Mittwoch, 13. Juni 2018

Mikhalchik rast allen davon

Die zweite Saisonrunde der IDM Superbike 1000 in Oschersleben wurde ein Freudenfest für BMW. Vor 12.500 Zuschauern standen im Rahmen der Endurance-Weltmeisterschaft nach dem ersten Lauf ausschließlich Fahrer der deutschen Motorradmarke auf dem Podium. Nach dem zweiten Rennen zwängte sich dank des kurzfristig verpflichteten Italieners Lorenzo Lanzi ein Yamaha-Pilot dazwischen. In keinem Fall aber ging der Weg an Doppelsieger Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) vorbei.
Ilya Mikhalchik für die Meisterschaft klar an
Foto: Jens Hawrda
Die IDM Superbike 1000 war das Highlight des WM-Rahmenprogramms und die Fans standen hinter ihren Favoriten. „Der Erfolg des kurzfristig verpflichteten Italieners trug dazu bei, dass seit dem Saisonbeginn bisher vier der fünf Markenpartner in der IDM Superbike 1000 einen Podiumsplatz feiern konnten: BMW, Honda, Suzuki und Yamaha. Nur Kawasaki fehlt jetzt noch“, sagt Matthias Schröter vom IDM-Promoter Motor Presse Stuttgart und ergänzt: „Es gibt bereits eine mündliche Vereinbarung, dass wir im nächsten Jahr bei der German Speedweek 2019 mit noch mehr IDM-Klassen an den Start gehen.“ 
Bastian Mackels nun Meisterschaftszweiter
Foto: Jens Hawrda
Superbiker Ilya Mikhalchik lieferte in der Motorsport Arena eine tadellose Leistung in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennsportklasse ab. Er holte zwei Start- und Zielsiege und übernahm ganz klar die Führung in der Gesamtwertung. Diese hatte er sich nach dem Saisonauftakt mit Bastien Mackels (Wilbers-BMW) geteilt. Der Ukrainer sowie auch der Belgier waren punktgleich nach Oschersleben angereist. Mikhalchik beendete beide Läufe mit über drei Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. Nach dem ersten Rennen stiegen Mackels und Mikhalchiks Teamkollege Julian Puffe zu ihm aufs Podium. Es war der totale BMW-Triumph. Nach dem zweiten Lauf war Mackels erneut mit von der Partie. Nur drängte sich Lorenzo Lanzi (Yamaha MGM) dazwischen.
Jan Halbich, belegt momentan Platz vier in der Meisterschaft
Foto: Jens Hawrda
Schnellster Honda-Fahrer ist weiterhin Jan Halbich (Holzhauer Racing Production) auf dem vierten Tabellenplatz. Dahinter folgt die erste Suzuki. Dominic Schmitter (HPC Power) aus der Schweiz hat hier im internen Markenduell den Leipziger Toni Finsterbusch (Mayer Suzuki) verdrängt. Die Kawasaki-Fraktion mit Lucy Glöckner (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Mathieu Gines (Weber Motos) war in Oschersleben im Stress. Die Beiden hatten sich für einen Doppelstart in der IDM Superbike 1000 und der Endurance-WM entschieden.

Die nächste IDM-Veranstaltung findet vom 06. – 08. Juli 2018 auf dem Circuit Zolder in Belgien statt.

Meisterschaftsstand nach 4 von 14 Rennen: (Top-Five):

1. Ilya Mikhalchik BMW S 1000 RR           95 Pkt.
2. Bastian Mackels BMW S 1000 RR         81 Pkt.
3. Julian Puffe BMW S 1000 RR                55 Pkt.
4. Jan Halbich Honda CBR 1000 RR         45 Pkt.
5. Dominic Schmitter Suzuki GSX-R1000  38 Pkt.

Montag, 11. Juni 2018

F.C.C. TSR Honda siegt im 8-Stundenrennen von Oschersleben

F.C.C. TSR Honda, die Sieger von Oschersleben
Foto: Jens Hawrda
12.500 Besucher sahen am vergangenen Wochenende in Oschersleben ein packendes WM-Rennen bei brütender Hitze und jede Menge Action in den Rahmenserien und neben der Strecke. Das japanische Team von F.C.C. TSR Honda hat das 8-Stunden-Rennen der FIM Endurance Langstrecken-Weltmeisterschaft in der Motorsport Arena Oschersleben gewonnen. Freddy Foray, Alan Techer (beide FRA) und Joshua Hook (AUS) schafften mit einer fehlerfreien Fahrt den Sieg vor SRC Kawasaki und GMT94 Yamaha.
Das zweitplazierte Team SRC Kawasaki
Foto: Jens Hawrda
Die Zweitplatzierten Kawasaki-Piloten Mathieu Gines, Randy de Puniet und Jeremy Guarnoni (alle FRA) mussten bis zum Schluss des Rennens in einem engen Kampf mit der GMT94 Mannschaft um Mike di Meglio (FRA), Niccolò Canepa (ITA) und Davd Checa (ESP) ihre Position verteidigen.
Den dritten Platz holte das Team GMT94 Yamaha
Foto: Jens Hawrda
Eine Safety Car Phase 15 Minuten vor Rennende  hatte das Feld eng zusammengezogen und sorgte dadurch für Spannung in den letzten Minuten. In dieser war es dann Mike di Meglio, der dem Druck nicht standhielt und ins Kiesbett rutschte, seine stark lädierte Maschine aber als Dritter noch über den Zielstrich rettete.

Einen starken vierten Platz holte das heimische Team von NRT48. Die BMW von Kenny Foray (FRA), Stefan Kerschbaumer (AUT) und Lucy Glöckner (GER) fuhr konstant unter den besten fünf mit, konnte kurz vor Schluss aber vom Ausrutscher der GMT-Truppe nicht mehr profitieren. In der Gesamtwertung konnte F.C.C. seine Führung vor dem letzten Lauf in Suzuka von einem auf zehn Punkte ausbauen.

Formel E: Historischer Sieg für Audi vor Rekordkulisse in Zürich

  • Lucas di Grassi gewinnt ersten E-Prix in der Schweiz
  • Audi e-tron FE04 erneut das stärkste Auto
  • Mehr als 100.000 Zuschauer an der Rennstrecke
 
Titelverteidiger Lucas di Grassi hat Audi in der Elektro-Rennserie Formel E einen historischen Sieg beschert. Der Brasilianer gewann in Zürich vor einer Rekordkulisse den ersten E-Prix auf Schweizer Boden.
Historischer Sieg für Audi durch Lucas Di Grassi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Seit 1954 hatte es in der Schweiz kein internationales Rundstrecken-Rennen mehr gegeben. Die Rückkehr des internationalen Motorsports lockte weit über 100.000 Zuschauer an den Stadtkurs im Bankenviertel der Metropole. Diese erlebten eine eindrucksvolle Vorstellung der e-tron-Technologie von Audi: Von Startplatz fünf aus ins Rennen gegangen, benötigte Lucas di Grassi lediglich 18 Runden, um die vier vor ihm gestarteten Konkurrenten zu überholen und anschließend einen ungefährdeten Sieg herauszufahren. Nach 39 Runden hatte der Audi-Pilot 7,542 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzieren Sam Bird im DS Virgin.
 
Für di Grassi war es der insgesamt siebte Triumph in der Formel E, das fünfte Podium in Folge und der erste Sieg in der Saison 2017/2018. „Es war ein großartiges Rennen, und ich bin extrem glücklich“, sagte der Audi-Pilot, der den Siegerpokal von Stadtpräsidentin Corine Mauch überreicht bekam. „Das erste Rundstrecken-Rennen auf Schweizer Boden nach mehr als 64 Jahren zu gewinnen ist einfach fantastisch. Mein Audi e-tron FE04 war heute superschnell und hat es mir erlaubt, das Rennen von Startplatz fünf aus zu gewinnen.“
 
Di Grassi schob sich mit seinem Sieg auf den dritten Platz der Fahrerwertung nach vorn und hat vor den letzten beiden Rennen in New York (USA) am 14. und 15. Juli noch Chancen auf die Vizemeisterschaft. Seinen Triumph in der Schweiz feierte der Brasilianer am Abend ausgelassen mit einem Sprung in den Zürichsee – das hatte er seinem Team vor dem Rennen im Falle eines Sieges versprochen.
Prof. Peter Gutzmer, Sam Bird, Lucas di Grassi, Jérôme d'Ambrosio (v.l.)
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Das Team Audi Sport ABT Schaeffler machte mit dem zweiten Sieg in Folge und dem dritten Erfolg der laufenden Saison elf weitere Punkte in der Teamwertung gut und liegt vor den letzten beiden Rennen nur noch 33 Punkte hinter Tabellenführer Techeetah auf Rang zwei.

Eine noch bessere Punkteausbeute verhinderte Nelson Piquet. Der Ex-Champion fuhr Daniel Abt in der ersten Runde ins Heck und riss dabei dessen Heckflügel ab. Der Audi-Pilot musste außerplanmäßig an die Box kommen und blieb als 13. ohne Punkte. „Die Jungs haben den Heckflügel superschnell montiert“, sagte Abt. „Aber wir hätten ein Safety-Car benötigt, um wieder ins Rennen zu kommen. Das kam leider nicht. Ich bin sehr enttäuscht, freue mich aber für Lucas (di Grassi) und das Team.“
 
„Für Daniel (Abt) war es sehr schade“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Er war bei der Kollision in der ersten Runde absolut machtlos. Trotzdem war es ein toller Tag für uns. Es war ein fantastischer Event mit unheimlich vielen begeisterten Zuschauern, einer schönen Atmosphäre und einer tollen Anlage. Lucas (di Grassi) ist ein fantastisches Rennen gefahren. Es kommt nicht so oft vor, dass man von Startplatz fünf ins Rennen geht, alle Autos vor einem auf der Strecke überholt und das Rennen gewinnt.“
 
„Lucas hat seine Angriffe absolut perfekt abgepasst“, sagte Teamchef Allan McNish. „Ich freue mich besonders für seine Crew, die einen schwierigen Saisonstart hatte und nun wieder voll da ist. Und natürlich ist es fantastisch für Audi, nach dem Heimspiel in Berlin auch das erste Rundstrecken-Rennen in der Schweiz nach 64 Jahren gewonnen zu haben.“

Sonntag, 10. Juni 2018

Corvette-Piloten Kirchhöfer/Keilwitz gewinnen auch im Regen

  • Callaway-Competition-Duo gewinnt auch zweites ADAC GT Masters-Rennen in Spielberg
  • Bortolotti/Caldarelli im Lamborghini nach starker Aufholjagd auf Platz zwei
  • Markus Pommer/Maximilian Götz holen im Mercedes-AMG dritten Podestrang
Marvin Kirchhöfer (l.) u. Daniel Keilwitz (Corvette) hohlen sich auch am Sonntag den Sieg
Foto; ADAC-Motorsport
Doppelsieg für Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition): Die Corvette-Piloten triumphierten auch im verregneten Sonntagsrennen des ADAC GT Masters vor mehr als 12.000 Zuschauern (am Wochenende) auf dem Red Bull Ring. Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) fuhren im Lamborghini dank geschickter Reifentaktik von Startplatz 24 auf den zweiten Rang, Dritte wurden die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP). „Zwei Pole-Positions, zwei Siege und die Tabellenführung erobert – besser konnte es an diesem Wochenende nicht laufen“, freute sich Sieger Keilwitz. „Das war auf jeden Fall ein wichtiger Schritt im Titelkampf.“ 

Wechselhaftes Wetter sorgt für Reifenpoker

Nach ihrem Sieg am Vortag waren Kirchhöfer und Keilwitz auch im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters mit ihrer Corvette C7 GT3-R das Maß der Dinge. Pole-Setter Keilwitz behauptete sich beim Start und blieb an der Spitze des Feldes. Bereits in der zweiten Runde fielen erste Regentropfen. Während zahlreiche vorn platzierte Autos während des stärker werdenden Niederschlags zum Wechsel auf Pirelli-Regenreifen an die Boxen kamen, blieb Keilwitz mit Slicks draußen. Die richtige Entscheidung, da es danach kaum einen Unterschied bei den Rundenzeiten zwischen Fahrzeugen mit Slicks und mit Regenreifen gab. Erst beim Pflichtboxenstopp wechselte Callaway Competition auf Pneus für nasse Bedingungen – und musste so keinen zusätzlichen Stopp absolvieren. Keilwitz’ Teamkollege Kirchhöfer brachte danach die Corvette mit 4,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Es war das erste Mal seit dem Saisonfinale 2014 in Hockenheim, dass es einer Fahrerpaarung im ADAC GT Masters gelungen ist, beide Rennen an einem Wochenende zu gewinnen. Kirchhöfer und Keilwitz bauten damit ihre am Samstag eroberte Tabellenführung aus. 

Ein starkes Rennen zeigten auch die Zweitplatzierten Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli vom unweit des Red Bull Rings ansässigen Rennstall von Gottfried Grasser. Von Platz 24 ins Rennen gegangen, blieben die Lamborghini-Piloten das ganze Rennen über auf Slicks. Dies zahlte sich in der Schlussphase aus, als Bortolotti auf der abgetrockneten Strecke bis zu sechs Sekunden pro Runde schneller fuhr als die Konkurrenz auf Regenreifen. Der Italiener lag nach dem Fahrerwechsel auf Rang elf und kämpfte sich danach stetig nach vorn. In der letzten Runde verdrängte er noch den Mercedes-AMG GT3 von Markus Pommer und Maximilian Götz auf den dritten Rang.

Vierte wurden die Audi-Fahrer Filip Salaquarda (34/CZ) und Frank Stippler (43/Bad Münstereifel, beide Team ISR). Das Duo lag zwischenzeitlich auf Podestkurs, holte aber dennoch das bisher beste Ergebnis ihres Teams im ADAC GT Masters. Luca Stolz (22/Brachbach) und Sebastian Asch (32/Ammerbuch, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) verbesserten sich im Mercedes-AMG von Startplatz 18 bis zum Rennende auf Position fünf. Stolz durfte sich zudem über den Sieg in der Pirelli-Junior-Trophy freuen.

Rang sechs ging an Ezequiel Perez Companc (23/RA) und Franck Perera (34/F, beide GRT Grasser Racing Team) im Lamborghini vor Christopher Zöchling (30/A), dem bestplatzierten Österreicher, und Jens Klingmann (27/Ermatingen) im BMW von MRS GT-Racing. Jeffrey Schmidt (24/CH) und DTM-Pilot Jamie Green (35/GB, beide BWT Mücke Motorsport) sammelten im Audi als Achte drei Meisterschaftszähler.

Als Neunte kamen Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ins Ziel. Die Porsche-Piloten waren von Rang drei ins Rennen gestartet und wechselten als eines von zahlreichen Teams bereits in der Anfangsphase auf Regenreifen. Ein Poker, der nicht aufging: Im Ziel waren sie die einzige Fahrerpaarung, die nach dem frühen Wechsel noch Punkte eingefahren hat – etwas, was ihnen als einzigem ADAC GT Masters-Team in allen bisherigen sechs Saisonrennen gelungen ist.

Nach Rang zwei am Vortag belegten Ex-DTM-Star Timo Scheider (39/Lochau) und Mikkel Jensen (23/DK, beide BMW Team Schnitzer) im BMW M6 GT3 den zehnten Rang. Das Duo sah zwar auf Position vier die Zielflagge, wurde aber nachträglich wegen eines Zwischenfalls beim Boxenstopp mit einer 30-Sekunden-Strafe belegt.

Die Corvette-Piloten Sven Barth (37/Eberbach) und Claudia Hürtgen (46/Archheim, beide RWT Racing) bauten mit dem Klassensieg ihre Führung in der Pirelli-Trophy-Wertung aus.

Stimmen der Sieger

Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R): „Ich habe schon vor dem Start die Wolke gesehen und gedacht, dass es vielleicht zu regnen beginnt. Dann nach zwei, drei Runden fing es an zu tröpfeln. Du musst entscheiden, ob du draußen bleibst oder nicht. Ich habe gemerkt, dass es noch einigermaßen mit den Slicks geht. Autos, die auf Regenreifen gewechselt haben, waren nicht schneller als wir. Deswegen haben wir bis zum Pflichtboxenstopp gewartet und haben erst dann auf Regenreifen gewechselt.“

Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R): „Dass wir zwei Mal gewinnen, haben wir nicht erwartet. Umso mehr bin ich jetzt happy, dass wir es geschafft haben. Es war ein perfektes Wochenende für uns, maximale Punkteausbeute. Jetzt kommen die Strecken, auf denen es schwieriger für uns sein wird, ganz vorn mit dabei zu sein. Am Anfang meines Stints hatte ich alles unter Kontrolle, doch als es abtrocknete, war es extrem schwer, die Reifen am Leben zu halten.“

Lokalmatador Proczyk siegt im Opel auf dem Red Bull Ring

  • Zweiter Saisonsieg und Tabellenführung für den Österreicher
  • Luke Wankmüller übernimmt Führung in der Honda Rookie Challenge
  • Antti Buri im Audi und Benjamin Leuchter im VW auf den Plätzen

Harald Proczyk holt Sieg beim Heimrennen
Foto: ADAC-Motorsport
Lokalmatador Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) hat das sechste Saisonrennen der ADAC TCR Germany gewonnen und sein Heimspiel mit einem Sieg gekrönt. Im Opel Astra TCR siegte Proczyk vor Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS und Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) im VW Golf GTI TCR. Für Proczyk war es der zweite Saisonsieg, er übernahm damit auch wieder die Führung in der Gesamtwertung von Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One), der im zweiten Rennen des Wochenendes Achter wurde. Bester Pilot der Honda Rookie Challenge war erneut Luke Wankmüller (16, Straubenhardt, HP Racing International), der im Opel Platz sechs einfuhr und die Honda Rooke Challenge nun auch anführt. 

"Das Rennen war nahezu perfekt. Ich bin super happy, zu Hause gewinnen, ist schön", sagte Proczyk und betonte: "Ich bin schon so lange dabei, ich werde frühestens in Hockenheim auf die Fahrerwertung schauen. Mir ist die Teamwertung fast wichtiger und da schaut es wirklich gut aus, weil der Luke ja auch jedes Mal einen sensationellen Job macht." 

Vierter wurde VW-Pilot Luca Engstler (18, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler), Sieger der letztjährigen Honda Rookie Challenge. Dahinter folgten Florian Thoma (22, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler) in einem weiteren Golf, Wankmüller und Rookie Max Hesse (16, Wernau, Prosport Performance) im Audi. Langeveld, Sieger des Samstagsrennens, belegte Platz acht vor Polesetter Sandro Kaibach (20, Bad Waldsee, Prosport Performance) und Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im Peugeot 308 TCR. 

Nach dem Start übernahm zunächst Engstler die Führung, dahinter reihten sich Kaibach, Leuchter und Proczyk ein. Nach einem Verbremser des 18-jährigen Engstler schob sich Kaibach im Audi jedoch wieder kurzzeitig nach vorne, um die Führung eine Kurve später an Leuchter zu verlieren. Der VW-Pilot fuhr schnell ein Polster heraus, doch wenig später kam das Safety Car auf die Strecke. Zuvor war es zu einem Kontakt des VW von Sebastian Steibel (22, Walkertshofen, Steibel Motorsport) und des Cupra von J.C. Reynolds (22, Schweiz, TOPCAR Sport) sowie VW-Pilot Jussi Kuusiniemi (21, Finnland, Positione Motorsport) gekommen. 

Nach dem Restart blieb Leuchter zunächst vorne, dahinter schob sich Proczyk an Kaibach vorbei auf Platz zwei. Nach Leuchters anfänglichem Überholmanöver gegen Kaibach ordnete die Rennleitung an, dass beide Fahrer ihre Positionen wieder tauschen müssen - davon profitierte Proczyk, der die Führung übernahm und anschließend seinem ersten Heimsieg in der ADAC TCR Germany souverän einfuhr. Leuchter ging kurz darauf an Kaibach vorbei, in der spannenden Schlussphase bewies Antti Buri aber Nervenstärke und fing den Duisburger noch ab. Derweil lieferten sich auch die beiden Rookies Wankmüller und Hesse ein intensives Duell um die Honda Rookie Challenge. Dabei hatte Opel-Fahrer Wankmüller das bessere Ende für sich. "Das war eines der härtesten Rennen meines Lebens, aber ein perfektes Ende. Ich bin überglücklich", sagte Wankmüller. 

Für die Piloten der ADAC TCR Germany steht nun die Sommerpause an. Vom 3. bis 5. August geht es auf dem Nürburgring in die nächste Runde. In der Eifel stehen dann die Saisonrennen sieben und acht von insgesamt 14 an. 
Das Podium vom Sonntagsrennen
Foto: ADAC-Motorsport
Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany 

Antti Buri (Zweiter, Finnland, LMS Racing): "Das war ein richtig gutes Rennen. Am Anfang war es sehr eng, viel Verkehr, viele Attacken und Kontakte. Als ich dann Platz hatte, habe ich alles auf eine Karte gesetzt und angegriffen. Irgendwann und irgendwie konnte ich Benni dann überholen. Danach wollte ich diesen zweiten Platz einfach nach Hause fahren. Ein fast perfektes, ein sehr gutes Wochenende!" 

Benjamin Leuchter (Dritter, Duisburg, Max Kruse Racing): "Es war ein super Start und ich konnte sofort auf Position drei vorfahren. In Turn drei habe ich Sandro Kaibach leider leicht berührt und habe schon damit gerechnet, dass da von der Rennleitung etwas kommt und musste dann auch die Position zurückgeben. Zwischenzeitlich hatte Proczyk Kaibach aber schon überholt, sodass ich zwei Positionen abgeben musste. Das war bisschen bitter. Ich konnte aber sofort wieder auf Platz zwei fahren, aber irgendwann hat es Antti dann geschafft, mich zu überholen. Ich konnte dann nicht mehr kontern. Somit zweimal Platz drei, ich bin sehr, sehr happy nach dem schwierigen Wochenende, das wir in Most hatten." 

Luke Wankmüller (Bester Rookie, Straubenhardt, HP Racing International): "Mit Blick auf die Wertungen könnte man die Saison jetzt beenden, aber mir macht die ADAC TCR Germany so viel Spaß. Da ist jedes Rennen eine riesige Herausforderung - ich freue mich schon jetzt auf den Nürburgring."