Sonntag, 23. Juli 2017

Audi-Doppelsieg im Regen von Zandvoort

  • Erster Saisonsieg für Titelverteidiger De Phillippi/Mies
  • Schmidt/Haase sorgen für Doppeltriumph von Montaplast by Land-Motorsport
  • Lamborghini-Duo Zanella/Spengler erstmals auf dem Podium
Erster Saisonsieg für die Titelverteidiger Mies (l.) u. De Phillippi
Foto: Jens Hawrda
Regen in Zandvoort

Diese Bedingungen scheinen Audi im ADAC GT Masters besonders zu liegen. Mit den Vorjahreschampions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus) gelang der Marke mit den vier Ringen der erste Sieg in der „Liga der Supersportwagen“ seit dem letztjährigen Rennwochenende auf dem Dünenkurs. Mit Platz zwei in einem turbulenten Rennen sorgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für einen Doppelsieg für Montaplast by Land-Motorsport. Rang drei ging erstmals an Florian Spengler (29/Schaffhausen) und Christopher Zanella (27/CH, beide Team HB Racing) im Lamborghini Huracán. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, so Sieger Mies. „Der Erfolg war längst überfällig.“

Götz dominiert erste Rennhälfte

Als es kurz vor dem Start zum achten Saisonlauf des ADAC GT Masters zu regnen begann, war klar, dass die Zuschauer ein spektakuläres Rennen erleben würden. Nach dem Aus des führenden Pole-Setters Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) wegen eines Defektes in der vierten Runde, stand die erste Rennhälfte ganz im Zeichen von Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), der an der Spitze zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 17 Sekunden herausfuhr. Dahinter wechselten auf der nassen Strecke immer wieder die Positionen. Als zur Rennmitte im Kampf um Platz drei Lamborghini-Pilot Christian Engelhart (30/Wolnzach, GRT Grasser-Racing-Team) und Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport) im Audi kollidierten, gab es die erste von insgesamt vier Safety-Car-Phasen. Die anschließenden Pflichtboxenstopps wirbelten das Feld wieder durcheinander. Während Götz-Partner Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) auf Platz fünf liegend von der Strecke rutschte, führte nach den Fahrerwechseln Audi-Pilot Jeffrey Schmidt (23/CH), der die Spitzenposition bis zur drittletzten Runde verteidigte. Dann ging sein Teamkollege Connor De Phillippi im zweiten Audi des Teams Montaplast by Land-Motorsport vorbei und fuhr zum ersten Saisonsieg für sich und Partner Christopher Mies, der das Auto auf Platz sechs liegend an den US-Amerikaner übergeben hatte. Für Schmidt sprang neben Platz zwei noch der Sieg in der Junior-Wertung heraus.

Hinter den beiden weiß-grünen Audi fuhren erstmals in dieser Saison Florian Spengler und Christopher Zanella als Dritte auf das Podium. Dahinter folgten als Vierte Robert Renauer (32/Jedenhofen) und Sven Müller (25/Bingen, beide Precote Herberth Motorsport) im besten Porsche 911. Bemerkenswert: Der Lamborghini und der Porsche waren von den Rängen 17 und 18 ins Rennen gegangen. Ebenfalls außerhalb der Top Ten gestartet waren auch die fünftplatzierten Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet (22/F)/Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard).

Tabellenführer Jules Gounon (22/F) und Ersatzteamkollege Renger van der Zande (31/NL, beide Callaway Competition) beendeten das Regenrennen auf Platz sechs. Startfahrer van der Zande hatte sich bis zum Fahrerwechsel auf Platz zwei vorgekämpft, doch eine Durchfahrtsstrafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse warf das Duo zurück. Danach reihten sich auf den Positionen sieben und acht mit Dennis Marschall (20/Eggenstein-Leopoldshafen)/Patric Niederhauser (25/CH, beide Aust Motorsport) und Mike David Ortmann (17/Ahrensfelde)/Frank Stippler (42/Bad Münstereifel, beide BWT Mücke Motorsport) zwei weitere Audi-Crews ein. Die Porsche-Paarung Klaus Bachler (25/A) und Alex MacDowall (26/GB, beide Schütz Motorsport) sowie Luca Stolz (21/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim, beide Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) im Mercedes-AMG vervollständigten die Top Ten.

