Donnerstag, 20. Juli 2017

DTM: Drei Fragen an Lucas Auer

Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, vorgestern wurde bekannt gegeben, dass du einen Formel 1-Test für Force India absolvieren darfst. Wie geht es dir jetzt damit?
 
Lucas Auer: Das ist natürlich ein Traum, der in Erfüllung geht. Darauf habe ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet. Aber nochmal: der Fokus liegt weiterhin ganz klar auf der DTM.
 
Ist es denn nicht schwierig, den Fokus zu halten?
 
Lucas Auer: Überhaupt nicht. Ich denke über den F1-Test noch gar nicht nach. Am Wochenende ist unser DTM-Rennen in Moskau. Darauf konzentriere ich mich und arbeite darauf hin. Jetzt bin ich in meinem dritten Jahr endlich in einer super Meisterschaftssituation, da wäre ich ja deppert, wenn ich mich jetzt ablenken lasse.
 
Wie schätzt du denn die Chancen für das Wochenende ein?
 
Lucas Auer: Es wird brutal schwer. Vor allem am Samstag. Da sehe ich Audi schon als Favorit an. Wir müssen schauen, dass wir trotzdem punkten und so viel mitnehmen wie möglich. Sonntag ist dann hoffentlich mehr drin. Das Ziel muss sein an der Spitze dran zu bleiben.

DTM: Formel-1 Test für Lucas Auer

Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Nach dem DTM-Rennwochenende in Russland legt Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer Lucas Auer einen Zwischenstopp in Budapest ein. Dort finden in der Woche nach dem Großen Preis von Ungarn (28.-30.07.) zwei Formel 1-Testtage auf dem Hungaroring statt. In deren Rahmen gibt der Österreicher sein F1-Testdebüt für Sahara Force India. „Das sind richtig spannende Nachrichten - der wundervollste Moment meines Lebens“, sagt Lucas. „ Für mich wird ein Kindheitstraum wahr, zum ersten Mal ein F1-Auto fahren zu dürfen. Ich bin besonders stolz darauf, dass ich diese Gelegenheit bei Sahara Force India erhalte - einem der Top-Teams in der Formel 1.“ Neben Auer erhält auch der russische Formel-3-Fahrer Nikita Mazepin eine Testchance. Beide sitzen am Dienstag und Mittwoch für jeweils einen halben Testtag im Auto.

Mittwoch, 19. Juli 2017

DTM: Stimmen der Mercedes-Piloten vor dem Rennwochenende in Moskau

Die DTM gastiert an diesem Wochenende zum fünften Mal auf dem Moscow Raceway bei Wolokolamsk, rund 80 km nordwestlich von Moskau
  • Gary Paffett ist nach seinem Unfall im zweiten Lauf auf dem Norisring fit und erhält in Moskau ein anderes Chassis
  • 2016 erzielte Mercedes-AMG Motorsport im ersten Rennen in Moskau mit Robert Wickens, Paul Di Resta, Gary Paffett und Maximilian Götz einen Vierfach-Sieg
  • Ulrich Fritz: „So einen Zieleinlauf wie im letzten Rennen - sowas würde ich gerne nochmal erleben.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer:
„Der Kurs in Moskau ist unerhört anspruchsvoll. Da ist fast von allem etwas dabei. Die beiden Qualifyings werden ganz klar der Schlüssel sein. Wer da vorne ist, hat schon die halbe Miete. Enorm wichtig wird aber auch, dass wir in den Trainings ein gutes Setup finden, um die Reifen nicht zu sehr zu beanspruchen. Was die Meisterschaft betrifft, bleibe ich meiner Linie treu: ich schaue von Rennen zu Rennen.“
 
Gary Paffett:
„Ich hatte bei dem Unfall am Norisring viel Glück, ohne ernsthafte Verletzungen davon gekommen zu sein. Ich fühle mich gut und arbeite hart daran, in Moskau ein gutes Ergebnis einzufahren. Die Jungs haben unglaubliche Arbeit geleistet, um für Moskau ein anderes Chassis für mich vorzubereiten. Mein bisheriges Chassis ist in keiner so guten Verfassung und es wird lange dauern, bis es repariert ist. Das Wochenende am Norisring war nicht das Beste, aber wir sind bereit für Moskau. Ich mag die Strecke und bin im vergangenen Jahr dort auf die Pole Position gefahren. Hoffentlich wird es ein gutes Wochenende.“
 
