Freitag, 13. September 2019

ADAC TCR Germany: Heiße Phase der Saison beginnt in Hockenheim

  • Tabellenführer Antti Buri will nächsten Schritt zum Titel machen
  • Meisterteam Target Competition mit Gaststart in der ADAC TCR Germany
  • Youtuber Franz Simon steuert das VIP-Auto von Hyundai
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC TCR Germany biegt mit zwei spannenden Rennen in Hockenheim auf die Zielgerade ein. Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich an diesem Wochenende (13. bis 15. September) auf dem Highspeedkurs in Baden-Württemberg zu. Audi RS3 LMS-Fahrer Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) reist als Tabellenführer an - doch die Konkurrenz sitzt dem Finnen im Nacken. In Hockenheim wird sie sogar am Wochenende etwas größer: Target Competition, die Meistermannschaft von 2016 und 2017, absolviert einen Gastauftritt mit zwei Hyundai. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany live im TV, online sind die Läufe auf adac.de/motorsport, youtube.com/adac und auf der Facebookseite der ADAC TCR Germany zu sehen.

"Endlich geht es weiter, es fühlt sich gut an, nach Hockenheim zurückzukehren", sagt Buri, der in den ersten fünf Rennwochenende 320 Punkte gesammelt hat und die Meisterschaft anführt: "Wir als Team sind super motiviert. Wir wollen weiter gut arbeiten und Punkte sammeln - und natürlich wollen wir auch am Ende der Saison noch ganz oben stehen."

Entschieden ist jedoch längst noch nichts. Denn Max Hesse (18, Wernau, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR (298 Punkte), Markenkollege und Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International) mit 282 Punkten sowie Honda Civic TCR-Pilot Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) mit 274 lauern auf ihre Chance. Die Maximalausbeute an einem Wochenende beträgt 85 Zähler (5 für die Pole Position und jeweils 40 für einen Sieg), es ist also noch immer alles offen.

Das weiß auch Max Hesse, der drei der vergangenen vier Rennen gewonnen hat und in Bestform anreist. "Wir sind sehr motiviert und hatten zuletzt eine super Form. Wir versuchen, wieder abzuliefern und so viele Punkte wie möglich zu sichern", sagt der Tabellenzweite: "Trotzdem wird es schwierig werden, weil die Strecke dem Hyundai nicht ganz so liegt. Deshalb wollen wir einfach versuchen, den Abstand in der Meisterschaft so klein wie möglich zu halten und dann beim Finale am Sachsenring wieder voll abzuräumen."

Doch der Sachsenring, auf dem Ende des Monats erstmals das große Saisonfinale steigt, ist Stand jetzt noch kein Thema. Jetzt dreht sich alles um die ideale Vorbereitung auf Hockenheim. Ein Kurs, an den Harald Proczyk beste Erinnerungen hat. Hier holte er sich 2018 in einem Herzschlagfinale den Titel - und hier gewann er auch 2017 einen Lauf.

Nachdem es zuletzt auf dem Nürburgring einige Probleme gegeben hatte, sind Proczyk und sein Team vor allem auf Wiedergutmachung aus. "Das war eine Vollkatastrophe, wir haben als Team versagt", sagt Proczyk im Rückblick. Was der Champion meinte: Im verregneten Sonntagsrennen in der Eifel hatte der Boxenstopp ungewöhnlich lange gedauert, wodurch Proczyk weit zurückfiel. Und auch am Samstag lief nicht alles rund, als es schon früh zu einem Kontakt gekommen war.

Daher liegt das Hauptaugenmerk darauf, "dass wir als Team wieder effektiver werden", betont der Meisterschaftsdritte: "Wir wissen, dass es im Motorsport sehr schnell gehen und ein Wochenende eine falsche Wendung nehmen kann. Das soll uns nicht passieren. Wir wollen das bestmögliche Wochenende fahren, was auch für uns als Team nach den letzten Nackenschlägen sehr wichtig ist."

Ein Wiedersehen gibt es in Hockenheim mit Target Competition. Für das zweimalige Meisterteam der ADAC TCR Germany gehen die Geschwister Jessica (22) und Andreas Bäckman (24, Schweden) in zwei i30 N TCR ins Rennen. Neben den beiden Schweden werden Pascal Eberle (28, Schweiz, Steibel Motorsport) und Mario Anderegg (20, Schweiz, TOPCAR Sport) im Cupra TCR sowie Marcel Fugel (18, Chemnitz, Profi-Car Team Halder) im Honda Civic TCR und YouTuber Franz Simon (36, Hückelhoven) im VIP Auto des Hyundai Team Engstler einen Gaststart absolvieren. Maurits Sandberg (46, Niederlande, VW Team Oettinger) kehrt in sein angestammtes Cockpit im VW Golf GTI TCR zurück, nachdem der frischgebackene Papa zuletzt auf dem Nürburgring pausiert hatte.

