Dienstag, 11. Juli 2023

Mercedes-AMG Customer Racing mit solider Punkteausbeute beim DTM-Highlight auf dem Norisring

  •  Lucas Auer wird im ersten Rennen Vierter
  •  Maro Engel erreicht in beiden Rennen bei hochsommerlichen Temperaturen die Top 10

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD
Foto: Mercedes-Motorsport

Mehr als 100.000 Zuschauer pilgerten am Wochenende zum traditionsreichen Norisring in Nürnberg, wo das dritte Rennwochenende der DTM-Saison 2023 auf dem Programm stand. Bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad Celsius an beiden Renntagen erkämpfte sich Mercedes-AMG Customer Racing unter erschwerten Bedingungen in beiden Rennen Top-10-Platzierungen. Das Highlight im DTM-Kalender lockte wieder einige Prominente an, darunter der ehemalige Mercedes-AMG Formel-1-Test- und Ersatzfahrer Nick Heidfeld sowie Fußball-Europameister Thomas Helmer. Am Rande der Veranstaltung wurde vom ADAC auch der neue DTM-Meisterpokal präsentiert, den Mercedes-AMG nach einjähriger Pause am Ende der Saison gerne wieder mit nach Affalterbach holen möchte.

Wertvolle Punkte für Auer und Engel am Samstag

Zwei Mercedes-AMG GT3 erreichten im Samstagsrennen der DTM auf dem Norisring die Top 10. Lucas Auer (AUT) präsentierte sich erneut in bestechender Form und kämpfte bis zum Schluss um eine Podiumsplatzierung. Im Fahrzeug des Mercedes-AMG Team WINWARD mit der Startnummer 22 arbeitete sich der aktuelle DTM-Vizemeister von Startplatz acht bis auf Rang vier nach vorne. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte auch die perfekte Arbeit der WINWARD-Boxencrew, die die beiden schnellsten Stopps im gesamten Feld vollzog. Eine noch beeindruckendere Aufholjagd gelang Maro Engel (GER) vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER: Der Mercedes-AMG Markenbotschafter verbesserte sich von Startplatz 14 auf Rang sieben. Ebenfalls in die Punkteränge fuhr Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team HRT. Der Mercedes-AMG Junior Pilot überquerte die Ziellinie auf Position 13.

Engel nach Aufholjagd bestplatzierter Mercedes-AMG Pilot am Sonntag

Auch im zweiten Rennen am Sonntag fuhren zwei Mercedes-AMG GT3 in die Top-10. Erneut gelang Maro Engel eine sehenswerte Aufholjagd. Der Deutsche war von Platz 18 ins Rennen gegangen und wurde dank einer fehlerfreien Leistung und einer optimalen Strategie als Neunter bester Mercedes-AMG Pilot. Direkt hinter Engel kamen seine Mercedes-AMG Markenkollegen Luca Stolz (GER) und Lucas Auer auf den Plätzen zehn und elf ins Ziel. Auer bestätigte damit auch im zweiten Rennen seine gute Form, nachdem er von Startplatz 16 ins Rennen gegangen war. Dabei profitierte der Österreicher erneut von einem hervorragenden Boxenstopp: Wie schon am Samstag legte das Mercedes-AMG Team WINWARD auch im zweiten Rennen den schnellsten Service des gesamten Feldes hin. Mercedes-AMG Junior Pilot Arjun Maini sicherte sich mit Rang 15 den letzten Punkt. In der Gesamtwertung bleibt Engel in Schlagdistanz zur Spitze: Nach sechs von 16 Rennen liegt der 37-Jährige auf Rang vier. Das nächste Rennwochenende der DTM 2023 findet vom 4. bis 6. August auf dem Nürburgring statt.

Stimmen zum Rennwochenende am Norisring

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD #22

„Im Nachhinein hat sich heute gezeigt, dass für uns ein Overcut beim Boxenstopp vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre. Wir haben es mit einem Undercut versucht, was am Samstag funktioniert hat. Heute bin ich hinter Luca Stolz wieder auf die Strecke gekommen und hing dann fest. Mehr war nicht drin. Ich habe alles gegeben und muss sagen, es war verdammt heiß im Auto, extrem beanspruchend.“

Arjun Maini, Mercedes-AMG Team HRT #36

„Das ist schon frustrierend, denn unsere Pace ist ok. Aber es läuft einfach nicht für uns. Ich bin sicher, dass unsere Pechsträhne bald endet und wir die Ergebnisse einfahren, die wir verdienen. Ich muss dem Team danken, dass es weiter hart arbeitet. Wir müssen einfach Geduld haben.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48

„Das waren zwei herausfordernde Rennen, die für uns aber gut gelaufen sind. Wir haben das Maximum herausgeholt, auch dank einer hervorragenden Strategie und tollen Boxenstopps. Dafür möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Leider war es uns an diesem Wochenende nicht möglich, ganz vorne zu landen. An solchen Wochenenden muss man einfach das Beste aus seinem Paket machen, und das haben wir getan. Die Atmosphäre am Norisring war wie immer sensationell. Es war toll, so viele Fans zu sehen.“


Schlüsselstelle Spitzkehre: Thomas Preining feiert ersten Saisonerfolg

  •  Porsche-Pilot siegt am Norisring nach spektakulären Überholmanövern in der Grundig-Kehre
  •  Beide BMW von Schubert Motorsport beenden Sonntagslauf auf den Plätzen zwei und drei
  •  102.000 Besucher beim dritten DTM-Stopp auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland

Der Sieg des „Grello“ markierte den sechsten unterschiedlichen Gewinner
in den bisherigen sechs Saisonrennen
Foto: ADAC-Motorsport
 

Für Thomas Preining (A) vom Team Manthey EMA bleibt der Norisring ein erfolgreiches Pflaster. Am Sonntag fuhr er nach zwei spektakulären Überholmanövern im Porsche 911 GT3 R den ersten Saisonerfolg ein und ist damit zurück an der Tabellenspitze. Der erste DTM-Sieg des „Grello“, dem neongelben Manthey-Porsche, markierte den sechsten unterschiedlichen Gewinner in den bisherigen sechs DTM-Rennen der Saison. Preining jubelte bereits vergangenes Jahr im „fränkischen Monaco”, als er mit dem ersten Sieg für Porsche in der DTM Geschichte schrieb. „Es war von Anfang bis Ende wahnsinnig turbulent, das erforderte höchste Konzentration. Bei meinem Überholmanöver habe ich vor der Kehre spät gebremst und konnte mich dann innen durch die kleine Lücke an René Rast vorbeischieben. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man ein Battle gegen einen so großartigen Rennfahrer wie ihn gewinnt”, freute sich der 24-Jährige.

Mit einem Abstand von 2,181 Sekunden hinter Preining wurde René Rast (Bregenz) im BMW M4 GT3 Zweiter. Sein Teamkollege Sheldon van der Linde (ZA) belegte Platz drei. Die Zuschauer erlebten ein rasantes Sonntagsrennen, in dem sich die Piloten harte Rad-an-Rad-Duelle lieferten. Zum dritten DTM-Tourstopp kamen an diesem Wochenende 102.000 Besucher, die auf Deutschlands einzigem Stadtkurs auf und neben der Strecke bestens unterhalten wurden.

Keyfacts, Norisring, Saisonrennen 6 von 16

  •     Streckenlänge: 2.200 Meter
  •     Wetter: 34 Grad, sonnig
  •     Pole-Position: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33), 48,662 Sekunden
  •     Sieger: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #91)
  •     Schnellste Rennrunde: Kelvin van der Linde (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #3), 49,552 Sek.


In der ersten Rennhälfte sah es am Sonntagmittag bei glühender Hitze noch nicht nach einem Sieg von Preining aus, der zwei Plätze verlor und auf Rang vier zurückfiel. Pole-Setter Rast kontrollierte von der Spitze aus das Rennen, dahinter folgten Sheldon van der Linde und Ayhancan Güven (TR) im Porsche 911 GT3 R. Dank eines schnellen Boxenstopps verbesserte sich Preining um eine Position auf Rang drei, während Güven nach einer Strafe zurückfiel. Dann schlug Preinings Stunde: In Runde 38 überholte er in der Grundig-Kehre Sheldon van der Linde, wiederholte dieses Manöver an gleicher Stelle im 46. Umlauf bei Rast und übernahm die Führung. Nach 72 Runden wurde der Porsche-Werksfahrer als Sieger vor den beiden BMW-Fahrern abgewunken.

Mirko Bortolotti (I) verbesserte sich im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von Startplatz sechs auf Rang vier. Dahinter konnte Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) vier Positionen gut machen, am italienischen Vordermann gab es trotz mehrerer Überholversuche aber kein Vorbeikommen. Dafür gelang dem Südafrikaner mit 49,552 Sekunden die schnellste Rennrunde. Dennis Olsen vom Team Manthey EMA führte als Sechster ein Porsche-Trio an. Hinter dem Norweger folgten Laurin Heinrich (Würzburg) sowie Güven auf den Rängen sieben und acht. Die Aufholjagd des Tages gelang Maro Engel (Monaco) vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter. Der 37-jährige Routinier kämpfte sich von Startplatz 18 durch das Feld und wurde für diesen couragierten Auftritt mit dem neunten Rang belohnt. Sein Markenkollege Luca Stolz (Brachbach) beendete die Hitzeschlacht auf dem Norisring als Zehnter.

Thomas Preining: „Ich muss mich vor allem bei meinem Team bedanken. Der Boxenstopp kam zur richtigen Zeit und war einer der schnellsten. So konnte ich einen Platz vorrücken und zur Spitze aufschließen. Dieser Sieg tut natürlich gut, aber die BMW sind unglaublich schnell und werden bis zum Ende der Saison ganz vorne mitfahren.“

René Rast: „Wenn man von ganz vorne startet, möchte man natürlich gewinnen. Andererseits war das Wochenende für Schubert Motorsport mit zwei Poles, einem Sieg und drei Podiumsplätzen sensationell. Vor dem Manöver von Thomas Preining habe ich eingelenkt. Da schaut man nicht mehr in den Spiegel, sondern auf die Kurve. Als ich wieder auf dem Gas war, habe ich links einen Schlag verspürt und er hat sich an mir vorbeigepresst. Ich hätte mir einen Platztausch gewünscht, aber Rennleiter Sven Stoppe hat anders entschieden.“

Sheldon van der Linde: „Nach den vielen schwachen Ergebnissen in den vergangenen Jahren auf dem Norisring war unser Abschneiden an diesem Wochenende fantastisch. Mein dritter Platz heute fühlt sich wie ein Sieg an, denn ich hatte nach meinem Erfolg am Samstag ein Zusatzgewicht von 20 Kilogramm. Leider wurde ich von einem langsameren Fahrzeug vor mir ein wenig aufgehalten. Dadurch konnte Thomas Preining schnell zu mir aufschließen. Wir fahren voller Elan zu den nächsten Rennen am Nürburgring.“

Ergebnis 2. Rennen, Norisring (Top-Five)

1. Thomas Preining (A/Manthey EMA),
2. René Rast (D/Schubert Motorsport), +2,181 Sekunden
3. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +2,612 Sekunden
4. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +3,453 Sekunden
5. Kelvin van der Linde (ZA/ABT Sportsline), +3,852 Sekunden

Montag, 10. Juli 2023

DTM Classic: Rupp gewinnt im 2007er Audi auch die Hitzeschlacht am Sonntag

  •  Mensch und Material kämpfen mit heißen Temperaturen am Norisring
  •  Scheer und Aaskov zeigen packende Aufholjagd im Rennen
  •  Erneut drei Marken auf dem Podium: Audi, Ford und BMW

Das zweite Rennen der DTM Classic startete auf dem Norisring am Sonntag vor großer Kulisse
Foto: ADAC-Motorsport



Wenn bei mehr als 30°C Lufttemperatur der Asphalt auf dem 2,2 Kilometer kurzen Norisring flimmert, dann wird Mensch und Maschine alles abverlangt – das ist wie Fahrradfahren in der Sauna. Umso höher ist die Leistung der Amateurrennfahrer einzuordnen, die mit ihren museumsreifen Schätzen im Rahmen der DTM Classic in der fränkischen Metropole Nürnberg ins Rennen gingen. Das Podium von Rennen zwei der Tourenwagen Legenden war dabei ein Abziehbild des Vortags: Stefan Rupp gewann mit dem Audi A4 DTM aus der Saison 2007 auch den zweiten Heat souverän und mit einem deutlichen Vorsprung von 54,212 Sekunden auf Ronny Scheer im Ford Sierra RS500 (1990) von BWT Mücke Motorsport. Als Dritter konnte sich auch der Däne Kasper Aaskov mit seinem BMW M3 E30 (1991) gegen die Überrundung des weit überlegenen V8 Audi wehren.

„Ich hatte auch heute eine Menge Spaß. Gerade in den beiden Kehren konnte ich mit dem E30 fantastische Driftwinkel fahren. Ich glaube, den Zuschauern hat es gefallen“, sagte Aaskov, der das Feld von hinten aufrollen musste, nachdem das Team die Fahrerpaarung falsch angegeben hatte und DTM-Legende Harald Grohs nicht wie geplant im Rennen starten konnte. Aufgrund dessen wurde der BMW in der Startaufstellung ans Ende des Felds versetzt. „Von ganz hinten gestartet, habe ich mich bis nach vorne gekämpft. An Stefan und Ronny kam ich aber nicht heran. Die waren einfach zu schnell.“ Rennsieger Rupp stimmte mit einem Augenzwinkern zu: „Kasper hat normal immer Recht“, so der Landshuter. „Für mich war es heute ein Rennen ohne besondere Vorkommnisse. Ich war vorne ganz allein und hatte niemanden zum Spielen.“ Auch wenn er praktisch keine Konkurrenz hatte, muss man die Leistung des Privatiers im Audi A4 DTM von 2007 hoch loben. In seiner schnellsten Rennrunde verlor er auf Sheldon Van der Linde – im BMW M4 GT3 Sieger des Samstagsrennens der DTM – gerade einmal 4,052 Sekunden.

Auch Scheer musste das Rennen, wie bereits am Vortag, vom Ende des Feldes aufnehmen. Das Team BWT Mücke Motorsport hatte sich entschieden, Scheer auch den zweiten Heat fahren zu lassen. Stefan Mücke verzichtete auf seinen Einsatz. „Ich bin wieder gut nach vorne gekommen“, sagte der Dresdener. „Allerdings musste ich immer die Temperatur im Auge behalten. Heute war es deutlich heißer als gestern. Und manchmal musste ich sogar etwas Gas rausnehmen, um den Motor nicht zu überhitzen.“ Die Norisring-Besucher waren hingegen Feuer und Flamme. Der Ford Sierra RS500 des Dresdeners erwies sich im Rennen als feuerspuckender Drache mit spektakulären Stichflammen aus dem Auspuff beim Anbremsen der Kurven.

Die Hitze zollte von den in die Jahre gekommenen Fahrzeugen jedoch auch ihren Tribut. Wie bereits am Vortag rollte Ex-DTM-Star Altfrid Heger im bulligen Audi V8 DTM aus dem Jahr 1990 mit ausbleibendem Vortrieb in der Anfahrt zum Schöller S aus. Sein Rennen war nach 13 Runden vorzeitig beendet.

Hinter dem Spitzentrio war Marc Hessel im BMW 320is E30 (1988) als Vierter nach 30-minütiger Renndistanz der bestplatzierte Zeitzeuge der ‚alten‘ DTM. Platz fünf belegte Yannik Dinger, der seinen BMW328i E36 mit Bio-Ethanol betreibt. Auf den weiteren Positionen reihten sich Josef Krings (Mercedes 190 E2.5-16 EVO I, 1989), Leif Christensen (Ford Sierra RS500 Cosworth, 1987), Ferdi Weischenberg (Mercedes 190 E2.5-16 EVO I, 1989), Gerd Grundmann (BMW M3 E30, 1987) und Max Becker (BMW M3 E30, 1989) ein.

Die DTM Classic ist in der Saison 2023 noch ein weiteres Mal am Start. Auf dem DEKRA Lausitzring stellen die Tourenwagen Legenden vom 18.-20. August wieder das Teilnehmerfeld für eine Zeitreise durch die lange und bewegende Historie der DTM.

Debüt-Erfolg im ADAC GT Masters: Huber Motorsport triumphiert bei Porsche-Festspielen

  •  Wechsel in der Tabellenführung: Fittje und Menzel erobern Rang eins
  •  Dreifach-Podium für Porsche am Norisring

Großer Jubel: Jannes Fittje und Nico Menzel sind neue Tabellenführer im ADAC GT Masters
Foto: ADAC-Motorsport



Auf die spannende Qualifikation folgte im vierten Saisonrennen des ADAC GT Masters das nächste Spektakel am Norisring. Jannes Fittje (Langenhain) und Nico Menzel (Kelberg/beide Huber Motorsport) ließen sich auf dem Stadtkurs in Nürnberg mit ihrem Porsche 911 GT3 R erstmals als Sieger feiern. „Ich bin schon ein paar Jahre im ADAC GT Masters dabei und deshalb sehr erleichtert, dass der Knoten endlich geplatzt ist. Zwischenzeitlich lag ich auf dem zweiten Platz und es war schwer, an Finn Gehrsitz vorbeizukommen. Letztlich ist mir das aber gelungen und ich habe den Sieg ins Ziel gebracht. Die Hitze heute war enorm. Ich habe versucht, mich davon nicht beeindrucken zu lassen. Jetzt sind wir auf Platz eins in der Meisterschaft und wollen die Führung bis zum Ende verteidigen“, sagte Fittje. Der 23-Jährige stemmte auch den Siegerpokal in der Pirelli-Junior-Wertung in die Höhe. Zweiter wurden Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen) im Joos-Porsche. Mit dem dritten Platz machten Tim Zimmermann (Langenargen) und Jaxon Evans (NZ/beide Huber Racing) in einem weiteren Porsche das komplette Podium für den Stuttgarter Sportwagenhersteller perfekt. Die Saisonläufe drei und vier des ADAC GT Masters trugen zur Begeisterung der 102.000 Besucher am DTM-Wochenende bei.

Hochsommer in der City: Das Thermometer am 2,2 Kilometer langen Stadtkurs kletterte am Sonntag auf bis zu 35 Grad Celsius. Die Piloten aus dem ADAC GT Masters lieferten sich vom Start weg heiße Duelle zwischen den Mauern und Leitplanken in Nürnberg. Zu Beginn nutzte Menzel seine Pole-Position und behauptete in der Grundig-Kehre, einer der engsten Kurven im Kalender, seine Führung. In einer turbulenten Anfangsphase war Menzel zahlreichen Überholversuchen von Müller ausgesetzt. Der 25-jährige Menzel hielt dem enormen Druck der Konkurrenz bis zum Pflichtboxenstopp mehrmals stand und übergab das Steuer an Fittje. Am spätesten wechselten Müller und Gehrsitz das Cockpit, sodass Gehrsitz in Führung liegend wieder auf Deutschlands einzigen Stadtkurs abbog. Durch ein Überholmanöver holte sich Fittje jedoch den ersten Platz zurück und freute sich im vierten ADAC GT Masters-Rennen für Huber Motorsport über den ersten Sieg des Rennstalls. Mit 76 Punkten sind die Huber-Piloten neue Spitzenreiter im ADAC GT Masters.

Beim zweitplatzierten Gehrsitz überwog die Freude über ein weiteres Podium, denn schon im Samstagsrennen nahm er mit Müller den Pokal für Rang drei in Empfang. „Das war ein sehr starkes Wochenende von uns. Wir haben bewusst einen sehr späten Zeitpunkt für den Boxenstopp gewählt und unser Plan ist fast aufgegangen. Die Bodenwellen am Norisring sind gnadenlos und mir ist ein kleiner Fehler unterlaufen. Zwar war der erste Platz dadurch weg, aber das zeigt, dass ich das Auto am absoluten Limit bewegt habe. Wir greifen beim nächsten Rennwochenende am Nürburgring wieder voll an“, erklärte der 18-jährige Förderpilot der ADAC Stiftung Sport. Der dritte Platz ging an Zimmermann und Evans, die auch über weite Strecken des Sprintrennens um den Sieg mitkämpften. „Zum Schluss hat etwas die Pace gefehlt und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Ich bin dann auch nicht mehr das letzte Risiko eingegangen. Die Saison nimmt langsam Fahrt auf und es geht darum, jeden Punkt mitzunehmen“, resümierte Zimmermann. Mit Platz vier setzten sich die Sieger des Vortages, Salman Owega (Köln) und Elias Seppänen (FIN/beide Landgraf Motorsport), im Finale gegen die Mercedes-AMG-Markenkollegen Alain Valente (CH) und Ralf Aron (EST/beide Haupt Racing Team) durch.

Auf Rang sechs steuerten Benjamin Hites (CHL) und Marco Mapelli (I) den Grasser-Lamborghini. Siebter wurden Lokalmatador und ADAC GT Masters-Champion 2012 Maximilian Götz aus Uffenheim und Petru Umbrarescu (RO) im Mercedes-AMG GT3 des Haupt Racing Teams. Als Achter sahen Kim-Luis Schramm (Meuspath) und Igor Walilko (PL) im BMW M4 GT3 von FK Performance Motorsport die Zielflagge. Den neunten Platz belegten Eduardo Coseteng (PHL) und Ben Green (GB) für den BMW-Rennstall Schubert Motorsport. Mit Platz zehn sammelten Kwanda Mokoena (ZA) und Dylan Yip (MAC/beide Liqui Moly Team Engstler) weitere Punkte für die Meisterschaft.

Für die Piloten aus dem ADAC GT Masters gibt es keine Verschnaufpause. Bereits am kommenden Wochenende reist die GT-Serie des ADAC zum dritten Tourstopp an den Nürburgring. Vom 14. bis 16. Juli finden beim ADAC Truck Grand Prix die Läufe fünf und sechs statt.

Matthias Lüthen / Laurents Hörr erstmals ganz vorne

  •  Auch Koiranen Kemppi Motorsport feiert ersten Sieg im Prototype Cup Germany
  •  Kollision zwischen Gustavo Kiryla und Oscar Tunjo im Kampf um Platz eins
  •  Nico Göhler gewinnt Juniorenwertung, Matthias Lüthen bester der Trophy

Die Sieger vom Sonntag Matthisas Lüthen und Laurents Hörr
Foto: ADAC-Motorsport



Nach einem spannenden Rennen des Prototype Cup Germany auf dem Norisring durften sich Matthias Lüthen (42/Hamburg) und Laurents Hörr (25/Gerlingen, beide Koiranen Kemppi Motorsport) als Sieger feiern lassen. Für das Duo und für ihr finnisches Team Koiranen Kemppi Motorsport war es die Premiere auf der obersten Stufe des Podiums im Prototype Cup Germany; Lüthen ist zudem der erste Bronze-Pilot, der in dieser Saison einen Lauf gewinnen konnte. „Das Team hat alles richtig gemacht, wir hatten das nötige Quäntchen Glück und Mathias war in seinem Stint auch richtig schnell“, fasste Hörr zusammen. Nico Göhler (20/Grasleben) und Gustavo Kiryla (29/BRA, beide BWT Mücke Motorsport) sahen die Zielflagge trotz einer Kollision als Zweite vor Gary Hauser (31/LUX) / Markus Pommer (32/Untereisesheim, beide Racing Experience). Die deutsch-luxemburgische Fahrerpaarung konnte ihren Vorsprung in der Gesamtwertung des Prototype Cup Germany auf nunmehr 31 Zähler vor den zweitplatzierten Julian Apothéloz (22/CHE) / Oscar Tunjo (27/COL, beide van ommen racing by DataLab) ausbauen.

Am Start nutzte Valentino Catalano (17/Westheim, DKR Engineering) seine Pole Position und riss die Führung an sich. Im Laufe der ersten Rennhälfte konnte Catalano seinen Verfolger Xavier Lloveras (23/ESP, van ommen racing by DataLab) nie wirklich abschütteln; als der Spanier zum obligatorischen Fahrerwechsel in die Box abbog, trennten beide Rivalen rund eine Sekunde. Doch der Stopp sollte das Ende der Siegchancen für die Startnummer fünf sein, denn als Belén García Espinar (23/ESP) losfahren wollte, hinderte sie ein Kupplungsschaden daran. Erst mit einigen Runden Verspätung reihte sie sich wieder ein; sie sah die Zielflagge schließlich als Zehnte. Aber auch Robin Rogalski (22/POL, DKR Engineering), der nach dem Pech des Van-Ommen-Duos klar in Führung lag, konnte sich nicht lange darüber freuen. Er rutschte in die Mauer und musste aufgeben.

Somit wurde das Duell zwischen Gustavo Kiryla und Oscar Tunjo zum Kampf um den Sieg. Tunjo übte Druck auf den Brasilianer aus, doch der machte keinen Fehler. Als Hörr dann von hinten immer näher kam, musste der Kolumbianer einen Angriff wagen. Beide kollidierten und Verfolger Hörr bekam kampflos Rang eins. „Durch den Zweikampf der beiden konnte ich die Lücke immer weiter schließen; am Ende haben sie mir mit ihrem Unfall die Überhol-Arbeit sogar abgenommen“, freute sich der 25-Jährige, der in der Folge einem sicheren Triumph entgegenfuhr. „Das Rennen lief in unsere Richtung, aber das gehört zum Motorsport dazu. Mal hat man Glück, mal hat man Pech. Wobei es mir für Oscar, mit dem ich mich gut verstehe, wirklich leid tut, dass er so seinen Podestplatz verloren hat“, so Lüthen.

Für jenen Tunjo blieb nach dem Zwischenfall nur der vierte Rang, während Kiryla Position zwei retten konnte. Markus Pommer schob sich als Dritte zwischen die beiden Kampfhähne und baute zusammen mit Gary Hauser seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Mark van der Snel (52/NLD) und sein Sohn Max van der Snel (19/NLD, More Motorsport by Reiter) beendeten den achten Saisonlauf des Prototype Cup Germany als Fünfte vor Jan Marschalkowski (20/Inning am Ammersee, MRS GT-Racing) und Michael Lyons (32/GBR) / Jacob Erlbacher (22/Böhlingen, beide Gebhardt Motorsport). Für den 22-jährigen Erlbacher ist die siebte Stelle das bisher beste Saisonresultat.

Weitere Stimmen zum Rennen

Nico Göhler – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Heute hätten ich nicht mit dem zweiten Rang gerechnet, auch wenn Startplatz fünf für uns eine gute Ausgangsposition war. Ich hatte einen guten Start, eine gute erste Runde und dann konnte ich konstant gut fahren, bis ich das Auto an Gustavo übergeben habe.“

Gustavo Kiryla – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Dieses Rennen war harte Arbeit, aber ich habe es genossen. Ich hatte einen schönen Positionskampf mit Oscar Tunjo, in dem wir uns leider gedreht haben. Trotzdem konnte ich den zweiten Platz ins Ziel bringen. Für Assen peilen wir nun den ersten Sieg an, denn so wie wir uns und das Auto im Moment weiterentwickeln, wäre das der nächste logische Schritt.“

Gary Hauser – Platz drei für Racing Experience
„Das Rennen begann gut, aber mich ärgern meine Dreher. Beim ersten Mal bin ich zu sehr neben die Ideallinie geraten, habe deshalb im Staub gebremst und mich gedreht. Und wenig später ist mir noch ein Dreher unterlaufen. Aber ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt und bis zum Ende meines Stints alles gegeben.“

Markus Pommer – Platz drei für Racing Experience
„Mein Stint fing gut an, denn ich habe zwei Plätze durch Pech der anderen gewonnen. Als Vierter wollte ich dann die Verfolgung von Laurents aufnehmen, aber er war heute verdammt schnell. Später konnte ich an Oscar vorbeifahren und weil ich wusste, dass sie unsere ersten Verfolger in der Gesamtwertung sind, bin ich danach kein großes Risiko mehr gegangen. Insgesamt war es für uns ein sehr positives Wochenende.“