Dienstag, 28. Januar 2020

Statement von Audi-Motorsportchef Dieter Gass zum Rückzug von R-Motorsport aus der DTM

Dieter Gass
Copyright: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH - Photo: Communications Audi Sport customer racing
 Bildagentur Kräling
Wir bedauern die Entscheidung von R-Motorsport und wünschen der Mannschaft von Dr. Florian Kamelger viel Glück bei ihren zukünftigen Engagements. Die ITR und hier besonders Gerhard Berger sind momentan in intensiven Gesprächen mit möglichen Teams und Herstellern. Wir wissen, dass es keine leichte Aufgabe ist, dies in den verbleibenden drei Monaten bis zum Saisonstart zu schaffen, aber wir sind sicher, dass wir auch in der Saison 2020 den DTM-Fans ein attraktives Starterfeld präsentieren können.

Freitag, 24. Januar 2020

Hiobsbotschaft für die DTM: Aston-Martin steigt aus

Aston Martin zieht nach nur einem Jahr die Reisleine
Foto: Jens Hawrda
Nach nur einem Jahr steigt Aston Martin wieder aus der DTM aus. Durch die Trennung von Motorenparter HWA, standen die Italiener von R-Motorsport ohne Antriebseinheit da. Zwar hatte BMW eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert Motoren zu liefern, aber das Problem ist das für die Motoren das Kühlsystem angepasst werden muss, welches vorher auf die HWA-Motoren ausgelegt war. Die Zeit bis zum Test in Monza ist nun wohl einfach zu knapp. Zusätzlich berichten einige Quellen, das es zwischen HWA und R-Motorsport hinter den Kulissen wohl auch handfeste finanzielle Auseinandersetzungen gab und gibt. So wird z.B. berichtet, das R-Motorsport gar keinen Zugriff auf die vier Einsatzfahrzeuge hat, da diese im Besitz von HWA seien.

Jedenfalls hat am heutigen Freitag Dr. Florian Kamelger bekannt gegeben, dass das Unternehmen sein DTM-Engagement beendet. Dies hat eine Neubewertung des Motorsport-Engagements ergeben.

Das für 2020 beschlossene Motorsport-Programm wird R-Motorsport zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Das mit dem Einsatz von vier Aston Martin Vantage DTM-Fahrzeugen vielbeachtete Debütjahr von R-Motorsport hat in der Saison 2019 erheblich zum Erfolg der DTM beigetragen. Dies sehen die Verantwortlichen des Schweizer Teams wie auch Beobachter der Szene als Erfolg des kurzfristig in nur 90 Tagen auf die Beine gestellten Projekts.

Dr. Florian Kamelger, Team Principal R-Motorsport: „Unsere Neubeurteilung unseres Motorsport-Programms kam zu dem Ergebnis, dass wir neue Prioritäten für die Zukunft setzen wollen und dass das DTM-Engagement dafür nicht zielführend sein würde. Was wir hinsichtlich unseres Motorsport-Programms für 2020 entschieden haben, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Ich möchte mich auf diesem Weg sehr herzlich im Speziellen bei Gerhard Berger und der ITR, bei Dieter Gass und bei Jens Marquardt für das gemeinsame Engagement bedanken. Insbesondere BMW war ein außerordentlich hilfreicher Partner für uns.“

Für die DTM ist das der Super-Gau, steht die Serie damit nun für 2020 wieder mit nur zwei Herstellern da. Dabei dachte man 2019 das Schlimmste wäre überstanden, nachdem mit Aston Martin der gewünschte dritte Hersteller gefunden war. Zwar gibt es einen Notfallplan nachdem BMW und Audi in so einem Fall zusätzlich Ihre Testträger als Einsatzfahrzeuge aktivieren, trotzdem stehen dann immer noch zwei Fahrzeige weniger in der Startaufstellung als 2019. Auch ist diese Notlösung längstens für ein Jahr vorgesehen, dann muss ein weiterer Hersteller das Feld füllen. Passiert das nicht ist zu befürchten das 2020 das letzte Jahr der DTM ist.

Montag, 20. Januar 2020

Formel-E: Doppelte Punkte für Mercedes in Santiago

Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne in den Top-6

Nyck de Vries,  Mercedes-Benz EQ
Foto: Mercedes-Motorsport
Drei Rennen, drei Mal in den Punkterängen: Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team punktet auch im dritten Lauf seiner Debütsaison