Auch die Honda Junior Challenge ist hart umkämpft. Aktuell führt Bradley Burns (18, Großbritannien, Pyro Motorsport) mit 53,5 Punkten knapp vor Julien Apotheloz (18, Schweiz, TOPCAR Sport), der 50 Zähler auf dem Konto hat und zuletzt auf dem Nürburgring aufgetrumpft hatte. Michelle Halder (20, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) ist mit 47,5 Punkten Dritte, René Kircher (19, Hünfeld, racing one) mit 46 Zählern Vierter.

Stimmen der Aston-Martin Piloten vor dem Rennwochenende am Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Jake Dennis
„Der Nürburgring gehört leider nicht zu meinen Lieblingskursen, da ich dort bislang in jedem Rennen richtig viel Pech gehabt habe. Deshalb würde ich mich freuen, meine Pechsträhne in diesem Jahr endlich beenden zu können. Die größte Herausforderung ist wahrscheinlich Kurve 1 am Ende der Zielgeraden. Dort gibt es in der Bremszone viele Bodenwellen, sodass die Vorderreifen sehr leicht blockieren. Durch die Charakteristik dieser Kurve hebt das rechte Vorderrad leicht vom Boden ab, wodurch es echt schwierig ist, den Scheitelpunkt richtig zu erwischen. Mein erstes Rennen auf dem Nürburgring war 2012 in der Formel Renault 2.0 Meisterschaft. Seitdem bin ich viel auf dem Nürburgring gefahren, habe aber leider nur 10% der Rennen auch beendet, bei den anderen bin ich entweder ausgefallen oder wurde unverschuldet in Unfälle verwickelt. Immerhin bin ich bei meiner Zielankunft in der Formel 3 Dritter geworden. Meine schönste Erinnerung an den Nürburgring ist deshalb nicht von einem Rennen auf der Grand-Prix-Strecke, sondern von einer Fahrt in einem Straßenauto auf der Nordschleife. Das war ein sensationelles Erlebnis. Diese Strecke ist absolut unglaublich.“

Paul Di Resta
„Ich mag die Strecke sehr, auf der die DTM ihre Rennen austrägt und mir gefällt besonders wie kurz die Runde ist. Der erste Sektor ist richtig schwierig. Entscheidend ist aber die Schikane im Mittelsektor, eine sehr schöne mittelschnelle bis schnelle Links-Rechts-Kombination. Mein erstes Rennen auf dem Nürburgring bin ich 2005 in der Formel 3 Euroserie gefahren. Im vergangenen Jahr hatte ich dort ein fantastisches Rennen, in dem ich mich bis auf Platz zwei nach vorne kämpfen konnte. Auch das DTM-Rennen im Jahr 2008 sticht für mich heraus. Damals bin ich im Regen auf Slicks auf der Strecke geblieben. Auch am kommenden Rennwochenende hätte ich gegen Regen nichts einzuwenden, dadurch würde das Rennen für uns und unsere Konkurrenten sehr viel unvorhersehbarer ausfallen.“

Ferdinand von Habsburg
„Ich mag den Nürburgring und seine sportliche Tradition. Selbst die Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke bietet einige Herausforderungen. Die Bremszone vor Kurve 1 geht leicht bergab und sorgt immer wieder für spannende, manchmal aber auch zu optimistische Überholmanöver. Wenn es aufgeht, ist das ein sehr schönes Gefühl. Leider fahren wir nicht auf dem besten Teil der Strecke, nämlich der Nordschleife. Das wäre eine ziemlich lange Runde, aber ich drücke weiter die Daumen, dass die DTM eines Tages wieder dort Rennen fährt. Die forderndste Passage auf der neuen Strecke sind wahrscheinlich die Kurven 3 und 4. Sie sind sehr schwierig und eng, dort kann man leicht einen Fehler machen. Zum ersten Mal bin ich in der Formel Renault 1.6 auf dem Nürburgring gefahren und stand 2014 direkt auf dem Podium. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mir ein schönes Duell mit meinem Teamkollegen geliefert habe."

