Dienstag, 30. Juli 2024

IDM Supersport Renen 2: Smits siegt erneut

Doppelsieg für Twan Smits in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Es war das Wochenende von Twan Smits. Der Niederländer hatte sich zum Saisonbeginn so schwer getan. Jetzt ist der Knoten beim Vizemeister des Vorjahres geplatzt. Zweiter Sieg auf dem Schleizer Dreieck. Hinter ihm kamen die Yamalube Motorsport Kofler-Teamkollegen Lennox Lehmann und Andreas Kofler über die Ziellinie. Weil seine unmittelbare Konkurrenz auf der Naturrennstrecke auch nicht ganz vorn war, bleibt Kofler ganz lässig der Führende in der IDM Supersport-Gesamtwertung.


Nach seinem Abflug auf der Ölspur im ersten Lauf war es eine Punktlandung, dass der 19-jährige Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) überhaupt wieder mitfahren konnte. Exakt fünf Minuten vor Öffnung der Pitlane stand das schwer angeschlagene Motorrad wieder fahrbereit in der provisorischen Box. Nur noch ein paar Kratzer an der Yamaha erinnerten an den Vorfall am Vormittag. Fünf Leute hatten im Akkord an ihr geschraubt.

Am zweiten Tagessieg von Twan Smits (Team Apreco) gab es nichts zu deuteln. Der Niederländer fuhr in seiner eigenen Welt. Mit 5,947 Sekunden Vorsprung gewann „El Raketo“ das Rennen vor der Konkurrenz und kam nicht ein einziges Mal aus dem Rhythmus. Der 20-Jährige fuhr konstant schneller als seine Verfolger. Dort machten Dirk Geiger (MCA Racing), Lennox Lehmann (Yamalube Motorsport Kofler) und Daniel Blin (AF-Racing) Jagd auf Andreas Kofler, der sich nur ein kleines Stück abgesetzt hatte. Geiger schirmte sich dabei nach hinten ab, indem er ganz hart über die Bodenwellen fuhr und nicht immer ganz auf der Ideallinie blieb. Keiner kam an ihm vorbei, auch wenn ihm Lehmann fast in den Auspuff kroch. Der Dresdner knirschte mit den Zähnen.

Stückchenweise robbte sich das Trio an Kofler heran, der den zweiten Platz vehement zu verteidigen versuchte. Doch die Lücke nach hinten wurde kleiner – und es waren noch drei Runden zu fahren. Was passierte, war abzusehen: Aus dem Trio wurde ein Quartett. Und so ging es weiter: Geiger sprang der Gang heraus, der Rookie fiel zurück, Lehmann überholte seinen Teamkollegen Kofler und eroberte damit den zweiten Platz. Der Österreicher hatte danach den forschen Daniel Blin auf Ducati hinter sich, der haarscharf am Podest Podium vorbeiraste. Lediglich gute zwei Zehntelsekunden hatten ihn von Kofler entfernt.

Weiter hinten sorgte ein 17-Jähriger für Schnappatmung: Luca Göttlicher. Er war der einzige Fahrer, der auf dem Schleizer Dreieck vom Hertrampf Team übrig geblieben war. Die Superbiker Vladimir Leonov und Oliver König waren verletzungsbedingt nicht angereist. Supersportler Kevin Wahr hat die Saison vorzeitig beendet. Dafür zockte Rookie Göttlicher auf der Triumph Street Triple RS einen Fahrer nach dem anderen im Feld ab. Auf den letzten Metern schnupfte er noch Marvin Siebdrath auf. Göttlicher hatte es tatsächlich geschafft, von P 12 auf P6 nach vorn zu fahren. Er war lange Zeit so schnell wie Titelkandidat Kofler im Kampf um den zweiten Platz gewesen.

Was sonst noch aufgefallen ist: Alle Motorradmarken, die in dieser Klasse vertreten sind, haben im Rennen Punkte geholt.

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Five)

1. Twan SMITS (NLD), Yamaha
2. Lennox LEHMANN (AUT), Yamaha
3. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha
4. Daniel BLIN (POL), Ducati
5. Dirk GEIGER (DEU), Honda

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Superbike: Mikhalchik besiegt Reiterberger erneut in der letzten Runde

Wie in Rennen 1, Mikhalchik fährt sich Runde für Runde am Reiterberger
ran und überholt ihn in der letzten Runde
Foto: Jens Hawrda

Der zweite IDM Superbike-Lauf auf dem Schleizer Dreieck war fast eine Kopie des ersten Rennens am Vormittag. Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) feierte seinen nunmehr achten Sieg in der Königsklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) und schlug zum zweiten Mal am Tag Publikumsliebling Markus Reiterberger (Masteroil by MRP). Für Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) ging die Tabellenführung bis zur nächsten Veranstaltung endgültig flöten. Mit dem dritten Platz übte der aktuelle Titelverteidiger auf der Honda Schadensbegrenzung.

„Schleiz ist geil“, ist schon immer die Ansage von Markus Reiterberger an die Naturrennstrecke. Wegen seiner Rekorde wurde Reiti schon auf der Stele in der Stadt verewigt und ist dort in prominenter Gesellschaft. In diesem Jahr blieb ihm der ganz große Erfolg verwehrt. Auch im zweiten Lauf musste sich der vierfache IDM Superbike-Meister dem dreifachen Champion Ilya Mikhalchik geschlagen geben. Und wie im ersten Lauf passierte es in der letzten Runde und aus Reiti platzte es im O-Ton heraus: „Scheiße, ich hab einen Fehler gemacht. Das war eine Einladung für Ilya. Ich hab einfach falsch gebremst.“ Der 27-jährige Ukrainer nahm die Einladung gerne an und hatte sich ohnehin schon in Reiterbergers Windschatten angesaugt. Nun schenkte er seiner Freundin Milana, die gestern Geburtstag hatte, auch den zweiten Sieg des Wochenendes.

Ein bisschen Wehmut herrschte schon in Reiterbergers Brust, der als Gastfahrer keine Punkte bekam, aber schon gerne in seinem grünen Wohnzimmer gewonnen hätte: „Wenn wir am Freitag mit dem nagelneuen Motorrad so begonnen hätten, wie es heute dasteht, hätte ich die letzten 100 Meter führend ins Ziel gebracht.“

Florian Alt hielt sich aus dem Duell heraus, bekam aber Gesellschaft durch Jan-Ole Jähnig. Der erst zwei Jahre in der IDM Superbike fahrende Thüringer setzte den Titelverteidiger sogar richtig unter Druck. Und dieser wusste länsgt, dass man „JO“ neuerdings auf dem Zettel haben muss. Das Küken aus der Team GERT56-Maschinerie ist flügge geworden. Wenn der 23-Jährige ein Hinterrad vor sich hat, dann hängt er sich dran. Alt quetschte seine Honda aus und fuhr Kampflinie, um die türkisfarbene BMW hinter sich halten zu können. In der 16. Runde platzierte „JO“ einen sauberen Blockpass und ging an Alt vorbei. Der ließ die Niederlage nicht auf sich sitzen und konterte. „Es war in Richtung Ortschaft, die nächste Kurve war rechts innen. Das war Schadensbegrenzung. Mehr war an dem Wochenende nicht drin. Wir sind aber deutlich schneller als im vergangenen Jahr.“ Alt behauptet sich zugleich wie ein Bollwerk gegen die BMW-Armada. Ohne ihn würde der IDM Superbike eine wichtige Attraktion fehlen.

In der Gesamtwertung hat Alt jetzt sechs Punkte Rückstand zum Tabellen-Ersten Mikhalchik. Nach hinten sind 62 Punkte Zwischenraum zum drittplatzierten Toni Finsterbusch, der mit den GERT56-Teamkollegen Patrick Hobelsberger und Jähnig zusammenhängt wie Kletten.

Luca Grünwald steigerte sich im zweiten Lauf nochmals und kassierte zehn Meisterschaftspunkte. Leandro Mercado fiel auf der Weber-Kawasaki aus genauso wie Martin Vugrinec von Skach Motors Kawasaki Racing. Der Kroate bestritt nach seiner Beinverletzung sein erstes Rennwochenende in diesem Jahr.

In der Auslaufrunde wurden alle Fahrer wie Helden gefeiert. Mikhalchik trennte sich von seinen Knieschonern und warf sie zur Freude der Fans in die Menge. Die Zuschauer stürmten die Strecke, um die Fahrer abzuklatschen. Marco Fetz unterschrieb auf dem Tank seiner BMW eine eilig herbeigezauberte Autogrammkarte. Und die Bengalos ließen gelbe Rauchschwaden in die Luft ziehen. So geht ein Rennen auf dem Schleizer Dreieck ab. Einfach großartig.

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW
2. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
3. Florian ALT (DEU), BMW
4. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW
5. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Smits siegt nach Abbruch, Kofler ohne Punkte

Twan Smits, Yamaha YZF-R6, #85 siegt trotz Sturz
Foto: Jens Hawrda

Der Zeltplatz auf dem Buchhübel war bereits am Donnerstag rappelvoll und es war kein einziger Platz mehr auf der Wiese zu kriegen. Nur in der „Seng“ gab es noch freie Flächen. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) feiert an diesem Wochenende ihren Saisonhöhepunkt und Tausende von Fans sahen, wie Twan Smits (Team Apreco) am  Sonntag den ersten IDM Supersport-Lauf des Tages gewann. Die Emotionen rund um das Rennen kochten hoch.

Andreas Kofler gelang wie schon fast üblich ein Blitzstart von der Pole Position. Nach zwei Runden hatten sich Dirk Geiger (MCA Racing, Honda), Lennox Lehmann (Yamalube Motorsport Kofler), Twan Smits (Team Apreco) und Luca de Vleeschauwer (MotoLife) hinter dem Österreicher eingefädelt.

Vizemeister Smits war es anzumerken, dass er verdammt gut drauf ist. Im zweiten Sektor fuhr er fast eine Sekunde schneller als der führende Kofler. Und dieser war auch völlig überrascht, dass der 20-jährige Niederländer plötzlich neben ihm auftauchte und ihn sogar überholte. Die beiden Yamaha-Fahrer gaben nun den Takt an.

Luca de Vleeschauwer schien sich mit der Triumph in die vordere Gruppe einschleusen zu können, doch in einer Kurve riss am Hinterrad der Grip an und der Belgier kam schwer ins Schlingern. Er fing das Motorrad mit dem Knie noch ab, aber ein der Fahrfluss war gestört. Dabei hatte er Glück gehabt. Die Aktion hätte schlimmer ausgehen können. De Vleeschauwer hat kein leichtes Wochenende. Eine Runde später sprang der Gang raus.

Massensturz nach Ölspur

In der zehnten Runde ging es drunter und drüber. Smits und Kofler rutschten parallel von der Strecke. Das sah nach einer Ölspur aus. Die gelbe Flagge wurde geschwenkt. Daniel Blin kam gleich hinterhergeschossen. Seine Ducati stellte sich kerzengerade auf, bevor sie hinter dem Reifenstapel einschlug. Auch Luca Göttlicher wurde nicht verschont. Rote Flagge: Rennabbruch. Grund: ein unbemerkter Steinschlag im Ölkühler der Yamaha von Thijs Wetstenbrink.

Das Unglück nimmt seinen Lauf, als erster muss Westenbrink #12 
 vom Bike, der auf seinem eigen Öl ausrutscht
Foto: Jens Hawrda

Kofler nach unverschuldetem Sturz im Pech

Gewertet wurde die Reihenfolge der Fahrer nach der letzten vollen Runde. Sie müssen aber innerhalb von fünf Minuten samt Motorrad zurück in der Box sein. Das waren von der Spitzengruppe Twan Smits, Lennox Lehmann, Dirk Geiger, Daniel Blin. Einer fehlte: Andreas Kofler. Der 19-jährige schnaubte vor Wut, weil sein Motorrad nicht innerhalb der Zeit mit dem Transporter eingesammelt worden war. Es hat einen umfangreicheren Schaden erlitten. Es gab nur die halbe Punktzahl für die absolvierten neun statt der angesetzten 15 Runden. Sieger ist Smits vor Lehmann und Geiger.

Auch der spätere Sieger Twan Smits muss vom Bike, erreicht aber
rechtzeitig die Box und wird als Sieger gewertet
Foto: Jens Hawrda

Lehmann war an der Unfallstelle gleich nach innen gefahren: „Ich habe mir gedacht, das sieht nicht gut aus.“ Geiger meinte: „Ich hab´s gar nicht gecheckt, ob da Öl war. Bis zum Zeitpunkt des Abbruchs war es ein richtig gutes Rennen.“

Ergebnis IDM Supersport, 1. Lauf (Top-Five)

1. Twan SMITS (NLD), Yamaha
2. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha
3. Dirk GEIGER (DEU), Honda
4. Daniel BLIN (POL), Ducati
5. Marvin SIEBDRATH (DEU), Yamaha

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Montag, 29. Juli 2024

IDM SBK: Mit vierter Sieg übernimmt Mikhalchik auf die führung in der IDM Gesamtwertung

Sieg und Meisterschaftsführung nach Renne 1 in Schleiz für Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda

Vor genau 100 Jahren fand in Schleiz der erste Lauf zur Deutschen Motorradmeisterschaft statt. Die höchste Kategorie war damals die Klasse 4 B mit nichtsteuerfreien Krafträdern über 500 ccm. Das Rennen ging über 25 Runden, die insgesamt 200 Kilometern entsprachen. Sieger war Toni Bauhofer auf Megola. Ihm gelang mit 78 km/h auch die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit des Tages. Jetzt, 100 Jahre später, haben die Motorräder in der Topklasse über 200 PS und sind mindestens 300 km/h schnell. Und der Sieger des ersten IDM Superbike-Laufes des Tages heißt Ilya Mikhalchik. Der Ukrainer (Champion Alpha Van Zon) hat damit auch wieder die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Den zweite Platz belegte Gastfahrer Markus Reiterberger (Masteroil by MRP). Dritter wurde Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion).

In der Startaufstellung meinte Gastfahrer Markus Reiterberger auf die Frage nach dem Grip auf der Strecke: Grip? Naja, geht so.“ Ein paar Minuten später hatte der 30-jährige vierfache Superbike-Meister bereits die Spitze des Feldes übernommen. Der Publikumsliebling war von der dritten Position gestartet. In der dritten Runde war der aktuelle Honda-Titelverteidiger Florian Alt ganz vorn. Er war blitzsauber an „Reiti“ vorbeigegangen. Die Beiden lieferten sich ein Battle auf Augenhöhe und Alt hatte sich schon im Vorfeld darauf gefreut. Aber in dem Zweikampf steckte viel Arbeit drin. „Und zwei bis dreimal bin ich fast gestürzt“, erzählte er nach dem Rennen.

Im Hintergrund wartete Mikhalchik und sein Fahrstil strahlte regelrecht Gelassenheit aus. Seine Geduld sollte sich noch auszahlen. Zwei mickrige Meisterschaftspunkte lag er im Rückstand zum Tabellen-Führenden Florian Alt. Reiti spielte keine Rolle. Als Gastfahrer bekam er keine Punkte. Also ruhig bleiben, hieß die Devise von Mikhalchik. Aber es war absehbar, dass vom 27-jährigen BMW-Fahrer noch etwas kommen würde. Schon aus Ego-Gründen wollte dieser gewinnen und vor Reiterberger sein. Und Mikhalchik war tatsächlich abgezockt genug, um sich zuerst Alt und später den Bayern zurecht zu legen. In der zwölften Runde hatte er sein Ziel erreicht und er übernahm die Führung. Nun gab es für ihn bis ins Ziel kein Halten mehr. Es war Mikhalchiks vierter Saisonsieg.

Reiterbergers Mannschaft rund um Chefmechaniker Wolfgang Kampe hatte in den letzten 24 Stunden noch viel an der völlig neu aufgebauten BMW geschraubt. Reiti war gestern gar nicht zufrieden gewesen, „aber jetzt ist das Motorrad auf einem vergleichbaren Stand mit 2022.“ Und er meinte: „Ich wollte das Überholmanöver von Ilya kontern, aber einer musste nachgeben, sonst hätten wir beide im Feld gelegen.“

Jan-Ole Jähnig, der gestern in der Superpole in die erste Startreihe gesprintet war, musste Federn lassen. Der Thüringer aus Lehndorf hatte die ersten Meter vergeigt. Am Ende kam er im Trio mit seinen GERT56-Teamkollegen Patrick Hobelsberger und Toni Finsterbusch ins Ziel.

Freude bei Luca Grünwald (BCC Alpha Ilmberger Carbon Racing Team). Nach seinem Wechsel auf BMW errang er nach einem sehr schwierigen Saisonstart heute sein bisher bestes Ergebnis. Hannes Soomer (Enos Motorsport) war im Qualifying gestürzt und vom 15. Platz gestartet, kämpfte sich aber auf den achten Rang nach vorn. Seine Mutter zu Hause in Estland wird sich gefreut haben. Wegen ihr ist die BMW schlumpfblau, „damit sie mich im Stream immer erkennen kann.“

IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW

2. Markus REITERBERGER (DEU), BMW

3. Florian ALT (DEU), Honda

4. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

5. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Sidecar: Richtige Reifenwahl führen Christies zum Sieg

Sam Christie und Tom Christie #34 siegen in Sprintrennen am Samstag
Foto: Jens Hawrda


Sam und Tom Christie gewannen trotz komplizierter Wetterbedingungen das erste Rennen auf dem Schleizer Dreieck. Ted und Vincent Peugeot kassierten die volle Punktzahl.

Das Sprintrennen der IDM Sidecar auf dem Schleizer Dreieck hatte es bereits von Anfang an in sich. Schon vor dem Start setzte leichter Regen ein, der sich während der ersten Runde verstärkte. Die Rennleitung entschied daraufhin, das Rennen sofort abzubrechen. Nach Rücksprache mit den Fahrern wurde der Start 15 Minuten später erneut angesetzt, um genug Zeit für den Wechsel auf Regenreifen zu ermöglichen.

Das Wetter machte die Reifenwahl jedoch zu einer Lotterie, da manche Streckenabschnitte nur leicht nass waren, während andere deutlich stärker betroffen waren. Nach dem erneuten Start wurde schnell klar, wer auf Slicks und wer auf Regenreifen unterwegs war.

Sam und Tom Christie (Hannafin/LCR Yamaha) starteten von der Pole Position und setzten sich gegen das Überholmanöver von Schlosser vor der ersten Kurve durch. Während das Brüdergespann in sieben Meilen Schritten auf und davonzog, fielen Markus Schlosser/Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) hingegen immer weiter zurück. Der Unterschied lag in der Reifenwahl: Die Christies fuhren mit Slicks, während Schlosser zuvor auf Regenreifen gewechselt hatte. Da die Strecke jedoch nicht lange genug ausreichend nass blieb, wurden Schlosser und Schmidt nach und nach von allen Gespannen auf Slicks überholt.

Während die Christies an der Spitze bereits außer Schlagdistanz für den Rest des Feldes waren, machten Pekka Päivärinta/ Adam Christie (Hänni Racing/ARS Yamaha) Druck auf die an dritter Stelle fahrenden Bennie Streuer/Kevin Kölsch (Team Streuer/ARS Yamaha). Lange hielt das niederländisch-deutsche Team dem Druck stand, doch der fünffache Weltmeister Päivärinta blieb hartnäckig dran. In der sechsten von acht Runden kam es schließlich zum endgültigen Überholmanöver, gegen den Streuer nichts ausrichten konnte. Doch Pekka nahm weiter an Fahrt auf und Todd Ellis/Emanuelle Clement (Team Ellis/Clement Racing/LCR Yamaha) ins Visier. In Windeseile rückte er den amtierenden Weltmeistern immer näher auf den Pelz und womöglich wäre es auch zu einem Showdown zwischen den beiden Teams gekommen, hätte Päivärinta eine Runde zusätzlich gehabt. So blieb es bei der Podium-Besatzung mit Sam und Tom Christie auf Platz eins, Ellis/Clement auf zwei und Päivärinta/Christie auf den dritten Rang.

Streuer/Kölsch wurden Vierte, dahinter platzierten sich Ted und Vincent Peugeot (Seventy Four Racing Team/LCR Yamaha). Da alle vorangegangen Teams als Gaststarter teilnehmen und demnach nicht gewertet werden, kassierte das französische Vater–Sohn-Gespann zum vierten Mal in Folge die volle Punktzahl in der IDM-Wertung.

Hinter Schlosser/Schmidt, die auf dem sechsten Platz landeten, belegte Patrick Werkstetter mit seinem Ersatz-Beifahrer Enrico Roick (Team Bonovo Action/Sattler Motorsport/ARS Yamaha) Rang sieben und Position zwei in der IDM-Wertung, gefolgt von Markus Venus/Ondrej Sedlacek (Sidecar-Team Venus/LCR Yamaha).

Lennard Göttlich und Lucas Krieg (Bonovo Action Junior-Team ADAC Sachsen e.V/ARS Yamaha) brauchten einen Tick zu lang, um bei diesen schwierigen Streckenbedingungen in Fahrt zu kommen. Am Ende wurde es Platz neun und ein sicherer vierter Platz in der IDM-Klasse.

Die Gaststarter Enrico Wirth/Werner Leo Lüttke (Zweirad Wirth Racing/LCR Yamaha), sowie Rogier Weekers/Remco Moes (R&R Racing/LCR Yamaha) komplettierten mit Position zehn und elf die Ergebnisliste.


Ergebnis IDM Sidecar, Race 1 (Top-Five)

  1. CHRISTIE / CHRISTIE (GBR/GBR)
  2. ELLIS / CLÉMENT (GBR/FRA)
  3. PÄIVÄRINTA / CHRISTIE (FIN/GBR)
  4. STREUER / KÖLSCH (NLD/DEU)
  5. PEUGEOT / PEUGEOT (FRA/FRA)


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann