Sonntag, 22. August 2021

AlphaTauri-Pilot Alex Albon feiert ersten DTM-Sieg

Kelvin van der Linde Opfer des heißen Rennens und trotzdem Halbzeit-Meister

  • Spanier Juncadella und zweimalige DTM-Champion Wittmann komplettieren Podium
  • Kelvin van der Linde trotz Ausfalls „Halbzeit“-Meister – Porsche bei DTM-Premiere glücklos
  • Erlebnisreiches Rennen begeistert die Fans: Teilweise fünf Rennwagen nebeneinander
  • Nächste Station der DTM 2021: Red Bull Ring vom 03. bis 05. September

Alex Albon (THA), Ferrari, AlphaTauri AF Corse © DTM

Alex Albon feierte am Nürburgring seinen ersten Sieg und bescherte Ferrari den zweiten Erfolg in der DTM-Geschichte. In einem ereignisreichen Rennen entging der für AlphaTauri AF Corse fahrende Thailänder, vom ersten Startplatz ins Rennen gestartet, allen Zwischenfällen und siegte souverän. Der Formel-1-Ersatzfahrer von Red Bull ist der sechste Sieger im achten DTM-Rennen. Bei trockenen, guten Witterungsbedingungen komplettierten der Spanier Daniel Juncadella im Mercedes-AMG des GruppeM-Teams vor dem zweimaligen DTM-Champion Marco Wittmann im BMW von Walkenhorst-Motorsport das Podium.

Nach acht von 16 Rennen ist Kelvin van der Linde vom Audi-Team ABT Sportsline der inoffizielle „Halbzeit“-Meister der DTM 2021, obwohl der Südafrikaner an diesem Sonntag nach einer Kollision mit Liam Lawson und Mike Rockenfeller erstmals leer ausging. Mit 129 Punkten geht Kelvin van der Linde als Tabellenführer in die zweite Saisonhälfte. Sein Vorsprung auf Maximilian Götz (96) ist auf 33 Zähler geschmolzen. Neuer Dritter der Punktetabelle ist Wittmann (94), Albon (82) ist auf Rang vier vorgerückt.

Wenig Glück hatte Porsche bei der Premiere in der DTM. Wie am Samstag kam Michael Ammermüller im 911-er von SSR Performance nicht ins Ziel, hatte aber mit Startplatz vier das Potenzial deutlich aufgezeigt. Der 19-jährige Belgier Esteban Muth bescherte Lamborghini mit Rang fünf das beste Saisonergebnis. Auch Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock holte im BMW von ROWE Racing als Achter endlich seine ersten DTM-Punkte der Saison.

„Das war heute ein richtig guter Tag für mein Team und mich“, so Albon, der erste thailändische Sieger in der DTM. „Das Team hat über Nacht viel gearbeitet, und das hat sich ausgezahlt. Heute haben wir einen Schritt nach vorne gemacht, dieses Momentum wollen wir mitnehmen.“ Die Red-Bull-Ferrari-Kombination von AF Corse ist das erste DTM-Team, das in dieser Saison Rennen mit beiden Fahrern – Albon und Lawson – gewonnen hat.

Actionreiches Rennen: „Noch nie in der DTM erlebt: zeitweise fünf Autos nebeneinander.“

Wie schon am Samstag erlebten die Zuschauer auf den Tribünen atemberaubende Momente beim Start in dichtgestaffelter Zweierformation, und das wiederholte sich noch zweimal bei Safety-Car-Phasen. Von Startplatz eins stürmte Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari an die Spitze und führte das erstmals 23 Autos zählende DTM-Feld vor Daniel Juncadella (ESP/GruppeM-Mercedes-AMG) und Michael Ammermüller (GER/SSR Performance) im Porsche an. Doch schon in der ersten Runde gab es die ersten Zwischenfälle, als der Schweizer Philip Ellis (Mercedes-AMG/WINWARD) durchs Kiesbett rodelte und anschließend diverse Carbonteile auf der Strecke verteilte. Als dann Maximilian Buhk (GER) mit dem Mücke-Mercedes-AMG nach einem Schubser in der Boxenmauer strandete, rückte das Safety-Car zum ersten Mal aus.

Als nach Runde drei der erste Re-Start erfolgte, zog Albon erneut auf und davon. Dahinter folgte schon in der zweiten Kurve das nächste Tohuwabohu mit Ammermüller, Luca Stolz im Toksport-Mercedes-AMG, Ellis und Götz. Als nach den ersten Boxenstopps Gaststarter Hubert Haupt, der nach seinen DTM-Starts 1991/1992 sowie 2001 ein Comeback feierte, mit technischem Defekt am Mercedes-AMG seines HRT-Team ausrollte, bremste das Safety-Car erneut das Feld ein. Damit war klar, dass alle, die bis zum diesem Zeitpunkt noch nicht den Pflichtstopp absolviert hatten, im Nachteil waren – und das waren acht Fahrer.

Für den nächsten Zwischenfall sorgte Liam Lawson, der in der Schikane ein optimistisches Manöver wagte, das aber nicht gelang. Dadurch schieden ausgerechnet die beiden ABT-Audi von Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller aus, Lawson kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Als Tabellenzweiter angereist, blieb der 19-jährige Red Bull-Junior Lawson am Nürburgring ohne Punkte.

Überraschenderweise führte nach der zweiten Safety-Car-Phase der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien (GER/JP Motorsport) und sammelte die ersten Führungskilometer für McLaren. Albon allerdings rückte schnell näher und holte sich die Rennführung souverän zurück mit Juncadella und Wittmann im Schlepptau.

„Das war zeitweise echt extrem heute. Teilweise waren wir mit bis zu fünf Autos nebeneinander unterwegs – das war heftig. Das habe ich in der DTM noch nie erlebt, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht“, berichtete Wittmann. „In solchen Momenten ist es immer wichtig, zwischen Risiko und Vorsicht die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist uns heute gut gelungen.“

Dramatisches Qualifying: vier Marken in den ersten zwei Startreihen

Wie schon am Samstag, als 22 Autos innerhalb einer einzigen Sekunde lagen, lieferte auch das Zeittraining am Sonntagvormittag heiße Positionskämpfe. Für Spannung sorgten Regenschauer, die den einen oder anderen spektakulären Dreher zur Folge hatten, die aber allesamt folgenlos blieben. Obwohl der Regen stärker wurde, wurden die Zeiten am Ende besser. Und letztlich jubelte AlphaTauri AF Corse: Alex Albon (THA) bescherte dem springenden Pferd aus Maranello die erste Pole-Positon in der DTM. Dahinter folgten Mercedes-AMG mit dem Spanier Daniel Jancadella (GruppeM), BMW mit Zolder-Sieger Marco Wittmann (GER/Walkenhorst) und Porsche mit Michael Ammermüller (GER/SSR Performance). Damit waren vier Marken in den ersten zwei Startreihen vertreten. Im 23-köpfigen Starterfeld waren alle sieben vertretenen Marken unter den besten Zehn zu finden. Im Qualifying wie im Rennen demonstriert die DTM des Jahrgangs 2021 eine außergewöhnliche Ausgeglichenheit.

In der DTM geht es im Zwei-Wochen-Rhythmus weiter. Vom 03. bis 05. September gastiert die Traditionsserie auf dem Red Bull Ring in Österreich.    


Alex Albon holt erste DTM-Pole für Ferrari

Alex Albon im Alpha Tauri Ferrari holt erste DTM-Pole
Foto: Hoch Zwei / Jürgen Trap

Erste Pole-Position für Alex Albon und für Ferrari, vier Marken auf den ersten vier Plätzen und alle sieben Marken unter den Top 10: Das Qualifying für das achte DTM-Saisonrennen auf dem Nürburgring (Start um 13.30 Uhr, live in SAT.1 ab 13.00 Uhr) hatte es in sich! Mit einer Zeit von 1:36,773 Minuten sicherte sich der thailändische Formel-1-Fahrer den besten Startplatz, dahinter folgten Daniel Juncadella im GruppeM-Mercedes, Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW und Gastfahrer Michael Ammermüller im SSR-Porsche.

Mit Regen am Sonntagvormittag waren die Bedingungen alles andere als einfach, aber das sorgte auch für reichlich Abwechslung und Turbulenzen. Bereits in der Anfangsphase kam es zu einer leichten Kollision zwischen Liam Lawson im Red Bull-Ferrari und Tabellenführer Kelvin van der Linde im ABT-Audi, bei dem sich der Südafrikaner drehte. Auch andere Fahrer hatten Ausritte auf dem rutschigen Geläuf, darunter Christopher Haase im Rosberg-Audi mit einer spektakulären Rückwärts-Einlage.

An der Spitze des Tableaus gab es zahlreiche Verschiebungen, aber dass auch in der Schlussphase trotz Regens noch schnelle Rundenzeiten möglich waren, bewies Alex Albon im Ferrari. "Ich bin selbst etwas überrascht", sagte der Pole-Sitter. "Am Anfang war ich schon leicht nervös wegen des Regens, aber das Auto fühlte sich hervorragend an. Die Runde war nicht schlecht, vor allem das Auto war fantastisch!"

Neben Albon in der ersten Startreihe steht Daniel Juncadella im Mercedes-AMG des GruppeM-Teams. Ebenfalls in der Schlussphase fuhr Marco Wittmann, der Sieger des Sonntagsrennens in Zolder, im Walkenhorst-BMW auf Startplatz drei, vor Michael Ammermüller im SSR-Porsche. Die dritte Startreihe teilen sich mit Maximilian Götz (Team HRT) und Gaststarter Luca Stolz (Team Toksport WRT) zwei Mercedes-AMG-Fahrer.

Nur auf Startplatz sieben: Samstags-Rennsieger Kelvin van der Linde im ABT-Audi, gefolgt von Christian Klien im JP Motorsport-McLaren, Mike Rockenfeller im zweiten ABT-Audi und Esteban Muth im T3-Lamborghini.

Quelle: dtm.com

Luca Stolz verliert nachträglich Platz 2

Luca Stolz verliert nachträglich Platz 2
Foto: dtm / Hoch Zwei

Nach dem Rennen am Samstag wurde Gaststarter Luca Stolz (Team Toksport WRT) mit einer 30 Sekunden Zeitstrafe belegt und verliert damit seinen sensationellen zweiten Platz.

Was war passiert: Bei seinem Boxenstopp hat Luca Stolz auf der Fahrt zu seiner Box einen Mechaniker der Mannschaft von GruppeM Racing angefahren und verletzt. Der Mechaniker verletzte sich am Fuß und musste im Krankenhaus behandelt werden. Dadurch verlor Daniel Juncadella wertvolle Zeit bei seinem Boxenstopp weil sein verletzter Mechaniker ausfiel.

«Ich habe die Mechaniker hinter dem Lollipop-Mann nicht gesehen», hatte Stolz bei der Anhörung durch die Sportkommissare gesagt, es sei keine Absicht gewesen.

«Die Sportkommissare haben gegen Luca Stolz nachträglich eine 30-Sekunden-Zeitstrafe ausgesprochen, weil er sich bei seinem Boxenstopp unsicher verhalten und (bei der Anfahrt zu seiner Boxenposition) einen Mechaniker eines anderen Teams (Gruppe M) getroffen hatte», hieß es in dem Urteil.

Damit fällt Luca Stolz, der bei seiner Premiere in der DTM einen sensationellen zweiten Platz heraus gefahren hatte auf Platz 9 zurück. Für die Gesamtwertung spielt die Strafe keine Rolle, da laut Reglement für Gaststarter keine Meisterschaftspunkte vergeben werden.

Samstag, 21. August 2021

Ben Green nach Sieg am Samstag neuer Tabellenführer

  • Start-Ziel-Sieg für den BMW-Piloten auf dem Nürburgring
  • Schrey komplettiert BMW-Doppelerfolg – Tim Heinemann Dritter im Aston Martin
  • Sechstes Saisonrennen am Sonntag: Start um 15:10 Uhr

Sieger und neuer Tabellenführer: Ben Green
Foto: DTM

Der Brite Ben Green (FK Performance Motorsport) hat das Samstagsrennen der DTM Trophy auf dem Nürburgring für sich entschieden. Der BMW-Pilot fixierte nach 20 Runden seinen zweiten Saisonerfolg und übernimmt nach einer dominanten Vorstellung die Führung in der Gesamtwertung. Greens deutscher Markenkollege Michael Schrey (Hofor Racing by Bonk Motorsport) sorgte als Zweiter für einen BMW-Doppelsieg in der Nachwuchsserie mit seriennahen GT-Sportwagen. Dritter wurde Vorjahres-Champion Tim Heinemann (GER) im Aston Martin von PROsport Racing aus Wiesemscheid, keine fünf Kilometer vom Fahrerlager entfernt.

Ben Green ließ von Beginn an nichts anbrennen. Der Brite startete von der Pole-Position und übernahm sofort die Führung. Dahinter wurde in einer turbulenten Startrunde munter um die Positionen gekämpft. Schrey arbeitete sich von Startplatz vier auf Position zwei nach vorne, Heinemann machte ebenfalls zwei Plätze gut und reihte sich als Dritter ein.

Dahinter führte der Brite William Tregurtha (Mercedes-AMG/CV Performance Group) nach einem Raketenstart von Position neun aus die Verfolgergruppe an, vor dem Belgier Nico Verdonck im Toyota von Ring-Racing und Audi-Pilot Lucas Mauron (Heide-Motorsport) aus der Schweiz. Großer Verlierer der Startphase war Greens Teamkollege Moritz Löhner (GER), der von Startplatz zwei auf Rang acht zurückfiel und schließlich als Siebter ins Ziel kam.

Spannende Positionskämpfe hinter Sieger Ben Green

In der Folge setzte sich Green Schritt für Schritt von seinen Verfolgern ab. Bereits nach wenigen Runden war der BMW-Pilot um mehr als eine Sekunde enteilt. Im Ziel betrug sein Polster stattliche 3,7 Sekunden. Schreys zweiter Platz hingegen war in der spannenden Schlussphase des Rennens noch gefährdet. Heinemann und Tregurtha kamen ihm immer näher, für eine Attacke reichte es jedoch nicht mehr. Schrey behauptete letztlich Rang zwei vor Heinemann und dem bisherigen Meisterschaftsführenden Tregurtha.

Hinter den ersten Vier wurde die gesamte Renndistanz über hart, aber fair gekämpft. Mauron nahm Verdonck in der dritten Runde den fünften Rang ab, konnte sich in der Folge allerdings nicht absetzen. Der Toyota-Pilot lauerte auf einen Fehler seines Vordermanns. Diesen Gefallen tat ihm Mauron jedoch nicht. Der Schweizer brachte den fünften Platz souverän nach Hause.

Der deutsche Formel-2-Star Lirim Zendeli (Audi/T3 Motorsport) fand sich bei seiner Premiere in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform mitten im Feld wieder. Zendeli startete von Position elf und büßte am Start gleich mehrere Position ein. Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung kämpfte sich aber im Laufe des Rennens noch bis auf den zwölften Platz nach vorne. Die schnellste Frau im Feld war diesmal die österreichische KTM-Pilotin Laura Kraihamer (True Racing by Reiter Engineering) auf Rang 17.

Das zweite Rennen der DTM Trophy auf dem Nürburgring findet am Sonntagnachmittag statt.

Kelvin van der Linde holt dritten DTM-Saisonsieg am Nürburgring

  • Astreiner Hattrick von ABT-Audi-Pilot van der Linde: Pole-Position, schnellste Runde, Sieg
  • Luca Stolz im Toksport-Mercedes-AMG als zweiter bester Gaststarter – Porsche im Pech
  • Qualifying: 22 Autos innerhalb einer Sekunde, Pole-Positon für Kelvin van der Linde
  • Schweigeminute für Opfer der Flutkatastrophe

Die DTM mit 23 Rennwagen auf dem Nürburgring © DTM

Atemberaubende Positionskämpfe, heiße Stoßstangenduelle, aber auch einige Strafen – das siebte Saisonrennen der DTM auf dem Nürburgring verlief äußerst lebhaft. Am Ende bejubelten die Zuschauer auf den vollen Tribünen vor allem Kelvin van der Linde. Der Südafrikaner, vom ersten Startplatz ins Rennen gegangen, eroberte mit dem Audi von ABT Sportsline in eindrucksvoller Manier seinen dritten Saisonsieg und baute damit seine Tabellenführung weiter aus. Als bester Gaststarter erkämpfte sich Luca Stolz (GER) im Mercedes-AMG des Teams Toksport WRT den zweiten Platz auf dem Podium vor dem Schweizer Philip Ellis im WINWARD-Mercedes-AMG. Da Stolz als Gaststarter keine Punkte erhält, durfte sich der viertplatzierte Lokalmatador Mike Rockenfeller, in Neuwied geboren, über 15 Punkte auf seinem DTM-Konto freuen.

Beim DTM-Spektakel auf dem Nürburgring waren erstmals 23 Rennwagen am Start, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Zudem feierte Porsche seine Premiere in der DTM, hatte allerdings Pech, denn Michael Ammermüller musste den 911-er von SSR Performance bereits nach der Startrunde abstellen.

„Ich genieße jede Sekunde dieser Saison. Es hat so lange gedauert, bis ich es in die DTM geschafft habe. Ich habe immer wieder bei Audi angeklopft, ob sie nicht ein DTM-Cockpit für mich haben. Jetzt bin ich um so glücklicher, gegen diese starken Jungs fahren zu dürfen“, sprudelte es Kelvin van der Linde heraus. Der 25-Jährige aus Südafrika schaffte am Nürburgring sogar einen Hattrick: Er erzielte die Pole-Position, fuhr die schnellste Runde und holte den Sieg. „Es war ein intensives Rennen. Beim Start und Re-Start konnte ich mich durchsetzen und in Führung bleiben. Nur nach dem Reifenwechsel musste ich hart kämpfen. Es gab auch einen Kontakt, es wird halt hart gekämpft. Ich habe einen kühlen Kopf bewahrt und bin ruhig geblieben.“ Van der Linde baute seine Meisterschaftsführung auf 129 Punkte aus, neuer Zweiter ist Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG, der am Samstag zwölf Punkte sammelte, während der Neuseeländer Liam Lawson (Red Bull-Ferrari, AF Corse) leer ausging und auf Rang drei (80) zurückfiel.

Atemberaubend war wieder einmal der Moment des Starts, für Fans und Fahrer gleichermaßen. Im dichtgestaffelten Formationsflug donnerten erstmals seit Jahren 23 Rennwagen die Startgerade hinunter. Ellis oder van der Linde – wer biegt als erster in die spitze Rechts-Kurve? Kelvin van der Linde erwischte die bessere Linie und verteidigte seine Pole-Position vor dem weiß-blauen WINWARD-Mercedes von Ellis. Bis dahin ging alles glatt, doch schon in der Kurzanbindung der Sprintstrecke wurde der Mücke-Mercedes-AMG von Maximilian Buhk (GER) in einen Dreher gezwungen – es folgte eine Safety-Car-Phase. Neben Buhk wurden auch Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi und Michael Ammermüller Opfer der Startrunde und schieden vorzeitig aus. Auch der Re-Start nach dem Ende der vierten Runde erfolgte in der spektakulären Zweierformation, sehr zur Freude der Fans auf den Tribünen und weltweit an den Bildschirmen. Wieder verteidigte van der Linde die Führung, dahinter duellierten sich die beiden Mercedes-AMG von Ellis und Stolz.

Es war ein durchgehend lebhaftes Rennen, mit etlichen Scharmützeln im gesamten Feld und mit knallharten Überholmanövern. Bedingt durch die unterschiedlich angetretenen Pflichtboxenstopps durften eine Handvoll Piloten Führungsluft schnuppern. Am längsten fuhr Lokalmatador Mike Rockenfeller (GER) mit dem Abt-Audi an der Spitze, weil er seinen Pflichtstopp am längsten hinauszögerte. Ob im Kampf um die Podiumsplätze sich Philip Ellis, Alex Albon und Luca Stolz duellierten oder im Kampf um die Punkteplätze Liam Lawson, Markus Winkelhock und Daniel Juncadella - es wurde Motorsport vom Feinsten geliefert. Winkelhock, der die verhinderte Sophia Flörsch im ABT-Audi mit Space-Drive-Lenkung von Paravan vertrat, kassierte letztlich eine Boxen-Durchfahrtsstrafe, weil er einen Dreher des Lawson-Ferrari ausgelöst hatte.

Nachdem Rockenfeller nach 31 Runden als Letzter neue Reifen abholte, war der Weg frei für seinen Teamkollegen Kelvin van der Linde zum dritten Saisonsieg. Gastfahrer Lucas Stolz, dessen Team in Quiddelbach inmitten der legendären Nordschleife ansässig ist, hatte sich auf Rang zwei vorgekämpft. „Das waren guter Fights heute, und ich hoffe, das war nicht unser letztes DTM-Rennen“, so stolz. Wie sehr Rockenfeller, ohnehin als „Reifenpflüsterer“ bekannt, seine Reifen geschont und trotzdem gute Rundenzeiten erzielt hatte, unterstrich am Ende sein vierter Platz – seine ungewöhnliche Strategie zahlte sich aus.

Unmittelbar vor dem Start des Rennens hatte sich alle Fahrer und Teamchefs der DTM vor der Zuschauer-Tribüne am Ende der Startgeraden eingefunden. Mit einem Transparent „Danke an alle Helfer“ und einer Schweigeminute gedachten Fahrer, Teamchefs und Zuschauern den Opfern der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli vor allem im Nürburgring-nahen Ahrtal.

Knaller Im Qualifying: 22 Autos innerhalb von einer Sekunde / 3. Pole für Kelvin van der Linde

Was das 23-köpfige Starterfeld im Samstag-Qualifying ablieferte, war der Knaller. Es war eng, enger, super-eng: 22 Autos lagen innerhalb von weniger als einer Sekunde. Nur einer hatte das Geschehen im Griff, und das war der Tabellenführer. Kelvin van der Linde im ABT-Audi erwischte eine perfekte Runde und hatte einen für die Verhältnisse großen Vorsprung von über zwei Zehntelsekunden. Philip Ellis (SUI) im WINWARD-Mercedes und Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW folgten auf den weiteren Plätzen. Somit standen drei Marken auf den ersten drei Startplätzen. Bester Gaststarter im Qualifying war Luca Stolz (GER) im Toksport-Mercedes-AMG als Fünfter, während Porsche bei seiner DTM-Premiere mit Michael Ammermüller (GER/SSR Performance) nur auf Rang 20 landete.

Am Sonntag wird das achte von 16 Saisonrennen auf dem Nürburgring ausgetragen. Wer wird „Halbzeit-Meister“ in der DTM 2021 – diese Frage wird am Sonntag ab 13:30 Uhr beantwortet.