Donnerstag, 7. August 2014

Drei Fragen an… Marco Wittmann

Marco Wittmann
Foto: BMW-Motorsport
Marco, sechstes Rennen, dritter Sieg. Wie haben Sie den aus BMW Sicht historischen Triumph erlebt?
 
Marco Wittmann: „Das Rennen war für mich nicht so einfach, wie es vielleicht ausgesehen hat. Ich bin am Start ganz schlecht weggekommen und habe viele Positionen verloren. Das war ganz klar mein Fehler. Danach ging es für mich darum, Ruhe und Nerven zu bewahren und mich möglichst aus jedem gefährlichen Zweikampf herauszuhalten. Nach der ersten Runde hat das Rennen für mich praktisch noch einmal neu begonnen.“
 
Und Sie haben eine tolle Aufholjagd gezeigt…
 
Wittmann: „Ja, ich habe recht schnell gemerkt, dass die Spitzengruppe nicht richtig davonziehen konnte. Unsere Rundenzeiten lagen nah beieinander. Deshalb wusste ich, dass noch einiges drin ist. Im zweiten Stint auf den Standardreifen hatten wir dann wirklich eine sehr, sehr gute Pace, und auch die Balance des Autos war wesentlich besser als auf den Optionsreifen. Auch die Durchfahrtsstrafen für einige unserer Konkurrenten haben mich weiter nach vorn gebracht. Es war einfach ein großartiger Erfolg für uns alle. Vier BMW auf den ersten vier Plätzen, das ist das beste Ergebnis seit unserer Rückkehr. Ich denke, da können wir heute Abend alle zusammen feiern.“
 
Ist es im Cockpit möglich, die letzten Runden als Führender zu genießen?
 
Wittmann: „Man bleibt wirklich bis zum Schluss fokussiert. Ich bin auch in meiner vorletzten Runde die schnellste Rundenzeit mit Standardreifen gefahren. Ich habe versucht, am Ball zu bleiben und lieber noch einen Tick schneller zu fahren als mit den Gedanken abzuschweifen und die Konzentration zu verlieren. Zudem wurden die Wolken über der Strecke immer dunkler. Regen hätten wir auf der Zielgerade des Rennens nicht mehr gebraucht. Doch es blieb trocken – und wir konnten einen großen Erfolg feiern.“

Stimmen der Audi-Piloten zum Rennen in Spielberg

 
Timo Scheider
Foto: Audi-Motorsport
Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM), Platz 5
Reifen: Option/Standard
"Nach einem schwierigen Samstag hatte ich zumindest einen positiven Effekt - dass ich mit der gleichen Zeit wie Gary Paffett weitergekommen bin: Das habe ich als Glück gewertet. Im Rennen von Platz 14 auf fünf vorzufahren ist ein tolles Gefühl für mich und die Truppe. Wir hatten in den ersten fünf Rennen genügend Ärger und Probleme. Ich hoffe, dass wir das jetzt herumdrehen können und das Glück in der zweiten Saisonhälfte auf unserer Seite ist."

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM), Platz 6
Reifen: Option/Standard
"Es war eines meiner besten Rennen. Ich hatte vom Startplatz 20 nicht viel erwartet, auch nicht mit dem Start auf Optionsreifen. Es war ein hartes Rennen, mein Auto war sehr gut und wirklich schnell. Wie haben keine Fehler gemacht und einige Autos überholt. Auch unser Boxenstopp war toll. Vielen Dank an das gesamte Team, denn wir haben aus einer schwierigen Situation ein gutes Resultat herausgeholt."

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM), Platz 7
Reifen: Standard/Option
"Einige Punkte sind immer gut. Aber ich bin schon etwas enttäuscht. Wir hatten heute zu wenig Pace im Rennen - das allein zählt."

Jamie Green
Foto: Audi-Motorsport
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM), Platz 8
Reifen: Option/Standard
"Es war sehr enttäuschend, eine Durchfahrtsstrafe bekommen zu haben, die hier ungefähr 16 Sekunden kostet. Das hat mich auf dem Kampf um eine Top-Position geworfen. Ich bin am Ende noch Achter geworden, es ist gut, noch Punkte geholt zu haben. Ich habe um den Sieg gekämpft, bin eine Runde zu viel auf Optionsreifen gefahren - ich habe den Preis dafür gezahlt."

