Donnerstag, 7. September 2017

Interview mit Philipp Eng: „Ich hoffe, dass wir Jules Gounon schlagen können“

  • BMW-Werkspilot will ADAC GT Masters-Titel gewinnen
  • Im Interview spricht Eng über seine Ziele an den letzten beiden Rennwochenenden
Philipp Eng
Foto: ADAC-Motorsport
BMW-Werkspilot Philipp Eng ist im BMW M6 GT3 vor den beiden letzten Saisonläufen Gesamtzweiter des ADAC GT Masters. Der Österreicher will mit dem BMW Team Schnitzer den Titelkampf in der heißen Finalwoche der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Sachsenring (15.–17. September) und in Hockenheim (22.–24. September) spannend machen.

Wie schätzen Sie Ihre Kollegen im Titelkampf ein, ist nur Tabellenführer Jules Gounon mit der Corvette gefährlich? 

Philipp Eng:
„Von den reinen Fakten hat er die beste Ausgangsposition. In der Vergangenheit hat Callaway Competition auch schon die eine oder andere Meisterschaft gewonnen. Sie haben uns gegenüber einen psychologischen Vorteil und ein komfortables Punktepolster. Aber man muss auch die Konkurrenz aus Ingolstadt auf dem Zettel haben. Hinter uns ist es ziemlich eng. Aber für mich gibt es nur einen Blick, und der geht nach vorn auf Jules Gounon. Ich hoffe, dass wir ihn schlagen können.“

Die letzten beiden Läufe des ADAC GT Masters folgen innerhalb einer Woche. Macht das die Vorbereitung schwieriger? 

„Von mir aus könnte jedes Wochenende ein Rennen sein, das ist kein Problem. Es kommt darauf an, wie der Sachsenring läuft und ob man sich danach viel Zeit bis zum nächsten Rennen wünscht. Auf der anderen Seite hat man so schnell eine Titelentscheidung. Ich hoffe, dass wir auf dem Sachsenring gut dabei sind, um den Rückstand zur Corvette weiter zu verringern und auf dem Hockenheimring in den Titelkampf eingreifen zu können.“

Wie sehen Sie Ihre bisherige Saison im ADAC GT Masters? 

„Durchweg positiv, denn sonst würden wir nicht auf Platz zwei der Meisterschaft stehen. Es hätte aber durchaus besser laufen können, denn es gab Rennen, in denen wir zu wenige Punkte geholt oder zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Aber so ist der Motorsport.“

Was war der bisherige Höhe- bzw. Tiefpunkt der Saison? 

„Der Höhepunkt war unser Sieg am Auftaktwochenende in Oschersleben, er kam ziemlich unerwartet. Ein weiteres Highlight war das Podium bei unserem Heimrennen auf dem Red Bull Ring. Und zuletzt das hart erkämpfte Podium auf dem Nürburgring, das uns in der Meisterschaft sehr geholfen hat. Ein Tiefpunkt war das zweite Zandvoort-Rennen, wo wir im Qualifying einfach unser Potenzial nicht genutzt haben und dann von extrem weit hinten durchs Feld gepflügt sind. Wie es dann ausgegangen ist, war nicht optimal, aber da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Im Qualifying haben wir uns in eine Position gebracht, die nicht hätte sein müssen. Und am Lausitzring haben wir auch einmal null Punkte gemacht. Ich denke, dass wir zuletzt auf dem Nürburgring ein starkes Wochenende gezeigt haben. Vielleicht nicht unbedingt mit dem Ergebnis im ersten Rennen, aber mit dem zweiten können wir zufrieden sein. Wir haben einige Punkte auf die Corvette aufholen können.“

Wie hat sich das BMW Team Schnitzer in seiner ersten Saison im ADAC GT Masters bisher geschlagen? 

„Sehr gut. Man merkt, dass das Team die vergangenen Jahre in der DTM verbracht hat, auf höchstem Level – abgesehen von Formel 1 und WEC – und sehr viel Erfahrung gesammelt hat. Man spürt, dass dort viel Herzblut drinsteckt. Schnitzer hat sich trotz der kurzen Vorbereitungszeit sehr gut geschlagen. Wir hatten eigentlich nur den Test in Oschersleben, um uns zu finden. Wir können zufrieden sein. Und die Trauben hängen im ADAC GT Masters extrem hoch, das darf man nicht unterschätzen – egal aus welcher Rennserie man kommt.“

Wer wird an den Finalwochenenden Ihr Fahrerkollege sein?

„Es wird weiterhin Nicky Catsburg sein. BMW Motorsport hat mir mit ihm einen hervorragenden Partner an die Seite gestellt. Ich will natürlich die Meisterschaft unbedingt gewinnen – mit meinem Fahrerkollegen und dem BMW Team Schnitzer. Das wäre eine super Geschichte für Schnitzer, nach dem DTM-Titel 2012 wieder einen Fahrertitel feiern zu können. Es wird nicht einfach, wir haben 38 Punkte Rückstand. Auf der anderen Seite hat man gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Im ADAC GT Masters ist nichts gesetzt, bis es zu Ende ist.“

DTM: „Rocky“ rockt Hamburg

Mike Rockenfeller, Audi RS 5 DTM
Foto: Audi Communications Motorsport /Mario Roman
Mike Rockenfeller und der Audi RS 5 DTM zählten zu den Hauptdarstellern des 16. Stadtpark Revivals, das am vergangenen Wochenende rund 30.000 Auto- und Motorrad-Fans in die Hamburger City Nord lockte. „Es war toll zu sehen, wie sehr das aktuelle DTM-Auto hat die Zuschauer interessiert hat, obwohl wir ja bei einer Oldtimer-Veranstaltung waren“, sagte Mike Rockenfeller, der mit dem über 500 PS starken RS 5 DTM auch einige Demorunden drehte. Zudem erhielt „Rocky“ die Gelegenheit, den Audi V8 quattro zu pilotieren, mit dem Hans-Joachim Stuck 1990 die DTM gewonnen hatte. „Was ein Erlebnis!“ Auch Frank Biela, DTM-Champion von 1991 und fünffacher Le-Mans-Sieger, war für die Audi Tradition in Hamburg im Einsatz: Er pilotierte den Audi A4 quattro, mit dem er 1996 die Britische Tourenwagen-Meisterschaft (BTCC) gewann.

Team Rosberg startet 2018 auch im ADAC GT Masters

  • Einsatz von zwei Lamborghini Huracán GT3 geplant
  • Team gewann bereits 2009 in der „Liga der Supersportwagen“
Keke Rosberg (links) und Arno Zensen
Foto: ADAC-Motorsport
Zweites Standbein für das Team Rosberg: Neben der DTM tritt der Rennstall aus der Pfalz in der Saison 2018 auch im ADAC GT Masters an. Als Einsatzfahrzeuge dienen zwei Lamborghini Huracán GT3.

„Wir wollen uns breiter aufstellen“, sagt Teamchef Arno Zensen. „Wir haben bereits Ende 2016 über eine Expansion nachgedacht und danach erste Gespräche mit Lamborghini geführt. Da wir in der DTM mit Audi antreten, war es für uns wichtig, dem Volkswagen-Konzern treu zu bleiben. Der Lamborghini Huracán ist einer der erfolgreichsten GT3-Sportwagen der vergangenen Jahre und hat bereits zahlreiche Siege eingefahren. Das ADAC GT Masters ist eine ideale Bühne und eine der stärksten GT3-Rennserien überhaupt. Wir freuen uns auf die neue Herausforderung.“

Für das Team Rosberg ist es eine Rückkehr in das ADAC GT Masters. Bereits 2009 und 2010 trat der Rennstall dort an und holte einen Sieg und mehrere Podestplätze. Der erste Lamborghini steht bereits im Teamsitz in Neustadt an der Weinstraße und wurde komplett neu aufgebaut. Nach einem Roll-out soll im Herbst mit ersten Testfahrten begonnen werden. Um das Doppelprogramm mit der DTM, wo das Audi Sport Team Rosberg nach vier Siegen des ADAC GT Masters-Champions von 2014, René Rast, und Jamie Green derzeit die Teamwertung anführt, und dem GT3-Projekt stemmen zu können, plant das Team, seine Mannschaft zu vergrößern. Die Fahrer für 2018 stehen noch nicht fest.

Mittwoch, 6. September 2017

Im Tempel des Motorsports startet der Endspurt in die DTM-Saison

  • Audi kommt als Tabellenführer in die Eifel
  • Für BMW ist der Nürburgring ein gutes Pflaster
  • Auer ist im Qualifying der „Herr des Rings“

Die DTM biegt auf die Zielgerade ein. Mit Tempo geht es in das letzte Saisondrittel. Am Wochenende stehen auf dem Nürburgring die Rennen 13 und 14 an, und auf der legendären Strecke dürfte es trotz des zu erwartenden typischen nasskalten Eifelwetters heiß hergehen. Insgesamt acht Piloten haben noch Chancen auf Meisterehren in der berühmten Tourenwagenserie. Audi will die Führung in allen drei Wertungen verteidigen. BMW hat nach den Rennen an der niederländischen Nordseeküste ordentlich Rückenwind. Mercedes-AMG will nach der Enttäuschung in Zandvoort zurück in die Erfolgsspur.
Mattias Ekström kommt als Tabellenführer zum Nürburgring
Foto: dtm.com / Hoch Zwei
Fünf Siege, drei Pole-Positions und neun schnellste Rennrunden. Bei Audi läuft es wie geschmiert. Mit Mattias Ekström (128 Punkte), René Rast (114) und Mike Rockenfeller (110) liegen drei Audi-Piloten an der Spitze der Fahrerwertung. Die Audi Sport Teams Rosberg und Abt Sportsline führen die Teamwertung an und in der Herstellerwertung ist Audi mit 518 Punkten deutlich vor BMW (405) und Mercedes-Benz (361). Dennoch gelten die Ingolstädter auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Kurs des Nürburgrings nicht als Favoriten. „Vor allem im Qualifying wird es extrem schwer für uns. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich immer kämpfe und nie aufgebe. Ich komme mit 14 Punkten Vorsprung zum Nürburgring und möchte die Tabellenführung dort verteidigen“, unterstreicht Spitzenreiter Ekström.
 
Den drei Audi-Piloten im Nacken sitzen mit Timo Glock (104) und Maxime Martin (102) zwei BMW-Fahrer. Generell ist der Ring für die Münchner ein gutes Pflaster. Seit dem Comeback 2012 gewannen dort bereits Bruno Spengler, Maxime Martin und zweimal Marco Wittmann. „Ich hoffe, dass wir dort wieder ein gutes Wochenende haben und konstant punkten werden. Der Nürburgring hat für uns in Sachen Wetter auch immer Überraschungen parat, von daher bin ich gespannt, was auf uns zukommt“, so Glock. Markenkollege Augusto Farfus ergänzt: „Es ist der Nürburgring in seiner Gesamtheit, der etwas Besonderes ist. Es ist einfach ein Tempel des Motorsports, und es ist immer toll, dort zu sein. Ich liebe den Nürburgring einfach. Unsere Pace in Zandvoort war fantastisch. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und am Nürburgring weitere wichtige Punkte sammeln.“
Lucas Auer ist als Tabellensechster immer noch im Titelrennen
Foto: dtm.com / Hoch Zwei
Trotz einer Nullnummer in Zandvoort ist Lucas Auer weiterhin als Sechster in der Gesamtwertung mit 99 Punkten die Speerspitze von Mercedes-AMG. Die Rennen am Nürburgring kommen für den Österreicher gerade zur rechten Zeit. In den letzten vier Qualifyings ist er dort dreimal die schnellste Runde gefahren. Eine außergewöhnliche Leistung bei der Leistungsdichte der DTM. „Es scheint so, als würden die Kurven in der Eifel und ich sehr gut zusammenpassen. Die letzten beiden Rennwochenenden in Moskau und Zandvoort waren komplett verschieden. In Moskau waren wir langsam, haben aber trotzdem super Punkte mitgenommen. In Zandvoort waren wir auch langsam, haben jedoch keine Punkte eingefahren. Jetzt ist es an der Zeit, am Nürburgring wieder anzugreifen und generell mehr Mercedes in die Top-6 zu bringen. Dass ich auf dieser Strecke immer zu den Schnellsten gehört habe, ist eine gute Voraussetzung dafür", so Auer.
 
Nicht nur für die Fahrer, auch für die DTM hat der Nürburgring einen besonderen Stellenwert. Seit dem Debütjahr 1984 steht der Traditionskurs, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, in jeder Saison im DTM-Kalender.
 
Die Zuschauer dürfen sich auf ein unterhaltsames Wochenende mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm freuen. Neben der DTM sind die Autos der Formel 3 Europameisterschaft, der Tourenwagen Classics, des Audi Sport TT Cups und des Porsche Carrera Cups auf der Strecke unterwegs. Im Rahmen der ARD Chartshow tritt am Sonntag die weltweit bekannte Sängerin Anastacia auf. Fans mit Fahrerlagerticket können beim Pit View den DTM-Teams bei der Arbeit in den Boxen über die Schulter blicken. Auch die Fan-Terrasse auf dem Boxendach und das Fan-Village sind wieder geöffnet. Die ARD überträgt die beiden DTM-Rennen am Samstag ab 14.30 Uhr und am Sonntag ab 15:00 Uhr live aus der Eifel.

