Sonntag, 2. September 2018

Es wird laut: Die Rennserie BOSS GP gastiert bei der DTM in Spielberg

  • Lautstarke Formel-Fahrzeuge im DTM-Rahmenprogramm auf dem Red-Bull-Ring
  • Toro Rosso, Benetton, Arrows: Zwei Rennen mit legendären Formel-1-Boliden
  • Tickets gibt es auf der offiziellen Webseite DTM.com 

Die Rennserie BOSS GP gastiert im Rahmenprogramm der DTM in Spielberg
Foto: dtm.com
„Laut. Nah. Dran“, ist das Motto der DTM. Und um dieses Motto weiter mit Leben zu füllen, wird es im Rahmenprogramm der DTM-Rennen in Spielberg (21.–23. September 2018) noch lauter: Beim vorletzten DTM-Rennwochenende der Saison ist die Rennserie BOSS GP mit von der Partie. Das Akronym steht für „Big Open Single Seater“ und schließt Formel-Fahrzeuge aller möglichen Serien ein. In den Rennen starten Boliden aus der Formel 1, GP2, World-Series-by-Renault, IndyCar und Formula Superleague.

In Österreich werden unter anderem Formel-1-Fahrzeuge von Toro Rosso, Benetton, Arrows, Minardi und Super Aguri am Start sein – darunter auch zwei Benetton B197 des Jahrgangs 1997, mit denen neben Jean Alesi und Alexander Wurz auch der heutige Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR um Grand-Prix-Siege kämpfte: Gerhard Berger.

Eingeteilt ist die schnellste Serie Europas in zwei Klassen: In der Königsklasse der BOSS GP starten ehemalige Formel-1- und IndyCar-Boliden. Alle anderen Fahrzeuge starten in der Formula-Klasse. Es gilt ein Hubraumlimit von 4,2 Liter. Vor dem BOSS-GP-Saisonfinale in Spielberg ist Lokalmatador Ingo Gerstl im Toro-Rosso-Cosworth von 2006 mit 200 Punkten der Spitzenreiter in der Königsklasse. Im Heck seines Bullen-Autos brüllt ein 3,0-Liter-V10-Motor. Zu beachten sind aber auch der Benetton-Judd des Zweitplatzierten in der Open Klasse, Phil Stratford (154 Punkte), mit einem 4,0-Liter-V10-Motor, sowie der Arrows-Asiatech von Bernd Hemdlhofer mit einem 3,0-Liter-V10-Motor. In der Formula-Klasse tummeln sich zahlreiche Dallara GP2 mit 4,0-Liter-V8-Motoren. Insgesamt sind auf der vorläufigen Starterliste 24 Fahrzeuge gemeldet.

Die Fahrzeuge der BOSS-GP-Serie sind auf dem Red-Bull-Ring fünfmal auf der Strecke zu sehen: Neben den zwei Rennen gibt es auch zwei Freie Trainings und ein Qualifying. Die Rennen starten fliegend im Indycar-Stil, jeweils zwei Fahrzeuge nebeneinander. Darüber hinaus trägt die FIA Formel-3-Europameisterschaft drei Rennen an dem Wochenende aus. Wer in der führenden Nachwuchsserie Europas brilliert, hat gute Aussichten auf ein Cockpit in der DTM oder der Formel 1.


Vor dem Rennwochenende in Spielberg macht die DTM am Nürburgring Station. Auf der legendären Rennstrecke in der Eifel werden vom 7. bis 9. September die DTM-Saisonrennen 15 und 16 ausgetragen. Tickets für die Rennen in der Eifel, in Spielberg und auf dem Hockenheimring, wo vom 12. bis 14. Oktober 2018 das große DTM-Finale stattfindet, gibt es online auf der offiziellen Webseite www.dtm.com/tickets.

Freitag, 31. August 2018

IDM Meisterschaftsstand nach 10 von 14 Rennen

Die IDM-Superbike steht vor den beiden finalen Rennwochenenden in Assen und Hockenheim, wer hat noch Meisterschaftschancen und wie sind die Punktestände. Hier ein Blick auf die Meisterschaftspunkte (Top-Five) in den einzelnen Klassen:

IDM Superbike 1000:

1. lya Mikhalchik,             BMW S1000 RR             224 Pkt.
2. Bastian Mackels,         BMW S 1000 RR            211 Pkt.  
3. Julian Puffe,                 BMW S1000 RR             150 Pkt.
4. Stefan Kerschbaumer, Yamaha YZF-R1            102 Pkt.
5. Dominic Schmitter,      Suzuki GSX-R 1000         90 Pkt.
Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda
IDM Supersport 600:

1. Max Enderlein,   Yamaha YZF-R6          167 Pkt.
2. Marc Buchner,    Yamaha YZF-R6         110 Pkt.
3. Daniel Rubin,      Yamaha YZF-R6         105 Pkt.
4. Kevin Wahr,        Yamaha YZF-R6          103 Pkt.
5. Dennis Lippert ,   Yamaha YZF-R6            96 Pkt.

IDM Supersport 300:

1. Victor Steemann,    KTM RC390R             146 Pkt.
2. Toni Erhard,            KTM RC390R             142 Pkt.
3. Dion Otten,              Honda CBR 500 R     123 Pkt.
4. Jan-Ole Jähning,     KTM RC390R             104 Pkt.
5. Maximilian Kappler, KTM RC390R               74 Pkt.

IDM Sidecar:

1. Streuer / Daalhuizen, LCR F1 Suzuki 1000    181 Pkt.
2. Sattler / Neubert, Adolf RS1 F1 BMW 1000    151 Pkt.
3. Kretzer / Bosch, LCR F1 Suzuki 1000             120 Pkt.
4. Roscher / Burkhard, LCR F1 BMW 1000           98 Pkt.
5. Nussbaum / Hirschi, LCR F1 Suzuki 1000         89 Pkt.

Donnerstag, 30. August 2018

DTM: Drei Fragen an Edoardo Mortara

Edoardo Mortara beim Regenrennen in Misano
Foto: Mercedes-Motorsport

Zwei Podestplätze und bester Mercedes-Fahrer: Wie blickst du auf dein Heimrennen in Misano zurück?
 
Edoardo Mortara: Ich fühle mich gut. Vor allem nach den beiden schwierigen Rennwochenenden in Zandvoort und Brands Hatch, wo ich nicht das volle Potenzial des Autos erschließen konnte. Umso schöner war es, wieder ein sehr gutes Wochenende zu erleben - und das auch noch bei meinem Heimrennen. Jetzt konzentriere ich mich voll auf die kommenden Rennen in der DTM.
 
Du hast in der Meisterschaft zur Spitze aufgeholt. Denkst du daran, oder schaust du von Wochenende zu Wochenende?
 
Edoardo Mortara: Ich blicke immer von einem zum nächsten Wochenende. Ich will jedes einzelne genießen, wie etwa das am Norisring und auch das zuletzt in Misano. Ich freue mich auf die kommenden drei Rennstrecken. Der Nürburgring, Spielberg und Hockenheim lagen mir in der Vergangenheit meist ziemlich gut. Die Meisterschaft ist für mich aktuell aber kein Thema, weil ich noch einige Punkte entfernt von Platz eins bin.
 
Hättest du gedacht, noch einmal so nah in Richtung Spitze heranzurücken? Und gab es einen Zeitpunkt in dieser Saison, an dem du die Meisterschaft abgehakt hattest?
 
Edoardo Mortara: Vor dem Rennwochenende in Zandvoort lag ich in der Gesamtwertung nur wenige Punkte hinter Gary und war der beste Qualifier. Aber dann hatten wir ziemlich viel Pech und nur wenige Dinge liefen so, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Normalerweise hätten wir viel mehr Punkte holen sollen. Man darf aber niemals aufgeben und solange ich eine Chance habe, werde ich Vollgas geben. Abgerechnet wird am Ende des Jahres.

Audi mit Formel E und DTM in die Zukunft

  • Marke bestätigt werkseitige Engagements in den Topserien Formel E und DTM
  • Fans erleben vollelektrischen Motorsport und beliebte Tourenwagenrennen
  • Entwicklungsvorstand Mertens: Verstärkter Bezug zur Serienentwicklung
 
Audi fährt auch 2019 im Motorsport elektrisch. Gleichzeitig verlängert der Hersteller sein werkseitiges Engagement in der populären Tourenwagenserie DTM.
 
Audi konzentriert sich voll auf die DTM und die FIA Formel-E
Foto: Audi-Motorsport
Audi war in der Saison 2017/2018 der erste deutsche Automobilhersteller, der in der Formel E an den Start ging. Mit vier Siegen und insgesamt elf Podiumsplätzen holte Audi Sport ABT Schaeffler nach zwölf Rennen rund um den Globus die Team-Meisterschaft. Der Einsatz in der vollelektrischen Rennserie, die mit der Teilnahme weiterer Hersteller und Partner gerade einen Boom erlebt, bildet die elektrische Säule des Motorsport-Engagements.

Zudem setzt Audi auch in Zukunft auf die DTM und packenden Motorsport mit Verbrennungsmotoren. Dabei steht die DTM im kommenden Jahr vor einem der größten Umbrüche in ihrer gut 30-jährigen Geschichte. 2019 werden moderne Vierzylinder-Turbomotoren eingeführt. Zudem findet die Premiere der „Class One“ statt, die von der DTM und der Japanischen Super GT vorangetrieben wird. Das neue Reglement ermöglicht den Einsatz der Autos in beiden Championaten. Es bildet die Basis für ab 2019 erstmals stattfindende gemeinsame Rennen und eine verstärkte Internationalisierung. Voraussetzung für das weitere Audi-Engagement in der DTM ist, dass nach dem Ausstieg von Mercedes-Benz spätestens ab 2020 wieder mindestens drei Marken vertreten sind.
 
„In der Formel E beweisen wir Vorsprung durch Technik bei der E-Mobilität“, sagt Peter Mertens, Entwicklungsvorstand der AUDI AG. „Gleichzeitig entwickeln wir auch unsere Verbrennungsmotoren weiter. Vierzylinder-Turboaggregate mit zwei Liter Hubraum bieten eine gute Mischung aus Performance und Effizienz. Sie sind weltweit die wichtigsten Motoren und kommen ab 2019 in der Class One zum Einsatz. Die DTM erhält dadurch – genau wie die Formel E – einen verstärkten Bezug zur Serienentwicklung.“

Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren beiden Engagements gut aufgestellt sind. Mit dem Gewinn der Team-Meisterschaft haben wir in der Formel E direkt im ersten Jahr unsere Kompetenz bei der E-Mobilität unter Beweis gestellt. Daran wollen wir natürlich anknüpfen und uns gegen die zahlreichen neuen Wettbewerber durchsetzen. In der DTM sehen wir dank zukunftsweisender Technologien wie den neuen Turbomotoren nach wie vor großes Potenzial. In Bezug auf den dafür notwendigen dritten Hersteller habe ich großes Vertrauen, dass DTM-Chef Gerhard Berger diesen für spätestens 2020 an den Start bringt.“

Mittwoch, 29. August 2018

Interview mit Alessando Zanardi nach seinem DTM-Gaststart in Misano

Alessandro Zanardi bei seinem Gaststart in der DTM: "Der fünfte Platz fühlt sich an wie eine Goldmedaille."

Misano. Alessandro Zanardi (ITA) hat seinen mit Spannung erwarteten Gaststart beim DTM-Wochenende in Misano (ITA) mit Bravour gemeistert. Der Italiener fuhr im Sonntagsrennen sensationell auf Platz fünf. In einem Interview blickt Zanardi auf dieses besondere Wochenende zurück und beschreibt seine Erfahrungen der BMW Familie, des DTM-Fahrerlagers und seiner begeisterten Fans - und blickt auf seinen geplanten Start bei den 24 Stunden von Daytona (USA) im Januar 2019.
Alessandro Zanardi
Foto: BMW-Motorsport
Alessandro, bitte beschreibe deinen Gaststart in der DTM in drei Worten.

Alessandro Zanardi: "Prickelnd, aufregend, emotional. Ich verlasse Misano mit einem breiten Lächeln. "

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie am Sonntag beim zweiten DTM-Rennen als Fünfter die Ziellinie überquerten?
 
Zanardi: "Zuerst dachte ich, es wäre ein Scherz, als mein Ingenieur mir meine Position im Radio erklärte. Ich habe nicht damit gerechnet. Und es ist auch zu viel, wenn man meine Leistung von einem neutralen Standpunkt aus betrachtet. Ich war nach meinen Tests sehr optimistisch, aber nach der ersten Session, in der ich Letzter war, befürchtete ich, dass mein Schicksal an diesem Wochenende sein könnte, am Schluss des Feldes  herumzufahren. Das Problem war, dass die sich ständig ändernden Bedingungen es mir nicht erlaubten, meine Erfahrungen von Sitzung zu Sitzung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Jedes Mal, wenn ich auf die Strecke ging, war alles anders als in der vorherigen Zeit. In diesem Sinne ist der fünfte Platz zusammen mit den guten Rundenzeiten natürlich fantastisch. Es fühlt sich an wie eine Goldmedaille. "
Alessadro Zanardi und sein Team
Foto: BMW-Motorsport
 
Was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Zanardi: "Die Zeit, die ich mit all den Leuten verbracht habe, die mir geholfen haben, dieses Wochenende in Misano möglich zu machen."
 
Was war die größte Herausforderung?

Zanardi: "Den BMW M4 DTM auf der Strecke halten (lacht). Aber ich habe es geschafft. Ich habe im Laufe meiner Karriere viele Rennen gewonnen und glaube, dass ich immer noch das Zeug dazu habe, ein Auto wie den BMW M4 DTM an seine Grenzen zu bringen. Allerdings hatte ich im Vergleich zu den anderen Fahrern einfach keine DTM-Erfahrung. "

Wie sind Sie von den BMW und DTM Familien empfangen worden?
 
Zanardi: "Ich wurde von der DTM-Familie sehr gut aufgenommen und fühlte mich in Misano sehr willkommen. Dafür bin ich sehr dankbar! Was meine BMW-Familie und insbesondere meine Mannschaft betrifft, gaben sie mir das Gefühl - und ich konnte es auch in ihren Augen sehen -, dass sie sich in ihrem Job gut fühlten und dass ich genau der Mann war, den sie haben wollten in ihrem Auto. Das Ziel war nicht, das Rennen zu gewinnen, es ging darum, meine Chance zu nutzen und das Beste aus dem Auto herauszuholen. Jeder im Team hat sich mit diesem Ziel identifiziert - das war für mich unbezahlbar. Ich werde dieses Gefühl immer bei mir tragen. Das Wochenende war absolut fantastisch. "
 
Und Sie wurden von den italienischen Fans begeistert begrüßt?
 
Zanardi: "Sagen wir es so, ich glaube, ich war an einigen romantischen Geschichten in meinem Leben beteiligt, die letztendlich das glückliche Ende hatten, auf das die Leute hofften. Ich habe ein paar Dinge geschafft, von denen die Leute vielleicht nicht glaubten, dass ich physisch dazu in der Lage wäre. An einem solchen Tag stehst du abends vor dem Spiegel und erinnerst dich an alles, was du im Laufe der Jahre erlebt hast. Es ist magisch zu wissen, dass so viele Menschen sich mit dem, was ich tue, so identifizieren. Das macht mich unglaublich stolz. "
BMW-Motorsportchef gratuliert Zanardi
Foto: BMW-Motorsport
 
Wenn man sich das gesamte Material an Bord ansah, war es beeindruckend zu sehen, wie viel du gleichzeitig mit deinen Händen machst.
 
Zanardi: "Das stimmt, es war wirklich ziemlich akrobatisch (lacht). Allerdings habe ich heute keine Alternative, also habe ich mich schnell daran angepasst. Sobald Sie die Aufgabe angenommen haben, sind einige Dinge nicht so schwierig, wie Sie sich ursprünglich darstellen. Ich habe mit den Ingenieuren in München akribisch zusammengearbeitet, um die bestmögliche Lösung für mich zu finden, und ich denke, wir haben ein hervorragendes System entwickelt. Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht und eine hervorragende Basis für meinen geplanten Start bei den 24 Stunden von Daytona im Jahr 2019 geschaffen. Ich glaube, dass ich es mit diesem System schaffen würde, wenn ich mich 24 Stunden hintereinander der Herausforderung stellen würde - aus rein körperlicher Sicht. Ich bin mir sicher, dass ich danach nicht so frisch wie ein Gänseblümchen wäre, aber es wäre möglich (lacht). Danke an alle Beteiligten für ihr Interesse und ihren Ehrgeiz, mich zu einem noch besseren Rennfahrer zu machen. Ich kann es kaum erwarten, die Vorbereitungen für Daytona fortzusetzen. "