Sonntag, 7. Juli 2024

Nicki Thiim holt seine erste DTM-Pole

Nicki Thiim holt Pole für Rennen 2 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Besonderer Moment für Nicki Thiim in der DTM: Der Lamborghini-Pilot von SSR Performance fuhr am Sonntag beim zweiten Qualifying auf dem Norisring mit 48,785 Sekunden die schnellste Runde des bisherigen Rennwochenendes und steht zum ersten Mal in seiner DTM-Karriere auf dem ersten Startplatz. Nach dem vierten Rang im Samstaglauf zeigt die Formkurve des Dänen damit steil nach oben.

"Ich bin sprachlos. Es ist zwar nur das Qualifying, doch nach meiner bisher eher schwachen Saison tut diese Pole unheimlich gut. Man fährt in der DTM gegen die Besten der Besten, da gibt es einen gewissen Lernprozess. Zudem steht SSR Performance mit beiden Autos in der ersten Startreihe, das ist eine tolle Ausgangsposition", freute sich Thiim, der die Top-Zeit in der Gruppe A erzielte. Neben ihm geht sein Teamkollege Mirko Bortolotti als schnellster Fahrer der Gruppe B in den achten Saisonlauf der DTM. "Alles, was es an Zentimetern auf der Strecke gab, habe ich komplett ausgereizt. Mein Außenspiegel hat sogar die Mauer berührt. Ich bin super zufrieden mit meiner schnellsten Runde. Wir sind zunächst mit einem gebrauchten Reifensatz ins Qualifying gegangen, da es kurz vor dem Start genieselt hat. Für die Schlussphase habe ich mir frische Slicks geholt, das war eine gute Strategie", erklärte der Italiener.

Maro Engel nimmt sein 100. DTM-Rennen im Mercedes-AMG GT3 von Position drei aus in Angriff, Tabellenführer Kelvin van der Linde vom Team Abt Sportsline startet mit seinem Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf Position vier. Maximilian Paul von Paul Motorsport steuerte als Fünfter den dritten Lamborghini in die Top-Ränge.

Die Gruppe B hatte am Sonntag um 9:20 Uhr das Zeittraining eröffnet. Auf der zu Beginn feuchten Fahrbahn begannen die zehn Fahrer vorsichtig, die Bestzeiten wurden erst im letzten Drittel des Qualifyings gefahren. Bortolotti gelang kurz vor Schluss die schnellste Runde, Kelvin van der Linde war jedoch nur acht Tausendstelsekunden langsamer als der Italiener.

Fünf Minuten später ging die Gruppe A auf den 2,162 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg und fuhr bei besseren Streckenverhältnissen schnellere Zeiten. Thiim erzielte nach mehreren starken Umläufen fünf Minuten vor Schluss die Bestmarke, Engel schob sich in letzter Sekunde noch auf Platz zwei vor.

Beide Qualifyings wurden auf dem Stadtkurs in Nürnberg in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, deren Einteilung sich nach den Ergebnissen des Freien Trainings richtete. Nicki Thiim als insgesamt schnellster Fahrer des Zeittrainings am Sonntag steht auf der Pole-Position, neben ihm geht Mirko Bortolotti als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Maro Engel, der die zweitbeste Zeit in der Gruppe des Pole-Setters fuhr, ist demnach Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich bis auf den Pole-Setter nicht nur aus den gefahrenen Zeiten, sondern den Positionen nach den Zeittrainings.

Startaufstellung, 8. Saisonlauf, Norisring (Top-Five)

  1. Nicki Thiim (DK/SSR Performance)
  2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)
  3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward)
  4. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline)
  5. Maximilian Paul (D/Paul Motorsport)

Samstag, 6. Juli 2024

Nervenstarker René Rast pokert und gewinnt am Norisring

  • BMW-Pilot bleibt trotz Regen auf Slicks und feiert ersten Saisonsieg
  • Franck Perera und Luca Engstler fahren mit der gleichen Taktik auf das Podium
  • Kelvin van der Linde verteidigt seine Führung in der Gesamtwertung

Renè Rast, BMW #33 siegt in Rennen 1 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Nervenstark und fehlerlos – René Rast (Bregenz) feierte am Samstag auf dem Stadtkurs in Nürnberg seinen ersten Saisonerfolg. Der BMW-Pilot von Schubert Motorsport ließ sich auch vom plötzlich einsetzenden Regen nicht aus der Ruhe bringen, blieb auf Slicks und wurde nach 69 Runden als Sieger abgewunken. Damit stand der dreimalige DTM-Champion nach vier Podiumsplätzen in den vergangenen zwei Jahren am Norisring wieder ganz oben auf dem Treppchen. „Der Norisring ist für mich eine der besten Strecken im Kalender, dieser Sieg fühlt sich gigantisch an. Am Funk ist es ein bisschen lauter geworden, weil ich trotz des Regens unbedingt mit Slicks weiterfahren wollte. Das war eine mutige Entscheidung, aber sie hat sich ausgezahlt“, erzählte der Routinier. Die Rast-Strategie zahlte sich auch für Franck Perera (F) vom Lamborghini Team TGI by GRT und seinen Teamkollegen Luca Engstler (Kempten) aus, die nach einem turbulenten Rennen die Plätze zwei und drei belegten.

Keyfacts, Norisring, Saisonrennen 7 von 16

Streckenlänge: 2.162 Meter

Wetter: 29 Grad, erst heiter, später Regen

Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 48,965 Sekunden

Sieger: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33)

Schnellste Rennrunde: Maximilian Paul (Paul Motorsport, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #71) 49,632 Sekunden

Der Samstagslauf am Norisring begann bei strahlendem Sonnenschein mit einem guten Start von Pole-Setter Jack Aitken (GB) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. Hinter dem Briten reihten sich Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (I), Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG GT3 und Rast auf den Plätzen zwei bis fünf ein. Wegen angekündigten Regens absolvierten die Spitzenfahrer ihre Pflicht-Boxenstopps sehr spät, um auf einen möglichen Wetterumschwung reagieren zu können. Fast alle Piloten blieben jedoch auf den Pirelli-Slicks. Allerdings verlor Aitken zwei Plätze und musste Sheldon van der Linde und Bortolotti vorbeiziehen lassen. Rast folgte auf Rang vier, Fünfter war zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer Kelvin van der Linde (ZA) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline. Kurz danach setzten die angekündigten Niederschläge ein und fast das gesamte Feld wechselte auf Regenreifen.

Rast übernahm auf Slicks die Führung vor Perera, der sich trotz der teilweise nassen Fahrbahn ebenfalls gegen Regenreifen entschied. Diese Strategie ging voll auf. Die Konkurrenten konnten im weiteren Verlauf den Rückstand nur unwesentlich verkürzen und fuhren in der Schlussphase sogar langsamere Rundenzeiten. Davon profitierte Engstler. Der Lamborghini-Pilot hatte das Rennen auf Platz 15 in Angriff genommen und kämpfte sich mit den Trockenreifen in den letzten Umläufen noch auf den dritten Podiumsplatz vor. Vierter wurde Nicki Thiim (DK), der nach einem Überholmanöver in der letzten Kurve seinen Teamkollegen Bortolotti auf Rang fünf verwies.

Platz sechs ging an Kelvin von der Linde. Damit verteidigte der Südafrikaner seine Führung im Gesamtklassement vor Bortolotti und Rast. Sein Bruder Sheldon kam im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Siebter ins Ziel. Engel beendete den siebten DTM-Lauf der Saison auf Rang acht, während sich der lange führende Aitken mit Position neun zufriedengeben musste. Lamborghini-Fahrer Maximilian Paul (Dresden/Paul Motorsport) wurde Zehnter.

Stimmen nach dem Rennen

Franck Perera: „Besonders die Schlussphase des Rennens war unfassbar intensiv. Einerseits bin ich immer dichter an René Rast rangekommen, andererseits wollte ich auch den zweiten Platz absichern. Bei solchen Bedingungen kann immer etwas passieren. Glücklicherweise hat es nur in der ersten Kurve stärker geregnet, die Slicks waren die richtige Wahl.“

Luca Engstler: „Nach einer Kollision am Start verlief die erste Rennhälfte so schlecht, dass ich das Auto eigentlich schon abstellen wollte. Als aber die ersten Tropfen kamen, wusste ich, dass nach vorne was gehen kann. Am Ende haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen und sind als Team mit zwei Autos aufs Podium gefahren.“

Ergebnis, 7. Meisterschaftslauf, Norisring (Top-Five)

1. René Rast (D/Schubert Motorsport)

2. Franck Perera (F/Lamborghini Team TGI by GRT), +2,272 Sekunden

3. Luca Engstler (D/Lamborghini Team Liqui Moly by GRT), +37,075 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/SSR Performance), +44,111 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +44,479 Sekunden

Vierter Saisonsieg für BMW-Duo Schrey/Piana auf dem Norisring

  • Fahrerpaarung von Hofor Racing by Bonk Motorsport damit Halbzeitchampion
  • Drei BMW M4-Duos auf dem Podium des Norisrings
  • Max Kronberg gewinnt Trophy-Wertung

Vierter Saisonsieg für Schrey/Piana am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Blauer Himmel, die typische Hitze, volle Tribünen und jede Menge Rennaction. Das Debüt der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring hat genau das eingehalten, was im Vorfeld erwartet wurde. Am Ende des rund einstündigen Laufs auf dem Straßenkurs in Nürnberg gewannen Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Es war bereits der vierte Sieg im fünften Saisonrennen für das BMW M4 GT4-Duo. Schrey/Piana setzten sich somit auch die Krone für den inoffiziellen Halbzeitchampion der Saison 2024 auf. Die Markenkollegen Leyton Fourie (18/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) belegten Platz zwei. Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm) machten mit Platz drei ein starkes Ergebnis für Hofor Racing by Bonk Motorsport perfekt.

Piana begann das Rennen bereits von der Pole-Position aus. Souverän verwandelte er die gute Ausgangslage direkt in die Führung. Mit schnellen Rundenzeiten setzte sich der Italiener im Anschluss an der Spitze des Feldes ab und fuhr bis zur Rennhalbzeit einen Vorsprung von rund 14 Sekunden heraus. Hinter dem Italiener ging es hingegen richtig zur Sache. Insbesondere zwei weitere BMW-Fahrer drehten im ersten Rennabschnitt ordentlich auf. Fourie fuhr seinen M4 GT4 von Startplatz neun mit packenden Überholmanövern bis auf die zweite Position nach vorne. Genauso stark aufgelegt präsentierte sich Tim Reiter, der mit Übersicht aber dennoch energisch von Rang elf bis auf den vierten Platz nach vorne eilte.

Die Phase der Boxenstopps änderte an der Reihung auf den beiden Spitzenpositionen nichts. Schrey übernahm von Piana und blieb souverän in Führung. Max Rosam, der für Fourie ins Cockpit stieg, hatte Platz zwei inne. Durch einen perfekt getimten Boxenstopp der Hofor Racing by Bonk Motorsport-Crew ging Reiters Partner Leon Wassertheurer auf Platz drei in die zweite Rennhälfte. Die beiden jungen Deutschen Rosam und Wassertheurer entzückten im weiteren Rennverlauf die vielen Zuschauer rund um die Strecke mit packender Action. Immer wieder versuchte Wassertheurer seinen Markenkollegen zu Überholen, jedoch konnte Rosam fair verteidigen, sodass die Reihung bis zum Rennende Bestand hatte. Fourie/Rosam gewannen somit auch die Juniorwertung.

Hinter den drei BMW auf dem Podiumsplätzen belegten Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4 Rang vier. Kronberg feierte dadurch den nächsten Sieg in der Trophy-Wertung. Platz fünf ging an die Markenkollegen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) vor dem Mercedes-AMG GT4-Duo Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG GT4, die auf dem Lausitzring noch das Sonntagsrennen für sich entschieden.

Platz sieben ging an Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) in einem weiteren Mercedes-AMG vor den BMW-Fahrern Joseph Warhurst (18/GBR) und Tom Edgar (19/GBR, beide FK Performance Motorsport) sowie Mattis Pluschkell (19/Elmenhorst-Lichtenhagen) und Luca Bosco (20/ITA, beide BWT Mücke Motorsport, ebenfalls Mercedes-AMG). Die Top Zehn komplettierten Mohan Ritson (21/GBR) und Gianni van de Craats (18/NLD, beide FK Performance Motorsport) im BMW.

Stimmen nach dem Rennen

Gabriele Piana – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Besser konnte es nicht laufen. Tatsächlich bin ich ein wenig überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass wir so viel mehr Speed als die anderen haben würden. Somit konnte ich früh damit beginnen, die Reifen zu managen. Heute war es jedoch relativ heiß, was insbesondere für die Porsche ein Problem darstellte. Ich bin zufrieden: Schnellste Runde, Pole-Position und der Sieg. Was will man mehr?

Michael Schrey – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Das Rennen war für uns heute optimal gelaufen. Nachdem Gabi in Kurve eins die Führung behalten hatte, konnte er diese in der ersten Rennhälfte sukzessive ausbauen. Ich musste den Vorsprung in meinem Rennabschnitt dann nur noch verwalten. Das war relativ einfach, zumal die Autos dahinter in Kämpfe verstrickt waren. Meinen ersten Sieg auf dem Norisring hatte ich vor 19 Jahren. Nun wieder ganz oben zu stehen, ist klasse.“

Leyton Fourie – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Das Podium haben wir gebraucht, um weiterhin um die vorderen Plätze in der Meisterschaft mitreden zu können. Das Team hat richtig gut gearbeitet. Wir haben über Nacht noch etwas am Auto geändert. Das hat geklappt. Mein Start lief schon super. Ich konnte direkt zwei Plätze gewinnen und danach habe ich mich durch das Feld gearbeitet.“

Max Rosam – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Es ist unser zweites Mal auf Platz zwei in diesem Jahr. Genau diese Konstanz brauchen wir, um die Möglichkeit zu haben, um den Titel zu kämpfen. Leyton hat das Auto nach vorne gefahren und ich musste die Position dann nur noch halten. Das war zum Ende hin doch recht schwierig, da der andere BMW richtig Druck machte.“

Tim Reiter – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Das Podium fühlt sich natürlich super an. Ich möchte mich beim Team und Leon bedanken. Von Platz elf so weit nach vorne zu kommen, war unbeschreiblich schön. In meinem Stint hielt ich mich aus allem heraus und konnte dennoch Überholmanöver setzen. So macht Rennen fahren am meisten Spaß.“

Leon Wassertheurer – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Die größte Freude entsteht, wenn man eigentlich gar nicht damit rechnet. Tim hatte am Anfang einen mega Job gemacht. Ich hatte dann einen tollen Zweikampf, in dem es richtig spannend zur Sache ging. Ich wollte jedoch nicht zu viel Risiko gehen. Denn mit dem Podium können wir nach Startplatz elf zufrieden sein.“



DTM Classic: Stefan Rupp holt Pole für Rennen 2

Stefan Rupp im Adi A4 DTM (hier ein Foto des Fahrzeuges aus 2023)
holt die Pole für Rennen 2 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Nachdem er sich im ersten Qualifying noch hinter Stefan Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) einreihen musste, konnte Stefan Rupp (Audi A4 DTM) im zweiten Qualifying der DTM Classic die erste Position herausfahren. Der Bayer war auf dem Norisring 2,167 Sekunden schneller als Tim Schrick (Opel Astra Coupé V8 DTM), der sich wiederum vor Peter Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) klassieren konnte.

Stefan Rupp war schon mit seinem zweiten Rang im ersten Zeittraining hochzufrieden, schließlich musste er sich nur dem ehemaligen DTM-Profi Stefan Mücke geschlagen geben. Der fehlte nun aber im zweiten Zeittraining, weil sein Vater Peter die Session bestritt und Rupp nutzte die Gelegenheit, sich die Spitze zu sichern. Platz zwei ging an Tim Schrick. „Ich sass heute zum ersten Mal in diesem Auto, denn gestern konnte ich aus terminlichen Gründen noch nicht am Norisring sein. Eigentlich ist es verrückt, die ersten Kilometer mit einem für mich komplett neuen Fahrzeug ausgerechnet auf einer Strecke wie dem Norisring zu absolvieren, auf dem die Mauern verdammt nah sind. Aber der Opel ist einfach nur klasse, fährt sich wirklich gut und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, ihn überhaupt bewegen zu dürfen.“ Die größten Herausforderungen waren für Schrick die Hitze im Cockpit sowie das Risikomanagement, einerseits keinen Unfall zu riskieren, da der Astra vor allem auf den Bodenwellen des Norisrings sehr versetzen kann, andererseits aber ein möglichst gutes Resultat herauszuholen. „Am wichtigsten ist hier jedoch der Spaß und den Fans diese motorsportlichen Meilensteine mal wieder in Aktion zu zeigen.“

Schrick verwies Peter Mücke auf den dritten Rang, gefolgt von Altfrid Heger (Audi V8 DTM), der seinen Teamkollegen Anton Werner (Audi 200 M86 MTM) um die Winzigkeit einer Tausendstelsekunde bezwang. Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC), Thomas Braun (Porsche 964 Cup) und René Ruch (BMW M3 DTM) komplettierten die ersten acht Positionen. Als Elfter reihte sich Gerhard Müller ein, der erst zum zweiten freien Training in das Wochenende einstieg. Ursprünglich wollte er einen Mercedes im Berlin200-Branding pilotieren, doch dieses Fahrzeug erlitt im Vorfeld einen Motorschaden.

Spontan machte er am Freitag dann einen Deal mit Michael Meyer (BMW E21 Gruppe 2), der noch einen zweiten BMW dabeihatte. „Das Auto ist toll und das Team ist ebenfalls klasse. Es ist ein echtes Familienteam, in dem an sich nur wohlfühlen kann“, strahlte Müller, obwohl er von leichten Problemen mit der Schaltung zu berichten wusste. „Doch die waren kaum der Rede wert“, so der Rennfahrer, der von 1987 bis 1989 Modelle der Marken Volvo, BMW, Toyota und Mercedes in der DTM steuerte, danach insgesamt zwölf Jahre in Porsche-Cups unterwegs war und einmal Zweiter bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring wurde.

Zwei Plätze hinter Müller folgte Mads Gjerdrum (BMW 320 Gruppe 5), der erst kurz vor Beginn der Veranstaltung meldete. „Noch im Fahrerlager des Norisrings musste ich einen neuen Tank einbauen, es war also ein Einsatz auf den letzten Drücker. Aber meine Söhne wollten unbedingt, dass ich das Auto für die DTM Classic nenne. Und weil Emil, einer meiner Söhne, hier in der ADAC GT4 Germany dabei ist und ich deshalb sowieso nach Nürnberg gekommen wäre, habe ich den BMW gleich mitgebracht.“ Sein Gesicht verrät, dass er seinen Jungs am Ende Recht geben musste. „Das stimmt wohl“, gestand er. Dennoch war die Vorbereitung des ältesten Autos im Feld der DTM Classic nicht einfach. „Ich habe es zwar schon rund zwei Jahre, bin vor wenigen Tagen bei einem kleinen lokalen Rennen aber erst den ersten Test gefahren. Und da hatten wir noch Probleme mit der Bremse, die nun gelöst sind. Trotzdem sind wir mit diesem BMW erst am Anfang und müssen sicher noch einiges lernen. Hier steht für mich aber eindeutig der Spaß im Vordergrund und den hatte ich bisher ohne jeden Zweifel.“

Aitken holt dritter Saison-Pole am Norisring

Jack Aitken, Ferrari #14 holt Pole am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Jack Aitken bewies am Samstagmorgen auf dem Norisring seine Qualifying-Qualitäten. Der Ferrari-Pilot vom Team Emil Frey Racing fuhr beim ersten Zeittraining auf dem Nürnberger Stadtkurs mit 48,965 Sekunden die schnellste Runde und steht zum dritten Mal in dieser DTM-Saison auf der Pole-Position.

„Mir ist eigentlich nur eine einzige Top-Runde gelungen. Umso glücklicher bin ich über die Pole-Position. Im Qualifying läuft es für mich diese Saison richtig gut. Trotzdem habe ich ehrlich gesagt nicht mit so einem starken Ergebnis gerechnet, da wir im vergangenen Jahr hier am Norisring mit den Bremsen zu kämpfen hatten“, sagte der Brite, der in der zweiten Startgruppe B die Bestmarke erzielte. Neben ihm steht Sheldon van der Linde im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport als schnellster Pilot der Gruppe A auf Startplatz zwei. „Ich habe natürlich schon auf die Pole-Position gehofft, aber ich wusste auch, dass die zweite Gruppe wahrscheinlich schneller sein wird. Trotzdem ist es super, in der ersten Reihe zu stehen und ich bin mir sicher, dass wir noch etwas Luft nach oben haben“, erklärte der Südafrikaner.

Auf Position drei und vier gehen die Lamborghini-Piloten Mirko Bortolotti von SSR Performance und Franck Perera im Fahrzeug vom Lamborghini Team TGI by GRT in den siebten DTM-Saisonlauf. Tabellenführer Kelvin van der Linde komplettiert im Audi R8 LMS GT3 Evo2 die Top Fünf.

Die Gruppe A ging am Samstag um 9:00 Uhr auf die 2,162 Kilometer lange Strecke. Kurz vor Schluss der 20-minütigen Session gelang Sheldon van der Linde die Bestmarke. Fünf Minuten später startete die Gruppe B in das Zeittraining, die bei gleichen Temperaturen von knapp 23 Grad etwas schneller war. Aitken knackte schließlich als erster Fahrer an diesem Wochenende die 49-Sekunden-Marke. Das gelang auch Bortolotti Sekunden vor Schluss. Der Italiener war jedoch 0,024 Sekunden langsamer als der Brite.

Auf dem Stadtkurs in Nürnberg werden die Qualifyings in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, deren Einteilung sich nach den Ergebnissen des Freien Trainings richtet. Aitken als insgesamt schnellster Fahrer des Zeittrainings am Samstag steht auf der Pole-Position, neben ihm geht Sheldon van der Linde als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Bortolotti, der die zweitschnellste Zeit in der Gruppe des Pole-Setters fuhr, ist demnach Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich bis auf den Pole-Setter nicht nur aus den gefahrenen Zeiten, sondern den Positionen nach den Zeittrainings.

Startaufstellung Qualifying, 7. Saisonlauf, Norisring (Top-Five)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)

2. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport)

3. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)

4. Franck Perera (F/Lamborghini Team TGI by GRT)

5. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline)

Quelle: dtm.com