Dienstag, 30. Juli 2024

IDM Supersport: Smits siegt nach Abbruch, Kofler ohne Punkte

Twan Smits, Yamaha YZF-R6, #85 siegt trotz Sturz
Foto: Jens Hawrda

Der Zeltplatz auf dem Buchhübel war bereits am Donnerstag rappelvoll und es war kein einziger Platz mehr auf der Wiese zu kriegen. Nur in der „Seng“ gab es noch freie Flächen. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) feiert an diesem Wochenende ihren Saisonhöhepunkt und Tausende von Fans sahen, wie Twan Smits (Team Apreco) am  Sonntag den ersten IDM Supersport-Lauf des Tages gewann. Die Emotionen rund um das Rennen kochten hoch.

Andreas Kofler gelang wie schon fast üblich ein Blitzstart von der Pole Position. Nach zwei Runden hatten sich Dirk Geiger (MCA Racing, Honda), Lennox Lehmann (Yamalube Motorsport Kofler), Twan Smits (Team Apreco) und Luca de Vleeschauwer (MotoLife) hinter dem Österreicher eingefädelt.

Vizemeister Smits war es anzumerken, dass er verdammt gut drauf ist. Im zweiten Sektor fuhr er fast eine Sekunde schneller als der führende Kofler. Und dieser war auch völlig überrascht, dass der 20-jährige Niederländer plötzlich neben ihm auftauchte und ihn sogar überholte. Die beiden Yamaha-Fahrer gaben nun den Takt an.

Luca de Vleeschauwer schien sich mit der Triumph in die vordere Gruppe einschleusen zu können, doch in einer Kurve riss am Hinterrad der Grip an und der Belgier kam schwer ins Schlingern. Er fing das Motorrad mit dem Knie noch ab, aber ein der Fahrfluss war gestört. Dabei hatte er Glück gehabt. Die Aktion hätte schlimmer ausgehen können. De Vleeschauwer hat kein leichtes Wochenende. Eine Runde später sprang der Gang raus.

Massensturz nach Ölspur

In der zehnten Runde ging es drunter und drüber. Smits und Kofler rutschten parallel von der Strecke. Das sah nach einer Ölspur aus. Die gelbe Flagge wurde geschwenkt. Daniel Blin kam gleich hinterhergeschossen. Seine Ducati stellte sich kerzengerade auf, bevor sie hinter dem Reifenstapel einschlug. Auch Luca Göttlicher wurde nicht verschont. Rote Flagge: Rennabbruch. Grund: ein unbemerkter Steinschlag im Ölkühler der Yamaha von Thijs Wetstenbrink.

Das Unglück nimmt seinen Lauf, als erster muss Westenbrink #12 
 vom Bike, der auf seinem eigen Öl ausrutscht
Foto: Jens Hawrda

Kofler nach unverschuldetem Sturz im Pech

Gewertet wurde die Reihenfolge der Fahrer nach der letzten vollen Runde. Sie müssen aber innerhalb von fünf Minuten samt Motorrad zurück in der Box sein. Das waren von der Spitzengruppe Twan Smits, Lennox Lehmann, Dirk Geiger, Daniel Blin. Einer fehlte: Andreas Kofler. Der 19-jährige schnaubte vor Wut, weil sein Motorrad nicht innerhalb der Zeit mit dem Transporter eingesammelt worden war. Es hat einen umfangreicheren Schaden erlitten. Es gab nur die halbe Punktzahl für die absolvierten neun statt der angesetzten 15 Runden. Sieger ist Smits vor Lehmann und Geiger.

Auch der spätere Sieger Twan Smits muss vom Bike, erreicht aber
rechtzeitig die Box und wird als Sieger gewertet
Foto: Jens Hawrda

Lehmann war an der Unfallstelle gleich nach innen gefahren: „Ich habe mir gedacht, das sieht nicht gut aus.“ Geiger meinte: „Ich hab´s gar nicht gecheckt, ob da Öl war. Bis zum Zeitpunkt des Abbruchs war es ein richtig gutes Rennen.“

Ergebnis IDM Supersport, 1. Lauf (Top-Five)

1. Twan SMITS (NLD), Yamaha
2. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha
3. Dirk GEIGER (DEU), Honda
4. Daniel BLIN (POL), Ducati
5. Marvin SIEBDRATH (DEU), Yamaha

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Montag, 29. Juli 2024

IDM SBK: Mit vierter Sieg übernimmt Mikhalchik auf die führung in der IDM Gesamtwertung

Sieg und Meisterschaftsführung nach Renne 1 in Schleiz für Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda

Vor genau 100 Jahren fand in Schleiz der erste Lauf zur Deutschen Motorradmeisterschaft statt. Die höchste Kategorie war damals die Klasse 4 B mit nichtsteuerfreien Krafträdern über 500 ccm. Das Rennen ging über 25 Runden, die insgesamt 200 Kilometern entsprachen. Sieger war Toni Bauhofer auf Megola. Ihm gelang mit 78 km/h auch die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit des Tages. Jetzt, 100 Jahre später, haben die Motorräder in der Topklasse über 200 PS und sind mindestens 300 km/h schnell. Und der Sieger des ersten IDM Superbike-Laufes des Tages heißt Ilya Mikhalchik. Der Ukrainer (Champion Alpha Van Zon) hat damit auch wieder die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Den zweite Platz belegte Gastfahrer Markus Reiterberger (Masteroil by MRP). Dritter wurde Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion).

In der Startaufstellung meinte Gastfahrer Markus Reiterberger auf die Frage nach dem Grip auf der Strecke: Grip? Naja, geht so.“ Ein paar Minuten später hatte der 30-jährige vierfache Superbike-Meister bereits die Spitze des Feldes übernommen. Der Publikumsliebling war von der dritten Position gestartet. In der dritten Runde war der aktuelle Honda-Titelverteidiger Florian Alt ganz vorn. Er war blitzsauber an „Reiti“ vorbeigegangen. Die Beiden lieferten sich ein Battle auf Augenhöhe und Alt hatte sich schon im Vorfeld darauf gefreut. Aber in dem Zweikampf steckte viel Arbeit drin. „Und zwei bis dreimal bin ich fast gestürzt“, erzählte er nach dem Rennen.

Im Hintergrund wartete Mikhalchik und sein Fahrstil strahlte regelrecht Gelassenheit aus. Seine Geduld sollte sich noch auszahlen. Zwei mickrige Meisterschaftspunkte lag er im Rückstand zum Tabellen-Führenden Florian Alt. Reiti spielte keine Rolle. Als Gastfahrer bekam er keine Punkte. Also ruhig bleiben, hieß die Devise von Mikhalchik. Aber es war absehbar, dass vom 27-jährigen BMW-Fahrer noch etwas kommen würde. Schon aus Ego-Gründen wollte dieser gewinnen und vor Reiterberger sein. Und Mikhalchik war tatsächlich abgezockt genug, um sich zuerst Alt und später den Bayern zurecht zu legen. In der zwölften Runde hatte er sein Ziel erreicht und er übernahm die Führung. Nun gab es für ihn bis ins Ziel kein Halten mehr. Es war Mikhalchiks vierter Saisonsieg.

Reiterbergers Mannschaft rund um Chefmechaniker Wolfgang Kampe hatte in den letzten 24 Stunden noch viel an der völlig neu aufgebauten BMW geschraubt. Reiti war gestern gar nicht zufrieden gewesen, „aber jetzt ist das Motorrad auf einem vergleichbaren Stand mit 2022.“ Und er meinte: „Ich wollte das Überholmanöver von Ilya kontern, aber einer musste nachgeben, sonst hätten wir beide im Feld gelegen.“

Jan-Ole Jähnig, der gestern in der Superpole in die erste Startreihe gesprintet war, musste Federn lassen. Der Thüringer aus Lehndorf hatte die ersten Meter vergeigt. Am Ende kam er im Trio mit seinen GERT56-Teamkollegen Patrick Hobelsberger und Toni Finsterbusch ins Ziel.

Freude bei Luca Grünwald (BCC Alpha Ilmberger Carbon Racing Team). Nach seinem Wechsel auf BMW errang er nach einem sehr schwierigen Saisonstart heute sein bisher bestes Ergebnis. Hannes Soomer (Enos Motorsport) war im Qualifying gestürzt und vom 15. Platz gestartet, kämpfte sich aber auf den achten Rang nach vorn. Seine Mutter zu Hause in Estland wird sich gefreut haben. Wegen ihr ist die BMW schlumpfblau, „damit sie mich im Stream immer erkennen kann.“

IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW

2. Markus REITERBERGER (DEU), BMW

3. Florian ALT (DEU), Honda

4. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

5. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Sidecar: Richtige Reifenwahl führen Christies zum Sieg

Sam Christie und Tom Christie #34 siegen in Sprintrennen am Samstag
Foto: Jens Hawrda


Sam und Tom Christie gewannen trotz komplizierter Wetterbedingungen das erste Rennen auf dem Schleizer Dreieck. Ted und Vincent Peugeot kassierten die volle Punktzahl.

Das Sprintrennen der IDM Sidecar auf dem Schleizer Dreieck hatte es bereits von Anfang an in sich. Schon vor dem Start setzte leichter Regen ein, der sich während der ersten Runde verstärkte. Die Rennleitung entschied daraufhin, das Rennen sofort abzubrechen. Nach Rücksprache mit den Fahrern wurde der Start 15 Minuten später erneut angesetzt, um genug Zeit für den Wechsel auf Regenreifen zu ermöglichen.

Das Wetter machte die Reifenwahl jedoch zu einer Lotterie, da manche Streckenabschnitte nur leicht nass waren, während andere deutlich stärker betroffen waren. Nach dem erneuten Start wurde schnell klar, wer auf Slicks und wer auf Regenreifen unterwegs war.

Sam und Tom Christie (Hannafin/LCR Yamaha) starteten von der Pole Position und setzten sich gegen das Überholmanöver von Schlosser vor der ersten Kurve durch. Während das Brüdergespann in sieben Meilen Schritten auf und davonzog, fielen Markus Schlosser/Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) hingegen immer weiter zurück. Der Unterschied lag in der Reifenwahl: Die Christies fuhren mit Slicks, während Schlosser zuvor auf Regenreifen gewechselt hatte. Da die Strecke jedoch nicht lange genug ausreichend nass blieb, wurden Schlosser und Schmidt nach und nach von allen Gespannen auf Slicks überholt.

Während die Christies an der Spitze bereits außer Schlagdistanz für den Rest des Feldes waren, machten Pekka Päivärinta/ Adam Christie (Hänni Racing/ARS Yamaha) Druck auf die an dritter Stelle fahrenden Bennie Streuer/Kevin Kölsch (Team Streuer/ARS Yamaha). Lange hielt das niederländisch-deutsche Team dem Druck stand, doch der fünffache Weltmeister Päivärinta blieb hartnäckig dran. In der sechsten von acht Runden kam es schließlich zum endgültigen Überholmanöver, gegen den Streuer nichts ausrichten konnte. Doch Pekka nahm weiter an Fahrt auf und Todd Ellis/Emanuelle Clement (Team Ellis/Clement Racing/LCR Yamaha) ins Visier. In Windeseile rückte er den amtierenden Weltmeistern immer näher auf den Pelz und womöglich wäre es auch zu einem Showdown zwischen den beiden Teams gekommen, hätte Päivärinta eine Runde zusätzlich gehabt. So blieb es bei der Podium-Besatzung mit Sam und Tom Christie auf Platz eins, Ellis/Clement auf zwei und Päivärinta/Christie auf den dritten Rang.

Streuer/Kölsch wurden Vierte, dahinter platzierten sich Ted und Vincent Peugeot (Seventy Four Racing Team/LCR Yamaha). Da alle vorangegangen Teams als Gaststarter teilnehmen und demnach nicht gewertet werden, kassierte das französische Vater–Sohn-Gespann zum vierten Mal in Folge die volle Punktzahl in der IDM-Wertung.

Hinter Schlosser/Schmidt, die auf dem sechsten Platz landeten, belegte Patrick Werkstetter mit seinem Ersatz-Beifahrer Enrico Roick (Team Bonovo Action/Sattler Motorsport/ARS Yamaha) Rang sieben und Position zwei in der IDM-Wertung, gefolgt von Markus Venus/Ondrej Sedlacek (Sidecar-Team Venus/LCR Yamaha).

Lennard Göttlich und Lucas Krieg (Bonovo Action Junior-Team ADAC Sachsen e.V/ARS Yamaha) brauchten einen Tick zu lang, um bei diesen schwierigen Streckenbedingungen in Fahrt zu kommen. Am Ende wurde es Platz neun und ein sicherer vierter Platz in der IDM-Klasse.

Die Gaststarter Enrico Wirth/Werner Leo Lüttke (Zweirad Wirth Racing/LCR Yamaha), sowie Rogier Weekers/Remco Moes (R&R Racing/LCR Yamaha) komplettierten mit Position zehn und elf die Ergebnisliste.


Ergebnis IDM Sidecar, Race 1 (Top-Five)

  1. CHRISTIE / CHRISTIE (GBR/GBR)
  2. ELLIS / CLÉMENT (GBR/FRA)
  3. PÄIVÄRINTA / CHRISTIE (FIN/GBR)
  4. STREUER / KÖLSCH (NLD/DEU)
  5. PEUGEOT / PEUGEOT (FRA/FRA)


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM SSP 300: Svendsen siegt in Rennen 1

Oliver Svendsen am Vorstart zu Rennen 1 in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Oliver Svendsen gewinnt nach einem packenden Dreikampf das erste IDM Supersport 300 Rennen auf dem Schleizer Dreieck. Seine Teamkollegen Ruben Bijmann und Philipp Tonn komplettieren das Podium.

Nach den Qualifyings am Vormittag ging Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing) von der zweiten Position aus ins Rennen und erwischte einen perfekten Start. Bereits zur ersten Kurve ging der Däne in Führung, während Polesetter Dylan Czarkowski (DCD Racing) auf den dritten Rang zurückfiel. Innerhalb einer Runde gelang es allen vier Fahrern des KTM-Freudenberg-Teams vorzuführen und die Spitzengruppe zu bilden. Lediglich Fabio Sarrasino (Freudenberg KTM-Paligo Racing) fiel aufgrund eines Fahrfehlers zurück, sodass Dylan Czarkowski wieder auf Position vier hochrutschte.

Von da an entwickelte sich ein reiner KTM-Dreikampf an der Spitze zwischen Oliver Svendsen, Ruben Bijman (Freudenberg KTM-Paligo Racing) und Philipp Tonn. Trotz permanenter Attacken und Überholmanöver zwischen den drei Gegnern, wurde die Lücke zu Czarkowski und dem Rest des Feldes immer größer.

In der letzten Runde kam es dann zum erhofften Showdown. Ruben Bijman setzte gegen  den hauptsächlich führenden Svendsen vor sich zur Attacke an und versuchte in der letzten Kurve mit einem Blockpass an den Dänen vorbeizuziehen. Doch Svendsen blieb cool und behielt den Überblick. Er holte direkt zum Gegenkonter aus und profitierte zudem von der besseren Linie, sodass er mit mehr Geschwindigkeit auf die Zielgerade kam. Am Ende gelang es ihm, sich mit Ach und Krach und mit einem minimalen Vorsprung von 0,065 Sekunden vor Ruben Bijman ins Ziel zu retten. “Das war eine knappe finale Runde”, meinte Svendsen und sagte weiter: “Allerdings habe ich den Großteil des Rennens angeführt und hatte es unter Kontrolle”.

Nach der Siegerehrung wurde er jedoch nervös und man sah ihn im Parc ferme hin- und her trippeln. Was war los? “Ehrlich gesagt muss ich dringend auf Toilette”, verriet er schmunzelnd. Das “Problem” habe er bereits im Grid vor dem Start bemerkt. Doch zum Austreten blieb ihm keine Zeit mehr. Die Kontrolle behielt er also nicht nur über das Rennen, sondern zum Glück auch über seine Blase.

Auch Ruben Bijman musste um seinen zweiten Platz bangen. Denn dem Niederländer war nach dem Überholmanöver an Svendsen sein Teamkollege Philipp Tonn dicht auf den Fersen. Genauso knapp wie Svendsen in Führung lag, war am Ende mit 0,068 Sekunden auch der Vorsprung auf Tonn. Der Vorjahressieger des ersten Rennens in Schleiz musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben. “Ich hatte eine richtig gute Pace und hätte lediglich drei Meter mehr gebraucht, um an Ruben vorbeizugehen”, sagte Philipp Tonn im Anschluss.

Ein eher einsames Rennen fuhr hingegen Dylan Czarkowski. Für die Spitzengruppe war er zwar unter ferner liefen, doch vom Rest des Feldes konnte er sich ebenfalls freifahren. Er beendete das Rennen auf der vierten Position.

Dahinter kamen der Reihe nach Fabio Sarrasino, Senna van den Hoven (Molenaar Racing), Korbinian Brandl (RBR Racing), Niklas Böhlen (Blau Power Bikes) und Emil Tägtlund (Tägtlund Motosport) ins Ziel.


Ergebnis IDM Supersport 300, Race 1 (Top-Five)

  1. Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  2. Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  3. Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)
  4. Phillip TONN (GER/KTM)
  5. Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Samstag, 27. Juli 2024

IDM Supersport: Kofler lässt auch in Schleiz nichts anbrennen

Andreas Kofler #19 holt Pole in Schleiz
Foto: Jens Hawrda


Nach dem Regen im ersten Qualifying hatte der Wettergott in der zweiten Session ein Einsehen. Das Schleizer Dreieck präsentierte sich in überwiegend trockenem Zustand. Der 19-jährige Österreicher Andreas Kofler (Yamaha) stürmte zum vierten Mal in diesem Jahr auf die Pole Position in der IDM Supersport.

Das erste Qualifying auf der nassen Strecke war zum Abhaken gewesen. Kyle Smith (Kawasaki Weber Racing) hatte sich mit einer Rundenzeit von 1:35,152 min in der Ergebnisliste ganz oben positioniert, stürzte aber noch im Verlauf der Session. Dirk Geiger (MCA Racing, Honda) war über seinen sechsten Platz nicht gerade amüsiert. Er hatte Probleme mit der Motorbremse. Der einzige MV Augusta-Fahrer im Feld, Till Belczykowski wurde drei Plätze zurückgesetzt, weil er die Regenlampe nicht eingeschaltet hatte, und fand sich somit auf dem 14. Rang wieder.

Im Trockenen sah die Welt ganz anders aus. Kofler schaffte es im zweiten Qualifying, die Zeit auf 1:27,453 min nach unten zu schrauben. Der Abstand zum nachfolgenden Honda-Fahrer Dirk Geiger betrug 0,193 Sekunden. Kofler hätte noch schneller gekonnt, „aber es war brutal voll auf der Strecke und es gibt kaum Möglichkeiten zum Ausweichen.“ Die Streckenbreite das Schleizer Dreiecks beträgt durchschnittlich zehn Meter.

Geiger freute sich wie verrückt über seine Rundenzeit und den zweiten Startplatz. Im Gegenteil zu Kofler hatte er freie Bahn gehabt und sich äußerst wohlgefühlt. Das Mischwetter, also eine Zufallskombination mit trockenen und nassen Stellen, ist genau sein Ding. Und damit hatte er auch Vizemeister Twan Smits (Team Apreco) in Schach gehalten, der morgen als Dritter aus der Supersport-Startaufstellung losfahren wird.

Die zweite Startreihe eröffnet der Dresdner Lennox Lehmann. Weil es im zweiten Qualifying eben nicht völlig trocken war, hatte das Yamalube Motorsport Kofler Team im Gegensatz zum Polesetter für den Einsatz von Regenreifen gesetzt. Das war nach hinten losgegangen. Lehmann musste die Räder nach ein paar Runden umstecken lassen und war mit Slicks deutlich besser beraten. Aber die Zeit rannte. „Wir haben zwei Runden dafür investieren müssen. Schade, diese hätten wir gebraucht, um weiter vorne zu landen. Aber wir wissen, der Speed ist auf jeden Fall da.“

Daniel Blin (AF Racing Team) brachte die schnellste Ducati Panigale V2 ins Spiel und greift vom fünften Startplatz aus an. Der Pole bekommt nun das volle Programm an Betreuung und Unterstützung. Sein tschechischer Teamkollege Stepan Zuda, der den Saisonauftakt auf dem Sachsenring gewonnen hat, ist nicht mehr an Bord und hat die Saison vorzeitig beendet.

Vervollkommnet wird die zweite Startreihe durch den Niederländer Sasha de Vits, dem aufstrebenden Yamaha-Teenager vom Team SWPN. Alle in der IDM Supersport vertretenen Motorradmarken haben mindestens einen Fahrer in den Punkterängen positioniert. Luca de Vleeschauwer (MotoLife) steht mit der Triumph Street Triple auf P9. Kyle Smith auf Kawasaki nimmt P10 ein und Till Belczykowski auf der einzigen MV Agusta P15.


Qualifikation IDM Supersport (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A), Yamaha

2. Dirk GEIGER (DEU), Honda

3. Twan SMITS (NLD), Yamaha

4. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

5. Daniel BLIN (POL), Ducati


Quelle: idm.de/Anke Wieczorek