Daniel Juncadella
„Ich liebe den Nürburgring. Nicht nur die Rennstrecke, sondern die gesamte Atmosphäre in der Region. Die Nordschleife ist mein absoluter Lieblingskurs. Von der neuen Strecke ist die letzte Schikane wohl der schwierigste Abschnitt, der die größte Herausforderung darstellt. Man muss sehr spät bremsen, muss gleichzeitig aber die Kerbs mitnehmen, um das Auto richtig auszurichten. Das ist technisch sehr anspruchsvoll. Zum ersten Mal bin ich 2007 in der Formel BMW Deutschland auf dem Nürburgring gefahren. Meine erfolgreichsten Rennen habe ich jedoch 2011 und 2012 erlebt, als ich in der Formel 3 Euroserie vier Pole Positions geholt und drei der vier Rennen gewonnen habe. Meine beste Erinnerung an den Nürburgring ist jedoch vom 24-Stundenrennen. Ich liebe diese Veranstaltung und die Atmosphäre lässt sich einfach nur als fantastisch bezeichnen. Einmal bin ich dort in einem massiven Gewitter gefahren und unser Auto war sehr schnell im Regen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich eine halbe Stunde lang rund 30 Sekunden pro Runde schneller gefahren bin als alle anderen. Leider endete es in einem verrückten Crash am Ende der Start- und Zielgeraden in Folge von Aquaplaning, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Das war sehr frustrierend, aber ich habe daraus ganz gewiss etwas gelernt.“

Dieter Gass: „Audi RS 5 DTM ist das Auto, das es zu schlagen gilt“

Interview mit dem Audi-Motorsportchef nach dem vorzeitigen Gewinn der Herstellermeisterschaft in der DTM

Dieter Gass
Foto: Jens Hawrda

Audi hat sich schon vorzeitig die Herstellermeisterschaft in der DTM gesichert. Vor den beiden Rennen auf dem Nürburgring (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1) spricht Audi-Motorsportchef Dieter Gass über die Stärken des Audi RS 5 DTM und der Titelkandidaten René Rast und Nico Müller sowie die ersten gemeinsamen Rennen mit der japanischen Super GT.

Herzlichen Glückwunsch zum vorzeitigen Gewinn der Herstellermeisterschaft in der DTM. Wie wichtig ist dieser Titel für Audi?
Wie in der Formel 1 ist auch in der DTM der Fahrertitel in der Wirkung nach außen am wertvollsten. In der DTM hat aber auch der Herstellertitel einen sehr hohen Stellenwert. Er ist ein Indikator dafür, wer als Mannschaft insgesamt den besten Job gemacht hat. Dazu zählen die Fahrer, die Teams, unsere Partner und auch all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Neuburg, Ingolstadt und Neckarsulm, die man nicht unbedingt an der Rennstrecke sieht. Es ist der Titel, auf den jeder Audianer stolz sein kann.

Noch nie in der neuen Ära der DTM hat ein Automobilhersteller den Titel so überlegen und so früh gewonnen …
Das hat uns auch selbst etwas überrascht. Es zeigt, dass unser Audi RS 5 DTM in diesem Jahr das Auto ist, das es zu schlagen gilt. Ich denke auch, dass unser Vierzylinder-Turbomotor derzeit das Maß der Dinge ist. Unsere Ingenieure haben ihr großes Know-how gut genutzt. Man darf nicht vergessen, dass Audi bereits 2001 der erste Automobilhersteller war, der die Direkteinspritzung im Motorsport mit der Turboaufladung kombiniert hat. Der Audi R8 LMP war mit seinem TFSI-Motor bei den Sportprototypen von 2001 bis 2005 praktisch unschlagbar. Kurz nach dem ersten Le-Mans-Sieg 2001 kam die TFSI-Technologie in die Serie. Heute ist die Kombination von Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung Standard und eine wichtige Effizienztechnologie, die dem Unternehmen hilft, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Von diesem Erfahrungsvorsprung profitieren unsere Kunden – und auch unsere DTM-Piloten.

Können Sie verstehen, dass aufgrund der aktuellen Audi-Überlegenheit erste Rufe laut werden, die Performancegewichte wieder einzuführen?
Natürlich wünschen auch wir uns möglichst spannende und abwechslungsreiche Rennen – aber bitte nicht durch die Rückkehr der Performancegewichte. Der DTM wurde früher vorgeworfen, mehr Show zu sein als Motorsport. Mit Gerhard Berger haben wir einen echten Racer als DTM-Chef. Er sieht es genauso wie wir: Der Beste soll gewinnen. Die Abschaffung der Performancegewichte in der Saison 2017 war ein ganz wichtiger Schritt. Wir haben seitdem trotzdem viele spannende Rennen gesehen. Anfang 2018 waren wir in einer ähnlichen Situation wie jetzt der Wettbewerb: Mit der damals vereinheitlichten Aerodynamik haben wir uns zunächst sehr schwergetan. Absoluter Tiefpunkt war das Samstagsrennen auf dem Lausitzring mit null Punkten. Es war eine schwierige Phase für die ganze Mannschaft, doch wir haben hart gearbeitet und uns trotz der homologierten Autos mit viel Detailarbeit in der laufenden Saison wieder an die Spitze gekämpft. In der DTM geht es um viele kleine Details. Die Zeitabstände sind so gering, dass sich das Blatt jederzeit ganz schnell ändern kann – trotz „eingefrorener“ Technik.

Warum ist Audi in diesem Jahr denn so stark?
Wie gesagt: In der DTM muss das gesamte Paket stimmen. Unsere größte Stärke ist in diesem Jahr ganz sicher, dass unser Auto auf allen Strecken gut funktioniert und alle unsere Fahrer auf einem ähnlich hohen Niveau unterwegs sind.

Was sind die besonderen Stärken von René Rast und Nico Müller, die Kopf an Kopf um den Titel kämpfen?
Sollte René in diesem Jahr Meister werden, dann hat er es unter anderem seiner extrem starken Qualifying-Performance zu verdanken. Er hat inzwischen 27 Punkte allein im Qualifying geholt. Nico Müller hat – saisonübergreifend – inzwischen in 18 Rennen in Folge Punkte geholt. Auch das ist außergewöhnlich.

War es mit Blick auf die Herstellermeisterschaft entscheidend, zwei Autos mehr am Start zu haben als BMW?
Ganz sicher nicht, es zählen ja nur jeweils die vier besten Autos einer Marke für die Herstellerwertung. Der Vorteil ist minimal. Das sieht man auch, wenn man die insgesamt von den zwei zusätzlichen Kundenautos beigetragenen Punkte zusammenzählt.


Nach den letzten Rennen gab es viele Diskussionen zum Thema „Teamorder“. Was sagen Sie dazu?
Ich kann den Wunsch der Fans verstehen, die „freies Racing“ sehen wollen. Das haben sie in der ersten Saisonhälfte auch zu sehen bekommen. Jeder unserer Fahrer hatte die Chance, sich in die Position zu bringen, in der zweiten Saisonhälfte Unterstützung zu bekommen. Das ist bei BMW auch nicht anders. Schauen Sie sich Assen an: Da ist Marco Wittmann von ganz hinten gestartet und innerhalb der ersten fünf Runden von allen seinen Markenkollegen vorbeigelassen worden. Es ist klar, dass jene Fahrer unterstützt werden, die Chancen auf den Fahrertitel haben. Dazu brauche ich auch keine Teamorder. Wir haben intelligente Fahrer, die wissen, wie Teamwork funktioniert. Das kann man durchaus mit der Tour de France vergleichen – oder mit der Formel 1: Hat sich jemand beschwert, dass Sebastian Vettel in Spa mitgeholfen hat, dass sein Teamkollege Charles Leclerc gewinnt? Das gehört einfach zum Motorsport. In der DTM wird es als extremer wahrgenommen, weil wir derzeit nur mit drei Marken fahren und zudem eine der drei noch nicht voll konkurrenzfähig ist. Gerhard Berger arbeitet intensiv daran, mehr Marken in die DTM zu holen – dann erledigen sich die Diskussionen von allein


Beim Finale in Hockenheim gehen mit Aston Martin, Audi, BMW, Honda, Lexus und Nissan erstmals sechs Marken an den Start. Was versprechen Sie sich davon?
Einen Vorgeschmack darauf, wie die DTM in Zukunft mit mehr Marken aussehen kann. Rund um das DTM-Finale sind viele Aktivitäten geplant, zum Beispiel die Ausstellung historischer DTM-Rennwagen. Aber dass die Japaner erstmals in einem DTM-Rennen an den Start gehen, ist ein absolutes Highlight, das ich mir als DTM-Fan nicht entgehen lassen würde. Wir haben beim 2017er-Finale ja schon ein paar Demorunden der japanischen Super-GT-Autos gesehen. Das hat uns allen Lust auf mehr gemacht und ich freue mich schon sehr auf die beiden Rennen.

