Dienstag, 29. November 2022

IDM: Alle Termine für 2023 bestätigt

 

Foto: Jens Hawrda

Der Terminkalender für die Saison 2023 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) steht fest. Noch vor dem Jahreswechsel kann nun mit den definitiven Vorbereitungen der einzelnen Events begonnen werden. Deutschlands höchste Motorradserie wird auch 2023 auf insgesamt sieben Rennstrecken fahren. Der Saisonauftakt findet im Mai auf dem Sachsenring statt. Die IDM kehrt nach zwei Jahren Pause auf den legendären MotoGP-Kurs in Sachsen zurück. Mit dem Red Bull Ring in Österreich und dem TT Circuit Assen in den Niederlanden sind noch zwei weitere internationale Locations bestätigt, auf denen auch regelmäßig die Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Ihre IDM-Termine sind auf dem endgültigen Terminplan enger zusammengerückt als zuerst vorgesehen.  

Auch die Rennstrecken in Oschersleben und im tschechischen Most sind in der Saison 2023 wieder mit dabei, genau so das Schleizer Dreieck, das 2023 zudem auch noch seinen 100. Geburtstag feiert oder der Hockenheimring. In der Motorradmetropole in Thüringen wird der Höhepunkt das Jahres mit Tausenden Fans gebührend gefeiert und im badischen Motodrom findet der krönende Abschluss der Saison mit Titelvergabe statt. „Es geht international zu, wofür die Bezeichnung IDM ja grundsätzlich steht“, sagt Serienmanager Normann Broy, „das betrifft Teams, Fahrer und Strecken gleichermaßen. Dass wir gleich drei Grand-Prix-Strecken als Austragungsorte für uns gewinnen konnten, unterstreicht die ständig steigende Qualität der Meisterschaft, in der sowohl Nachwuchsfahrer als auch die europäische Elite aufeinander treffen.“
 
Termine 2023: 

12. – 14.5.2023             Sachsenring
02. – 04.6.2023             Oschersleben
23. – 25.6.2023             Most
21. – 23.7.2023             Schleiz
04. – 06.8.2023             Red Bull Ring
18. – 20.8.2023             Assen
22. – 24.9.2023             Hockenheim

Montag, 28. November 2022

Interview mit Deutscher GT-Meister Raffaele Marciello

 „Ich möchte meinen Titel im ADAC GT Masters verteidigen“

  •     Akku-Auftanken durch Rennradtouren mit Marco Mapelli
  •     Aussprache mit Jules Gounon
  •     Tattoo-Fan Marciello: „Mittlerweile sind es bereits rund 20 kleine Kunstwerke“ 

Raffaele Marciello: „Ich möchte meinen Titel im ADAC GT Masters verteidigen“
Foto: ADAC-Motorsport

Der Schweizer Raffaele Marciello krönte seine erfolgreiche Saison mit dem Titelgewinn in der Deutschen GT-Meisterschaft. Im Interview spricht der 27 Jahre alte Champion des Mann-Filter Team Landgraf über die ersten Tage nach dem entscheidenden Wochenende am Hockenheimring Baden-Württemberg. Der Mercedes-AMG-Werksfahrer verrät außerdem seine Leidenschaft abseits der Rennstrecke und gibt bereits einen Ausblick auf 2023.

Der Titelgewinn im ADAC GT Masters liegt nun schon einige Tage zurück. Wie fühlt es sich an, Deutscher GT-Meister zu sein?

Raffaele Marciello: Es war einfach großartig, die Meisterschaft im ADAC GT Masters zu gewinnen. Durch unseren Vorsprung mussten wir beim finalen Saisonwochenende am Hockenheimring Baden-Württemberg nicht mehr das letzte Risiko eingehen. Dadurch konnte ich den Moment etwas mehr genießen. Ich bin sehr stolz darauf, Deutscher GT-Meister zu sein. Nun freue ich mich schon wieder auf das nächste Jahr und die kommenden Aufgaben.

Wie kann man sich die ersten Tage nach dem Titelgewinn vorstellen?

Ich bin einige Rennen in Serie gefahren und das kostete doch etwas Kraft. Nach der Saison musste ich erstmal etwas relaxen und herunterkommen. Deshalb habe ich vorrangig meine Akkus wieder aufgeladen. Genossen habe ich auch die gemeinsamen Rennrad-Touren mit Marco Mapelli. Er ist einer meiner besten Freunde und wir verbringen viel Zeit zusammen. In Barcelona konnte ich vor einigen Tagen bei der „Night of the Stars“ zusammen mit den anderen Mercedes-AMG-Fahrern nochmal den Titelgewinn feiern. Außerdem haben Jules Gounon und ich die Gelegenheit genutzt, um die Geschichte aus Hockenheim aus dem Weg zu räumen. Wir haben darüber gesprochen und zwischen uns ist alles fein.

Wie sind Sie mit dem Druck am entscheidenden Samstag in Hockenheim umgegangen?

Druck mach mir nichts aus, ich bin in solchen Situationen ruhig. Es gibt an einem Rennwochenende ohnehin gewisse Abläufe, an die ich mich halte. Deshalb stellte auch das Finale eine Art Routine für mich dar. Durch die Pole-Position für den vorletzten Saisonlauf brachte ich mich in eine gute Ausgangslage und sicherte mir den Titel.

Es gab am Finalwochenende zwei Meisterfeiern: Samstagabend in der Team-Hospitality und Sonntagabend eine vom ADAC organisierte Feier im Fahrerlager. Welche Party ist intensiver ausgefallen?

Definitiv die Meisterfeier des ADAC. Durch das Rennen und die Party am Vortag war ich etwas erschöpfter. Wir haben noch bis Montagmorgen um 5 Uhr gefeiert.

Als Champion erhält man sicherlich viele Nachrichten: Welche war die schönste?

Ja, ich habe wirklich viele Nachrichten bekommen. Das ging aber schon das ganze Jahr über so. Auch nach dem Gewinn der 24h von Spa-Francorchamps und der GT World Challenge Europe stand das Handy nicht still. Ich bin übrigens der dritte Fahrer aus der Schweiz, der in den vergangenen drei Jahren das ADAC GT Masters gewann. Deshalb haben Ricardo Feller, der Meister 2021 wurde, der 2019er Champion Patric Niederhauser und ich uns auch darüber ausgetauscht. Nach Hockenheim habe ich aber einige Tage gebraucht, um alle Nachrichten zu beantworten.

Zu welchem Zeitpunkt bzw. an welchem Rennwochenende haben Sie realisiert, dass die Meisterschaft im Bereich des Möglichen liegt?

Ich wusste, dass der Mercedes-AMG GT3 Evo ein verdammt schnelles Auto ist. Nach dem Nürburgring-Wochenende lag ich in der Meisterschaft mit einem guten Vorsprung in Führung, von da an habe ich den Titel bewusst ins Auge gefasst. Der Schlüssel zum Erfolg war über die komplette Saison unsere Konstanz. Im ADAC GT Masters geht es darum, fleißig Punkte zu sammeln.

Zwar haben Sie die Meisterschaft als Fahrer allein gewonnen, hinter dem Erfolg steht aber mit dem Mann-Filter Team Landgraf eine starke Mannschaft. Wie funktionierte das Zusammenspiel?

Der Saisonstart war für mich nicht leicht, denn ich bin ein ziemlich geradliniger Typ und nicht immer happy mit der Fahrerkonstellation gewesen. Aber das Team um Klaus Landgraf hat mich voll unterstützt und alles dafür getan, dass ich zufrieden bin. Lorenzo Ferrari brachte viel Speed mit. Mit der Hilfe von Maro Engel und Daniel Juncadella konnte ich dann letztlich den Titel einfahren. Das Team und ich haben eine super Beziehung. Sie schreiben mir sogar Nachrichten auf deutsch, aber ich benutze dann immer den Übersetzer. Leider habe ich die Sprache nicht gelernt, obwohl mein Vater aus dem deutschsprachigen Teil der Schweiz kommt. Ich kenne nur die schlechten Wörter (lacht). Dafür spreche ich aber Englisch, Italienisch, Französisch und verstehe ein bisschen Spanisch.

Champion im ADAC GT Masters, Gewinner der 24h von Spa-Francorchamps und Meister in der GT World Challenge Europe in einer Saison: Woher nimmt ein erfolgreicher Rennfahrer all die Kraft und Motivation?

Ich möchte einen bleibenden Eindruck im Motorsport hinterlassen. Die Fans sollen sich noch lange an meine Titel und Erfolge erinnern und zurückblicken. Das motiviert mich. Außerdem unterscheide ich mich in meinen Auftritten sicherlich von vielen meiner Kollegen, denn ich bin ein sehr direkter Mensch. Ich versuche immer, der Beste zu sein.

Ihr Helm ist pink und blau gehalten, außerdem sind noch einige Fische abgebildet. Wofür steht das Design?

Das sind die Farben meines Sponsors BWT. Ich wollte aber nicht einen komplett pinken Helm tragen und sprach deshalb mit meinem Designer darüber. Durch die außergewöhnliche Gestaltung hatte ich die Absicht eine Nachricht zu transportieren und auf die Verschmutzung der Meere hinzuweisen. Deshalb ist auf meinem Helm beispielsweise ein Fisch in einer Plastikflasche und ein anderer in der Kette gefangen.

Abseits der Rennstrecke sitzen Sie gerne auf dem Rennrad. Was ist das Besondere am Rennradfahren und gibt es sogar Parallelen zum Motorsport?

Ich lebe in Lugano und kann auf dem Rennrad die schöne Umgebung nochmal komplett anders erkunden. Bormio, der berühmte Stelvio-Pass und die Dolomiten sind auch nicht weit entfernt. Rennradfahren ist ein sehr sozialer Sport, denn währenddessen ist es möglich, viele Gespräche zu führen. Das mache ich dann gemeinsam mit Marco Mapelli. Er ist definitiv der bessere Rennradfahrer und tritt kräftiger in die Pedale als ich. Auf dem Rad hole ich mir die Fitness für die Rennen. Was ich auf zwei Rädern gut trainiere, ist die mentale Fitness. Es geht darum Hürden und seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Auf dem Rad versuche ich, genau wie im GT3-Auto, immer weiter zu pushen und mein Bestes zu geben. Ich habe sogar auch einen pink-blauen Fahrradhelm, er sieht genauso aus wie mein Motorsport-Helm.

Wie viele Kilometer spult der Deutsche GT-Meister denn pro Jahr auf dem Rennrad ab?

Rennradfahren ist seit drei Jahren ein Teil meines Lebens und ich fahre in einem guten Jahr rund 5.000 Kilometer. Zum Vergleich: Marco Mapelli sitzt etwa 12.000 Kilometer pro Jahr im Sattel. Hätte es mit seiner Karriere als Rennfahrer nicht geklappt, wäre er vermutlich Profi-Rennradfahrer. Gemeinsam nehmen wir auch schonmal das Rad mit an die Rennstrecke, wie beispielsweise zu den Rennen am Nürburgring.

Auf beiden Unterarmen prangt jeweils ein Flügel als Tattoo. Welche Bedeutung haben diese?

Seit etwa drei Jahren habe ich eine Schwäche für Tattoos, mittlerweile sind es bereits rund 20 kleine Kunstwerke geworden. Allerdings unterscheiden sich die beiden angesprochenen Motive: Auf dem rechten Arm habe ich den Flügel eines Teufels, die linke Seite hingegen symbolisiert Jesus, also die gute Seite.

Wie verbringen Sie die lange Winterpause?

Für mich gibt es keine wirkliche Auszeit. In den Wintermonaten fahre ich die Langstreckenrennen in Abu Dhabi und Dubai. Vor oder nach diesen Veranstaltungen nehme ich mir aber sicherlich eine kleine Verschnaufpause. Zu Beginn des kommenden Jahres stehen dann prestigeträchtige Events wie das 24-Stunden-Rennen von Daytona oder auch die 12h in Bathurst an. Im März beginnen bereits die Testfahrten für die Saison in Europa, ich bin also ständig unterwegs. Aber dafür lebe ich, ich liebe das Rennfahren.

Kurzer Ausblick auf das nächste Jahr: Werden Sie 2023 Ihren Titel in der Deutschen GT-Meisterschaft verteidigen?

Natürlich möchte ich den Titel im ADAC GT Masters verteidigen. Der Konkurrenzkampf ist sehr groß und ich würde gerne meine Leistung bestätigen. Ich habe die Saison 2022 sehr genossen.

Sonntag, 23. Oktober 2022

Ayhancan Güven feiert im letzten Qualifying erste Pole-Position

Letztes Qualifying, erste Pole. Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik hat sich am Sonntagmorgen beim Zeittraining zum 14. und finalen Saisonlauf im ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ein besonderes Geschenk gemacht. Mit 1:37,899 Minuten knackte der 24-Jährige im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 als einziger die 1:38,000-Minuten-Schallmauer und machte damit seine erste Pole-Position in der Deutschen GT-Meisterschaft klar. Mit den drei Zusatzpunkten für den Pirelli Pole Position Award ist Güven und seinem Fahrerkollegen Christian Engelhart (35/Starnberg) die Vizemeisterschaft kaum noch zu nehmen.

„Endlich meine erste Pole-Position im ADAC GT Masters. Ich war schon mehrmals nahe dran und diesmal haben wir alles zusammenbekommen und es hat geklappt. Wenn das Auto auch im Rennen so gut ist, können wir die Saison mit einem Sieg beenden und gehen mit einem guten Gefühl in die Winterpause“, erklärte Ayhancan Güven.

Der aktuelle Champion Ricardo Feller (22/CH) von Montaplast by Land-Motorsport belegte im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 mit einem Rückstand von 0,118 Sekunden Platz zwei. Damit haben er und sein Partner Jusuf Owega (20/Köln) eine gute Chance, die Saison so zu beenden, wie sie für das Audi-Duo begonnen hat – mit einem Sieg. Dritter wurde Jules Gounon (27/F) vom Drago Racing Team ZVO, der zusammen mit Fabian Schiller (25/Troisdorf) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 bisher drei Erfolge und damit die meisten ersten Plätze eingefahren hat. Marco Mapelli (35/I) und Maximilian Paul (22/Dresden) von Paul Motorsport gehen im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 von Rang vier aus in das finale Sonntagsrennen. Ihre Markenkollegen Jack Aitken (27/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) von Emil Frey Racing haben sich den fünften Startplatz erkämpft.

Wie bereits am Samstag begann die Zeitenjagd beim Qualifying am Sonntagmorgen erst in den letzten Minuten. Zunächst markierten die Audi mit den aktuellen Meistern Christopher Mies (33/Düsseldorf) und Ricardo Feller Bestzeiten. Am Ende des Zeittrainings fuhr Ayhancan Güven seine schnellste Runde, mit der er sich an die Spitze setzte. Jules Gounon gelang am Schluss ebenfalls eine Zeit unter 1:38,000 Minuten, die jedoch wegen Verlassens der Strecke in Kurve eins gestrichen wurde.

Quelle: adac-motorsport.de

Porsche-Sieg im Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany

  • Vincent Andronaco/Leo Pichler gewinnen im Porsche 718 Cayman GT4
  • Hugo Sasse neuer Junior-Champion der ADAC GT4 Germany
  • Zweikampf in der Fahrer-Meisterschaft am Sonntag

Strahlende Gewinner: Vincent Andronaco (li.) und Leo Pichler
Foto: ADAC-Motorsport

Vincent Andronaco (17/Wentorf bei Hamburg) und Leo Pichler (20/AUT, beide Allied-Racing) gewinnen das spannende und actionreiche Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring und sorgen somit für den zweiten Porsche-Sieg in der Saison 2022. Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 sowie Lukas Schreier (27/Leipzig) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiterem Porsche 718 Cayman GT4 komplettieren das Podium. Die Entscheidung in der Fahrermeisterschaft ist nach Platz fünf der Tabellenführer Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) auf das Finalrennen am Sonntag vertragt. „Die Freude über den Sieg ist natürlich immens groß. Diesen Triumph hat sich unser Team wirklich hart verdient. Heute Abend werden wir sicherlich ein wenig feiern“, jubelte Andronaco auf dem Podium.

Das Rennen hatte Tabellenführer Mike David Ortmann im Aston Martin Vantage GT4 von der Pole-Position aus begonnen. Er behielt die Führung in der ersten Runde zunächst inne. Einen guten Start erwischte aber auch der von Platz vier losgefahrene Andronaco, der auf den ersten Metern bereits zwei Plätze gut machte und sich in der zweiten Runde in der Spitzkehre mit einem mutigen Manöver die Führung von Ortmann holte. Dahinter fuhr Pavel Lefterov (24/BUL) im Porsche von Overdrive Racing auf Platz drei vor Gabriele Piana (36/ITA, Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW. Die ersten vier Plätze blieben bis zur Phase der Boxenstopps besetzt.

Nach den Fahrerwechseln verteidigte auch Andronacos Teamkollege Leo Pichler die Spitze. Hugo Sasse, der von Ortmann übernommen hatte, fiel bei der Boxenausfahrt jedoch hinter Lefterovs Partner Stefan Bostandjiev (18/BUL) und BMW-Pilot Michael Schrey und auf Rang vier zurück. Dann ging es Schlag auf Schlag: Rund 15 Minuten vor Rennende schnappte sich Schrey zunächst Platz zwei vom Bulgaren. Wenige Sekunden später kämpften Bostandjiev und Sasse sehenswert um Platz drei – zunächst mit dem besseren Ende für Sasse. Rang drei hätte Sasse/Ortmann zudem als vorzeitige Champions gekrönt. In der letzten Runde überholte Bostandjiev jedoch nochmals Sasse. Beide Fahrzeuge kamen dabei auch leicht von der Strecke ab. So konnte Porsche-Pilot Lukas Schreier die Kontrahenten passieren und für sich sowie Teamkollege Zulauf Platz drei klarstellen. Währenddessen fuhr Pichler zum ungefährdeten Sieg, der für ihn und Andronaco auch den Triumph in der Juniorwertung bedeutete.

Rang vier ging an Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still (35/Kempenich, beide W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche. Sasse kam auf Rang fünf, konnte sich aber über den Meistertitel in der Juniorwertung freuen. Sechste wurden Jan Philipp Springob (21/Olpe) und Robin Falkenbach (20/Niederkassel, beide Drago Racing Team ZVO) im Mercedes-AMG GT4 vor dem Aston Martin-Duo Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) sowie Bostandjiev/Lefterov.

Neunte wurden Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport). Die Aston Martin-Piloten haben in der Tabelle nun 24 Punkte Rückstand auf Ortmann/Sasse und sind die einzige Paarung, die den Tabellenführern die Meisterschaft noch streitig machen kann. Die Top Zehn komplettierten Tom Wood (20/GBR) und William Tregurtha (22/GBR, beide Racing One) in einem weiteren Aston Martin. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing). Die Porsche-Fahrer standen bereits vor dem Rennwochenende als Trophy-Meister fest.

Stimmen nach dem Rennen:

Vincent Andronaco - Sieger für Allied-Racing: „Ich habe mich auf einen guten Start fokussiert und gleich zwei Kontrahenten überholt. Ab Runde zwei fand ich einen guten Rhythmus und konnte auch noch den Ersten überholen. Danach habe ich einfach nur noch den Vorsprung gemanagt.“

Leo Pichler - Sieger für Allied-Racing: „Der Hockenheimring scheint mir zu liegen, denn dort habe ich bereits letztes Jahr das Samstagsrennen gewonnen. Wir hatten in dieser Saison auch schon viel Pech - umso mehr bin ich froh über den Sieg. Vincent und das Team haben einen mega Job gemacht. Ich habe in meinen Stint einfach nur versucht, die Position zu halten. Das hat funktioniert.“

Michael Schrey - Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport: „Das ist doch mal ein richtig cooles Ergebnis mit dem Altwagen. Wir haben uns ein Podium für die Mannschaft erhofft, um uns auch in der Meisterschaft noch etwas zu verbessern. Das ist gelungen. Wir hoffen, morgen nochmals ein gutes Ergebnis zu holen.“

Gabriele Piana - Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport: „Wir freuen uns natürlich sehr über das Ergebnis. Ich denke, es ist das absolute Maximum. Ich hatte einen guten Start mit einem fairen Zweikampf. Dann wollte ich die Pace der Spitze halten. Doch die Porsche waren heute auf den Geraden ein wenig zu schnell. Somit konnte ich nicht überholen.“

Hugo Sasse - Champion der Juniorwertung: „Ich freue mich sehr über diesen Titel, der mir sehr viel bedeutet. Natürlich hätte ich auch bereits heute gerne die Fahrer-Meisterschaft gemeinsam mit Mike klargestellt. Doch da müssen wir hoffentlich noch bis morgen warten. Wir hatten eine super Pace gezeigt. Der Junior-Titel ist auf jeden Fall ein ganz großer sportlicher Erfolg.“


