Mittwoch, 21. November 2018

Robert Renauer: „Der ADAC GT Masters-Titel ist das Nonplusultra“

  • ADAC GT Masters-Champions Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Doppelinterview
  • Porsche-Piloten gewinnen 2018 erstmals die „Liga der Supersportwagen“
Foto: ADAC-Motorsport

Vor genau 50 Tagen sicherten sich Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (24/F, beide Precote Herberth Motorsport) den Titel im ADAC GT Masters. Die Porsche-Piloten blicken noch einmal auf das Jahr zurück, erzählen, wie sie das dramatische Saisonfinale in Hockenheim erlebt haben und geben einen Ausblick auf 2019. 

Wie lebt es sich als ADAC GT Masters-Meister? Welche Bedeutung hat der Titelgewinn für Sie?

Robert Renauer: „Es war und ist ein tolles Gefühl, den Titel gewonnen zu haben. Für unser Team ist er das Nonplusultra, vor allem, wenn man sieht, wen wir geschlagen haben. Das Starterfeld im ADAC GT Masters ist mit Werksfahrern und großen, namhaften Teams wirklich stark besetzt.“

Mathieu Jaminet: „Der Titel ist mein erster im GT-Sport, daher bedeutet er mir wirklich viel. Ich glaube, es gab in diesem Jahr keine härtere GT-Rennserie. 30 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde gab es nirgendwo anders. Aber es ist auch toll, den Titel mit Robert und Herberth Motorsport gewonnen zu haben. Wir waren das vielleicht kleinste Team, Robert hat teilweise sogar als Mechaniker mitgeholfen. Mit diesem tollen Familienteam das ADAC GT Masters zu gewinnen, macht mich schon stolz.“

Das Finalwochenende in Hockenheim war sehr dramatisch. Wie haben Sie es erlebt? 

Renauer: „Es war nervenaufreibend. Der Samstag lief gut, wir haben unsere Tabellenführung ausgebaut. Doch nachdem wir im Qualifying am Sonntag kein gutes Timing hatten und nur den zehnten Startplatz einfahren konnten, während unser stärkster Titelkonkurrent auf der Pole-Position stand, kam ich schon ins Grübeln. Aber nach dem Start sah es für uns schon wieder ganz anders aus, man braucht halt auch etwas Rennglück. Und das muss man sich auch erst mal verdienen, was uns, denke ich, auch gelungen ist. Denn wir haben das ganze Jahr über einen guten Job gemacht. Ich war froh, dass ich den zweiten Stint gefahren bin. Am Kommandostand zu stehen und nicht mehr eingreifen zu können, ist schrecklich für jeden Fahrer. Gerade wenn von hinten noch die Corvette eine Aufholjagd startet und die Brüder van der Linde vorne sind.“

Jaminet: „Ich saß beim Finalrennen an der Boxenmauer und habe es kaum ausgehalten. Ich hatte Angst, dass noch irgendetwas passiert. Die letzten zehn Minuten waren sicherlich die stressigsten der ganzen Saison. Die übrige Zeit des Wochenendes war ich dagegen zuversichtlich und sehr fokussiert, ohne mir große Gedanken zu machen – auch nach dem Qualifying für das zweite Rennen. Ich wusste, wir hatten nicht die beste Ausgangssituation, aber ich habe mir gedacht: ‚Es ist immer noch alles möglich.‘ Und das hat sich dann auch bewahrheitet.“
Foto: ADAC-Motorsport

Sie bekamen nach dem Finale sicher viele Glückwünsche. Gab es welche, die Sie besonders überrascht oder gefreut haben? 

Renauer: „Ich habe mich sehr über die Nachricht am Abend von Maxi Götz gefreut, der mit uns um den Titel gekämpft hat. Sie war für mich sehr emotional und bewegend, wir kennen uns schließlich schon ewig und haben oft auf der Strecke gegeneinander gekämpft. Es war vor allem schön zu hören, dass uns fast alle den Titel gegönnt haben. Das ist in dem Geschäft auch nicht selbstverständlich.“

Jaminet: „Bei mir war es ähnlich. Auch ich habe zahlreiche Glückwünsche von Fahrern oder Teams bekommen, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Es ist wirklich schön, wenn man sieht, dass der Erfolg auch von anderen Leuten gewürdigt wird. Wer mir zum Bespiel auch gratuliert hat, war Jules Gounon, der 2017 das ADAC GT Masters gewonnen hat. Er hatte mir vorher schon Glück gewünscht und gesagt, dass ich die Tradition der französischen Meister fortsetzen müsse.“ 

Wenn Sie zurückblicken, was war letztendlich der Schlüssel zum Titelgewinn? 

Renauer: „Ganz klar unsere Konstanz. Wir haben zwar nicht die meisten Siege oder Podien geholt, sind aber in 14 Rennen neun Mal in die Top Fünf gefahren. Damit das im ADAC GT Masters gelingt, darf man sich wirklich keinen Fehler erlauben. Es beginnt mit einem guten Qualifying und auch die Boxenstopps müssen perfekt klappen.“ 

Jaminet: „Wir waren immer vorn dabei, das war das Entscheidende. Wir hatten in der Saison auch Glück, aber wenn man so regelmäßig punktet, ist der Erfolg erarbeitet. Es gab wohl kaum ein Auto, dass in den Rennen so sauber durchgekommen ist wie unseres. Wir waren sicher über das Jahr gesehen nicht die Schnellsten, aber wir haben die wenigsten Fehler gemacht.“ 

Was war für Sie der Höhepunkt der Saison? 

Renauer: „Zandvoort war sicherlich ein Highlight. Ich hatte leider am Freitagvormittag einen Unfall, bei dem unser Auto recht stark beschädigt wurde. Wir mussten deswegen eine Nachtschicht einlegen. Das Auto war schon am Samstag eine Rakete, aber wir haben es noch nicht umsetzen können, aber am Sonntag haben wir dann unseren einzigen Saisonsieg geholt.“

Jaminet: „Der Sieg in Zandvoort war auf jeden Fall ein Highlight. Wir haben hart dafür gearbeitet. Vor dem Wochenende hatten wir nicht unbedingt damit gerechnet, da die Strecke dem Porsche nicht so liegt. Für mich war es der erste Sieg seit dem Saisonauftakt 2017, daher wurde es auch mal wieder Zeit. Zudem habe ich die Pole-Position geholt und bin die schnellste Rennrunde gefahren – ein perfekter Tag. Wir haben aber auch sonst viele tolle Rennen gehabt – wie zum Beispiel in Most, wo wir zwei Mal Dritte wurden und unsere meisten Punkte holten.“ 

Gab es denn auch ein Rennen oder ein Wochenende, in dem gar nichts ging? 

Renauer: „Für mich war der Nürburgring ein Tiefpunkt, da wir dort nicht wussten, warum das Auto nicht funktionierte. Wir haben viel ausprobiert, aber es ging einfach nicht viel voran. Das war sicherlich unser schwächstes Wochenende. Aber im Schnitt haben wir eine sehr ordentliche Saison hingelegt.“

Jaminet: „Der Samstag am Sachsenring war hart, ein Desaster. Das Auto hat gut funktioniert, aber wir konnten das nicht in ein gutes Ergebnis ummünzen. Aber dann haben wir uns auf Sonntag konzentriert und mit Platz vier die Tabellenführung zurückerobert. Aber wir hätten an dem Wochenende deutlich mehr Punkte holen können.“

Die Saison war extrem ausgeglichen. Wen würden Sie rückblickend als härtesten Gegner im Titelkampf bezeichnen? 

Renauer: „Für mich waren es Maximilian Götz und Markus Pommer. Sie waren immer vorn dabei. Vor allem ihre Qualifyingergebnisse waren absolute Spitze. Für mich war Maxi zusammen mit Mathieu fahrerisch der Beste im Feld.“

Jaminet: „Ich sehe es ähnlich. Götz war sicher unser stärkster Gegner. Er war überall schnell und hat keine Fehler gemacht. Am Ende hatten er und Pommer jedoch viel Pech. Sie hätten es auch verdient gehabt, den Titel zu gewinnen. Die Corvette war sicher auf dem Papier das stärkste Auto, aber sie hatte zu viele Nuller.“ 

Können Sie schon einen Ausblick auf 2019 geben? Werden wir Sie zusammen in der Startnummer 1 sehen? 

Renauer: „Das wäre natürlich toll, aber es ist noch zu früh, eine konkrete Aussage zu treffen. Unser Programm wird sicherlich ähnlich aussehen wie in diesem Jahr. Mit dem Erfolg im Rücken werden wir mit vielen Leuten sprechen. Vielleicht klappt es, ein zweites Auto an den Start zu bringen. Das würden wir gerne machen. Wir bekommen im Dezember wohl unser erstes Modell des neuen Porsche 911 GT3 R und wollen damit beim 24 Stunden-Rennen in Daytona starten. Das Fahrzeug ist nahezu komplett neu entwickelt, daher ist es gut, schon früh viel Erfahrung zu sammeln.“

Jaminet: „Auch bei mir ist es noch zu früh, um etwas für 2019 zu verkünden. Ich führe Gespräche mit Porsche, aber es ist noch nichts entschieden. Aber es wäre toll, wenn ich auch 2019 für Precote Herberth Motorsport fahren könnte.“

Dienstag, 20. November 2018

Das Rahmenprogramm der DTM 2019 steht

  • Rückkehr: Porsche Carrera Cup gleich sechsmal bei der DTM am Start
  • Weltpremiere: W Series für Frauen exklusiv bei der DTM
  • Lautstarke Mischung: Formel 3, BOSS GP, Tourenwagen Classics, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Lotus Cup Europe, Belcar Endurance Championship
Die Tourenwagen Classics sind auch 2019 fester Bestandteil des Rahmenprogramms der DTM
Foto: dtm.com

Das Rahmenprogramm der DTM-Saison 2019 ist bereits sechs Monate vor dem Saisonstart nahezu ausgebucht: Motorsport-Fans können sich an den neun Rennwochenenden ein abwechslungsreiches Programm auf der Rennstrecke freuen. Drei Tage lang gilt von morgens bis abends das DTM-Motto „Laut. Nah. Dran.“ – und zwar auch dann, wenn die DTM gerade nicht fährt. Die Zeitpläne sind prall gefüllt mit qualitativ hochwertigen Rennserien.

„Mit der Einführung der über 600 PS starken Vierzylinder-Turbomotoren läutet die DTM 2019 eine neue Ära ein. Die Fans an den Rennstrecken können sich auf noch aufregenderes Racing als bisher freuen. Das gilt auch für das Rahmenprogramm“, sagt Achim Kostron, Geschäftsführer der DTM-Dachorganisation ITR GmbH. Frederic Elsner, Head of Operations & Event bei der ITR, fügt hinzu: „Die DTM-Events warten 2019 mit hochklassigen Rahmenrennserien auf. Wir freuen uns sehr, dass wir diesbezüglich im nächsten Jahr deutlich mehr zu bieten haben als zuletzt.“

Comeback: Porsche gibt Vollgas bei der DTM

Mit der Verkündung des DTM-Kalenders 2019 beim Saisonfinale vor wenigen Wochen hatte die ITR bereits die Formel 3 sowie die W Series als festen Bestandteil der Veranstaltungen verkündet. Nun sind nahezu alle Events komplett. Besonders bemerkenswert: Der Porsche Carrera Cup feiert nach einjähriger Pause sein Comeback bei der DTM. An gleich sechs Rennwochenenden werden Porsche Markenpokale im Rahmenprogramm der DTM auftreten. Der Porsche Carrera Cup Deutschland trägt Rennen bei der DTM am Hockenheimring (Saisonauftakt) und am Norisring aus. In Zolder, Assen und am Nürburgring bereichert der Porsche Carrera Cup Benelux das DTM-Programm. In Misano ist der Porsche Carrera Cup France mit von der Partie.

Freuen dürfen sich DTM-Fans auch auf eine echte Weltpremiere. Die neu geschaffene, internationale W Series trägt ihre Rennen zunächst exklusiv bei der DTM aus. In baugleichen Formel-Fahrzeugen kämpfen junge Fahrerinnen aus der ganzen Welt nicht nur um Pole-Positions und Siege, sondern auch um ein Preisgeld in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar, um sich für höhere Aufgaben im internationalen Motorsport zu empfehlen. Die Autos werden von 4-Zylinder-Turbomotoren mit 1,8 Litern Hubraum angetrieben und entsprechen den neuesten Sicherheitsanforderungen des Automobil-Weltverbands FIA. Die W Series ist bei den ersten sechs Veranstaltungen (Hockenheim, Zolder, Misano, Norisring, Assen und Brands Hatch) mit dabei.

Immer dabei: die Formel 3

Fester Bestandteil des DTM-Rahmenprogramms 2019 ist die neu ausgeschriebene Formel-Serie der ITR-Tochter Formel 3 Vermarktungs GmbH, in der Fahrzeuge der diesjährigen Formel-3-Europameisterschaft zum Einsatz kommen. Die Formel 3 wird bei allen DTM-Rennwochenenden jeweils drei Rennen austragen.

Nach dem erfolgreichen Debüt 2018 kehrt der Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup gleich fünf Mal ins Rahmenprogramm der DTM zurück (Hockenheim Auftakt und Finale, Misano, Lausitzring und Nürburgring). Beim Comeback der DTM in Zolder sorgt die Belcar Endurance Championship mit ihrem abwechslungsreichen Starterfeld an GT-Tourenwagen für einen sportlichen Leckerbissen. Richtig laut wird es in Assen. Bei der DTM-Premiere auf der niederländischen Strecke ist die Rennserie BOSS GP mit von der Partie. Das Akronym steht für „Big Open Single Seater“ und schließt Formel-Fahrzeuge verschiedener Serien ein: Formel 1, GP2, World-Series-by-Renault, IndyCar und Formula Superleague.

Wie auch 2018 ist das Tourenwagen Classics in der kommenden Saison zweimal mit von der Partie. DTM-Klassiker der Achtziger- und Neunzigerjahre sorgen am Lausitzring und am Nürburgring für Nostalgie. Dreimal ist der beliebte Lotus Cup Europe bei zu Gast (Assen, Brands Hatch, Nürburgring).

Ticket-Vorverkauf hat bereits begonnen

Ein DTM-Wochenende ist nicht nur pures Racing, sondern ein großartiges Erlebnis für die ganze Familie. Neben etablierten Attraktionen wie Pit View, Fan Village und Fan Terrace, sorgen Konzerte und Autogrammstunden für jede Menge gute Unterhaltung und Abwechslung. Der Ticket-Vorverkauf für alle Rennwochenenden der Saison 2019 hat bereits begonnen. Bestellt werden können Tickets über die offizielle Homepage www.DTM.com/tickets und die DTM-Ticket-Hotline 0180 6 386386 (0,20 €/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Festnetz, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Mobilfunknetz) montags bis freitags jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr. Die Rennen der DTM-Saison 2019 werden live in SAT.1 gezeigt.

Die DTM-Termine 2019 (mit Rahmenprogramm)

3.–5. Mai: Hockenheimring (GER) 
W Series, Formel 3, Porsche Carrera Cup Deutschland, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup

17.–19. Mai: Circuit Zolder (BEL) 
W Series, Formel 3, Porsche Carrera Cup Benelux, Belcar Endurance Championship

7.–9. Juni: Misano World Circuit (ITA) 
W Series, Formel 3, Porsche Carrera Cup France, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup

5.–7. Juli: Norisring (GER) 
W Series, Formel 3, Porsche Carrera Cup Deutschland

19.–21. Juli: TT Circuit Assen (NED) 
W Series, Formel 3, Porsche Carrera Cup Benelux, Lotus Cup Europe, BOSS GP

10.–11. August: Brands Hatch (GBR) 
W Series, Formel 3, Lotus Cup Europe

23.–25. August: Lausitzring (GER) 
Formel 3, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Tourenwagen Classics

13.–15. September: Nürburgring (GER) 
Formel 3, Porsche Carrera Cup Benelux, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Tourenwagen Classics, Lotus Cup Europe

4.–6. Oktober: Hockenheimring (GER) 
Formel 3, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, t.b.a.

Freitag, 16. November 2018

Interview mit Alexander Sims: "Die Formel E wird eine fantastische mentale Herausforderung".

Beim Eröffnungsrennen in Ad Diriyah (KSA) startet das Team von BMW i Andretti Motorsport am 15. Dezember in die erste Saison der ABB FIA Formel E-Meisterschaft. BMW-Werksfahrer Alexander Sims (GBR) wird sein BMW iFE.18-Rennpremiere geben. Im Interview bewertet er die sportlichen und technischen Herausforderungen der Formel E.
Alexander Sims
Foto: BMW-Motorsport
Alex, als BMW Werksfahrer waren Sie bisher im GT-Rennsport sehr erfolgreich. Aber Sie haben auch viel Erfahrung mit Einsitzern, oder?

Alexander Sims: „Ja. Ich denke, dass ich im Einsitzer-Rennen einen ziemlich konventionellen Weg eingeschlagen habe. Ich habe mit zwei Jahren Formel Renault angefangen, dann zwei Jahre Formel 3 Euro Serie. Danach habe ich ein Jahr GP3 gemacht. Nachdem ich 2012 mit dem GT-Rennen begonnen hatte, war ich eigentlich immer noch in der Formel 3 und in der GP3, aber mein Hauptaugenmerk lag schnell auf BMW Motorsport. Mein letztes Einsitzer-Rennen war der 2016 Macau F3 Grand Prix. “

Sie haben in den vergangenen Jahren viele verschiedene BMW Rennwagen gefahren. Wird diese Vielseitigkeit Ihnen helfen, sich schnell an die Formel E anzupassen?

Sims: „Die Erfahrung, viele verschiedene Rennwagen fahren zu können, erweitert das Spektrum an Fähigkeiten, auf die Sie zurückgreifen können. Das ist sehr hilfreich bei der Anpassung an die Formel E, was in vielen Aspekten einen anderen Ansatz erfordert als bei herkömmlichen Autos und Rennstrecken. Ich habe gelernt, die Stärken und Schwächen vieler verschiedener Autos zu verstehen und auf verschiedenen Strecken die bestmögliche Rundenzeit zu erreichen. Die schnelle Anpassung wird in der Formel E mit all ihren unterschiedlichen und meist holprigen Straßenrundfahrten eine große Sache sein. Ich habe schon viel mit António Félix da Costa darüber gesprochen. Mit seiner Erfahrung kann er mir sehr helfen. “
FIA Formel-E Test in Valencia (ESP) BMW i Andretti Motorsport, BMW iFE.18, Alexander Sims (GBR)
Foto: BMW-Motorsporrt
Aus technischer Sicht: Was wird für Sie mit dem BMW iFE.18 die größte Herausforderung im Vergleich zu einem Rennwagen mit Verbrennungsmotor?

Sims: „Es ist schwierig, eine große Herausforderung zu nennen, da es viele Dinge gab, die eine Anpassung meines Ansatzes erforderlich machten. Die Formel E unterscheidet sich so stark vom konventionellen Rennsport. Eine Sache, die mich wirklich überrascht hat, war die Menge an Freiheit, die ich hatte, um die Software so zu verbessern, dass sie perfekt zu meinem Fahrstil passt. Für den größten Teil meiner Karriere im Einsitzer- und GT-Rennen gab es eine begrenzte Anzahl von Dingen, die Sie für den Fahrer realistisch ändern konnten. Die Schönheit des Elektromotors ist, dass er so flexibel ist, was er anbieten kann. Ein weiteres großes Thema für mich ist das Verständnis aller Systeme, die Sie im Formel-E-Auto haben, um die Energie zu steuern. Wenn Sie mit anderen Jungs Rad an Rad fahren und gleichzeitig an Ihr Energiemanagement und Ihre Rennstrategie denken müssen, ist viel Multitasking erforderlich. Alles in allem,

Was halten Sie von den vielversprechenden Testergebnissen in Valencia?

Sims: „Bisher sehen die Dinge gut aus, aber es ist eine Sache, eine schnelle Runde in Valencia zu fahren, wo der offene Rundkurs Sie nicht für jeden kleinen Fehler bestraft, während es auf einem engen Straßenkreis ganz anders aussieht. Ich denke, der BMW iFE.18 ist ein tolles Auto, aber für mich als Anfänger werden die Rennwochenenden eine große Herausforderung. Ich erwarte nicht, im ersten Rennen ganz oben zu sein. In einer so schwierigen und konkurrenzfähigen Meisterschaft wie der Formel E muss ich viel lernen. “

Worauf freuen Sie sich am meisten in der Formel E?

Sims: „Ich erwarte, dass die Rennwochenenden mit ihrer hohen Intensität viel Spaß machen werden. Wir haben einen engen Zeitplan, der schnelle Entscheidungen zusammen mit den Ingenieuren erfordert. Auch die Rennen selbst werden großartig sein. Ich bin wirklich aufgeregt, um wieder auf Rennstrecken zu fahren. Sie gehören normalerweise zu den besten Strecken der Welt und fügen den Rennen immer etwas Besonderes hinzu. “

BMW nutzt die Formel E als Tech-Labor für iNEXT. Wie sehen Sie als Fahrer die Synergien zwischen Serienentwicklung und Motorsport?

Sims: „In diesem Entwicklungskreis zwischen Motorsport und Serienentwicklung müssen wir auf der Strecke Dinge lernen, die im Entwicklungsprozess für die nächsten Generationen von Elektromotoren verwendet werden können. Im Motorsport können wir kurzfristig Änderungen vornehmen, um die Dinge sehr schnell zu verbessern. Wenn wir ein Problem haben, brauchen wir eine Lösung in nur wenigen Wochen oder Tagen. Diese Entwicklungsgeschwindigkeit im Motorsport ist der Serienentwicklung immer überlegen. “
Alexander Sims
Foto: BMW-Motorsport
Wie interessiert sind Sie am technischen Aspekt der Formel E? Sprechen Sie mit den Ingenieuren über Details zum Antriebsstrang?

Sims: „Für mich war es wirklich interessant, einige der ersten Tests durchzuführen und die Konstrukteure zu treffen, die man normalerweise an Rennwochenenden nicht sieht. Ich habe es genossen, mit ihnen über die Eigenschaften des Antriebsstrangs zu sprechen. Um ehrlich zu sein, bin ich noch mehr an den technischen Details des BMW iFE.18 interessiert als an den Details eines Verbrennungsmotors. Ich persönlich fühle mich einfach mehr von Elektromobilität angezogen. “

Sie unterstützen den EV-Fortschritt im Allgemeinen stark. Bitte erzähl uns davon.

Sims: „In Großbritannien bin ich Vorsitzender der Wohltätigkeitsorganisation 'Zero Carbon World'. Wir bieten kostenlose Ladestationen für Elektroautos für kleine Unternehmen wie Hotels, öffentliche Sehenswürdigkeiten oder Parkhäuser an. Grundsätzlich versuchen wir, die Infrastruktur der Ladestationen dort zu stärken, wo wir es für notwendig halten. “

Welches Entwicklungsniveau hat die E-Mobilität in diesen Tagen erreicht?

Sims: „Ich sehe eine riesige Entwicklung. Als ich vor sechs oder sieben Jahren mein erstes Elektroauto bekam, gab es kein Ladungsnetzwerk. Ich musste Verlängerungskabel von den Hotelzimmern im ganzen Fenster benutzen, um mein Auto aufzuladen. Im Vergleich dazu ist der Standard, den wir jetzt haben, ziemlich beeindruckend und ich bin zufrieden damit. Realistisch gesehen befinden wir uns jedoch noch in einer Übergangsphase. Es wurde bereits viel getan, und in Zukunft muss noch viel getan werden, um eine Infrastruktur für viele weitere Elektroautos auf den Straßen zu schaffen. Für mich ist das Fahren eines Elektroautos in Großbritannien heutzutage keine Kompromisse. “

Mit Blick auf Ihr Debüt in der Formel E: Was erwarten Sie für den Saisonauftakt in Ad Diriyah?

Sims: „Sagen wir, ich bin vorsichtig optimistisch. Ich bin sehr zuversichtlich, welche Arbeit das BMW i Andretti Motorsport Team leisten wird. Sie haben fantastische Ingenieure und eine Menge Erfahrung, aber ich bin ein Anfänger und möchte nichts übertreiben. Ich hoffe auf das Beste, aber ich bin auch auf schwierige Zeiten vorbereitet. “

Augusto Farfus verlässt die DTM

Augusto Farfus beendet seine DTM-Karriere
Foto: Jens Hawrda
Augusto Farfus (BRA) wird in der kommenden Saison ein neues Kapitel in seiner erfolgreichen Rennkarriere aufschlagen, wenn er sich als BMW-Werksfahrer ausschließlich auf den GT-Rennsport konzentriert. Der Brasilianer, der von 2012 bis 2018 in der DTM für BMW fuhr und in dieser Zeit vier Rennen gewann, wird mit dem BMW M8 GTE in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (FIA WEC) und bei vielen prestigeträchtigen GT-Events auf der ganzen Welt mitfahren der BMW M6 GT3. Dazu gehören die 24 Stunden von Nürburgring (GER) und der FIA GT World Cup in Macau (CHN).

„Augusto Farfus war 2011 einer der ersten Fahrer, die wir im folgenden Jahr zu unserem DTM-Comeback an Bord brachten - und er hat sich in seinen sieben Saisonsiegen als DTM-Top-Fahrer etabliert“, sagte BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt. „Wer könnte die Saison 2013 vergessen, als er einen Großteil des Jahres im Wettbewerb stand, bevor er als Zweiter Zweiter wurde. Offensichtlich respektieren wir Augustos Entscheidung, nicht in der DTM zu fahren, er bleibt jedoch ein wertvolles Mitglied der BMW-Familie. Gemeinsam haben wir uns entschlossen, ihn nächstes Jahr noch intensiver in unser GT-Programm sowie in die WEC 'Super Season' zu integrieren. Augusto ist einer der besten GT-Rennfahrer der Welt. Wir möchten unsere Erfolgsgeschichte, die 2007, 2019 und darüber hinaus begann, gemeinsam fortsetzen. “

"Die Entscheidung, der DTM den Rücken zu kehren, fiel mir offensichtlich nicht leicht", sagte Farfus. „Es ist wohl die beste Tourenwagenserie der Welt und ich habe mich in der DTM-Familie und den BMW Teams immer sehr wohl gefühlt. Ich habe viel gelernt, konnte mein Tempo unter Beweis stellen und forderte sogar den Titel heraus. Es war eine erstaunliche Zeit. Jeder, der mich kennt, weiß jedoch auch, wie sehr ich GT Racing liebe. Ich hatte das Gefühl, es sei Zeit für ein neues Kapitel. Ich bin BMW sehr dankbar, dass er meine Entscheidung akzeptiert und mir die Möglichkeit gegeben hat, BMW Rennwagen auf höchstem Niveau zu fahren. Ich freue mich wirklich auf 2019. ”

Farfus bestritt im Laufe seiner DTM-Karriere 104 Rennen. Er holte vier Siege, startete sechs Mal von der Pole Position und machte 13 Mal auf dem Podium. In seiner erfolgreichsten Saison belegte er 2013 den zweiten Platz in der Fahrerwertung. 2019 wird er den BMW M8 GTE für das BMW Team MTEK in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft fahren. Er wird auch am Steuer des BMW M6 GT3 im Einsatz sein.

Donnerstag, 15. November 2018

BMW M Motorsport absolviert ersten Test mit dem neuen BMW M4 DTM der Saison 2019

BMW M4 DTM Testträger
Foto: BMW-Motorsport
Die neue Turbo-Ära in der DTM hat begonnen. Nach einem erfolgreichen Rollout debütierte der neue BMW M4 DTM für die Saison 2019 auf der Rennstrecke. BMW M Motorsport hat den ersten Wintertest mit der nächsten Generation des BMW M4 DTM absolviert, der diese Woche in Estoril (POR) den Anforderungen der Klasse 1 entspricht. Die beiden BMW DTM-Piloten Bruno Spengler (CAN) und Marco Wittmann (GER) haben es während der drei Testtage abwechselnd hinter das Steuer genommen.

Der Kern des BMW M4 DTM, der an die Anforderungen der Klasse 1 angepasst wurde, ist der neu entwickelte und äußerst effiziente Zweiliter-Turbomotor. Das Kühlsystem wurde ebenfalls für das neue Gerät angepasst. Die Vorschriften sehen darüber hinaus Änderungen in einigen Bereichen der Aerodynamik vor. BMW M Motorsport nutzte den Test in Portugal, um diese Innovationen zum ersten Mal auf der Rennstrecke zu bewerten und sammelte so wichtige Informationen für die weitere Vorbereitung auf die kommende Saison.
BMW M4 DTM Testträger
Foto: BMW-Motorsport
„Die ersten Testtage mit dem neuen BMW M4 DTM mit Turbomotor haben so viel Spaß gemacht“, sagte Spengler. „Für uns als Fahrer ist es auch sehr interessant, an der Entwicklung eines neuen DTM-Rennwagens beteiligt zu sein. Ich fahre seit 14 Jahren DTM-Autos mit V8-Motoren und war zum ersten Mal mit einem Vierzylinder-Turbomotor auf der Rennstrecke. Das ist total neu für mich und macht so viel Spaß. Das Auto fühlt sich großartig an und ich freue mich auf die nächsten Tests. “

 „Das Auto fühlt sich beim Fahren richtig cool an und macht so viel Spaß“, bestätigt Wittmann. „Man spürt wirklich die Leistung und das Drehmoment des neuen Motors und die modifizierte Aerodynamik führt dazu, dass sich das Auto anders verhält. Ich bin nach dem ersten Test überwältigend positiv und ich denke, dass die Fans wirklich etwas zu erwarten haben. Von außen kann man deutlich sagen, dass die Autos viel schneller sind als im Vorjahr. Dies wird auf jeden Fall für ein Schauspiel sorgen. Und ich kann die Fans beruhigen: Der Sound bleibt so groß wie nie zuvor. Ich persönlich bevorzuge es den vorherigen Motoren. Es hört sich ein wenig anders an, ist aber weder leise noch schlecht. Ich mag es und denke, dass die Fans es auch tun werden. Die Änderungen an den Autos für 2019 sind definitiv positiv,

Die nächsten Testfahrten mit den neuen BMW M4 DTM sind für 10 geplant th und 11 th Dezember in Jerez, Spanien.