Freitag, 9. Juni 2023

ADAC GT Masters feiert beim „Festival of Dreams” in Hockenheim seinen Saisonstart

  • Auftakt des ADAC GT Masters erstmals am Hockenheimring Baden-Württemberg
  • Kostenloser Eintritt für Besucher des „Festival of Dreams“
  • TV-Partner Sport1 überträgt alle zwölf Saisonrennen live

Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters ist vom 9. bis 11. Juni zurück auf der Rennstrecke. Auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg startet die traditionsreiche GT3-Serie des ADAC in seine 17. Saison. Beim „Festival of Dreams“ dürfen sich Besucher über zwei spannende Rennen des ADAC GT Masters, kostenlose Tickets sowie ein buntes Rahmenprogramm anlässlich des Jubiläums 75 Jahre Porsche Sportwagen freuen. Für Daheimgebliebene zeigt Sport1 alle Rennen live in voller Länge im deutschen Free-TV. Außerdem lässt sich die Rennaction auch im kostenlosen Livestream auf youtube.com/adacmotorsports verfolgen. In der Saison 2023 kommt weiterhin der bewährte und nachhaltige Kraftstoff „Shell Blue Gasoline 98 GT Masters“ zum Einsatz. Der Sprit besteht zu rund 50 Prozent aus erneuerbaren Komponenten und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur C02-Reduktion. Gemeinsam mit Serienpartner BWT wird auch die erfolgreich gestartete Initiative zur Vermeidung von Plastikmüll im Fahrerlager fortgeführt. Fahrer und Teams kämpfen um einen Preisgeldtopf in Geld- und Sachpreisen von mehr als 570.000 Euro.

Das Starterfeld bildet sich aus Sportwagen der Premiumhersteller Audi, BMW, Lamborghini, Mercedes-AMG sowie Porsche. Zahlreiche Rennställe geben ihr Debüt im ADAC GT Masters. Das Haupt Racing Team aus der DTM steht erstmals mit einem Mercedes-AMG GT3 Evo in der Startaufstellung. Nordpass by Juta Racing gibt mit einem Audi R8 LMS GT3 Evo 2 seine Premiere. Mit dem brandneuen Porsche 911 GT3 R sowie Rennsieger Tim Zimmermann greift Huber Racing erstmals im Kampf um die Meisterschaft an. Teamkollege des 26-Jährigen aus Langenargen ist der Porsche-erfahrene Neuseeländer Jaxon Evans. Das Grasser Racing Team aus Österreich kehrt mit dem Chilenen Benjamin Hites und Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli aus Italien in die Rennserie zurück. Bei der Audi-Premiere im ADAC GT Masters geht das Liqui Moly Team Engstler mit dem 17-jährigen Chinesen Dylan Yip sowie Kwanda Mokoena aus Südafrika auf Erfolgsjagd.

Joos Sportwagentechnik aus dem baden-württembergischen Vöhringen reist mit guten Erinnerungen an den rund 170 Kilometer entfernten Hockenheimring Baden-Württemberg. Auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs in der Schwetzinger Hardt jubelte Teamchef Michael Joos im vergangenen Saisonfinale über Rang eins seiner beiden Piloten Ayhancan Güven und Christian Engelhart. Zum Aufgebot des Rennstalls zählt 2023 Sven Müller: Der 31-Jährige ist zweifacher Rennsieger im ADAC GT Masters und teilt sich das Cockpit des Porsche 911 GT3 R mit dem 18-jährigen Debütanten Finn Gehrsitz. Schubert Motorsport hat sich mit einem BMW M4 GT3 für die Saison eingeschrieben. Mit dem Briten Ben Green setzt der Rennstall aus Oschersleben auf den Gewinner der Pirelli-Junior-Wertung 2022. Der Filipino Eduardo Coseteng wechselt sich am Lenkrad mit dem 25-jährigen Briten ab. Die Meistermannschaft von Champion Raffaele Marciello, Landgraf Motorsport, möchte mit einem Mercedes-AMG GT3 Evo den Vorjahres-Erfolg wiederholen.