  • Nyck de Vries verbesserte sich im Rennverlauf um fünf Positionen und überquerte die Ziellinie im Endspurt auf Platz drei – durch eine nachträgliche Zeitstrafe belegte er schlussendlich Rang fünf
  • Stoffel Vandoorne kam hinter seinem Teamkollegen auf dem sechsten Platz ins Ziel
  • Ian James: „Ich freue mich über die Plätze fünf und sechs, die genau innerhalb unserer Zielsetzung liegen. Wir befinden uns als Team weiter auf dem richtigen Weg.“
  • Nyck de Vries: „Meine Pace war gut und ich konnte mich durch das Feld nach vorne kämpfen. Leider habe ich dann noch eine Strafe erhalten, aber insgesamt war es ein gutes Rennen.“
  • Stoffel Vandoorne: „Das war ein hartes, sehr ereignisreiches Rennen für mich. Es ist wichtig für uns, erneut eine gute Punkteausbeute mitzunehmen. Darauf kommt es in dieser Meisterschaft an.“


Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team setzte an diesem Wochenende den erfolgreichen Start in seine Debütsaison in der ABB FIA Formel E Meisterschaft in Chile fort. Nach zwei Podestplätzen am Auftaktwochenende in Saudi-Arabien fuhren die beiden Fahrer Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne beim Antofagasta Minerals Santiago E-Prix 2020 beide in die Top-6.

Nyck ging vom achten Startplatz in eines der heißesten Rennen der Saison. Der Niederländer verbesserte sich im Laufe der 40 Rennrunden um fünf Positionen und überquerte die Ziellinie nach einem spannenden Finish auf Platz drei. In Folge einer nachträglichen Zeitstrafe fiel er auf den fünften Rang zurück. Die Ursache hierfür war ein Verstoß bei der Batterietemperatur. Trotzdem erzielte der Rookie damit das bislang beste Ergebnis in seiner noch jungen Formel-E-Karriere.

Direkt hinter Nyck belegte sein Teamkollege Stoffel Vandoorne den sechsten Platz. Für Stoffel war es nach zwei dritten Plätzen in Diriyah die dritte Punkteankunft im dritten Saisonrennen.

Nyck und Stoffel qualifizierten sich für die vierte respektive fünfte Startreihe. Nach dem unerwartet erfolgreichen Debüt des Teams in Saudi-Arabien mussten sie in Qualifying-Gruppe eins respektive zwei antreten, in denen die Streckenbedingungen herausfordernd waren. Mit den Plätzen eins und zwei in ihrer jeweiligen Gruppe verpassten Stoffel und Nyck den Einzug in die Super-Pole der besten sechs Fahrer nur knapp.

Im Rennen gab es zum dritten Mal in Folge für beide Fahrer zusätzliche Leistung über den Fanboost (VAN: 18,6% / DEV: 7,7%). Stoffel gelang sogar ein Hattrick im Fan-Voting: der Belgier lag nach den ersten beiden Saisonläufen in Diriyah auch in Santiago in der Gunst der Fans ganz vorne.

Nach drei von 14 Saisonrennen führt Stoffel (38 Punkte) die Fahrerwertung mit drei Zählern Vorsprung vor Alexander Sims (35 Punkte) an. Nyck liegt mit 18 Punkten auf dem elften Gesamtrang. In der Teamwertung belegt das Mercedes-Benz EQ Formel E Team (56 Punkte) mit vier Zählern Rückstand auf BMW i Andretti Motorsport (60 Punkte) den zweiten Platz.

Aus Chile geht es weiter nach Mexiko-Stadt. Dort bestreitet das Team am 15. Februar auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez den vierten E-Prix in seiner Debütsaison in der Formel E.

Audi-Pilot di Grassi begeistert mit Aufholjagd

  • Spektakulärer E-Prix in der chilenischen Hauptstadt Santiago
  • Lucas di Grassi macht nach Pech im Qualifying im Rennen 15 Plätze gut
Lucas di Grassi von Startplatz 22 auf Platz 7 im Ziel
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Die Formel E ist in Santiago de Chile mit einem spektakulären Rennen in das Jahr 2020 gestartet. Lucas di Grassi vom Team Audi Sport ABT Schaeffler begeisterte die südamerikanischen Fans mit einer Aufholjagd von Startplatz 22 auf Rang sieben.

Packende Duelle, jede Menge Überholmanöver, Kollisionen und Spannung bis zur letzten Runde: Der E-Prix im Parque O'Higgins der chilenischen Hauptstadt lieferte ein typisches Formel-E-Rennen, das die Zuschauer von ihren Sitzen riss. „Es war absolut fantastisch“, sagte Lucas di Grassi. „Ich bin völlig erschöpft, aber überglücklich, aus der vorletzten Startreihe noch auf Platz sieben nach vorne gefahren zu sein. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team und Audi.“

Der Brasilianer hatte das große Pech, dass im Qualifying direkt vor ihm ein Unfall passierte und er nur vom Startplatz 22 ins Rennen gehen konnte. Mit seiner Aufholjagd unterstrich er, dass der Audi e-tron FE06 eines der schnellsten Autos im Starterfeld ist.

