Montag, 29. September 2025

Showdown in Hockenheim: Epischer Neunkampf um die DTM-Krone 2025

Foto: Jens Hawrda

Die DTM steuert auf ein spektakuläres Finalwochenende zu. Vor den beiden entscheidenden Meisterschaftsläufen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg (3. bis 5. Oktober) haben noch neun Fahrer von fünf Marken Chancen auf den Titel 2025 – das gab es in der über 40-jährigen Geschichte der Serie noch nie. Spitzenreiter Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) und Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) auf Platz neun trennen nur 29 Punkte. Bei noch 56 zu vergebenen Zählern ist der Titel daher sogar für den Franzosen in Reichweite.

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 15 und 16 von 16

  • Streckenlänge: 4.574 Meter
  • Layout: 17 Kurven (elf Rechts-, sechs Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2024, Rennen 1: Kelvin van der Linde (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2)
  • Sieger 2024, Rennen 2: Luca Engstler (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Titel-Showdown: Acht Verfolger im Schatten von Auer

Spitzenreiter Auer überzeugt bisher mit hoher Konstanz und Nervenstärke. Als einziger Fahrer punktete der Österreicher in jedem Rennen. Am vergangenen Rennwochenende auf dem Red Bull Ring stand der Tiroler zum ersten Mal bei seinem Heimspiel auf dem Podium und ist mit seiner mentalen Stärke heißer Meisterschaftsanwärter. „Es ist kein Geheimnis, dass mir der Titel unglaublich viel bedeuten würde. Ich fahre seit 2015 in der DTM, die Serie ist meine sportliche Heimat“, sagt Auer.

Der Tabellenzweite Jordan Pepper (ZA/TGI Team Lamborghini by GRT) liegt mit sieben Punkten Rückstand allerdings voll in Schlagdistanz. Der Südafrikaner blieb in seiner ersten vollen DTM-Saison auch nach Rückschlägen immer in der Spitzengruppe und will beim Finale einen Überraschungscoup landen: „Auf der Strecke bin ich ein echter Kämpfer und immer bereit, für meine Ziele noch ein bisschen mehr zu geben. Ich weiß, was ich zu tun habe und werde mir auch beim Finale selbst treu bleiben“, kündigt Pepper an.

Der Gesamtdritte René Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) weiß als dreimaliger Champion, wie man in der DTM Titel holt. Der 38-Jährige lag nach einer starken Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte schon einmal in Führung und gewann bereits fünfmal in Hockenheim. Baut der BMW-Pilot diese Bilanz aus, könnte ihm das Kunststück gelingen, mit zwei verschiedenen Marken DTM-Meister zu werden. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward Racing) nimmt den Kampf um die DTM-Krone dank kluger Strategie und schnellen Boxenstopps von Position vier aus in Angriff. Der Routinier hat seinen ersten Saisonsieg im Visier, um den Rückstand von 16 Punkten aufzuholen. Nur knapp hinter Engel liegt Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA), der in seinem Porsche 911 GT3 R bereits vier Siege auf seinem Konto hat. Ferrari-Fahrer Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing) und Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo folgen auf den Plätzen sechs und sieben. Porsche-Werkspilot Thomas Preining (A/Manthey EMA), Champion von 2023, und Gounon runden die Gruppe der neun Titelaspiranten ab.

Enges Rennen auch bei Rookies, Teams und Herstellern

Vor dem finalen Wochenende der DTM 2025 führt Manthey EMA die Teamwertung mit 316 Zählern vor Schubert Motorsport (300 Punkte) an. Mit dem Mercedes-AMG Team Winward Racing (290 Punkte) und Emil Frey Racing (282 Punkte) liegen zwei weitere Rennställe aussichtsreich im Titelrennen. Das gilt auch für die Hersteller, bei denen Mercedes-AMG als Spitzenreiter zum Hockenheimring kommt. Mit einem Rückstand von 41 Zählern folgt Porsche auf Position zwei, aber auch BMW und Ferrari können als Dritter und Vierter noch die Herstellerwertung gewinnen. In beiden Klassen gibt es noch maximal 90 Punkte zu holen. Bester Rookie ist vor dem Finale Ben Dörr (Butzbach) vom McLaren-Team Dörr Motorsport. In der „Rookie of the Year“-Wertung haben auch Porsche-Youngster Morris Schuring (NL/Manthey Junior Team), Gilles Magnus (B/Comtoyou Racing) im Aston Martin und Tom Kalender (Hamm/Sieg/Mercedes-AMG Team Landgraf) noch Chancen auf den Titel.

Bühnen-Power: Kamrad und H-Blockx rocken DTM-Finale

Nach einem Tag voller packender Motorsport-Action warten am Samstag ab 19 Uhr zwei musikalische Highlights auf die DTM-Fans: Kamrad und H-Blockx heizen auf der „DTM Powerstage presented by Pirelli“ hinter der Südtribüne (Bereich Block A) ein. Kamrad sorgt mit Hits wie „I Believe“ oder „Be Mine“ für Mitsing-Momente unter freiem Himmel. Die Kultband H-Blockx aus den 90ern bringt mit energiegeladenen Rock-Hymnen das Publikum zum Beben. Die beiden Auftritte sind für alle DTM-Ticketbesitzer kostenlos.

Finale für Rahmenserien und die Track Safari

Auch das ADAC GT Masters, die ADAC GT4 Germany und der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland feiern auf dem Hockenheimring ihren Saisonabschluss. In allen drei Serien ist die Meisterschaft noch nicht entschieden. Formel-Feeling kommt bei den Läufen der Formula Regional European Championship by Alpine auf. Am Freitag steht für die Fans ein besonderes Abenteuer auf dem Programm: Bei der Track Safari geht es in Bussen über die 4,574 Kilometer lange Strecke, während die DTM-Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit dicht vorbeiziehen.


IDM Superbike: Florian Alt siegt im großen Finale

Florian Alt holt den letzten Sieg der Saison
Foto: Jens Hawrda

Der Titel sollte es für ihn nicht sein, aber den letzten Saisonsieg des Jahres hat er sich geschnappt: Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) stand beim IDM-Hockenheimfinale noch einmal ganz oben auf dem Siegerpodest. Hinter ihm ging es drunter und drüber.

Alt konzentrierte sich auf seine Honda CBR 1000 RR-R und bekam vom Drama hinter sich nichts mit. Er gewann den letzten IDM Superbike-Lauf des Jahres mit einem Vorsprung 0,603 Sekunden Vorsprung vor Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes). Das hätte auch gehörig schief gehen könnte. Alt ging in der letzten Runde auf der Gegengeraden der Sprit aus und kurz vor der Zielflagge fing die Honda an zu stottern. Es war der dritte Saisonsieg des IDM Superbike-Gewinners von 2023, der sich jetzt als aktueller Vizemeister verabschiedet hat.

Der diesjährige neue Meister Lukas Tulovic wollte es im zweiten Rennen des Tages richtig krachen lassen. Der Titel war in trockenen Tüchern. Das war auch besser so, denn der 25-jährige Ducati-Fahrer rauschte in der vierten Runde mit Tempoüberschuss in die Auslaufzone. In der zweiten Hälfte des Rennens verpasste er in einer Kurve den Scheitelpunkt und musste einen weiten Bogen fahren. Sich mit Alt anzulegen, machte nach mehreren Versuchen keinen Sinn.

Tulo rangelte mit Toni Finsterbusch. Der Sachse wiederum machte den Eindruck, heute vielleicht doch noch das erste Superbike-Rennen in seiner Karriere zu gewinnen. In Runde 14 geriet Tulovic neben die Strecke und tauchte danach erst im Mittelfeld wieder auf. Sechs Motorräder befanden sich lange Zeit in der Spitzengruppe. „Ich habe gekämpft wie verrückt und dachte, heute könnte der Tag sein, an dem es passiert. Aber der Vorderreifen hat auf der rechten Flanke abgebaut“, meinte Finsterbusch. Kevin Orgis und auch sein Bruder Leon waren zu dem Zeitpunkt schon gestürzt. Milan Merckelbagh und Hannes Soomer waren über Umwege zurück ins Feld gekommen. Was nichts daran änderte, dass Soomer die Saison als Gesamt-Dritter abschloss.

In der vorletzten Runde hatte es Finsterbusch nicht mehr mit Alt, sondern mit Bálint Kovács (Masteroil Alpha Van Zon BMW) zu tun, der von der Pole Position gestartet war. Alt zog auf der Honda eine vierköpfige Reihe an BMW-Fahrern hinter sich ins Ziel, die von Twan Smits auf der Yamaha und dem neuen Ducati-Meister Lukas Tulovic beendet wurde. Auf „Tulo“ wartet schon das nächste Projekt. Vom 17. bis 19. Oktober wird er auf dem Circuito de Jerez – Angel Nieto einen Wildcard-Einsatz in der Superbike-Weltmeisterschaft haben. Im Ducati-Testteam laufen die Vorbereitungen.

