Donnerstag, 7. Oktober 2021

Herzschlagfinale der DTM am Norisring

Duell zwischen Lawson und van der Linde oder doch Vierkampf mit Götz und Wittmann

  • Quartett mit Titelchancen: erstmals DTM-Finale auf dem Stadtkurs in Nürnberg
  • Red Bull-Junior Lawson könnte der jüngste DTM-Champion aller Zeiten werden
  • Fahrerwechsel: Nick Cassidy feiert Premiere und ersetzt Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari
  • Fan-Festival: offenes Fahrerlager, Pitwalk und viel Unterhaltung im Fan-Village
  • Tickets auf tickets.dtm.com und unter der DTM-Ticket-Hotline 01806 991166
  • Live vom Norisring: weltweit in über 60 Ländern, SAT.1 im deutschsprachigen Raum

Das Titel-Quartett der DTM 2021t: Maximilian .Götz, Marco Wittmann, Liam Lawson,
Kelvin van der Linde (l-r) © DTM

Tage des Donners am Norisring! Erstmals ist der Stadtkurs in Nürnberg die ultimative Bühne für den Showdown der traditionellen Rennserie. Liam Lawson, der erst 19-jährige Neuseeländer im Red Bull-Ferrari, oder der sechs Jahre ältere Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi – das ist hier die Frage. Wer gewinnt den heißumkämpften DTM-Titel, wer wird Nachfolger des dreimaligen DTM-Champions René Rast? Auch Lokalmatador Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG mischt im Titelkampf mit, und rein rechnerisch hat auch Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW noch Chancen auf den Titel, dessen Wert im internationalen Motorsport überaus hoch ist. Motorsport-Kenner wissen, dass auf dem nur 2.300 Meter langen Norisring alles passieren kann, wirklich alles.

Genau das macht diese kurze, aber schwierige Rennstrecke rund um die geschichtsträchtige Steintribüne auch für Fans so interessant. Sie sind verdammt nah dran und nirgendwo sonst kommen die Rennwagen häufiger vorbei – etwa doppelt so oft wie auf üblichen Strecken –, 69 Runden werden in jedem der beiden DTM-Rennen erwartet. Der Norisring ist auch berühmt für seine einzigartige Atmosphäre am Dutzendteich, für die Fan-Nähe im offenen Fahrerlager und das Fan-Village mit Programm und DJs.

Norisring – das ist höchste Tradition im deutschen Motorsport allgemein, denn schon 1947 wurde an der Zeppelinwiese das erste Rennen gefahren, und auch in der DTM. Seit 1984 wurden schon 46 DTM-Rennen ausgetragen, immer mitten im Sommer. Nach dem Ausfall im Vorjahr machte Corona in diesem Jahr eine Verlegung des ursprünglich angedachten Termins im Juli erforderlich, und jetzt erlebt der Norisring das Herzschlagfinale der DTM 2021. Die Wetteraussichten für da Wochenende sind allerdings vielversprechend. Es ist die ultimative Herausforderung für alle Fahrer und Teams, und der ultimative Action-Faktor für die Fans. Immerhin wird auf der nicht-permanenten Rennstrecke Tempo 260 erreicht. Die errechnete Rundenzeit liegt knapp unter 50 Sekunden (49,6s), die Renndistanz wird voraussichtlich 69 Runden betragen. Vor allem die Bremsen werden auf dem Norisring extrem belastet, wenn vor der Grundig-Spitzkehre fast 70 Mal brachial von 260 auf etwa 47 km/h heruntergebremst werden muss. Dazu kommt ein Volllastanteil von 67 Prozent. Ein Belastungstest für Mensch und Maschine!