Dienstag, 5. September 2017

DTM: Mercedes Piloten zum bevorstehenen Rennen am Wochenende

Der Nürburgring ruft: Start in den DTM-Endspurt

 
Mercedes-AMG Motorsport DTM Team reist mit gestärktem Teamgeist zu den Saisonrennen 13 und 14 in die Eifel. Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer bereiteten sich im Fitness-Camp in Schladming (21.-25. August) auf das letzte Saisondrittel vor.

  • Ring-Experte Lucas Auer fuhr in drei der letzten vier Qualifyings auf dem Nürburgring die schnellste Rundenzeit
  • Für Edoardo Mortara ist es das zweite Rennen innerhalb einer Woche auf dem Nürburgring: Er fuhr am vergangenen Wochenende in einem Mercedes-AMG GT3 in der VLN in die Top-5
  • Ulrich Fritz: „Wir sind zuversichtlich, dass ein gutes Wochenende in der Eifel vor uns liegt.“
Blick in die Box von Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer (22 Jahre, Österreich):
„Ich freue mich wirklich auf den Nürburgring, auf dem ich in der Vergangenheit schon erfolgreich gewesen bin. Ich werde versuchen, daran am kommenden Wochenende anzuknüpfen. Aber das Wichtigste ist, Punkte einzufahren und im Endspurt noch einmal anzugreifen.“
 
Gary Paffett (36 Jahre, England):
„Es macht viel Spaß, auf dem Nürburgring zu fahren. Als Team erwischten wir in Zandvoort nicht gerade eines unserer besten Wochenenden. Deshalb werden wir versuchen, uns am Nürburgring zu steigern. Das Saisonende rückt immer näher und somit ist es wichtig, einige gute Ergebnisse einzufahren. Persönlich möchte ich auf das Podium fahren und vielleicht meinen ersten Sieg des Jahres erzielen.“
 
Paul Di Resta (31 Jahre, Schottland):
„Ich freue mich wie immer vor allem darauf, wieder ins Auto zu steigen. Erst recht auf dem Nürburgring, auf dem ich sehr gerne fahre. Die Saison geht nun in die entscheidende Phase und wir wollen als Hersteller das Beste aus dem Wochenende herausholen. Nach einem schwierigen Wochenende in Zandvoort reisen wir bestmöglich vorbereitet in die Eifel und können den Spieß dort hoffentlich umdrehen.“
Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Robert Wickens (28 Jahre, Kanada):
„Die Saison neigt sich langsam dem Ende und leider verlief sie nicht ganz so, wie wir es uns gewünscht hatten. Dennoch steht es außer Zweifel, dass der Speed vorhanden war. Mein Team und ich haben großartige Arbeit abgeliefert, aber leider hatten wir immer wieder Pech. Jetzt müssen wir versuchen, die Pechsträhne am Nürburgring zu durchbrechen. Ich habe sehr hart trainiert und das Fitness-Camp hat viel Spaß gemacht. Entsprechend bin ich fitter denn je, um gute Ergebnisse einzufahren.“
 
Edoardo Mortara (30 Jahre, Italien):
„Ich bin heiß auf die nächsten drei Rennwochenenden auf dem Nürburgring, in Spielberg und in Hockenheim. Normalerweise sollten das gute Wochenenden für mich sein. Ich habe auf jeder der drei Strecken bisher mindestens einmal gewonnen. Auf dem Nürburgring war ich immer konkurrenzfähig. Die Wetterbedingungen sind eigentlich fast immer gemischt, das macht es umso interessanter. Hoffentlich wird es auch in diesem Jahr ein gutes Wochenende für uns.“
 
Maro Engel (32 Jahre, Deutschland):
„Der Nürburgring ist in den letzten Jahren zu einer Art zweiter Heimat für mich geworden. Ich bin dort viele Rennen gefahren und hatte dort natürlich mit dem Sieg beim 24-Stundenrennen ein ganz besonderes Erlebnis. Entsprechend komme ich immer sehr gerne in die Eifel zurück. Selbstverständlich würde ich auch wahnsinnig gerne mit meinem DTM-Auto auf der Nordschleife Rennen fahren. Aber auch die Grand Prix-Strecke hat es in sich und bietet den Fans packendes Racing. Nach der Enttäuschung in Zandvoort möchten wir am Nürburgring zurückkommen. Der Reifenschaden am Sonntag hat mich im zweiten Rennen einen Podestplatz gekostet. Aber wir nehmen das Positive mit und versuchen, das an diesem Wochenende in eine gute Leistung umzusetzen.“