Samstag, 30. Mai 2026

Superbike: Schrötter auf Pole, Tulovic nur Zehnter

Marcel Schrötter holt die Pole in Brno
Foto: Jens Hawrda

Das Tiefstapeln zum Saisonbeginn war wohl nur ein Ablenkungsmanöver, um nicht zu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Jetzt ist es mit der Ruhe um Marcel Schrötter vorbei. Der Neuzugang in der EURO MOTO Superbike hat die GERT56-BMW im tschechischen Brünn auf die Pole Position gestellt. Dominator Lukas Tulovic strauchelte.

Holger Homfeldt, einer der Köpfe des deutschen Teams grinste: „Naja, er hatte in der Superpole die richtigen Reifen und wenn er bei GERT56 fährt musste er auch eine 56er Zeit haben. Ist doch klar, oder?“ Ex-WM-Fahrer Schrötter hatte der Konkurrenz mit 1:56.965 min eine Rundenzeit im Automotodrom vorgelegt, an der sie zu knabbern hatte. Florian Alt (Honda) blieb knapp eine halbe Sekunde zurück, Markus Reiterberger (BMW) neun Zehntel.

Die Orgis-Brüder Leon und Orgis traten beide in der Q2 an. Leon hatte das gestern über das Superpole Pre Practice im Direkteinzug geschafft. Kevin zog am heutigen Samstag im Q1 nach, in dem sich die schnellsten drei Fahrer noch für die Q2 qualifizieren. Er war der zweite. Twan Smits, Lorenzo Zanetti, ein wieder genesener und zwischendurch sogar führender Patrick Hobelsberger und auch Milan Merckelbagh machten weitere Plätze in den ersten drei Startreihen unter sich aus. Der Niederländer war im Q1 sogar gestürzt.

Wo aber blieb Lukas Tulovic, der Überflieger auf der roten Ducati? Die Antwort: vierte Startreihe. Der Titelverteidiger und Doppelsieger vom Sachsenring kämpfte am Freitag mit dem Einlenkverhalten des Motorrads und gestern Abend gab es eine Krisensitzung. Erst am heutigen Samstag wurde das Problem behoben. „Dass er in Q1, als es leicht nieselte, nicht mit den Reifen gepokert hatte, ist der Grund, warum er nicht in die Q2 gekommen ist“, sagt sein Teamchef Marc Moser. Und legt gleich nach: „Für mich besteht trotzdem kein Zweifel daran, dass Lukas morgen um den Sieg mitfährt.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying (Top-Ten)

1. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

4. Leon ORGIS (DEU/BMW)

5. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

6. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

7. Patrick HOBELSBERGER (DEU/Honda)

8. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

9. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

10.Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Blin bekommt Konkurrenz aus dem eigenen Stall

Daniel Blin holt sich die Pole
Foto: Jens Hawrda

Drei Nationen, zwei Motorräder, zwei Teams in der ersten Startreihe. In der EURO MOTO Supersport geht die Post ab. Das Qualifying hatte es bis zur letzten Minute in sich. Das erste Rennen im tschechischen Brünn findet noch heute um 16:35 Uhr statt. Wer nicht vor Ort ist, kann die unter euromoto.racing/live mitfiebern.

Im Knapp die Hälfte des Fahrerfelds hatte ihre Position im zweiten Qualifying auf dem Automotodrom Brünn verbessern können. Daniel Blin, Dirk Geiger und Marcel Brenner gehörten nicht dazu. Sie waren schneller und hatten ihre Bestmarke schon in Q1 gesetzt. Blin (Automarket AF Racing Team) zog wie erwartet am Kabel und sichert sich wie schon zum Saisonauftakt auf dem Sachsenring die Pole Position. Der 24-jährige Ducati-Fahrer aus Polen war im vergangenen Jahr Gesamt-Dritter in der Supersport-Gesamtwertung hinter Dirk Geiger und Andreas Kofler, der in die Weltmeisterschaft aufgestiegen ist. Theoretisch steht ihm zum Titelgewinn nur Dirk Geiger im Weg, doch der Yamaha-Newcomer denkt nicht im Traum daran, ihm Platz zu machen.

Daniel Blin ist für Brenner in Reichweite

Ganz im Gegenteil: Wir haben von gestern auf heute noch ein bisschen was gefunden, was die Front am Motorrad beeinflusst. Technisch habe ich keine Ahnung, das machen alles die Mechaniker, aber ich habe jetzt vorne viel mehr Gefühl “, sagt Geiger (Team Apreco Yamaha), der seine Wünsche präzise angemeldet hat.

Für Blin kommt langsam auch Konkurrenz aus dem eigenen Haus dazu. Teamkollege Marcel Brenner sagt: „Ich hatte vor der Saison nur anderthalb Testtage und den Sachsenring kannte ich auch nicht. Aber inzwischen haben wir einen Riesenschritt gemacht. Ich komme richtig gut um die Kurven und immer näher in die Reichweite von Daniel. Wir sind im Training gemeinsam auf die Strecke gefahren und ich konnte locker an ihm dranbleiben. Vielleicht sollte ich jetzt nicht zu viel überlegen, sondern einfach nur fahren.“

Sensationell schlug sich Luca Göttlicher (LJ Racing). Wegen seiner Schulterverletzung hatte er beim ersten Event gefehlt. Nun qualifizierte er sich mit der MV Agusta F3 800 RR auf Anhieb für die zweite Startreihe. Mit Göttlicher hat sich der Marken-Exote nach einer Durststrecke einen echten Joker an Land gezogen. Der 19-Jährige hat selbst Großes vor und angekündigt: „Wenn die Rakete hochgeht, dann richtig.“ Der fünfte Startplatz war geplant, der sechste ist es geworden. Da ist noch Luft nach oben. Lorenzo Fellon aus Frankreich sorgte dafür, dass auch eine Kawasaki in den Top Ten steht.

EURO MOTO Supersport, Qualifying (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (PL/Ducati)

2. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

3. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

4. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

7. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

8. Lorenzo FELLON (FRA/Kawasaki)

9. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

10.Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Tobias Kitzbichler schnappt sich Pole in Brünn

Tobias Kitzbichler
Foto: Jens Hawrda

Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) startet beim zweiten Saisonwochenende der EURO MOTO Sportbike in Brünn von der Pole Position. Der Österreicher setzte bereits im ersten Qualifying am Samstagmorgen eine Fabelzeit von 2:07,381 Minuten und blieb damit auch nach dem zweiten Zeittraining an der Spitze der kombinierten Wertung.

Auf dem traditionsreichen Automotodrom Brno entwickelte sich ein enges Qualifying, in dem die Spitze dicht zusammenrückte. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) legte im zweiten Qualifying noch einmal nach und verkürzte den Rückstand auf lediglich 0,226 Sekunden. Mit einer Runde in 2:07,607 Minuten sicherte sich der Österreicher Startplatz zwei für das erste Rennen am Samstagnachmittag.

Komplettiert wird die erste Startreihe von Ruben Bijman (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Der Niederländer und seine Teamkollegen verzichteten aufgrund der noch leicht feuchten Streckenbedingungen auf schnelle Runden im ersten Qualifying und setzten alles auf das zweite Zeittraining. Der Plan ging auf. Der routinierte Niederländer mit WM-Erfahrung lieferte ab und verpasste mit einer Zeit von 2:08,003 Minuten Platz zwei um lediglich 0,396 Sekunden.

Ein Team, zweite Startreihe

Auch die zweite Startreihe verspricht Hochspannung. Lokalmatador Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) qualifizierte sich mit einer Zeit von 2:08,013 Minuten auf Rang vier. Der Tscheche war damit nur um Haaresbreite langsamer als sein Teamkollege Bijman und zählt vor heimischem Publikum erneut zu den Favoriten. Neben ihm stehen Teamkollege Luis Rammerstorfer und Mika Siebdrath. Allerdings muss Siebdrath eine bereits am Freitag ausgesprochene Strafe der Rennleitung absitzen. Wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse wird er für das erste Rennen um drei Startplätze zurückversetzt und startet damit nur von Position neun. Sein Plan, sich mit einer Topplatzierung im Qualifying etwas Luft für die Strafe zu verschaffen, ist damit nur teilweise aufgegangen. Nun wird entscheidend sein, wie viele Positionen der Sachse bereits in den ersten Rennmetern wieder gutmachen kann.

Trotzdem unterstrich Freudenberg RORA-PALIGO Racing eindrucksvoll seine Stärke. Gleich vier Fahrer des Teams platzierten sich unter den ersten sechs der Qualifyingwertung und setzten damit ein deutliches Zeichen auf dem 5,4 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs.

Aus der dritten Startreihe gehen Tom Kuil (RT Motorsports Racing), der tschechische Gaststarter Daniel Tureček (Rohac & Fejta Motoracing Team powered by Eder Racing) und Maksymilian Palmowski (SP Race Project) ins Rennen. Dahinter folgen Julian van Kalkeren, Rick Kooistra (beiden SRTD Pearle Gebben) und Max Stauffer (Team Apreco – Yamaha) auf den Positionen zehn bis zwölf.

Erstes Rennen im Livestream am Samstag

Für die Sportbike-Klasse beginnt der Kampf um die ersten Punkte bereits am Samstagnachmittag. Um 15:45 Uhr startet das erste Rennen des Wochenendes über die Distanz von neun Runden. Das zweite Rennen folgt am Sonntag um 12:20 Uhr. Beide Läufe werden live auf euromoto.racing/live übertragen.

EURO MOTO Sportbike, Ergebnis Qualifying (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  3. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  4. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  5. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  6. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Daniel TUREČEK (#G24/CZE), Aprilia RS660
  8. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  9. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  10. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Hannes Soomer „Ich bin dann mal weg“

Hannes Soomer fehlt in Brno
Foto: Jens Hawrda

Einer fehlt in der EURO MOTO Superbike in Brünn: Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der Este ist nach zwei Rennen Gesamt-Vierter in der Meisterschaft. Trotzdem lässt er die derzeit in Tschechien stattfindende zweite Veranstaltung sausen. Stattdessen ersetzt er in der FIM Superbike Worldchampionship den verletzten BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci, der nach einem Highsider ausfällt.

In der Superbike-WM wird bereits die sechste Saison-Runde ausgetragen. Schauplatz ist das MotorLand Aragón in Spanien. BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci hatte sich zuletzt bei seinem Sturz im tschechischen Most einen Steißbeinbruch zugezogen. Seine Genesung steht für das Team im Vordergrund.

Für Soomer hat der Vertretungseinsatz Konsequenzen. Sein Fehlen in Brünn wird ihn in der EURO MOTO Superbike-Wertung schwer zurückwerfen. Dass er ansonsten Titelchancen gehabt hätte, bezweifelt der 28-Jährige allerdings. In der EURO MOTO sei es derzeit extrem schwer, ein Rennen zu gewinnen. Aber in Most vom 26. bis 28. Juni ist er wieder dabei. Sein Einsatz bei der Superbike-WM im MotorLand Aragón war schon fast nach einem zuvor absolvierten Test in Misano in trockenen Tüchern gewesen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek 


Superbike: Was ist das Geheimnis von Twan Smits auf Yamaha?

Twan Smits, Yamaha #95
Foto: Jens Hawrda

Den letzten Fahrertitel in der Superbike-Klasse für Yamaha holte der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger in der Saison 2020 auf einer YZF-R1. Seitdem hat die Marke nur spärlichen Podiumskontakt. Twan Smits ist in der EURO MOTO Superbike aktuell dabei, die Lage zu ändern. Zwei absolvierte Rennen, ein Podiumsplatz. Der Niederländer bringt frisches Leben in die Historie – und das liegt nicht nur an den Concession Parts.

Concession Parts sind genau definierte Teile, die ein Hersteller bringen darf, wenn er in der Meisterschaft zu weit zurückliegt, weil die Konstruktion des Serienmotorrads nicht für Spitzenresultate reicht. Yamaha hat für 2026 fünf Optionen und nimmt alle in Anspruch. Das betrifft die Bremse, das Motortuning, die im Vergleich zum Vorjahr anders konstruierte Schwingenlänge, die Gabelbrücke und den größeren Tank. Statt des 17-Liter-Serientanks wird ein 22-Liter-Tank verwendet. Die Auswahl ist vom Feinsten und hat WM-Reife.

Wim Vermeulen sieht darin jedoch nicht das größte Geheimnis, das hinter den deutlich verbesserten Ergebnissen steckt. Der Marketing Manager von Yamaha Motor Europe verweist vielmehr explizit auf Twan Smits, den 22-jährigen Fahrer vom Team Apreco, der nicht zuletzt aus Kostengründen die einzige Yamaha im ganzen EURO MOTO-Superbikefeld an den Start bringt. „Sein Anteil an der Entwicklung liegt bei 80 Prozent“, rechnet Vermeulen. „Twan hat seinen Fahrstil umgestellt. Vor einem Jahr war er noch wie ein Supersportler unterwegs. Jetzt fährt er wirklich wie ein Superbiker. Was dazu kommt, ist, dass er hervorragend mit den Pirelli-Reifen arbeiten kann.“

Smits Steigerung hat so eingeschlagen, dass er nach dem Ende der EURO MOTO-Saison noch die Superbike-WM-Rennen in Estoril und Jerez bestreiten wird. Vermeulen: „Falls sich einer unserer WM-Top-Fahrer bis dahin verletzen sollte, wird er schon vorher als Ersatzfahrer eingesetzt.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek