Mittwoch, 16. Juli 2025

Nach Premieren-Sieg des Ford-Mustang: Ulrich Fritz im Interview

Owega/Wiebelhaus, Ford Mustang GT3 #1
Foto: Jens Hawrda

Das Haupt Racing Team feierte im ADAC GT Masters auf dem Nürburgring durch Salman Owega und Finn Wiebelhaus seinen ersten Gesamtsieg mit dem Ford Mustang GT3. Ihre Teamkollegen Max Reis und David Schumacher machten mit dem zweiten Rang den Doppelerfolg perfekt. Auch in beiden Qualifyings des Wochenendes fuhren die beiden Mustangs in die erste Startreihe. HRT-Geschäftsführer Ulrich Fritz resümiert das bisher beste Teamergebnis von HRT in dieser Saison und gibt einen Ausblick auf die kommenden Wochen.

Herr Fritz, herzlichen Glückwunsch zum ersten Sieg mit dem Ford Mustang GT3. Wie ordnen Sie diesen Premierenerfolg für das Haupt Racing Team ein?

„Zunächst einmal sind wir alle sehr glücklich, dass wir mit dem Ford Mustang GT3 nun endlich den ersten Sieg einfahren konnten. Dazu noch der Doppelsieg mit Max und David auf dem zweiten Rang. Einfach unglaublich. Das Resultat hat sich aber ein wenig abgezeichnet. In den letzten Wochen hatten wir mit dem Mustang einen echten Aufwärtstrend zu verzeichnen. Zunächst kam der Klassensieg und ein sehr guter vierter Gesamtrang bei den ADAC Ravenol 24h Nürburgring. In der DTM fuhr Arjun Maini auf dem Norisring das bisher beste Saisonergebnis ein. Nun der erste Sieg im ADAC GT Masters, der gleichzeitig den Premierensieg des Ford Mustang GT3 in Europa darstellt. Ein verdienter Erfolg für das ganze Team und für Ford Performance.“

Kalus/Reis Ford Mustang GT3 #3
Foto: Jens Hawrda

Es ist das erste Jahr mit dem Ford Mustang GT3. Wie läuft die Entwicklungsarbeit?

„Alle arbeiten hart daran, jede Zehntelsekunde aus dem Auto herauszuholen. Wir verstehen das Fahrzeug jeden Tag ein wenig besser. Jedes Rennfahrzeug hat seine eigene Dynamik. Im Vergleich zu den Vorjahren müssen wir uns die Daten bei jedem Rennen und jedem Test erst erarbeiten – eine Aufgabe, bei der uns Ford Performance sehr gut unterstützt. Alle im Team sind hochmotiviert, uns weiter nach vorne zu bringen. Der Erfolg im ADAC GT Masters gibt uns sicherlich einen weiteren Schub, um hoffentlich weitere Siege einzufahren.“

Am Samstagmorgen gab es noch eine kurzfristige Änderung im Fahreraufgebot, als Niklas Kalus durch David Schumacher ersetzt wurde. Wie kam es dazu?

„Niklas Kalus, der als Stammfahrer auf der #3 sitzt, hat sich am Freitagabend beim Track Walk verletzt und konnte das Rennwochenende leider nicht fortsetzen. Das ist natürlich sehr unglücklich. Dankenswerterweise ist David spontan eingesprungen, um das Team und seinen Fahrerkollegen Max Reis zu unterstützen. Er hat den weiten Weg auf sich genommen und kam erst recht kurzfristig vor dem Start des ersten Rennens am Nürburgring an. David musste quasi kalt ins Auto steigen. Nach ein paar Runden war die Pace da und das Ergebnis an diesem Wochenende zeigt, dass er ein erfahrener und schneller Fahrer auf dem Ford Mustang GT3 ist. Wir wünschen auch Niklas eine schnelle Genesung, dass er bald ins Cockpit zurückkehren kann.“

Cecotto / Fetzer, Ford Mustang GT3 #2
Foto: Jens Hawrda

Wie sieht das weitere Programm in den nächsten Wochen aus? Könnt ihr euch in der Sommerpause etwas erholen?

