Freitag, 30. August 2024

Die Tabellenführer schlagen zurück: Seppänen mit neuer Rekordrunde in Spa

Elias Seppänen, Mercedes #1
Foto: Jens Hawrda

Elias Seppänen vom Team Landgraf Motorsport ist perfekt in die zweite Saisonhälfte des ADAC GT Masters gestartet: Auf dem Circuit de Spa-Francorchamps erzielte er in 2:15,923 Minuten nicht nur die Bestzeit, sondern unterbot auch den von Bernd Schneider im Jahr 2015 in der Serie aufgestellten Qualifying-Rekord um 2,581 Sekunden. „Ich bin mega happy über meine zweite Pole-Position in dieser Saison. Es war eine klasse Runde und das Auto lief einfach super. Beim Start am Samstag gilt es vor allem, sauber aus der La Source zu kommen, um viel Schwung mit auf die Gerade zu bringen“, sagte Seppänen nach dem Qualifying, der sich den Mercedes-AMG GT3 mit seinem Teamkollegen Tom Kalender (Hamm/Sieg) teilt. 

Am Freitagnachmittag begaben sich die Piloten des ADAC GT Masters bei trockenen Bedingungen in ihr Zeittraining für den siebten Meisterschaftslauf. Zu Beginn wechselten sich Sandro Holzem (Polch/Land Motorsport) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 und der Aston Martin-Pilot Chandler Hull (USA/Walkenhorst Motorsport) an der Spitze ab. Zur Mitte des Qualifyings gelang es Simon Connor Prim (Großschirma) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von Paul Motorsport, die Rekordrunde aus der Saison 2015 erstmals zu toppen. Im weiteren Verlauf verbesserten sich die Zeiten an der Spitze mehrmals und die Spannung stieg. Letztendlich war es der Vorjahresmeister Seppänen, der die beste Runde erwischte und das Endurance-Rennen von der Pole bestreitet. Rang zwei ging an den Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing, den die beiden Schweizer Alain Valente und Jean-Luc D`Auria pilotieren. Die Top-3 komplettierten Benjamin Hites (Chile) und Tim Zimmermann (Langenargen) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team. Der zweite Mercedes-AMG GT3 von Jannes Fittje (Langenhain) und Finn Wiebelhaus (Obertshausen/beide Haupt Racing Team) platzierte sich auf der vierten Position vor dem Schweizer Alexander Fach und Alexander Schwarzer (DEU) im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech. 

Am morgigen Samstag findet im ADAC GT Masters zum zweiten Mal ein Endurance-Rennen über 80 Minuten statt. Der Start auf dem belgischen Kultkurs erfolgt um 11:05 Uhr.

Quelle: ADAC-Motorsport

Dienstag, 27. August 2024

Startklar für die zweite Hälfte: ADAC GT Masters feiert Comeback in Spa-Francorchamps

  • ADAC GT Masters kehrt nach neun Jahren zurück zum belgischen Formel-1-Kurs
  • Dreikampf in der Meisterschaft: Mercedes-AMG und BMW geben den Ton an
  • Sprint- und Endurance-Format garantiert auch beim vierten Stopp beste Unterhaltung

Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters startet vom 30. August bis 1. September auf der legendären belgischen Rennstrecke von Spa-Francorchamps in die zweite Saisonhälfte. Vor allem die aktuellen Top-Fahrer von Mercedes-AMG und BMW wollen in Spa-Francorchamps ihre Titelambitionen unterstreichen. Dazu zählen unter anderem die aktuellen Tabellenführer Elias Seppänen (FIN) und Tom Kalender (Hamm/Sieg) von Landgraf Motorsport. „Unsere Position in der Fahrerwertung könnte nicht besser sein und das soll sich auch in Spa nicht ändern. Wir wollen wieder vorne angreifen, möglichst viele Punkte mitnehmen und unsere Platzierung festigen“, sagt Kalender. Für zusätzliche Spannung sorgt das neue Sprint- und Endurance-Format, das nach der erfolgreichen Premiere auf dem Nürburgring in Belgien seine Fortsetzung findet. Zudem verstärkt die Mannschaft von PROsport Racing das Teilnehmerfeld mit zwei Aston Martin Vantage GT3.

Nach neun Jahren feiert das ADAC GT Masters sein Comeback auf dem Circuit de Spa-Francorchamps. Für die traditionsreiche GT3-Serie ist es der bislang dritte Auftritt auf dem 7,004 Kilometer langen Kultkurs in den Ardennen. Die Strecke ist bei den Motorsportfans äußerst beliebt. In der Vergangenheit war sie nicht nur Schauplatz für viele spannende Rennen, sondern versprüht mit den umliegenden Ardennen-Wäldern sowie den Auf- und Ab-Passagen einen ähnlichen Charme wie die Nürburgring-Nordschleife. Auch die Fahrer geraten bei den weltbekannten Kurvennamen Eau Rouge, Raidillon, Les Combes oder La Source ins Schwärmen. So auch Tim Zimmermann (Langenargen) vom Grasser-Racing-Team, der sich zusammen mit dem Chilenen Benjamin Hites einen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 teilt: „Spa ist eine großartige Rennstrecke, die aufgrund ihrer Charakteristik ideal zu den GT-Fahrzeugen und demnach auch perfekt zum ADAC GT Masters passt. Ich freue mich sehr auf das Event, bei dem wir auch endlich den ersten Saisonsieg einfahren wollen.“

Als das ADAC GT Masters 2015 zuletzt auf der Ardennen-Achterbahn zu Gast war, siegten ein BMW Z4 GT3 und ein Mercedes-Benz SLS AMG GT3. Ein ähnliches Bild ergibt sich derweil auch in der laufenden Saison: Aktuell bestimmen die beiden deutschen Premiumhersteller das Tempo an der Spitze. Nach dem Doppelerfolg von David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) am Nürburgring bahnt sich ein Dreikampf in der Meisterschaft an. In der Eifel verkürzten die beiden Mercedes-AMG-Piloten vom Haupt Racing Team den Abstand auf die Führenden von 42 auf 23 Punkte und befinden sich nun als Drittplatzierte mitten im Titelrennen. „Ich bin bislang noch nie in Spa unterwegs gewesen, umso größer ist die Vorfreude auf das Wochenende. Der Kurs hat einiges zu bieten und sollte unserem Fahrzeug gut liegen. Ich bin sehr gespannt und gebe mit David wieder Vollgas“, sagt Owega. In Lauerstellung stehen zudem Maxime Oosten (NL) und Leon Köhler (Erlenbach am Main/beide FK Performance Motorsport), die in ihrem BMW M4 GT3 gerade einmal neun Zähler Rückstand auf die Halbzeitmeister Seppänen und Kalender im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport aufweisen.

In Spa meldet sich PROsport Racing im ADAC GT Masters zurück. Zuletzt war das Team aus Wiesemscheid in der Nähe des Nürburgrings 2021 in der Serie aktiv, dieses Jahr verstärkt der Rennstall das Teilnehmerfeld beim vierten Saisonstopp. In einem der beiden Aston Martins wechseln sich Hugo Sasse (Aschersleben) und der Österreicher Raphael Rennhofer ab. Den zweiten Vantage GT3 pilotieren Hendrik Still (Kempenich) und Jamie Day aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Wir sind sehr dankbar, dass sich der ADAC um unsere Rückkehr bemüht hat und freuen uns nun auf den ersten Einsatz. Unser Fahreraufgebot kombiniert Erfahrung mit jungen Talenten. Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Mischung unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen können“, erklärt Teameigner Christoph Esser.


Freitag, 23. August 2024

DTM Nürburgring: Dritter Saisonsieg für Schubert Motorsport – Sheldon van der Linde triumphiert

Sheldon van der Linde holt am Nürburgring seinen ersten Saisonsieg
Foto: BMW-Motorsport

Sheldon van der Linde (RSA) hat zum Abschluss des fünften DTM-Rennwochenendes auf dem Nürburgring (GER) seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Im #31 Shell BMW M4 GT3 überquerte der DTM-Champion von 2022 zum ersten Mal seit dem Norisring 2023 als Erster die Ziellinie. Sein Teamkollege Marco Wittmann (GER) fuhr im #11 Schaeffler BMW M4 GT3 als Dritter ebenfalls aufs Podium. Dank der beiden Podestplätze eroberte die Mannschaft von Torsten Schubert Platz eins in der Teamwertung zurück.

