Dienstag, 27. Oktober 2020

Spannung pur: Titelkampf im ADAC GT Masters geht in die vorletzte Runde

  •  Zweiter Auftritt auf dem Lausitzring, Premiere auf langer Streckenvariante
  •  Vorletztes Rennwochenende des ADAC GT Masters
  •  Rennen Samstag und Sonntag live ab 15 Uhr auf SPORT1

Foto: Jens Hawrda

Keine Zeit zum Ausruhen: Mit dem sechsten von sieben Saisonläufen biegt das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende (30. Oktober-1. November) auf dem DEKRA Lausitzring auf die Zielgerade ein. Nach dem vergangenen Rennwochenende auf dem Red Bull Ring hat sich der Titelkampf weiter zugespitzt: Die Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) haben nur einen Zähler Vorsprung auf ihre engsten Verfolger, Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) im Porsche. Und auch die Tabellendritten, die Mercedes-AMG-Piloten Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT), liegen in Schlagdistanz. SPORT1 zeigt die beiden Rennen beim zweiten Event auf dem Lausitzring in dieser Saison später als gewohnt: Samstag und Sonntag sind sie live ab 15 Uhr zu sehen. Außerdem gibt es sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac. 

 

Die Favoriten

129, 128, 123 und 109 Punkte: Die Punktesummen der Top 4 der Gesamtwertung des ADAC GT Masters lassen bei vier noch ausstehenden Rennen viel Dramatik im Titelkampf erwarten. Die Tabellenführer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde wollen als erste Fahrer überhaupt den Titel im ADAC GT Masters verteidigen. Ihre Chancen auf dem Lausitzring sind vielversprechend: Gewannen doch ihre Markenkollegen Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) eines der beiden Rennen beim Saisonauftakt und zeigten damit, dass man auch diesmal mit dem Audi R8 LMS rechnen muss. Allerdings sind die Karten beim vorletzten Rennwochenende neu gemischt. Ebenfalls Mitte August siegreich waren die Tabellendritten Luca Stolz und Maro Engel. Aber auch die zweimaligen Saisonsieger und Gesamtzweiten Christian Engelhart und Michael Ammermüller und ihre Porsche-Markenkollegen Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) standen beim Saisonauftakt in der Lausitz auf dem Podest. Ex-Champion Renauer und Müller liegen derzeit auf dem vierten Gesamtrang. Das Quintett mit den aussichtsreichsten Meisterschaftschancen rundet das Lamborghini-Werksfahrerduo Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team, 87 Punkte) ab. Mit neun verschiedenen Siegern in den zehn bisher in dieser Saison ausgetragenen Rennen gibt es am Wochenende jedoch zahlreiche weitere Kandidaten für vordere Positionen.

 
Pirelli-Junior-Wertung und Pirelli-Trophy-Wertung

Auch im Nachwuchsklassement des ADAC GT Masters, der Pirelli-Junior-Wertung, läuft die entscheidende Phase im Titelkampf. Hier führt vor den letzten vier Rennen Lamborghini-Fahrer Tim Zimmermann (24, GRT Grasser Racing Team, 225 Punkte). Der Pilot aus Langenargen und sein niederländischer Teamkollege Steijn Schothorst (26) sind aktuell gut in Form: Zuletzt auf dem Red Bull Ring holten sie beide Pole-Positions. Zimmermanns härtester Verfolger ist Porsche-Fahrer Jannes Fittje (21/Langenhain, Küs Team75 Bernhard). Fittje hatte beim Auftaktwochenende im Samstagsrennen den Junior-Sieg geholt und anschließend die Punktewertung fünf Rennen angeführt, ehe er von Rivale Zimmermann verdrängt wurde. Tabellendritte sind die Audi-Fahrer Carrie Schreiner (22/Völklingen) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing). In der Pirelli-Trophy-Wertung für nicht-professionelle Piloten hat Elia Erhart (32/Röttenbach, EFP Car Collection by Tece) auf dem Lausitzring die Chance, sich vorzeitig den Titel zu sichern.

 
Die Strecke

Anders als beim Saisonauftakt im August startet das ADAC GT Masters an diesem Wochenende zum ersten Mal überhaupt auf der 4,570 Kilometer langen Streckenvariante des Lausitzrings. Diese ist rund einen Kilometer länger als die Sprintvariante, setzt sich aber ebenfalls aus Teilen des Ovalkurses und des Infields zusammen. Die Rennen am Wochenende finden ohne die Beteiligung von Zuschauern nach einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Hygiene- und Infektionsschutzkonzept statt. Neben dem ADAC GT Masters sorgen am Wochenende die ADAC GT4 Germany, die ADAC Formel 4, die ADAC TCR Germany und der Porsche Carrera Cup Deutschland für reichlich Motorsport-Action.

 
 
Stimmen vor dem Rennwochenende
 

Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Audi R8 LMS): "Wir sind zuversichtlich für das kommende Wochenende. Beim Saisonauftakt lief es auf dem Lausitzring noch nicht ganz so gut. Wir sind mit dem Team vorher dort noch nicht gefahren. Wir haben viel gelernt und viel Erfahrung mitgenommen, deswegen bin ich jetzt sehr optimistisch. Ich finde es cool, dass wir diesmal eine andere Streckenvariante fahren. Sie ist für mich neu und sorgt für ein bisschen Abwechslung. Auch wenn wir nur einen Punkt Vorsprung haben, haben wir gute Titelchancen. Im vergangenen Jahr hatten wir den Luxus, dass wir beim vorletzten Rennen schon Meister werden konnten. Jetzt ist das Titelrennen viel enger. Das macht es für alle Fahrer besonders. Ab jetzt zählt jeder Punkt, Fehler darf man sich nicht mehr erlauben. Aber wir sitzen alle im gleichen Boot. Alle haben denselben Druck."

Christian Engelhart (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R): "Unsere Zielsetzung verändert sich eigentlich nicht. Wir wollen jedes Rennen maximale Punkte mitnehmen. Dafür arbeiten wir hart und geben unser Bestes. Dass wir eine andere Streckenvariante fahren, wird sicher spannend und macht es schwer vorauszusehen. Den Lausitzring kennen wir zwar vom Saisonstart, aber die längere Variante macht daraus schon eine andere Strecke. Ich selbst habe extrem gute Erinnerungen an den Lausitzring, da ich dort 2012 zum einzigen Mal beide Rennen an einem ADAC GT Masters-Wochenende gewinnen konnte - damals mit Nick Tandy auf einem Porsche. Allerdings waren das damals ganz andere Voraussetzungen und die Autos sind mittlerweile auch ganz anders. Aber es bleibt eine motivierende Erinnerung! Ich bin gespannt, wo wir stehen werden. Natürlich haben wir gute Titelchancen, wenn man sich die Tabelle anschaut. Aber es ist auch unheimlich eng, das heißt wir müssen jedes Rennen unser Bestes abrufen. Bis jetzt ist uns das gut gelungen. Auch wenn wir nicht siegfähig waren, haben wir gepunktet. Wir werden weiter unser Bestes geben und haben das beste Team, das hinter uns steht."

Robert Renauer (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): "Natürlich ist es schade, dass wir nicht in Zandvoort fahren, da es eine unserer Lieblingsstrecken ist und wir dort auch schon gewinnen konnten. Aber auch auf dem Lausitzring lief es immer gut für uns. In fast jedem Jahr standen wir auf dem Podium oder haben sogar gewonnen. Auf die neue Streckenvariante bin ich gespannt. Sie bietet ein oder zwei zusätzliche Überholmöglichkeiten und sorgt daher für mehr Rennaction."


