veranstaltung engagiert haben. Mit Sicherheit haben wir an diesem Wochenende ein paar neue Fans dazugewonnen.

Podium erstes Rennen
Foto: Jens Hawrda
Ergebnis Rennen 1 Superbike (Top-Five):
 
1. Markus Reiterberger (BMW),
2. Xavie Forès (Ducati),
3. Max Neukirchner (Ducati),
4. Lorenzo Lanzi (Ducati),
5. Bastian Mackels (BMW).
 
Ergebnis Rennen 2 Superbike (Top-Five):
 
1. Markus Reiterberger (BMW),
2. Max Neukirchner (Ducati),
3. Xavie Forès (Ducati),
4. Bastian Mackels (BMW),
5. Damian Cudlin (Kawasaki).
 
Meisterschaftsstand Superbike (Top-Five):
 
1. Xavie Forès                 278 Pkt.
2. Max Neukirchner         252 Pkt.
3. Markus Reiterberger   232 Pkt. 
4. Bastian Mackerls        123 Pkt.
5. Stefan Nebel               111 Pkt.
 

Marco Wittmann vorzeitig DTM-Champion

Während der 19 Jahre alte Pascal Wehrlein (Mercedes-Benz) auf dem Lausitzring seinen Debütsieg bejubelte, kürte sich BMW-Pilot Marco Wittmann vorzeitig zum Champion der populärsten internationalen Tourenwagenserie. „Das ist sensationell, einfach unglaublich. Das war ein schwieriges Rennen, ich musste mich aus allen Rangeleien heraushalten. Das war am Ende der Schlüssel zum Titelgewinn. Die Emotionen muss ich erst noch verarbeiten“, sagte Wittmann zutiefst gerührt. Dem 24-Jährigen genügte in seinem BMW M4 DTM ein sechster Platz, um im achten von zehn Läufen den Titelkampf vorzeitig für sich zu entscheiden.
Marco Wittmann holt vorzeitig den Meistertitel
Foto: Jens Hawrda
Vor Wittmann hatten bereits Volker Strycek (DE, 1984), Eric van de Poele (BE, 1987), Roberto Ravaglia (IT, 1989) und Bruno Spengler (CA, 2012) in der DTM für BMW triumphiert. Markenübergreifend ist er der drittjüngste DTM-Champion aller Zeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der „neuen“ DTM ab 2000 hat es ein Fahrer geschafft, bereits in seinem zweiten Jahr Champion zu werden. Nur Bernd Schneider (DE) war es 2001 gelungen, sich schon drei Rennen vor dem Saisonende den Titel zu sichern.
Marco Wittmann ICE-Watch BMW M4 DTM - Meister 2014
Foto: Jens Hawrda
Wittmann konnte zudem eine besondere Tradition fortsetzen: Wann immer BMW mit einem neuen Modell in der DTM angetreten ist, ging am Saisonende der Fahrertitel nach München (DE). Nach Stryceks Erfolg 1984 mit dem BMW 635 CSi war dies 1987 bei van de Poele und dem BMW M3 genauso der Fall wie 2012 beim Triumph von Spengler mit dem BMW M3 DTM. Nun bescherte Wittmann auch dem neuen BMW M4 DTM eine goldene Debütsaison.