IDM Superbike, 2. Rennen (Top-Ten)

1. Florian ALT (DEU), BMW

2. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

3. Bálint KOVÁCS (HUN), BMW

4. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

5. Leandro MERCADO (ARG), BMW

6. Twan SMITS (NLD), Yamaha

7. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

8. Soma GÖRBE (HUN), BMW

9. Jan MOHR (AUT), Yamaha

10.Roberto TAMBURINI (ITA), BMW

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Andy Kofler hat es zum zweiten Mal geschafft

Es ist vollbracht: Andreas Kofler hat den Titel in der IDM Supersport verteidigt. Und Dirk Geiger hat sich mit dem sechsten Saisonsieg würdig von der Saison 2025 verabschiedet.

Andreas Kofler holt sich den Meistertitel 2025
Foto: Jens Hawrda

Der dritte Platz im Sonntagsrennen reichte Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) für die erfolgreiche Titelverteidigung. Der Österreicher hatte wie immer einen Top-Start, doch aus der ersten Runde kam Dirk Geiger (MCA Racing) in Führung liegend zurück. Nach dem dritten Umlauf lief es wie am Schnürchen in einer Reihe mit Dirk Geiger, Andreas Kofler, Daniel Blin (AF Racing), Štepán Zuda (Eder Racing), Thomas Gradinger (Eder Racing), Luca de Vleeschauwer (Track and Trades Wixx Racing) und Lennox Lehmann (Apreco Ten Kate Yamaha Racing).

Geiger blieb nur die Flucht nach vorne, um im Falle des Falles doch noch den Meistertitel für Honda holen zu können. Aber Kofler leistete sich auf seiner Yamaha YZF-R6 keinen Patzer, sondern war ungefährdet im Verwaltungsmodus unterwegs. Nach vorn und hinten war Platz als er den drängelnden Daniel Blin vorbeigelassen hatte. Dem Ducati-Fahrer aus Polen kam es in erster Linie auf Einzelergebnisse an, denn mit dem Titel hatte er nichts zu tun. Die Saison mit einem Sieg zu krönen, das war sein Ziel. Richtig näher kam er dem Führenden Geiger aber nie.

Zuda, de Vleeschauwer und Lehmann rückten im Verlauf des Rennens immer näher zusammen und tauschten untereinander die Plätze. Das Feld hatte sich geordnet platziert. Als Kofler nach 15 Runden von jeweils 3,692 Kilometern als Dritter über die Ziellinie raste, fiel deutlich sichtbar viel Ballast von seinen Schultern, obwohl er das im Vorfeld nie zugegeben hätte. Mit elf Punkten Vorsprung hatte er zum zweiten Mal den Meistertitel in der Supersport-Klasse gewonnen.

“Es ist unglaublich, auch wenn die Freude nach dem Sturz von meinem Bruder etwas getrübt ist“, meinte Kofler. Maximilian Kofler war im Superbike-Rennen schwer gestürzt. Der 25-Jährige stand selbst auf und im Medical Center konnten keine Brüche festgestellt werden. Zur Absicherung wurde er aber noch ins Krankenhaus gebracht. Andy Kofler blickt auf ein „hartes und schwieriges Jahr zurück. Ich habe mich mit Dirk Geiger auf einem extrem hohen Niveau gebattelt. So schnell war die Klasse in ihrer ganzen Geschichte noch nie.“

Lokalmatador Dirk Geiger erreichte so viele Siege wie kein anderer Fahrer in der IDM Supersport. Er gewann bei beiden Oschersleben-Events einen Lauf, auf dem Nürburgring und in Hockenheim. In Schleiz räumte er gleich doppelt die volle Punktzahl ab. Er geht als Vize in die Supersport-Geschichte ein. Daniel Blin verdrängte den Belgier Luca de Vleeschauwer nach dem letzten Rennen vom dritten Platz in der Gesamtwertung. Nach einem Protest von Blin gegen die unerlaubte Umlenkung an de Vleeschauwers Ducati wurde der Belgier disqualifiziert.

Was sonst noch aufgefallen ist: Luca Göttlicher, einziger Kawasaki-Fahrer, erkämpfte sich in Hockenheim das beste Ergebnis in der beendeten Saison. Till Belczykowskis Treue zu MV Agusta wurde nach einer schwierigen Durststrecke mit acht Punkten im Finale belohnt. Thomas Eder fuhr sein letztes Rennen als aktiver IDM-Pilot und konzentriert sich künftig nur noch auf den Job als Teamchef. Julius Caesar Rörig hat den Großteil des Finales nicht live erlebt. Nach seinem gestrigen Sturz musste er eine Nacht im Krankenhaus bleiben. Er erlitt einen Schlüsselbeinbruch.

