Dienstag, 26. April 2022

Porsche-Sieg nach sensationeller Aufholjagd im Sonntagsrennen in Oschersleben

  •     Vincent Andronaco/Paul-Aurel König triumphieren im spannenden Finish in Oschersleben
  •     Serienneulige Tom Wood/Euan McKay dominieren lange und werden knapp Zweite
  •     Tom Kieffer/Christian Kosch mit zweitem Trophy-Sieg

Andronaco/König im Porsche 718 Cayman GT4 RS CS
Foto: Jens Hawrda

Spektakuläre Rad-an-Rad-Duelle, spannende Zweikämpfe im ganzen Feld, Dramen, Kollisionen und ein unerwartet Sieger. Das Sonntagrennen der ADAC GT4 Germany in der Motorsport Arena Oschersleben bot packende Unterhaltung. Von Startplatz 17 fuhren Vincent Andronaco (16/Wentorf bei Hamburg) und Paul-Aurel König (17/Hameln, beide Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4 RS CS nach einer fulminanten Aufholjagd zum knappen Sieg. Platz zwei ging an Tom Wood (20/GBR) und Euan McKay (26/GBR, beide Racing One) im Aston Martin Vantage GT4. Das Podium komplettierten in einem weiteren Aston Martin die Samstagssieger Indy Dontje (37/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport), die somit als Tabellenführer zum nächsten Saisonlauf auf dem Red Bull Ring/Österreich (20. bis 22. Mai 2022) reisen. „Diesen Sieg haben wir überhaupt nicht erwartet. Das Resultat ist einfach unglaublich schön“, jubelte König auf dem Siegerpodest.


Zunächst machte aber Aston Martin-Pilot Wood die Pace im Sonntagsrennen von Oschersleben. Von der Pole-Position aus gestartet, setzte sich der junge Brite schnell ein wenig vom Rest des Feldes ab. Markenkollege Dontje und Porsche-Fahrer Hendrik Still (34/Kempenich, W&S Motorsport) kämpften derweil sehenswert um die zweite Position. Hinter dem Führungstrio gab es in der ersten Rennhälfte unzählige Überholmanöver mit Piloten verschiedener Marken – ein Beleg dafür, wie dicht das Feld in der ADAC GT4 Germany 2022 zusammen ist.

Zu Rennmitte ereigneten sich dann zwei Kollisionen im Feld. Mercedes-AMG-Pilot Denis Bulatov (23/Köln, EastSide Motorsport) musste auf Platz vier liegend vorzeitig das Rennen aufgeben, da er von einem Aston Martin ins Kiesbett gedreht wurde. Genauso erging es den beiden Porsche von Nicolaj Møller Madsen (29/DNK, AVIA W&S Motorsport) und Leo Pichler (20/AUT, W&S Motorsport) nach einer Dreierkollision mit Markenkollege Axel Sartingen (57/Köln, Black Falcon Team Textar). Nachdem die Fahrerwechsel absolviert waren, entschied die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke zu bringen, um eine sichere Bergung der Fahrzeuge zu ermöglichen.

So wurde der Kampf an der Spitze nochmals angeheizt. McKay, der den führenden Aston Martin von Wood übernommen hatte, behielt zunächst die Führung. Derweil orientierte sich der spätere Laufsieger Andronaco immer weiter nach vorne. Innerhalb weniger Minuten fuhr der Youngster von Position sechs auf den zweiten Platz. Zu Leader McKay fehlten dem Norddeutschen aber einige Fahrzeuglängen. Eine zweite Safety-Car-Phase ließ das Feld jedoch abermals zusammenkommen. Davon profitierte Andronaco.

Wenige Augenblicke nach dem Re-Start überholte er schließlich den führenden Aston Martin und sicherte sich sowie Teamkollege König den ersten Saisonsieg 2022. „Diesen Gesamtsieg herauszufahren, ist etwas ganz Besonderes. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Gleich als ich aus der Box fuhr, habe ich festgestellt, dass das Auto viel besser war als gestern. Wir waren auch schneller als die direkten Konkurrenten. Das erste Safety-Car kam uns zugute, da das Feld zusammen gestaucht wurde. Danach war mir klar, dass es heute ganz nach vorne gehen könnte. Somit bin ich aufs Ganze gegangen. Das hat funktioniert“, meinte Andronaco, der gemeinsam mit König auch die Junior-Wertung für sich entschied.

Hinter McKay überquerte Indy Donjte die Ziellinie auf Platz drei. Vierte wurden Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) in einem weiteren Aston Martin. Die 2021er Champions Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) beendeten das Rennen im BMW M4 GT4 auf Platz fünf vor den beiden Porsche von Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still sowie Moritz Wiskirchen (19/Euskirchen) und Alexander Hartvig (19/DNK, beide Allied-Racing). Rang acht ging an Marek Böckmann (25/Lautersheim) und Miklas Born (20/CHE, beide Schnitzelalm Racing) im Mercedes-AMG GT4. Es folgten Marcel Lenerz (24/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4 sowie das Porsche-Duo Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing), die auf Platz zehn auch die Trophy-Wertung für sich entschieden.

Euan McKay - Platz zwei auf Aston Martin: „Hätte man uns dieses Ergebnis am Freitag angeboten, hätten wir direkt eingeschlagen. Nachdem wir aber über 95 Prozent des Rennens geführt hatten, ist es schwierig, sich ausgelassen zu freuen. Dennoch sind wir mit dem Resultat zufrieden. Ohne das zweite Safety-Car hätten wir das Rennen unter Kontrolle gehabt. Aber so ist es im Motorsport manchmal eben.“

Tom Wood - Platz zwei auf Aston Martin: „Ich hatte einen sehr guten Start und einen Plan für das Rennen im Kopf. Ich konnte die Spitze kontrollieren und somit auch ein wenig den Reifen für Euan schonen. Er hat im zweiten Stint einen super Job gemacht. Natürlich wollten wir gewinnen, aber Platz zwei ist nach einem eher durchwachsenen Samstagsrennen dennoch top. Wir freuen uns schon auf das nächste Saisonrennen auf dem Red Bull Ring. Dann wollen wir erneut angreifen.“

Start-Ziel-Sieg für Honda-Pilot Martin Andersen

  •  Sechs Sessions, fünfmal Erster: Andersen dominiert den Saisonauftakt in Oschersleben
  •  Jonas Karklys und René Kircher belegen die Plätze zwei und drei
  •  Bäckman krönt Aufholjagd mit Rang fünf

Martin Andersen im Honda Civic FK7 TCR siegt am Sonntag in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda


Starker Saisonauftakt von Martin Andersen: Der Honda-Fahrer aus Dänemark vom Liqui Moly Team Engstler hat im zweiten Rennen der ADAC TCR Germany in Oschersleben gewonnen und seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der 27-Jährige setzte sich im Honda Civic FK7 TCR bei guten äußeren Bedingungen mit rund zwei Sekunden Abstand zur Konkurrenz durch.

„Es war ein Mega Rennen. Der Start war immer noch nicht perfekt, aber deutlich besser als gestern. Nach der ersten Runde konnte ich eine Lücke rausfahren und die Reifen managen“, freut sich der Däne: „Das Safety Car hat es dann nochmal für eine Runde spannend gemacht. Die Reifen waren immer noch sehr gut und ich konnte meinen ersten Platz verteidigen.“

Andersen vom Start weg unerreichbar – René Kircher als bester Junior auf Platz 3

Der Däne verteidigte beim Start seine Position gegen Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) und zog gleich vom restlichen Feld weg. Andersen diktierte so das Geschehen von der Spitze und konnte sich darauf konzentrieren, Tempo und Reifen zu managen.

Dahinter konnte Karklys seinen zweiten Platz halten und auch er setzte sich ab. René Kircher 21, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) verlor seinen dritten Platz beim Start an Albert Legutko (22, Polen, Albert Legutko Racing), konnte sich diesen aber nur wenige Runden später wieder holen. Kircher konnte seinen dritten Platz danach erfolgreich verteidigen und fuhr schließlich mit dem Podestplatz im Gepäck über die Ziellinie.

„Wir haben eine sehr gute Pace im Qualifying, müssen uns aber im Rennen noch verbessern“, bilanzierte Karklys nach dem Rennen: „Zwei Podestplätze sind ein sehr gutes Wochendende und ein optimaler Start in die Saison.“

Junior-Fahrer Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) erreichte einen starken vierten Rang und konnte sein Ergebnis vom Vortag nochmals verbessern.

Aufholjagd von Bäckman

Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) ging aufgrund eines Problems an ihrem Hyundai Veloster N TCR von Platz 13 aus ins Rennen. Nach nur wenige Runden fand sich die Schwedin auf dem siebten Platz wieder. Am Ende kam sie nach einer famosen Aufholjagd als fünfte im Ziel an. Sechster und bester Trophy-Pilot wurde erneut Roland Hertner (62, Heilnbronn, Liqui Moly Team Engstler). Hinter ihm fuhr mit Vincent Radermecker (54, Belgien, maurer motorsport) der zweite Trophy-Fahrer auf Platz sieben ins Ziel. Platz acht sicherte sich, wie schon am Vortag, Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) im Hyundai i30 N TCR.

Weiter geht es in der ADAC TCR Germany am Wochenende vom 20. bis 22. Mai am Red Bull Ring in Österreich. Dann geht es im zweiten Meisterschaftslauf um die nächsten wichtigen Punkte.

Montag, 25. April 2022

Starker Start, souveränes Finish

 Schiller/Gounon gewinnen Sonntagsrennen im Mercedes-AMG GT3 Evo

  •     Debütant Fabian Schiller feiert ersten Sieg in der Deutschen GT-Meisterschaft
  •     28.000 Besucher sorgen für neuen Zuschauerrekord in Oschersleben
  •     Drei ADAC GT Masters Neulinge auf dem Podium

Fabian Schiller und Jules Gounon siegen im Mercedes-AMG GT3 EVO
Foto: Jens Hawrda

Spektakulärer Motorsport, ein hochkarätiges Rahmenprogramm, tolle Atmosphäre: 28.000 Besucher pilgerten zum Auftaktwochenende des ADAC GT Masters nach Oschersleben und sorgten damit für einen neuen Publikumsrekord. Noch niemals waren so viele Fans zu einem Event der Deutschen GT-Meisterschaft in die Motorsport Arena gekommen. Am Sonntag sahen die Zuschauer nach einer fehlerlosen Vorstellung den Sieg von Fabian Schiller (24/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F). Der Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer acht wurde nach 43 Runden als Erster abgewunken und bescherte dem Drago Racing Team ZVO als Neueinsteiger den ersten Erfolg in der Deutschen GT-Meisterschaft. Pole-Setter Patric Niederhauser (30/CH) und Luca Engstler (22/Wiggensbach) von Rutronik Racing belegten im Audi R8 LMS GT3 Evo II #15 Rang zwei. Den dritten Podiumsplatz machten Jonathan Aberdein (24/ZA) und Raffaele Marciello (27/I) vom Mann-Filter Team Landgraf im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 klar. „Es ist ein tolles Gefühl, bei meinem Debüt im ADAC GT Masters gleich zu Beginn den ersten Sieg feiern zu können. Jules hat aber auch einen tollen Job gemacht,“ freute sich Fabian Schiller, der auch die Pirelli-Junior-Wertung gewann.


Schon beim Start zeigte Jules Gounon vom Drago Racing Team ZVO, dass er nicht lange auf dem zweiten Platz bleiben wollte. Er attackierte sofort den vor ihm liegenden Pole-Setter Patric Niederhauser und konnte den Schweizer noch in der ersten Runde überholen. Bis zum Pflicht-Boxenstopp hielt der Franzose seinen Konkurrenten auf Distanz und übergab den Mercedes-AMG GT3 Evo auf Platz eins liegend an seinen Fahrerkollegen Fabian Schiller. Der musste bei der Boxenausfahrt eine Schrecksekunde überstehen, als er beinahe mit dem ebenfalls herausfahrenden Luca Engstler kollidierte. Auf der Strecke gab es danach keine Probleme für den 24-Jährigen, der die Führung souverän verteidigte und mit einem Vorsprung von 2,735 Sekunden vor Luca Engstler seinen Debüt-Sieg im ADAC GT Masters feierte. Dritter wurde Jonathan Aberdein, der während seines Stints mit abbauenden Reifen zu kämpfen hatte.

