Sonntag, 8. August 2021

Wittmann holt für BMW die Pole fürs Sonntagsrennen in Zolder

Maco Wittmann holt im BMW die Pole für das Rennen am Sonntag in Zolder
Foto: Hoch Zwei

Im Vorfeld hat es immer geheißen, die Rennstrecke in Zolder läge dem BMW nicht besonders. Marco Wittmann ließ sich davon nicht beirren. Im Zeittraining für das DTM-Sonntagsrennen auf dem ehemaligen belgischen Grand-Prix-Kurs sicherte sich der Franke im Walkenhorst-BMW mit einer Zeit von 1:26,687 Minuten den besten Startplatz, vor Lucas Auer im WINWARD-Mercedes und Mike Rockenfeller im ABT-Audi. Für Wittmann und sein Team ist es jeweils die erste Pole-Position der Saison.

Nachdem alle Fahrer ihren ersten Anlauf beendet hatten, waren die BMW noch keineswegs vorne mit dabei. An der Spitze lag zunächst Kelvin van der Linde im ABT-Audi, der Sieger des Samstagsrennens, vor Daniel Juncadella im GruppeM-Mercedes und Nico Müller im Rosberg-Audi. In der zweiten Trainingshälfte jedoch purzelten die Zeiten und wurde erstmals an diesem Wochenende auch die 1:27er-Marke unterboten.

Das gelang zunächst Lucas Auer, der sich kurz darauf jedoch Marco Wittmann geschlagen geben musste. Der Franke startet zum 15. Mal in seiner Karriere von der Pole-Position, erstmals wieder seit dem Samstagsrennen in Brands Hatch am 10. August 2019.

"Das ist mega für uns. Es ist die erste Pole-Position für Walkenhorst-Motorsport in der DTM. Das Auto war das ganze Wochenende über unheimlich stark, ich fühle mich sehr wohl – und das auf einer Strecke, auf der wir gedacht haben, dass wir uns sehr schwer tu würden. Ein riesiges Dankeschön an das Team, das fast die ganze Nacht gearbeitet hat. Da wir noch einen Folgeschaden vom gestrigen Rennen hatten. Daher ist es umso schöner, mit der Pole etwas zurückzugeben. Jetzt heißt es, im Rennen eine gute Performance hinlegen. Aber der erste Grundstein ist gelegt. Ich freue mich jetzt aufs Rennen."

Lucas Auer startet im WINWARD-Mercedes als Zweiter vor den beiden ABT-Audi-Teamkollegen Mike Rockenfeller und Kelvin van der Lind , der Sieger des Samstagrennens.

Fünfter im Zeittraining war Daniel Juncadella im GruppeM-Mercedes, der allerdings als Verursacher des Unfalls in der ersten Runde des Samstagsrennens ausgemacht wurde und daher um zehn Plätze zurückversetzt wurde. Somit rückt Nico Müller (SUI) im Rosberg-Audi auf Startplatz fünf vor, vor Liam Lawson (Red-Bull-AF-Corse-Ferrari,  Christian Klien (JP-McLaren), Maximilian Götz (HRT-Mercedes), Maximilian Buhk (Mücke-Mercedes) und Esmee Hawkey (T3-Lamborghini). Die Britin startet somit erstmals aus den Top 10.

Quelle: dtm.com


Drei Minuten vor Schluss wurde das Training abgebrochen und nicht wieder aufgenommen, nachdem Timo Glock im ROWE-BMW auf der Strecke ausgerollt war und abzusehen war, dass die Bergung des gestrandeten Fahrzeugs länger dauern würde.

Samstag, 7. August 2021

Erster Doppelsieg der DTM-Saison: Kelvin van der Linde triumphiert vor ABT-Kollege Rockenfeller

  • Zweiter Saisonsieg für den Südafrikaner in Zolder
  • Audi-Pilot baut Führung in der Gesamtwertung aus
  • Rockenfeller holt sich nach packendem Kampf mit Albon Platz zwei
  • Zweites Rennen im „Home of DTM“ am Sonntag, 13:30 Uhr 

Sieger am Samstag in Zolder: Kelvin van der Linde (RSA), Audi, ABT Sportsline © DTM

Zweiter Sieg für Kelvin van der Linde, Tabellenführung ausgebaut, packender Dreikampf an der Spitze – auch das fünfte DTM-Rennen der Saison auf der Old-School-Rennstrecke von Zolder in Belgien hatte wieder jede Menge zu bieten. Großer Triumphator war am Ende das Kemptener Team ABT Sportsline, das den ersten Team-Doppelsieg der Saison holte.

Von Startplatz eins aus eroberte der Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi seinen zweiten Saisonsieg nach dem Sonntagerfolg in Monza. Sein Teamkollege Mike Rockenfeller (GER) erkämpfte sich als Zweiter einen weiteren Podestrang und hielt in einem packenden Duell Alex Albon (THA) im Red Bull-Ferrari in Schach. Mit Vincent Abril (MON) im HRT-Mercedes-AMG, Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW und Lokalmatador Esteban Muth im T3-Lamborghini auf den Plätzen vier bis sechs waren fünf Marken auf den ersten sechs Plätzen vertreten.

Vor dem zweiten Rennen in Zolder am Sonntag (13.30 Uhr/live bei SAT.1 und grid.dtm.com) baute Kelvin van der Linde seine Führung in der Gesamtwertung auf 32 Punkte aus. Mit insgesamt 97 Zählern führt der Südafrikaner vor dem 19 Jahre alten Neuseeländer Liam Lawson (Red Bull-Ferrari, AF Corse), der früh ausfiel und bei 65 Punkten bleibt. Dahinter folgt Lausitzringsieger Maximilian Götz (HRT Mercedes AMG) mit 54 Punkten.

Kelvin van der Linde: „Wir hatten einen Test in Zolder vor ein paar Wochen und waren dadurch als Team wirklich gut vorbereitet. Ich bin gespannt, wie es am Sonntag wird, wenn alle dann Erfahrung hier haben werden.“ Sein Teamkollege Rockenfeller holte sein bestes Saisonergebnis: „Kelvin ist eine ziemlich gute Messlatte, er ist so gut in diesen Autos. Ich bin echt glücklich, dass es nach vorne geht, ich bin hier, um um Siege zu kämpfen.“

Bereits direkt nach dem Start ging es heftig zur Sache, als Daniel Juncadella (Gruppe M Racing Mercedes AMG) und Arjun Maini kollidierten. Leidtragender des Crashs war auch einer der Führenden in der Gesamtwertung: Liam Lawson wurde von Mainis GetSpeed-Mercedes-AMG ins Kiesbett geschoben – das Aus für den Meisterschafts-Zweiten. „Das ist natürlich enttäuschend, ich konnte nichts machen“, so der Neuseeländer, „aber es geht morgen gleich weiter.“ Das Safety Car kam auf die Strecke, an der Spitze lag Pole-Sitter Kelvin van der Linde vor Marco Wittman (GER) im Walkenhorst-BMW.

Enges Racing wurde den Fans auch beim Re-Start wieder geboten, bei dem van der Linde seine Führung behauptete. Ein Großteil des Feldes kam dann direkt an die Box, um sich frische Reifen zu holen, nicht so Alex Albon. Der Formel-1-erfahrene Red Bull-Star hatte mit seinem AF Corse-Team eine andere Strategie, blieb länger draußen und legte mit älteren Reifen beeindruckende Zeiten hin. Folge: Ein packender Kampf auf der Strecke, wo Rockenfeller, DTM-Champion von 2013, sich mit Routine und Klasse gegen den Druck von Albon zur Wehr setzte. Albon: „Auf jeder anderen Strecke hätten wir das Rennen gewonnen. Aber Kelvin und Mike mit ihrer Erfahrung machen keine Fehler, deshalb war nur Platz drei drin.“

Dass Überholen aber auch in Zolder nicht unmöglich ist, zeigte weiter hinten Lokalmatador Esteban Muth: Der 19-jährige Belgier im T3-Lamborghini presste sich mit einem starken Manöver an Lausitz-Sieger Philip Ellis (Mercedes-AMG, Team WINWARD) vorbei, schnappte sich auch noch Maximilian Götz und sicherte sich Rang sechs beim Heimspiel. Somit lagen am Ende fünf Marken unter den ersten sechs Autos. Noch nicht für die Punkte reichte es für Christian Klien bei seinem ersten DTM-Einsatz im JP Motorsport-McLaren, am Ende landete der Österreicher auf Platz zwölf.

Freitag, 6. August 2021

DTM-Pechvogel Juncadella: zuerst Bestzeit, dann Heckschaden

  • DTM-Rückkehrer aus Spanien beschert Mercedes-AMG eine weitere Bestzeit
  • Nico Müller im Rosberg-Audi hauchdünn dahinter
  • Juncadella im DTM-Talk: „Ich habe noch eine Rechnung offen
  • Rennstart jeweils um 13:30 Uhr und live in SAT.1: DTM-Rennen am Samstag und Sonntag

Christian Klien (AUT), McLaren, JP Motorsport  © DTM

Dreher, Kiesbett, Rote Flaggen – die beiden Trainingssessions der DTM im belgischen Zolder am Freitag waren definitiv nicht langweilig. Licht und Schatten gab es auch bei Daniel Juncadella. Der Spanier im Mercedes-AMG des Teams GruppeM Racing setzte mit der Tagesbestzeit zunächst ein starkes Zeichen, dann beschädigte er bei einem Dreher das Heck seines Autos. Jeweils am Samstag und Sonntag um 13:30 Uhr (ab 13:00 Uhr live in SAT.1) werden die beiden Rennen gestartet.

In der Anfangsphase des zweiten Freien Trainings fuhr der 30-Jährige aus Barcelona eine Zeit von 1:28,112 Minuten. Da kurz darauf ein teils heftiger Regenschauer über den vier Kilometer langen ehemaligen Grand-Prix-Kurs zog, schaffte es keiner der 19 weiteren Fahrer, die Zeit des Iberers zu unterbieten. Nur 0,035 Sekunde hinter Juncadella fuhr Nico Müller im Audi des Rosberg-Teams im abschließenden Training die zweitbeste Zeit, gefolgt von den beiden Ex-Champions Mike Rockenfeller (ABT-Audi) und Marco Wittmann (Walkenhorst-BMW), so dass drei verschiedene Hersteller auf den ersten vier Plätzen vertreten waren.

Juncadella, der mit einem Ausflug ins Kiesbett auch für eine kurze Unterbrechung des Trainings sorgte, war mit seiner Leistung sehr zufrieden: „Ein gutes Training. Im Trockenen war ich Schnellster, das Auto hat sich richtig gut angefühlt. Im Nassen habe ich dann Ausgangs der ersten Kurve einen Fehler gemacht. Ich hatte nicht erwartet, dass der Randstein so rutschig sein würde. Da habe ich mich gedreht und den Heckbereich des Autos leicht beschädigt, aber nix Wildes. Für Samstag sieht es gut aus.“

Das ersten Freie Training am Mittag hatte der Deutsche Maximilian Götz im HRT-Mercedes-AMG mit einer Zeit von 1:28,170 Minuten als Schnellster beendet. Hinter dem Sieger des Sonntagrennens auf dem DEKRA Lausitzring folgten Alex Albon (THA) im schnellsten AF-Corse-Ferrari auf Platz zwei, Tabellenführer Kelvin van der Linde (RSA, ABT-Audi) auf Rang drei und Liam Lawson im zweiten Ferrari auf Position vier. Zweimal musste das Training mit der roten Flagge unterbrochen werden, zunächst wegen eines Ausritts von Timo Glock (GER, ROWE-BMW), dann vier Minuten vor Schluss, nachdem Maximilian Buhk (GER, Mücke-Mercedes) ins Kiesbett gerutscht war. Nach der zweiten Unterbrechung wurde das Training nicht wieder aufgenommen.

Weil er bei einer Unterbrechung im ersten Freien Training sein Tempo nicht genug reduziert hatte und schneller als die erlaubten 80 km/h war, wurde Alex Albon von der Rennleitung bestraft: Für das nächste Rennen wird er um fünf Startplätze zurückversetzt.

Aus der Pressekonferenz: „DTM die härteste Serie der Welt“

Im traditionellen DTM-Talk am Freitagnachmittag beantworteten Neueinsteiger Christian Klien (AUT, JP-McLaren), Sheldon van der Linde (RSA, ROWE-BMW), Daniel Juncadella (ESP, GruppeM-Mercedes-AMG) und Dev Gore (USA, Rosberg-Audi) die Fragen der Medien, vor Ort in Zolder sowie digital via Zoom. Klien erlebt am Wochenende in Belgien seinen ersten Auftritt in der DTM. „Wir wollten für das Team einige Highlights setzen und so haben wir uns für drei Wochenenden in der DTM entschieden, zur Vorbereitung auf eine volle Saison 2022“, so der österreichische Ex-Formel-1-Fahrer. „Nun pushe ich aber auch noch dafür, dass wir beim Saisonfinale auf dem Norisring an den Start gehen.“

Dev Gore betrachtet die DTM als wichtigen Schritt in seiner Karriere. „Die DTM ist die härteste Serie der Welt, es ist toll, dass ich hier fahren kann,“ so der US-Amerikaner. Er verlegte eigens für seine DTM-Kampagne sogar seinen Wohnsitz nach Deutschland: Er lebt in Heidelberg, in der Nähe des Hauptsitzes des Rosberg-Teams. Daniel Juncadella kehrte nach einem Jahr Abwesenheit in die DTM zurück. „Das ist schon mein zweites Comeback in die Serie. Ich habe hier sicherlich noch eine Rechnung offen.“

Sheldon van der Linde kehrt mit guten Erinnerungen zurück nach Zolder: „Hier habe ich 2019 meine erste Pole-Position in der DTM geholt. An diesem Wochenende wird es bestimmt nicht so einfach für uns, da die Strecke unserem BMW nicht unbedingt entgegenkommt, aber natürlich werde ich versuchen, das Beste daraus zu machen.“

Am Samstag und Sonntag (5./6. August) stehen auf dem Traditionskurs in Belgien, nur 70 Kilometer westlich von Aachen, der fünfte und sechste Saisonlauf der DTM 2021 auf dem Programm. Tickets sind – auch noch an den beiden Renntagen – exklusiv über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline (01806–99 11 66) erhältlich. Erstmals in dieser DTM-Saison ist auch der Campingplatz an der Rennstrecke wieder geöffnet – näher dran geht nicht!


Stimmen von der Pre-Event-Pressekonferenz zum Rennwochenende in Zolder

Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

Philip Ellis (SUI), Mercedes-AMG, Team WINWARD

„Meinen Sieg im Samstagrennen am Lausitzring habe ich bis heute noch nicht richtig realisiert. Das war ein tolles Wochenende für mich. Die Resonanz war sehr positiv. Es ist schon ein Unterschied, ob man ein Rennen in der DTM oder in einer anderen Rennserie gewinnt.“

„Als ich im Rahmenprogramm der DTM gefahren bin, hat man sich schon im Umfeld der DTM bewegt und natürlich sehr genau auf die DTM selbst geschaut. Allein aus diesem Grund sind die Rahmenserien wichtig und interessant. Man muss fokussiert bleiben und darf das Ziel DTM nicht aus den Augen verlieren.“

„Wir hatten einen einzigen Testtag in Zolder, vorher bin ich noch nicht auf dieser Rennstrecke gefahren. Das ist in der Tat eine ‚old-school‘-Rennstrecke mit geringen Auslaufzonen. Aber ich denke, wir werden ganz gut aussehen, denn der Mercedes-AMG ist auf allen Strecken gut.“


Esteban Muth (BEL), Lamborghini, T3 Motorsport

„Ich bin in verschiedenen Formel-Serien gefahren, Formel 4, Formel Renault und Formel 3. Es war alles ein bisschen verrückt, wie es zu meinem Einstieg in die DTM gekommen ist. Das war mein bisher größter Deal. Jetzt bin ich absolut begeistert, in der DTM zu fahren.“

„Ja, es ist bisher ganz gut gelaufen, aber ein Geheimnis gibt es dafür nicht, außer sich voll und ganz darauf zu konzentrieren und hart zu arbeiten. Das tu ich, denn es ist ein Traum, gegen all diese starken Jungs zu fahren.“

„Zolder ist schon meine Heimstrecke, aber ich habe nicht viel Erfahrung auf dieser Strecke. Ich bin erst ein Rennen, ein 24-Stunden-Rennen, auf diesem Kurs gefahren.“

„Ich werde zum Heimrennen mit einem Art-Car antreten. Ich habe meinen neu gestalteten Lamborghini bereits gesehen, er sieht mega toll aus. Jetzt hoffe ich, dass meine Performance ähnlich besonders sein wird.“

„Wieder Zuschauer vor Ort zu haben, gibt mir einen Schub. Und das ist auch für die Fans großartig, wieder nah dabei sein zu können.“


Marco Wittmann (GER), BMW, Walkenhorst Motorsport

„Als ich in die DTM eingestiegen bin, war der größte Unterschied, dass ich ein Dach über dem Kopf hatte, nachdem ich zuvor nur Formel-Autos gefahren bin.“

„Dass Walkenhorst Motorsport nur einen BMW einsetzt, hat Vor- und Nachteile. Ich kann alle Vorteile nutzen, alle konzentrieren sich auf mich. Andererseits fehlt mir ein Teamkollege, um Daten zu vergleichen oder die Abstimmungsarbeit aufzuteilen. Ich mache das Beste daraus, das ist meine Challenge.“

„Ich bin super glücklich, dass wir am Norisring fahren können. Ich wohne nur 20 Kilometer entfernt. Dass der Norisring im Kalender bleibt, ist ein großer Erfolg aller Beteiligten. Und dass Norisring nun sogar das Finale ist, ist einfach das Sahnehäubchen.“

Back to the roots: Zum dritten Rennwochenende startet die DTM in Zolder

  •  „Home of DTM“ fordert die DTM-Asse: Zolder verzeiht keine Fehler
  • Neuer Fahrer, neue Marke: Debüt von Ex-F1-Pilot Christian Klien und McLaren
  • Nach Highspeed und Turn 1: ehemaliger GP-Kurs gilt als „old-school“
  • Vier Sieger in vier Rennen: DTM 2021 extrem ausgeglichen und spannend

Foto: dtm.com / Hoch Zwei

Highspeed in Monza, Steilkurve am Lausitzring und jetzt die „old-school“-Rennstrecke von Zolder: Die DTM-Asse stehen am dritten Rennwochenende (06.-08. August) in Belgien vor einer neuen Bewährungsprobe. Klassische Kiesbetten und nahe Streckenbegrenzungen fordern genau wie hohe Curbs und enge Schikanen höchste fahrerische Präzision von den Piloten. „In Zolder gibt es keinen Platz für Fehler“, stellt der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann (GER), BMW-Pilot im Team von Walkenhorst Motorsport, unmissverständlich fest. Im „Home of DTM“, wie sich der Circuit Zolder nennt und wo die Traditionsrennserie 1984 ihr erstes Rennen austrug, wächst das DTM-Starterfeld auf 20: Erstmals ist der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien dabei, und mit McLaren bringt der Österreicher die sechste Marke an den Start.

Zolder war schon immer eine Hochburg für Motorsport-Fans, sowohl aus den BeNeLux-Staaten als auch aus dem Westen Deutschlands. Von Aachen sind es gerade einmal 70 Kilometer bis zur Rennstrecke. Wie schon zuletzt auf dem DEKRA Lausitzring sind auch in Zolder wieder Zuschauer zugelassen, und das sogar an allen drei Tagen. Eintrittskarten sind exklusiv nur im DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) im Vorverkauf erhältlich, auch am Renntag selbst noch, Tageskassen gibt es jedoch nicht. „Es ist großartig , dass auch in Zolder die Fans wieder dabei sein können“, freut sich auch der belgische DTM-Rookie Esteban Muth auf sein Heimspiel. Der mit 19 Jahren zweitjüngste DTM-Pilot sorgt bislang mit seinem Lamborghini aus dem Team T3-Motorsport für Aufsehen.

Vier Sieger in vier Rennen – die DTM des Jahrgangs 2021 glänzte in Monza und auf dem Lausitzring mit spannendem, abwechslungsreichem Racing. Der Neuseeländer Liam Lawson im Ferrari (AF Corse) und der Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi triumphierten beim Saisonauftakt in Italien, in der Lausitz verbuchte DTM-Rückkehrer Mercedes-AMG mit dem Schweizer Philip Ellis (Team WINWARD) und dem Deutschen Maximilian Götz (Team HRT) zwei Erfolge. In der Punktetabelle liegt weiterhin van der Linde auf dem Platz an der Sonne, mit 69 Zählern führt er knapp vor Red Bull-Junior Lawson (65) und Ellis (48) - alle drei DTM-Neulinge. Hinter Götz (46) auf Rang vier folgen Formel-1-Pilot Alex Albon (THA/Ferrari/31) sowie die punktgleichen BMW-Markenkollegen Wittmann und Sheldon van der Linde (ROWE-Racing) mit je 28 Zählern.

Für frischen Wind sorgt zusätzlich Christian Klien. Im McLaren von JP Motorsport aus Erkelenz freut sich der Österreicher, der auch auf dem Nürburgring und in Assen antreten wird, auf „cooles Racing“ in der DTM. „Mich reizt das Fahrerfeld der DTM, die Zweikämpfe mit Profis“, so der 49-malige GP-Pilot. „Die Boxenstopps auf Zeit sorgen für zusätzliche Würze.“ Klien peilt eine Top-10-Platzierung an: „Wir werden uns in die DTM reinfuchsen.“

Nur 4.000 Meter misst eine Runde des Circuit Zolder, aber die haben es in sich. Manche Fahrer vergleichen den Kurs sogar mit der legendären Nordschleife des Nürburgrings, weil es kaum Ausweichzonen gibt. Darüber hinaus ist Zolder eine anspruchsvolle Mischung aus langsamen und superschnellen Kurven, gespickt mit drei tückischen Schikanen. Vor allem Bremsen und Reifen werden beansprucht. „Ich rechne mit zwei intensiven Rennen“, so Ellis, der in der Lausitz das Kunststück schaffte, aus der neunten Startposition zum Sieg zu stürmen.

Zolder erlebt am Wochenende die DTM-Rennen 29 und 30. Die erfolgreichsten DTM-Piloten sind Ex-Meister Kurt Thiim (DEN), der mit Rover und Mercedes-AMG ebenso fünf Mal gewann wie der amtierende Champion René Rast (GER, Audi). Die erfolgreichste Marke ist allerdings BMW mit zehn Siegen. Wittmann, Sheldon van der Linde und Timo Glock (GER, ROWE Racing) würde daran nur zu gerne anknüpfen. Im Übrigen startet Thiim am Wochenende in Zolder in den beiden Rennen der Tourenwagen-Legenden im Rahmen der DTM Classic.