Mittwoch, 28. Juni 2023

Team apha-Van Zon-BMW in Most: Nichts für schwache Nerven

Hinter dem deutsch-belgischen Team BCC-alpha-Van Zon-BMW von Andy Gerlich und Werner Daemen liegen zwei anstrengende Wochen, prall gefüllt mit packendem Motorrad-Rennsport auf höchstem Niveau. Nach dem erfolgreichen Abstecher bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Spa-Francorchamps fand sich das Team am vergangenen Wochenende in Tschechien ein, wo im Autodrom von Most der dritte von sieben Läufen der Internationalen Deutsche Motorradmeisterschaft 2023 stattfand. Mit dabei in der IDM Superbike: Ilya Mikhalchik (Ukraine), Kamil Krzemien (Polen), Bálint Kovács (Ungarn), Philipp Steinmayr (Österreich) und Max Schmidt (Deutschland).

Ilya Mikhalchik holt ersten Saisonsieg in Most
Foto: Jens Hawrda

llya Mikhalchik   war nach dem dritten Platz von Spa im Rahmen der Endurance-WM mit gestärktem Selbstbewusstsein und frischem Mut nach Tschechien gereist. Nach seiner Nullnummer beim letzten IDM-Meeting in Oschersleben muss sich der Ukrainer mit seiner BMW nun ordentlich ins Zeug legen, wenn er in Sachen IDM-Titel noch ein Wörtchen mitreden will. Dass er dazu in der Lage und auch top motiviert ist, stellte er in den beiden Zeittrainings mit der Bestzeit von 1.32,712 min. klar. Die Erleichterung war ihm im Anschluss anzumerken. «Das war es, was wir gebraucht haben», stellte er fest. «Das andere ist die Vergangenheit. Ich habe sogar extra neue Farben und ein neues Design für meinen Helm gewählt.» Das erste Mal seit drei Jahren konnte der Ukrainer, der aktuell fern seiner Heimat in Polen lebt, auch wieder Familie und Freunde an der Rennstrecke begrüßen, die die beschwerliche Reise aus der Ukraine nach Most angetreten hatten, um ihn tatkräftig zu unterstützen. «Das ist wichtig für mich, denn wir haben eine schwere Zeit hinter uns», erklärt er.

Am Start zum ersten Rennen des Tages wollte es Mikhalchik dann wissen und zündete den Turbo. «Leider war ich dann ein wenig spät auf der Bremse», schildert er. Den Eingang zur ersten Schikane verpasste er nach dem Spätbrems-Manöver und musste daraufhin den Notausgang und den etwas längeren Weg außenherum wählen. In der Verfolgergruppe reihte er sich wieder im Feld ein. Mit einem beherzten Angriff am Ende des Rennens quetschte sich der Ukrainer noch an am Esten Hannes Soomer vorbei auf Platz 2. «Nach drei, vier Runden hatte ich ein paar Probleme mit der Bremse, sie wurde heiß», berichtet er nach der Zielankunft, «daher konnte ich nicht das Potenzial abrufen, zu dem ich normalerweise in der Lage bin. Platz 2 war nicht das Ergebnis, was ich wollte, aber es ist trotzdem schön, wieder zurück auf dem Podium zu sein.»

Im zweiten Lauf dann der Befreiungsschlag des Ukrainers, der aber auch da nicht ohne Schrecksekunde in der ersten Schikane davonkam, als er im allgemeinen Tumult steckenblieb und anschließend zu einer spektakulären Aufholjagd ansetzte, nach der er sich zum Sieger des Rennen küren durfte. «Jetzt bin ich happy», dann auch sein Kommentar. «Mein Team war unglaublich und hatte noch einiges geändert. Auch mit der Bremse war alles so perfekt wie es sein soll. Nach dem Start ging es ein wenig aggressiv zu. Einer stürzte, ein anderer berührte mein Motorrad. Ich wäre fast im Graben gelandet und habe an die zehn Plätze verloren. Doch mit einem straffen Tempo, vor allem am Ende, habe ich mich zurückgekämpft. Ein tolles Gefühl. Ich hoffe, es geht in diesem Stil weiter.»

Bálint Kovács  kam leicht ramponiert von Belgien nach Most gereist. Doch seinen Sturz aus der Endurance-WM hatte der Ungar gut weggesteckt und nur noch ein paar blaue Flecken erinnern ihn an das Missgeschick. Beim Zeittraining von Most konnte er sich am Nachmittag Stück für Stück verbessern und sich Startplatz 10 sichern. «Ich kenne die Strecke in Most gut», schildert er. «Auch meine körperliche Verfassung wird von Tag zu Tag stärker. Der zehnte Platz im Quali war denkbar knapp, die Zeiten waren echt eng beisammen. Normalerweise bin ich in den Rennen immer noch ein bisschen besser.»

Im ersten Rennen kam der BMW-Pilot zwar gut von seinem Startplatz weg, musste aber in der ersten Schikane den Umweg über die Außenbahn nehmen. Danach fand er sich mitten im Feld wieder und konnte sich nach dem einen oder anderen Match den zehnten Platz sichern. Noch besser lief es für den Ungar in Lauf 2, den er auf Platz 7 beendete. «Im Großen und Ganzen war es kein schlechtes Wochenende», meinte der Ungar anschließend. «Ich will näher and die Spitze herankommen. Schon in Oschersleben war ich an den schnellen Jungs dran und da wollte ich weitermachen. Es war nicht das einfachste Wochenende in Most und ich war noch nicht ganz da, wo ich hinwill. Im ersten Rennen sind mir zuviele Fehler unterlaufen, unter anderem habe ich den Eingang zur Schikane verpasst. Danach war es ein ganz schön hartes Rennen. Platz 10 war das Beste, was ich holen konnte. Das zweite Rennen war besser, meine Pace war besser und ich war zehn Sekunden näher an der Spitze dran. Es war eine Verbesserung, aber ich will noch mehr erreichen. Die Sommerpause wird mir guttun und ich werde stärker zurückkommen.»

Philipp Steinmayr  raufte sich nach dem Trainingsfreitag von Most noch ein wenig die Haare. «Ich hätte das dritte freie Training echt noch gebraucht», gab der Österreicher zu, nachdem es begonnen hatte zu regnen und er und seine BMW in der Box geblieben waren. «Das Level in der IDM Superbike ist einfach brutal hoch und ich habe das Gefühl, alle anderen hocken ständig auf dem Motorrad. Ich hatte keine Möglichkeit zwischen den IDM-Rennen zu testen. Ich bewundere Ilya Mikhalchik dafür, wie schnell er sich da umstellen kann. Mit dem Team bin ich happy, ich selber muss noch schauen, wie ich mit neuen Reifen besser klarkomme.»

Nach Platz 11 im Training rackerte sich Steinmayr im ersten Lauf auf den neunten Rang. «Mein Plan ging auf», freute er sich anschließend. «Denn da wollte ich hin und durch das Reverse Grid im zweiten Lauf stand ich in der Startaufstellung mit Reihe 2 ein ganzes Stück weiter vorne.» Im zweiten Lauf ging es weiter vorwärts, Steinmayr hielt sich in der turbulenten Verfolgergruppe wacker und belohnte sich mit Platz 6. «Da ich am Samstag schon ein paar Runden mit meinem vorderen Rennreifen gefahren bin, ich wollte noch eine gute Zeit fahren, war der im Rennen halt nicht mehr ganz neu. Das hat man gemerkt, dass er schon mal aufgeheizt war. Im zweiten Rennen habe ich zugegebenermaßen auch ein wenig von den Ausfällen profitiert.»

Die vierwöchige IDM-Pause wird bei Steinmayr Motorrad-frei sein. «Alleine testen zu gehen bringts nicht, da brauche ich dann schon den Austausch mit anderen», erklärt er. «Aber vor dem Rennen in Assen fahren wir dort bei den Jacks Racing Days mit. Dann komme ich anschließend auch mal top vorbereitet auf ein IDM-Rennen. Da freu ich mich drauf.»

Kamil Krzemien  war wie seine Teamkollegen direkt vom Einsatz in der Endurance-WM ins tschechische Most gereist. Am Freitag hatte er sich dann wieder vom WM-Bike auf seine IDM-BMW umgestellt. Das für ihn wichtige dritte freie Training fiel dann auch für Krzemien wie für den Rest der Superbiker ins Wasser. Der Regenschauer sorgte zwar für eine willkommene Abkühlung, aber die Trainingskilometer fehlten. Von Startplatz 13 ging es dann am Sonntag in die beiden Rennen, die Krzemien dann jeweils auf dem elften Platz beendete. Gerne hätte er seinem Papa, der polnische Vatertag findet traditionell am 23.Juni statt, ein paar mehr Meisterschaftspunkte mit nach Hause gebracht.

«Ja es war ein hartes Wochenende», meinte Krzemien dann auch anschließend, «ich bin nach wie vor auf der Suche nach der Pace, die ich letztes Jahr hatte. Ich muss auch zugeben, dass ich von meiner Seite nicht perfekt vorbereitet war. Die anderen haben zwischen den Rennen viel getestet und waren mir daher auch in Most immer einen Schritt voraus. Daher hatte ich zu tun, eben die die nötige Pace zu finden.»

«Ich habe meine Rundenzeiten stets verbessert», beschreibt er die positiven Aspekte, «und es lief besser und besser. In beiden Rennen erwischte ich einen sehr guten Start. Am Anfang war ich ganz gut dabei, aber über die Distanz habe ich ziemlich an Grip verloren und konnte nicht dranbleiben. Ich war am Limit, kurz vor einem Crash. In den letzten Runden konnte ich einfach nicht mehr attackieren. Wir haben Punkte geholt und arbeiten weiter dran. Ich freue mich jetzt auf die Rennen in Schleiz, da lief es für mich letztes Jahr wirklich gut.»

Max Schmidt,  mit 20 Jahren der jüngste Pilot im Fahrer-Aufgebot des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW grübelte nach Startplatz 13 im Zeittraining noch über die weitere Taktik. «Ich war einfach zu langsam», übte der Student klare Selbstkritik, «vielleicht wäre auch eine andere Reifenwahl besser gewesen. Im zweiten Training war es dann zu warm. Für die Startaufstellung war das nicht die beste Ausgangslage.»

Die Rundenzeiten verbesserten sich dann bereits im ersten Rennen, doch es blieb bei Platz 13. «Am Start hatte ich viel verloren», berichtet er. «Und immer, wenn ich die vor mir überholt hatte, lief es schief. Einmal musste ich nämlich in der Schikane durchs Kiesbett und ein anderes Mal außen rum. Ohne das hätte es für einen Top-Ten-Platz gereicht.» Den bescherte sich Schmidt dann im Lauf 2, den er als Achter beenden konnte. Schon vom Start weg lief es für den BMW-Piloten besser, obwohl auch er vom Tumult nach den ersten Metern nicht verschont geblieben war. «Doch ich habe versucht, locker zu bleiben», so seine Vorgehensweise. «Mit dem Ergebnis bin ich dann auch so halbwegs zufrieden. Ich bin nicht so glücklich wie sonst, aber ich habe jetzt auch keine schlechte Laune. Most ist im diesjährigen IDM-Kalender meine unbeliebteste Strecke, dafür war es okay.»

In der vierwöchigen IDM-Pause geht es für Schmidt zu einem Instruktoren-Job nach Oschersleben und auch ein paar Moto Cross-Einheiten sind geplant. Außerdem gibt es für den Studenten viel zu lernen. Die nächsten Klausuren werfen ihre Schatten voraus.

Für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW geht es erst einmal in die belgische Heimat, wo man sich dann in aller Ruhe auf die nächste IDM-Runde vorbereiten kann. Am 21. bis 23. August 2023 geht es mit IDM-Wochenende auf dem Schleizer Dreieck weiter.

Dienstag, 27. Juni 2023

IDM Superbike mit spannenden Rennen in Most

Allein wegen der spannenden Rennen der IDM Superbike hätte sich die Anreise nach Most schon gelohnt. Bei herrlichem Sommerwetter gab es in der Superbikeklasse Rennen die es an Spannung in sich hatten und Überraschungen am Ende.

 

Das war der Kampf im Rennen 1 Alt gegen Soomer
Foto: Jens Hawrda

Zusammenfassung Rennen 1

Nach drei Stürzen hatte der dreifache Meister Ilya Mikhalchik (BCC ALPHA VAN ZON BMW RACING) in der Königsklassse IDM Superbike mit einem Sieg spekuliert. Grund: Im Qualifying hatte er sich die Pole Position geholt. Doch er sollte sich noch gedulden müssen. Im ersten von zwei Rennen war Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach 16 Runden der große Gewinner. Rundenlang hatte er sich mit Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport) einen Schlagabtausch geliefert, der an Nervenkitzel nicht zu überbieten war. Mikhalchik, der zu Beginn des Gefechts zuviel wollte und dabei neben die Strecke geriet, hatte sich in der Zwischenzeit auch nach vorne gekämpft. Das Rennen war noch nicht zu Ende, da platzierte der Ukrainer eine gelungene, aber kernige Attacke auf den Esten, der keine Chance mehr zum Kontern hatte. Mikhalchik hatte damit die Honda-Doppelspitze gespalten und wurde Zweiter zwischen Alt und Soomer.

Ergebnis IDM Superbike Rennen 1 (Top-Five)

1. Florian Alt, Honda CBR 1000 RR
2. Ilya Mikhalchik, BMW M 1000 RR
3. Hannes Soomer, Honda CBR 1000 RR
4. Patrick Hobelsberger, BMW M 1000 RR
5. Toni Finserbusch, BMW M 1000 RR

Holt den Sieg in Rennen 2: Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda

Zusammenfassung Rennen 2

In einem turbulenten zweiten Rennen mit vielen Drehungen und Wendungen sorgte der Reverse Grid für Spannung. Hier stehen die drei Schnellsten des ersten Laufes in der dritten Startreihe und die Positionen vier bis sechs rücken in die erste Reihe vor. Die Anordnung sorgte für ein dichtes Getümmel. An der Spitze zeigten sich bald wieder Florian Alt und Hannes Soomer. Ilya Mikhalchik war im Pulk stecken geblieben. Dass er ganz am Ende doch ganz vorne war, ist das Ergebnis seiner Hartnäckigkeit und einer riesigen Aufholjagd. Er hatte sich stetig durchs Feld nach vorn gearbeitet, um zum Schluss eine Lücke auszunutzen, die sich im Scharmützel zwischen Alt und Soomer aufgetan hatte. So enttäuscht der Ukrainer nach seinem zweiten Platz im ersten Lauf war, umso freudestrahlender war er nach diesem Triumph. Und sein Teamchef Werner Daemen war völlig aus dem Häuschen, riss sich das T-Shirt vom Leib und feierte.

Soomer stürzte noch in der letzten Runde aus dem Geschehen. Dadurch kam Bastien Mackels (Team SWPN) noch aufs Podium und machte den Marken-Mix von BMW, Honda und Yamaha komplett. Dahinter kam mit Leandro Mercado (Kawasaki Weber Motos Racing) die erste Kawasaki ins Ziel. Meisterschaftsführender ist Florian Alt.

Ergebnis IDM Superbike Rennen 2 (Top-Five)

1. Ilya Mikhalchik, BMW M 1000 RR
2. Florian Alt, CBR 1000 RR
3. Bastien Mackels, Yamaha YZF-R1M
4. Leonardo Mercado, Kawasaki ZX-10RR
5. Patrick Hobelsberger, BMW M 1000 RR

Meisterschaftsstand nach 6 von 14 Rennen (Top-Five)

1. Punkte Florian Alt, 140 Punkte
2.  Punkte Bastien Mackels, 85 Punkte
3.  Hannes Soomer, 84 Punkte
4. Patrick Hobelsberger, 79 Punkte
5.   Ilya Mikhalchik, 75 Punkte

Montag, 26. Juni 2023

Premierenerfolg für Xavier Lloveras / Gabriela Jílková

  •  Auch Elia Sperandio / Alex Cascatau erstmals auf dem Siegertreppchen.
  •  Lloveras schnellster Junior, Matthias Lüthen gewinnt Trophy.
  •  Gary Hauser / Markus Pommer Halbzeit-Champions im Prototype Cup Germany.

Lioveras/Jilkova, Duqueine LMP3 #5
Foto: Jens Hawrda

Xavier Lloveras (23/ESP) und Gabriela Jílková (28/CZE, beide van ommen racing by DataLab) heißen die Sieger des sechsten Saisonrennens des Prototype Cup Germany. Im niederländischen Zandvoort triumphierten sie bei sommerlichem Wetter vor Valentino Catalano (17/Westheim) und Robin Rogalski (22/POL, beide DKR Engineering); Rang drei eroberten Elia Sperandio (17/CHE) und Debütant Alex Cascatau (30/ROU, BHK Motorsport). Nach sechs von zwölf Saisonläufen führen Gary Hauser (31/LUX) / Markus Pommer (32/Untereisesheim, beide Racing Experience) in der Fahrerwertung der vom ADAC und der Creventic organisierten LMP3-Serie, sie dürfen sich inoffizieller Halbzeit-Champion nennen.

Xavier Lloveras münzte seine Pole Position am Start in die Führung um und konnte sich sofort vom restlichen Feld absetzen. Julien Apothéloz (22/CHE, van ommen racing by DataLab) hatte zunächst Rang drei hinter Valentino Catalano inne, verlor diesen aber, nachdem er kurz ins Kiesbett neben der Strecke geriet. Und auch bei seinem Teamkollegen Lloveras kamen kurze Zeit später schlechte Nachrichten an, denn er erhielt wegen eines Frühstarts fünf Strafsekunden. Auch ein kleiner Ausrutscher ins Kiesbett konnte ihm wenig später die Spitze nicht nehmen, wenngleich er dadurch einen Teil seines Vorsprungs einbüßte.

Nachdem alle Teams ihre obligatorischen Boxenstopps durchgeführt hatten, wurde Lloveras‘ Teamkollegin Gabriela Jílková als Spitzenreiterin notiert. Die Tschechin wurde von Robin Rogalski verfolgt, der Catalanos Duqueine übernahm. Doch der Pole konnte das Tempo seiner Vorderfrau nicht mitgehen, sondern musste stattdessen mit ansehen, wie der Vorsprung der Van-Ommen-Pilotin immer größer wurde. „Ich wusste, dass wir wegen des Frühstarts am Ende fünf Sekunden auf das Ergebnis draufgerechnet bekommen und mir war klar, dass ich nun alles geben muss. Wir hatten die Chance auf den Sieg und dafür wollte ich alles tun“, so Jílková. Am Ende machte sie auf der Strecke aus einem Vorsprung von 5,2 Sekunden eine Lücke von über 16 Sekunden; damit war ihr und Lloveras trotz der fünf Strafsekunden der erste Triumph im Prototype Cup Germany nicht mehr zu nehmen. Hinter Catalano / Rogalski strahlten Elia Sperandio und Alex Cascatau mindestens genauso wie die Gewinner, denn auch das schweizer-rumänische Duo kletterte zum ersten Mal auf ein Siegertreppchen im Prototype Cup Germany. Und für ihr Team BHK Motorsport, das erst in diesem Jahr in die deutsche LMP3-Serie eingestiegen ist, war es ebenfalls die Premiere bei einer Siegerehrung. Gary Hauser / Markus Pommer sowie Sebastian von Gartzen (30/Butzbach) / Maximilian Hackländer (33/Rüthen, beide Konrad Motorsport) komplettierten die Top Five.

Weniger glücklich verlief die Reise an die niederländische Nordseeküste hingegen für Oscar Tunjo (27/COL, van ommen racing by DataLab) und Apothéloz, die als Tabellenführer kamen. Dem Ausfall im Lauf am Samstag folgte ein weiterer Ausfall im Rennen am Sonntag; dieses Mal führte eine Kollision mit Laurents Hörr (25/Gerlingen, Koiranen Kemppi Motorsport) zu null Punkten. Tunjo / Apothéloz fielen dadurch in der Fahrerwertung auf Position drei hinter Hauser / Pommer sowie Catalano / Rogalski zurück. Letztgenannte sind in der Juniorwertung aktuell Spitzenreiter, während Mark van der Snel (52/NLD, More Motorsport by Reiter) Platz eins in der Trophywertung in seinen Händen hat. In der Teamwertung schließlich hat van ommen racing by DataLab zu Saisonhalbzeit die Nase vorne.

Weitere Stimmen zum Rennen

Valentino Catalano – Platz zwei für DKR Engineering
„Für uns war es ein gutes Rennen, ich bin zufrieden. Ich konnte die zweite Position am Start halten und wollte dann Gas geben, um eine möglichst große Lücke zum Drittplatzierten herauszufahren. Robin hat den zweiten Rang dann sicher nach Hause gebracht.“

Robin Rogalski – Platz zwei für DKR Engineering
„Mein Rennen war relativ ereignislos, ich bin die meiste Zeit alleine gefahren. Gabriela vor mir konnte ich nicht folgen, sie war einfach zu schnell. Von ihrer Leistung bin ich wirklich beeindruckt. Für uns war Platz zwei aber auch wichtig, denn wir haben viele wichtige Punkte mitnehmen können.“

Elia Sperandio – Platz drei für BHK Motorsport
„Ich bin noch komplett sprachlos, freue mich aber riesig über unseren ersten Podestplatz im Prototype Cup Germany. Am Start konnte ich eine Position gutmachen und als Julien Apothéloz kurz im Kies war, bin ich auf Rang drei vorgerückt. Alex hat in seinem Stint dann einen super Job gemacht, indem der Markus Pommer mehr als 20 Minuten hinter sich halten konnte.“

Alex Cascatau – Platz drei für BHK Motorsport
„Dieses Rennen war alles andere als langweilig. Ich hatte fast die gesamte Zeit Markus Pommer hinter mir und der ist wirklich nicht langsam. Ich habe versucht, alles zu geben und bin maximales Risiko gegangen. Ich wollte diesen dritten Platz unbedingt halten und das ist mir auch gelungen.“


MRS GT-Racing feiert ersten Sieg im Prototype Cup Germany

  •  Jan Marschalkowski / Jasper Stiksma gewinnen in ereignisreichem Rennen
  •  Auch BWT Mücke Motorsport bejubelt ersten Podiumsplatz
  •  Marschalkowski und Stiksma beste Junioren, Matthias Lüthen schnellster Trophy-Fahrer
Marschalkowski/Stiksma, Liegier LMP3 #14
Foto: Jens Hawrda

Das fünfte Saisonrennen des Prototype Cup Germany, das im niederländischen Zandvoort abgehalten wurde, war nichts für schwache Nerven; am Ende feierte das Duo Jan Marschalkowski (20/Inning am Ammersee) / Jasper Stiksma (22/NDL, beide MRS GT-Racing) seinen ersten Triumph im Prototype Cup Germany. „Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Es ist unglaublich, ich freue mich riesig“, so Marschalkowski. Auch für die zweitplatzierten Nico Göhler (20/Grasleben) und Gustavo Kiryla (29/BRA, beide BWT Mücke Motorsport) war es die erste Teilnahme an einer Siegerehrung in der vom ADAC und Creventic organisierten LMP3-Serie. Und schließlich durften auch Gabriela Jílková (28/CZE) und Xavier Lloveras (23/ESP, beide van ommen racing by DataLab) erstmals auf ein Siegertreppchen des Prototype Cup Germany klettern. Der Lauf wurde nach der zweiten Unterbrechung mit roter Flagge aufgrund eines zu bergenden Fahrzeugs nicht wieder neu gestartet.


Am Start übernahm Oscar Tunjo (27/COL, van ommen racing by DataLab) die Führung, während Nico Göhler und Laurents Hörr um Platz zwei kämpften. Der Kolumbianer konnte sich jedoch nicht lange über die Spitze freuen; schon im dritten Umlauf unterlief ihm ein Fehler und er schied aus. Zur Bergung des Duqueine schickte die Rennleitung zunächst das Safety Car auf die Strecke, um das Rennen wenig später mit der roten Flagge zu unterbrechen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hörr Rang eins inne.

Auch nach dem Restart behielt Hörr die erste Position vor Göhler und Max van der Snel (19/NLD, More Motorsport by Reiter). In Runde sieben rollte dann Freddie Hunt 36/GBR, Reiter Engineering) aus, was eine weitere Safety-Car-Phase mit sich zog. Als diese beendet war, öffnete das Zeitfenster zum obligatorischen Boxenhalt. Mit Beendigung aller Boxenstopps wurde Jasper Stiksma an erster Stelle geführt, der Niederländer hatte kurz zuvor den Ligier von Marschalkowski übernommen. Matthias Lüthen (42/Hamburg, Koiranen Kemppi Motorsport) steuerte den von Hörr übernommenen Duqueine auf Rang zwei, gefolgt von Gustavo Kiryla und Xavier Lloveras. Wenig später zogen der Brasilianer und der Spanier am deutschen Trophy-Piloten vorbei und machten sich auf die Verfolgung von Marschalkowski. Fast zeitglich rutschte Danny Soufi (19/USA, Konrad Motorsport) in die Boxenmauer, so dass die Rennleitung erst das Safety Car auf die Strecke schickte und wenig später wieder die rote Flagge wählte. Ein Restart erfolgte nicht mehr, womit Marschalkowski und Stiksma Platz eins nicht mehr zu nehmen war.