Dahinter belegten Jesse Krohn (31/FIN) und Nicky Catsburg (34/NL) von Lokalmatador Schubert Motorsport im BMW M4 GT3 #20 Rang vier. Dabei gelang es Jesse Krohn im zweiten Rennabschnitt trotz mehrerer Attacken nicht, den vor ihm liegenden Aberdein zu überholen. Fünfter wurde der Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 vom Team Emil Frey Racing mit der Besatzung Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (31/E), der mit 1:24,060 Minuten in Oschersleben einen neuen Rundenrekord in der Deutschen GT-Meisterschaft aufstellte. Die Sieger vom Samstag, Jusuf Owega (20/Köln) und Ricardo Feller (21/CH), kamen in ihrem Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 29 nicht über den sechsten Rang hinaus, reisen aber dennoch als Tabellenführer aus Oschersleben ab. Dahinter wurden Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) und Dennis Marschall (25/Eggenstein) von Rutronik Racing im Audi R8 LMS GT3 Evo II #27 Siebter. Jan Marschalkowski (19/Inning) und Daniel Juncadella (30/E) konnten sich gegenüber dem Qualifying um einen Platz verbessern und fuhren mit dem Mercedes-AMG GT3 Evo #8 auf Platz acht. Thierry Vermeulen (19/NL) und Mattia Drudi (23/I) beendeten das Sonntagsrennen im Audi R8 LMS GT3 Evo II #33 von Car Collection Motorsport als Neunte. Den letzten Top Ten Platz sicherten sich Simon Reicher (22/A) und Norbert Siedler (39/A) am Steuer eines Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 54 und holten für ihr neu gegründetes Team Eastalent Racing die ersten Punkte in der Deutschen GT-Meisterschaft.

Fabian Schiller: „Jules hat im Qualifying und im Rennen einen tollen Job gemacht. Ich konnte im zweiten Stint das Rennen von vorn kontrollieren. Bei der Boxenausfahrt habe ich Luca zuerst gar nicht gesehen, zum Glück ist nichts passiert. Ich freue mich sehr über diesen Debüt-Sieg. So kann es weitergehen.“

Jules Gounon: „Es ist ein super Gefühl, den ersten Sieg für unser Drago Racing Team ZVO eingefahren zu haben. Fabian hat das Rennen souverän nach Hause gebracht und ist abgeklärt gefahren. Es war ein tolles Eröffnungswochenende, ich liebe diese Meisterschaft, danke allen Fans und will in diesem Jahr nach 2017 meinen zweiten Titel holen.“

Samstag, 23. April 2022

Doppelsieg für Aston Martin beim Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany

  • Indy Dontje und Phil Dörr gewinnen Samstagsrennen in der Motorsport Arena Oschersleben
  • Teamkollegen Ben Dörr und Romain Leroux mit Platz zwei Junior-Sieger
  • Tom Kieffer und Christian Kosch in der Trophywertung vorne

Indy Dontje und Phil Dörr siegen in Rennen 1 im Aston Martin Vantage GT4
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist in der Motorsport Arena Oschersleben fulminant in die Saison 2022 gestartet und James Bond persönlich hätte den Regisseur geben können. Denn erstmals in der Seriengeschichte gab es einen Aston Martin-Doppelsieg. Indy Dontje (37/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) gewannen im Vantage GT4 vor ihren Teamkollegen Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA). Das Podium komplettierten Marcel Lenerz (24/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4. „Wir sind natürlich schon angereist, um zu gewinnen. Doch wenn dies dann tatsächlich Realität wird, ist die Freunde immens groß. Das Team hat uns ein super Auto hingestellt“, jubelte der ehemalige ADAC GT Masters-Pilot Dontje über seinen Debütsieg in der ADAC GT4 Germany.

Phil Dörr hatte das Rennen schon von der Pole-Position aus begonnen. Der Hesse münzte seine gute Ausgangslage gleich in die Führung um. In der ersten Runde verlor sein jüngerer Bruder Ben Dörr im Schwesterwagen zunächst jedoch die zweite Position an Toyota-Pilot Lenerz. Ebenfalls gut losgekommen war Gabriele Piana (35/ITA). Der amtierende Champion fuhr im BMW M4 GT4 von Hofor Racing by Bonk Motorsport auf Platz vier. Eine Safety-Car-Phase, die durch den Dreher eines Mercedes-AMG GT4 ausgelöst wurde, brachte dann zunächst ein wenig Ruhe in das Feld der ADAC GT4 Germany. Nach dem Re-Start blieben die ersten Positionen bezogen und das Spitzen-Quartett setzte sich ein wenig vom Rest des Feldes ab.

„Der Start lief wie geplant. Ich denke, ich hatte die Situation gut im Griff“, schaute Phil Dörr zurück. „Zunächst musste ich darauf achten, die Reifen richtig auf Temperatur zu bekommen. Nachdem das gelungen war, konnte ich den Abstand gut managen und auch schon ein wenig die Reifen für Indy schonen.“ Doch noch bevor die Pflicht-Boxenstopps mit Fahrerwechsel anstanden, gab es den Schock im Hofor Racing by Bonk Motorsport-Lager. Piana musste den viertplatzierten BMW ohne Vortrieb auf der Gegengeraden abstellen, nachdem es einen Antriebsschaden als Folge einer Kollision aus der Startphase gegeben hatte.

Exakt zur Rennmitte lief das Führungstrio die Box an. Das beste Timing hatte dabei der Aston Martin von Ben Dörr/Romain Leroux. Das Duo konnte mit einem guten Fahrerwechsel Platz zwei vom Toyota übernehmen, den Cedric Piro in der zweiten Rennhälfte steuerte. Unangefochten an der Spitze baute Indy Dontje die Führung, die ihm Phil Dörr mit auf den Weg gab, weiter aus und fuhr final mit über elf Sekunden Vorsprung zum Sieg. „Es hat einfach alles gepasst. Ich konnte die Pace an der Spitze locker kontrollieren. Es gab mir natürlich auch eine gewisse Ruhe, zu wissen, dass auf Platz zwei ein weiteres Fahrzeug aus unserem Rennstall lag“, meinte Dontje. Mit Platz zwei konnten Ben Dörr und Romain Leroux auch die Junior-Wertung für sich entscheiden. Der Triumph für Dörr Motorsport war somit perfekt.

Platz vier ging an den Porsche 718 Cayman GT4 RS CS von Finn Zulauf (17/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport), nachdem Zulauf wenige Minuten vor Rennende noch Hugo Sasse (18/Aschersleben) im Aston Martin überholt hatte. Sasse tritt 2022 wieder gemeinsam mit Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) an und absolviert in der Motorsport Arena Oschersleben sein Heimrennen. Sechste wurden Robert Haub (32/USA) und Gabriela Jílková (27/CZE, beide Drago Racing Team ZVO) vor den Mercedes-AMG-Markenkollegen Marcel Marchewicz (26/Schwetzingen) und Robin Falkenbach (20/Niederkassel, beide Schnitzelalm Racing) und Nico Hantke (18/Hürth) und Simon Connor Primm (17/Großschirma, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren Aston Martin. Platz neun ging an Ricardo Dort(19/Solingen) und Ferdinand Winter (18/Schweinfurt, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG. Die Top Zehn rundete das Porsche-Duo Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still (34/Kempenich, beide W&S Motorsport) ab. Mit Platz zwölf holten sich Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing) im Porsche den Triumph in der Trophy-Wertung.

Tom Kieffer - Sieger Trophy-Wertung auf Porsche: „Besser kann man nicht in die Saison starten. Wir haben unser Auto über das Wochenende stetig verbessert und von Freitag auf Samstag noch eine grundlegende Änderung am Set-up durchgeführt. Das hat sich ausgezahlt. Wir sind auch mit der Gesamtposition super zufrieden. Auf der Strecke hatte ich einige tolle Fights. Es hat mal wieder Spaß gemacht.“

Ben Dörr - Sieger Junior-Wertung auf Aston Martin: „Es ist ein super Ergebnis. Das Rennen ist genau so gelaufen, wie wir es wollten. Wir wussten, dass wir auf dem Longrun stark sein würden. Deswegen habe ich in der Startphase nicht angegriffen. Auch wenn wir immer auf die Gesamtwertung schauen, ist der Triumph in der Junior-Wertung trotzdem etwas ganz Besonderes.“


Jessica Bäckman gewinnt Saisonstart in Oschersleben

  • Martin Andersen und Jonas Karklys komplettieren das Podium
  • René Kircher wird bester Junior
  • Roland Hertner schnellster Starter der Trophy-Wertung

Jessica Bäckmann sieht im Hyundai Veloster N TCR
Foto: Jens Hawrda

Traumstart für Newcomerin Jessica Bäckman: Die Hyundai-Fahrerin hat beim Saisonstart der ADAC TCR Germany in Oschersleben alle Männer hinter sich gelassen und das erste Rennen gewonnen. Die 24-jährige setzte sich im Hyundai Veloster N TCR bei guten äußeren Bedingungen mit 0,587 Sekunden vor dem Honda Civic TCR von Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) und dem Hyundai i30 N TCR von Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) durch. Nach Michelle Halder ist Bäckmann die zweite Frau, die ein Rennen der ADAC TCR Germany gewinnt. „Es fühlt sich unglaublich an. Es war immer ein Traum von mir, ein Rennen in der TCR zu gewinnen“, freut sich die Schwedin. „Ich wusste, dass ich die Pace habe. Ich hatte einen wirklich guten Start und konnte das Rennen danch kontrollieren. Ich bin sehr glücklich.“

Bäckman setzt sich an die Spitze – Andersen fällt beim Start zurück

Bäckman zog gleich beim Start an Polesetter Andersen vorbei und legte damit den Grundstein für den Sieg. Auch Jonas Karklys und Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) überholten den Dänen. Andersen kämpfte sich nach seinem verpatzten Start zurück durch das Feld und kam in Runde zehn wieder auf Platz zwei hinter Bäckman an. Trotz des geringen Vorsprungs der Schwedin, schaffte es Andersen nicht vorbeizuziehen und musste somit mit Platz zwei vorlieb nehmen. „Starkes Rennen, aber ein schlechter Start, so kann man es zusammenfassen. Wir sind gut zurückgekommen, aber hatten nicht genügend Pace, um wieder auf Platz eins zu fahren, da es sehr schwer ist hier zu überholen. Sie ist sehr gut gefahren, aber morgen werden wir wieder da sein“, sagte Andersen nach dem Rennen.

Viele Duelle im Mittelfeld

Gerade im Mittelfeld gab es viele spannende Duelle. Sowohl zwischen Ladniak und René Kircher (21, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) als auch zwischen Robin Jahr (31, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und Gaststarter Albert Legutko (22, Polen, Albert Legutko Racing) ging es hin und her. Das Duell der beiden Junior-Piloten Kircher und Ladniak, entschied Kircher für sich. Der Hyundai-Fahrer landete als bester Junior-Pilot auf Platz vier, Ladniak kam als Fünfter ins Ziel. Legutko konnte sich gegen Jahr durchsetzen und fuhr auf Rang sechs. Jahr musste seinen Hyundai aufgrund von Problemen in Runde 17 abstellen musste.

Bester Trophy-Fahrer wurde Roland Hertner (62, Heilbronn, Liqui Moly Team Engstler), der seinen Honda auf Platz sieben steuert. Hinter ihm kam Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) ins Ziel, der seinen Hyundai an seinem 30. Geburtstag auf Platz acht fuhr. Zwei Newcomer komplettierten die Top-10. Die beiden Audi-Piloten Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) und Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) fuhren auf Platz neun und zehn ins Ziel und krönten ihr ADAC TCR Germany Debüt mit Punkten.

Am Sonntag geht es um 9.55 Uhr mit dem zweiten Qualifying weiter, ehe um 16.05 Uhr das zweite Rennen der TCR ansteht. Alle Rennen der ADAC TCR Germany sind im kostenlosen Livestream auf der Sportplattform sport.de zu sehen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Jonas Karklys (NordPass, Dritter): „Es ist gut, die Saison mit dem Podium zu starten. Ich hatte einen richtig guten Start und hatte P1 im Blick. In der zweiten Rennhälfte habe ich meine Reifen etwas verloren und ich hatte Schwierigkeiten sie zu managen. Wir werden uns ausuhen und schauen, was wir morgen erreichen können.

Kai Rosowski (K-Ro Racing): „Es war mega. Wir hatten einen guten Start, konnten danach aber nicht das Tempo der anderen mitgehen. Wir sind unser eigenes Rennen gefahren und damit sehr zufrieden. Wir wissen, dass alles passen muss, damit wir Punkte holen können, aber heute hat alles gepasst. Ich habe meine ersten Punkte in der ADAC TCR Germany eingefahren und bin damit super happy.“