Miguel Molina
Foto: Audi-Motorsport
Miguel Molina (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 11
Reifen: Standard/Option
"Ich denke, wir sind ein gutes Rennen gefahren. Auf jeden Fall wäre es aber die bessere Wahl gewesen, das Rennen mit den Optionsreifen zu beginnen. Ich konnte zu Beginn ein paar Autos überholen - das war das Wichtigste. Wir müssen nun hart weiterarbeiten und verstehen, was gestern im Qualifying passiert ist. Dann wird es auch beim nächsten Rennen auf dem Nürburgring wieder besser laufen. Mit Rang elf haben wir hier die Punkte knapp verpasst. Aber wie gesagt: Es gilt, weiter hart zu arbeiten."

Mike Rockenfeller, Titelverteidigung abgeschrieben ?
Foto: Audi-Motorsport
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM), Platz 13
Reifen: Standard/Option
"Ein sehr frustrierendes Wochenende. Das begann bereits im Qualifying, dort hätte ich mehr herausholen können. Dann versucht man, mit der Strategie ein bisschen zu pokern, wir sind mit Standardreifen losgefahren und haben gehofft, dass das Safety-Car kommt, aber es kam nicht. Ich habe im Rennen viel Zeit mit Félix da Costa verloren, der alle aufgehalten hat und mich auf die Wiese gedrückt hat. Das fand ich nicht so clever von ihm. Am Ende hatte ich eine gute Pace, aber das hilft auch nicht, wenn man am Anfang so viel verloren hat. Wir müssen schauen, dass wir am Nürburgring das Qualifying wieder gut hinbekommen."

Edoardo Mortara (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 16
Reifen: Standard/Option
"Es war ein schwieriges Rennen. Ich bin enttäuscht, denn speziell vor diesem Rennwochenende war ich optimistisch. Wir waren während des gesamten Wochenendes zu langsam. Und es gab besondere Entscheidungen der Rennleitung ..."

Nico Müller (Audi Financial Services RS 5 DTM), Platz 19
Reifen: Option/Standard
"Die Strategie war eigentlich richtig gut. Die Pace war auf beiden Reifentypen da. Das einzige Problem war der Start. Da war ich nicht so zuversichtlich, weil wir ein Problem mit der Kupplung hatten - dadurch habe ich direkt ein paar Plätze verloren. Aber danach ging es richtig gut vorwärts. Bis ich dann eine Durchfahrtsstrafe bekommen habe, weil ich angeblich unter Gelb zu schnell gefahren sein soll. Obwohl ich dafür überhaupt keinen Grund sehe: Ich bin komplett vom Gas. Aber weil ich in der Runde zuvor in diesem Sektor zwei Autos überholt hatte, war ich dann unter Gelb wohl keine halbe Sekunde langsamer. Nach der Strafe war das Rennen für mich quasi zu Ende. Ob die Strafe so Sinn macht oder nicht, sei dahingestellt. Punkte wären drin gewesen heute. Am Ende stand ich da, wo ich losgefahren bin: Ich bin enttäuscht!"

DTM-Piloten gründen Fahrervereinigung

Anlässlich des sechsten Rennens der DTM-Saison 2014 in Spielberg am vergangenen Wochenende  hat die neu gegründete DTM Driver Association (DTMDA) ihre Arbeit aufgenommen. Die herstellerunabhängige Vereinigung der DTM-Piloten soll künftig dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Fahrern, dem Serienveranstalter ITR und dem Deutschen Motorsport Bund (DMSB) weiter zu verbessern. Eine der Hauptaufgaben der DTMDA wird die gezielte Mitsprache und Interessenvertretung aller DTM-Piloten sein.

Der DTM Driver Association kann jeder aktive DTM-Pilot beitreten. Für jeden in der DTM vertretenen Hersteller haben die Fahrer einen Vertreter gewählt. Die Audi-Fahrer werden von Timo Scheider vertreten, Timo Glock vertritt die BMW-Fahrer. Gary Paffet t übernimmt die Rolle des Sprechers für die Mercedes-Piloten.
 
Nach außen wird die DTMDA durch den ehemaligen DTM-Piloten Manuel Reuter neutral und herstellerunabhängig vertreten. Er vertritt die DTMDA gegenüber den Medien und in der Öffentlichkeit.


