Freitag, 4. September 2026

Euro Moto Superbike: Schrötter erhält seine Most-Punkte zurück

Marcel Schrötter hat seine Punkte aus Most zurück und rückt in der Meisterschaft näher an Tulovic heran
Foto: Jens Hawrda

Nachrichten aus der DMSB-Zentrale: Die Protestentscheidung vom 28.6.2026 wird aufgehoben. Marcel Schrötter bekommt seinen dritten Platz, der er ihm nach dem ersten EURO MOTO Superbike-Lauf in Most aberkannt wurde, zurück.

Rückblick: Im ersten Rennen war es in der zweiten Runde zu einem kontaktfreudigen Zwischenfall mit Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt) gekommen. Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) hielt die Linie nicht, nahm den Notausgang, schnitt die Schikane ab und reihte sich wieder hinter Tulovic ein.

Im Juristen-Deutsch heißt es beim DMSB: „Zu Beginn der zweiten Runde des ersten Rennens am Ende der Start- und Zielgeraden wählte der Berufungsführer in Turn 1 den „Notausgang“ und kehrte in Turn 3 auf die Rennstrecke zurück.“

Um durch das Abkürzen keinen Vorteil zu erlangen, muss der Fahrer laut Regelwerk im ersten Streckensektor eine Sekunde verlangsamt haben. Schrötter beendete das Rennen als Dritter. Das Team Apreco-Yamaha legte Protest ein. Schrötter soll die Regeln nicht befolgt haben. Für eine Long Lap Penalty-Runde war das Rennen bereits zu weit fortgeschritten. Schrötter erhielt stattdessen eine 3-Sekunden-Strafe. Dadurch verlor er in der Wertung zwei Plätze. Das Team GERT56 by RS Speedbikes legte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung ein.

Der Berufungsführer begründete die Berufung damit, dass es am Ende der Start- und Zielgeraden eine Berührung mit dem Zeugen gab infolge derer er gezwungen war, den Notausgang zu nehmen. Mithin hatte er den Notausgang nicht genommen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Aufgrund dessen hätte im Rennen gegenüber diesem keine Long Lap Penalty-Runde verhängt werden dürfen mit der Konsequenz, dass das Belegen mit der 3-Sekunden-Zeitstrafe rechtswidrig war. 

„Wie sich zweifelsfrei aus dem Rennvideo und der Einvernahme des Zeugen ergab, musste der Berufungsführer den Notausgang zum Verhindern eines Sturzes und infolge der Berührung mit dem Zeugen nehmen. Die Zeitstrafe gemäß Artikel 14.3 des Reglements erfolgte somit zu Unrecht, da gegenüber dem Berufungsführer während des Rennens eine Long Lap Penalty-Runde nicht hätte verhangen werden dürfen.“

Durch das Urteil ergibt sich ein neuer Punktestand in der EURO MOTO Superbike.

1. Lukas Tulovic 202,5Punkte; 

2. Marcel Schrötter 161; 

3. Markus Reiterberger 130; 

4. Twan Smits 128; 

5. Florian Alt 110; 

6. Kevin Orgis 81; 

7. Toni Finsterbusch 75; 

8. Jan-Ole Jähnig 75; 

9. Lorenzo Zanetti 66,5; 

10. Jan Mohr 51,5.

Quelle. euromoto.racing / Anke Wieczorek

Donnerstag, 3. September 2026

Euro Moto Superbike: Stand nach 10 von 14 Rennen

Grafik: Jens Hawrda

 

Euro Moto Superbike: Tulovic mit Matchball, aber Schrötter gibt nicht auf

Marcel Schrötter will die Meisterschaftsentscheidung bis zum Saisonfinale offen halten
Foto: Jens Hawrda

Die Anreise von Marcel Schrötter zum vorletzten Saison-Event der EURO MOTO war hektisch, aber der 33-Jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 by RS Speedbikes gibt alles, um seine Titelchancen in der Superbike-Klasse aufrecht zu erhalten.

Das Öhlins EURO Moto Nürburgring-Wochenende vom 4. bis zum 6. September könnte zu einer Vorentscheidung werden. Titelverteidiger Lukas „Tulo“ Tulovic (Ducati) führt die Meisterschaft in der höchsten Prädikatsklasse an. Sein Vorsprung auf Verfolger Marcel Schrötter beträgt 46,5 Punkte. Theoretisch kann Tulovic bereits an diesem Wochenende seinen zweiten Titel in Folge perfekt machen. Aber bis dahin kann noch viel passieren. Abgerechnet wird zum Schluss. Schrötter weiß das aus Erfahrung. Der Supersport-WM-Dritte von 2023 bestreitet die 24. Saison in seiner Rennsportkarriere.