„Nein, die Sommerpause fällt sehr kurz aus. In den nächsten Wochen stehen für uns sehr viele Rennen auf dem Programm, unter anderem in der DTM, wo wir auch wieder auf dem Nürburgring zu Gast sind. Wir möchten natürlich das Momentum nutzen. Jeder im Team hat nun gesehen, dass der Ford Mustang GT3 siegfähig ist. Das gesamte Team und die Fahrer werden alles dafür tun, um gute Ergebnisse einzufahren.“

Quelle: adac-motorsport.de


Dienstag, 15. Juli 2025

IDM Supersport: Van der Voort erlebt ein steiniges Comeback

Melvin van der Voort, Ducati Panigale V2 #20, Team Wixx Racing
Foto: Jens Hawrda

Vor zwei Jahren wurde Melvin van der Voort Meister in der Supersportklasse. Mit diesem Erfolg in der Tasche verließ er die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM). Der Niederländer suchte in Spanien sein Glück, aber nach einem Jahr kehrte er in die IDM zurück. Das Comeback erweist sich als schwierig.

Jede Menge neue Konkurrenz und eine völlig neue Motorradmarke warteten auf Melvin van der Voort bei seiner Rückkehr. Von den sieben Siegen, die er vor zwei Jahren auf Yamaha holte, ist er noch weit entfernt. Van der Voort wird in anderthalb Wochen 20 Jahre alt, ist mittlerweile auf Ducati umgestiegen und hat schwer zu kämpfen.

Melvin van der Voort
Foto: Jens Hawrda

In die IDM-Sommerpause ist der Niederländer als Gesamt-Siebter mit 66 Meisterschaftspunkten gefahren. Beim letzten Rennen in Oschersleben holte er 11 Punkte – genauso viel wie beim Saison-Auftakt im Mai an gleicher Stelle. In der Magdeburger Börde erlebte das Track & Trades Wixx Racing Team vor einer Woche eine Berg- und Talfahrt mit deutlicher Steilkurve, aber auch mit erheblichen Rückschlägen. Van der Voort machte am Freitag und Samstag gute Fortschritte, musste aber am Sonntag nach einem schweren Sturz im zweiten Rennen sein Wochenende vorzeitig beenden.

Am Samstag stand das übliche volle Programm in der IDM Supersport auf der Tagesordnung: zwei Qualifikationsläufe und und das erste Rennen. Dem Ducati Panigale V2-Fahrer gelang es, sich in beiden Trainings zu verbessern und sich mit einer sechsten Zeit in die zweite Startreihe zu stellen. Im ersten Rennen fuhr er lange Zeit kurz hinter der Spitzengruppe, konnte aber keinen Angriff starten. Am Ende wurde er im Samstagsrennen den fünften Platz. Das war ein deutlicher Schritt nach vorne. Die Erleichterung war dem 19-Jährigen anzusehen und er tankte eine große Portion Selbstvertrauen.

Logischerweise begann der Sonntag mit voller Motivation. In den ersten Runden des zweiten Rennens kam Van der Voort besser mit dem Motorrad zurecht als sonst und schien ein deutlich entspannteres Gefühl zur Ducati aufzubauen. Er fuhr direkt hinter der Spitzengruppe, stürzte aber in der dritten Runde aus dem Geschehen. Das Motorrad erlitt etliche Verletzungen. Van der Voort kam glimpflich davon.

„Es ist ziemlich klar, dass wir – vor allem ich – im Moment eine Pechsträhne haben“, zuckt er mit den Schultern. „Endlich hatte ich im zweiten Rennen ein gutes Gefühl auf dem Motorrad und es hat gemacht, was ich wollte. Ja, es hätte ein schöner Abschluss des Wochenendes werden können. Leider ist es anders gekommen.“

Wenn die IDM am 15. August aus der Sommerpause zurückkehrt, wird im niederländischen Assen gefahren. In der „Cathedral of Speed“ sind die Holländer traditionell immer stark.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Montag, 14. Juli 2025

ADAC GT-Masters: Debütsieg für den Ford Mustang GT3 im ADAC GT Masters

  • Owega/Wiebelhaus und Reis/Schumacher mit Doppelsieg für das Haupt Racing Team
  • Fach/Schwarzer gewinnen mit Fach Auto Tech den Pro-AM Cup am Nürburgring
  • Owega/Wiebelhaus übernehmen Tabellenführung und sind Halbzeitmeister

Owega/Wiebelhaus Ford Mustang GT3 #1
Foto: Jens Hawrda

Salman Owega (20/Köln)/Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen/beide Haupt Racing Team) haben das zweite Rennen im Rahmen des ADAC Truck-GP gewonnen und damit den ersten Sieg für den Ford Mustang GT3 im ADAC GT Masters erzielt. Die beiden Piloten des Haupt Racing Teams lagen am Ende des 80-minütigen Endurance-Rennens im Ziel 0,412 Sekunden vor ihren Teamkollegen Max Reis (18/Ramstein)/David Schumacher (23/DEU). „Es ist unglaublich, ein Teil von diesem Erfolg zu sein. Der erste Ford-Sieg im ADAC GT Masters und dazu meine Pole-Position – ein perfekter Tag“, freute sich Finn Wiebelhaus, der auch die „Road-to-DTM“-Wertung am Nürburgring für sich entschied. „David hat in der vorletzten Runde einen kleinen Fehler gemacht und ich wusste, jetzt oder nie. Schon zuvor hätte es Möglichkeiten gegeben, aber ich wollte auf keinen Fall den Doppelsieg fürs Team riskieren.“ Sein Teamkollege Owega fügte hinzu: „Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich bin dem Team und Ford sehr dankbar, dass sie diesen Erfolg möglich gemacht haben. Als Finn hinter David auf die Strecke kam, wusste ich, dass es gegen Ende sehr eng werden würde. Finn hat in diesem Duell einen top Job gemacht, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so angespannt war.“ Die Vortagessieger Alexander Fach (23/CHE)/Alexander Schwarzer (36/DEU/beide Fach Auto Tech) komplettierten im Porsche 911 GT3 R das Podium und feierten damit auch den Sieg im Pro-AM Cup. Insgesamt 134.000 Fans pilgerten am Wochenende zum ADAC Truck GP an den Nürburgring und sahen auch die Rennen des ADAC GT Masters.

Polesetter Wiebelhaus ging direkt nach dem Start in Führung und auch nach dem Wechsel auf Owega blieb das Ford-Duo klar vorne, während ihre Teamkollegen Schumacher/Reis durch eine Strafe für einen zu kurzen Boxenstopp etwas an Boden verloren. Doch auch der Halt an der Box von Wiebelhaus/Owega lief nicht reibungslos und so kamen sie nach dem letzten Stopp hinter ihren Teamkollegen auf die Strecke zurück. Ein rundenlanges Duell zwischen Wiebelhaus und Schumacher begann, das schließlich kurz vor Ende Wiebelhaus mit einem starken Manöver in Kurve zwei für sich entschied. „Ich bin sehr zufrieden, wie das Wochenende gelaufen ist. Ohne die Strafe hätten wir sogar Platz eins geholt“, freute sich Schumacher. „Der Kampf bis zur letzten Runde war nicht schlecht, zumal ich auf älteren Reifen unterwegs war als Finn.“

Die Aufholjagd des Rennens zeigten Fach/Schwarzer im Porsche, die nur auf dem 14. Platz gestartet waren. Starke Rundenzeiten, einige Zwischenfälle anderer Autos und zwei für Pro-Am-Teams regelbedingt kürzere Boxenstopps brachten das Duo nach dem letzten Stopp sogar in Führung. Mit älteren Reifen kämpfte Schwarzer gegen die beiden herannahenden Ford, musste sich am Ende aber mit Rang drei zufriedengeben. „Der dritte Platz heute fühlt sich an wie ein Sieg. Wir haben uns auch dieses Podium verdient, zumal wir mit den Erfolgsballast unseres gestrigen Sieges unterwegs waren“, strahlte Fach. „Der Reifenabbau im mittleren Stint war recht hoch und ich dachte, es könnte schwierig für Alexander werden, aber er hat das super gelöst. Ein Wahnsinns-Wochenende für uns.“