Dienstag, 5. August 2014

Stimmen der BMW-Piloten zum Rennen am Red-Bull-Ring

 
Marco Wittmann, dritter Saisonsieg
Foto: BMW-Motorsport
Marco Wittmann (Startnummer 23, BMW Team RMG, Platz 1):
 Reifen: Option-Standard
„Um ehrlich zu sein, war mein Start ziemlich schlecht. Ich habe einige Positionen verloren und bin zurückgefallen. Aber es war wichtig, ruhig zu bleiben, die Nerven zu bewahren und Kontakte zu vermeiden. Ich habe versucht, wieder nach vorn zu fahren, aber bis zum Boxenstopp lag die Führungsgruppe recht eng beieinander. Es war ein gutes Rennen, und ich wusste, dass noch alles möglich ist. Also habe ich erst einmal versucht, meine Reifen zu schonen und nicht zu viel zu attackieren, während die anderen ziemlich viel gegeneinander gekämpft haben. Nach dem Boxenstopp hatte das Auto eine sehr gute Balance, und ich konnte mich wieder nach vorn arbeiten. Es ist für uns alle ein großartiges Ergebnis, vier BMW auf den ersten vier Plätzen zu haben.“
 
Augusto Farfus
Foto: BMW-Motorsport
Augusto Farfus (Startnummer 3, BMW Team RBM, Platz 2):
 Reifen: Option-Standard
„Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für mich. Es ist gut, wieder auf dem Podium zu sein und zu sehen, dass wir mit unserem Auto wieder vorn dabei sind. Während des gesamten Wochenendes war ich einer der Schnellsten. In der gestrigen Qualifikation war ich in Q3 etwas zu langsam, sonst hätte es für die Pole gereicht. Aber heute habe ich bewiesen, dass wir schnell genug sind. Danke an das BMW Team RBM, denn wir geben nie auf. Glückwunsch an Marco Wittmann und BMW zu diesem Top-Ergebnis.“
 
Timo Glock (Startnummer 17, BMW Team MTEK, Platz 3):
 Reifen: Option-Standard
„Es ist natürlich schön, auf dem Podium zu stehen. Nachdem wir bereits in Moskau auf Podiumskurs gewesen waren, dann aber leider wegen eines Problems noch zurückfielen, haben wir hier unsere Pace zeigen können. Vielleicht haben wir am Anfang etwas auf die Spitze verloren, weil wir von der Reifendruckstrategie her etwas falsch lagen. Ich konnte mich dann aber wieder nach vorn orientieren. Ich bin natürlich auch froh für meine Jungs vom BMW Team MTEK, die einen sehr guten Job gemacht haben. Für meinen Teamkollegen António Félix da Costa tut es mir leid. Er ist ausgeschieden, aber unter normalen Umständen hätte auch er vorne mitmischen können.“
 
Martin Tomczyk (Startnummer 10, BMW Team Schnitzer, Platz 4):
 Reifen: Option-Standard
„Die Pace von BMW war heute definitiv da, und das haben wir auf der Strecke gezeigt. Wir können mit dem heutigen Tag durch und durch zufrieden sein. Dass im Rennen der Speed nie gefehlt hat, das wusste ich eigentlich, nur hatte ich nie die richtige Ausgangsposition. Diesmal war es anders – und man sieht, was dabei herauskommen kann. Ich habe nach wie vor Probleme im Qualifying, und daran müssen wir weiter arbeiten. Jetzt bin ich von Platz elf auf vier vorgefahren. Und wenn ich noch weiter vorn starte, dann kann es noch weiter nach oben gehen. Deshalb freue ich mich jetzt auf das nächste Rennen.“
 
Bruno Spengler (Startnummer 9, BMW Team Schnitzer, Platz 10):
 Reifen: Standard-Option
„Mein Start war sehr gut. Ich habe mich um zwei Plätze verbessert, aber am Ende des ersten Stints wurde ich teilweise ziemlich stark blockiert. Deshalb habe ich viel Zeit und dann auch eine Position verloren. Ich wurde ausgebremst und überholt, obwohl ich schneller war. Ich will es nicht kritisieren, es war taktisch schlau gemacht. Doch es liegt auch an uns. Wir waren gestern im Qualifying einfach nicht stark genug. Wenn wir weiter vorn starten, dann sieht es auch gut aus im Rennen.“
 
