Sonntag, 18. Oktober 2020

Der erste seiner Art: Tim Heinemann krönt sich zum Champion der neuen DTM Trophy

  • Spitzenreiter Heinemann reicht in Zolder dritter Platz für Titelgewinn
  • Lucas Mauron feiert in packendem Rennen seinen Premierensieg
  • Nico Verdonck überrascht mit Rang zwei im Toyota Supra

Tim Heinemann holt den ersten Titel in der DTM-Trophy
Foto: dtm.com

Die neue DTM Trophy hat ihren ersten Champion: Tim Heinemann (GER, Mercedes-AMG) reichte im ersten Rennen des Wochenendes im belgischen Zolder ein dritter Platz, um sich bereits frühzeitig zum ersten Titelträger der neuen Rennserie für seriennahe GT-Sportwagen zu krönen, die sich als Unterbau der DTM auf Anhieb etabliert. Mit 223 Punkten liegt der Deutsche uneinholbar vorn. Sechs Siege, zwei zweite Plätze, einmal Platz drei – die Bilanz von Tim Heinemann kann sich wirklich sehen lassen. Das Ergebnis des Samstag-Rennens in Zolder hatte allerdings eine Überraschung zu bieten: Audi-Pilot Lucas Mauron (SUI, Hella pagid – racing one) stand zum ersten Mal ganz oben auf dem Siegerpodest. Für eine weitere Podiums-Premiere sorgte in einem wahrem Rennkrimi der zweitplatzierte Nico Verdonck (BEL, Toyota Supra, Ring Racing).

Spannender Dreikampf bis kurz vor Schluss

ie DTM Trophy bot auf dem belgischen Traditionskurs erneut GT-Sport vom Feinsten. Mauron, der sich überraschend die Pole-Position vor Heinemann gesichert hatte, musste seine Führung schon in Runde eins an den hart kämpfenden Verdonck abgeben. Heinemann hielt nur kurz dagegen, fiel zwischenzeitlich auf Rang fünf zurück und kämpfte sich dann wieder an die Spitzengruppe heran. Aus dem Zweikampf um den Sieg, der zwischen Mauron und Verdonck ablief, hielt sich der Deutsche heraus – für ihn zählte nur die Platzierung vor Meisterschafts-Verfolger Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport), der sich mit Gesamtrang fünf begnügen musste und nun nur noch um den inoffiziellen Vizetitel fährt. Verdonck, der das Rennen lange Zeit anführte, musste den immer stärker werdenden Mauron kurz vor Rennende passieren lassen. Dennoch lagen alle drei Podiumsplatzierten bis zum Schluss in Schlagdistanz.

Der Kampf um Platz zwei in der Fahrerwertung ist weiterhin offen: Kisiel liegt mit 122 Punkten vor dem britischen BMW-Piloten Ben Green (103). Weiter geht es in der DTM Trophy am Sonntag (Start um 15:15 Uhr/live via Streaming-Plattform grid.dtm.com).


Stimmen – 1. Rennen, Zolder

Lucas Mauron, Audi, Sieger

„Mein erster Sieg, und der fühlt sich natürlich sehr gut an. Ich hoffe, dass weitere folgen werden. Die erste Phase des Rennens war nicht leicht für uns. Beim Start gab es einen kurzen Fight mit Tim, gegen den ich mich aber zum Glück durchgesetzt habe. Im weiteren Rennverlauf ist es mir gelungen, die Pace gut zu managen. Davon habe ich dann kurz vor Schluss profitiert und Nico Verdonck überholt.“

Nico Verdonck, Toyota, 2. Platz

„Ein tolles Rennen für uns, insbesondere die erste Runde lief natürlich sehr gut. Ich habe nicht erwartet, da so gut mitgehen zu können. Toyota und mein Team Ring Racing haben sehr hart gearbeitet, um das Auto zu verbessern. Das hat sich nun ausgezahlt. Nach dem Start war meine Pace eine Zeit lang richtig gut, aber gegen Ende des Rennens wurde Lucas Mauron zu stark. Auf der Geraden war der Geschwindigkeitsunterschied einfach zu groß, um ihn hinter mir zu halten. Insgesamt aber ein gutes Gefühl, vorn mitzumischen.“

Tim Heinemann, Mercedes-AMG, 3. Platz

„Ein Traum wird wahr. Die lange, harte Arbeit hat sich gelohnt. Sechs Rennen in Folge zu gewinnen und jetzt den Titel einer neuen Serie zu holen, fühlt sich einfach unglaublich an. Keiner von uns hätte damit gerechnet, als wir in die Saison eingestiegen sind. Heute war es ein hartes Rennen für uns – von Platz zwei gestartet, zwischenzeitlich sogar nur Fünfter, und dann wieder zurückgekämpft. Die DTM Trophy ist eine der härtesten Serien im GT und Tourenwagensport. Es gibt viele schnelle Jungs hier. Jetzt wird erst einmal gefeiert – aber natürlich sind auch noch drei Rennen zu fahren, auf die wir uns sehr freuen.“

Samstag, 17. Oktober 2020

Dritter Sieg in Folge: René Rast erobert DTM-Spitze

  • Titelverteidiger René Rast gewinnt auch das dritte Rennen in Zolder
  • Robin Frijns am Samstag Zweiter, Nico Müller nur auf Platz sechs
  • Erstes DTM-Podium für Ferdinand Habsburg und WRT Team Audi Sport

Renè Rast vor Robin Frijns (beide Audi) 
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel


Krimi in der DTM: Mit seinem dritten Sieg in Folge hat René Rast vom Audi Sport Team Rosberg die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Vor den letzten drei Rennen liegen die drei Titelkandidaten innerhalb von nur 15 Punkten.

Drei Rennen in Zolder, drei Siege für René Rast – auch zum Auftakt des zweiten Zolder-Wochenendes war der Titelverteidiger auf der belgischen Rennstrecke eine Klasse für sich: Pole-Position, Sieg und die schnellste Runde im Samstagsrennen. „Vor zwei Wochen sah es noch so aus, als könnten wir die Meisterschaft nicht gewinnen“, sagte Rast nach dem insgesamt 22. Sieg seiner DTM-Karriere. „Innerhalb von anderthalb Wochen das Ding so zu drehen ist ein gigantisches Gefühl. Ich bin megahappy. Robin (Frijns) war heute extrem stark, hat nach seinem Boxenstopp und auch zum Schluss viel Druck gemacht. Es war kein einfaches Rennen.“

Frijns hatte am vergangenen Wochenende wertvolle Punkte durch einen Unfall in der Boxenausfahrt verloren. Weil sein Auto anschließend Feuer fing, musste das Audi Sport Team Abt Sportsline den Audi RS 5 DTM vor Ort komplett neu aufbauen. „Die Jungs haben einen super Job gemacht“, sagte Frijns. „Ich war im Rennen zeitweise schneller als René, aber die Umstände waren heute gegen uns. Nach dem Safety-Car-Restart wollte ich (Ferdinand) Habsburg überholen, René hat aber geschickt dafür gesorgt, dass ich hinter Habsburg bleibe. Nach meinem Boxenstopp habe ich René attackiert, aber er hatte selbst Push-to-Pass und DRS, weil noch zwei andere Autos vor uns lagen, und konnte so meine Angriffe abwehren.“

Teamkollege Nico Müller musste im Titelkampf einen weiteren Rückschlag einstecken. Der Schweizer kam im Qualifying nicht über Startplatz acht hinaus. Im Startgetümmel wurde der bisherige Tabellenführer abgedrängt und bis auf den vorletzten Platz durchgereicht. Nach einem frühen Boxenstopp fuhr Müller noch auf Rang sechs nach vorn, trotzdem verlor er die Tabellenspitze an René Rast. „Es ist unglaublich, dass man in kurzer Zeit so viel haben kann, was gegen einen läuft“, sagte Müller. „Heute war wieder so ein Tag. Das Qualifying ist schon nicht gut gelaufen. Und weil das noch nicht gereicht hat, wurde ich in Kurve zwei erst einmal schön weggekegelt und war am Ende des Feldes. Danach war es die richtige Entscheidung, früh reinzukommen. So konnte ich einige Plätze gutmachen. Nur an Fabio (Scherer) bin ich nicht vorbeigekommen.“

Nicht nur der Schweizer ließ das Kundenteam WRT Team Audi Sport jubeln: Ferdinand Habsburg bescherte der belgischen Mannschaft beim Heimspiel in Zolder das erste Podium seit dem Einstieg in die DTM zu Beginn der Saison 2019. Auch für den Österreicher war es das erste DTM-Podium. Habsburg startete schon zum zweiten Mal in diesem Jahr aus der ersten Reihe, musste im Rennen nur Robin Frijns vorbeilassen und verteidigte anschließend Platz drei erfolgreich gegen BMW-Werksfahrer Jonathan Aberdein. Fabio Scherer und Harrison Newey komplettierten mit den Plätzen fünf und sieben das bisher beste Ergebnis der Mannschaft von Vincent Vosse in der DTM. 

Auch Jamie Green sammelte Punkte, obwohl der Brite in der zehnten Runde von BMW-Pilot Philipp Eng „umgedreht“ wurde. Eine Aufholjagd brachte ihn noch auf Platz acht nach vorn. In der letzten Runde überholte er mit einem beherzten Manöver noch Timo Glock im BMW.

Ohne Punkte blieb das Audi Sport Team Phoenix. Am Auto von Mike Rockenfeller wurde schon vor dem Start eine undichte Verbindung an einer Ölleitung festgestellt. Der Deutsche nahm das Rennen auf, musste seinen Audi RS 5 DTM nach vier Runden aber an der Box parken. Benoît Tréluyer wurde bei seinem ersten Einsatz im Audi Sport Team Phoenix nach einer Durchfahrtstrafe 14. Der Franzose vertritt in Zolder seinen Landsmann Loïc Duval, der an diesem Wochenende beim Langstreckenklassiker „Petit Le Mans“ in den USA im Einsatz ist.

„Das Highlight des Rennens war für mich der dritte Platz von Ferdinand Habsburg“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „WRT hat verdient das erste Podium eines Kundenteams in der modernen DTM-Ära geholt. René (Rast) ist hier bisher nicht zu schlagen. Robin (Frijns) hat heute alles versucht und war am Ende nah dran. Es ist nun richtig eng in der Meisterschaft, und ich freue mich schon auf das morgige Rennen und die nächste Runde im Titelkampf.“

Drei Rennen vor Saisonende liegen die drei Titelkandidaten an der Tabellenspitze innerhalb von nur 15 Punkten. René Rast führt vor dem letzten der vier Zolder-Rennen (Sonntag ab 13 Uhr live bei SAT.1 und ran.de) mit 277 Punkten vor Nico Müller (267) und Robin Frijns (262). Damit kann jeder der drei Titelkandidaten Zolder als Spitzenreiter verlassen.


Henric Skoog und Nick Yelloly holen ersten Saisonsieg für BMW

  • Schubert-Piloten gewinnen am Samstag auf dem Red Bull Ring
  • Skoog siegt auch in der Pirelli-Junior-Wertung
  • Zweiter Sieg in Pirelli-Trophy-Wertung für Elia Erhart

Schubert Motorsport, Henric Skoog, Nick Yelloly
Foto: ADAC-Motorsport

Der achte Sieger im neunten Rennen: Mit einer souveränen Leistung gewannen Henric Skoog (24/S) und Nick Yelloly (29/GB, beide Schubert Motorsport) im BMW M6 GT3 das Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring. Ihr Triumph im 199. Rennen der "Liga der Supersportwagen" war der erste für BMW in dieser Saison. Zweite wurden auf dem österreichischen Formel-1-Kurs die Porsche-Fahrer Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport), den dritten Rang sicherten sich Erik Johansson (24/S) und Jens Klingmann (30/Tägerwilen, beide MRS GT-Racing) in einem weiteren BMW. "Der Erfolg war nach unserem nicht so einfachen Saisonstart wichtig für das ganze Team", so Sieger Henric Skoog im Ziel. "Die Jungs haben sich wahnsinnig gefreut. Nun wollen wir morgen noch einmal glänzen." Am Sonntag wird in Österreich das 200. ADAC GT Masters-Rennen ausgetragen.

Skoog dominiert erste Rennhälfte

Die späteren Sieger Henric Skoog und Nick Yelloly bestimmten ab der ersten Runde das Geschehen. Pole-Setter Steijn Schothorst (26/NL, GRT Grasser Racing Team) konnte sich dagegen nur kurz über seine ideale Ausgangsposition freuen. Bereits auf dem Weg zu Turn 3 wurde der Niederländer von Skoog, Robert Renauer und Erik Johansson überholt und auf Platz vier verdrängt. An der Spitze bestimmte anschließend Skoog das Geschehen. Der Schwede setzte sich kontinuierlich von den Verfolgern ab und hatte nach zehn Runden bereits einen Vorsprung von 4,6 Sekunden. Als zur Rennmitte das Boxenstoppfenster begann, betrug sein Zeitpolster auf den Zweitplatzierten Renauer mehr als sieben Sekunden. Teamkollege Nick Yelloly baute dieses anschließend auf zwischenzeitlich mehr als neun Sekunden aus und fuhr ungefährdet zum ersten Saisonsieg von BMW. Für den Briten und Partner Skoog war es der erste Triumph im ADAC GT Masters überhaupt, für Schubert Motorsport der insgesamt elfte und erste seit Zandvoort 2015. Skoog sicherte sich damit auch erstmals den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

Robert Renauer und Porsche-Werksfahrer Sven Müller holten als Zweite ihr viertes Podium der Saison und verbesserten sich auf den dritten Gesamtrang. Rund fünf Sekunden dahinter kamen Erik Johansson und Vorjahressieger Jens Klingmann in einem weiteren BMW als Dritte zu ihrem ersten Top-3-Ergebnis der Saison. Das Duo setzte sich nach einem engen Kampf mit 0,3 Sekunden Vorsprung gegen Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E) durch, die als Vierte beim Heimspiel ihres Rennstalls GRT Grasser Racing Team das Podium nur knapp verpassten. Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) kamen im besten Mercedes-AMG GT3 Evo als Fünfte ins Ziel.

Die Tabellenzweiten Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) holten sich mit ihrem Porsche 911 GT3 R von Startplatz zehn als Sechste im Ziel weitere wichtige Punkte im Titelkampf. Pole-Setter Schothorst und Partner Tim Zimmermann (24/Langenargen) mussten sich am Ende mit Platz sieben zufriedengeben.

Nach einem schwierigen Qualifying mit Startplatz 24 erkämpften sich die Audi-Piloten Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) noch den achten Rang. Mit insgesamt 121 Punkten führen die Titelverteidiger weiterhin die Tabelle an. Ihr Vorsprung auf die Verfolger Engelhart und Ammermüller beträgt nur noch sieben Punkte. Die Top 10 komplettierten Niels Lagrange (29/B) und Clemens Schmid (30/A) im dritten Lamborghini des GRT Grasser Racing Team und Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT) im Mercedes-AMG GT3 Evo.

Den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung für nichtprofessionelle Piloten holte Audi-Pilot Elia Erhart (32/Röttenbach, EFP Car Collection by Tece).

Stimmen der Sieger:

Henric Skoog (Schubert Motorsport, BMW M6 GT3):

"Beim Start ging es für mich Seite an Seite mit Steijn (Schothorst) durch die erste Kurve, trotz eines kleinen Kontakts konnte ich ihm gut folgen und auf der anschließenden Geraden in Führung gehen. Von da an war es uns möglich, unser eigenes Rennen zu fahren und vor allem auf den Zustand der Reifen zu achten. An der Spitze des Feldes zu liegen macht das Rennen einfacher, so ist es uns gelungen, konstant saubere Runden abzuliefern. Als Team sind wir mit dem Sieg überglücklich und werden unser Bestes geben, auch im morgigen Rennen eine gute Platzierung einzufahren."

Nick Yelloly (Schubert Motorsport, BMW M6 GT3):

"Die heutigen Bedingungen und unser BMW M6 GT3 sind sicherlich eine gute Kombination, gerade weil das Auto hier in den schnellen und mittelschnellen Passagen seine aerodynamischen Vorteile ausspielen kann. Allerdings hat unser Team Schubert Motorsport ebenso einen super Job gemacht, darauf möchten wir auch in Zukunft aufbauen. Heute waren wir bereits im Qualifying gut unterwegs, in der zweiten Rennhälfte konnte ich unsere Pace dann gut kontrollieren. Der Sieg macht mich sehr glücklich - sowohl für Henric (Skoog) als auch für mich ist es schließlich der erste Triumph im ADAC GT Masters."

Aufsteigender Rast: dritter Sieg in Folge und neuer Tabellenführer

  • Führungswechsel: Nico Müller verliert nach Platz sechs die Tabellenspitze
  • Jubel beim Audi-Kundenteam WRT: Erstes Podium, Ferinand Habsurg Dritter  
  • Aberdein hält mit Platz vier BMW-Fahnen am höchsten

Start in Zolder
Foto: dtm.com

Vollgas-Wendung im DTM-Titelkampf: Audi-Pilot René Rast hat mit seinem dritten Sieg in Folge erstmals in dieser Saison die Tabellenführung erobert. Mit zehn Punkten Rückstand war der zweimalige DTM-Champion zum 15. Saisonrennen in Zolder angetreten, vor dem Sonntagrennen hat er nun sogar zehn Punkte Vorsprung auf Nico Müller. Der Schweizer büsste als Sechster erneut wichtige Punkte ein und verlor erstmals seit dem Auftaktrennen in Spa-Francorchamps die Führung. Rast musste in Zolder allenfalls Robin Frijns fürchten, der Rast mehrfach attackierte und Zweiter wurde. Der Niederländer bleibt mit fünf Punkten Rückstand auf Müller ebenfalls äußerst aussichtsreich im Titelrennen. Zu den Gewinnern von Zolder zählte neben Rast auch Ferdinand von Habsburg. Der Österreicher eroberte im privat eingesetzten Audi RS 5 DTM als Dritter seine erste Podiumsplatzierung, gleichzeitig auch das erste Podium für das belgische Audi-Kundenteam WRT.

Drama um Müller, Dreikampf um Podiumpremiere

Für Rast, der im Qualifying die fünfte Pole-Position der Saison holte, lief bereits beim Start alles wie am Schnürchen. Der Audi-Pilot verteidigte die Führung geschickt. Dahinter behauptete Habsburg, nach einer starken Leistung im Qualifying, von Rang zwei gestartet, seine Position vor dem drittplatzierten Frijns. Letzterer zog im weiteren Verlauf aber am jungen Österreicher vorbei. Nico Müller, als Meisterschaftsführender ins zweite Zolder-Wochenende gestartet, hatte im Qualifying erneut Probleme und ging nur von der enttäuschenden achten Position ins Rennen. Auch der Rennstart lief für den Schweizer nicht nach Plan. Nach einem Kontakt mit dem Audi von Harrison Newey (GBR) wurde Müller bis auf Platz 14 durchgereicht, konnte sich aber im Laufe des Rennens Schritt für Schritt zurückkämpfen. Vor ihm entwickelte sich ein Dreikampf um die Podiumspremiere – neben Ferdinand Habsburg griffen auch Jonathan Aberdein (RSA, BMW) und Fabio Scherer (SUI, Audi) nach dem ersten "Pott" für einen der ersten drei Positionen. Abwohl sich Aberdein als bester BMW-Mann bis in den Windschatten von Habsburg vorkämpfte, reichte es am Ende nicht für ein Top-3-Resultat.

Nach dem 15. Saisonlauf ist Rast mit 277 Punkten neuer Gesamtführender der Fahrerwertung, Müller rutscht auf Platz zwei und liegt zehn Punkte hinter dem Titelverteidiger. Frijns bleibt mit 262 Punkten dicht auf den Fersen. Der packende Dreikampf um die DTM-Krone 2020 geht am Sonntag, 18. Oktober, (ab 13:00 live in SAT.1 und auf grid.dtm.com) in die nächste Runde.


Stimmen – 1. Rennen, Zolder 2

René Rast, Audi, Sieger

„Ich hatte wieder einen guten Start und konnte den ersten Platz verteidigen. Auch beim Safety-Car und Restart  war alles okay. Dann habe ich beobachtet, wer wann an die Boxen gefahren ist. Robin Frijns kam mir danach einmal ziemlich nahe, er hat einigen Druck ausgeübt. Dann konnte ich den Abstand wieder vergrößern und meine Reifen schonen, bis Robin am Ende wieder näher kam. Er hatte eine sehr gute Pace. Auch Ferdinand Habsburg war sehr stark, Gratulation zum ersten Podium. Wer hätte noch vor ein paar Wochen gedacht, dass wir nun die Meisterschaft anführen? Alles ist offen. Wer jetzt einen Fehler macht, ist raus aus dem Titelkampf. Wir haben alle drei die Pace, um den Titel zu gewinnen.“

Robin Frijns, Audi, 2. Platz

„Mein Start war gut. Dann kam früh das Safety-Car auf die Strecke, und ich war froh, dass anders als vor einer Woche ich die Neutralisation nicht ausgelöst habe. Als ich an Ferdinand Habsurg vorbeigekommen bin, habe ich versucht, René Rast zu attackieren. Ich war etwas früher in der Box, meine Reifen waren also schon auf Temperatur, als er vom Boxenstopp zurückkam. Ich konnte den Abstand verkürzen, dann bin ich aber in Kurve zwei etwas zu weit hinausgetragen worden. Daraufhin habe ich mich etwas zurückfallen lassen und die Reifen für eine Schlussatacke geschont. Das hat funktioniert. Ich war auf die letzte Runde fokussiert, aber irgendwie habe ich das "Last Lap"-Schild verpasst.“

Ferdinand Habsburg, Audi, 3. Platz

„Natürlich bin ich überglücklich. Ich habe mein Bestes gegeben und meinen zweiten Startplatz sehr gut genutzt. Am Ende habe ich die Runden heruntergezählt, ich wollte auf keinen Fall einen Fehler machen. Dann wurde endlich das Schild für die letzte Runde gezeigt. Bei der Zieldurchfahrt habe ich endlos den Funkknopf gedrückt und meine Freude herausgeschrieben. Mein Team hat davon heute Abend bestimmt Kopfschmerzen. Ich bin so überglücklich und stolz, erstmals auf dem Podium zu stehen. Und es ist ja auch das erste Podium für mein Team WRT. Das werden wir feiern.“


Ergebnis – 1. Rennen, Zolder 2

01. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 41 Runden in 58.10,281 Minuten 

02. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 0,877 Sekunden 

03. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS5 DTM, + 22,790 Sek. 

04. Jonathan Aberdien (RSA), BMW M4 DTM, + 26,462 Sek. 

05. Fabio Scherer (SUI), Audi RS 5 DTM, + 34,695 Sek. 

06. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 35,154 Sek. 

07. Harrison Newey (GBR), Audi RS 5 DTM, + 36,041 Sek. 

08. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 42,515 Sek. 

09. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 42,982 Sek. 

10. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 1.11,634 Min. 


Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.20,396 Min.

Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.18.843 Min.

Wetter: 10°C, bewölkt

Strecke: 17°C, trocken


BMW holt ersten Saisonsieg im ADAC GT Masters

  • Henric Skoog und Nick Yelloly dominieren Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring
  • Titelverteidiger Niederhauser/van der Linde weiter Tabellenführer


Erster BMW-Sieg in der Saison 2020
Foto: ADAC-Motorsport


Die BMW-Piloten Henric Skoog (24/S) und Nick Yelloly (29/GB, beide Schubert Motorsport) holten sich im Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring den Sieg. Startfahrer Skoog, von Rang zwei ins Rennen gegangen, eroberte bereits in der ersten Runde die Führung und baute diese bis zu den Fahrerwechseln zur Rennmitte auf mehr als sieben Sekunden aus. Partner Yelloly fuhr anschließend souverän zum ersten Saisonsieg des BMW M6 GT3. Mit einem Rückstand von 8,5 Sekunden wurden Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche Zweite, Rang drei sicherten sich Erik Johansson (24/S) und Jens Klingmann (30/Tägerwilen, beide MRS GT-Racing) in einem weiteren BMW. Das Audi-Duo Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) verteidigte mit Rang acht die Tabellenspitze.