Teamkollege Daniel Abt hatte im Qualifying mit Verkehr zu kämpfen. Der Deutsche arbeitete sich von Startplatz 13 auf Rang acht nach vorn. Eine nachträglich gegen ihn verhängte 30-Sekunden-Zeitstrafe infolge einer Kollision warf ihn auf Platz 14 zurück.

„Es ging heute mächtig zur Sache“, sagte Teamchef Allan McNish. „Nach dem schwierigen Qualifying wussten wir alle, dass es für uns ein hartes Rennen werden würde. Aber das Team hat sich wieder einmal zurückgekämpft. Dass Lucas bis auf Platz sieben nach vorne fahren konnte, war eindrucksvoll. Dass Daniel für einen der vielen Zwischenfälle, die es heute gab, nachträglich eine Strafe bekommen hat, ist sehr schade. Es war ein hartes Rennwochenende für uns, aber wir nehmen wichtige Punkte mit aus Santiago und freuen uns schon auf das nächste Rennen in Mexiko.“

Sam Bird holte trotz eines Drehers mit Platz zehn einen Punkt für das Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing. Robin Frijns wurde nach einer Berührung im Startgetümmel 15.

Sonntag, 19. Januar 2020

Maximilian Günther holt beim Santiago E-Prix den ersten Sieg seiner Formel-E-Karriere

Sieger beim Santiago E-Prix: Maximilian Günther BMW iFE.20
Foto: BMW-Motorsport
In einem spannenden Finale gelang Maximilian Günther (GER) in der letzten Runde ein Überholmanöver und damit der Sieg im Santiago E-Prix. Der 22-Jährige holte den ersten Sieg seiner Formel-E-Karriere in seinem dritten Rennen für das Team. Auf diese Weise wurde er auch der jüngste Gewinner aller Zeiten in der Serie. Die 25 erzielten Punkte brachten BMW i Andretti Motorsport an die Spitze der Teamwertung. Alexander Sims (GBR) fiel leider in Santiago aus.

Im Qualifying kämpften Sims mit einer Strecke, die für die erste Gruppe noch rutschig war. Nach drei Pole-Positionen in Folge musste er sich mit dem 15. Startplatz begnügen. Günther nutzte die besseren Streckenbedingungen in der dritten Gruppe perfekt aus und stieg in die Super Pole auf, wo er mit dem zweiten Platz zum vierten Mal in Folge einen Startplatz in der ersten Startreihe einnahm.

Während Sims zu Beginn des Rennens in viele heftige Zweikämpfe im Mittelfeld verwickelt war und sich nach Kontakt mit den Leitplanken endgültig aufgeben musste, konnte sich Günther in den Top 3 behaupten. Gegen Ende des Rennens profitierte er von der Energieeffizienz seines BMW iFE.20 und der herausragenden Strategie des Teams. In einem fesselnden Kampf um die Führung konnte er António Félix da Costa (POR) in der letzten Runde überholen und als Sieger die Zielflagge sehen.

Alexander Sims (# 27 BMW iFE.20, Qualifying-Ergebnis: 15. Platz, Rennergebnis: DNF, Punkte: 35, Fahrerwertung: 2. Platz):

„Erstens freue ich mich unglaublich über Max und das Team. Max hatte ein hervorragendes Qualifying und er und das Team haben im Rennen alles richtig gemacht. Ich hatte auch im Training ein gutes Tempo, aber in der ersten Qualifikationsgruppe konnte ich nicht viel machen. Die ersten Runden meines Rennens waren ziemlich gut. Es war ein typisches Formel-E-Rennen im Mittelfeld. hart, aber gut. Ich kam dann leicht mit der Wand in Berührung, beschädigte aber mein Auto so sehr, dass ich mich vom Rennen zurückziehen musste. Daher ist das Ergebnis offensichtlich enttäuschend.“

Maximilian Günther (# 28 BMW iFE.20, Qualifying-Ergebnis: 2. Platz, Rennergebnis: 1. Platz, Punkte: 25, Fahrerwertung: 4. Platz):

„Heute ist ein Traum wahr geworden. Ich bin unglaublich glücklich, hier in Santiago den ersten Sieg meiner Formel-E-Karriere zu feiern. Der zweite Platz im Qualifying war hervorragend. Nachdem wir auf der schmutzigen Seite der Strecke keinen guten Start hingelegt hatten, was mich eine Position gekostet hat, haben wir den ATTACK MODE sehr geschickt eingesetzt, um die Führung zu übernehmen. Bei der Hitze war es auch wichtig, die Temperatur der Batterien im Auge zu behalten. Das haben wir wirklich gut gemacht. In der letzten Runde musste António auf der Geraden etwas früher als ich rollen. Ich dachte bei mir 'jetzt oder nie' und ging zum Überholen. Zum Glück ist es gelungen. “