IDM Supersport, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU), Honda

2. Daniel BLIN (POL), Ducati

3. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Ducati

5. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

6. Štěpán ZUDA (CZE), Yamaha

7. Marvin SIEBDRATH (DEU), Yamaha

8. Marcel BRENNER (CHE), Ducati

9. Luca GÖTTLICHER (DEU), Kawasaki

10.Richard IRMSCHER (DEU), Honda


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Sonntag, 28. September 2025

IDM Sportbike: Iglesias übersteht Krankenhaus-Drama und feiert Titel

Der erste Champion der neu geschaffenen Sportbike-Klasse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) steht fest: Inigo Iglesias-Bravo (Wematik Racing by RT Motorsports) krönte sich in Hockenheim nach einem turbulenten Finaltag zum Meister 2025. Mit Platz vier im letzten Lauf sicherte sich der 23-Jährige den Titel mit fünf Punkten Vorsprung auf seinen großen Widersacher Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team).

Iglesias’ turbulenter Finaltag

Was war das für ein turbulenter Finaltag für Inigo Iglesias: Im Warm-up stürzte er in der Sachskurve, krachte in die Airfences und wurde ins Medical Center gebracht. Dort lautete die erste Diagnose: unfit to race – Verdacht auf innere Verletzungen. Der Spanier musste ins Krankenhaus, wo die Ärzte jedoch Entwarnung gaben. Eilig zurück an den Hockenheimring gebracht, stellte er sich erneut bei den IDM-Ärzten vor – und bekam schließlich das Startsignal. Nur eine Stunde später stand Iglesias wieder auf der Startaufstellung, bereit für das entscheidende Rennen. „Das war ein wirklich schwieriger Tag für mich. Erst der Sturz am Morgen, dann die ganzen medizinischen Untersuchungen. Nach dem Crash hatte ich kein gutes Gefühl auf dem Bike, deshalb habe ich versucht, kontrolliert zu fahren und Oliver im Blick zu behalten. Am Ende ist die Rechnung aufgegangen – und darüber bin ich sehr glücklich,“ erklärte Iglesias nach dem Rennen erleichtert. Mit insgesamt 239 Punkten krönt er sich in der Premierensaison zum ersten IDM Sportbike Champion – einer Klasse, die als Vorläufer für die Weltmeisterschaft 2026 gilt. Für den Spanier war es eine Saison voller Höhen und Tiefen, geprägt von Hauruck-Aktionen und einem engen Titelduell bis zur letzten Runde mit Oliver Svendsen.

Rammerstorfer stiehlt die Show – Svendsen punktet voll

Den Sieg im letzten Lauf schnappte sich allerdings ein anderer: Gaststarter Leo Rammerstorfer (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) glänzte mit einer überragenden Vorstellung und fuhr mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Da er als Gast jedoch nicht gewertet wird, kassierte Oliver Svendsen als Zweiter die vollen Punkte. Für den Dänen war es das Maximum, doch für die Wende im Titelkampf reichte es nicht mehr. „Mehr konnte ich heute nicht tun, als die vollen Punkte mitzunehmen“, erklärte Svendsen, der sich nach dem Rennen bei seinem Team bedankte. „Meine Verletzung hat mich die Meisterschaft gekostet – aber jetzt ist es Zeit, nach vorn zu blicken”, so der Däne weiter, der nach der Saison nun genug Zeit hat, sich komplett auszukurieren.

De Vits auf dem Podium – Kooistra holt Gesamtdritten

Dritter wurde mit Sasha De Vits (Triumph Germany Racing Team) ein weiterer Gaststarter. Der Belgier beeindruckte bei seinem ersten Einsatz auf einem Sportbike mit einer starken Leistung. In der Gesamtwertung entschied sich der Kampf um Platz drei erst im Finallauf: Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) behielt mit vier Punkten Vorsprung knapp die Oberhand vor dem besten deutschen Fahrer Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13).

Mit dem packenden Showdown in Hockenheim ging zugleich die Premierensaison der Sportbike-Klasse zu Ende – eine Saison, die eindrucksvoll bewiesen hat, dass diese neue Kategorie genau den Rennsport liefert, den sich Motorsportfans wünschen: eng, spektakulär und voller Emotionen. Nach spannenden Duellen, Überraschungssiegern und einem Titelkampf bis zur letzten Runde dürfen sich die Anhänger der IDM schon jetzt auf die nächste Saison freuen. Vom 8. bis 10. Mai 2026 heulen auf dem Sachsenring wieder die Motoren auf – dann beginnt ein neues Kapitel voller Action und Adrenalin.