Abseits der Rennstrecke wartet ein vielfältiges Programm auf alle Motorsport-Enthusiasten. Auf der Dreamers Plaza im Fahrerlager sorgen Talks, unter anderem moderiert von Steven Gätjen, mit bekannten Persönlichkeiten wie Toni Garrn, Paul Ripke und Walter Röhrl für Unterhaltung. Ein exklusives Konzert von Alvaro Soler sowie die Liveübertragung des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans sind weitere Highlights. Unter festival-of-dreams.de erfahren Besucher alle Informationen zum Event und können sich die kostenlosen Tickets sichern.

Zur ersten Standortbestimmung der Piloten kommt es am Freitag mit zwei Freien Trainings. Der Samstag beginnt um 9 Uhr mit dem ersten Qualifying. Ab 13 Uhr sucht das ADAC GT Masters seinen ersten Rennsieger der neuen Saison. Auch am Sonntag zählen eine Qualifying-Session (9 Uhr) sowie der zweite Lauf (13 Uhr) zum Programm. TV-Partner Sport1 berichtet mit einem kompetenten On-Air-Team um Moderatorin Ruth Hofmann sowie Kommentator Peter Kohl live vom Saisonauftakt am Hockenheimring Baden-Württemberg.


Donnerstag, 8. Juni 2023

Zusammenfassung IDM Supersport 300 Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Schon am Samstagabend bot das Rennen der Supersport 300 das erste Highlight des Wochenendes. Aufgrund ihres Einsatzes beim zeitgleich ausgetragenen WM-Wochenende in Misano fehlten mit Lennox Lehmann, Dirk Geiger (beide Team Freudenberg) und Petr Svoboda (FÜSPORT – RT Motorsport by SKM – Kawasaki) ein Teil der Top-5-Fahrer vom Sachsenring, auf die Rennaction hatte das aber keinen Einfluss. Polesetter und KTM-Fahrer Whalid Khan (Team Freudenberg) deutete zwar ab dem ersten Meter an, dass eine Rennentscheidung an diesem Wochenende nur über ihn gehen würde, der amtierende Meister Marvin Siebdrath (Kiefer Racing), Kas Beekmans (Apreco Yamaha), Ferre Fleerackers (B.art Racing Team), Inigo Iglesias (FÜSPORT – RT Motorsport by SKM – Kawasaki) und Khans Teamkollege Dustin Schneider ließen Khan aber bis kurz vor Rennende nicht davonfahren und sorgten immer wieder für Führungswechsel. Vor allem Inigo Iglesias schaffte es immer wieder, sich am Trainingsschnellsten vorbeizudrücken. Gegen Rennende hatte Khan das Duell dann aber für sich entschieden und Iglesias musste sich sogar strecken, um den zweiten Platz nicht noch gegen Walid Kahns Teamkollege Dustin Schneider zu verlieren.  

Auch im zweiten Rennen setzte sich Khan direkt zu Beginn in Führung und musste sich im Rennverlauf immer wieder gegen Attacken erwehren. Diesmal war es aber ein reiner Dreikampf zwischen Khan, Iglesias und Schneider. Während Khan in Lauf zwei zu Beginn der letzten Runde schon einen kleinen Sicherheitsvorsprung hatte, fiel die Entscheidung um Platz zwei zwischen Inigo Iglesias und Dustin Schneider erst nach der Zielflagge und per Fotoentscheidung. Am Ende hatte Dustin Schneider eine knappe Vorderradlänge Vorsprung. 

Mittwoch, 7. Juni 2023

Zusammenfassung IDM Supersport Oschersleben

Twan Smits der fünfte der letztjährigen Saison führt die Meisterschaft 2023 nach vier Rennen an
Foto: Jens Hawrda

IDM Supersport – Rennen 1

Die Rennen der Supersport boten alles, was das Rennsportherz begehrt und auch die Supersportläufe waren an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Mit Melvin van der Voort (SWPN Yamaha) ging auch im ersten Supersportlauf einer der Favoriten in der zweiten Kurve zu Boden, der Polesetter und Doppelsieger vom Sachsenring stürzte in Führung liegend übers Vorderrad. Damit lag Landsmann Twan Smits (Team Apreco) in Führung, wurde aber kurz darauf von Thomas Gradinger (Eder Racing) und Martin Vugrinec (//ART DREIER RACING TEAM) auf Platz drei zurückgereich.

Gradinger konnte sich lange an der Spitze behaupten, nach einem Beinahe-Highsider musste der Yamaha Pilot am Ausgang der Hasseröder Kurve aber in die Wiese und fiel auf Platz sechs zurück.

Auch Vugrinec ging infolge des Rutschers weit, wodurch sich Twan Smits erneut an die Spitze setzte und die Führung auch nicht mehr abgeben sollte. In der vorletzten Runde stürzte dann auch noch Vugrinec, was den Tscheche Michal Prasek den zweiten Platz und Triumph mit der Street Triple 765 RS die erste Podiumsplatzierung für ein Supersport Next Generation Bike bescherte. Andreas Kofler vom M32 Racing Team komplettierte das Podium.

 
Ergebnis Rennen 1 (Top-Five)

1. Twan Smits (Yamah YZF-R6)
2. Michael Prassek (Triumph Street Tripple)
3. Andreas Kofler (Yamaha YZF-R6)
4. Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Ninja ZX-6)
5. Thomas Gradinger (Yamaha YZF-R6)


IDM Supersport – Rennen 2

Im zweiten SSP-Rennen lief der Start für Melvin van der Voort dann wie geplant und der Niederländer bog in Führung liegend in die erste Kurve ein. Weniger glücklich verlief die Startphase für Michal Prasek. Nach Platz zwei in Lauf eins endete das zweite Rennen für den Tschechen nach nur wenigen hundert Metern im Kiesbett. Auch für Martin Vugrinec war das Rennen bereits in Runde zwei beendet.

Sah es in den ersten Runden so aus, als könne Thomas Gradinger die Zeiten von Melvin van der Voort mitgehen, geriet der Österreicher zum Ende des des ersten Renndrittels durch Twan Smits unter Druck und musste sich dem Niederländer kurz darauf auch geschlagen geben. Während der auf Platz vier liegende Andreas Kofler zu dieser Zeit ein recht ungefährdetes Rennen fuhr, boten sich Yves Stadelmann (Kiefer Racing) und Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber Motos Racing) dahinter einen Schlagabtausch um den letzten Platz in den Top 5, den der Kawasaki Pilot für sich entscheiden konnte.

Bis kurz vor Rennende hatte Melvin van der Voort seine Führung bis auf über 3,5 Sekunden ausgebaut, stürzte aber in der vorletzten Runde Eingang Start/Ziel. Der Pilot von SWPN konnte sein Motorrad zwar wieder starten und das Rennen auf Platz zwölf beenden, den Sieg erbte aber Landsmann Twan Smits. Thomas Gradinger und Andreas Kofler komplettierten vor de Vleeschauwer und Stadelmann das Podium.

 
Ergebnis Rennen 2 (Top-Five)

1. Twan Smits (Yamah YZF-R6)
2. Thomas Gradinger (Yamaha YZF-R6)
3. Andreas Kofler (Yamaha YZF-R6)
4. Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Ninja ZX-6)
5. Yves Stadelmann (Yamaha YZF-R6)

 
Meisterschaftstand nach 4 von 14 Rennen (Top-Five)

1. Twan Smits (Yamah YZF-R6), 90 Punkte
2. Andreas Kofler (Yamaha YZF-R6), 59 Punkte
3. Melvin van der Voort (Yamaha YZF-R6), 54 Punkte
4. Thomas Gradinger (Yamaha YZF-R6), 49 Punkte
5. Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Ninja ZX-6), 45 Punkte


Zusammenfassung IDM Superbike Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Blauer Himmel, zahlreiche Fans, Spannung und Dramatik – das zweite IDM-Wochenende der Saison hatte alles zu bieten, was erstklassigen Motorsport ausmacht. Bei frühsommerlichen Bedingungen strömten deutlich mehr Motorsportbegeisterte als im Vorjahr in die otorsport Arena Oschersleben und erlebten begeistert sechs IDM Hauptrennen, in denen Rennsport auf höchstem Niveau geboten wurde. Während in der IDM Superbike mit Florian Alt und in der Supersport 300 mit Walid Khan zwei Fahrer ihre Titelambitionen untermauern konnten, musste Melvin van der Voort in der IDM Supersport einen deutlichen Dämpfer einstecken. Auch Ilya Mikhalchik ist nach dem zweiten Rennwochenende unter Druck.


IDM Superbike – Rennen 1

In Lauf eins der IDM Superbike in Oschersleben fiel die erste Entscheidung schon vor dem offiziellen Start. Bereits in der Einführungsrunde ging IDM-Rückkehrer und Titelaspirant Ilya Mikhalchik (BCC ALPHA VAN ZON BMW) per Highsider zu Boden und war damit aus dem Rennen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mindestens mit einem spannenden Zweikampf zwischen dem Ukrainer und dem Meisterschaftsführenden Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) zu rechnen. Letztgenannter war zwar sowohl am Freitag als auch am Samstag der Schnellste, Mikhalchik qualifizierte sich aber nur gut sieben Hundertstel hinter Alt auf Startplatz zwei.

Aber auch ohne Mikhalchik gelang es dem Honda Piloten nicht, einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg einzufahren. Waren in der Anfangsphase noch Toni Finsterbusch (GERT56) und Vladimir Leonov (Hertrampf Yamaha Racing) Teil der Führungsgruppe, versuchten anschließend Markenkollege Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport) und Bastien Mackels (SWPN Yamaha) Florian Alt den Rennsieg streitig zu machen. Soomer setzte Alt dabei massiv unter Druck und es kam sogar zu einer Berührung, die Soomer in die Wiese zwang. Danach war der Rhythmus des ehemaligen Supersport- WM-Fahrers ruiniert und er viel auf Platz drei zurück.

Von nun war es Bastien Mackels, der Alt attackierte und sprichwörtlich bis zum Zielstrich mit dem Honda-Fahrer um die maximale Punktzahl kämpfte. Am Ende fehlte Mackels die Winzigkeit von 0,135 sekunden zum Sieg.


IDM Oschersleben SBK Rennen 1 (Top-Five)

1. Florian Alt (Honda)
2. Bastien Mackels (Yamaha)
3. Hannes Soomer (Honda)
4. Toni Finsterbusch (BMW)
5. Patrick Hobelsberger (BMW)


IDM Superbike – Rennen 2

Das zweiten Superbike-Rennen stand vor allem für die Honda-Piloten erneut unter einem guten Stern. Die ersten Runden war es aber Toni Finsterbusch, der den Ton angab. Der GERT56-Pilot stand dank Reverse Grid auf Startplatz eins, nutzte die gute Ausgangsposition und kam auch in Führung liegend aus der ersten Runde zurück.

Deutlich schlechter lief es für seinen Teamkollegen Patrick Hobelsberger, der seinen zweiten Startplatz nicht nutzen konnte und weit zurückfiel. Bereits in der vierten Runde waren es Bastien Mackels und Florian Alt, die ihre Ansprüche aufs Podium unterstrichen und Toni Finsterbusch hinter sich lassen konnten. Kurz darauf begann auch Ilya Mikhalchik im vorderen Mittelfeld seine Aufholjagd. Der Pechvogel aus Rennen eins kämpfte sich bis zum Ende der ersten Rennhälfte bis an den auf Platz vier liegenden Hannes Soomer heran und war zu diesem Zeitpunkt der einzige Fahrer im Feld, der 1:25er Zeiten fahren konnte.

Soomer und Mikhalchik profitierten anschließend von einem sehenswerten Dreikampf zwischen Alt, Mackels und Finsterbusch und konnten bis kurz vor Rennende die Lücke zum Führungstrio zufahren.

Während Hannes Soomer seine Honda mit zwei blitzsauberen Überholmanövern erst an Toni Finsterbusch und anschließend auch an Bastien Mackels vorbeischieben konnte, endete für Ilya Mikhalchik auch das zweite Rennen nach einem Überholversuch des auf Platz drei liegenden Bastien Mackels im Kiesbett.

Während Florian Alt mit seinem dritten Sieg in Folge seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen kann und Hannes Soomer auf Gesamtrang zwei vorrückt, fällt der Ukrainer durch zwei Nuller und nur 30 Punkten im vierten Rennen im Titelkampf weit zurück.

 
IDM Oschersleben SBK Rennen 2 (Top-Five)

1. Florian Alt (Honda)
2. Hannes Soomer (Honda)
3. Bastien Mackels (Yamaha)
4. Toni Finsterbusch (BMW)
5. Patrick Hobelsberger (BMW)

 

IDM SBK Stand nach 4 von 14 Rennen  (Top-Ten)

1. 95 Punkte Florian Alt (Honda)
2. 68 Punkte Hannes Soomer (Honda)
3. 60 Punkte Bastien Mackels (Yamaha)
5. 37 Punkte Balint Kovacs (BMW)
7. 32 Punkte Max Schmidt (BMW)
8. 30 Punkte Ilya Mikhalchik (BMW)
9. 30 Punkte Philipp Steinmayr (BMW)
10. 19 Punkte Kamil Krzemien (BMW)


Dienstag, 6. Juni 2023

Team BCC-alpha-Van Zon-BMW mit durchwachsener Vorstellung in Oschersleben

Ilya Mikhalchik ist leider auch in Oschersleben wieder gestürzt
Foto: Jens Hawrda

Perfekte Bedingungen wurden den Fahrern und Fans der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM am vergangenen Wochenende geboten, als es in der Motorsport Arena Oschersleben in die zweite Runde der Saison 2023 ging. Obendrauf gab es neben Sonnenschein und einem wolkenlosen Himmel noch spannende Rennen und zahlreiche Zuschauer an der Strecke. Mittendrin das von Andy Gerlich und Werner Daemen geleitet Top-Team BCC-alpha-Van Zon-BMW mit seinen Fahrern Ilya Mikhalchik (Ukraine), Kamil Krzemien (Polen), Bálint Kovács (Ungarn), Philipp Steinmayr (Österreich) und Max Schmidt (Deutschland).


Ilya Mikhalchik wusste schon vor den beiden Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben, dass er ordentlich ranklotzen musste, um Florian Alt, seinen härtesten Konkurrenten im Kampf um den Titel, in Schach zu halten. Im Training eroberte er mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:24,969 min den zweiten Startplatz und das Warm-up beendete der BMW-Pilot am Sonntagmorgen als Bester. Doch die ganze Mühe sollte sich am Ende des Tages nicht auszahlen.

Den ersten Schock ereilte die Mannschaft von Mikhalchik schon in der Aufwärmrunde vor dem Start. Denn in halbwegs langsamer Fahrt wurde der BMW-Pilot derart überraschend per Highsider von seinem Motorrad befördert – so schnell konnte man gar nicht gucken. In hohem Bogen ging es für den Fahrer ins Kiesbett. Während Mikhalchik zum Glück mit Prellungen davonkam, hatte es seinen fahrbaren Untersatz heftig erwischt. Ranklotzen hieß es dann in der Box. Beim schnellen Blick in die Daten war kein Fehler feststellbar. Weder beim Fahrer, der mit gerade mal zehn Prozent Schräglage und angepasster Geschwindigkeit unterwegs war, noch beim Check der Gear-Box oder beim Schalten. Alle mit anpacken war dann bei dem Neuaufbau der BMW angesagt. Auf den letzten Drücker konnte Mikhalchik in die Startaufstellung rollen.