Bei van der Linde war die Erleichterung über seinen Triumph groß, nachdem er am Samstag nicht über Position 13 hinausgekommen war. Von Startplatz acht kam der Südafrikaner bereits in der Startphase auf Platz drei nach vorn, überholte dann Ricardo Feller (SUI, Audi) im Kampf um Platz zwei und profitierte später von einem Dreher des bis dahin führenden Maro Engel (GER, Mercedes). Engel kollidierte mit van der Lindes Teamkollege René Rast (GER). Rast kam mit kalten Reifen aus der Box, rutschte beim Anbremsen von Kurve eins mit seinem #33 RoboMarkets BMW M4 GT3 geradeaus und traf den einlenkenden Mercedes. Eine gebrochene Felge und eine Strafe für den Unfall warfen Rast bis auf Platz 17 zurück. Im Samstagsrennen war er Elfter geworden.

Ein starkes Wochenende erlebte Wittmann. Am Samstag kam er mit den regnerischen Bedingungen besser zurecht als seine Teamkollegen und wurde Sechster. Im Sonntagsrennen startete er als Dritter und brachte dieselbe Position ins Ziel – sein zweiter Podestplatz des Jahres nach dem Sieg in Zandvoort (NED). Die Crew um Wittmann absolvierte zudem mit 6,351 Sekunden den schnellsten Boxenstopp im Sonntagsrennen.

In der Fahrerwertung liegen van der Linde, Rast und Wittmann nach zehn von 16 Rennen auf den Plätzen vier, fünf und acht. In der Teamwertung liegt Schubert Motorsport mit nun 242 Punkten und 19 Zählern Vorsprung an der Spitze.

Stimmen der BMW-Piloten zum Rennwochenende an Nürburgring

Sheldon van der Linde (#31 Shell BMW M4 GT3): „Ich bin sehr glücklich und erleichtert, nach so langer Zeit wieder einen DTM-Sieg eingefahren zu haben. Ich war schon am Norisring dicht dran, doch dann hat mir das Wetter in den letzten Runden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Bruder Kelvin hat das Samstagsrennen gewonnen. Für uns beide ist das also ein ganz spezielles Wochenende, das die gesamte Familie stolz macht. Für mich ist das einer meiner besten Siege in der DTM.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3): „Ich bin happy mit diesem Wochenende. Am Samstag lief es mit Platz sechs im Regen schon sehr gut. Das hat sich am Sonntag mit Platz drei im Qualifying und im Rennen fortgesetzt. Zusammen mit dem Sieg für Sheldon war das natürlich ein herausragendes Teamergebnis, über das ich mich sehr freue. Das Sonntagsrennen war von vielen Zweikämpfen geprägt. Leider hatte ich nicht ganz die Balance im Auto, um den Sieg angreifen zu können. Daher bin ich mit Platz drei wirklich zufrieden.“

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3): „Das ist mit Blick auf die Meisterschaft ein ganz bitteres Wochenende. Nachdem ich am Samstag als Elfter nur wenige Punkte sammeln konnte, war unsere Pace am Sonntag sehr gut. Ich denke, ich hätte im Kampf um das Podium ein Wort mitreden können. Leider kam es dann zu der Kollision. Das war unnötig und wirft mich in der Fahrerwertung deutlich zurück. Trotzdem kämpfe ich natürlich weiter.“

IDM Assen: Punkte-Marathon und erster Meister

Foto: Jens Hawrda

Die fünfte von sieben Veranstaltungen zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) hat die Situation der Titelanwärter verschärft. Auf dem TT Circuit Assen wurden am vergangenen Wochenende neue Konstellationen für den Endspurt gelegt, der schon in anderthalb Wochen auf dem Nürburgring beginnt. Und ein Team ist sogar schon Meister: das Vater-Sohn-Gespann Ted und Vincent Peugeot in der IDM-Wertung der Sidecar-Klasse.