IDM Sportbike, Results Race 2 (Top-Ten)

  1. Leo RAMMERSTORFER, (AUS), Triumph Daytona 660
  2. Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660
  3. Sasha DE VITS (BEL), Triumph Daytona 660
  4. Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660
  5. Filip NOVOTNÝ, (CZE), Aprilia RS 660
  6. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  7. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  8. Justin HÄNSE (DEU), Yamaha YZF-R7
  9. Kristoffer KÖNIG (DEU), Aprilia RS 660
  10. Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann


IDM Superbike: Lukas Tulovic mit achtem Sieg neuer Meister

Superbike-Champion 2025: Lucas Tulovic
Foto: Jens Hawrda

Der neue Champion steht fest. Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) hat im ersten Finallauf auf dem Hockenheimring auf Ducati die IDM Superbike gewonnen. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) war es bis dahin auf seiner Honda gelungen, die Meisterschaft bis zum letzten Event offen zu halten. Er wurde Vizemeister. Die Entscheidung verlief dramatisch in zwei Akten mit Rennabbrüchen.

Emotionaler Ausnahmezustand bei Ducati

Gleich in der ersten Runde explodierte ein Feuerball in der Querspange. Ein vermutlich angestupster Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) verlor die Kontrolle über sein Motorrad und steuerte in Richtung Maximilian Kofler (Yamalube Motorsport Kofler). Der Italiener erwischte den Österreicher voll an der Seite. Beide stürzten. Zanettis Ducati wirbelte durch die Luft und schlug mit voller Wucht in den Boden ein. Sie verfehlte nur knapp den Körper von Maximilian Kofler. Das in Teile zerrissene Motorrad fing an zu brennen und entzündete eine Spur am Streckenabschnitt. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Beide Fahrer blieben unverletzt.

Im Team Triple M Racing Ducati Frankfurt herrschte der emotionale Ausnahmezustand. Einerseits war der Schock vom Sturz des Teamfahrers zu verdauen, andererseits stand es mit Lukas Tulovic vor dem Gewinn des IDM Superbike-Titels.

Am besten kam Florian Alt beim Re-Start von der Linie weg. Den Lauf zu gewinnen und vorneweg zu fahren, war das Einzige, was er machen konnte, um die Titelchancen zu wahren. Doch es hätte ein Wunder passieren müssen, wenn der Fall eingetreten wäre. Die neun noch erforderlichen Punkte für den Meisterschaftssieg zu holen, waren für Tulovic ein Klacks. Dabei ging der 25-jährige Baden-Württemberger nicht zimperlich zur Sache. Er zog innen sehr gewagt und mutig an Alt vorbei. Der Nordrhein-Westfale schlug zurück, was einen wilden Führungswechsel nach sich zog. Tulovic wie auch Alt gingen voll in die Offensive, von Vorsicht war keine Spur zu sehen. „Dass Tulo schon nach drei Runden nach vorn kommt, habe ich aber nicht erwartet“, meinte Alt.

Tulovic holt den Titel mit einem Sieg

Bálint Kovács (Masteroil Alpha Van Zon BMW), der von der Pole Position ins Rennen gegangen war, ließ sich zu Beginn auf der zweiten Position blicken, fiel aber auf den fünften Rang zurück. Dafür zündete Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) den Turbo. Der Sachse führte das Rennen in der fünften Runde sogar ab, bevor Tulovic erneut an die Spitze rückte.

In der sechsten Runde wurde das Rennen erneut mit der roten Flagge abgebrochen. Gastfahrer Patrick Hobelsberger war gestürzt und in der SACHS-Kurve in die Airfences eingeschlagen. Eines der riesigen Luftpolster fiel in sich zusammen und musste erneuert werden. Das Rennen wurde mit halber Punktzahl gewertet: Tulovic vor Finsterbusch und Alt.

Tulovic wurde damit Meister in einem denkwürdigen Rennen, das er wie erhofft gewonnen hat. Er holte heute den achten Sieg in seiner Superbike-Karriere. Der 25-jährige Ducati-Fahrer hat der IDM Superbike-Saison 2025 den Stempel aufgedrückt.

IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

2. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

3. Florian ALT (DEU), Honda

4. Hannes SOOMER (EST), BMW

5. Bálint KOVÁCS (HUN), BMW

6. Kevin ORGIS (DEU), BMW

7. Leandro MERCADO (ARG), BMW

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

9. Twan SMITS (NLD), Yamaha

10.Milan MERCKELBAGH (NLD), BMW

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek