Samstag, 21. August 2021

Dritte Saison-Pole für Kelvin van der Linde

Unfassbare Leistungsdichte im DTM-Starterfeld

Kelvin van der Linde holt am Nürburgring seine dritte Pole der Saison
Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

DTM-Tabellenführer Kelvin van der Linde hat auch im ersten Qualifying am Nürburgring ein Ausrufezeichen gesetzt. Wie bereits am Sonntag in Monza und auch zuletzt am Samstag in Zolder startet ABT-Audi-Fahrer Kelvin van der Linde von der Pole-Position in einem DTM-Rennen. In einem sehr engen Zeittraining für das siebte Rennen der Saison auf dem Nürburgring sicherte sich der Südafrikaner mit einer Zeit von 1:26,052 Minuten den besten Startplatz. Ihm folgten Philip Ellis im WINWARD-Mercedes und Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW. Damit stehen drei verschiedene Marken auf den ersten drei Startplätzten. Außergewöhnlich: Die Zeiten der schnellsten 22 Fahrer lagen innerhalb von nur einer Sekunde!

Zur Halbzeit hatte Kelvin van der Linde mit der Zeit von 1:26,052 Minuten bereits die Führung inne. Dahinter folgte Maximilian Götz im HRT-Mercedes, der ein Quintett von Mercedes-Fahrern auf den Positionen zwei bis sechs anführte. In der zweiten Trainingshälfte hatte die Bestzeit von van der Linde Bestand, so dass er sich zum dritten Mal in dieser Saison die Pole-Position sichern konnte.

"Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe", rätselte van der Linde selbst über seine eigene Leistung. "Der erste Run war super, im zweiten Anlauf klappte es dann gar nicht. Das müssen wir analysieren. Ich bin auf jeden Fall super happy mit der Pole-Position und die drei Zusatzpunkte für die Fahrerwertung. Jeder Punkt zählt! Natürlich werden wir versuchen, diese Position im Rennen zu behaupten. Am Freitag hatten wir nach dem Training gemischte Gefühle, aber das Team hat gestern Abend noch lange geschraubt, und das hat sich bezahlt gemacht."

Hinter van der Linde gab es jedoch zahlreiche Positionswechsel. Letztendlich fuhr Philip Ellis im WINWARD-Mercedes auf Platz zwei, gefolgt von Marco Wittmann, der in der zweiten Hälfte des Zeittrainings ein großen Sprung nach vorne machte. Dahinter die Mercedes-Fahrer Daniel Juncadella (GruppeM), Gaststarter Luca Stolz (Toksport) und Maximilian Götz (HRT), gefolgt von Christopher Haase im Rosberg-Audi, Esteban Muth im T3-Lamborghini, Alex Albon im AF-Corse-Ferrari und Maximilian Buhk im Mücke-Mercedes-AMG.

Das siebte Rennen der Saison wird am heutigen Samstag um 13.30 Uhr gestartet, SAT.1 überträgt ab 13.00 Uhr live aus der Eifel. 

Freitag, 20. August 2021

DTM Trophy: Tagesbestzeit für Newcomer Marchewicz, starker Einstand von Zendeli

Marcel Marchewicz (GER, Mercedes-AMG, Schnitzelalm © DTM

Marcel Marchewicz (GER) erlebte im Schnitzelalm-Mercedes einen erstaunlichen Einstieg in die DTM Trophy. Mit einer Zeit von 1:35,508 Minuten im ersten Freien Training war er Tagesschnellster, gefolgt von den beiden PROsport-Aston-Martin von Tim Heinemann (GER) und Mike David Ortmann (GER). Newcomer Lirim Zendeli (GER), Formel-2Stammfahrer, fuhr bei seinem ersten Auftritt mit einem GT-Fahrzeug im Audi von T3 Motorsport auf Rang vier. Im zweiten Training setzte schon bald Regen ein, so dass keine Zeitverbesserungen mehr möglich waren. Diesmal war Nico Verdonck im Ring-Racing-Toyota Schnellster mit einer Zeit von 1:35,987 Minuten, gefolgt von den BMW-Fahrern Ben Green (GBR, FK Performance), Michael Schrey (GER), Christopher Rink (GER, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) und Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst Motorsport).


DTM auf dem Nürburgring: Gastfahrer mischen vorne mit

  • Porsche bei der Premiere in der DTM hinter Mercedes-AMG Zweiter
  • Brutale Leistungsdichte in der DTM: 21 Autos in nur einer Sekunde
  • Rennen am Samstag und Sonntag: Start jeweils um 13:30, ab 13:00 jeweils live in SAT.1

Michael Ammermüller (GER), Porsche, SSR Performance © DTM

Nicht die Stammpiloten, sondern die Gaststarter bestimmten das Tempo am ersten Tag des vierten DTM-Rennwochenendes auf dem Nürburgring. Luca Stolz (GER) fuhr im Toksport-Mercedes-AMG bei seinem ersten Auftritt in der DTM eine Zeit von 1:27,201 Minuten und beendete damit den Trainingstag als Schnellster. Ihm folgte auf Rang zwei – zur Premiere von Porsche in der DTM – Michael Ammermüller (GER) aus dem Team von SSR Performance. Schnellster Stammpilot war Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG auf der dritten Position.

Die DTM präsentiert sich in der Eifel buntgemischt. Ertstmals seit 1987 sind sieben Marken im Starterfeld vertreten, erstmals seit 2016 sind 23 Fahrer (inklusive einer Frau, der Britin Esmee Hawkey) am Start. Unter die etablierten Fahrer mischen sich am Nürburgring eine Reihe neuer Piloten. Neben Stolz, dessen Team Toksport WRT direkt in Quiddelbach am Nürburgring beheimatet ist, und Ammermüller sind auch Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi (er ersetzt den erkrankten Dev Goore), Markus Winkelhock (GER) im ABT-Audi (er ersetzt die durch eine Termin-Kollision verhinderte Sophia Flörsch) und Hubert Haupt (GER) im HRT-Mercedes-AMG, der nach 20 Jahren ein DTM-Comeback feiert.

Spätestens im Qualifying am Samstagmorgen um 10:20 Uhr live auf DTM Grid (grid.dtm.com) müssen die Karten auf den Tisch gelegt werden, dann wird die Startaufstellung auf das Samstagrennen (Start: 13:30 Uhr, ab 13:00 live in SAT.1) formiert. 

Bereits im ersten Freien Training der DTM zeigten sich die Gastfahrer überraschend stark. Während Vincent Abril (MON) im HRT-Mercedes mit einer Zeit von 1:27,480 Minuten die Rangliste anführte, folgten mit Luca Stolz im Toksport-Mercedes, Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi und Michael Ammermüller im SSR-Porsche drei Newcomer auf den Plätzen zwei bis vier. Auch Christian Klien (AUT), im JP-McLaren nach Zolder zum zweiten Mal in der DTM dabei, zeigte mit Rang fünf eine starke Leistung. Bis zu Markus Winkelhock (GER) im ABT-Audi, der ebenfalls erstmals in diesem Jahr in der DTM startet und zugleich sein 50. DTM Rennen absolviert, auf Rang 17, lagen die Rundenzeiten sämtlicher Fahrer innerhalb einer Sekunde.

„Das war ein guter Start ins Wochenende. Natürlich hatten wir den Vorteil der neuen Reifen, aber es hilft bei der Vorbereitung auf das Zeittraining. Wo wir wirklich stehen, sehen wir erst morgen. Das Auto läuft gut, wir sind sehr zufrieden und es macht richtig Spaß in der DTM“, äußerte sich Toksport-Fahrer Luca Stolz am Freitagnachmittag.

Das Bild bestätigte sich im zweiten Training, in der die meisten Fahrer ihre Tagesbestzeiten fuhren. Stolz sicherte sich den ersten Platz vor Ammermüller, Götz und Lucas Auer (AUT, Mercedes-AMG, Team WINWARD). Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien wiederholte seinen fünften Platz aus der ersten Session. Diesmal ging es noch enger zu: Weniger als eine Sekunde trennte die Fahrer auf den ersten 21 Positionen.


„König Ludwig“ am Nürburgring: 71 und kein bisschen langsam

  • Dreimaliger DTM-Champion startet im 96-er Class-1-Mercedes in der DTM Classic
  • Ludwig über die aktuelle DTM: „Ich bin ein Fan dieser Rennen!°“
  • Der gebürtige Bonner engagiert sich in der Flutkatastrophe im Ahrtal

Tourenwagen-Legenden wie Klaus Ludwig und der 1996-er Class-1-Mercedes © DTM

Seine Erfolge auf dem Nürburgring haben ihm den Namen „König Ludwig“ eingebracht. Wenn die DTM an diesem Wochenende in der Eifel gastiert, ist Klaus Ludwig wieder mittendrin und genießt gleich doppelt: „Es macht so viel Spaß, diese Autos auch heute noch zu fahren“, sagt er über den 1996-er Class-1-Mercedes, den er in den Rennen zur DTM Classic Tourenwagen- Legenden unverändert erfolgreich steuert. 71 Jahre ist Ludwig – und kein bisschen langsam. Und auch die aktuelle DTM hat es dem dreimaligen DTM-Champion angetan: „Die GT3-Rennwagen revolutionieren den Motorsport, die Rennen sind fantastisch, auch in der DTM. Das ist toll für die Zuschauer.“

„Meine Frau und mein Sohn Luca sagen, ich sei bekloppt, dass ich mir das immer noch antue“, erzählt Ludwig. „Aber mir macht es wahnsinnig viel Spaß. Ich habe mich nie schwergetan, diese Autos zu bewegen.“ Seit drei Jahren fährt er die Rennen der Tourenwagen-Legenden, die seit diesem Jahr Teil der DTM-Plattform sind. „Wir zeigen die DTM-Autos aus einer tollen Zeit.“ Der gebürtige Bonner hat bereits vier Saisonrennen gewonnen. Aber es sind nicht die Siege, die ihn zufriedenstellen. „Siege sind immer schön, aber Motorsport lebt von der Competition. Wenn Kurt und ich es uns richtig geben, macht es erst wirklich Spaß.“ Der Däne Kurt Thiim und Volker Strycek, zwei ehemalige DTM-Meister, Klaus Niedzwiedz und Marc Hessel zählen zu den Jägern von „König Ludwig“. Und Ludwig verweist ausdrücklich darauf, dass er mit dem 1996-er Mercedes nur unwesentlich langsamer ist als die heutigen DTM-Rennwagen. „Das Auto fährt wie damals wie auf Schienen, es ist einfach fantastisch zu fahren“, beschreibt er mit leuchtenden Augen.

Der dreimalige Le-Mans-Sieger Klaus Ludwig genießt die Zeit im Fahrerlager in vollen Zügen. „Die Atmosphäre ist wirklich toll.“ Ludwig ist mittendrin, diskutiert über die Technik der alten DTM-Generationen und über die GT-Rennwagen der DTM. Klaus Ludwig, wie er leibt und lebt, engagiert und immer mit deutlichen Worten.

Die DTM 2021 fasziniert ihn. „Jetzt sieben Marken in der DTM ist toll. Aus meiner Sicht können es auch gerne zehn sein. Hier muss man als Marke einfach vertreten sein!“ Am Nürburgring debütiert Porsche in der DTM. „Hoffentlich macht Porsche einen guten Job, und davon bin ich überzeugt. Dann ist die Zukunft der DTM hell und leuchtend", ist der 37-malige DTM-Sieger überzeugt. Kritik, dass die DTM mit GT-Rennwagen nichts mit der alten DTM zu tun habe, bezeichnete er als Blödsinn. „Die alte DTM war zu teuer, es war nicht interessant für die Zuschauer, es gab viele Unterschiede am Wochenende, man wusste nicht, warum performt das Auto nicht, warum gewinnt jenes Auto jetzt?", sagte Ludwig.

In diesem Nürburgring-Wochenende hat Klaus Ludwig noch eine andere Aufgabe am Nürburgring, eine Herzensangelegenheit. Der gebürtige Bonner, der seit Jahren direkt oberhalb des Ahrtals lebt, hat eine Aktion für Jugendliche aus dem von einer Flutwelle am 14./15. Juli zerstörten Ahrtal initiiert zusammen mit der DTM-Organisation ITR, dem AvD und der Nürburgring GmbH. Am Samstag und Sonntag kommen zwei Gruppen Jugendlicher an den „Ring“, um bei der DTM und mit exklusivem Blick hinter die Kulissen ein paar schöne Stunden zu erleben, damit sie etwas Abstand von der unvorstellbaren Zerstörung im Ahrtal gewinnen. „Kinder und Jugendliche sind bei  einer solchen Katastrophe oft vergessene Opfer. Dabei haben sie aktuell doch Ferien, bei den meisten ist der Urlaub jedoch ausgefallen“, so Ludwig, der auch eine Spendenaktion innerhalb der DTM Classic ins Leben gerufen hat.



Rennsport-Hammer: Formel-2-Toptalent Lirim Zendeli startet in der DTM Trophy am Nürburgring

  • Gaststart mit T3 Motorsport
  • Bochumer pilotiert Audi R8 LMS mit der Startnummer 22
  • DTM Trophy Samstag und Sonntag live in SPORT1

Lirim Zendeli (GER), Audi, T3 Motorsport © DTM

Die DTM Trophy bekommt für ihr Renn-Wochenende am Nürburgring kurzfristig noch einen Gaststarter – und was für einen! Formel-2-Toptalent Lirim Zendeli wird im Nachwuchsleistungszentrum der DTM ins Lenkrad greifen. Der Bochumer geht für das DTM Team T3 Motorsport mit der Startnummer 22 an den Start, die mit einem Audi R8 LMS erstmals in der DTM Trophy teilnehmen und mit zwei Lamborghini in der DTM für Furore sorgen.

„Für mich ist es eine sehr spannende Möglichkeit, jetzt in der Sommerpause der Formel-2 Rennpraxis zu sammeln und gleichzeitig mal in GT-Sport reinzuschauen“, sagt Zendeli. „Es war eine sehr spontane Idee, insofern hatte ich keine große Vorbereitungszeit, geschweige denn Möglichkeiten zum Testen. Aber T3 ist ein erfahrenes Team, der Nürburgring eine meine Lieblingsstrecken und jetzt bin ich mal gespannt, wie gut mein rechter Fuß mit dem Gaspedal eines GT-Boliden harmoniert."

Jens Feucht, Teamchef von T3 Motorsport: „Wir freuen uns, dass eins der größten Talente im deutschen Rennsport für uns am Steuer sitzt. Das zeigt auch, welchen Stellenwert wir uns als Team mittlerweile erarbeitet haben. Auch für uns wird es Neuland, in der DTM Trophy an den Start zu gehen. Die Serie ist auf allerhöchstem Niveau mit starken Teams und Fahrern, es wird auch für uns eine Herausforderung – aber wir nehmen Herausforderungen gerne an und haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass wir im Rennsport mit seriennahen GT-Sportwagen erfolgreich sind.“

 Zendeli begann im Alter von zehn Jahren mit Kartsport und stieg 2016 in die Formel 4 auf. 2018 wurde er Formel-4-Meister und wechselte daraufhin in die Formel 3. Nach einer starken Saison 2020 mit zwei Podestplätzen und einem Sieg wechselte er in die Formel 2, wo er für MP Motorsport angreift.

Frederic Elsner, Director Event & Operations der ITR, Dach-Organisation der DTM: „Lirim Zendeli in einem Audi von T3 Motorsport in der DTM Trophy – das ist ein absolutes Highlight, das wir den Fans am Nürburgring und am TV bieten können. Darüber freuen wir uns brutal. Der Formel-2-Fahrer ist ein Riesentalent, und die DTM-Trophy ist das Nachwuchsleistungszentrum im deutschen Rennsport – das passt perfekt zusammen.“

Die DTM Trophy bestreitet am Nürburgring das dritte Rennwochenende der Saison. Die Rennen am Samstag und Sonntag starten jeweils um 15:10 Uhr, SPORT1 überträgt beide Rennen live, auch im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) sind die Rennen zu sehen.