Paul Di Resta:
„Wir haben nun die Saisonhalbzeit erreicht, was einen entscheidenden Moment darstellt. Moskau ist eine Strecke, auf der ich sehr gerne fahre. Hoffentlich können wir gemeinsam ein erfolgreiches Wochenende hinlegen und das Samstags-Ergebnis vom vergangenen Jahr wiederholen, als wir ebenfalls zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Saison dort gefahren sind. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, um alles aus den beiden Rennen herauszuholen.“
Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Robert Wickens:
„Ich freue mich riesig auf Moskau an diesem Wochenende. Bislang war es eine harte Saison für mich. Aber ich bin gespannt darauf, jetzt auf eine Strecke zu kommen, auf der ich 2016 meinen ersten Saisonsieg eingefahren habe. Es war ein verrücktes Rennen mit dem Wetter und allem. Entsprechend freue ich mich darauf, wieder nach Russland zu kommen und dort hoffentlich erneut viele Punkte mitzunehmen. Am Norisring lief es für mich nicht nach Plan. Es ist nie schön, wenn man am Sonntag aus der ersten Reihe startet und dann ohne Punkte die Heimreise antreten muss - ganz besonders, wenn man danach drei Wochen Zeit hat, um bis zum nächsten Rennen nachzudenken. Jetzt müssen wir einfach wieder raus auf die Strecke und Punkte sammeln.“
 
Edoardo Mortara:
„Ich bin gespannt auf das Rennwochenende in Moskau. Der Kurs gehört zwar nicht zu meinen absoluten Lieblingsstrecken des Jahres, aber nach den guten Ergebnissen am Norisring blicke ich dem Wochenende zuversichtlich entgegen. Wir machen gemeinsam Fortschritte und hoffentlich gelingt uns in Moskau der nächste Schritt.“
 
Maro Engel:
„Der Moscow Raceway ist eine neue Strecke für mich. Ich war bisher noch nie in Russland, umso mehr freue ich mich darauf. Ich habe schon von vielen Fahrern gehört, dass die Strecke sehr interessant ist und alles bietet, was eine Rennstrecke braucht. Persönlich möchte ich an diesem Rennwochenende wieder in die Spur zurückfinden und in die Punkteränge fahren. Das war an den letzten beiden Wochenenden aus diversen Gründen leider schwierig.“

Schnelle Niederländer wollen ADAC GT Masters-Heimsieg in Zandvoort

  • Indy Dontje will ersten Podestplatz in der „Liga der Supersportwagen“
  • Renger van der Zande und Nicky Catsburg unterstützen Titelkandidaten
  • SPORT1 überträgt beide Rennen live und in voller Länge
Foto: Jens Hawrda
Mit Indy Dontje (24/NL, Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), Nicky Catsburg (29/NL, BMW Team Schnitzer) und Renger van der Zande (31/NL, Callaway Competition) starten drei Lokalmatadore an diesem Wochenende in Zandvoort im ADAC GT Masters. Die drei Niederländer haben sich für den vierten Lauf der „Liga der Supersportwagen“ viel vorgenommen. Die beiden Rennen auf dem Dünenkurs werden am Samstag (ab 13.30 Uhr) und am Sonntag (ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Online sind die Rennen im Livestream unter adac.de/motorsport und sport1.de zu sehen. 

 Dontje bestreitet in diesem Jahr seine erste Saison in der „Liga der Supersportwagen“. Sein bisher bestes Rennergebnis ist ein vierter Platz im knallgelben Mercedes-AMG GT3, den er sich mit Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg) teilt. Ebenso wie der Deutsche kommt Dontje aus der ADAC Formelschule und gewann Rennen im ADAC Formel Masters. „Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf ganz zufrieden“, so der Niederländer. „Marvin und ich haben gezeigt, dass wir schnell sind. Leider haben kleine Fehler und etwas Pech bisher einen Podestplatz verhindert. Es wäre natürlich toll, wenn mir dies in Zandvoort gelingen würde. Der Kurs wurde für 2017 fast komplett neu asphaltiert. Nur die letzte Kurve ist so geblieben. Mal sehen, wie sich das auswirkt. Aber eigentlich sollte der Kurs dem Mercedes-AMG liegen.“ Das vierte von sieben Rennwochenenden des ADAC GT Masters kann er kaum erwarten: „Ich freue mich auf mein Heimspiel, auch weil es eine wirklich coole Strecke ist. Es gibt sehr viele schnelle und teilweise auch blinde Kurven und nur eine relativ kurze Gerade. Nur an wenigen Stellen kann man sich daher etwas ausruhen. Ich kenne Zandvoort sehr gut, da ich dort schon oft als Instruktor gearbeitet habe.“

Dontje wird am Wochenende von seiner rennsportverrückten Familie unterstützt: „Mein Bruder Milan startet in diesem Jahr im Audi Sport TT Cup und mein Vater fuhr selbst Kartrennen. Er ist ein großer Fan der 500 Meilen von Indianapolis. Deshalb habe ich den Namen ‚Indy‘ bekommen. Seine erste Idee war ‚Enzo‘, aber das fand meine Mutter nicht so gut.“ Abseits der Rennwochenenden ist Dontje viel beschäftigt. Im rund 45 Minuten von Zandvoort entfernten Lelystad betreibt er eine Kartbahn und ein Fahrsicherheitszentrum: „Dort kümmere ich mich auch um den Rennsportnachwuchs und gebe Kurse für junge Kartpiloten.“

Anders als Dontje bestreiten seine Landsleute van der Zande und Catsburg nicht die komplette Saison des ADAC GT Masters, sondern vertreten auf dem Dünenkurs zwei Stammpiloten. Van der Zande springt bei Callaway Competition für Tabellenführer Daniel Keilwitz (27/Villingen) ein, der nach einem Unterschenkelbruch pausieren muss. Der ehemalige DTM-Pilot teilt sich die Corvette C7 mit Jules Gounon (22/F). „Ich werde mein Bestes geben und werde Jules helfen, die Tabellenspitze zu verteidigen“, so der in Amsterdam lebende van der Zande, der 2014 und 2015 auf dem Nürburgring insgesamt vier Rennen im ADAC GT Masters bestritt und dabei einen Podestplatz einfuhr.

Nicky Catsburg startet in Zandvoort im BMW M6 des BMW Team Schnitzer an der Seite des Tabellenzweiten Philipp Eng (27/A). Der eigentliche Teamkollege des Österreichers, der BMW-Junior Ricky Collard (20/GB), wird am Wochenende bei der DTM in Moskau vor Ort sein, um im Rahmen seiner Ausbildung Einblicke in die Abläufe eines DTM-Wochenendes zu erhalten. Gleichzeitig bekommt er die Gelegenheit, das BMW-DTM-Renntaxi zu fahren. Catsburg absolvierte bisher zwei Rennen im ADAC GT Masters: 2015 startete er ebenfalls in Zandvoort, damals jedoch in einem Lamborghini Gallardo, und wurde einmal Zweiter. 

Zandvoort ist übrigens ein gutes Pflaster für Lokalmatadore: Mit Jaap van Lagen (zwei Siege) sowie Jeroen den Boer und Simon Knap gewannen bereits drei Niederländer Rennen der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Dünenkurs. Und mit DB Motorsport war dort bereits ein niederländisches Team siegreich.

Für die Zuschauer gibt es vor Ort eine ganz besondere Aktion: Sie können das Rennwochenende auf dem Circuit Zandvoort, bei dem außerdem die ADAC TCR Germany, die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) und der Renault Clio Cup Central Europe antreten, auf den Stehplätzen in den Dünen rund um die Strecke gratis verfolgen. Mehr Informationen gibt es unter: www.circuitzandvoort.nl/en/events/adac-gt-masters#event-tab-gratis-tickets. Karten für das Fahrerlager und für die Tribünen können im offiziellen Ticket-Shop des ADAC GT Masters unter adac.de/motorsport bestellt werden und sind an der Tageskasse erhältlich.