Tim Zimmermann (28/Langenargen)/Leyton Fourie (19/RSA/FK Performance Motorsport) lieferten sich sehenswerte Duelle und kamen nach dem zweiten Stopp auf Rang vier zurück auf die Strecke. Zimmermann ließ im BMW M4 GT3 Evo nicht locker und arbeitete sich Sekunde um Sekunde an Schwarzer heran, überquerte die Ziellinie letztlich jedoch mit 0,169 Sekunden Rückstand als Vierter. Die Top-5 wurden von Nico Hantke (21/Hürth)/Denis Bulatov (26/beide Scherer Sport PHX) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 komplettiert. Die BMW-Piloten Eduardo Coseteng (21/PHL)/Julian Hanses (27/Hilden/FK Performance Motorsport) wurden Sechste vor Finn Zulauf (20/Königsstein)/Simon Connor Primm (20/Großschirma/Paul Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2. Dahinter folgten Jannes Fittje (25/Langenhain)/Moritz Wiskirchen (22/Euskirchen/SR Motorsport by Schnitzelalm) im Mercedes-AMG GT3 sowie der dritte Ford mit Dennis Fetzer (24/Gießen)/Jonathan Cecotto (25/VEN/Haupt Racing Team). Die Top-10 komplettierten Carrie Schreiner (26/Völklingen)/Alain Valente (28/CHE/ beide Land-Motorsport) im Audi.

Wiebelhaus und Owega Halbzeitmeister

Mit ihrem Sieg am Nürburgring übernahmen Owega/Wiebelhaus die Führung in der Fahrer-Meisterschaft und sind nach drei absolvierten Rennwochenenden die Halbzeitmeister des ADAC GT Masters. Das Ford-Duo liegt mit 98 Punkten an der Spitze, 13 Zähler dahinter folgen Fourie/Zimmermann im BMW. Die bisherigen Tabellenführer Leo Pichler (23/AT)/Simon Birch (18/DNK/beide Razoon – more than racing) wurden nach einem unverschuldeten Zwischenfall ans Ende des Feldes gespült und kamen nicht über Rang 15 hinaus.

Nach der ersten Saisonhälfte wartet nun eine längere Sommerpause auf die Pilotinnen und Piloten des ADAC GT Masters. Weiter geht es vom 5. bis 7. September mit dem Debüt der GT3-Nachwuchsliga des ADAC auf dem Salzburgring. Es wird das erste Gastspiel vor den Toren der Mozartstadt und die Vorfreude auf die 4,255 km lange Strecke ist bei Teilnehmern uns Fans groß.


Sonntag, 13. Juli 2025

ADAC GT-Masters: Wiebelhaus stellt Mustang auf Pole für zweites Nürburgring-Rennen

Finn Wiebelhaus, Ford Mustang GT3 #1 holt Pole für`s Sonntagsrennen
Foto: Jens Hawrda

Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen/Haupt Racing Team) hat sich mit 1:25.294 Minuten die Pole-Position für das zweite Rennen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring gesichert. In seinem Ford Mustang GT3 war er 0,126 Sekunden schneller als HRT-Teamkollege David Schumacher, der die erste Startreihe für Ford komplettierte. 

„Wir hatten ein wirklich gutes Qualifying und es hat Spaß gemacht“, strahlte Wiebelhaus nach seiner Debüt-Pole im ADAC GT Masters. „Das Team hat eine super Strategieentscheidung getroffen, die schnellste Runde bis ganz zum Ende hinauszuzögern. Die Runde davor war auch schon gut, aber leider von Verkehr beeinträchtigt. Ich kann es kaum erwarten, heute Nachmittag von Startplatz eins ins Rennen zu gehen. Ich hoffe, ich kann das Rennen mit meiner Pace und freier Fahrt in unsere Richtung lenken, dann werden wir sehen, welchen Einfluss wir mit unserer Strategie nehmen können.“

Bei Sonne und 15 Grad waren es zuerst Simon Connor Primm (20/Großschirma/Paul Motorsport) mit dem Lamborghini-Huracán GT3 Evo2 und Jannes Fittje (25/Langenhain/SR Motorsport by Schnitzelalm) im Mercedes-AMG GT3, die die Zeiten vorgaben. Sie sortierten sich letztlich auf den Startplätzen acht und neun ein. In den letzten Minuten des Qualifyings drehten die Ford und die BMW nochmals richtig auf. Schumacher, der an diesem Wochenende den verletzten Niklas Kalus bei HRT ersetzt, sicherte sich in seinem letzten Umlauf die zweitschnellste Zeit. Dahinter folgten drei BMW M4 GT3 Evo mit Lokalmatador Sandro Holzem (21/Polch/Schubert Motorsport) und den beiden FK Performance Motorsport-Piloten Tim Zimmermann (28/Langenargen) und Julian Hanses (27/Hilden).

Das zweite Endurance-Rennen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring über 80 Minuten findet um 16:10 Uhr statt und beinhaltet zwei Boxenstopps inklusive Fahrertausch und einem vorgeschriebenen Reifenwechsel. 

Quelle: adac-motorsport.de


Samstag, 12. Juli 2025

ADAC GT-Masters: Porsche-Team Fach Auto Tech feiert Debütsieg

Pro-AM-Duo Alexander Fach/Alexander Schwarzer gewinnen überlegen auf dem Nürburgring. Ford und Lamborghini liefern sich Duell um Platz zwei und drei. Taktikgeprägtes Endurance-Rennen sorgt für Spannung.

Alexander Fach und Alexander Schwarzer feierten ihren Debütsieg ausgelassen
Foto: ADAC-Motorsport

Alexander Fach (23/CHE) und Alexander Schwarzer (36/DEU) haben sensationell in ihrem Porsche 911 GT3 R den ersten Lauf des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring im Rahmen des ADAC Truck GP gewonnen. Das Pro-AM-Duo von Fach Auto Tech setzte sich im 80-minütigen Endurance-Lauf mit 15,560 Sekunden Vorsprung gegen die Konkurrenz durch. „Endlich! Wir haben uns diesen Sieg wirklich verdient, nachdem wir durch unsere harte Arbeit stetig Schritte nach vorne gemacht haben“, jubelte Fach. „Das Rennen ist nicht für uns gelaufen, sondern wir haben es zu unserem gemacht und dank unserer Performance gewonnen. Am Ende meines ersten Stints habe ich durch ein paar freie Runden den Grundstein für unseren späteren Sieg gelegt. Als ich wieder ins Auto gestiegen bin, wollte ich nichts von Platzierungen wissen und habe mich auf mich selbst konzentriert. Fünf Runden nach dem finalen Stopp hat mir das Team gesagt, dass ich elf Sekunden Vorsprung habe. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich diesen Sieg nicht mehr hergeben werde.“ 

Fach/Schwarzer, Porsche 911 GT3 R
Foto: Jens Hawrda

Teamkollege Schwarzer fügte hinzu: „Ich kann es immer noch nicht glauben. Es war ein so großartiges Rennen und das Auto war unglaublich. Ich kam raus aus der Box, war fokussiert und wusste, wo ich besser werden musste. Ich habe mich immer nur auf die Spitze konzentriert und das hat funktioniert.“ Das Podium komplettierten Salman Owega (20/Köln)/Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3 und die Lamborghini-Piloten Finn Zulauf (20/Königsstein)/Simon Connor Primm (20/Großschirma/Paul Motorsport). Schwarzer/Fach gewannen zudem die Pro-AM-Wertung.

Zu Beginn des Rennens entwickelte sich ein Zweikampf der beiden Mustangs an der Spitze, den Owega für sich entschied. Fach machte direkt eine Position gut und lag auf Rang drei. Nachdem Owega durch eine Strafe auf Rang sieben zurückfiel, lagen Max Reis (18/Ramstein/Haupt Racing Team) und Fach an der Spitze. In Runde zehn bog schließlich Reis zum langen Boxenstopp inklusive Reifenwechsel ab, während Fach vier weitere Runden fuhr. Teamkollege Schwarzer verließ die Box nach dem für Pro-AM-Teams regelbedingt verkürzten Boxenstopp schließlich 11,4 Sekunden vor Primm und Wiebelhaus, die ebenfalls ihren Stopp ohne Reifenwechsel absolviert hatten. Beide Verfolger schlossen konstant auf den Führenden Porsche auf, fanden aber keine Überholmöglichkeit. „Wir lagen auf Rang zwei, konnten dem Ford sogar etwas wegfahren und die Lücke nach vorne zügig schließen“, erklärte der drittplatzierte Primm. „Das Auto war top, aber in der verwirbelten Luft hatten wir keine Chance und auf der Geraden Schwierigkeiten, überhaupt dranzubleiben. Damit haben wir auch den Vorsprung, den wir uns gegenüber den Autos mit dem langen Stopp aufgebaut hatten, wieder verloren. Eigentlich war unser Rennen gut und fehlerfrei, aber dass ich am Porsche nicht vorbeigekommen bin, ärgert mich.“

Im hinteren Feld spielten sich nach der ersten Boxenstopp-Phase ebenfalls rennentscheidende Szenen ab. David Schumacher (23/DEU/Haupt Racing Team) im Mustang auf Rang neun war der erste Pilot, der bereits den langen Stopp hinter sich gebracht hatte. Der 23-Jährige war kurzfristig am Morgen zum Nürburgring gereist, um den verletzten Niklas Kalus (20/Duisburg) an der Seite von Reis zu ersetzen. Ohne zuvor eine Runde im Auto gesessen zu haben, stieg Schumacher ein, machte Zeit auf die Spitze gut und überholte während eines Manövers sogar zwei Autos gleichzeitig. „Ich habe heute Morgen den Anruf erhalten, ich soll doch bitte zum Nürburgring kommen und das Cockpit von Niklas übernehmen. Also bin ich sieben Stunden im Auto hergefahren und hatte quasi ein doppeltes Endurance-Rennen“, so Schumacher, der sich zudem mit 1:26.564 Minuten die schnellste Rennrunde sicherte. Nach dem Stopp verließ Teamkollege Reis die Box auf Rang zwei hinter dem Fach-Porsche, musste sich in der weiteren Folge aber gegen Owega und den Lamborghini von Zulauf auf neuen Reifen geschlagen geben. „Ich konnte die Pace am Ende gut mitgehen und Max noch überholen“, sagte Owega nach Rang zwei. „Mir ist am Start ein kleiner Fehler unterlaufen, der am Ende auf das Ergebnis aber keine Auswirkungen hatte. Finn hat im mittleren Stint mit den Reifen gut hausgehalten, aber der Porsche war heute außer Reichweite. Wir haben wichtige Punkte für die Meisterschaft gesammelt und darauf liegt unser Fokus.“

Die Top-6 wurden von den Tabellenführern Leo Pichler (23/AT)/Simon Birch (18/DNK/beide Razoon – more than racing) im Porsche 911 GT3 R sowie den Lokalmatadoren Sandro und Juliano Holzem (21/Polch/beide Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo komplettiert. Dahinter sortierten sich ihre Markenkollegen Tim Zimmermann (28/Langenargen)/Leyton Fourie (19/RSA/beide FK Performance Motorsport) vor Jonas Karklys (36/LIT)/Emil Gjerdrum (18/NOR/beide Liqui Moly Team Engstler by GRT) ein. Nach zahlreichen, teils rundenlangen Duellen mussten sich die Audi-Piloten Nico Hantke (21/Hürth)/Denis Bulatov (26) beim Heimrennen ihres Teams Scherer Sport PHX schließlich mit Rang neun begnügen. Die Top-10 wurden von Jannes Fittje (25/Langenhain)/Moritz Wiskirchen (22/Euskirchen/beide SR Motorsport by Schnitzelalm) komplettiert.