Donnerstag, 28. Mai 2026

Starke Fortschritte bleiben für TGI Team by GRT beim DTM in Zandvoort unbelohnt

  • TGI Team by GRT schließt die entscheidende Lücke zum neuen Lamborghini Temerario GT3
  • Mirko Bortolotti und Maximilian Paul sicherten sich am zweiten Rennwochenende drei Punkteplätze
  • Gottfried Grasser: "Die Entscheidungen dieses Wochenendes bedürfen einer Klärung"



TGI Team by GRT zeigte mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3 beim zweiten Lauf der DTM 2026 in Zandvoort vom 22. bis 24. Mai eine beeindruckende Wende. Nach einem herausfordernden Debüt im Red Bull Ring erzielten die Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti und Maximilian Paul drei Punkteplätze unter heißen Bedingungen in den Niederlanden vor 39.500 Zuschauern. Der Italiener zeigte am Sonntag mit einer starken Leistung sein Tempo und startete bis in die letzten Runden an der Spitze des Feldes. In beiden Rennen wurde er jedoch durch Strafen benachteiligt, was ihm bessere Ergebnisse kostete.

Ab Freitag zeigte das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team bereits deutliche Verbesserungen im Vergleich zum Auftaktwochenende vor einem Monat. Obwohl das Team vorher keine Gelegenheit hatte, mit dem Lamborghini Temerario GT3 auf dem 4,259 Kilometer langen Circuit Zandvoort zu testen, belegten Mirko Bortolotti und Maximilian Paul im ersten Training die Plätze acht und elf. In der zweiten Session schaffte es der DTM-Meister 2024 sogar, Vierter zu werden.

In der ersten Qualifikationssession am Samstag konnten Maximilian Paul und Mirko Bortolotti ihre Leistung aus dem Training zunächst nicht wiederholen und sicherten sich die Startplätze 15 und 17 in einem Feld von 21 GT3-Fahrzeugen. Das Rennen über eine Distanz von 55 Minuten plus einer Runde führte jedoch zu den 13. und 14. Plätzen, was auf einen Schritt in die richtige Richtung hindeutete. Während des Rennens holte Mirko Bortolotti fünf Plätze auf – kein anderer Fahrer gewann weitere Positionen. Die TGI Team by GRT Boxencrew leistete ihren Beitrag, indem sie den Reifenwechsel in beeindruckenden 6,87 Sekunden abschloss. Der 36-Jährige überquerte die Ziellinie auf Platz 12, doch eine überraschende 5-Sekunden-Strafe wegen eines Vorfalls in der Boxengasse warf ihn auf Platz 14 zurück. Maximilian Paul erzielte mit Platz 13 sein erstes Punkteergebnis der aktuellen Saison.

Mirko Bortolotti sicherte sich eine vielversprechende Startposition für das zweite Rennen, indem er sich auf Platz vier qualifizierte. Auch Maximilian Paul zeigte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vortag. Der 26-jährige Deutsche war fast eine halbe Sekunde schneller als im Qualifying am Samstag. Im Rennen hielt Mirko Bortolotti bis zur zweiten Boxenstoppphase, eine Viertelstunde vor Ziel, mit der führenden Gruppe in Kontakt. Auf dem fünften Platz trat während des Boxenstopps eine ähnliche Situation wie beim ersten Rennen auf. Ein Konkurrent wurde von seiner Boxencrew freigelassen und traf die rechte Seite von Mirko Bortolotti. Infolgedessen erhielt der Italiener jedoch eine Strafrunde, die ihn auf Platz elf zurückwarf. In den verbleibenden drei Minuten kämpfte er sich wieder auf Platz neun vor. Für Maximilian Paul endete das Rennen in Runde 19 nach einer Kollision vorzeitig.

Das TGI Team by GRT wird am kommenden Wochenende für die zweite Runde der GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup wieder in den Einsatz kommen. Mirko Bortolotti, Maximilian Paul und Franck Perera werden in einem dreistündigen Rennen auf dem Autodromo Nazionale Monza mit dem Lamborghini Temerario GT3 antreten. In der DTM findet das dritte von acht Rennwochenenden im diesjährigen Kalender vom 19. bis 21. Juni am Lausitzring statt.

Stimmen zum Rennwochenende

Mirko Bortolotti: "Uns wurde die Stärke verwehrtR-Ergebnisse an beiden Tagen, basierend auf unserer Meinung nach fragwürdigen Entscheidungen der Stewards. Zweimal in der Überholspur wegen unsicherer Freifahrten getroffen zu werden und dann infolgedessen Strafen zu erhalten, ist schwer zu verstehen und birgt das Risiko, einen gefährlichen Präzedenzfall zu schaffen. Positiv ist, dass wir leistungstechnisch in die richtige Richtung gehen und weiterhin solide Fortschritte machen."

Maximilian Paul: "Zuallererst freue ich mich, dass wir als Team mit Lamborghini solche Fortschritte gemacht haben. Unser Auto ist endlich in einer Position, in der wir mithalten und ganz vorne stehen können, wie Mirko gezeigt hat. Entschuldigung an das Team für den Kontakt in meinem zweiten Rennen, der bedeutete, dass wir nicht ins Ziel kommen konnten. Die Stimmung ist trotzdem gut. Ich bin einfach stolz, Teil dieses Teams zu sein, und es macht unglaublich viel Spaß. Ich werde weiter an meinem eigenen Spiel arbeiten und gemeinsam sorgen wir dafür, dass wir ein wirklich großartiges Auto auf die Strecke bringen und erfolgreich sind."

Gottfried Grasser, Teamchef: "Insgesamt war das Wochenende sehr positiv. Wir hatten vor der Veranstaltung in Zandvoort nicht getestet, und es hat am Wochenende eine Weile gedauert, bis wir das richtige Gleichgewicht mit dem neuen Setup gefunden haben. Wir sehen jetzt, dass wir uns auf dem richtigen Weg bewegen, und freuen uns, die Lücke geschlossen zu haben. Die Zusammenarbeit zwischen Lamborghini Squadra Corse, den Teams und der Rennserie verdient hier besondere Erwähnung. Der Dialog war sehr konstruktiv und wir sind optimistisch hinsichtlich der bevorstehenden Ereignisse. Die Rennen in Zandvoort waren jedoch turbulent für uns. Wir sind mit den Entscheidungen der Rennleitung bezüglich Vorfällen in der Boxengasse nicht einverstanden. Bis jetzt hatte ein Auto auf der Überholspur immer Vorrang, und zu unserer Überraschung wurde das diesmal ganz anders gehandhabt. Ich denke, die Entscheidungen von diesem Wochenende bedürfen einer Klarstellung, sonst wird es bei den Boxenstopps in Zukunft nur noch Chaos geben. Betrachtet man das große Ganze, ist das für uns im Moment jedoch zweitrangig. Unser Fokus liegt darauf, mit dem neuen Auto zu arbeiten, und wir werden unser Bestes geben, um bald den nächsten Schritt zu machen. Vielen Dank an das gesamte Team für ihren unermüdlichen Einsatz. Wir werden weiter dranbleiben und freuen uns auf die kommenden Rennen."

Quelle: grasser-racing.com


Superbike: Reiti mit doppelter Rückendeckung in Brünn

Nur ein einziger Podiumsplatz in zwei Rennen ist nicht nach dem Geschmack des vierfachen Superbike-Champions Markus „Reiti“ Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Nach dem Saisonauftakt auf dem Sachsenring greift er am kommenden Wochenende bei der EURO MOTO-Runde in Brünn schon unter ganz anderen Voraussetzungen an. Ein Test und eine Gesellschaft machen viel aus.

Im Paket rund um die BMW M 1000 RR und die Pirelli-Reifen steckt für den 32-Jährigen aus Obing zwar noch etwas Arbeit. Aber genau deshalb war der Bayer vor einer Woche auf der Strecke testen, auf der es ab morgen um Bestzeiten geht. Das 5,403 km lange Autodrom Brno in den Nordosten Tschechiens ist vom 29. bis 31. Mai Ort des Geschehens für den zweiten Saison-Event.

Wiederholung aus dem Jahr 2018?

„An die Rennstrecke habe ich richtig gute Erinnerungen. Hier habe ich 2018 die Pole Position in der Superstock 1000-Klasse geholt und bin im gleichen Jahr Europameister gewonnen“, sagt Reiterberger und zieht eine positive Bilanz der letzten Tage. „Beim Test in der letzten Woche bin ich mit der EURO MOTO-BMW genauso schnell gefahren wie mit dem Motorrad aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Das stimmt mich zuversichtlich für die beiden Superbike-Rennen am Sonntag. Ich verstehe jetzt langsam wie das Motorrad zu fahren ist. Natürlich möchte ich in Brünn um Siege kämpfen, aber auch dort wird Lukas Tulovic mit der Ducati schwer zu schlagen sein.“

Tulo hatte auf dem Sachsenring dominiert und beide Läufe am Sonntag gewonnen. Aber Reiterberger will sich nicht lumpen lassen und weiß auch eine starke Truppe hinter sich. Sein Fanclub reist mit über 50 Leuten an sein und wird für die entsprechende Motivation sorgen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 27. Mai 2026

Supersport: Ist der Auswärtserfolg ein Schub für Kawasaki?

Lorenzo Fellon, Kawasaki ZX-6R #20
Foto: Jens Hawrda

Lorenzo Fellon ist der einzige Franzose im Fahrerfeld der EURO MOTO Supersport. Als Pfingstausflug zog es den 21-Jährigen von Kawasaki Weber für drei Tage in die MotoJunior FIM World Championship. Fellon fuhr aus Podium. Im Gegensatz dazu führt Freddie Heinrich die teaminterne Wertung in der EURO MOTO an.

Lorenzo Fellon ist neu in der EURO MOTO, aber kein Unbekannter: Ex-Teilnehmer am Red Bull MotoGP Rookies Cup, Moto3-Junior-WM, drei Jahre in der Moto3-WM. Sein Vater war der frühere Manager von MotoGP-Fahrer Johann Zarco.

Mit 21 Jahren hat Fellon jr. bereits viel gesehen. Zu Kawasaki Weber kam er durch Valentin Debise, der 2021 für das Team antrat. Debise sorgte vor fünf Jahren für die beste Kawasaki-Bilanz seit zehn Jahren. In der Supersport-Klasse raste er sechs Mal aufs Treppchen, drei Mal als Erster. Kawasaki war wieder an der Front. Debise hat jetzt in den Verhandlungen zwischen Teamchef Emil Weber und Lorenzo Fellon vermittelt.

Dass Fellon zu Pfingsten in Barcelona einen dritten Platz in der Stocksport-EM absahnte, sollte für einen ersten Höhenflug in der EURO MOTO am kommenden Wochenende in Brünn wie gemacht sein. Kommt auf der tschechischen Rennstrecke sein groer Auftritt? Denn der Einstand des Franzosen verlief auf dem Sachsenring harzig: P11 im ersten Lauf und eine Disqualifikation im zweiten Rennen. Null Punkte statt P7, weil seine Kawasaki 2,5 Kilogramm zu leicht war.

Teamkollege Freddie Heinrich kam deutlich besser in Schwung. Northern Talent Cup, Red Bull Rookies Cup und der Pro Superstock 1000 Cup haben Erfahrungen hinterlassen.

„Langfristig ist das Ziel, dass Lorenzo und Freddie in der Supersport-Klasse kontinuierlich in die Top 10 fahren“, setzt Teamchef Emil Weber Prioritäten. „Lorenzo war bei den Testfahrten schneller. Auf dem Sachsenring waren beide auf Augenhöhe.“ Vom 21-jährigen Sachsen ist Weber bereits schwer begeistert. Er hat das Ziel auf der Kawasaki Ninja ZX-6R nämlich auf Anhieb geschafft und ist nach zwei Rennen Gesamt-Neunter.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Superbike: Pax Hobelsberger ist wieder im Betriebsmodus

Patrick Hobelsberger, Honda CBR 1000 RR-R #52
Foto: Jens Hawrda

Der Saisonauftakt auf dem Sachsenring war für den EURO MOTO-Superbiker Patrick Hobelsberger ein einziges Desaster. Er reiste vorzeitig ab. In Brünn soll es am kommenden Wochenende besser laufen.

Ein hochroter Kopf wechselte sich ab mit vornehmer Blässe. Patrick „Pax“ Hobelsberger hatte schon besser ausgesehen. Beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring vor drei Wochen hatte den Superbike-Dritten des Jahres 2023 ein fetter Infekt völlig aus der Spur geworfen. Hobelsberger war deshalb weit weg davon, auf seiner Lieblingsstrecke auch nur annähernd zu punkten. Vor zwei Jahren hatte er im deutschen Motorrad-Mekka noch einen Sieg davongetragen. Doch nun wurde der 29-Jährige im ersten Lauf Letzter. Schon in der Superpole war er völlig untergegangen. Was war los?

„In der Woche vor dem Sachsenring Auftakt waren wir in Brünn beim Testen, sind aber einen Tag früher als geplant abgereist. Von einem Tag auf den anderen bin ich krank geworden. In der Woche vor dem Saisonauftakt wurde es kaum besser und ich hatte immer noch mit Fieber, Erkältung und teils Schwindel zu kämpfen“, berichtet Hobelsberger. In Sachsen startete der Bayer mit dem Basis-Setup an der Honda CBR 1000 RR-R in die ersten Trainings. „Das Motorrad funktionierte super“, stellte er fest, „aber ich nicht.“ Hobelsberger fühlte sich wie vom Bus überrollt. Bei seinen Tests auf dem Pannoniaring hatte er kurz zuvor den aufgestellten Rundenrekord von 2024 um drei Zehntel unterboten. Er steht jetzt bei 1:49, 4min. An solche Höchstleistungen war auf dem Sachsenring im Traum nicht zu denken. Stattdessen ging es für Pax nur bergab. Nach dem ersten Rennen zog er den Stecker und fuhr nach Hause.

Brünn soll die Wende bringen. Ganz fit ist Hobelsberger noch immer nicht und mit seinem Rennmotorrad ist er auch nicht mehr gefahren. Das muss aber nichts heißen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT Masters: Das Fahrerlager-Radar aus Zandvoort

Ein Megastar im Fahrerlager, Besuch von alten Bekannten und Erfolge abseits der Strecke. Das Fahrerlagerradar vom Circuit Zandvoort.

Foto: ADAC-Motorsport

Star-Streamer „Monte“ besucht das ADAC GT Masters

Ein Top-Star war am Samstag zu Besuch in der Box von Max Reis: Der Pilot des Haupt Racing Teams hatte „MontanaBlack“ eingeladen, einen der bekanntesten deutschen Streamer. Mehrere Millionen Fans begeistert er täglich auf Twitch und Youtube. Auf Twitch streamte er den Besuch des Paddocks, der Startaufstellung und weitere Einblicke hinter die Kulissen für seine rund sechs Millionen Follower. „Ich habe gesehen, dass er in Amsterdam ist, ihn direkt eingeladen und ihm ein Ticket organisiert. Ich habe mich sehr gefreut, als er sich dann ganz spontan entschieden hat, tatsächlich zu kommen“, erzählte Reis. Nach einer Erkundungstour mit Reis‘ Vater Ralph, besuchte er Max Reis in der Startaufstellung und beobachtete schließlich das Rennen aus der Box. „Er fand es richtig cool, weil er bis dahin gar keine richtige Vorstellung hatte, wie es im Motorsport hinter den Kulissen abgeht. Auch die Zuschauer im Stream waren begeistert. Das Feedback war sehr positiv und viele haben sich gewünscht, dass er sowas in der Art nochmals zeigt.“

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk

Am Mittwoch vor dem Rennwochenende in Zandvoort feierte Felix Hirsiger seinen 28. Geburtstag. Das wohl schönste Geschenk machte sich der Schweizer ein paar Tage später selbst. Gemeinsam mit Teamkollege Finn Zulauf gewann Hirsiger den zweiten Lauf in Zandvoort. Damit bauten die beiden Piloten vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport ihre Tabellenführung weiter aus.

Alte Bekannte im Fahrerlager

Zwei ehemalige niederländische Top-Piloten des ADAC GT Masters statteten dem Circuit Zandvoort am Wochenende einen Besuch ab – mit unterschiedlichen Beweggründen. Jaap van Lagen, der im ADAC GT Masters zweimal in Zandvoort gewonnen hat, startet mittlerweile im Porsche Carrera Cup Benelux, der im Rahmenprogramm am Start war. Sein Landsmann Indy Dontje bestritt insgesamt 56 Rennen im ADAC GT Masters und wurde 2019 gemeinsam mit Maximilian Götz Dritter der Gesamtwertung. Er besuchte den Circuit Zandvoort gemeinsam mit seiner Familie und präsentierte seine große Leidenschaft – zur großen Begeisterung von Sohn Bobby.

Jugend auf dem Vormarsch

Im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Circuit Zandvoort standen Storm Gjerdrum und Fabian Rauer als Drittplatzierte auf dem Podium. Mit einem Alter von 18 Jahren, vier Monaten und 26 Tagen sind sie das drittjüngste Fahrerduo der Serien-Geschichte, das den Sprung aufs Podest geschafft hat. Spitzenreiter dieser Statistik sind Martin Matzke und Jiri Skula. Sie waren bei ihrem Debütpodium in Hockenheim 2007 17 Jahre, fünf Monate und 13 Tage alt.

Besonderer Gast auf dem Podium

Am Samstag überreichte Markus Winkelhock die Pokale an die Zweitplatzierten, Sandro und Juliano Holzem von Schubert Motorsport. Winkelhock kennt das Gefühl wie kein anderer. Er selbst nahm von 2011 bis 2022 an 120 Rennen des ADAC GT Masters teil und stand sechs Mal auf dem Podium.

Quelle: adac-motorsport.de