GRT Grasser 2021 mit vier Lamborghini im ADAC GT Masters

  • Österreichischer Rennstall bekennt sich zur "Liga der Supersportwagen"
  • Einsatz von Lamborghini-Werks- und Juniorpiloten geplant
  • Auch Zakspeed hat Pläne für 2021 bekanntgegeben

GRT Grasser Racing Team 2021 mit vier Lamborghini Huracàn GT3 Evo im ADAC GT-Masters
Foto: ADAC-Motorsport
 


Ein weiteres starkes Signal für das ADAC GT Masters: Das GRT Grasser Racing Team plant auch 2021 in der "Liga der Supersportwagen" anzutreten und sein Engagement auf vier Lamborghini Huracán GT3 Evo auszubauen. Vor Kurzem hatte bereits mit dem Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing einer der erfolgreichsten und bekanntesten Rennställe in Deutschland seine Teilnahme an der Rennserie in der kommenden Saison angekündigt. Dann erhält das ADAC GT Masters vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) erstmals das Prädikat Internationale Deutsche GT-Meisterschaft.
 
Das GRT Grasser Racing Team startet seit 2011 im ADAC GT Masters und hat sich als eines der weltweit erfolgreichsten Lamborghini-Teams im GT-Sport etabliert. In der "Liga der Supersportwagen" hat der Rennstall von Gottfried Grasser bisher zehn Siege und 14 Pole-Positions eingefahren. In der kommenden Saison planen die Österreicher vier Lamborghini Huracán GT3 Evo einzusetzen und damit ein Fahrzeug mehr als in der aktuellen Saison. Neben dem traditionellen Aufgebot von Werksfahrern der Lamborghini Squadra Corse sollen dann Nachwuchsfahrer des Lamborghini-Juniorkaders antreten. Initialzündung für diesen Schritt waren die Erfolge der aktuellen Junioren Steijn Schothorst (26/NL) und Tim Zimmermann (24/Langenargen), die im diesjährigen ADAC GT Masters bereits drei Pole-Positions geholt haben. Zimmermann führt zudem die Pirelli-Junior-Wertung an.
 
"Ich freue mich sehr darüber, dass wir frühzeitig Pläne für die Saison 2021 schmieden können", so Gottfried Grasser. "Nach einem für die Welt und auch für unsere Branche harten Jahr ist das keine Selbstverständlichkeit. Dank unserer starken Partner und Sponsoren sind wir in der Lage, trotz dieser schwierigen Zeiten die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir blicken optimistisch auf das kommende Jahr und wünschen uns sehr, dass sich die weltweite Situation bessern wird und wir uns zusammen auf einen schönen Kalender und spannende Rennen freuen dürfen. Das Lamborghini-Juniorteam im ADAC GT Masters ist ein cooles Engagement, an dem wir sicher sehr viel Spaß haben werden. Die Vorfreude auf die kommende Saison ist groß."
 
Auch Zakspeed 2021 dabei

Vor dem GRT Grasser Racing Team hatte bereits das Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing bekanntgegeben, ebenfalls 2021 weiter im ADAC GT Masters antreten zu wollen. Der Traditionsrennstall aus der Eifel, der im ADAC GT Masters bisher einen Fahrertitel, fünf Rennsiege und neun Pole-Positions geholt hat, plant erneut den Einsatz zweier Mercedes-AMG GT3 Evo.

Montag, 26. Oktober 2020

DTM verzichtet auf Zuschauer beim Finale in Hockenheim

  •  Gemeinsame Entscheidung von ITR und Hockenheim-Ring GmbH
  •  Aktuelle Entwicklung der Covid-19-Pandemie läßt keine verläßliche Planung zu
  •  06.-08. November: DTM-Showdown  live auf SAT.1 und weltweit im Internet-Stream
  •  Titelentscheidung offen: Rast oder Müller oder doch noch Frijns


Foto: Jens Hawrda

Das große Finale der DTM mit der packenden Titelentscheidung zwischen René Rast (GER), Nico Müller (SUI) und Robin Frijns (NED) wird vom 06. bis 08. November ohne Zuschauer in Hockenheim ausgetragen. Die DTM-Dachorganisation ITR und die Hockenheim-Ring GmbH haben in Anbetracht der aktuellen Entwicklung der Covid-19-Pandemie gemeinsam entschieden, auf einen Kartenverkauf zum neunten und letzten Saisonlauf zu verzichten. Bereits bei den Läufen im belgischen Zolder an den beiden vorangegangenen Wochenenden hatte die ITR den genehmigten Kartenvorverkauf vorzeitig gestoppt. Immerhin konnten im niederländischen Assen und zweimal auf dem Nürburgring Zuschauer in begrenzter Anzahl die DTM-Rennen auf den Tribünen vor Ort miterleben.

SAT.1 und Internet-Streaming liefern DTM-Entscheidung auf TV-Bildschirme und Smartphone

Wenn im badischen Motodrom, traditionell Schauplatz des Finales, die Entscheidung fällt, wer DTM-Champion 2020 wird, werden die Motorsport-Enthusiasten keinen spannenden Moment verpassen. SAT.1 im deutsprachigen Raum sowie TV-Sender in über 30 Ländern übertragen die beiden Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) live. Über das Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) sind auch Trainings und Qualifyings neben einer umfassenden Berichterstattung aus dem Fahrerlager auf TV-Bildschirmen und auf Smartphones zu sehen.

Die Ausgangslage im Titelkampf der hochkarätigen DTM könnte nicht spannender sein: Titelverteidiger René Rast hat mit dem Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Rosberg erstmals in dieser Saison die Tabellenführung erobert und führt mit 304 Punkten. Nur 19 Zähler trennen Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline), nachdem er vom Auftakt Anfang August in Spa-Francorchamps bis Zolder die Meisterschaft angeführt hatte, von Rast. Müllers Teamkollege Robin Frijns hat mit 263 Punkten bei noch 56 zu vergebenden Zählern zumindest noch theoretische Titelchancen.


Klingmann/Johansson gewinnen im BMW das 200. Rennen des ADAC GT Masters

  •  MRS GT-Racing holt auf dem Red Bull Ring zweiten BMW-Sieg des Wochenendes
  •  Johansson gewinnt auch in der Pirelli-Junior-Wertung
  •  Filip Salaquarda siegt in Pirelli-Trophy-Wertung


Sieger des 200. Rennens des ADAC GT Masters: Erik Johansson (l.) und Jens Klingmann
Foto: ADAC-Motorsport

Erik Johansson (24/S) und Jens Klingmann (30/Tägerwilen, beide MRS GT-Racing) schreiben ADAC GT Masters-Geschichte: Die beiden BMW-Piloten gewinnen am Sonntag auf dem Red Bull Ring das 200. Rennen der "Liga der Supersportwagen". Im zehnten Rennen des Jahres sind sie die neunte Siegerpaarung. Dank Platz zwei übernehmen die Porsche-Piloten Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) vier Rennen vor dem Saisonende die Tabellenführung, Rang drei sicherten sich Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT). "Wahnsinn! Das 200. Rennen des ADAC GT Masters zu gewinnen ist etwas ganz Besonderes", so Sieger Jens Klingmann im Ziel. "Ich hätte heute morgen nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen können. Ich wäre schon mit einem Podiumsplatz zufrieden gewesen."


Klingmann bestimmt erste Rennhälfte

Startfahrer Jens Klingmann unterstrich schon in der ersten Runde seine Siegambition. Von Startplatz zwei ging er an Pole-Setter Tim Zimmermann (24/Langenargen, GRT Grasser Racing Team) im Lamborghini vorbei und setzte sich an die Spitze des Feldes. Dahinter folgten Markenkollege Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport) und Porsche-Fahrer Michael Ammermüller. Zimmermann beendete die erste Runde dagegen nur als Neunter. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des gestrandeten Bentley von Jordan Pepper (24/ZA, T3-HRT-Motorsport) behauptete Klingmann bis zum Fahrerwechsel die Führung und übergab an Partner Johansson. Auch der junge Schwede ließ sich danach nicht aus der Ruhe bringen und brachte den BMW auf Platz eins ins Ziel. Für Johansson war es der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen". Gleichzeitig gewann er erstmals die Pirelli-Junior-Wertung. Teamkollege Klingmann durfte sich über seinen zehnten Sieg im ADAC GT Masters freuen, das Team MRS GT-Racing über den dritten.
 

Der BMW der Samstagssieger Yelloly und Henric Skoog (24/S) kam als Zweiter ins Ziel, wurde aber anschließend durch eine 10-Sekunden-Strafe wegen wiederholten Überschreitens der Tracklimits auf Platz fünf zurückversetzt. Der zweite Platz ging daher an das Porsche-Duo Engelhart/Ammermüller, die das ganze Rennen über hinter den beiden BMW lagen. Die Deutschen eroberten damit bei vier noch ausstehenden Rennen die Tabellenführung zurück. Der dritte Podestplatz ging an Luca Stolz und Maro Engel im besten Mercedes-AMG. Die beiden Toksport-WRT-Fahrer waren anfangs Sechste und machten durch einen gut getimten frühen Boxenstopp zahlreiche Positionen gut. Die Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team) wurden wie am Vortag Vierte und verpassten erneut nur knapp die Top 3. Dieses Mal fehlten 0,2 Sekunden.

 

Hinter den nachträglich bestraften Yelolly und Skoog kamen Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) im besten Audi auf Rang sechs. Dahinter folgten nach einem starken Rennen Maximilian Hackländer (30/Rüthen) und Nikolaj Rogivue (24/CH, beide Aust Motorsport), die sich von Startplatz 21 auf Rang sieben vorkämpften. Hackländer fuhr zudem die schnellste Rennrunde. Dahinter kamen die bisherigen Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) in einem weiteren Audi R8 LMS ins Ziel. Die Top 10 vervollständigten die von der Pole-Position gestarteten Steijn Schothorst (26/NL) und Tim Zimmermann (24/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team) und die Mercedes-AMG-Fahrer Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward).

Der Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung für nichtprofessionelle Piloten ging diesmal an Audi-Pilot Filip Salaquarda (36/CZ, Team ISR).

 
Stimmen der Sieger: 

Jens Klingmann (BMW M6 GT3):
"In den vergangenen Jahren war ich bei über der Hälfte aller Rennen des ADAC GT Masters dabei, da ist es natürlich etwas ganz Besonderes, das 200. Rennen gewinnen zu können. Unsere beste Chance lag darin, gleich zu Rennbeginn am Lamborghini vorbei auf Platz eins zu gehen und von dort aus die Rennpace clever zu verwalten. Mit einem super Start hat das gut funktioniert, ich konnte die Reifen schonen, sodass wir gut vorbereitet in den zweiten Stint starten konnten. Während der zweiten Rennhälfte war ich als Zuseher dann deutlich nervöser, als ich es im Auto gewesen bin. Für die letzten Rennen des Jahres hoffen wir, das derzeitige Momentum mitnehmen und einige weitere Highlights setzen zu können."
 

Erik Johansson (MRS GT-Racing, BMW M6 GT3):
"Es ist ein wirklich spezielles Gefühl, meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters ausgerechnet im 200. Rennen der Serie feiern zu dürfen. Jens hat in der ersten Rennhälfte einen außerordentlichen Job gemacht, zur Rennmitte war es ein großer Vorteil, das Auto auf Position eins liegend übernehmen zu können. Meine Aufgabe war es dann in erster Linie, so sicher wie möglich zu fahren und keine Fehler zu machen, die uns möglicherweise viel Zeit gekostet hätten. Es ist es bisschen schade, nicht wieder zwei BMWs auf dem Podium zu sehen, doch fühlte sich unser Wagen auch heute wieder sehr gut an, zwei Podien für MRS GT-Racing sind ein tolles Ergebnis. Das gibt noch einmal extra Selbstvertrauen."


GT4 Germany am Red Bull Ring: Zweiter Saisonsieg für Kasperlik/Møller Madsen

  •  Mit Porsche, McLaren und BMW drei Marken auf dem Podium der ADAC GT4 Germany
  •  Phil Dörr gewinnt Junior-Wertung
  •  Stefan Grotstollen und Georg Braun beste Trophy-Piloten


Zielflagge für Jan Kasperlik / Nicolaj Møller-Madsen vom Team Allied-Racing
Foto: ADAC-Motorsport