Noch gibt es kleinere technische Unterschiede zwischen den DTM-Autos und den Rennwagen der Super GT. Wie wird das gelöst?
Der Plan ist, dass die Japaner am Donnerstag in Hockenheim einen Test fahren und es auf Basis dieses Tests eine „Balance of Performance“ geben wird. Das Ziel ist, dass DTM und Super GT auf einem Niveau fahren. Das gilt natürlich auch für die beiden gemeinsamen Rennen in Fuji Ende November.

Die DTM will internationaler werden, die Zahl der deutschen Rennen reduzieren und eventuell ihren Namen ändern. Wie steht Audi dazu?
Wir arbeiten gemeinsam mit der ITR an der Internationalisierung. Natürlich wollen wir alle die starke deutsche Fanbasis der DTM bewahren. Gleichzeitig müssen wir internationaler werden, aber nicht um jeden Preis. Es hilft uns nicht, vor spärlich besetzten Zuschauerrängen wie in Misano zu fahren. Ein positives Beispiel war dagegen Assen: Dort hat man gesehen, was mit einem starken Promoter auch außerhalb von Deutschland möglich ist. Auch in Brands Hatch hatten wir in diesem Jahr deutlich mehr Zuschauer, wie übrigens bis jetzt bei allen anderen Rennen auch. Ein anderer Name kann international auch hilfreich sein.

Zurück zur laufenden Saison. Wer holt den DTM-Fahrertitel?
Hoffentlich ein Audi-Fahrer. Wir haben zwar einen relativ großen Vorsprung mit René (Rast) und Nico (Müller), aber man darf BMW und Marco Wittmann nie unterschätzen. Sie werden alles daransetzen, die Titelentscheidung auf das Finale zu vertagen. Und wir wissen alle, was an einem Finalwochenende passieren kann. Deshalb ist es natürlich unser Ziel, dass der beste BMW-Pilot am Sonntagabend mehr als 56 Punkte Rückstand hat und unsere Fahrer in Hockenheim den Titel unter sich ausfahren. So wie 2017, als zur großen Überraschung aller René Rast als Rookie DTM-Champion wurde – übrigens ohne jegliche Hilfe seiner Markenkollegen.

Stimmen der BMW-Piloten vor dem DTM-Rennwochenende am Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Bruno Spengler:
„Ich genieße den Nürburgring sehr. Ich habe dort schon mehrmals gewonnen und das Publikum ist immer wieder großartig. Ich hoffe, dass wir dort wieder wettbewerbsfähiger sind als zuletzt auf dem Lausitzring. Wir werden hart daran arbeiten, unsere Leistung zu verbessern. Wenn wir das schaffen, haben wir gute Chancen, ein Podium nach Hause zu holen. Es wäre großartig, beim Heimspiel des BMW Team RMG auf dem Podium zu stehen. Ich freue mich auch sehr darauf, mit unseren Autos in einer Simrace anzutreten. Es wird ein großartiges Event und es ist fantastisch, dass viele DTM-Fahrer dabei sind. Wir werden viel Spaß mit den Fans haben und das alles für einen guten Zweck. Es wird ein großartiger Start in das Rennwochenende. “

Marco Wittmann:
„Ich hoffe, dass wir auf dem Nürburgring wieder eine stärkere Position haben. Es ist eine Strecke, die uns in der Vergangenheit und mir persönlich immer sehr gut gefallen hat. Auch beim Heimspiel des BMW Team RMG haben wir in der Vergangenheit einige Siege gefeiert. Ich kenne die Strecke schon lange durch die DTM, 24-Stunden-Rennen und die VLN. Ich freue mich auf das Wochenende und hoffe, dass wir gute Ergebnisse nach Hause bringen können. “

Timo Glock:
„Ich freue mich auf den Nürburgring. Es ist das Heimrennen des Teams, das es immer zu etwas Besonderem macht. Wir hoffen, dort gute Leistungen erbringen zu können - und dass unser Glück zurückkehrt. “

Philipp Eng:
„Der Nürburgring ist für mich wie eine zweite Heimat, und ich muss aufpassen, dass ich nicht auf die Nordschleife fahre. Im Ernst: Ich freue mich auf den Nürburgring, ich liebe es dort zu sein, ich mag die Strecke und die Gegend. Die Strecke ist vor allem im ersten Sektor sehr technisch, dann gibt es im zweiten Sektor mittelschnelle Kurven, und schließlich muss man bei der Schikane mit den hohen Bordsteinen genau wissen, wie man sie nimmt, ohne das Auto zu beschädigen. Es wird auf jeden Fall interessant sein. Ich hoffe, dass wir unsere gute Qualifying-Leistung aus dem letzten Jahr wiederholen und dann viele Punkte in den Rennen sammeln können. Ich freue mich auch sehr auf die Simrace am Donnerstag. Es wird cool sein, auf einer virtuellen Version der Grand-Prix-Strecke zusammen mit den Fans und für einen guten Zweck zu fahren. Es wird eine Menge Spass machen."