Joey Hand (Startnummer 4, BMW Team RBM, Platz 12):
 Reifen: Standard-Option
„Heute hatten wir definitiv eine gute Pace, aber leider auch Pech mit der Durchfahrtsstrafe wegen der gelben Flaggen. Es hat nicht nur mich getroffen, sondern auch einige andere Fahrer. Es ist wirklich schade, denn wir waren heute schnell und hatten ein gutes Auto. Das war unglückliches Timing, aber so ist es nun einmal.“
 
Maxime Martin (Startnummer 24, BMW Team RMG, Platz 14):
 Reifen: Standard-Option
„Gratulation an Marco Wittmann, er hat einen tollen Job gemacht. Auch das Team hat wieder eine fantastische Leistung gezeigt, mit dem vierten Sieg im sechsten Rennen der Saison. Und dass BMW dann gleich einen Vierfachsieg geholt hat, ist sensationell. Was mich angeht: Ich hatte einen schlechten Start, und wenn das passiert, dann wird das Rennen schwierig. Ich hing im Verkehr fest. Aber wir müssen das Positive mitnehmen, und das ist, dass ich das Rennen zu Ende gefahren bin und weitere Erfahrung gesammelt habe. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Rennen.“
 
António Félix da Costa (Startnummer 18, BMW Team MTEK, DNF):
 Reifen: Standard
„Ich wurde in der zweiten Runde ins Gras gedrückt, und danach waren die Lufteinlässe für den Motor und die Bremsen voller Gras. Von da an ging es bergab. Ich begann, Motorleistung zu verlieren, und auch die Bremsen ließen immer mehr nach. Als dann der Motor zu stark überhitzte, war mein Rennen beendet.“

Montag, 4. August 2014

BMW feiert ersten DTM-Vierfachtriumph seit 1992

Marco Wittmann bei der Zieldurchfahrt am Red-Bull-Ring
Foto: BMW-Motorsport
Nach dem Dreifachsieg im vergangenen Jahr haben die BMW DTM-Teams im sechsten Lauf der Saison auf dem Red Bull Ring (AT) noch einen Gang höher geschaltet und den ersten Vierfachsieg für BMW seit 22 Jahren errungen. Marco Wittmann (DE) feierte im Ice-Watch BMW M4 DTM auf der 4,326 Kilometer langen Strecke in Spielberg (AT) seinen dritten Saisonsieg und baute damit die Führung in der Fahrerwertung aus.
 
Mit nun 95 Zählern hat er 39 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mattias Ekström (SE, Audi). Augusto Farfus (BR, Castrol EDGE BMW M4 DTM) und Timo Glock (DE, DEUTSCHE POST BMW M4 DTM)  standen nach 47 Runden als Zweiter und Dritter gemeinsam mit Wittmann auf dem Podium. Martin Tomczyk (DE) machte als Vierter in seinem BMW M Performance Zubehör M4 DTM den Vierfachsieg perfekt. Es war sein bestes Ergebnis seit dem Rennen am Nürburgring (DE) 2012.
 
Marco Wittmann holt am Red-Bull-ring seinen dritten Saisonsieg
Foto: BMW-Motorsport
Den bis dato letzten Vierfachsieg hatte BMW beim Saisonfinale 1992 auf dem Hockenheimring (DE) errungen. Damals waren in Roberto Ravaglia (IT), Johnny Cecotto (VE), Joachim Winkelhock (DE), Franz Engstler (DE) und Emanuele Pirro (IT) sogar fünf BMW Piloten ganz vorne. Insgesamt sammelte BMW in Spielberg 71 Punkte – so viele wie bei keinem anderen Rennen seit der Rückkehr in die Tourenwagenserie 2012.
 
Bruno Spengler (CA) war in seinem BMW Bank M4 DTM als Zehnter auf den langsameren Standardreifen gestartet und kam auf derselben Position ins Ziel. Joey Hand (US, Crowne Plaza Hotels BMW M4 DTM) und Maxime Martin (BE, SAMSUNG BMW M4 DTM) erhielten jeweils eine Durchfahrtsstrafe und überquerten auf den Positionen zwölf und 14 die Ziellinie. António Félix da Costa (PT) musste seinen Red Bull BMW M4 DTM bereits nach elf Runden wegen eines technischen Problems abstellen. Insgesamt verfolgten 47.500 Zuschauer das Geschehen auf der traditionsreichen Rennstrecke in der Steiermark.