Spannung bis zur letzten Kurve, eine spektakuläre Aufholjagd und ein Sprit-Drama in der letzten Runde: Auch Lauf zwei der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring bot jede Menge Unterhaltung. Am Ende siegten Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4, nachdem sie das Rennen vom 18. Startplatz aus begonnen hatten. Die Laufsieger des Samstags, Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport), kamen im McLaren 570S GT4 auf Platz zwei. Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) komplettierten im BMW M4 GT4 das Podium. "Nachdem wir in den letzten drei Läufen extrem viel Pech hatten, ist die Stimmung im Team jetzt natürlich top. Wir wussten immer, dass wir stark sind. Jetzt konnten wir das wieder in ein gutes Ergebnis umsetzen", erklärte Kasperlik, der gemeinsam mit Teamkollege Møller Madsen den zweiten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany einfuhr.
 

Nach einer Strafversetzung begann Møller Madsen das Rennen von der 18. Startposition aus. Doch schon nach drei Runden fuhr der Däne spektakulär bis auf Position sieben nach vorne. An der Spitze machte derweil Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, Dörr Motorsport) im McLaren die Pace. "Ich bin in meinem Stint natürlich volles Risiko gegangen, da ich nichts zu verlieren hatte. Ich wollte so schnell wie möglich nach vorne kommen, um im Verkehr nicht zu viel Zeit auf die Führenden einzubüßen", erklärte Møller Madsen, der sich bis zum Pflichtboxenstopp bis auf die vierte Position nach vorne gearbeitet hatte.

Nach den Fahrerwechseln befand sich Teamkollege Kasperlik bereits auf Position zwei und machte im weiteren Rennverlauf ordentlich Druck auf Aleksey Sizov (17/RUS), der den führenden McLaren von Dreyspring übernommen hatte. Dahinter ergab sich ein sehenswerter Dreikampf zwischen Florian Janits (22/AUT) im KTM X-Bow GT4 Evo, Fred Martin-Dye im McLaren und BMW-Pilot Gabriele Piana.

Rund fünf Minuten vor Rennende musste zur Bergung des BMW von Claudia Hürtgen (49/Aschheim, Hofor Racing by Bonk Motorsport) das Safety-Car auf die Strecke geschickt werden, was das Feld nochmals dicht zusammenbrachte. Nach Freigabe des Rennens gab es nochmals packende Action. Wenige Kurven vor Fallen der Zielflagge dann jedoch das Drama beim führenden Sizov: Aufgrund von Spritmangel wurde der McLaren langsamer, rollte final aber noch auf Position zehn ins Ziel. "Plötzlich setzte der McLaren-Pilot vor mir den Blinker und ich konnte vorbeifahren", beschrieb Laufsieger Kasperlik die Situation. "Mit dem Triumph hatten wir nach dem schlechten Startplatz natürlich nicht gerechnet.

Martin-Dye holte sich in der letzten Runde noch Platz zwei von Gabriele Piana. Teamkollege Phil Dörr konnte sich doppelt freuen, da er auch die Juniorwertung gewann. Vierte wurden Christer Jöns (33/Ingelheim) und Mads Siljehaug (24/NOR, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren McLaren. Janits und Teamkollege Reinhard Kofler (35/AUT) wurden Fünfte vor Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG, die weiterhin die Tabellenspitze inne haben. Platz sieben ging an Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team Zakspeed) in einem weiteren Mercedes-AMG vor den beiden Porsche von Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) sowie Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck, beide Team Allied-Racing). Mit Platz elf gewannen Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) im BMW die Trophy-Wertung.

Die ADAC GT4 Germany macht keine Pause. Bereits vom 30. Oktober bis zum 1. November wird das fünfte Rennwochenende 2020 auf dem DEKRA Lausitzring ausgetragen. Die Strecke in Brandenburg kam kurzfristig in den Kalender und ersetzt die zunächst geplante Kalenderstation auf dem Circuit Zandvoort. "Ich bin auf dem Lausitzring noch nie gefahren. Aber dennoch wollen wir dort zwei Siege holen. Denn unser Ziel ist ganz klar der Titel in der ADAC GT4 Germany", stellt Nicolaj Møller Madsen selbstbewusst klar.