Samstag, 2. Dezember 2017

Schwieriger Saisonstart für Audi in der Formel E

  • Daniel Abt nach toller Aufholjagd Fünfter
  • Champion Lucas di Grassi ohne Punkte
Daniel Abt: Platz 5 nach toller Aufholjagd
Foto: Audi-Motorsport
Daniel Abt belegte beim Saisonauftakt der Formel E in Hongkong im ersten Rennen den fünften Platz. Titelverteidiger Lucas di Grassi blieb nach einer Kollision mit Sébastien Buemi am Samstag ohne Punkte.

Die neuen Audi e-tron FE04 des Teams Audi Sport ABT Schaeffler hinterließen von Anfang an einen starken Eindruck, doch das Glück war am Samstag nicht auf der Seite der beiden Audi-Piloten. Eine Rote Flagge in ihrer Qualifying-Gruppe sorgte dafür, dass sich Daniel Abt und Lucas di Grassi mit den Startplätzen vier und sechs zufriedengeben mussten.

Daniel Abt fuhr im turbulenten Rennen auf Podiumskurs, ehe er beim Boxenstopp viel Zeit verlor und auf den neunten Platz zurückfiel. „Das war extrem schade“, trauerte Audi-Motorsportchef Dieter Gass einer vergebenen Chance nach. Abt konnte sich anschließend noch auf Platz fünf vorarbeiten. „Positiv ist, dass wir ein richtig schnelles Auto haben“, sagte der neue Audi-Werksfahrer. „Aber natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es ist ärgerlich, dass das zweite Auto nicht sofort startete – aus welchen Gründen auch immer. Aber mein 25. Geburtstag ist ja erst morgen, im zweiten Rennen greifen wir wieder an.“
Daniel Abt (rechts) und Lucas di Grassi vor dem Start
Foto: Audi-Motorsport
Lucas di Grassi lieferte sich in der Anfangsphase ein hartes Duell um den sechsten Platz mit seinem Erzrivalen Sébastien Buemi. Nach einer Attacke des Schweizers kam es zu einer Berührung, bei der die rechte Hinterradaufhängung beschädigt wurde. In der Folge musste di Grassi vorzeitig auf das zweite Auto umsteigen. Der amtierende Champion kam mit einer Runde Rückstand als 18. ins Ziel. „Null Punkte sind hart, denn das Auto war im Rennen richtig schnell“, sagte di Grassi. „Manchmal gibt es solche Tage.“

„Bei Lucas haben wir eine Fortsetzung des Duells mit Buemi aus der letzten Saison gesehen“, sagte Teamchef Allan McNish. „Nach der Berührung musste er extrem früh an die Box und hatte so keine Chance mehr. Für Daniel tut es mir unheimlich leid. Er ist ein richtig starkes Rennen gefahren, doch dann startete sein Auto nicht, wofür er nichts konnte, aber auch wir waren machtlos. Danach war er wieder unheimlich schnell. Er hat 20 Sekunden verloren, am Ende fehlten ihm 17 Sekunden zu einem möglichen Sieg.“

Formel E: Aktuelles und Buntes aus Hongkong

  • Mehr als 40.000 Zuschauer an der Rennstrecke erwarte
  • Tai-Chi-Training für Daniel Abt und Lucas di Grassi
  • Audi Hongkong präsentiert neues Audi RS 5 Coupé
Audi-Box im Fahrerlager von Hongkong
Foto: Audi-Motorsport
Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler wird es an diesem Wochenende ernst: In Hongkong beginnt die neue Formel-E-Saison.

Bereits zum zweiten Mal ist Hongkong Schauplatz des Formel-E-Auftakts. Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr an beiden Renntagen mit insgesamt mehr als 40.000 Zuschauern und planen langfristig mit der Elektro-Rennserie. „Wir wollen unseren Event zum Monaco der Formel E machen“, sagt Organisationschef Alan Fang.

Auch das Pressezentrum in Hongkong platzt aus allen Nähten: Mehr als 500 Medienvertreter haben sich für den Saisonauftakt der Formel E akkreditiert. Kaum ein Fahrerlager der Welt liefert bei Nacht so spektakuläre Bilder wie jenes im Hafen von Hongkong. In diesem Jahr dürfen sich die Fotografen auf noch bessere Motive freuen: Parallel zum Formel-E-Rennen feiert an der Skyline der asiatischen Metropole eine neue Variante der berühmten Multimedia-Lichtshow „A Symphony of Lights“ ihre Premiere.

Mit dem chinesischen Volkssport Tai-Chi stimmten sich Daniel Abt und Lucas di Grassi auf den Saisonauftakt der Formel E ein: Der einzige Tai-Chi-Lehrer Hongkongs weihte die beiden Audi-Piloten in die Geheimnisse der Kampfkunst ein, die von Millionen Chinesen und auch weltweit vor allem zur Entspannung und Meditation ausgeübt wird.

Der lokale Audi-Importeur nutzte den Formel-E-Saisonstart zur Hongkong-Premiere des neuen Audi RS 5 Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,7; CO2-Emission kombiniert in g/km: 197). Stargäste der Audi Sport-Party im China Merchant Warf Pier waren am Freitagabend auch die beiden Audi-Formel-E-Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi.

Für Wolfgang Ullrich ist der Hongkong E-Prix ein besonderer Event: Für den langjährigen Audi-Motorsportchef sind es die letzten beiden Rennen vor Beginn des Ruhestandes. Bereits im Januar hatte Ullrich sein Amt an Nachfolger Dieter Gass übergeben.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass
Foto: Audi-Motorsport
Zu Besuch bei der Formel E in Hongkong ist auch Ernst Moser. Der Teamchef des Audi Sport Team Phoenix aus der DTM legte ein Geschäftsmeeting in Asien extra so, dass er den Saisonauftakt der Elektro-Rennserie verfolgen kann.

Die Audi e-tron FE04 sind in Hongkong erstmals in ihrem endgültigen Design zu sehen. Nach der Präsentation in Neuburg und den Testfahrten in Valencia gab es noch einige Detailänderungen. Dazu zählt das Felgendesign der Elektro-Rennwagen: Daniel Abt fährt ab sofort mit roten, Titelverteidiger Lucas di Grassi mit grünen Streifen. Die unterschiedliche Farbgebung soll es den Zuschauern erleichtern, die Autos zu unterscheiden.

Schon vor seinem 25. Geburtstag am Sonntag bekam Daniel Abt im Fahrerlager von Hongkong Geschenke seiner Fans überreicht, unter anderem einen selbst gebackenen Kuchen. Am Donnerstag besuchte der neue Audi-Werksfahrer die Zentrale der LGT-Bank in Hongkong. Abt ist Markenbotschafter der Liechtensteiner Privatbank, schrieb bei seinem Besuch fleißig Autogramme für die Mitarbeiter und stand für jede Menge Selfies zur Verfügung.
Allan McNish, Lucas di Grassi, Wolfgang Ullrich, Lothar Korn, Daniel Abt, Dieter Gass (v.l.)
Foto: Audi-Motorsport
Auch in der Saison 2017/2018 erhalten in jedem Formel-E-Rennen drei Fahrer einmalig 100 kJ zusätzliche Energie per Knopfdruck. Über fanboost.fiaformulae.com und Twitter können die Fans für ihre Lieblingsfahrer abstimmen. Am Freitag behauptete Daniel Abt beim Fanboost-Voting den zweiten Platz. TV-Sender Eurosport überträgt alle Formel-E-Rennen in den meisten europäischen Ländern live. Co-Kommentatorin der deutschen Eurosport-Übertragung ist an diesem Wochenende Rahel Frey, die viel Asien-Erfahrung im Audi R8 LMS Cup gesammelt hat. Sendebeginn ist am Samstag und am Sonntag jeweils um 7.45 Uhr MEZ.

Freitag, 1. Dezember 2017

Porsche Carrera Cup startet ab 2018 beim ADAC GT Masters

  • Markenpokal wird fester Bestandteil des ADAC GT Masters
  • ADAC TCR Germany und ADAC Formel 4 auch 2018 am Start
Foto: Porsche-Motorsport
Der Porsche Carrera Cup Deutschland startet ab 2018 im Rahmen des ADAC GT Masters. Deutschlands schnellster Markenpokal wird an sechs Rennwochenenden der „Liga der Supersportwagen“ antreten und jeweils zwei Läufe austragen. Saisonstart ist vom 13. bis 15. April 2018 in der Motorsport Arena Oschersleben.

Der Porsche Carrera Cup Deutschland war bereits in den vergangenen Jahren sporadisch Gastserie im Rahmen des ADAC GT Masters. Ab der kommenden Saison wird Deutschlands ältester Markenpokal, der seit 1990 ausgetragen wird, fester Bestandteil der Veranstaltungsplattform ADAC GT Masters und 2018 bei allen deutschen Läufen sowie auf dem Red Bull Ring (A) und in Zandvoort (NL) antreten. Der Porsche Carrera Cup hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als ein vielversprechendes Sprungbrett erwiesen: Zahlreiche spätere ADAC GT Masters-Piloten wie die ehemaligen Champions Sebastian Asch, René Rast oder Connor De Phillippi sammelten dort erste Erfahrungen im GT-Sportwagen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Porsche Carrera Cup Deutschland ab der kommenden Saison beim ADAC GT Masters startet“, so ADAC Motorsportchef Thomas Voss. „Dadurch werden die Events des ADAC GT Masters noch attraktiver. Den Fans bieten die Rennen des Porsche Carrera Cup immer beste Unterhaltung.“

„Das ADAC GT Masters bietet eine ideale Plattform für den Porsche Carrera Cup Deutschland“, sagt Oliver Köppen, Projektleiter Porsche Carrera Cup Deutschland. „Dies haben wir 2017 bei unseren beiden gemeinsamen Rennwochenenden erneut festgestellt. Daher ist es toll, dass wir die Zusammenarbeit nun für 2018 ausbauen. Der Kalender ist mit seinen anspruchsvollen Rennstrecken im In- und Ausland sehr attraktiv. Unsere Teams und Fahrer werden sich auf hochinteressante Events freuen können.“

Die ADAC TCR Germany bleibt auch 2018 fester Bestandteil des Rahmenprogramms des ADAC GT Masters. Sie startet bei allen sieben Saisonläufen. Die ADAC Formel 4 tritt zusätzlich bei den vier Rennwochenenden in Deutschland sowie auf dem Red Bull Ring in Österreich an. Bei vier Veranstaltungen im kommenden Jahr startet auch der Renault Clio Cup Central Europe, beim Finale in Hockenheim ist zudem der Formel Renault 2.0 Eurocup dabei.

Elektrisiert: Audi feiert Formel-E-Premiere

  • Saisonstart der Elektro-Rennserie in Hongkong mit erstem Audi-Werksteam
  • Renndebüt des neuen Audi e-tron FE04

Zum ersten Mal startet Audi am Wochenende (2./3. Dezember) als Werksteam mit einem vollelektrischen Rennauto im Motorsport. Die beiden Rennen in Hongkong bilden den Auftakt zur neuen Saison der Formel E, in der sich Audi als erster deutscher Automobilhersteller engagiert. Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler sitzen Daniel Abt und Champion Lucas di Grassi am Steuer der Audi e-tron FE04.

Der aktuelle Formel-E Champion Lucas di Grassi
Foto: Audi-Motorsport 
„Die vergangenen Wochen waren für die ganze Mannschaft intensiv und aufregend “, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Auf dem Programm standen die akribische Vorbereitung der vier Rennautos, Computersimulationen der verschiedensten Strategien und Situationen, Feinschliff bei allen Abläufen, die perfekte Vorbereitung der gesamten Ausrüstung, um nur einige Punkte der abgearbeiteten Liste zu nennen. „Jetzt freuen sich alle, dass es endlich an die Rennstrecke und wieder um Punkte und Pokale geht.“

Zum ersten Mal beginnt eine Formel-E-Saison mit zwei Läufen an einem Wochenende, einem sogenannten „Double-Header“: Die Fans erleben Samstag und Sonntag zwei nahezu identische Veranstaltungstage mit Training, Qualifying und Rennen. Inklusive der Zusatzpunkte für Pole-Position und schnellste Rennrunde werden insgesamt 58 Zähler vergeben. „Wir wollen von der ersten Minute an perfekt aufgestellt sein und einen guten Start in die neue Saison erwischen“, sagt Lucas di Grassi. Der Champion freut sich auf Hongkong: „Die Stadt ist großartig, die Fans enthusiastisch – das ganze Event ist ein fantastisches Spektakel.“

Die 1,860 Kilometer lange Rennstrecke führt direkt an der Hafenfront und dem berühmten Riesenrad vorbei. Der temporäre Kurs führt über sonst öffentliche Straßen und hat eine sehr lange Gerade, die eine gute Überholmöglichkeit bietet. Im Anschluss folgt ein technisch anspruchsvoller Part mit vielen engen Kurven. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Oberfläche der Strecke: Sie ändert sich im Verlauf von Asphalt zu Beton. Am Samstag werden 43, am Sonntag 45 Runden gefahren.

Fahrer Daniel Abt kann den Start kaum erwarten: „Wir haben in den vergangenen Wochen hart gearbeitet – bei Testfahrten auf der Strecke, im Simulator und bei der Vorbereitung mit den Ingenieuren. Natürlich wissen wir erst in Hongkong, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Während sein Teamkollege als amtierender Meister mit der Startnummer eins ins Rennen geht, bleibt Abt bei seiner bewährten Nummer 66. Zusätzliche Motivation für ein gutes Ergebnis: Am Sonntag feiert er seinen 25. Geburtstag.

Bei dem Formel-E-Debüt im Vorjahr erlebte das deutsche Team ein chaotisches Rennen: Sowohl das Rennauto von Daniel Abt als auch das von Lucas di Grassi wurden bereits in der ersten Runde beschädigt. Während Abt sein Auto abstellen musste, kämpfte sich di Grassi vom Ende des Feldes bis auf den zweiten Platz. Möglich war die Aufholjagd dank einer mutigen Strategie seines Teams und ausgefeiltem Energiemanagement.

Montag, 27. November 2017

Fragen an Edoardo Mortara

Edoardo Mortara
(Foto: Mercedes-Motorsport)
Edoardo, oder sollen wir dich nun nur noch ‚Mister Macau’ nennen? Du hast mit diesem Erfolg nun schon zum siebten Mal den Macau Grand Prix gewonnen, davon 2011, 2012, 2013 und 2017 mit einem GT3-Fahrzeug. War es trotzdem noch etwas Besonderes für dich?

Edoardo Mortara: Es ist immer etwas Besonderes, hier zu gewinnen. Ich will die Erfolge auch gar nicht groß miteinander vergleichen, jeder war unglaublich schön. Dieses Jahr war es auch wieder sehr speziell. Ich habe zum ersten Mal für Mercedes-AMG in Macau gewonnen, was mich riesig freut. Nach einer relativ schwierigen Saison in der DTM habe ich mich umso mehr auf Macau gefreut, da ich hier schon viele Erfolge gefeiert habe. Dass es am Ende für den Welt Cup-Titel gereicht hat, ist einfach fantastisch.

Wieder einmal wurde der Stadtkurs von Macau seinem Ruf gerecht. Ein massiver Unfall im Qualifikationsrennen stellte den Grand Prix, ähnlich zum Vorjahr, auf den Kopf...

Edoardo Mortara: Das Rennen in Macau ist immer spektakulär. Am Samstag im Qualifikationsrennen hatten wir etwas Glück, dass wir vorneweg fuhren und nicht in den Unfall verwickelt wurden. Dass hier oft Unfälle passieren, ist fast unvermeidbar. Der kleinste Fehler wird bestraft. Aber die Streckenführung durch die Stadt mit den engen Passagen und dem Highspeed auf den Geraden ist unglaublich und macht mir sehr viel Spaß, gerade auch mit dem Mercedes-AMG GT3. Hier muss ich mich beim gesamten Team bedanken, denn das Setup war über das gesamte Wochenende einfach nur perfekt. Trotzdem war es nicht leicht, im Hauptrennen waren die Bedingungen sehr wechselhaft mit einer abtrocknenden Strecke und trotzdem musste man von der ersten Sekunde an attackieren. In der ersten Kurve nach dem Start wäre ich beinahe abgeflogen, weil ich so gepusht habe und mich von meinen Verfolgern schnell absetzen wollte. Aber schlussendlich haben wir gewonnen und ich bin super zufrieden.

Dementsprechend habt ihr auch gefeiert oder? Und was steht für dich im Jahr 2017 noch auf dem Plan?

Edoardo Mortara: Zunächst waren wir auf der offiziellen Preisverleihung und sind danach in einen Club weitergezogen. Dort gab es eine große Abschlussparty für das gesamte Team. Das haben sich alle wirklich extrem verdient nach dieser anstrengenden Woche. Wir haben bis in die Morgenstunden gefeiert. Aber was soll ich dazu groß sagen: was in Macau passiert, bleibt in Macau – außer die Trophäe, die bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei mir zuhause. In zwei Wochen (2./3. Dezember) fahre ich noch mein Debüt in der FIA Formula E, worauf ich mich sehr freue. Es ist der Saisonauftakt in Hong Kong mit zwei Rennen. Das wird sehr spannend.