Mittwoch, 6. Juni 2018

IDM: Mackels und Mikhalchik kämpfen um die Tabellenführung in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda
Vom 7. bis 10. Juni 2018 sorgen wieder die ganz großen Motoren für Donner auf dem Asphalt in der Motorsport Arena Oschersleben. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist am Start. Die IDM Superbike 1000 gastiert als Prestige-Klasse ihrer Serie im Rahmen der German Speedweek und Endurance-WM. Der Kampf an der Spitze spielt sich derzeit zwischen Bastien Mackels und Ilya Mikhalchik ab. Die beiden BMW-Piloten reisen punktgleich in die Magdeburger Börde.
 
Unterschiedlicher könnten beide Fahrer nicht sein. Mackels kommt aus Belgien, ist 32 Jahre alt, ein alter Hase in der IDM und fährt für das Team Wilbers-BMW. Mikhalchik wiederum stammt aus der Ukraine, zählt 21 Lenze, ist ein absoluter Neuling in der IDM und er fährt für das Team alpha Racing-Van Zon-BMW. Was beide gemeinsam haben: Sie gewannen je einen Lauf beim Saisonauftakt, der ebenfalls in Oschersleben stattfand. Im zweiten Duell lag die Differenz im Ziel zwischen ihnen bei nur 0,226 Sekunden.     
 
Dass ihr Vorsprung zu groß wird, wollen diverse Konkurrenten verhindern. Vor allem jene, die auf Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha sitzen. Dritter in der Gesamtwertung ist derzeit der Tscheche Jan Halbich, der für das Team Honda Holzhauer Racing Promotion fährt, das in Wittenberge stationiert ist. Mit Spannung wird auch der diesjährige Premieren-Einsatz von Mathieu Gines erwartet. Schafft es der Franzose, den Rückstand auf die Spitze zu minimieren? Gines wurde als Titelhoffnung von Kawasaki verpflichtet, fehlte aber zum Saisonauftakt, weil er sich zuvor an der Hand verletzte und am Finger operiert werden musste. Gines, der als extrem harter Kämpfer gilt, sagt: „Ich bin wieder fit und kann den Finger voll bewegen. Vor einer Woche bin ich zum ersten Mal wieder auf dem Motorrad gefahren. Es passt alles und ich habe einiges aufzuholen.“ Gines gibt in Oschersleben gleich doppelt Vollgas: in der IDM Superbike 1000 und auch in der Endurance-WM. Das 8-Stunden-Rennen lässt er sich der Langstrecken-Weltmeister von 2014 nicht entgehen.
 
Nicht zu unterschätzen ist auch Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer) auf der GSX-R 1000, für die seit 2018 eine Kit-Elektronik erhältlich ist. Seitdem ticken die Uhren für die Suzuki-Piloten anders. Fünf Marken präsentieren sich in der IDM-Topklasse im Wettbewerb. „Es laufen bereits Gespräche, dass im nächsten Jahr noch mehr IDM-Klassen im Rahmen der German Speedweek an den Start gehen“, sagt Matthias Schröter vom IDM-Promoter Motor Presse Stuttgart. In der IDM Superbike 1000 werden jetzt zwei Rennen ausgetragen.  

Dienstag, 5. Juni 2018

ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring

Highspeed in den Alpen

 
  • Dritter Saisonlauf des ADAC GT Masters
  • "Liga der Supersportwagen" startet auf schnellster Strecke im Kalender
  • Vier Rennsieger in bisherigen vier Rennen versprechen viel Spannung
 
Foto: Jens Hawrda
Vorhang auf für Runde drei des ADAC GT Masters 2018: Auf dem Red Bull Ring geht es an diesem Wochenende (8.-10. Juni) in der "Liga der Supersportwagen" mit dem zweiten Auslandsgastspiel in Folge weiter. Die Porsche-Piloten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) sind auf dem schnellsten Kurs des Jahres als Tabellenführer die Gejagten. Nach vier verschiedenen Siegern in den ersten vier Saisonrennen versprechen die 36 GT3-Sportwagen von acht Marken auch in den Alpen beste Unterhaltung. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Mit dem Lauf in Österreich steht eine der beliebtesten Veranstaltungen des Jahres an. Der Red Bull Ring ist nicht nur wegen seiner Alpen-Atmosphäre einmalig, er ist auch der schnellste Kurs im ADAC GT Masters-Kalender. 2017 gewann hier das Lamborghini-Duo Rolf Ineichen (40/CH) und Christian Engelhart (31/Starnberg, beide GRT Grasser Racing Team) mit einem Schnitt von 170,9 km/h das schnellste Rennen der Serienhistorie.