Ladniak sichert sich mit Sieg den Titel in der Junior-Wertung

  • Andersen hält Podiumsrekord am Leben
  • Kampf um die Vizemeisterschaft durch Bäckman-Ausfall völlig offen
  • Saisonfinale steigt am Sonntag um 11.35 Uhr im kostenlosen Livestream auf sport.de

Szymon Ladniak sichert sich bei seinem zweiten Saisonsieg die Junior-Meisterschaft
Foto: ADAC-Motorsport

Auch der vierte Titel der ADAC TCR Germany Saison geht an das Liqui Moly Team Engstler. Junior Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) hat das Samstagsrennen auf dem Hockenheimring für sich entschieden und sich durch diesen Sieg die Junior-Wertung der ADAC TCR Germany gesichert. Sein ärgster Konkurrent René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) kam im Hyundai i30 als Vierter ins Ziel und kann den Polen im Saisonfinale am Sonntag nicht mehr abfangen. Nach 17 Runden überquerte Ladniak die Ziellinie vor seinem Teamkollegen Martin Andersen (28, Dänemark). Der Däne steuerte seinen Honda Civic vom fünften auf den zweiten Platz und steht auch im 13. Saisonrennen auf dem Podium. Am Sonntag kann der TCR-Champion seinen Rekord perfekt machen. Noch nie zuvor hatte ein Fahrer alle Saisonrennen auf dem Podium beendet.

„Den Junior-Titel ein Rennen vor dem Ende zu gewinnen ist ein riesiger Erfolg für uns. Wir können aber auch noch die Vizemeisterschaft erreichen, sodass ich den Titel fürs erste schnell vergessen muss, damit ich mich voll auf das Qualifying am Abend fokussieren kann“, freut sich Ladniak über seinen Titelgewinn. „Ich bin sehr glücklich mit dem Sieg, da ich vor dem Rennwochenende noch krank war und sehr viel Arbeit geleistet habe, um heute fit hier zu stehen.“

Hinter Szymon Ladniak überquerte dessen Teamkollege Martin Andersen die Ziellinie als Zweiter. Auch wenn der Däne die Fahrermeisterschaft bereits auf dem Sachsenring klarmachte, hat der 28-jährige noch ein großes Ziel vor Augen. „Ich hatte kein gutes Qualifying, aber ich wusste, dass ich die Pace habe. Ich bin schnell nach vorne gekommen und habe dann Szymon verteidigt“, fasst der Däne sein Rennen zusammen. „Ich will nichts vorhersagen, aber ich werde alles für das nächste Podium und den Rekord geben. Wir haben ein gutes Auto und eine gute Pace.“

Karklys verliert den Start – Bäckman scheidet aus

Polesetter Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) hatte alle Trümpfe in der Hand, litt dann beim Start jedoch an Motorenproblemen. Nach seinem verpatzten Start konnte sich der 33-jährige allerdings zurückkämpfen und das Rennen auf dem dritten Platz beenden. Für Karklys war es der sechste Podestplatz in dieser Saison. „Es fühlt sich komisch an, nach einem dritten Platz enttäuscht zu sein. Beim Start ist irgendwas mit dem Motor passiert und ich hatte nicht genügend Power. Insgesamt bin ich aber glücklich, dass ich das Rennen auf dem Podium beenden konnte.“

Nach Karklys kamen alle drei ROJA-Hyundai hintereinander ins Ziel. Hinter René Kircher auf P4 beendeten Junior Gaststarter Tim Rölleke (21, Lüdinghausen, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und Robin Jahr (31, Potsdam, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) das Rennen auf Platz fünf und sechs. Für Jahr hatte es lange Zeit nach einem Podestplatz ausgesehen, jedoch verlor der ROJA-Teamchef seinen Wagen gleich zweimal im Motodrom, sodass er am Ende sechster wurde.

Ein rabenschwarzes Wochenende erlebt bis dato Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing). Nach ihrem Crash im zweiten freien Training und dem damit verbundenen letzten Startplatz im Qualifying, kämpfte sich die Schwedin im Rennen bis auf P5 stark zurück. Ein Dreher und daraus entstandener Reifenschaden beendete ihr Rennen jedoch vorzeitig. In der Fahrerwertung liegt Bäckman nun gerade einmal fünf Punkte vor Ladniak. Der Kampf um die Vizemeisterschaft ist vor dem letzten Saisonrennen somit völlig offen.