Bereits am heutigen Donnerstag findet auf dem Nürburgring ein zusätzliches Training statt. Schrötter hatte allerdings eine kurze Nacht. Er kam direkt aus Südfrankreich an den Ring. Dort fanden Vorbereitungen für den in zwei Wochen in Le Castellet stattfindenden „Bol d’Or“ statt. Das 24 Stunden-Rennen um die „Goldene Schale“ ist das Finale der Langstrecken-WM, die Schrötter mit dem ERC Endurance Team bestreitet.

Heute hofft Schrötter, die Weichen für einen erfolgreichen Abschluss seiner ersten EURO MOTO Superbike-Saison zu stellen. „Auch wenn ich wegen der Anreise etwas Stress hatte, kommt der heutige Testtag genau zum richtigen Zeitpunkt. In der letzten Zeit hatten wir etwas mehr Mühe mit dem Speed. Allerdings haben wir zuletzt in Assen viele Ideen gesammelt, die wir während der Testsessions ausprobieren können.“

Für den BMW-Piloten geht es an diesem Wochenende um mehr als nur gute Platzierungen. Er versucht, dass die Entscheidung um den Superbike-Titel erst beim Saisonfinale fällt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT Masters : Engstler Motorsport reist für das Langstrecken-Wochenende nach Österreich

#163 John Paul Southern / Jonas Karklys / Lamborghini Huracán GT3 EVO 2 
 LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Nach einer erfolgreichen ersten Saisonhälfte im ADAC GT Masters steht das LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport vor seiner nächsten großen Herausforderung. Vom 4. bis 6. September 2026 gastiert die deutsche GT3-Nachwuchsserie auf dem Salzburgring in Österreich.

Nach einer erfolgreichen ersten Saisonhälfte im ADAC GT Masters steht das LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport vor seiner nächsten großen Herausforderung. Vom 4. bis 6. September 2026 gastiert die deutsche GT3-Nachwuchsserie auf dem Salzburgring in Österreich. Das Rennwochenende ist für das Team aus dem Allgäu von besonderer Bedeutung, da die Mannschaft als Tabellenführer der Fahrerwertung nach Österreich reist und ihre beeindruckende Saisonbilanz mit den drei Lamborghini Huracán GT3 EVO2 weiter ausbauen möchte.

Nach vier Rennwochenenden führen Felix Hirsiger und Finn Zulauf die Fahrerwertung mit 147 Punkten an. Mit nur einem Punkt Rückstand folgen ihre direkten Titelkonkurrenten Tim Zimmermann und Leyton Fourie (146 Punkte). Der Meisterschaftskampf könnte vor dem Gastspiel auf dem Salzburgring also kaum enger sein. Das Fahrerduo im Auto mit der Startnummer 63 hat bereits mehrfach bewiesen, dass es zu den stärksten Paarungen im Feld gehört. Mit drei Siegen aus vier Rennwochenenden haben Hirsiger und Zulauf bislang eine herausragende Saison absolviert.

Für Tim Hütter und Ethan Brown im Lamborghini Huracán GT3 EVO2 mit der Startnummer 19 verspricht das Wochenende am Salzburgring etwas ganz Besonderes zu werden. Vor allem für den Österreicher Tim Hütter ist dieses Event ein echtes Heimrennen. Vor heimischem Publikum möchte er die einzigartige Atmosphäre nutzen und gemeinsam mit seinem Teamkollegen Ethan Brown um ein starkes Ergebnis kämpfen. Der Salzburgring stellt nicht nur aufgrund seiner Hochgeschwindigkeits-Streckenführung eine besondere Herausforderung dar, sondern bietet Hütter auch die Gelegenheit, vor zahlreichen heimischen Fans und Unterstützern anzutreten. Angesichts der bisherigen Saisonergebnisse sind die jungen Piloten fest entschlossen, ihre Schnelligkeit in weitere Punkte und ein starkes Resultat für das Team umzumünzen.

Der dritte Lamborghini von Engstler – das Fahrzeug mit der Startnummer 163 – wird von John Paul Southern und Jonas Karklys pilotiert. Während Southern Erfahrung aus verschiedenen internationalen GT-Rennserien mitbringt, zählt Karklys bereits zu den erfahreneren Piloten im Aufgebot von Engstler. Der Litauer bestreitet seine vierte Saison im ADAC GT Masters mit dem Team und kennt sowohl die Serie als auch die Arbeitsweise der Mannschaft in- und auswendig. Gemeinsam wollen John Paul und Jonas die Stärken des Lamborghini Huracán GT3 EVO2 optimal nutzen und beim Langstreckenrennen auf dem Salzburgring eine konstante sowie fehlerfreie Leistung abliefern.

Engstler Motorsport setzte bereits zum Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring ein starkes Ausrufezeichen. Hirsiger und Zulauf sicherten sich die Pole-Position und fuhren anschließend in einem spektakulären Fotofinish den ersten Saisonsieg ein. Beim Überqueren der Ziellinie trennten den Lamborghini lediglich 0,143 Sekunden vom zweitplatzierten Ford Mustang GT3. Mit einem zweiten Platz im darauffolgenden Rennen sicherten sie sich zudem einen weiteren Podestplatz.

Auch in Zandvoort setzte das Duo seine beeindruckende Form fort. Nach einem schwierigen ersten Rennen, das von Rückschlägen, einem Ausfall, einem Reifenschaden und Strafen geprägt war, meldete sich Engstler Motorsport im zweiten Lauf eindrucksvoll zurück. Hirsiger und Zulauf gewannen das Sonntagsrennen mit deutlichem Vorsprung und verteidigten damit die Tabellenführung. Nach einem herausfordernden Wochenende auf dem DEKRA Lausitzring musste das Team mit der Startnummer 63 die Führung in der Fahrerwertung zunächst an den FK-Performance-BMW von Zimmermann und Fourie abgeben. Mit einem erfolgreichen Wochenende auf dem Nürburgring eroberte das Engstler-Duo jedoch die Spitzenposition zurück. Hirsiger sicherte sich am Samstag die Pole-Position, die er und Zulauf in ihren dritten Saisonsieg ummünzten. Trotz eines schwierigen Rennens am Sonntag gelang es ihnen, die Meisterschaftsführung mit einem Punkt Vorsprung wieder zu übernehmen.

Genau deshalb verspricht auch das Wochenende auf dem Salzburgring Hochspannung. Der Kampf an der Tabellenspitze ist extrem eng, und jeder einzelne Punkt könnte im Titelrennen den Ausschlag geben. Auch den beiden anderen Fahrzeugen des Teams wird eine wichtige Rolle zukommen. Tim Hütter und Ethan Brown sowie John Paul Southern und Jonas Karklys wollen in ihren Lamborghini Huracán GT3 EVO2 starke Leistungen zeigen und wertvolle Punkte für das Team sammeln.

Neben dem DEKRA Lausitzring ist der Salzburgring einer von zwei Austragungsorten für Langstreckenrennen im diesjährigen Kalender des ADAC GT Masters. Im Gegensatz zu den üblichen Sprint-Wochenenden dauern die Rennen in Österreich jeweils 80 statt 60 Minuten. Zudem sind pro Rennen zwei Boxenstopps vorgeschrieben. Neben dem obligatorischen Fahrerwechsel umfasst der Ablauf der Boxenstopps auch einen Reifenwechsel sowie einen Tankstopp.

Folglich werden neben der reinen Fahrzeugperformance auch Strategie, Boxenstopp-Leistung, Reifenmanagement und das nahtlose Zusammenspiel zwischen Fahrern und Team eine noch größere Rolle spielen. Für das LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Auf dem schnellen Salzburgring können schon kleinste Fehler schwerwiegende Folgen haben. Entscheidend wird es sein, das perfekte Set-up für den Lamborghini zu finden, eine effiziente Boxenstopp-Strategie umzusetzen und über die gesamte Renndistanz konstante Rundenzeiten zu fahren.

Der Salzburgring zählt zu den traditionsreichsten Rennstrecken Österreichs. Mit seinen schnellen Abschnitten und langen Vollgaspassagen stellt der Kurs hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge. Für Engstler Motorsport ist die Veranstaltung zudem ein wichtiges Saisonhighlight, da das Team seine starke Position in der Meisterschaft weiter ausbauen möchte.

Die Rückkehr an diese Rennstrecke ist für das LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport auch mit schwierigen Erinnerungen verbunden. Im vergangenen Jahr kam es im zweiten Rennen zu einem schweren Unfall des damaligen Engstler-Piloten Emil Gjerdrum. Nach einem Reifenschaden geriet der Norweger von der Strecke ab, verlor in Kurve 11 die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte heftig frontal in den Reifenstapel.