Die aktuellen Spitzenreiter Robert Renauer und Mathieu Jaminet reisen zwar noch ohne Saisonsieg in die Steiermark. Ende April in Most haben sie jedoch dank zweier dritter Plätze in ihrem Porsche 911 GT3 R Rang eins in der Gesamtwertung übernommen. "Es ist natürlich sehr schön, als Tabellenführer an den Red Bull Ring zu reisen", so Renauer. "Aber wir wissen auch, dass erst zwei Rennwochenenden hinter uns liegen und noch einige Läufe auf uns warten. Wir konzentrieren uns einfach darauf, die anstehenden Rennen ähnlich gut wie die beiden ersten zu überstehen." Der Alpenkurs ist Renauers Lieblingsstrecke im Kalender, mit einer Vorhersage für das Wochenende hält er sich jedoch zurück: "Die Strecke macht Spaß zu fahren und liegt einfach in einer klasse Gegend, da kommt immer etwas Urlaubsflair auf. Es ist schwer, Prognosen abzugeben. Wir konnten bis jetzt sehr konstant Punkte sammeln und deshalb hoffe ich, dass wir daran anknüpfen können. Ich glaube nicht, dass wir unbedingt um den Sieg mitkämpfen werden, aber unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen, um den Red Bull Ring auch als Tabellenführer zu verlassen. Wir wollen auf jeden Fall wieder vorn landen, vielleicht wieder auf dem Podium."

Gesamtzweite sind nach ihrem Sonntagstriumph in Most die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP), die in Spielberg den Sieg wiederholen wollen - ebenso wie die weiteren Rennsieger der bisherigen Rennen. Zu diesen gehören der Österreicher Max Hofer (18) und Partner Philip Ellis (25/GB) im Audi R8 LMS von Phoenix Racing sowie ihre Markenkollegen von BWT Mücke Motorsport Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin). Mücke wird in der Steiermark jedoch wie bereits beim Saisonauftakt von DTM-Star Jamie Green (35/GB) vertreten. Ebenfalls ganz oben auf dem Podest standen bereits der in Wien lebende Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (28/I) und dessen Teamkollege Andrea Caldarelli (28/I), die einen Huracán GT3 für das unweit der Strecke in Knittelfeld ansässige Team ORANGE1 by GRT Grasser steuern.

Optimistisch für den Red Bull Ring ist auch Corvette-Pilot Daniel Keilwitz (28/Villingen) - mit sechs Siegen der erfolgreichste ADAC GT Masters-Pilot auf der 4,318 Kilometer langen Strecke. Zuletzt gewann er auf dem Alpenkurs im Samstagsrennen 2017 mit dem späteren Titelgewinner Jules Gounon (23/F). Zusammen mit seinem neuen Teamkollegen Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) erzielte Keilwitz in Tschechien zwei zweite Plätze. Das Duo verbesserte sich dadurch auf den dritten Gesamtrang. In Österreich wollen die Piloten von Callaway Competition den ersten Saisonsieg einfahren.

Auch der letztjährige Le-Mans-Sieger und FIA-WEC-Weltmeister Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) möchte am Wochenende ein Ausrufezeichen setzen. Der Porsche-Werkspilot, der zusammen mit Kévin Estre (29/F) einen 911 GT3 R für seinen Rennstall KÜS Team75 Bernhard pilotiert, bestreitet seine erste Saison als Fahrer in der "Liga der Supersportwagen". "Am Red Bull Ring wollen wir auf jeden Fall in die Punkteränge und vielleicht noch weiter nach vorn", so Bernhard.