Da ihm die Erfahrungen aus dem ersten Lauf fehlten und er von Startplatz 10 das Rennen aufnehmen musste, verschaffte er sich in den ersten Runden erst einmal einen Überblick. Sukzessive steigerte er das Tempo und fuhr souverän bis zur Spitzengruppe vor. Auf den letzten Metern holte ihn beim Kampf um Platz 3 das Pech wieder ein. Sturz Nummer 2. Rasch stieg er wieder auf und rettete mit Platz 11 noch fünf Meisterschaftspunkte ins Ziel. Die Enttäuschung über das Wochenende war Mikhalchik anschließend ins Gesicht geschrieben.

Bálint Kovács musste sich erst einmal wieder an seine IDM-BMW gewöhnen. Denn der Ungar war seit seinem erfolgreichen IDM-Einstand auf dem Sachsenring noch bei der Alpe Adria-Superbike-Meisterschaft am Slovakiaring angetreten und hatte die Pokale für einen Sieg und einen zweiten Platz mit nachhause gebracht.

Verliefen die beiden Qualifyings in Oschersleben, bei denen am Ende Startplatz 12 heraussprang, noch ein wenig zäh, lief es in den beiden Rennen um so besser. «Ja stimmt», gab er zu, «das Quali war nicht so perfekt. Ich habe einfach Zeit gebraucht, um mich auf die BMW einzustellen. Aber dafür kannte ich die Strecke vorher. Im ersten Rennen konnte ich gut puschen. Durch den achten Platz und das Reverse Grid war das zweite Rennen anfangs etwas einfacher. Aber über die Distanz war es härter als am Vormittag, da es um einiges wärmer war. Doch mit Platz 6 war ich dann happy. Vom Ergebnis her war es ähnlich wie am Sachsenring aber in Oschersleben fehlten mir zum Sieger nur noch neun Sekunden. Also eindeutig eine Verbesserung.»

So ganz nebenbei hatte sich der Ungar als fleißigster Punktesammler im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW entpuppt und darf sich in der aktuellen Gesamtwertung über einen ansehnlichen fünften Platz freuen.

Max Schmidt, der seit diesem Jahr neu im Team und neu auf der BMW M 1000 RR ist, hatte schon beim Saisonauftakt mit Top-Ergebnissen geglänzt. Der 20-Jährige hatte Gefallen an der flotten Gangart und an seinem neuen Arbeitsgerät gefunden, sodass er in der Motorsport Arena Oschersleben gleich zeigen wollte, dass der gelungene Auftakt keine Eintagsfliege war. Nach dem Qualifying freute er sich mit der neuntschnellsten Zeit über seinen Startplatz in der dritten Reihe. «Es hatte alles gut geklappt und ich war sehr zufrieden», fasst Schmidt den Samstag zusammen. «Ein Platz besser als noch beim Auftakt.»
In den Rennen wurden wieder die harten Bandagen ausgepackt. «Da lief es dann nicht ganz so wie ich es mir gewünscht hätte», erklärt der BMW-Pilot, der die Plätze 10 und 9 einfuhr. «Ich wurde nach dem Start beide Male ganz schön in die Mangel genommen. Ich habe dann echt aggressiv versucht, den Verlust wieder wettzumachen. Dabei ist mir dann auch der eine oder andere Fehler passiert und einmal musste ich durch die Wiese. Doch ich konnte das wieder aufholen und am Ende attackieren.» Unter anderem mit einem harten Manöver gegen Team-Kollege Philipp Steinmayr. «Das fand er glaub nicht so toll», so Schmidt, «aber wir konnten uns anschließend die Hand schütteln. Das zweite Rennen war anfangs gut, doch dann haben die Reifen abrupt abgebaut, es war auch definitiv der heißeste Tag. Das Rennen war kräftezehrend. Ich habe mehr gegen das Motorrad gearbeitet als mit ihm zusammen. Ich bin nicht so glücklich wie noch am Sachsenring, aber mit Platz 9 bin ich schon zufrieden.»

Philipp Steinmayr zog sich achtbar aus der Affäre, obwohl er gerne noch ein Stückchen weiter vorne gelandet wäre. In den beiden Qualifyings war der Österreicher flott unterwegs und eroberte sich Startplatz 10. «Doch leider war das erste Rennen nicht ganz so super», berichtet er nach Platz 11. «Anfangs hatte ich einen guten Start und eine sehr gute erste Runde. Ich habe mich auch gut gefühlt und konnte gleich ein, zwei Positionen gutmachen. Doch dann konnte ich den Speed der Vorderleute nicht ganz mitgehen. Ich konnte die neuen Reifen nicht entsprechend nutzen und bin meine schnellsten Runden erst gegen Ende des Rennens gefahren. Im Vergleich zum Training war es brutal warm und der Grip dadurch etwas schlechter.»

«Da ich das Gefühl hatte, wie gegen eine Wand zu fahren», beschreibt er seine Motorradfahrer-Gefühlswelt, «haben wir zum zweiten Rennen dann noch etwas die Abstimmung verändert. Das war ganz gut.» Im Ziel landete er nach einem guten Start als Achter. «Wieder konnte ich die neuen Reifen nicht ausnutzen. Aber ich komme klar mit den Ergebnissen. Ich hatte zwei gute Starts und das ist echt ein Erfolg. Es ist halt schade, wenn man danach ein wenig durchgereicht wird. Doch beim Start habe ich Fortschritte gemacht.»

Nach der Zieldurchfahrt und einem schnellen Interview ging es für Steinmayr zurück in seine österreichische Heimat. Acht Stunden Fahrzeit wartete da noch auf ihn. Am Montag um 7 Uhr musste der BMW-Pilot wieder in seiner Firma stehen.

Kamil Krzemien musste sich nach den beiden Qualifyings ein wenig die Haare raufen. Denn mit Startplatz 17 war der Ehrgeiz des jungen Polen, der das Finale 2023 immerhin auf dem IDM-Podest beendet hatte, nicht befriedigt. «Das mit dem schlechten Qualifying hat bei mir ja fast schon Tradition», so sein mit ordentlich Sarkasmus gewürzter Kommentar. Doch wo der junge Pole sonst in den Rennen immer noch gut zulegen konnte, waren auch die Läufe in Oschersleben mit den Plätzen 12 und 13 nicht so ganz nach Krzemien Geschmack.

«Die Konditionen hatten sich am Sonntag im Vergleich zum kühleren Samstag schon sehr geändert», beschreibt der BMW-Pilot seinen mühsamen Arbeitstag. «Am Vortag hatte ich durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten ausgemacht und war eigentlich ganz zuversichtlich. Aber über die Distanz bekam ich ein wenig Stress mit dem Grip am Hinterrad, vor allem am Kurvenausgang. Es hat mich viel Kraft gekostet, zu überholen und ich selbst hab dann auch ein paar Fehler gemacht. Wir werden jetzt analysieren, woran es genau lag, dass es in Oschersleben für mich nicht so lief und es dann in Most beim nächsten IDM-Lauf besser machen.»

Bevor es für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW vom 23. bis 25. Juni 2023 im tschechischen Most mit der IDM weitergeht, steht für die Piloten, jeder in einem anderen Team, noch vom 16. bis 18. Juni 2023 der Langstrecken-Weltmeisterschaftslauf in Spa-Francorchamps, der belgischen Heimat von Teamchef Werner Daemen, an.