Jetzt also Finale, und es könnte kaum besser angerichtet sein. 206 zu 192 steht es zwischen Lawson und van der Linde. Lawson holte drei Pole-Positions und drei Siege, van der Linde fünf Pole-Positions und vier Siege. Nicht abzuschreiben sind auch Maximilian Götz mit 180 und Marco Wittmann mit 165 Zählern. Mit einem GT-Rennwagen hat noch keiner Erfahrung auf dem Norisring gesammelt, das ist die erste Herausforderung. Für Lawson und sein Team ist der Norisring komplett Neuland, während van der Linde auf die Erfahrung aus 25 Rennen und zwölf Podiumsplätzen des ABT-Teams am Dutzendteich seit 2000 bauen kann und selbst hier schon im Rahmen des Scirocco-Cups gefahren ist. Wenn er seinen Punktevorsprung über die Runden bringen sollte, wäre Liam Lawson mit 19 Jahren der jüngste DTM-Champion der Geschichte. Und dieser Titel käme dem Red Bull-Junior, der trotz all seines Lobes für die DTM längst auf die Formel 1 fokussiert ist, gerade zur rechten Zeit. Zum Finale erhält der „Kiwi“ Unterstützung aus seiner neuseeländischen Heimat, wo das DTM-Finale sogar live im Fernsehen übertragen wird. Weil Alex Albon seinen Verpflichtungen als Formel-1-Ersatzfahrer von Red Bull Racing beim Grand Prix in der Türkei nachkommen muss, übernimmt der Neuseeländer Nick Cassidy erstmals den AlphaTauri-Ferrari mit der Nummer 23. Und den Norisring kennt der 27-Jährige bereits aus Formel-3-Zeiten 2013 und 2016. Inklusive Gaststarter Lucas di Grassi, dem ehemaligen Formel-E-Champion im vierten ABT-Audi, präsentiert sich die DTM mit 20 GT-Rennwagen in der Franken-Metropole.

Tages des Donners stehen dem Norisring bevor, ein „Speedweekend“ der Extra-Klasse. Dafür sorgt nicht nur die DTM, die zum Abschluss auf eine furiose Saison zurückblickt, sondern ein geballtes Motorsport-Paket mit der Nachwuchsserie DTM Trophy mit seriennahen GT-Sportwagen, mit der DTM Classic Tourenwagen Legenden, dem BMW M2 Cup, der P9 Challenge sowie den Demo-Fahrten von DTM Electric und BMW-Legenden. Allein die DTM präsentiert ein Fahrerfeld der Weltelite, aber auch sonst präsentiert sich am Dutzendteich das Who-is-who des Rennsports mit Fahrern wie Hans-Joachim Stuck, Klaus Ludwig, Christian Danner, Kurt Thiim und Klaus Niedzwiedz in der DTM Classic sowie Johnny Cecotto, Leopold von Bayern und Norisring-Rekordsieger Bruno Spengler.

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Offener Schlagabtausch um den Titel in der DTM Trophy

Nur drei Punkten trennen Green und Tregurtha

  •     204 zu 201 – Ben Green hauchdünn vor William Tregurtha
  •     Zwei Briten im Fokus: Das sagen ihre Teamchefs
  •     Live vom Norisring: SPORT1 und DTM Grid zeigen beide Rennen
 
Ben Green (m) und William Tregurtha (r) - ein enges, aber faires Titelduell in der DTM Trophy © DTM


Wie in der DTM, ist auch in der DTM Trophy das Titelrennen noch offen. Nur drei kleine Pünktchen trennen die Titelaspiranten Ben Green und William Tregurtha vor den beiden alles entscheidenden Saisonrennen 13 und 14 am Wochenende (08.-10. Oktober) auf dem Norisring. Green oder Tregurtha, das bedeutet auch BMW oder Mercedes-AMG. Nur eines ist klar: Der Nachfolger von Vorjahres-Champion Tim Heinemann kommt aus Großbritannien. Hockenheim erlebte am vergangenen Wochenende zwei spektakuläre Rennen zur DTM Trophy, und am Norisring wird es kaum anders sein. „Das Racing wird sehr intensiv sein“, sagt Herausforderer Tregurtha voraus.

Dabei war Ben Green im badischen Motodrom auf dem besten Weg, den Sack schon halbwegs zuzumachen. Mit dem BMW von FK Performance Motorsport eroberte er am Samstag und Sonntag die Pole-Position, auch in beiden Rennen kreuzte er die Ziellinie als Erster, doch den Sieg am Samstag verlor er wieder durch eine unglückliche Strafe, weil er aufgrund eines technischen Problems den Abstand zum Safety-Car nicht korrekt eingehalten hatte. Statt Maximalpunktzahl 56 waren es am Wochenende für ihn somit nur 33 Zähler. Drama bei Green also, aber auch bei Tregurtha. Nach der turbulenten Startrunde am Samstag fand er sich am Ende des Feldes wieder, kämpfte sich aber mit beherzter Fahrt wieder bis auf Rang zwei nach vorne.

Die beiden Briten werden von ihren Teams im Titelkampf intensiv unterstützt. Während Green bereits die zweite Saison bei FK Performance Motorsport aus Bremen fährt und im Vorjahr als Vierter abschloss, ist Tregurtha ebenso neu in der DTM Trophy wie sein Team CV Performance Group aus Niederzissen unweit des Nürburgrings. „Ben ist einfach ein kompletter Rennfahrer“, sagt FK-Teamchef Martin Kaemena. Schwächen seines Fahrers fallen ihm keine ein, dafür aber Stärken: „Sein Fokus, das Auto abzustimmen und mit den Ingenieuren zusammenzuarbeiten. Sein technisches Verständnis ist absolut top.“ Kaemena führt es auf die GT3-Erfahrung von Green zurück, dass er  schnell die richtige Abstimmung findet. „Zudem ist er menschlich super, sehr gelassen. Und über den Winter hat er sich vor allem im Bereich der mentalen Stärke extrem weiterentwickelt.“ Für Kaemena ist klar: „Wir planen, die Zusammenarbeit mit Ben auch im kommenden Jahr fortzusetzen.“

Auch Christian Voß ist von seinem Fahrer William Tregurtha absolut überzeugt und voll des Lobes. „William ist ein absolut professioneller Rennfahrer. Er arbeitet sehr fokussiert, auch im Team. Wir schätzen auch seine enge Zusammenarbeit mit seinem jungen Teamkollegen Mathias Salonen“, äußert Voß, der nach seinen zahlreichen Erfolgen im Kartsport sich im Frühjahr zum Einstieg in die DTM Trophy entschloss. „William ist morgens der Erste, der kommt, und abends der Letzte, der geht. Er interessiert sich sehr für die Technik und redet in allen relevanten Themen mit, bringt sich ein, was ich sehr gut finde.“ Seine Ruhe, seine Konzentration und seine Erfahrung nennt Voß als Stärken von Tregurtha, ergänzt aber auch, dass sich der Brite manchmal etwas schwer tut, mit Kritik umzugehen. Von Druck vor dem Finale kann bei Tregurtha keine Rede sein. „Er ist die ruhigste Person im Team. Alle Ingenieure, Mechaniker und auch ich sind viel nervöser.“ Auch Voß hat einen klaren Plan, will 2022 mit Tregurtha weiter zusammenarbeiten und will möglichst sogar vier Autos in der DTM Trophy einsetzen. Mit Blick auf das Finale am Norisring sagt der CVPG-Teamchef: „Jetzt stehen Will und ich hier am Ende der Saison und fahren um die Meisterschaft. Damit hätte niemand gerechnet, denn für uns ist es das erste Jahr mit den seriennahen GT-Sportwagen.“

Die Voraussetzungen sind für Green und Tregurtha nahezu gleich: nur drei Punkte Unterschied, und keine Erfahrungen auf dem Norisring. „Ich bin noch nie am Norisring gewesen. Aber ich liebe Straßenkurse. Der Norisring ist etwas Einzigartiges, und ich empfinde es als eine Ehre, dort fahren zu dürfen“, freut sich Tregurtha auf das Duell gegen seinen Landsmann Green, mit dem er seit Jahren im Gleichschritt durch die Motorsport-Welt marschiert. „Die Strecke sieht aufregend aus. Ich gehe selbstbewusst in die Rennen und will bis zum Fallen der Zielflagge im Sonntagrennen kämpfen, um den Titel zu holen“, lässt Green keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit aufkommen.

Der Titel in der DTM Trophy ist das erklärte Ziel von beiden, aber nur einer kann Champion der Nachwuchsserie DTM Trophy werden. Das Ziel, 2022 in die DTM aufzusteigen, können beide erreichen. Die Qualitäten der beiden Briten sind den DTM-Teamchefs sicher nicht entgangen.


Die ADAC GT Masters-Termine 2022

Stabilität und ein neues Highlight

  • 14 Rennen auf sieben Rennstrecken in Deutschland, Österreich und den Niederlanden
  • NITRO überträgt auch 2022 alle Rennen live im frei empfangbaren Fernsehen
  • Neues Highlight-Event Family & Friends Festival auf dem DEKRA Lausitzring

Auch 2022 wieder im Programm - Zandvoort mit seiner spektakulären Steilkurve
Foto: ADAC-Motorsport

Das ADAC GT Masters geht mit einem starken Mix aus sieben attraktiven Strecken in Deutschland, Österreich und den Niederlanden und einem neuen Highlight in das Jahr 2022. Beim Kalender setzt die GT-Serie auf Stabilität: Die 16. Saison startet traditionell vom 22. bis 24. April 2022 in der Motorsport Arena Oschersleben. Ein neues Highlight markiert das Family & Friends Festival im August auf dem Lausitzring. Frühzeitige Planungssicherheit schafft das ADAC GT Masters nicht nur bei den Terminen, auch das Fernsehpaket für 2022 steht: Die Mediengruppe RTL überträgt auf ihrem frei empfangbaren TV-Sender NITRO alle 14 Rennen live und in voller Länge. Im attraktiven Rahmen des ADAC GT Masters bilden auch im kommenden Jahr die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany und die ADAC Formel 4 ein abwechslungsreiches Programm, sechsmal ist auch der Porsche Carrera Cup Deutschland mit dabei.

„Stabilität und Kontinuität für Teilnehmer und Fans hatten bei der Terminplanung für die Saison 2022 nach zuletzt 18 unruhigen Monaten eine hohe Priorität“, sagt ADAC Sportpräsident Dr. Gerd Ennser. „Das Herz der international beliebten GT-Rennserie schlägt in Deutschland, daher startet das ADAC GT Masters im kommenden Jahr auf fünf deutschen Rennstrecken, ergänzt wird der attraktive Kalender mit Rennen auf zwei beliebten Formel-1- und MotoGP-Strecken bei unseren Nachbarn in Österreich und den Niederlanden. Ein Highlight im Kalender und in der Region wird das Family & Friends Festival auf dem Lausitzring.“

Insgesamt 14 Rennen sind im Jahr 2022 geplant: In bester Tradition ist der Auftakt Ende April in der Motorsport Arena Oschersleben (22. bis 24. April), zum zweiten Rennwochenende geht es vier Wochen später auf die Alpen-Highspeed-Piste Red Bull Ring (20. bis 22. Mai) in Österreich, auf der neben der Formel 1 auch die MotoGP startet. Ende Juni begeistert die Formel-1-Strecke in Zandvoort (24. bis 26. Juni) mit ihren spektakulären Steilwandkurven, ehe Anfang August die Rennen auf der knackigen Sprintstrecke des Nürburgring (5. bis 7. August) die Saisonhalbzeit markieren. Im August feiert das neue Family & Friends Festival von ADAC und DEKRA auf dem Lausitzring (19. bis 21. August) Premiere. Auf die Besucher wartet ein bunter Mix von verschiedenen Themenwelten, Entertainment und Motorsport auf dem gesamten 540 Hektar großen Areal der Rennstrecke. Das vorletzte Rennwochenende steigt dann auf dem anspruchsvollen Sachsenring (23. bis 25. September) bei Chemnitz, wo auch die Stars der MotoGP jährlich zu Gast sind, ehe es zum Titelshowdown im Motodrom des Hockenheimring Baden-Württemberg (21. bis 23. Oktober) kommt.

Bei der Erstellung des Kalenders für die Saison 2022 hat sich der ADAC abermals eng mit der SRO Motorsport Group abgestimmt und Terminüberschneidungen mit der Intercontinental GT Challenge, der GT World Challenge Europe und GT4 European Series vermieden. Das ermöglicht den zahlreichen internationalen Topteams und Profifahrern des ADAC GT Masters auch den Start auf europäischer Bühne. Auch die bedeutenden Langstreckenklassiker in Le Mans, am Nürburgring und in Spa wurden vollumfänglich bei der Terminplanung des Kalenders berücksichtigt.

Termine ADAC GT Masters 2022, Änderungen vorbehalten

22.04. – 24.04.2022 Motorsport Arena Oschersleben

20.05. – 22.05.2022 Red Bull Ring / A

24.06. – 26.06.2022 CM.com Circuit Zandvoort / NL

05.08. – 07.08.2022 Nürburgring

19.08. – 21.08.2022 Family & Friends Festival DEKRA Lausitzring

23.09. – 25.09.2022 Sachsenring

21.10. – 23.10.2022 Hockenheimring Baden-Württemberg

Dienstag, 5. Oktober 2021

BMW-Duo Schrey/Piana baut mit fünften Saisonsieg Tabellenführung aus

  •     Zwei BMW und ein Mercedes-AMG auf dem Podium am Sachsenring
  •     Théo Nouet gewinnt Junior-Wertung

Schrey/Piana bauen mit Sonntagssieg Meisterschaftsführung aus
Foto: Jens Hawrda


Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) gewinnen im BMW M4 GT4 das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring und bauen somit ihre Meisterschaftsführung weiter aus. Auf der anspruchsvollen Berg-und-Talbahn bei Chemnitz präsentierte sich die GT-Serie mit dem größten Feld der Saison und zeigte spannenden Motorsport bis zur letzten Sekunde. Mit knappen 0,315 Sekunden Rückstand belegten die Tabellenzweiten Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (19/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 Platz zwei vor dem BMW-Duo Marcel Lenerz (24/Ludwigsau) und Christopher Dreyspring (23/Nürnberg, beide Schubert Motorsport), die 1,764 Sekunden zurücklagen und erstmals in diesem Jahr den Sprung auf das Podium schafften. „Auf dem Sachsenring einen Sieg im BMW zu feiern, ist der absolute Wahnsinn. Damit hätte ich nie gerechnet und bin somit natürlich überglücklich“, jubelte Piana über den fünften Saisonsieg 2021 in der ADAC GT4 Germany.

Das Rennen hatte zunächst Tim Heinemann (23/Fichtenberg, W&S Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Porsche 718 Cayman-Pilot setzte sich direkt nach dem Start auch vom Feld ab. Engste Verfolger waren BMW-Pilot Schrey und Christer Jöns (33/Ingelheim) im McLaren 570S von Dörr Motorsport. Nach wenigen Rennminuten sorgte Phil Hill (19/Mülheim an der Ruhr, Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche für eine rund zehnminütige Safety-Car-Phase, nachdem er durch das Kiesbett rutschte und in die Reifenstapel einschlug. Nach dem Re-Start blieben die Positionen an der Spitze unverändert. „Ich habe Tim Heinemann vorne wegfahren lassen. Denn ich wusste, dass er als Gaststarter keine Punkte sammeln kann. Somit konnte ich die Reifen für Gabriele ein wenig schonen. Dennoch habe ich mich etwas von den Anderen abgesetzt, um ihm eine Lücke zum Dritten, Vierten und Fünften mit auf den Weg zu geben. Das hat geklappt“, beschrieb Schrey seine erste Rennhälfte.

Beim dem Absolvieren des Pflichtboxenstopps übernahm Max Kronberg (34/Berlin) den führenden Porsche. Er konnte jedoch nicht das Tempo von Gabriele Piana gehen, der den zweitplatzierten BMW von Schrey übernommen hatte. Rund 22 Minuten vor Rennende holte sich Piana mit einem gekonnten Manöver die Führung. Wenig später fuhr auch Marcel Lenerz an Kronberg vorbei und sorgte für eine zwischenzeitliche BMW-Doppelführung. Im zweiten Rennabschnitt trumpfte aber auch Mercedes-AMG-Pilot Marschalkowski mächtig auf. Von Platz sieben kommend schloss er zum Rennende hin nicht nur zu Lenerz auf, sondern überholte den Schubert-BMW schließlich auch. In der letzten Runde attackierte Marschalkowski dann auch den führenden Piana, doch der Italiener behielt die Ruhe und fuhr zum knappen Sieg.

„Ich wollte nicht zu viel pushen, um die Reifen zu schonen. Somit fuhr ich sehr defensiv und habe mein Tempo nur sehr langsam gesteigert. Ich hatte alles im Griff. Zum Schluss hatte ich jedoch etwas Pech beim Überrunden. Somit büßten wir unseren Vorsprung noch ein und gewannen nur ganz knapp. Der Sieg ist einfach unbeschreiblich. Wir hätten vor dem Wochenende mit maximal einem Top-Fünf-Platz gerechnet“, erklärte Piana. Marschalkowskis Teamkollege Nouet konnte sich durch Platz zwei in der Gesamtwertung jedoch über den Sieg in der Junior-Wertung freuen.

Rang vier ging an den McLaren von Christer Jöns und Indy Dontje (28/NLD) vor den Dörr-Teamkollegen Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach) im Aston Martin Vantage GT4. Es folgten Joel Sturm (19/Brühl) und Alexander Hartvig (18/DNK, beide Team Allied-Racing) im Porsche sowie die Samstagssieger Hugo Sasse (17/Aschersleben) und Mike David Ortmann (21/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) in einem weiteren Aston Martin. Max Kronberg wurde zusammen mit Tim Heinemann am Ende Achter. Christopher Rink (33/Frankfurt) und Philipp Stahlschmidt (28/München, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW sowie Leo Pichler (19/AUT) und Leon Wassertheurer (19/Stuttgart, beide Razoon - more than Racing) im KTM X-Bow GT4 komplettierten die Top Zehn. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing). Das nächste Rennen der ADAC GT4 Germany findet vom 22. bis 24. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg statt.

Weitere Stimmen zum Rennen

Jan Marschalkowski – Platz 2 auf Mercedes-AMG: 

„Es war ein verrücktes Rennen. Ich bin auf Platz sieben ins Auto gestiegen und hätte fast noch gewonnen. Théo hat mir gute Reifen hinterlassen, sodass ich ordentlich Druck machen konnte. Es war ein wahnsinniger Kampf. Ich konnte die Lücke zu Gabriele Piana noch schließen, jedoch gab es keine Möglichkeit mehr, um zu überholen. Es war insgesamt ein gelungenes Rennen.“

Théo Nouet – Platz 2 auf Mercedes-AMG: 

„Wir haben uns am Wochenende ein wenig schwer getan in Bezug auf unsere Pace – aber immer das Beste gegeben. Es war unser Plan, dass ich die Reifen für Jan schonen würde, damit er am Rennende angreifen kann. Das hat funktioniert und hätte uns sogar fast noch den Sieg beschert.“

Montag, 4. Oktober 2021

Dominik Fugel mit perfektem Heimspiel auf dem Sachsenring

  •     Der Chemnitzer Honda-Pilot gewinnt erneut und räumt 70 Punkte ab
  •     Luca Engstler wird Zweiter und führt weiter in der Gesamtwertung
  •     Hyundai Team Engstler mit drei Autos unter den ersten Vier

Perfektes Wochenende mit Doppelsieg für Dominik Fugel
Foto: Jens Hawrda


Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) hat mit einem weiteren Start-Ziel-Sieg sein herausragendes Heimspiel auf dem Sachsenring gekrönt. Im Honda Civic TCR gewann der 24-Jährige auch das Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany und verlässt die spektakuläre Berg-und-Tal-Bahn in der Nähe seiner Heimatstadt Chemnitz mit der Maximalausbeute von 70 Punkten. Zweiter wurde Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler), der die Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigte.

„Dieses Wochenende war perfekt, alles hat geklappt – ich bin glücklich und absolut zufrieden“, sagte Dominik Fugel, der in der Meisterschaft nun erster Verfolger von Engstler ist. Zwei Veranstaltungen vor Saisonende trennen die beiden 68 Punkte.

Fugel behauptete seine Führung beim Start, wurde aber wenig später mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Sein Honda hatte sich bewegt, bevor die Ampeln von Rot umsprangen – das hielt den Chemnitzer aber keinesfalls auf. „Ich habe gewusst: Jetzt muss ich Gas geben. Und das hat zum Glück gut funktioniert“, sagte Fugel. Kontinuierlich baute er seinen Vorsprung aus und ließ sich auch nicht von einer kurzzeitigen Safety-Car-Phase aufhalten, nachdem Günter Benninger (60, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) mit seinem Cupra Leon Competición von der Strecke rutschte.

Engstler, von Platz vier gestartet, hatte schon früh ein Duell von Nico Gruber (20, Österreich, Hyundai Team Engstler) und Marcel Fugel (21, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) genutzt und sich von Platz vier auf zwei verbessert. Dort hielt sich der 21-Jährige schadlos, dem hohen Tempo von Dominik Fugel konnte er aber nicht folgen. So setzte sich Dominik Fugel immer mehr von seinen Verfolgern ab, am Ende kam er nach 19 Runden mit 17 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Hinter Engstler kam Gruber als Dritter und zugleich bester Starter der Honda Junior Challenge ins Ziel, Martin Andersen (27, Dänemark) rundete als Vierter das starke Resultat für das Hyundai Team Engstler ab. Pech hatte Marcel Fugel, der an seinem 21. Geburtstag ausschied. Nachdem er lange das Podium im Blick hatte, musste er seinen Honda Civic TCR abstellen. Platz fünf ging an Robin Jahr (30, Blankenfelde, Roja Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai i30 N TCR, dahinter folgten Eric Scalvini (26, Italien, Wimmer Werk Motorsport) im Cupra und Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) in einem weiteren Hyundai.

Philipp Regensperger (23, Neumarkt St. Veit, Regensperger Racing) im Opel Astra TCR belegte Rang acht vor René Kircher (21, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR.

Bereits in drei Wochen geht es für die ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring weiter, dort beginnt mit den Rennen elf und zwölf die heiße Phase dieser sechsten Saison.

Weitere Stimme zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Zweiter, Hyundai Team Engstler): 

„Im ersten Rennen hatten wir technische Probleme mit dem Getriebe, das war sehr, sehr ärgerlich. Da haben wir Platz zwei verloren, auch heute hatten wir große Probleme. Aber auch ohne diese Schwierigkeiten hätten wir Honda diesmal nicht schlagen können. Das ist okay, wir sind dafür in Hockenheim wieder dran.“