IDM Superbike

Der Sturz von Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und seine Auswirkungen haben Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) in der IDM Superbike-Gesamtwertung in eine komfortable Position in Bezug auf den Titelgewinn gebracht. Sein Ziel: Er will zum vierten Mal Meister in der Topklasse werden. In Abwesenheit des Honda-Titelverteidigers Florian Alt gewann der 28-jährige Ukrainer beide Rennen auf dem 4,555 langen TT Circuit in den Niederlanden. Der Deutsche war im ersten Rennen gleich in der ersten Runde per Highsider gestürzt. Das Team diagnostizierte einen Reifendefekt. Alt muss an der rechte Hand operiert werden. Seine Titelchancen sind nach dem Wochenende in den Keller gesunken. Jetzt trennen den Deutschen 58 Punkte vom führenden Mikhalchik, dem er in Assen die Führung in der Gesamtwertung eigentlich wieder abjagen wollte. Honda-Fahrer Alt wäre in Assen der einzige gewesen, der die BMW-Armada an der Spitze hinter sich lassen oder zumindest deren Phalanx durchbrechen kann. Nach seinem Ausfall nahm die bayrische Marke nach beiden Läufen das komplette Podium ein und jedes Mal in gleicher Besetzung: Sieger Ilya Mikhalchik vor dem Esten Hannes Soomer (Enos Motorsport) und Patrick Hobelsberger (GERT56). Es war eine internationale Machtdemonstration, in der die Entscheidungen in den letzten Runden fielen. Hobelsberger verdrängte damit seinen Teamkollegen Toni Finsterbusch vom dritten Tabellenplatz.

Mit dem Italiener Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) und dem Argentinier Leandro Mercado (Kawasaki Weber Racing) haben in den Top Ten noch zwei weitere Marken heiße Eisen im Feuer. Die schnellste Yamaha wird kurz dahinter auf Platz 11 gelistet und gehört Maximilian Kofler aus Österreich.

IDM Supersport

In der IDM Supersport fuhr Rookie Lennox Lehmann (Yamalube Kofler Racing) zu seinem ersten Saisonsieg. Nach bereits drei errungenen Podiumsplätzen hatte er es endlich ganz nach oben geschafft. Eigentlich hatte sich Luca de Vleeschauwer dafür interessiert und hatte fast das ganze erste Rennen auf Triumph in Führung gelegen. Der Plan des 22-jährigen Belgiers vom Team MotoLife sah bis zur letzten Runde gut aus, bis dass sich Lehmann eingangs der schnellen Schikane an ihm vorbeibremste. Ein paar Minuten vorher hatte sich der Dresdner schon ganz mutig und gepflegt an seinem Teamkollegen Andreas Kofler und seiner Yamaha vorbeigeschoben. Für den Polesetter ging es in den 13 Rennrunden mehrfach vor- und zurück. Zum Schluss blieb er mit 0,009 Sekunden hinter de Vleeschauwer Dritter. Dass Daniel Blin (AF Racing Team) auf der Ducati Vierter wurde, war eine enorme kämpferische Leistung. Der Pole war im Qualifying gestürzt, hatte Prellungen vom Kopf bis zu den Füßen. Er musste zum Check ins Medical Center. Einen Tag später fuhr er die schnellste Rennrunde.

Der im ersten Lauf von Lehmann geschlagene Kofler ließ im zweiten Rennen nichts mehr anbrennen und führte den Zug mit Luca de Vleeschauwer, Lennox Lehmann, Daniel Blin, Sasha de Vits aus Belgien, Dirk Geiger, und die Niederländer Kas Beekmans und Twan Smits um den Kurs. Es war klar, dass de Vleeschauwer zum Schluss noch etwas im Schilde führte um Kofler niederzuringen und zu gewinnen. Es war ein brutales, aber faires Überholmanöver, welches er startete. Aber Kofler holte ebenfalls den Hammer heraus. Dass er aus seiner Position noch einmal zurückschlagen würde, war eine Wucht. Und es gelang: vierter Saisonsieg für den 20-Jährigen aus Attnang-Puchheim.

Ein Österreicher auf Yamaha, ein Belgier auf Triumph und ein Pole auf Ducati standen auf dem Podium. Internationaler geht es nicht.

IDM Supersport 300

In der IDM Supersport 300 dominierte der Deutsche Philipp Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing) an diesem Wochenende in beiden Rennen. Der KTM-Pilot setzte sich in spannenden Krimis gegen seine Teamkollegen Ruben Bijman und Oliver Svendsen durch. Tonn feierte in Assen sowohl seinen ersten Saisonsieg als auch ein Doppelpodium und kletterte in der Meisterschaftswertung auf den dritten Platz. Der WM-Pilot Ruben Bijman sicherte sich zweimal Rang zwei. Auch Yamaha-Pilot Dylan Czarkowski (DC Racing) gelang der Sprung aufs Podest. Der Niederländer schnappte sich im zweiten Rennen auf seiner Heimstrecke trotz einer Zeitstrafe den dritten Platz.

IDM Sidecar

Die beiden Teams von Harry Payne und Markus Schlosser lieferten sich in der FIM Seitenwagen-Weltmeisterschaft ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Sprintrace am Samstag dominierten Harry Payne und Kevin Rousseau (Steinhausen Racing / ARS Yamaha) das Geschehen und ließen Markus Schlosser/Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) keine Chance zum Überholen. Im Hauptrennen am Sonntag konnte Markus Schlosser seine Pole Position bis zur Zielflagge verteidigen und sich den Sieg sichern. Harry Payne zeigte eine beeindruckende Aufholjagd von über drei Sekunden und belegte den zweiten Platz. In der Weltmeisterschaft bleibt Schlosser weiterhin an der Spitze. 

In der IDM-Wertung gewannen Lukas Wyssen und Ema Salmon (Team Gustoil Sidecar Racing/LCR Yamaha) das erste Rennen. Das Vater-Sohn-Gespann Ted und Vincent Peugeot (Seventy Four Racing Team/LCR Yamaha) sicherte sich den Sieg im zweiten Lauf und ist damit bereits Meister!

IDM Assen: Ilya Mikhalchik führt mit 58 Punkten Vorsprung

Philipp Steinmayer in Assen zwei mal in den Top-Ten
Foto: Jens Hawrda


Am vergangenen Wochenende hatte das Team Champion-alpha-Van Zon-BMW nur ein kurze Anreise zu absolvieren. Für das in Belgien stationierte Team rund um Teamchef Werner Daemen ging die Reise zu den niederländischen Nachbarn. Auf dem TT Circuit in Assen ging es in die fünfte Runde der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Am Start in der IDM Superbike waren wie immer Ilya Mikhalchik aus der Ukraine, Bálint Kovács aus Ungar, sowie Philipp Steinmayr und Jan Mohr aus Österreich. Auch der Deutsche Max Schmidt war angereist, doch nur als mentale Unterstützung für seine Teamkollegen. Er selbst laboriert noch an den Folgen eines Oberarmbruchs.

Ilya Mikhalchik war nach seinem Doppel-Erfolg vom letzten IDM-Event auf dem Schleizer Dreieck als Tabellen-Erster nach Assen gereist. Ziel des BMW-Piloten war es den Vorsprung zu halten und weiter auszubauen. Im verregneten Freien Training am Freitag bewies Mikhalchik mit der Bestzeit, das inzwischen auch im vom ihm nicht gerade favorisierten Regen mit ihm zu rechnen ist. Doch die Wettervorhersagen waren positiv und als Schnellster im Superpole Pre Practice ging es in die Superpole 2. Gerne hätte sich der Ukrainer mit der Pole-Position gern selbst ein schönes Geschenk zum 28. Geburtstag gemacht. Doch es blieb bei der Torte von Lebensgefährtin Milana. Die Bestzeit schnappte ihm mit einer Zehntel Sekunde Vorsprung sein Dauer-Konkurrent Florian Alt weg. Mikhalchik trug es mit Fassung und kündigte eine Feier nach dem Rennsonntag an.

Den Grundstein für eine Sause legte er dann im ersten Rennen. Auch wenn der Start nicht ganz glatt lief, konnte sich der BMW-Pilot sogleich in der ersten Ecke an die Spitze bremsen. Während sein härtester Widersache Alt per Highsider stürzte und sich eine Fingerverletzung zuzog, konnte Mikhalchik über die komplette Distanz sein Ding machen und sicherte sich mit einem Vorsprung von 7,5 Sekunden den ersten Sieg des Tages. Was einfach aussah, war dennoch harte Arbeit. «Wir hatten im Training nur ein paar Runden im Trockenen», sagte Mikhalchik, «und einige Jungs haben hier vorher getestet, es war also nicht einfach für uns. Aber wir waren zuversichtlich, wir haben wieder abgeliefert und das macht mich glücklich. Ich freue mich auch auf das zweite Rennen.“

Lauf 2 ging nach dem Ausscheiden von Alt für Ilya Mikhalchik von der ersten Startposition los. Ein paar Runden hatte er zu tun, bis er sich an den BMW-Kollegen Finsterbusch und Jähnig vorbeigezwängt hatte. In der 12. Runde war dann auch der bis dahin Führende Hannes Soomer fällig. Einmal vorbei gab es für Mikhalchik kein Halten mehr und auch Lauf Nummer 2 wurde eine Beute des Ukrainers. «Es war ziemlich harte Arbeit», erklärte Mikhalchik hinterher. «Ich habe am Start einen Fehler gemacht und dadurch auf der Geraden etwas an Geschwindigkeit verloren. Danach musste ich ruhig bleiben. Die Jungs um mich herum waren schnell. Ich habe alles beobachtet, bin ruhig geblieben und habe dann im letzten Drittel losgelegt. Es war ein bisschen interessanter als im ersten Rennen. Aber ich bin glücklich, das war mein zehnter Sieg in Assen.»

Und nicht nur das. Mikhalchik konnte seine Führung in der Gesamtwertung ausbauen und liegt nun vier Rennen vor Schluss 58 Punkte vorne.

Bálint Kovács erwies sich besonders am verregneten Freitag als wasserfest. Unbekümmert drehte er eine schnelle Runde nach der anderen und rangierte beständig an der Spitze mit. Nach dem direkten Sprung in die Superpole 2, nur die schnellsten 12 sind dazu berechtigt, eroberte er für die Rennen die zehnte Startposition. «Aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten und diesem Jahr haben wir die optimale Abstimmung gefunden, was sich als gut erwiesen hat», bestätigte er. «Mein Start ist noch nicht optimal, daran muss ich noch arbeiten. Wir haben uns bei der Abstimmung in die richtige Richtung bewegt, aber ich habe auf der schnellen Runde einen Fehler gemacht, und in einer so engen Meisterschaft ist das nicht gut genug. Ich bin zuversichtlich, dass ich eine gute Renn-Pace habe.»

Der Start war dann eher einer aus der mittleren Kategorie, doch Kovács machte sich so gleich dran, diese Scharte wieder auszumerzen. Doch dann kamen im in der Schikane vor Start und Ziel zwei fremde Motorräder in die Quere. Thomas Gradinger hatte Luca Grünwald abgeräumt und Kovács konnte direkt dahinter nicht mehr ausweichen und ging ebenfalls zu Boden. Doch der Ungar hielt sich damit nicht auf, sprang wieder auf seine leicht ramponierte BMW und hetzte dem Feld hinterher. Platz 20 im Ziel war für den Sportler allerdings kein wirklicher Trost.

Im zweiten Rennen ging es in der IDM Superbike dann einiges gesitteter zu. Kovács zeigte eine fast fehlerfreie Leistung und hielt die Angreifer gekonnt auf Distanz. «Ein Wahnsinns-Rennen», jubelte er im Ziel verdientermaßen. «Ich bin wirklich glücklich, dass ich so nah am Podium dran war. Und der sechste Platz ist wirklich mega nach dem unglücklichen Sturz in Rennen 1. Ich habe mich von Anfang an wieder stark gefühlt mit meiner Renn-Pace. Woran ich aber wirklich arbeiten muss, ist mein Qualifying. Das ist ganz klar. Einfach um eine bessere Startposition zu haben und mehr Chancen auf einen Podestplatz.»

Philipp Steinmayr war von Oberösterreich in den hohen Norden gereist und schlug sich auf der GP-Piste wacker. Im Regen, wie im Trockenen. Noch nicht ganz sein Ding ist das neue Trainingsformat. Erneut schaffte er den direkten Sprung in die Superpole 2, wo nur die besten 12 direkt Einzug halten dürfen und noch die drei Schnellsten aus der Superpole 1 nachrücken. In der letzten Trainingssitzung konnte er seine Zeit sogar noch verbessern, musste sich aber dennoch mit Startplatz 14 begnügen. «Da tu mich schwer», offenbarte er, «mir auf Kommando eine schnelle Rundenzeit rauszuquetschen. Von Platz 14 aus ist es im Rennen dann schwer.»

Doch mit zwei Top-Ten-Plätzen, Rang 8 in Lauf 1 und der Zehnte im zweiten Rennen, lieferte Steinmayr wie gewohnt gut ab. «Beide Starts waren solide», erklärte er nach getaner Arbeit. «Wir hatten noch etwas am Motorrad umgebaut, damit ich mehr Grip am Hinterrad hatte. Im ersten Rennen hatte ich es mit Thomas Gradinger zu tun, der auf der letzten Rille unterwegs war. Bei mir fährt aber immer noch der Verstand mit. Sonst ärgere ich mich oft über ich, dass ich immer noch die halbe Länge Platz lasse, dieses Mal hat es sich ausgezahlt, als sich Gradinger und zwei weitere Piloten vor mir langgelegt haben und ich gut durchkam. Im zweiten Lauf habe ich gleich in Kurve 4 selbst einen Patzer fabriziert. Meine eigene Schuld. Dann war ich hinter Rob Hartog und etwas zu ungeduldig, wodurch ich in der Schikane weit gegangen bin und dann irgendwo auf Platz 15 gelandet bin.»

Anschließend fand Steinmayr aber wieder zu seinem gewohnten Rhythmus zurück und lieferte Zeite wie im Qualifying. Mit Schwung ging es in der Schlussphase noch an Teamkollege Jan Mohr vorbei auf Platz 10. «Es war nicht das beste Wochenende von mir», so Steinmayrs Fazit, aber nach dem Patzer von mir war Platz 10 noch top. Das Motorrad ging super.»

Jan Mohr war mit der kompletten Familie von Österreich nach Assen gereist und hatte auch Bruder Ken im Gepäck, der im R7-Cup eine Talentprobe abgab und gemeinsam feierte man dessen ersten Podestplatz. In der IDM Superbike lag dann die volle Konzentration auf der Abstimmung seiner BMW. Auf den teils verregneten Freitag folgte der direkte Sprung unter die Top-Piloten und die Superpole 12. Da ging es wieder eng her und auch Mohr konnte noch ein paar Zehntel an seiner Rundenzeit runterfeilen. Für die Rennen eroberte dann Startplatz 12.

Nach den Plätzen 10 und 11 in den beiden Rennen musste Mohr zugeben, dass es ein sehr schwieriges Wochenende für ihn war. «Von Anfang an lief es nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte, und ich hatte einfach zu kämpfen. Ich war nicht da, wo ich im Training sein wollte und was ich von mir selbst erwartet habe. Warum ist es nicht besserlief? Ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung dafür. Es hat nicht viel gefehlt. Im zweiten Rennen lag ich im Ziel nur neun Sekunden hinter dem dritten Platz. Das ist nicht die Welt, aber das sind Ergebnisse, mit denen ich nicht zufrieden bin. Es kann besser sein und es muss besser sein.»

«In Assen hatten wir kein Ideen mehr für Verbesserungen», sagt Mohr, «aber wir haben bereits am Nürburgring getestet und ich hoffe, dass wir dort etwas finden, das es mir ermöglicht, unter die ersten Fünf zu kommen. Mein Bruder hat es geschafft, das Blatt für unsere Familie zu wenden. Er hat sich in der letzten Schikane durchgesetzt, das war mega. Ich habe mich sehr für ihn gefreut und wir werden am Nürburgring wieder Vollgas geben.»

Max Schmidt leistete seinen Teamkollegen in der Box Gesellschaft und gab gekonnt sein Debüt am Mikrofon des IDM Live-Streams, wo er mit geballter Kompetenz das Rennen der IDM Supersport kommentierte. 

Viel Zeit für eine Pause bleibt nicht. In zehn Tagen geht es an den Nürburgring, wo IDM-Lauf Nummer 6 ansteht.