Sonntag, 20. Mai 2018

DTM: Nico Müller (Audi) mit Bestzeit im dritten Freien Training

Nico Müller, Castrol EDGE Audi RS 5 DTM  (Audi Sport Team Abt Sportsline)
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
Nach dem Startcrash von Jamie Green und Nico Müller beim Samstagsrennen auf dem Lausitzring erloschen in den Boxen des Audi Sport Team Abt Sportsline und dem Audi Sport Team Rosberg die Lichter später als geplant. Fieberhaft wurde gearbeitet, um die havarierten Boliden wieder flott zu machen. Die Arbeit der Audi-Mechaniker hat sich gelohnt.

Im dritten Freien Training am Sonntagmorgen fuhr Nico Müller die Bestzeit, vor seinem Unfallkontrahenten vom Vortag Jamie Green dahinter. Die drittschnellste Rundenzeit fuhr Lucas Auer (Mercedes).


„Großer Dank an meine Mechaniker“, sagte Müller. „Die haben eine Topjob gemacht. Das Auto fühlt sich gut an und ich hoffe, dass wir im Qualifying heute etwas näher dran sind als gestern.“ Der Sieger des Vortags, Edoardo Mortara, belegte Position sieben. „Es ist nur ein Freies Training. Aber das war heute sehr wichtig, da die Bedingungen im Gegensatz zum Vortag anders sind, die Temperaturen sind höher“, sagte der Italiener. Bester BMW-Pilot war Timo Glock als Achter. „Die Balance ist ungefähr wie gestern“, sagte er. „Jetzt müssen wir schauen, wie wir das im Qualifying umsetzen können.“

Das zweite Qualifying startet am Lausitzring um 11.25 Uhr, Rennstart zum zweiten Rennen ist 13.30 Uhr.

Rast unverletzt, aber mit Startverbot fürs Sonntagsrennen

Renè Rast überschlägt sich
Foto: dtm.com
Jamie Green war sprachlos. Schockiert legte er die Hand auf den Mund. Auf dem Monitor in einer Box verfolgte der Audi-Pilot den fürchterlichen Unfall von René Rast am Samstag in Runde sechs des DTM-Rennens auf dem Lausitzring. Nachdem das Auto von Markenkollege Loïc Duval den roten Audi des Champions berührt hatte, rutschte der Wagen mit der Nummer 33 auf die Wiese, stellte sich quer, verkantete sich in der Wiese, wurde ausgehoben, landete auf dem Dach und überschlug sich. Die Zuschauer am Lausitzring hielten den Atem an. Doch entgegen aller Befürchtungen ging der Horror-Crash glimpflich aus.
Der Audi von Renè Rast ist ein Totalschaden
Foto; dtm.com
Das Auto war ein Totalschaden, aber Rast gab sofort Entwarnung und winkte. Aufatmen allerseits. Nach wenigen Momenten kletterte er aus seinem demolierten Fahrzeug. Das ganze Dach und die Frontscheibe waren zerstört. Mit dreckverschmiertem Gesicht gab er wenig später das erste Interview in der Boxengasse. „Ich sehe zwar etwas mitgenommen aus. Aber es geht mir überraschend gut. Ich habe keine Schmerzen. Wie man sieht, ist das Auto sehr sicher. Ich bin happy, dass ich gesund bin“, sagte Rast.
Renè Rast unmittelbar nach seinem schweren Unfall, zum Glück unverletzt.
Foto: dtm.com
Am späten Nachmittag wurde er im Klinikum Niederlausitz geröntgt. Dabei wurden keine Frakturen festgestellt. Vorsichtshalber blieb Rast aber über Nacht in Senftenberg. Am morgigen Rennen wird er auf Anraten der Ärzte nicht teilnehmen.

Glückwunsch zum Sieg !


Samstag, 19. Mai 2018

Nach Safetycar und Roter Flagge: Edoardo Mortara gewinnt turbulentes Samstagsrennen in der Lausitz

  • Timo Glock baut mit Platz zwei seine Führung in der Fahrerwertung aus
  • Erstes Podium für DTM-Rookie Philipp Eng
  • René Rast nach schwerem Unfall unverletzt
Neunter DTM-Sieg und erster mit Mercedes für Edoardo Mortara
Foto: dtm.com
Sieger in einem ereignisreichen dritten DTM-Saisonrennen ist Edoardo Mortara. Im Mercedes-AMG C63 DTM gewann der Italiener das Samstagsrennen auf dem Lausitzring. Für Mortara ist es der neunte Sieg seiner DTM-Karriere und der erste für Mercedes-AMG. „Der erste Sieg mit Mercedes-AMG ist ein ganz besonderer Sieg und sehr emotional“, sagte Mortara nach der Siegerehrung. „Wir haben hart gekämpft und ich bin natürlich super zufrieden.“ Platz zwei in der Lausitz ging an BMW-Pilot Timo Glock, der damit seine Führung in der DTM-Fahrerwertung ausbauen konnte. Seinen ersten Podestplatz im dritten DTM-Rennen feierte Philipp Eng. Der Österreicher wurde Dritter. Wie sicher die DTM-Autos sind, zeigte sich in Runde sieben. Nach einer Berührung rutschte René Rast von der Strecke und überschlug sich anschließend. Der aktuelle DTM-Champion konnte aus dem völlig zerstörten Audi RS 5 DTM unverletzt aussteigen.

„Die Audi-Jungs tun mir richtig leid“, kommentierte der Zweitplatzierte Glock das Unfall-Pech der Ingolstädter, denn neben Rast schieden auch Jamie Green und Nico Müller nach einer Startkollision aus. Während dieser Unfall eine Safetycar-Phase nach sich zog, wurde das Rennen nach Rasts Überschlag mit der Roten Flagge unterbrochen. Glock weiter: „Bei den heftigen Unfällen müssen wir froh sein, das nichts passiert ist. In der Schlussphase des Rennens habe ich vielleicht zu wenig riskiert. Aber mit Platz zwei kann ich zufrieden sein. Ich glaube, wir haben den Zuschauern wieder guten Rennsport geboten.“

Zum ersten Mal in seiner Motorsport-Karriere durfte Philipp Eng bei einer DTM-Siegerehrung jubeln. In seinem dritten Rennen holte sich der Österreicher Platz drei und war entsprechend zufrieden. „Das war eine kurze Eingewöhnung für mich in die DTM“, sagte er. „Das Rennen war aufregend und unfassbar spannend. Ich hätte gerne gewonnen, aber der Podestplatz ist schon extrem cool."

Gerne gewonnen hätte auch Lucas Auer. Der Mercedes-AMG-Pilot war von der Pole-Position gestartet und das Rennen über weite Strecken angeführt. In der Schlussphase fiel Auer auf Platz vier zurück.

In der DTM-Fahrerwertung liegt nach drei von 20 Saisonrennen weiterhin Timo Glock in Führung. Mit 62 Punkten auf dem Konto hat der BMW-Pilot 17 Punkte Vorsprung auf Gary Paffett (45 Punkte). Dritter ist Rennsieger Edoardo Mortara (37 Punkte).

Weiter geht es auf dem Lausitzring bereits morgen. Das vierte Saisonrennen zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ ab 13:00 Uhr; Rennstart ist um 13:30 Uhr.

Audi elektrisiert Berlin: Doppelsieg beim Formel-E-Heimspiel

  • Daniel Abt siegt in Berlin vor seinem Teamkollegen Lucas di Grassi
  • Audi Sport ABT Schaeffler holt als erstes Formel-E-Team die maximale Punktzahl
  • Audi e-tron FE04 in Berlin-Tempelhof das überragende Auto
Daniel Abt (Audi) siegt beim Heimrennen überlegen
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Mit einem Bilderbuch-Ergebnis hat Audi beim Formel-E-Heimspiel Berlin elektrisiert. Dank Pole-Position, einem überlegenen Doppelsieg und der schnellsten Rennrunde ist Audi Sport ABT Schaeffler das erste Team, das an einem Renntag der Elektro-Rennserie die maximale Punktzahl holte.

Strahlender und vom Berliner Publikum frenetisch gefeierter Sieger war Daniel Abt. Der 25-jährige Deutsche lieferte bei seinem Heimspiel eine perfekte Leistung ab. Obwohl er in der ungünstigen ersten Gruppe auf die Strecke gehen musste, qualifizierte sich Abt mühelos für das Einzelzeitfahren der schnellsten Fünf, das er klar für sich entschied und so die ersten drei Punkte für die zweite Pole-Position seiner Formel-E-Karriere sammelte. Es folgte ein souveräner Start-Ziel-Sieg und als Krönung auch noch der Punkt für die schnellste Rennrunde.

„Das war der wohl wichtigste Sieg meiner bisherigen Karriere und ein unglaublicher Tag von Anfang bis Ende“, sagte Daniel Abt, nachdem er den Siegerpokal von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer entgegengenommen hatte. „Maximale Punkte mit der Pole-Position, dem Sieg und der schnellsten Runde und dann auch noch ein Doppelsieg für Audi – mein Dank geht an alle, die uns unterstützen. Heute wird richtig gefeiert!“

Doppelsieg für Audi in Berlin mit D. Abt (l.) u. L. Di Grassi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Den Audi-Doppelsieg beim Heimspiel in Berlin perfekt machte Lucas di Grassi. Der Titelverteidiger fuhr im Qualifying mit seinem Audi e-tron FE04 die schnellste Runde, leistete sich in der „Super Pole“ dann aber einen kurzen Quersteher, der ihn auf den fünften Startplatz zurückwarf. Nach dem Start brauchte der Brasilianer nur zwölf Runden, um sich auf den zweiten Platz nach vorn zu arbeiten. Nach dem Boxenstopp schloss der Brasilianer zu seinem Teamkollegen auf und fuhr anschließend Platz zwei souverän nach Hause. Der Drittplatzierte Jean-Eric Vergne im Techeetah hatte im Ziel bereits mehr als zwölf Sekunden Rückstand.

„Erst einmal Glückwunsch an Daniel, der den Sieg heute absolut verdient hat“, sagte di Grassi nach seinem vierten Podiumsergebnis in Folge. „Unser Audi war heute superschnell und der Konkurrenz überlegen, sodass wir den Sieg eigentlich nur unter uns ausmachen mussten. Nach dem Boxenstopp war ich an Daniel dran, aber mit meinem zweiten Auto hatte ich ein Problem, das wir analysieren müssen. Mit dem Doppelsieg ist für Audi ein Traum wahr geworden. Nachdem das Jahr für uns so schlecht angefangen hatte, liegen wir jetzt auf Platz zwei der Team-Meisterschaft.“

In der Fahrer-Meisterschaft verbesserten sich Daniel Abt und Lucas di Grassi vor den letzten drei Rennen in Zürich (10. Juni) und New York (14./15. Juli) auf die Plätze vier und sechs. Zu Tabellenplatz drei fehlt Abt nur noch ein Punkt.

„Es war ein fantastisches Rennen für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der erste Doppelsieg für Audi seit dem werkseitigen Einstieg in die Formel E und der erste überhaupt für das Team – und das beim Heimspiel! Daniel hat das maximal Mögliche erreicht und Lucas den Tag für uns perfekt gemacht. Mein Glückwunsch gilt allen, die so hart dafür gearbeitet haben. Einen so großen Vorsprung sieht man bei einem Formel-E-Rennen sehr selten.“

„Ein Doppelsieg für Audi in Berlin ist einfach unglaublich“, sagte Teamchef Allan McNish. „Ein ‚Clean Sweep‘ auf heimischen Boden, besser als dieser Samstag in Tempelhof kann ein Tag einfach nicht sein. Ich bin unheimlich stolz auf das ganze Team!“