Donnerstag, 2. November 2023

Thomas Preining – der DTM-Champion 2023 im Porträt

Preining holt Premieren-Titel für Porsche und feiert historischen Erfolg als erster DTM-Gesamtsieger aus Österreich

Thomas Preining feierte in Hockenheim seinen ersten DTM-Titel
Foto: ADAC-Motorsport


Thomas Preining hat in Hockenheim Geschichte geschrieben. Als erster DTM-Champion aus Österreich krönte der Gipfelstürmer in seiner erst zweiten DTM-Saison ein beeindruckendes Jahr und fügte nicht nur seiner eigenen Laufbahn ein besonderes Kapitel hinzu. Der Pilot von Manthey EMA bescherte auch Porsche einen historischen Triumph: Preining sorgte mit seinem Bravourstück dafür, dass erstmals ein DTM-Meistertitel die Trophäensammlung des Stuttgarter Sportwagenherstellers schmückt. „Das ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere. An den Moment werde ich mich mein ganzes Leben erinnern. Die DTM ist für mich das Allergrößte. In dieser Serie am Ende der Saison ganz oben zu stehen, bedeutet mir unglaublich viel“, sagt der frischgebackene Champion.

Trotz seiner erst 25 Jahre – nur fünf DTM-Meister waren in den letzten 20 Saisons jünger – präsentiert sich Preining alles andere als schüchtern. „Mein Überholmanöver war sicher etwas überraschend, gerade weil wir es vorher anders besprochen hatten“, sagt der gebürtige Linzer trocken über seinen spektakulären Zweikampf gegen René Rast auf dem Norisring. Rast war nicht nur zwölf Jahre älter, sondern ist mit drei Meistertiteln und 26 Rennsiegen einer der erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte der DTM. Doch Preining zeigte sich unbeeindruckt von dieser glorreichen Vita, ging vor den staunenden Zuschauern auf den ausverkauften Tribünen unkonventionell auf der Innenbahn der berühmten Grundig-Kehre an Rast vorbei und fuhr dank des beherzten Überholmanövers zum Sieg. Ein Schachzug, der pure Entschlossenheit verlangte und keinen Raum für Angstgedanken zuließ.

Dieser bedingungslose Mut ist eine Eigenschaft, die Preining über seine gesamte Karriere auszeichnet. Das erste Mal im Kart saß er im Alter von sieben Jahren beim Familienurlaub auf Mallorca. Die frühe Begeisterung für den Adrenalinrausch auf der Rennstrecke verdankt er seinem Vater Andreas, der von 1989 bis 1994 in der Motorrad-WM startete und auch durch das Sponsoring von Ex-Porno-Star Dolly Buster internationale Bekanntheit erlangte. Daher überrascht es nicht, dass Sohn Thomas neben dem siebenfachen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher auch MotoGP-Legende Valentino Rossi zu seinen Kindheitshelden zählt: „Rossi ist für mich ein Ausnahmesportler. Er hat sich in seiner Karriere alles hart erarbeitet und verdient. Seine Fanbase sucht ihresgleichen.“ Als Sechsjähriger bekam Preining von seinem Vater ein Mini-Bike geschenkt, aber er entschied sich für vier statt für zwei Räder und ging seinen eigenen Weg.

Und das auf beeindruckende Art: Zwischen 2009 und 2013 gewann Preining gleich fünf Junior-Meisterschaften im Kart, darunter Rennen gegen die weltbesten Talente in Las Vegas und Le Mans. Doch wie nah außergewöhnliches Talent und ein plötzliches Karriereende beieinander liegen können, erlebte Preining 2015. Der Wegfall eines Hauptsponsors stoppte den bisher so bilderbuchartigen Lebenslauf. Dem Traum vom Profirennfahrer drohte ein frühzeitiger Schlussstrich. „Das war eine prägende Zeit für mich“, erinnert sich Preining zurück. „Gerade in so einem jungen Alter von erst 16 Jahren ist es nicht einfach, mit so einer Situation umzugehen. Ich habe viel über mich selbst gelernt und gemerkt, wie viel mir der Motorsport bedeutet.“ Statt auf den Rennstrecken der Welt verbrachte Preining viele Stunden im Simulator oder beim Fitness-Training. Seinen großen Traum aufzugeben, kam für den Teenager aber nicht in Frage. Eine Einstellung, die belohnt wurde.