Sheldon van der Linde:
„Der Nürburgring ist wahrscheinlich die Strecke, die ich im DTM-Kalender am besten kenne. Von diesem Standpunkt aus freue ich mich wirklich darauf. Ich hoffe, dass es etwas mehr zu unserem Auto passt als der Lausitzring - und von der Art der Strecke her sollte es normalerweise so sein. Im Allgemeinen sind die Leistung und das Renntempo gut, und ich freue mich darauf, jetzt alles zusammenzubringen und die Saison gut zu beenden. “

Joel Eriksson:
„Der Nürburgring ist eine Strecke, die ich mag. Mein Tempo war dort schon immer recht gut, auch schon auf Einsitzen. Die Strecke macht im BMW M4 DTM Spaß und ist natürlich eine klassische Strecke. Jeder kennt den Nürburgring. Wir haben noch einiges zu tun, aber wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass wir dort ein starkes Wochenende haben. “

Donnerstag, 12. September 2019

Renndebüt des Aston Martin Vantage DTM auf dem Nürburgring

  • Vorletztes Rennwochenende in der DTM-Debütsaison von R-Motorsport auf dem Nürburgring
  • Die neue DTM-Fahrzeuggeneration erreicht in der Eifel Topspeedwerte von bis zu 265 km/h (mit DRS)
  • R-Motorsport Pressekonferenz am Freitag, 13. September um 10:00 Uhr mit Dr. Andy Palmer (Präsident und Group CEO Aston Martin Lagonda), Dr. Florian Kamelger (Team Principal) und Dr. Andreas Baenziger (Teammitbesitzer)
  • Dr. Florian Kamelger: „Unser Ziel ist es natürlich wieder, so viele Punkteränge einzufahren wie möglich. Vielleicht hilft uns dabei das oftmals wechselhafte Eifelwetter.“
Daniel Juncadella zuverlässiger Punktesammler für Aston Martin
Foto: Jens Hawrda

R-Motorsport tritt zum ersten Mal mit dem Aston Martin Vantage DTM auf dem legendären Nürburgring an.

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2019 führt R-Motorsport vom 13. bis 15. September an den Nürburgring. In der Eifel erwartet das Team nicht nur das berüchtigte, unberechenbare Eifel-Wetter, sondern auch eine 3,629 km lange, anspruchsvolle Strecke.

Auf dem Nürburgring ist es entscheidend, ein stabiles Auto beim Anbremsen zu haben. Das gilt besonders vor der ersten Kurve nach der Start- und Zielgeraden sowie vor der Schikane am Ende der Runde. In der Bremszone vor der ersten Kurve erreichen die Fahrer eine maximale Verzögerung von 2,4 G.

Die höchste Querbeschleunigung von 2,0 G erzielen die Fahrzeuge vor der Bilstein-Kurve, die mit 135 km/h die schnellste Kurve der gesamten Strecke ist. Zum Vergleich: die langsamste Kurve, die Spitzkehre der Kurzanbindung des Nürburgings durchfahren die Piloten mit 75 km/h.

Die neuen Turbo-Fahrzeuge der DTM sollten auf dem früheren Formel 1-Kurs einen errechneten Topspeed von bis zu 265 km/h (mit DRS) erreichen. Im Verlauf einer Runde nehmen die Fahrer 36 Gangwechsel vor.

Noch bevor die Autos am Freitag um 13:00 Uhr im ersten Freien Training zum ersten Mal die Box verlassen, steht zwischen 10:00 Uhr und 11:30 Uhr der erste Termin des Rennwochenendes auf dem Programm. Auf einer Pressekonferenz in der Team-Hospitality von R-Motorsport stellen Dr. Andy Palmer, Präsident und Group CEO von Aston Martin Lagonda, sowie Teamchef Dr. Florian Kamelger und Teammitbesitzer Dr. Andreas Baenziger spannende internationale Projekte von R-Motorsport für die Saison 2020 vor.