„Am Start habe ich noch Boden verloren, den ich mir dann aber wieder zurückholen konnte. Wir haben den Fahrerwechsel dann relativ spät absolviert und danach hat Jasper einen überragenden Job gemacht. Er ist bisher kaum Runden in einem LMP3 gefahren, hat Rang eins aber ohne Probleme halten können. Das war richtig gut.“ Auch Stiksma freute sich nach Rennende riesig. „Es ist unglaublich. Außer einem 90-minütigen Test und wenigen Runden gestern in den freien Trainings habe ich kaum LMP3-Erfahrung und nun stehe ich ganz oben auf dem Podium. Mein Ziel für dieses Rennen war, das Auto in einem Stück zu lassen und einfach nur Erfahrung zu sammeln. Selbst über einen Platz in den Top Ten hätte ich mich schon gefreut“, kann der Niederländer den Triumph bei seiner Premiere im Prototype Cup Germany kaum fassen.

Weitere Stimmen zum Rennen

Nico Göhler – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Es war keine einfache erste Runde, denn ich musste mich gegen meine Rivalen behaupten. Laurents Hörr konnte in einem engen Manöver zwar durchschlüpfen, doch als Oscar Tunjo wenig später ausschied, hatte ich den zweiten Platz wieder. Als ich dann wieder Zweiter war, war mir klar, dass ein Podium möglich ist.“

Gustavo Kiryla – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Es war ein toller Job vom gesamten Team und wir haben es alle verdient, auf dem Podium zu stehen. Nico ist ein klasse Qualifying gefahren und hat damit den Grundstein gelegt. Es ist mein erstes internationales Podium und es fühlt sich großartig an. Jetzt, wo ich dieses Gefühl kenne, möchte ich auch mehr davon.“

Gabriela Jílková – Platz drei für van ommen racing by DataLab
„Der Start ist gut gelaufen, ich konnte gleich Positionen gutmachen. Wir haben unseren Boxenstopp dann zu einem guten Zeitpunkt absolviert und Xavier ist ein gutes Rennen gefahren. Nach meinen beiden dritten Plätzen am vergangenen Wochenende in der französischen GT4 bin ich nun schon wieder Dritter – aber das erste Podium im LMP3-Sport ist natürlich ein schönes Gefühl.“

Xavier Lloveras – Platz drei für van ommen racing by DataLab
„Wir sind vom achten Startplatz bis auf den dritten Rang nach vorne gekommen, das ist natürlich positiv. Allerdings denke ich, dass wir, wenn das Rennen am Ende nicht abgebrochen worden wäre, vielleicht sogar noch hätten gewinnen können. Trotzdem bin ich auch so zufrieden, es war eine gute Leistung von uns.“


Erster Saisonsieg: Feller lässt trotz Hitze nichts anbrennen

  •  Audi-Pilot landet in Zandvoort einen ungefährdeten Erfolg und feiert zweiten DTM-Triumph
  •  Thomas Preining ist nach Platz zwei im Porsche 911 GT3 R neuer Tabellenführer
  •  24.000 Besucher erleben spannendes und sonniges Rennwochenende an der Nordsee

   Erster Saisonsieg und der zweite DTM-Triumph überhaupt für Ricardo Feller
Foto: ADAC-Motorsport


Last-Minute-Bestzeit im Zeittraining am Morgen, ein klarer Sieg beim Rennen am Mittag – Ricardo Feller (CH) erwischte im Audi R8 LMS GT3 Evo2 einen perfekten Sonntag beim zweiten DTM-Stopp in Zandvoort. Nach 39 Runden überquerte der Schweizer als Erster die Ziellinie und feierte den zweiten Erfolg seiner DTM-Karriere. „Ein super Rennen! Endlich konnte ich meinen Debütsieg aus dem letzten Jahr bestätigen. Der Start war gut und die Pace des Autos unglaublich. Das Team hat über Nacht einen super Job gemacht und wir fahren mit einem guten Gefühl von Zandvoort nach Hause”, freute sich der Fahrer vom Team Abt Sportsline. Thomas Preining (A) belegte im Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey EMA Rang zwei und übernahm damit vor Feller die Führung in der Gesamtwertung. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich Mercedes-AMG-Pilot Luca Stolz (Brachbach).

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Niederlande, Saisonrennen 4 von 16

  •     Streckenlänge: 4.259 Meter
  •     Wetter: 29 Grad, sonnig
  •     Pole-Position: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7), 1:33,020 Minuten
  •     Sieger: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7)
  •     Schnellste Rennrunde: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7), 1:34,371 Minuten


Das DTM-Sonntagsrennen in Zandvoort wurde am Mittag um 13:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und Streckentemperaturen von 47 Grad Celsius gestartet. Pole-Setter Feller behielt jedoch einen kühlen Kopf und setzte sich sofort vom Feld ab. Hinter ihm machte Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG GT3 einen Platz gut und verwies Porsche-Pilot Preining auf Rang drei. Dessen Markenkollege Laurin Heinrich (Würzburg) und Audi-Fahrer Patric Niederhauser (CH) komplettierten die Top-Fünf. Bis zum Pflicht-Boxenstopp hatte der 23-jährige Feller einen Vorsprung von über vier Sekunden herausgefahren und konnte seine Führung auch danach souverän verteidigen. Preining und Stolz profitierten von optimalen Reifenwechseln und schoben sich auf die Positionen zwei sowie drei vor. Rang vier belegte BMW-Pilot Marco Wittmann (Fürth), während Zandvoort-Samstagssieger Engel im Mercedes-AMG GT3 auf den fünften Rang zurückfiel. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts.

Kelvin van der Linde (ZA) zeigte eine starke kämpferische Leistung und verbesserte sich im Audi R8 LMS GT3 Evo2 vom zehnten auf den sechsten Rang. Siebter wurde Ayhancan Güven (TR) im Porsche 911 GT3 R vor Niederhauser, der aufgrund einer Strafe eine gute Platzierung verspielte. Porsche-Pilot Dennis Olsen (N) beendete den Sonntagslauf in Zandvoort auf Rang neun. Der aktuelle DTM-Champion Sheldon van der Linde (ZA) zeigte trotz der Hitze viel Biss, machte im BMW M4 GT3 sieben Plätze gut und wurde Zehnter. Insgesamt 24.000 Zuschauer erlebten auf dem niederländischen Dünenkurs an der Nordsee ein sonniges, heißes und spannendes DTM-Rennwochenende mit drei verschiedenen Tabellenführern. Nach zwei Tourstopps gab es in vier Meisterschaftsläufen vier unterschiedliche Sieger, was die große Ausgeglichenheit der Rennserie unterstreicht.

Für die DTM-Fahrer steht in zwei Wochen bereits das nächste Rennwochenende an. Vom 7. bis 9. Juli geht es auf den berühmten Norisring. Die Traditionsstrecke in Nürnberg ist Deutschlands einziger Stadtkurs und wird zum Heimspiel für Wittmann. Der BMW-Werksfahrer wohnt in Fürth in unmittelbarer Nähe zum Norisring.

Stimmen nach dem Rennen

Ricardo Feller: „Wenn man keinen Druck von seinen Verfolgern hat, verliert man schnell mal den Fokus und macht einen Fehler. Deshalb habe ich versucht, die Konzentration hochzuhalten und bei der Hitze verstärkt auf die Reifen zu achten. Ich liebe diese Strecke in Zandvoort, das Land, die Leute sowie die Region und daher ist es umso schöner, vor diesen vielen Zuschauern gewonnen zu haben.”

Thomas Preining: „Der heutige Tag lief viel besser als erwartet, alle in unserem Team haben mega abgeliefert. Wir waren in der Box mit die Schnellsten und die Strategie war top. Daher geht ein riesiger Dank an die Mannschaft. Schön, dass die harte Arbeit Früchte getragen hat. Tabellenführer zu sein ist immer schön. Aber wichtig ist, wo wir am Saisonende im Oktober stehen.“

Luca Stolz: „Nach einem sehr bescheidenen Wochenende in Oschersleben ist es schön, so zurückzukommen. Den Unterschied haben eindeutig die Jungs in der Box gemacht. Der Pitstop war super, genauso wie die Strategie. Marco Wittmann hat zum Schluss nochmal Druck gemacht, aber ich wusste, dass ich wegen unserer guten Traktion in Sektor zwei und drei besser bin und war deshalb halbwegs relaxt. Mir war klar, wenn ich keinen Fehler mache, klappt es und das war dann auch so.”

Ergebnis 2. Rennen, Zandvoort, (Top-Five)

1. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline)
2. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +2,791 Sekunden
3. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +6,540 Sekunden
4. Marco Wittmann (D/Project 1), +6,789 Sekunden
5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +10,844 Sekunden