In der Saison 2016 feierte Preining sein Motorsport-Comeback. Eine entscheidende Rolle nahm dabei die Familie Lechner ein, die den Nachwuchspiloten zurück auf die Rennstrecke holte und zu der er bis heute ein enges Verhältnis pflegt. Für Lechner Racing startete Preining in der ADAC Formel 4, beendete die Saison auf einem starken vierten Platz. Zwei Jahre später wurde die Kombination aus Lechner Racing und Preining erneut zur Erfolgsformel. Der Youngster dominierte den Porsche Carrera Cup Deutschland und jubelte über den Titel. Dabei stand Preining gehörig unter Druck: Als von Porsche geförderter Junior-Fahrer reichte es in der Vorsaison im Markenpokal nur zu Rang sieben. Der so begabte Sportsmann wirkte phasenweise übermütig und stand sich oft selbst im Weg. Das änderte sich 2018, als er zum Rennstall von Walter Lechner Senior wechselte. Der erfahrene Teamchef, mit dem Preining bis zu seinem Tod im Dezember 2020 ein fast schon freundschaftliches Verhältnis hatte, war für ihn wie ein Mentor. Auf der Strecke trotze der damals 19-Jährige abgezockt der hohen Erwartungshaltung. Seine zehn Saisonsiege konnte seitdem niemand überbieten. Diese Nervenstärke gehört bis heute zu den besonderen Begabungen von Preining.

Porsche erkannte das Potenzial und beförderte Preining zur Saison 2021 im Alter von 22 Jahren zum Werksfahrer. Über das ADAC GT Masters gelang ihm darauf der Sprung in die DTM. Dort zählte er beim Saisonfinale 2022 zum ausgewählten Kreis der Titelkandidaten, schied nach einem spektakulären Unfall im vorletzten Rennen allerdings vorzeitig aus dem Kampf um die DTM-Krone aus. Geschichte geschrieben hat Preining trotzdem: Am Norisring gelang ihm nicht nur sein erster DTM-Sieg, sondern auch der Premierenerfolg für Porsche in der populären Rennserie. Welche Bedeutung dieser für den Sportwagenhersteller hat, zeigt ein Blick in das Porsche Museum. Dort gehört das Siegerfahrzeug heute zu den Ausstellungsexponaten.

Die Devise für die zweite DTM-Saison formuliert Preining in typisch selbstbewusster Manier: „Der Titel war von Anfang an das große Ziel.“ Sein Porsche 911 GT3 R strahlte im kultigen Grello-Design – eine der weltweit bekanntesten Porsche-Folierungen und eng mit den Erfolgen seiner Manthey-Mannschaft auf der Nürburgring-Nordschleife verbunden. Was sich als zusätzlicher Druck anfühlen könnte, empfand Preining als motivierende Wertschätzung. Trotz eines dritten Platzes begann der Auftakt in Oschersleben jedoch mit einem Dämpfer. Durch eine Penalty-Lap wegen eines Vergehens seiner Crew beim Reifenwechsel verlor Preining einen sicher geglaubten Sieg. „Vielleicht war das der wichtigste Moment der Saison“, sagt Preining und erklärt: „Es hat uns für den Rest des Jahres gefestigt, dass wir nach dieser Situation gemeinsam den Reset-Knopf drücken konnten. In der DTM kannst du nicht jedes Rennen perfekt gestalten. Entscheidend ist, dass du aus Rückschlägen gestärkt hervorgehst. Das ist uns super gelungen.“

Über die komplette Saison glänzte Preining mit einer für einen jungen Fahrer ungewohnten Abgeklärtheit. Ihm gelang das Kunststück, in jedem Rennen in die Punkte zu fahren. „Die Freude am Zweikampf ist bei mir immer da“, erzählt Preining, der sich selbst aber eine neue Reife bescheinigt. „Über den vergangenen Winter habe ich mich intensiv mit dem Thema Konstanz befasst, weil ich mich da unbedingt verbessern wollte. Heute kann ich besser kalkulieren, wann ich gezielt ein erhöhtes Risiko eingehe.“ Dieses neu erlernte Bewusstsein gepaart mit seinem Mut und der Nervenstärke führten Preining zum DTM-Titel 2023 – sein bisher größter Karriereerfolg. Neben seinem Sieg am Norisring und dem Doppel-Triumph in Hockenheim freute sich der 1,82 Meter große Rennfahrer noch über fünf weitere Podiumsergebnisse, so viele wie kein anderer. „Besonders gern denke ich an den dritten Platz bei meinem Heimspiel auf dem Red Bull Ring zurück, weil ich dort einen unglaublichen Support der österreichischen Fans gespürt habe. Das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich Preining, der an freien Tagen von seiner Heimatstadt Linz aus regelmäßig nach Krakau zu Freundin Oliwia pendelt. Wie es nächste Saison weitergeht, weiß Preining noch nicht. Konkrete Pläne hat er trotzdem schon. „Den DTM-Titel möchte ich natürlich verteidigen“, kündigt er an. Dass er seine selbstbewussten Aussagen mit Spitzenleistungen kombinieren kann, hat er diese Saison eindrucksvoll bewiesen.

Melvin van der Voort nachträglich neuer IDM Supersport-Sieger

Melvin van der Voort nach erfolgreichem Einspruch neuer IDM Supersport Meister 2023
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im September auf dem Hockenheimring wurde der Niederländer Twan Smits (Team Apreco) als Meister in der IDM-Supersport-Klasse gekürt. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) hat dem 19-jährigen den Titel heute aberkannt und seinen Landsmann Melvin van der Voort nachträglich als Meister ernannt. Vorausgegangen war ein Einspruch seines Teams SWPN gegen die bisherige Entscheidung.

Beim Heimrennen in Assen hatte sich der Zweikampf zwischen Smits und van der Voort am Ende des zweiten Rennens zugespitzt. Es gab mehrere Positionswechsel. Van der Voort überquerte die Ziellinie als Erster, vorausgegangen war jedoch eine Berührung mit Smits , worauf dieser zu Fall kam. Die Rennleitung erteilte dem SWPN-Fahrer daraufhin eine Strafe und setzte ihn in der Wertung vier Plätze zurück. Er erhielt dafür elf statt 25 Punkte, was den Meisterschaftsausgang gravierend beeinflusste.
 
Das Team SWPN legte gegen die Entscheidung in Assen beim DMSB Einspruch ein mit der Begründung, es habe sich um einen Rennunfall gehandelt. Dem Einspruch wurde jetzt stattgegeben. Der bisherige Vizemeister Melvin van der Voort bekommt seine verlorenen Punkte zurück und ist dadurch der neue IDM Supersport-Sieger 2023.


Montag, 30. Oktober 2023

Hugo Sasse und Mike David Ortmann – Die Titelverteidiger der ADAC GT4 Germany im Portrait

  • Fahrer-Duo von Prosport Racing sichert sich Titel im vorletzten Saisonrennen
  • Sasse/Ortmann gelingt erstmals überhaupt die Titelverteidigung in der ADAC GT4 Germany
  • Die Champions erzielten vier Laufsiege in der Saison 2023

Hugo Sasse und Mike David Ortmann verteidigen Meistertitel
Foto: ADAC-Motorsport

Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) haben es geschafft. Das Aston Martin Vantage GT4-Duo krönte sich mit einem sechsten Platz im Samstagsrennen auf dem Hockenheimring vorzeitig zum Champion der Saison 2023 in der ADAC GT4 Germany. Sasse/Ortmann hatten bereits 2022 den Titel eingefahren. Ihnen gelang somit ein Novum. Denn noch nie zuvor konnte der Fahrer-Titel in der ADAC GT4 Germany verteidigt werden. „Dieser Erfolg fühlt sich einfach nur schön an. Die ersten Titelverteidiger der ADAC GT4 Germany stellen zu können, ist etwas ganz Besonderes für unser Team. Hugo ist immer relaxt – Mike hingegen eher emotional. Zusammen ergänzen sie sich perfekt. Sie sind verdient Champion geworden“, jubelte Teamchef Christoph Esser über die gelungene Titelverteidigung von Sasse/Ortmann.

Die Saison 2023 begann für die nun zweifachen Champions jedoch denkbar schlecht. Beim Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben musste in Lauf eins direkt nach drei Kurven ein Ausfall verbucht werden. „Es gab einen unnötigen Kontakt mit einem Mitbewerber, bei dem als Folge die Radaufhängung brach. Gleich Punkte zu verlieren, war natürlich nicht optimal. Wenn man die Saison so anfängt, konnte es eigentlich nur besser werden“, blickte Ortmann zurück. Mit einem Sieg im Sonntagsrennen in der Magdeburger Börde wurde dann aber sofort Wiedergutmachung betrieben. Durch die Plätze vier und fünf beim zweiten Rennwochenende auf dem Circuit Zandvoort in den Niederlanden wurde dann der Abstand zur Tabellenspitze allmählich geschlossen.

Richtig stark waren die Sasse/Ortmann beim folgenden Auftritt auf dem Nürburgring aufgelegt. Mit einem zweiten Platz und einem Laufsieg konnte nicht nur die Tabellenführung erobert werden, sondern gleichzeitig auch die inoffizielle Halbzeit-Meisterschaft klargestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt gab das Aston Martin-Duo die Führung in der Fahrerwertung nicht mehr ab. Mit zwei starken Aufholjagden bei Ortmanns Heimspiel auf dem DEKRA Lausitzring konnten in den beiden Wertungsläufen die Positionen vier und drei erzielt werden, was die Tabellenführung weiter festigte. Eine Vorentscheidung fiel dann beim vorletzten Rennwochenende auf dem Sachsenring. Sasse/Ortmann holten wie bereits in der Saison 2022 einen Doppelsieg auf der so spektakulären Berg- und Talbahn bei Chemnitz.

„Der Sachsenring war sicherlich das Highlight der Saison. Unsere Pace war nicht unbedingt überragend. Doch wir sind zwei clevere Rennen gefahren“, erklärte Sasse. Somit reisten die Prosport Racing-Fahrer mit einem Vorsprung von 43 Punkten zum Finale in Hockenheim und konnten bereits im Samstagsrennen vorzeitig über den verteidigten Titel jubeln. „Bis auf den Ausfall im ersten Lauf von Oschersleben konnten wir jedes Rennen in den Top Sechs beenden. Das zeigt, welche Konstanz wir über die Saison hatten. Die Titelverteilung ist einfach nur super. Wir sind überglücklich“, meinte Sasse. Auch Teamkollege Ortmann strahlte vor Glück: „Als erste Titelverteidiger haben wir Geschichte geschrieben. Das nimmt uns niemand mehr. Einfach nur danke an alle, die uns auf diesem Weg unterstützt haben.“

Beide Champions begannen früh mit dem Motorsport. Sasse saß bereits im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal im Kart. Von 2017 bis 2019 wurde er Deutscher Kart-Vize-Meister. 2020 ging es für den Ascherslebener schließlich in den Automobilsport, als er in der ADAC GT4 Germany antrat. 2021 absolvierte er ein Doppelprogramm aus ADAC GT Masters und ADAC GT4 Germany und bildete im GT4-Auto auch erstmals ein Duo mit Ortmann. Im letzten Jahr traten beide neben der ADAC GT4 Germany gemeinsam auch in der GT4 European Series an. Seit Ende 2022 ist er auch immer wieder auf der Nordschleife des Nürburgrings unterwegs und hat dort im Frühjahr auch zum ersten Mal das legendäre ADAC 24h Rennen bestritten. Sasse begann letztes Jahr zudem eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer, die er im nächsten Mai erfolgreich abschließen will. Danach möchte er ein Studium beginnen. In der wenigen verbliebenen Freizeit ist er im SimRacing aktiv. „Hugo und ich sind mittlerweile wie Brüder geworden. Wir haben einen klasse Draht zueinander. Auf Hugo kann man sich immer verlassen. Unser Erfolgsgeheimnis ist, dass wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen pushen können“, meinte Ortmann. „Er hat eine enorme Rennintelligenz und kann beispielsweise super mit dem Reifen über die Distanz umgehen.“

Auch Teamkollege Mike David Ortmann ist kein Vollprofi. Er arbeitet als Fuhrparkleiter in einem Unternehmen in der Nähe von Berlin. Er spielt gerne Tennis und fährt viel Rennrad. Darüber hinaus gibt er sein motorsportliches Wissen als selbstständiger Fahrercoach weiter und betreut Fahrer im Kartsport aber auch einige GT4-Mannschaftskollegen bei Prosport Racing. Zum Rennsport kam Ortmann bereits im Jahre 2009, als bei einem Kindergeburtstag eine Kartbahn angesteuert wurde. Sportlich war Ortmann bis 2014 im Kart unterwegs, bevor er 2015 und 2016 in der ADAC Formel 4 antrat. Auch danach blieb er dem ADAC Motorsport treu und startete von 2017 bis 2021 im ADAC GT Masters. Seit 2021 fährt er nun gemeinsam mit Sasse im GT4-Sport von Erfolg zu Erfolg. Seit diesem Jahr ist er mit Prosport Racing auch im Aston Martin Vantage GT3 auf der Nordschleife unterwegs. „Auf dieses Programm bin ich besonders stolz. Das Team hat unglaubliche Arbeit geleistet und im Auto in diesem Jahr knapp 15 Sekunden an Rundenzeit gefunden“, so Ortmann. Teamkollege Sasse ist vollen Lobes über seinen rund viereinhalb Jahre älteren Teamkollegen: „Mike ist ein relativ emotionaler Typ und sehr zielstrebig. Er will immer das Beste aus dem Auto herausholen. Auf der Strecke hat er einen grandiosen Überblick über das Renngeschehen und kann Situationen perfekt einschätzen.“

Derzeit ist noch unklar, ob die alten und neuen Champions die nächste Titelverteidigung in der ADAC GT4 Germany anstreben. „Hugo und ich wollen gerne zusammen weitermachen, in welcher Form steht aktuell noch nicht fest. Wir fühlen uns in der ADAC GT4 Germany extrem wohl und kennen die Strecken gut. Jetzt müssen wir einfach mal schauen, ob es machbar ist, auch 2024 wieder anzutreten und vielleicht den Titel erneut zu verteidigen“, gab Ortmann einen Ausblick. Auch Teamkollege Sasse hat noch keine definitiven Pläne für 2024: „Natürlich wäre es schön, nächstes Jahr wieder ADAC GT4 Germany mit Mike zu fahren. Aber das liegt nicht nur in unseren Händen. Wir schauen mal, wie sich die Gespräche im Winter entwickeln.“


Samstag, 28. Oktober 2023

Meister-Gala von Thomas Preining in Hockenheim

  • Der neue DTM-Champion triumphiert auch im letzten Saisonrennen
  • Österreicher überragt beim Finale mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen
  • 88.000 Besucher erleben fantastischen Abschluss der weltweit populären Rennserie

Das Podium nach dem letzten Saisonrennen
Foto: dtm.com

Das war die Kür eines Champions. Der neue DTM-Meister Thomas Preining (A) gewann am Sonntag den letzten Saisonlauf und war mit zwei Pole-Positions sowie zwei Erfolgen der dominierende Fahrer des Finalwochenendes in Hockenheim. Am Morgen hatte sich der Porsche-Pilot mit der schnellsten Runde im Qualifying als erster Österreicher bereits den Titel gesichert. Am Mittag legte er nach und beendete seine überragende Saison mit einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg. „Ich wollte einfach Spaß haben und den Saisonabschluss als DTM-Meister genießen. Mirko Bortolotti bildet mit Lamborghini seit Jahren ein unfassbar starkes Paket und war teilweise sehr dicht an mir dran. Ich bin im Rennen aber von Anfang bis Ende fehlerfrei geblieben. Vor den Augen meiner Familie und meiner Freundin zu gewinnen, war etwas ganz Besonderes“, erklärte der 25-Jährige, der mit seinem Rennstall Manthey EMA auch die Teamwertung und mit Porsche die Herstellerwertung gewann. Sein schärfster Rivale Mirko Bortolotti (I) vom Team SSR Performance gab im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 alles, konnte Preining aber nicht entscheidend gefährden und belegte Rang zwei. René Rast (Bregenz) gelang als Dritter im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport ein gelungener Saisonabschluss.

Keyfacts, Hockenheimring, Saisonrennen 16 von 16

Streckenlänge: 4.574 Meter

Wetter: 17 Grad Celsius, sonnig

Pole-Position: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #91), 1:36,800 Minuten

Sieger: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #91)

Schnellste Rennrunde: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #1), 1:38,400 Minuten

Die Zuschauer erlebten ein stimmungsvolles DTM-Finale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg. Die beiden dominierenden Fahrer der Saison, Preining und Bortolotti, gingen von der ersten Startreihe aus ins Rennen und führten bis zum Schluss das Feld an. In der Anfangsphase attackierte BMW-Pilot Sheldon van der Linde (ZA) den vor ihm liegenden Italiener, kam trotz harter Manöver jedoch nicht an dem Lamborghini-Piloten vorbei. Hinter van der Linde belegten Laurin Heinrich (Würzburg) im Porsche 911 GT3 R und der Brachbacher Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT) die Plätze vier und fünf.

Die Boxenstopps wirbelten die Reihenfolge in den Top-Fünf durcheinander. Während Preining und Bortolotti ihre Plätze eins und zwei behaupteten, schob sich Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG mit einem perfekten Reifenwechsel auf den dritten Rang vor. Der dreimalige DTM-Champion Rast, als 23. gestartet, kam als einer der letzten Piloten an die Box und fuhr sensationell als Erster wieder auf die Strecke. Allerdings hatte der 36-Jährige mit den kalten Pirelli-Reifen keine Chance gegen das Trio Preining, Bortolotti sowie Engel und sortierte sich auf Rang vier vor van der Linde wieder ein.

In den letzten zehn Minuten wurde es an der Spitze noch einmal spannend. Der 33-jährige Bortolotti kam immer näher an den führenden Preining heran, lag in der letzten Runde in Schlagdistanz, musste sich aber nach einem Beinahe-Ausritt mit Rang zwei, wie in der Abschlusstabelle, zufriedengeben. Der neue Titelträger aus Österreich überquerte nach 36 Runden als Sieger die Ziellinie und holte damit als einziger Fahrer in der abgelaufenen Saison zwei Erfolge an einem Rennwochenende. Rast und van der Linde schoben sich noch an Engel vorbei, der trotz technischer Probleme Platz fünf sichern konnte. Dahinter folgte Heinrich auf Rang sechs vor den beiden Mercedes-AMG-Piloten Stolz und Lucas Auer (A). Der Tabellendritte Ricardo Feller (CH) war als Neunter bester Audi-Fahrer, Marco Wittmann (Fürth) steuerte seinen BMW M4 GT3 von Project 1 im letzten DTM-Lauf auf Position zehn.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Mirko Bortolotti: „Ich habe alles gegeben, aber mehr als Platz zwei war leider nicht drin. In der Anfangsphase wollte ich Thomas Preining attackieren, musste mich aber zunächst gegen Sheldon van der Linde verteidigen. Nach dem Boxenstopp habe ich es versucht, bin aber nicht entscheidend an Thomas herangekommen. Ich hätte gern gewonnen, trotzdem ist der zweite Platz ein toller Saisonabschluss.“

René Rast: „Von Startplatz 23 bis aufs Podium zu fahren, ist in so einem starken Feld eigentlich unmöglich. Das Auto lief aber gigantisch gut und ich konnte mich schon früh um viele Plätze verbessern. Entscheidend war zudem, dass ich erst spät zum Reifenwechsel an die Box gekommen bin und durch diese Strategie viele Positionen gut machen konnte. Mit Gesamtrang fünf in meiner ersten DTM-Saison für BMW bin ich sehr zufrieden.“

Ergebnis, 2. Rennen, Hockenheimring Baden-Württemberg

1. Thomas Preining (A/Manthey EMA)

2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +0,852 Sekunden

3. René Rast (D/Schubert Motorsport), +7,618 Sekunden

4. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +9,212 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +10,787 Sekunden

Mittwoch, 25. Oktober 2023

Max Kronberg/Hendrik Still gewinnen Saisonfinale der ADAC GT4 Germany in Hockenheim

  •     Mit Kronberg und BMW-Pilot Marat Khayrov zwei Trophy-Piloten auf dem Podium
  •     AVIA W&S Motorsport Team-Champion der Saison 2023
  •     Denis Bulatov Vize-Champion in der Fahrer-Wertung

Strahlende Tagessieger: Max Kronberg (li.) und Hendrik Still
Foto: ADAC-Motorsport


Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (36/Kempenich) triumphieren im Porsche 718 Cayman GT4 beim Saisonfinale der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring und sichern ihrem Team AVIA W&S Motorsport damit gleichzeitig auch den Titel in der prestigeträchtigen Team-Wertung der ADAC Serie. Knapp geschlagen fahren Marat Khayrov (36/KGZ) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 auf Platz zwei. Das Podium komplettieren Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing), die im Aston Martin Vantage GT4 bereits am Vortag ihren Titel in der Fahrer-Wertung verteidigten. „Dieser Sieg ist einfach unbeschreiblich und der absolute Wahnsinn. Wir freuen uns mächtig, dazu beigetragen zu haben, dass AVIA W&S Motorsport die Team-Wertung 2023 gewonnen hat“, jubelte Kronberg, der gleichzeitig auch den Tagessieg in der Trophy-Wertung holte.

Kronbergs Teamkollege Hendrik Still begann das Saisonfinale schon von der Pole-Position aus und wandelte die gute Ausgangslage gleich in die Rennführung um. Dahinter blieb Aston Martin-Pilot Ortmann auf Position zwei. Still setzte sich im ersten Rennabschnitt kontinuierlich an der Spitze des Feldes ab. Neben Still wusste auch BMW-Pilot Gabriele Piana in der ersten Rennhälfte zu überzeugen. Von Startplatz zehn gestartet arbeitete er sich mit spektakulären Überholmanövern bis auf die zweite Position vor und schloss bis zu den Fahrerwechseln schließlich auch zum führenden Still auf, konnte diesen aber nicht mehr passieren.

Nach den Fahrerwechseln behielt auch Stills Teamkollege Kronberg die Führung. Marat Khayrov, der von Piana übernommen hatte, lag jedoch dicht auf. Nach und nach verschaffte sich Kronberg an der Spitze dann aber etwas Luft und fuhr final mit gut anderthalb Sekunden Vorsprung zum ersten Saisonsieg. Hugo Sasse, der in der zweiten Rennhälfte für Ortmann in den Meister-Aston Martin stieg, verteidigte Rang drei und machte das nächste Podium für das Titel-Duo perfekt. Platz vier ging an Daniel Gregor (17/Maikammer) und Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport), die im Porsche damit gleichzeitig auch den Tagessieg in der Junior-Wertung klarstellen konnten. Fünfte wurden Tim Reiter (24/Ostfildern) und Leon Wassertheurer (21/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) in einem weiteren BMW.

Die final Drittplatzierten im Jahres-Gesamtklassement David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport) beendeten das Rennen im Porsche auf Platz sechs vor Denis Bulatov (25/Köln) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) im Mercedes-AMG GT4. Bulatov konnte somit den Vize-Titel in der Fahrer-Wertung einfahren. Rang acht ging an die Gaststarter Philip Wiskirchen (19/Euskirchen) und Markus Eichele (43/Schwäbisch Gmünd, beide ME-Motorsport) vor deren BMW-Markenkollegen Mex Jansen (17/NLD) und Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport). Die Top Zehn komplettierte das Porsche-Duo Pavel Lefterov (25/BGR) und Stefan Bostandjiev (19/BGR, beide Overdrive Racing).

Stimmen nach dem Rennen

Hendrik Still – Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Es ist unfassbar – zunächst die Pole-Position und nun der Sieg. Das Feld in der ADAC GT4 Germany ist mit vielen Pro-Piloten extrem stark besetzt, umso höher ist die Leistung einzuwerten. Max hat als Pilot eine grandiose Entwicklung gemacht. Meine Pace war heute auch sehr gut. Wir sind einfach nur noch glücklich.“

Max Kronberg – Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Es ist ein wahnsinniges Wochenende – jenseits unserer Erwartungen. Das ging schon mit den Resultaten am Samstag los. Heute hat Hendrik dann richtig einen rausgehauen und einen großen Vorsprung für mich herausgefahren. Danach wollte ich das Rennen nur noch nachhause bringen. Das ist gelungen.“

Gabriele Piana – Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Wir wussten schon gestern, dass wir ein gutes Auto haben. Ich hatte in der Qualifikation am Morgen aber etwas Pech, war jedoch sicher, dass ich im Rennen nach vorne fahren kann. Ich habe dennoch nicht damit gerechnet, mit Marat zusammen auf das Gesamt-Podium zu kommen. Das ist unglaublich und die beste Art, die Saison zu beenden.“

Marat Khayrov – Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Das Gesamt-Podium zusammen war mit Gabriele mein großer Traum in dieser Saison - und das letzte Rennen war der perfekte Zeitpunkt, dies Wirklichkeit werden zu lassen. Ich bin einfach nur noch glücklich. Mir fehlen die Worte. Das Rennen gegen Max an der Spitze hat richtig Spaß gemacht. Es ist ein phantastischer Tag.“

Mike David Ortmann – Platz drei für Prosport Racing
„Die Qualifikation war schon recht gut und eine super Voraussetzung für das Rennen. Wir haben zum Saisonende dann nochmals das Maximale herausgeholt und mit Platz drei einen schönen Abschluss der Saison gefunden. Es war ein schönes und vor allem faires Rennen. Ich hatte meinen Spaß.“

Hugo Sasse– Platz drei für Prosport Racing
„Es war nicht einfach heute. Wir haben ein grundsätzlich schweres Auto. Das hat man am fehlenden Topspeed gesehen. Im letzten Sektor war ich aber super stark, deswegen habe ich dort immer versucht, zu pushen. Am Ende hat es zu Platz drei gereicht.“