Dienstag, 18. Juli 2017

Niederländer in der ADAC TCR Germany fiebern dem Heimspiel in Zandvoort entgegen

  • Langeveld, Sandberg und Koster freuen sich auf Zandvoort
  • Niels Langeveld verspricht: "Ich möchte alle Holländer glücklich machen"
  • Dillon Koster: In Haarlem geboren, in Zandvoort zu Hause
Nils Langeveld
Foto: Jens Hawrda
Das Timing hätte kaum besser sein können. Pünktlich zum Auftritt der ADAC TCR Germany in Zandvoort feierte Audi-Pilot Niels Langeveld (29) beim Rennwochenende zuletzt in Oschersleben den ersten Sieg eines Niederländers überhaupt in der Tourenwagenserie des ADAC - und an seinen Premierenerfolg will Langeveld beim Heimspiel (21. bis 23. Juli) direkt anknüpfen. "Ich möchte zweimal aufs Podium", stellt der 29-Jährige vom Team Racing One klar: "Es ist mein Heimrennen, viele Freunde von mir werden da sein. Ich war noch nie mehr motiviert als jetzt!"

Damit steht Langeveld, der in Oschersleben auch dem Audi RS3 LMS den ersten Sieg in der ADAC TCR Germany beschert hatte, nicht alleine da. Alle Niederländer im Fahrerfeld wollen sich vor heimischer Kulisse besonders beweisen. Das gilt auch für Langevelds Teamkollege Maurits Sandberg (43), und allen voran für Dillon Koster (40). Er kennt den Kurs wie kaum ein anderer Pilot der ADAC TCR Germany - schließlich ist er als Chef und Fahrer des Teams Certainty Racing in Zandvoort zu Hause. Geboren wurde er im wenige Kilometer entfernten Haarlem, seine gesamte Kindheit verbrachte er im Küstenort, der für seine einzigartige Rennstrecke in ganz Europa bekannt ist.

Früher war Koster ein begnadeter Fußballer, und nur durch einen Unfall in der Jugend fand der heutige 40-Jährige zum Motorsport. "Ich suchte eine neue Herausforderung, und nach wenigen Runden auf dem Circuit in Zandvoort war ich mit dem Motorsport-Virus infiziert", erzählt Koster rückblickend. Und der Motorsport gab ihm neue Kraft. Über verschiedene Markenpokale führte ihn sein Weg bis in die Punkte der ADAC TCR Germany, die er 2017 gemeinsam mit dem erst 17 Jahre alten Österreicher Simon Reicher für Certainty Racing bestreitet. Bei den beiden Rennwochenenden in Oschersleben blieb er zwar ohne Zähler, dafür holte er am Red Bull Ring deren zwei - und in Zandvoort soll es für Koster im Audi möglichst weit nach vorne gehen.

Vielleicht sogar in Regionen, die zuletzt Niels Langeveld erreicht hat. Auch der 29-Jährige kennt den verwinkelten Kurs hinter den Nordsee-Dünen bestens, und er hat beste Erinnerungen an Zandvoort. "Hier bin ich 2010 und 2012 in verschiedenen Klassen Meister geworden, und überhaupt habe ich hier meine Karriere begonnen", sagt der Audi-Pilot: "Ich bin zuletzt vor zwei Jahren hier gefahren und kann es kaum erwarten, endlich nach Zandvoort zurückzukehren. Ich möchte alle Holländer glücklich machen!"

So glücklich wie zuletzt in Oschersleben, als er sich zunächst die Pole Position für das erste Rennen und dann den Sieg im zweiten Rennen sicherte. Schon in der Motorsport Arena versprach Langeveld für Zandvoort eine große "holländische Party" - und auch die Konkurrenz hat den schnellen Sassenheimer mittlerweile auf dem Schirm.

"Langeveld ist schnell und sehr angriffslustig", bestätigt Titelverteidiger Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition), der auch in diesem Jahr in der Meisterschaft wieder vorne ist: "Er kennt diese Strecke wohl so gut wie kaum ein anderer Pilot hier."

Vielleicht schlägt in Zandvoort aber auch die Stunde von Maurits Sandberg. Der Mann aus dem Süden der Niederlande, der Anfang Juli in Oschersleben gefehlt hatte, will beim Heimspiel endlich seine ersten Punkte in der ADAC TCR Germany holen.

Und sein Teamchef Martin Kohlhaas ist davon überzeugt, dass seine Fahrer das Potenzial dafür haben. "Wir waren sehr happy mit dem ersten Sieg in Oschersleben. Dass wir in Zandvoort zwei Holländer im Team haben, spielt uns natürlich in die Karten", sagt Kohlhaas. "Wir haben auf dem Siegerpodium die gute Luft geschnuppert. Und da wollen wir jetzt auch bleiben. In Zandvoort wird wieder Vollgas gefahren und angegriffen."