Nach diesem Vorfall sind Entschlossenheit und Motivation des Teams umso größer. In diesem Jahr hofft die Mannschaft, auf dem Salzburgring ein anderes Kapitel zu schreiben und mit allen drei Fahrerpaarungen für positive Schlagzeilen zu sorgen.

Neben dem ADAC GT Masters bietet das ADAC Racing Weekend auf dem Salzburgring jede Menge weitere Renn-Action. Der ADAC richtet beide Veranstaltungen vom 4. bis 6. September gemeinsam aus und ermöglicht den Zuschauern so ein prall gefülltes Motorsport-Wochenende, das neben den spektakulären GT3-Lamborghinis eine Vielzahl weiterer Rennserien und Fahrzeugklassen umfasst.

Für die Fans bietet sich damit die Gelegenheit, nicht nur den Kampf der drei Lamborghini Huracán GT3 EVO2 des LIQUI MOLY Team Engstler Motorsport um den Titel im ADAC GT Masters zu verfolgen, sondern auch eine breite Palette an Motorsportkategorien hautnah zu erleben.

Nach dem Salzburgring steht im Rennkalender nur noch das Saisonfinale auf dem Hockenheimring vom 9. bis 11. Oktober an. Die Bedeutung des Rennwochenendes in Österreich ist daher enorm. Im Kampf um die Meisterschaft könnte auf dem Salzburgring bereits eine Vorentscheidung fallen. Das Team ist bereit. Drei Lamborghini Huracán GT3 EVO2, sechs Fahrer, ein hauchdünner Titelkampf und 160 Rennminuten voller Strategie und Action: Auf dem Salzburgring schlägt der Kampf um den ADAC GT Masters-Titel ein neues Kapitel auf.

Euro Moto Sportbike: Oliver Svendsen wäre jederzeit einsatzbereit

Oliver Svendsen
Foto: Jens Hawrda

Eigentlich gehört Oliver Svendsen auf ein Rennmotorrad. 2024 Meister, 2025 Vizemeister und trotzdem verbringt der 22 Jahre alte Däne einen Großteil dieser Saison zu Hause. Nicht unbedingt freiwillig. Denn Svendsen würde lieber heute als morgen wieder aufs Bike steigen. „Ich wäre jederzeit bereit und einsatzfähig. Ohne Wenn und Aber“, sagt er. Eine deutliche Ansage des ehemaligen IDM-Meisters, der in den vergangenen zwei Jahren gezeigt hat, was er kann.

2024 holte sich Svendsen den Titel in der IDM Supersport 300. Ein Jahr später wechselte er in die neue Sportbike Klasse und mischte direkt wieder vorne mit. Selbst mehrere Beinbrüche während der laufenden Saison konnten ihn kaum stoppen. Am Ende fehlte zwar der zweite Titel in Folge, dafür stand die Vizemeisterschaft auf dem Konto.

2026 sollte es eigentlich genauso weitergehen. Gemeinsam mit dem ERC Team wollte Svendsen wieder angreifen. Doch die gemeinsamen Pläne hielt nicht lange. Beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring war der Däne noch dabei, danach verschwanden er und das Team aus dem Starterfeld. ERC zog sich zunächst zurück und nutzte die folgenden Wochen, um die Kawasaki schneller und konkurrenzfähiger zu machen. Sowohl die Rennen in Brünn als auch in Most ließ die Mannschaft verstreichen. Vor dem EURO MOTO- Wochenende in Oschersleben standen für Svendsen und das Team schließlich mehrere Testtage auf dem Programm. Zu einem gemeinsamen Comeback kam es anschließend nicht mehr. Noch vor dem Rennwochenende trennten sich die Wege von Svendsen und Teamchef Uwe Reinhardt.

Seitdem heißt es für den Dänen: warten. Leicht fällt ihm das nicht. Zu Hause in Låsby versucht er, sich fit und vor allem jederzeit einsatzbereit zu halten. Denn sollte irgendwo ein Platz frei werden, möchte Svendsen nicht erst Wochen brauchen, um wieder in Rennform zu kommen.

Vielleicht klappt es noch mit einem Einsatz beim Saisonfinale am Hockenheimring. Es wäre für Svendsen die letzte Gelegenheit, in diesem Jahr noch einmal ins Renngeschehen einzugreifen. Sollte ein Team kurzfristig Ersatz benötigen oder noch einen schnellen Fahrer für das letzte Rennwochenende suchen, wäre der Däne sofort startklar.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann