Donnerstag, 6. Juli 2023

DTM Classic auf dem Norisring

  •  Rennboliden aus 24 Jahren DTM-Historie begeistern die Fans
  •  Eine Reihe von Zeitzeugen ist auf dem Norisring am Start
  •  Zwei Läufe über je 30 Minuten am Samstag und Sonntag

Vor einem Jahr am Norisring, spannende Rennaction mit historischen DTM-Boliden
Foto: Jens Hawrda


Seit fast vier Jahrzehnten gehören der Norisring und die DTM zusammen. Bereits in ihrem Premierenjahr 1984 war die DTM auf dem legendären und einzigartigen Stadtkurs am Start und am kommenden Wochenende (7.-9. Juli) wird die Geschichte fortgeschrieben. Mit der DTM Classic bereichert eine spannende Retrospektive den dritten Tourstopp der DTM. Die Tourenwagen Legenden bestreiten mit fast 30 historischen Rennboliden aus 24 Jahren DTM-Geschichte zwei Rennen in der fränkischen Metropole. Beide werden im kostenlosen Livestream auf dtm.com sowie youtube.com/DTM übertragen.

Eine Reihe von Zeitzeugen, die die frühen Jahre der DTM geprägt haben, sind am Norisring beim Gastspiel der DTM Classic mit von der Partie. Die vorläufige Teilnehmerliste liest sich wie das Who is Who des deutschen Rennsports: Roland Asch, Christian Danner, Harald Grohs, Marc Hessel, Klaus Ludwig, Stefan Mücke, Gerhard Müller und Volker Strycek. „Ich habe viele unvergessliche Momente am Norisring erlebt“, erinnert sich Heger. „Da war zum Beispiel das Jahr 1988, als ich im Linder-BMW M3 vom letzten Startplatz aus auf Rang fünf gefahren bin. Oder 1991, als ich von der Pole aus gestartet, von einem gewissen Michael Schumacher abgeräumt wurde. Das war damals eine sehr wilde Zeit, ohne Servolenkung, ABS und mit Handschaltung. Aber auch abseits der Rennstrecke gab es viele schöne Geschichten. Zum Beispiel die tollen Partys am Dutzendteich, eine Pokalübergabe mit dem damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß oder besagtes Rennen 1991, als ich Michael Schumacher buchstäblich am Kragen hatte. Das sind einmalige Erinnerungen. Und ich freue mich schon sehr, dass in diesem Jahr wieder ein paar dazukommen.“

Die gefeierten Stars der Serie sind jedoch nicht nur die Protagonisten, auch die Boliden selbst werden bei den Fans rund um die einzigartige Steintribüne für Verzückung sorgen. Die unterschiedlichen Modelle von AMG-Mercedes, Audi, BMW, Ford, Mercedes und Opel verfügen teils über eine bewegte und erfolgreiche Vergangenheit. Die beiden ältesten Fahrzeuge im Feld sind die beiden BMW M3 E30, Baujahr 1987, von dem zweifachen TWL-Champion Hans Robert Holzer und Gerd Grundmann. Das modernste Fahrzeug ist ein Audi A4 DTM aus dem Jahr 2007, den Stefan Rupp an den Start bringt. Der Audi von damals ist ein echter Siegertyp, mit dem der Schwede Mattias Ekström vor 16 Jahren den DTM-Titel holte. Auf dem Norisring hatte Ekström damals allerdings das Nachsehen: Er musste sich auf dem 2,3 Kilometer kurzen Kurs den damaligen HWA-Piloten Bruno Spengler und Bernd Schneider geschlagen geben.

Neben dem Audi A4 DTM sind vor allem die Klasse-1-Tourenwagen sehenswert. Die hochgezüchteten Hightech-Boliden aus der Spätphase der „alten DTM“ sind mittlerweile alles andere als alltäglich. Gleich zwei von ihnen sind am Norisring mit dabei. Neben der AMG-Mercedes C-Klasse aus der ITC 1996, den Thorsten Stadler und Christian Danner pilotieren, kehrt ein 95er Opel Calibra von Peter Nickel zurück auf die Strecke. Ein besonderes Rennwochenende steht Lokalmatador Nico Wittmann aus Fürth bevor. Der Bruder von DTM-Champion Marco Wittmann nimmt mit einem BMW M3 E30 DTM von 1989 teil.

Die DTM Classic absolviert am Freitag ein 30-minütiges Freies Training, ehe das Qualifying über 20 Minuten über die Startplätze für Rennen eins entscheiden. Rennen zwei wird gemäß dem Zieleinlauf von Rennen eins gestartet. Beide Heats führen über die Distanz von je 30 Minuten.

Mittwoch, 5. Juli 2023

Comeback auf Nürnbergs Straßen: ADAC GT Masters bereit für Norisring-Spektakel

  •  Highlight mit vielen Zuschauern auf dem Nürnberger Stadtkurs
  •  Lokalmatador Maximilian Götz feiert sein Saisondebüt bei HRT
  •  ADAC GT Masters startet 2023 erstmals auf der DTM-Plattform

Foto: Jens Hawrda


Es ist einer der Saisonhöhepunkte im ADAC GT Masters: Erstmals nach über 15 Jahren trägt die traditionsreiche GT3-Serie des ADAC wieder Rennen auf dem Norisring aus. In Nürnberg absolviert das ADAC GT Masters vom 7. bis 9. Juli seinen zweiten Saisonstopp. Zum ersten Mal 2023 fahren die Supersportwagen auf der reichweitenstarken DTM-Plattform. Die Porsche-Teams wollen die Siegesserie des Porsche 911 GT3 R vom ersten Event fortsetzen. Huber Racing und das Team Joos by Racemotion sicherten sich jeweils einen Erfolg beim Saisonauftakt am Hockenheimring Baden-Württemberg. Tim Zimmermann (Langenargen) und Jaxon Evans (NZ/beide Huber Racing) reisen als Meisterschaftsführende ins „fränkische Monaco“. Lokalmatador und Rückkehrer Maximilian Götz (Uffenheim) strebt bei seinem Heimspiel mit Teamkollege Petru Umbrarescu (RO/beide Haupt Racing Team) den Sieg im Mercedes-AMG an. TV-Partner Sport1 sendet die Rennen am Samstag und Sonntag live in voller Länge im Free-TV.

„Super, dass ich wieder im ADAC GT Masters am Start stehe. Mein Terminkalender in diesem Jahr ist zwar schon recht voll, aber einen Einsatz im ADAC GT Masters lasse ich mir nicht entgehen. Natürlich möchte ich um die Podiumsplätze mitfahren, das Team unterstützen und meine Erfahrung einbringen. Ich hoffe, dass ich den Fans bei meinem Heimrennen eine gute Show bieten kann“, sagt Götz, der ADAC GT Masters-Champion von 2012. Götz hat eine ganz spezielle Verbindung zum 2,3 Kilometer langen Asphaltband: Auf den Straßen Nürnbergs krönte er sich mit dem Haupt Racing Team zum DTM-Champion 2021. Außerdem ist der Mittelfranke Mitglied im ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg e. V.

Das Starterfeld auf dem einzigen Stadtkurs Deutschlands setzt sich aus insgesamt zehn Rennställen zusammen, die mit internationalen Nachwuchspiloten und Sportwagen-Assen an den Start gehen. Fahrer aus 14 Nationen nehmen den kürzesten Kurs im Kalender mit GT3-Boliden der Premiumhersteller Audi, BMW, Lamborghini, Mercedes-AMG sowie Porsche in Angriff. Schon beim ersten Saisonstopp in Hockenheim bot das ADAC GT Masters spannende Rennen und tollen Motorsport.

„Ich freue mich extrem auf das ‚fränkische Monaco‘. Den speziellen Kurs in Nürnberg kenne ich bereits aus meiner Zeit im Porsche Carrera Cup Deutschland. Es ist etwas ganz Besonderes, auf einem Stadtkurs mit wenig Auslaufzonen Rennen zu fahren. Die Strecke sollte von der Charakteristik dem Porsche 911 GT3 R sehr entgegenkommen. Wir wollen unsere gute Ausgangslage nutzen und die Führung in der Meisterschaft ausbauen“, sagt Zimmermann, der mit Teamkollege Evans als Tabellenführer in das dritte Saisonrennen geht. Als das ADAC GT Masters 2008 zuletzt zwischen den Betonmauern und Leitplanken in Nürnberg fuhr, waren Zimmermann und Evans beide gerade einmal elf Jahre alt. Nun hat die Konkurrenz das Duo von Huber Racing, der Rennstall kommt aus dem rund zwei Autostunden entfernten Hofkirchen, fest im Visier. Allen voran Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion): Die Sieger des zweiten Laufs haben mit 37 Punkten lediglich einen Zähler Rückstand. Nach dem Podiumserfolg im ersten Rennen belegen Eduardo Coseteng und Ben Green (GB) im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport mit 33 Punkten Rang drei. In der Pirelli-Junior-Wertung führen ADAC Stiftung Sport Förderpilot Gehrsitz und der Filipino Coseteng mit jeweils 41 Zählern die Tabelle an.

Die beiden Freien Trainings am Freitag geben bei der Rückkehr an den Norisring eine erste Standortbestimmung. Am Samstag ermittelt das ADAC GT Masters ab 9:00 Uhr seinen Pole-Setter für den dritten Saisonlauf um 15:10 Uhr. Einen Tag später stehen erneut ein Qualifying (8:45 Uhr) sowie ein Rennen (15:15 Uhr) auf dem Programm. Sport1 zeigt alle Rennen live in voller Länge im Free-TV. Außerdem laufen die Events auf dem kostenlosen YouTube-Kanal @adacmotorsports.

Dienstag, 4. Juli 2023

Zwischen Mauern und Leitplanken – DTM-Spektakel auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland

  •  „Fränkisches Monaco“ ist ein Highlight im Tourkalender der DTM
  •  Tabellenführer Thomas Preining möchte Vorjahreserfolg am Norisring wiederholen
  •  Spa-Francorchamps-Sieger Marco Wittmann aus Fürth tritt als Lokalmatador an

Foto: Jens Hawrda

In der DTM geht es Schlag auf Schlag. Auf das spektakuläre Renn-Event im niederländischen Küstenort Zandvoort folgt kommendes Wochenende (7. bis 9. Juli) ein weiteres Motorsport-Highlight auf dem Norisring in Nürnberg. Der einzige Stadtkurs in Deutschland gilt wegen seines besonderen Flairs als das „fränkische Monaco“ und ist bei Fahrern sowie Fans gleichermaßen beliebt. Das 2,3 Kilometer lange Asphaltband rund um die historische Steintribüne hat es jedoch in sich. Die enge Fahrbahnbegrenzung, viele Bodenwellen und harte Bremsmanöver verlangen von den Fahrern in jeder Sekunde höchste Aufmerksamkeit. Die Zuschauer erleben dagegen ein einmaliges Rennsport-Spektakel. Auf keiner anderen DTM-Strecke fahren die Boliden so oft an den Tribünen vorbei wie auf dem Norisring. Eine Runde zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich dauert nur knapp 50 Sekunden. ProSieben zeigt die beiden Läufe am Norisring live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung.


Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 5 und 6 von 16

  •     Streckenlänge: 2.300 Meter
  •     Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  •     Sieger 2022, Rennen 1: Thomas Preining (Porsche 911 GT3 R, KÜS Team Bernhard)
  •    Sieger 2022, Rennen 2: Felipe Fraga (Ferrari 488 GT3, Red Bull AlphaTauri AF Corse Ferrari)


Zehntes Heimspiel für Marco Wittmann – Premiere für Laurin Heinrich

Lokalmatador Marco Wittmann wohnt in Fürth und damit in unmittelbarer Nähe zum Norisring. Der 33-Jährige tritt in Nürnberg als frischgebackener Gesamtsieger der 24 Stunden von Spa-Francorchamps (Belgien) an. Wittmann geht in diesem Jahr zum zehnten Mal auf dem Stadtkurs an den Start und möchte dieses Jubiläum mit einem Top-Ergebnis versüßen. An seinen Heimsieg in der Saison 2018 kann sich der BMW-Pilot noch genau erinnern: „Auf diesem Moment musste ich einige Jahre warten. Deswegen bedeutet mir dieser Sieg genauso viel wie meine beiden DTM-Titelgewinne.“ Sein Erfolgsrezept am Norisring: „Man muss die richtige Portion Risiko finden, denn neben der Strecke steht im Zweifelsfall die Mauer.“ Laurin Heinrich hat es als Würzburger etwas weiter als Wittmann. Der 21-Jährige kennt die Strecke jedoch schon seit Jahren. Als kleiner Junge war Heinrich häufig Zuschauer bei den DTM-Rennen und brennt auf seinen ersten Norisring-Einsatz am Steuer seines Porsche 911 GT3 R.

Gute Chancen für Tabellenführer Thomas Preining

Prognosen sind in der DTM nur schwer möglich, das beweisen die Ergebnisse der ersten vier Saisonrennen mit vier unterschiedlichen Gewinnern. Auf dem Stadtkurs im Herzen Nürnbergs kommt Tabellenführer Thomas Preining (A) jedoch eine Favoritenrolle zu. Der 24-Jährige gewann im Porsche 911 GT3 R bisher keinen Saisonlauf, fuhr aber konstant in die Punkte und dabei zweimal auf das Podium. Im vergangenen Jahr entschied Preining das Samstagsrennen auf dem Norisring für sich und schrieb Geschichte mit dem ersten Sieg für Porsche in der DTM. Nach dem starken Auftritt in Zandvoort ist dem Österreicher mit seinem Neunelfer eine Wiederholung dieses Erfolges zuzutrauen.

Das Abschneiden des Gesamtzweiten Franck Perera (F), der 2022 am Norisring als kurzfristiger Ersatz sein DTM-Debüt feierte, ähnelt bisher einer Berg-und-Talfahrt. Top-Resultate am jeweiligen Samstag wechseln sich mit zweistelligen Plätzen am Sonntag ab. Bleibt der Pilot des Lamborghini Huracán GT3 Evo2 seiner Serie treu, könnte beim ersten Lauf am Norisring wieder ein Podiumsrang herausspringen. Ricardo Feller (CH) und Maro Engel (Monaco) haben sich in der Meisterschaft nach ihren ersten Saisonerfolgen in Zandvoort auf Platz drei sowie vier vorgeschoben und fahren im Audi R8 LMS GT3 Evo2 beziehungsweise Mercedes-AMG GT3 voller Selbstbewusstsein nach Nürnberg.

Stadtkurs Norisring – ein Sprintrennen zwischen zwei Wendepunkten

Der Norisring ist mit einer Länge von 2,3 Kilometern ein Sprint zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich. Das Layout mit drei Geraden, zwei Haarnadelkurven und einer Schikane wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Allerdings gibt es außer an den Wendepunkten keine Auslaufzonen, Leitplanken und Mauern begleiten die Fahrer auf ihren Runden. Kaum eine andere Strecke fordert die Bremsen der DTM-Boliden mehr als der Stadtkurs in Nürnberg. Auf schnelle Geraden folgen enge Kurven und Kehren, vor denen die Fahrer teilweise von gut 250 bis auf 60 km/h abbremsen müssen. Wegen des unebenen Fahrbahnbelags und der vielen Bodenwellen ist es schwierig, den exakten Bremspunkt und die richtige Linie zu erwischen. Dabei geht es um Zentimeter. Nach dem Schöller-S fahren die Piloten so nah wie möglich an die Mauer heran, um den Speed mitzunehmen. Doch in der Vergangenheit klappte das nicht immer, sodass einige Außenspiegel auf der Strecke blieben.

Qualifying in zwei Startgruppen

Wegen des großen Teilnehmerfeldes werden am Norisring die beiden Qualifyings in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, die auf Basis der Freien Trainings am Freitag zusammengestellt werden. Der insgesamt schnellste Fahrer steht auf Platz eins, neben ihm geht der Beste der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Der Pilot mit der zweitschnellsten Zeit in der Gruppe des Pole-Setters ist Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Dementsprechend ergibt sich die Startreihenfolge nicht aus den reinen Zeiten, sondern den Platzierungen nach den Zeittrainings. Mit diesem System sollen die unterschiedlichen Streckenbedingungen bei den zeitversetzten Qualifyings neutralisiert werden.

Erster Start des ADAC GT Masters im Rahmen der DTM

Das ADAC GT Masters kehrt im Rahmen der DTM nach 15 Jahren wieder auf den Nürnberger Stadtkurs zurück. Einer der Top-Favoriten ist Maximilian Götz (Uffenheim), der Arjun Maini vom Mercedes-AMG Team HRT vertritt und 2021 beide Rennen gewann. Allerdings fährt der DTM-Champion 2021 ein Doppel-Programm, denn Götz ist auch als Experte und Co-Kommentator bei ProSieben im Einsatz. Ein Hauch von Geschichte weht über der Strecke, wenn kommendes Wochenende die DTM Classic zum ersten Mal in dieser Saison an den Start geht. Die historischen Gruppe-A-Tourenwagen der 1980er Jahre oder die High-Tech-Renner aus der Klasse 1 der 1990er Jahre nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise durch verschiedene Epochen der Rennserie. In Nürnberg sind zudem die 455 PS starken LMP3-Boliden des Prototype Cup Germany zu sehen. Das Programm in Nürnberg komplett der BMW M2 Cup.

Günstige Preise und volles Programm

Spannende DTM-Rennen, hochkarätige Rahmenserien und viel Unterhaltung – das ist am Norisring schon für 69 Euro zu haben. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. Im Ticket inbegriffen ist eine kostenlose Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sowie der freie Zugang zum Fahrerlager aller Serien. Auch der Kontakt zu den Piloten ist für Fans möglich, um Autogramme zu holen oder das ein oder andere Selfie zu machen.

Alle Meisterschaftsläufe live bei ProSieben

TV-Partner ProSieben zeigt die 16 Saisonläufe live im frei empfangbaren Fernsehen. Alle Rennen starten um 13:30 Uhr. Das Qualifying ist live auf ran.de zu sehen. Weltweit wird die DTM im Fernsehen in über 70 Ländern live übertragen. Offizieller TV-Partner der DTM in Österreich ist ServusTV. Der Salzburger Privatsender strahlt alle Rennen live oder re-live aus. ServusTV Deutschland berichtet am Abend des Renntages mit einer Zusammenfassung.

Montag, 3. Juli 2023

Interview mit DTM-Pilot Marco Wittmann

„Ein Heimsieg ist wie ein Titelgewinn für mich“

  • Marco Wittmann freut sich auf sein zehntes Rennwochenende auf dem Norisring
  • Der BMW-Werksfahrer spricht im Interview über die Vorfreude auf sein Heimspiel und seine besondere Verbindung zur DTM

Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda

Der dritte Saisonstopp auf dem Norisring (7. bis 9. Juli) löst vor allem bei Marco Wittmann große Begeisterung aus. Sein Wohnort Fürth liegt in unmittelbarer Nähe zu Deutschlands einzigem Stadtkurs. In besonders guter Erinnerung hat Wittmann das DTM-Rennwochenende auf dem Norisring im Jahr 2018. Damals jubelte der heute 33-Jährige über einen Heimsieg. Im Interview spricht der BMW-Pilot über diesen besonderen Erfolg, die einmalige Charakteristik des Norisring und seine Rolle als Einzelkämpfer.

Das nächste DTM-Event steigt in Nürnberg. Was macht den Mythos Norisring aus?

Es ist der einzige Stadtkurs in Deutschland und im Kalender der DTM. Das ganze Flair an der Strecke ist einzigartig und hat ein bisschen Biergarten-Charakter. Die Zuschauer sind noch dichter am Geschehen, alles rückt noch enger zusammen. Außerdem hat der Norisring in der Vergangenheit schon oft für Spektakel und einige Crashes gesorgt. Dazu kommt für mich persönlich, dass ich dieses Jahr zum zehnten Mal dort am Start bin.

Vor fünf Jahren konntest du einen Sieg am Norisring feiern. Welchen Stellenwert hat so ein Heimspiel-Erfolg?

Dieser Sieg am Norisring bedeutet mir genauso viel wie meine beiden DTM-Titelgewinne. Das betrifft vor allem die emotionale Ebene, weil ich auf diesen Moment einige Jahre warten musste. Das Rennen habe ich heute noch vor Augen. Obwohl ich als Siebter gestartet bin, konnte ich bis an die Spitze fahren. Natürlich wäre es ein Traum, diesen Erfolg zu wiederholen. Es gibt nichts Schöneres, als beim Heimrennen auf dem Podium zu jubeln.

Wie groß wird der Support für dich am Norisring?

Wenn ich den Fanclub mit dazurechne, sind es über 100 Leute auf meiner Ticketliste. Es ist großartig, so einen Support von der Familie, Freunden und Sponsoren zu bekommen. Das bedeutet für mich natürlich auch ein volles Programm neben der Strecke, aber ich freue mich total auf das Wochenende.

Welche Herausforderungen bringt ein Stadtkurs mit sich?

Da es keine Testmöglichkeiten gibt, ist das Freie Training für dich als Fahrer der erste Einsatz auf der Strecke. Anders als auf permanenten Rennstrecken hat der Norisring viele Bodenwellen. Dazu kommt, dass sich der Grip auf einem Stadtkurs übers Rennwochenende immer weiter verbessert. Darüber hinaus stellt sich auf dem Norisring immer die Frage nach der richtigen Portion Risiko, denn Auslaufzonen oder Kiesbetten gibt es nicht. Neben der Strecke ist im Zweifelsfall die Mauer.

Welche Passagen auf der Strecke gefallen dir besonders gut?

Einer meiner Lieblingsabschnitte ist das Schöller-S. Als Fahrer musst du da den Spagat bewältigen, das Auto mit wenig Abtrieb möglichst schnell durch die Kurven zu bringen, gleichzeitig aber beim Kurvenausgang nicht durch zu viel Speed die Mauer zu touchieren. Außerdem ist es ein einzigartiges Gefühl, auf der Start-Ziel-Geraden an den vielen Fans und dieser imposanten Kulisse auf der großen Steintribüne vorbeizufahren.

Du absolvierst bereits deine elfte DTM-Saison. Was gefällt dir an der Serie?

Die Besonderheit in der DTM ist für mich ganz klar, dass mit einem Fahrer pro Auto gefahren wird. Anders als in anderen GT3-Serien oder im Langstreckensport bist du auf dich allein gestellt und es gibt keine Kompromisse mit den Teamkollegen. Das betrifft unter anderem die Sitzposition im Fahrzeug, die Abstimmung vom Setup oder auch die Rennstrategie. In der DTM ist alles auf dich abgestimmt. Das sorgt für Druck, macht aber auch den Reiz aus. Dazu kommt das Format mit den Sprintrennen, das es im GT-Sport sonst kaum noch gibt.

Wie hat sich die DTM seit deiner Debütsaison 2013 verändert?

In meinen Anfangsjahren bestand das Starterfeld nahezu komplett aus Werksfahrern. Heute mischen auch junge Talente mit, die sich in der DTM für Werksverträge empfehlen wollen. Das ist eine super Mischung und anhand der Ergebnisse sieht man ja, wie eng ein Großteil vom Feld zusammenliegt. Die DTM ist eine Plattform für Top-Piloten. Das muss man sich bewahren, auch wenn GT-Fahrer heute in der Regel nicht mehr ausschließlich in einer Serie antreten.

Das Team Project 1 setzt aktuell einen BMW M4 GT3 ein. Wie gehst du mit deiner Rolle als Einzelkämpfer um?

Natürlich ist das eine zusätzliche Herausforderung. Neben uns gibt es noch weitere Neueinsteiger, allerdings können wir mit einem Auto nicht so viele Daten sammeln. An einem zweiten Fahrzeug könnte man beispielsweise mehr Setup-Optionen probieren, diese Möglichkeit fehlt uns aktuell. Trotzdem arbeiten wir jeden Tag gemeinsam hart, um uns immer weiter zu verbessern.

Welche Tipps würdest du als zweimaliger DTM-Champion jungen Nachwuchsfahrern geben?

Mit Blick auf meinen Karriereverlauf würde ich sagen, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt einfach realistisch vorgehen muss. Ich hätte nach meiner Zeit in der Formel 3 weiter den Weg Richtung Formel 1 gehen können, habe mich damals aber nach einem DTM-Test mit BMW für den Tourenwagen-Sport entschieden. Rückblickend war das goldrichtig. Als kleiner Junge im Kart träumt man von der Formel 1, aber ich kann jedem empfehlen, über den Tellerrand zu blicken. Es gibt heute viele Möglichkeiten, es eines Tages ins ADAC GT Masters oder die DTM zu schaffen und im professionellen Motorsport dabei zu sein.

Dein BMW M4 GT3 strahlt als „Green Machine“ in den Farben von Schaeffler. Welche Verbindung hast du zu dem Unternehmen?

Wir arbeiten bereits seit der Saison 2019 zusammen, seitdem bin ich Markenbotschafter von Schaeffler. Das Verhältnis geht über eine klassische Partnerschaft hinaus. Das liegt allein schon an der regionalen Nähe, ich wohne nur rund eine Viertelstunde Autofahrt von Schaeffler-Standort in Herzogenaurach entfernt. Wir sind regelmäßig in Kontakt, tauschen Ideen aus. Selbst zu den Schaeffler-Vorständen habe ich öfter Kontakt, so eine enge Partnerschaft ist ungewöhnlich. Für das Vertrauen bin ich sehr dankbar.

Tickets für das Wochenende auf dem Norisring gibt es online unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. ADAC Mitglieder profitieren im Onlinevorverkauf zudem von zehn Prozent Rabatt.

Die beiden DTM-Rennen auf dem Nürnberger Stadtkurs starten Samstag (8. Juli) und Sonntag (9. Juli) jeweils um 13:30 Uhr. ProSieben zeigt alle Meisterschaftsläufe der Saison 2023 live im deutschen Free-TV. Außerdem werden die Qualifyings per Live-Stream auf ran.de gezeigt. Abgerundet wird das umfassende TV-Paket der DTM mit einer weltweiten Live-Übertragung in über 70 Länder.


IDM Supersport 300 Most

Foto: Jens Hawrda

In der IDM Supersport 300 dominierten am vergangenen Wochenende die Kawasakis vom Team Füsport - RT Motorsports by SKM – Kawasaki. Im ersten Rennen setzte sich der Tscheche Petr Svoboda in seinem Heimrennen durch und feierte somit seinen ersten Triumph in der IDM. Auf dem zweiten Platz landete Dirk Geiger vom Team Freudenberg-Paligo Racing. Am Rennsonntag fuhr der Spanier Inigo Iglesias (Füsport - RT Motorsports by SKM – Kawasaki) vor seinem Kollegen Petr Svoboda ins Ziel und machte damit einen Doppelsieg für das Team perfekt. Iglesias verließ den Rennkurs in Most als Spitzenreiter in der Gesamtwertung.

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Petr Svoboda, Kawasaki Ninja 400

2. Dirk Geiger, KTM RC 390 R

3. Inigo Iglesias, Kawasaki Ninja 400

4. Walid Khan, KTM RC 390 R

5. Ruben Bijman, Yamaha YZF R3


Ergebnis Rennen 2 (Top-Five)

1. Inigo Iglesias, Kawasaki Ninja 400

2. Petr Svoboda, Kawasaki Ninja 400

3. Dirk Geiger, KTM RC 390 R

4. Walid Khan, KTM RC 390 R

5. Ferre Fleerackers, Kawasaki Ninja 400


Meisterschaftsstand (Top-Five)

1. Inigo Iglesias, 115 Punkte

2. Walid Khan, 96 Punkte

3. Dustin Schneider, 86 Punkte

4. Petr Svoboda, 72 Punkte

5. Dirk Geiger, 63 Punkte