Stimmen der Sieger

Connor De Phillippi (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS):
„Das Auto war in der Schlussphase wirklich fantastisch. Wir haben beim Boxenstopp den Luftdruck erhöht, das hat sich ausgezahlt. Der Audi war danach vor allem beim Bremsen sehr stark, wodurch ich einige Position gewinnen konnte. Ich bin sehr froh für das Team. Unser Renningenieur hat heute Geburtstag, da ist der Sieg das perfekte Geschenk.“

Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS):
„Wir hatten auf abtrocknende Bedingungen spekuliert und vor dem Start den Luftdruck abgesenkt. Als es dann in die Einführungsrunde ging, habe ich nur gedacht, hoppala, das war wohl nicht der richtige Weg. Es gab ultraviel Aquaplaning. Ich habe in den ersten Runden einfach nur versucht, zu überleben. Am Ende meines Stints fuhr sich das Auto wieder besser und ich habe es auf Platz sechs übergeben können.“

Tom Blomqvist verliert Pole

Tom Blomqvist verliert Pole wegen Teamfehler
Foto: BMW-Motorsport
Tom Blomqvist wurde nachträglich von den Sportkommissaren vom Qualifying ausgeschlossen, weil in seinem BMW M4 DTM nicht die erforderliche Restmenge an Treibstoff vorhanden war. Der Brite wird das Rennen vom letzten Startplatz aus in Angriff nehmen. Die Punkte für das Qualifying gehen an Bruno Spengler (3), Mattias Ekström (2) und René Rast (1).

DTM Qualifying: Auf einmal ist BMW vorn

Tom Blomqvist holt Pole für BMW
Foto: Jens Hawrda
BMW holt sich im Qualifying für Rennen zwei am heutigen Sonntag in Moskau die Doppel-Pole. Schnellster war Tom Blomqvist vor seinen BMW-Markenkollegen Bruno Spengler. Auf den Plätzen drei und vier folgt das Audi-Duo Mattias Ekström und Renè Rast. Dahinter reit sich mit Paul Di Resta auf Platz fünf der erste Mercedes Pilot ein. Insgesamt ist die Performace-Steigerung von BMW zwischen Freiem Training und Qualifying schon erstaunlich, denn BMW stellt nach dem Qualifying fünf seiner sechs Fahrzeuge in die Top-Ten. Aus Tabellensicht bedeutet dies vor dem ersten Rennen der zweiten Saisonhälfte: Gute Ausgangspositionen für Tabellenführer Rast und den drittplatzierten Ekström. Lucas Auer, der nur vier Punkte hinter Rast auf Platz zwei liegt, kam im Qualifying über Rang 14 nicht hinaus und muss sich nun eine extrem gute Strategie zurechtlegen, um im Rennen einen der vorderen Plätze zu belegen. Das verspricht Spannung pur.

Stimmen nach dem Qualifying:


Tom Blomqvist
(BMW), Platz eins:
„Ich hatte eine sehr gute Runde. Auf dem zweiten Satz Reifen war das Auto wirklich schnell. Ich bin sehr zufrieden und konzentriere ich mich jetzt auf das Rennen und gucke, was ich erreichen kann.“


Bruno Spengler
(BMW), Platz zwei:
„Das war ein wahnsinnig enges Qualifying. Die ersten Drei waren nicht mal eine Zehntelsekunde auseinander. Wir haben das Auto im Vergleich zu gestern stark verbessert. Wir haben uns das ganze Wochenende über gesteigert. Das Qualifying war schon mal sehr gut. Es gilt aber noch die restlichen 50 Prozent der Arbeit zu erledigen, für die große Punktzahl.“  


Mattias Ekström
(Audi), Platz drei:
„Ich habe alles gegeben. Wir haben einen guten Job gemacht – aber zwei andere Fahrer haben es besser gemacht. Glückwunsch. Es war besser als gestern, aber immer noch nicht das, was wir wollten. Wir haben die letzten Hundertstelsekunden nicht gefunden.“

Bortolotti holt Pole-Position in Zandvoort für Lamborghini

  • Mirko Bortolotti Schnellster im zweiten Zeittraining in Zandvoort
  • Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz nur knapp geschlagen
  • SPORT1 und DAZN übertragen Rennen am Samstag ab 13.00 Uhr live
Mirko Bortolotti holt Pole für Lamborghini
Foto: ADAC-Motorsport
Enger geht es kaum: Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) schlug im zweiten Zeittraining des ADAC GT Masters in Zandvoort Maximilian Götz (31/Uffenheim, Mercedes-AMG Team HTP Motorsport) im Mercedes-AMG-Pilot denkbar knapp. Der Abstand: lediglich 15 Tausendstelsekunden. Auf Platz drei folgte Audi-Fahrer Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport). Das achte Saisonrennen des ADAC GT Masters wird von SPORT1 ab 13.00 Uhr live und in voller Länge übertragen und ist online im Livestream auf sport1.de, DAZN, adac.de/motorsport und unter youtube.com/adac zu sehen.

Mit seiner Bestzeit von 1.35,329 Minuten stellte Bortolotti auf dem neu asphaltierten Kurs in Zandvoort einen neuen Qualifyingrekord für das ADAC GT Masters auf. Für den Lamborghini-Werkspiloten war es nach dem Lausitzring die zweite Pole-Position des Jahres, für die italienische Marke und das GRT Grasser-Racing-Team die jeweils dritte in der laufenden Saison.

"Ich hatte eine sehr gute Runde, sie war fast perfekt", sagte Bortolotti. "Ich bin sehr zufrieden. Das ist ein tolles Resultat für uns. Es ist meine zweite Pole-Position des Jahres und dritte im ADAC GT Masters insgesamt. Danke an das Team. Es hat sehr hart gearbeitet, nachdem wir gestern im Rennen kurz vor dem Ziel auf Platz zwei liegend unglücklich ausgeschieden waren. Das war sehr enttäuschend. Jetzt so zurückzukommen, macht mich stolz. Wenn wir ein sauberes Rennen ohne Probleme haben, sollten wir heute um den Sieg kämpfen."

Ex-Champion Maximilian Götz musste sich in seinem Mercedes-AMG mit Startplatz zwei begnügen, dahinter folgte mit Kelvin van der Linde ein weiterer ehemaliger Titelträger der "Liga der Supersportwagen". Dem Südafrikaner, der im Samstagsrennen zusammen mit Markus Pommer (26/Neckarsulm) Zweiter wurde, fehlten im Audi R8 0,279 Sekunden auf die Bestzeit. Mit dem Audi-Fahrer aus Reihe zwei startet Christian Engelhart (30/Wolnzach) im zweiten Lamborghini Huracán des GRT Grasser-Racing-Teams. Dahinter platzierten sich in einem weiteren Mercedes-AMG Luca Ludwig (28/Bornheim, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) und Christopher Haase (29/Kulmbach, Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8.

DTM: Drttes Freies Training Audi wieder klar vorn

Im dritten Freien Training am Sonntag früh sind es wieder die Audi-Piloten die dominieren. Alle sechs Audi-Fahrer schaffen es in die Top-Acht. Trainingsschnellster war Jamie Green vor seinen Markenkollegen Mattias Ekström, Renè Rat und Loic Duval. 
Jamie Green (Audi) wieder vorn
Foto: dtm.com
„Ich muss mir jetzt erst Mal die Zeiten anschauen. Wir arbeiten am Auto und an der Balance. Mal sehen, was das Qualifying bringt“, sagte Jamie Green.

Zwischen die Audis schob sich Augusto Farfus. Der Brasilianer war als Fünfter bester BMW-Pilot (1:28,047). Nico Müller (1:28,055) und Mike Rockenfeller (1:28,175) komplettierten das Sextett auf den Plätzen sechs und sieben. Danach platzierte sich Paul Di Resta auf Acht als bester Mercedes-AMG-Pilot (1:28,399).
Renè Rast mit viel Einsatz auf Platz drei
Foto: dtm.com
Das Qualifying startet um 11.30 Uhr (Ortszeit, 10.30 MESZ). Der Sender One überträgt das zweite Rennen aus Moskau am Sonntag ab 10.25 Uhr.