 Neben Max Hofer haben mit Porsche-Pilot Klaus Bachler (26, KÜS Team75 Bernhard), Christopher Zöchling (30, MRS GT-Racing) im BMW M6 GT3 und Mercedes-AMG-Fahrer Clemens Schmid (27, AutoArenA Motorsport) noch drei weitere Österreicher auf dem Red Bull Ring ein Heimspiel. Beim oberösterreichischen Team HB Racing gibt es dabei einen Fahrerwechsel: Da Stammpilot Dominik Schwager (41/München) verletzungsbedingt ausfällt, kommt beim Heimrennen des Rennstalls Alfred Renauer (33/Jedenhofen) als Teamkollege von Luca Ludwig (29/Bornheim) im Ferrari 488 GT3 zum Einsatz. Renauer spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Teams und ist seit der Gründung ein guter Freund des Rennstalls. Dadurch entsteht eine kuriose Situation, da der Bayer eigentlich Teamchef von Precote Herberth Motorsport ist. Aufgrund seines Einsatzes als Fahrer für ein anderes Team wird er diese Position aber in Spielberg nicht ausüben.

Zusätzlich zum ADAC GT Masters starten in Spielberg auch die Nachwuchstalente der ADAC Formel 4, die spektakulären Tourenwagen der ADAC TCR Germany, der Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der Renault Clio Cup Central Europe. Aber auch abseits der Strecke gibt es für die Zuschauer Unterhaltsames: Sowohl am Samstag (10:15-10:45 Uhr) als auch am Sonntag (10:35-11:15 Uhr) können die Zuschauer beim Pit Walk Autogramme sammeln und einen Blick hinter die Kulissen der "Liga der Supersportwagen" werfen. Beim Meet the Drivers auf der Bull's Lane Terrasse haben die Fans am Samstag (15:00-15:30 Uhr) ebenfalls die Gelegenheit, die Fahrer zu treffen.
 

Montag, 4. Juni 2018

DTM: Disqualifikationen nach Unfallserie vom Sonntag

Auer, Mortara und Spengler disqualifiziert

Lucas Auer wird nach seinem Unfall in der Boxengasse disqualifiziert
Foto: dtm.com
Am Sonntag Abend, Stunden nach dem Rennen gab es doch noch Konsequenzen aus der Unfallserie in der Boxengasse. Lucas Auer, Edoardo Mortara und Bruno Spengler wurden von den Sportkommissaren für die Unfälle verantwortlich gemacht,  disqualifiziert und aus der Wertung genommen.
Im neuen Rennergebnis rücken die nachfolgenden Fahrer auf.  Die Sportkommissare berufen sich bei ihren Entscheidungen auf das Sportliche Reglement und sehen in den Unfällen einen Verstoß gegen Artikel 30.9: „Ab Auffahrt auf die Einfädelspur hat der Fahrer seine Geschwindigkeit so herabzusetzen, dass er sein Fahrzeug ohne Gefährdung anderer Teilnehmer oder Sportwarte an den Boxen zum Halten bringen kann.“
Mortara und Spengler wurden darüber hinaus mit einer Rückversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung des jeweiligen nächsten Wertungslaufs bestraft. Die Strafe ist ausgesetzt auf zwei Rennwochenende zur Bewährung. Beide Piloten wurden per Funk von ihren Teams auf die extrem rutschigen Bedingungen in der Boxengasse vorbereitet. Zudem wurden nach dem ersten Unfall von Auer in der Box gelbe Flaggen gezeigt.

BMW-Dreifachsieg im ereignisreichen Sonntagsrennen auf dem Hungaroring

Chaosrennen beschert BMW einen Dreifachsieg
Foto: BMW-Motorsport
Marco Wittmann (GER) holte am Sonntag im Hungaroring (HUN) seinen ersten Saisonsieg im BMW Driving Experience M4 DTM. Timo Glock (GER, DEUTSCHE POST BMW M4 DTM) und Philipp Eng (AUT, SAMSUNG BMW M4 DTM) folgten ihm und fuhren für BMW einen Dreifachsieg nach Hause.

Am Ende eines chaotischen sechsten Rennens der Saison war das Rennergebnis jedoch von geringer Bedeutung. Bei Zwischenfällen in der Boxengasse wurden mehrere Personen verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sieben Runden vor Schluss wurde das Rennen nach mehreren Zwischenfällen in der Boxengasse nach einem Regenguss unterbrochen.

Auf dem nassen und extrem rutschigen Beton vor den Boxen konnten einige Autos nicht rechtzeitig anhalten. Mehrere Leute, die in der Boxengasse arbeiteten, wurden verletzt, als die Autos bei Boxenstopp unkonrollierbar ins rutschen kamen. Spenglers BMW Bank M4 DTM war eines der Fahrzeuge, das ins Rutschen geriet. Er traf einen BMW Team RBM-Mechaniker, der nach Angaben des Mannschaftsarztes leichte Prellungen am Fuß erlitt. Er arbeitete bereits wieder an Spenglers Wagen, als die Autos für den Neustart in die Startaufstellung kamen.
Spengler kam schließlich als Siebter ins Ziel. Wie alle BMW Fahrer profitierte er von der Tatsache, dass die sechs BMW ihre Pflichtboxenstopps bis zur Rennunterbrechung bereits beendet hatten. Als die frühere Spitzengruppe nach dem Neustart an die Box kam, übernahm Wittmann die Führung und kontrollierte ab diesem Zeitpunkt das Rennen. Er fuhr schließlich seinen zehnten Sieg in der DTM ungefährdet ein. Timo Glock wurde Zweiter und kehrt mit 90 Punkten an die Spitze der Fahrerwertung zurück. BMW Team RMR führt den Team-Wettbewerb mit 131 Punkten.
Hinter Eng, als Dritter, der in seiner jungen DTM-Karriere den zweiten Podiumsplatz erreichte, kamen Joel Eriksson (SWE, BMW M4 DTM) und Augusto Farfus (BRA, Shell BMW M4 DTM) als Sechste und Achte ins Ziel.

DTM Budapest: Audi-Pilot Rockenfeller Vierter am Sonntag

  • Regenschauer und Unfälle stellen Renngeschehen in Budapest auf den Kopf
  • Boxenstopp in Runde eins im Sonntagsrennen entscheidend
Die DTM bleibt unberechenbar: Im turbulenten Sonntagsrennen auf dem Hungaroring stellte ein Regenschauer das Renngeschehen komplett auf den Kopf. Am Ende lagen jene Fahrer vorn, die in eher aussichtslosen Positionen ihre Pflichtboxenstopps gleich zu Beginn des Rennens absolviert hatten.
Mike Rockenfeller holt Platz vier für Audi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Einer der Gewinner der DTM-Lotterie von Budapest war Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix. Von Startplatz 16 ins Rennen gegangen, wechselte „Rocky“ gleich in der ersten Runde die Reifen. Nach sieben Runden sorgte ein starker Regenschauer für drei schwere Unfälle in der Boxengasse und eine längere Rennunterbrechung, die all jene Fahrer benachteiligte, die noch nicht gestoppt hatten oder zum Zeitpunkt des Abbruchs gerade an der Box waren. Außer Rockenfeller traf das auf alle anderen fünf Audi-Piloten zu.

„Das war ein verrücktes Rennen“, sagte der DTM-Champion von 2013, der nach dem Restart Vierter wurde. „Dass ich es fast aufs Podium geschafft hätte, ist heute völlig nebensächlich. Die Bilder von den Unfällen in der Boxengasse sahen schlimm aus. Dass jemand verletzt wird, ist das Letzte, was wir wollen. Ich hoffe, den Betroffenen geht es nicht so schlecht, wie es im ersten Moment aussah. Ich drücke ihnen die Daumen!“

„Am wichtigsten ist, dass die Unfälle in der Boxengasse zum Glück offenbar nicht ganz so schlimm ausgegangen sind, wie man es zunächst befürchten musste“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Situation war für alle Fahrer schwierig, denn sie wussten nicht, welche Bedingungen sie in der Boxengasse erwarteten. Durch die Rote Flagge war das Rennen für alle gelaufen, die zuvor noch nicht an der Box waren. Am Ende ist noch ein vierter Platz für Mike Rockenfeller herausgesprungen. Das ist nicht schlecht, aber nach dem gestrigen Tag hatten wir uns mehr versprochen.“
Weiter geht es in der DTM am 23. und 24. Juni beim Audi-Heimspiel auf dem Norisring.