Sonntag, 19. März 2017

Mammut-Testprogramm für den neuen Mercedes-AMG C 63 DTM in Vallelunga

Mehr als 2.100 Testkilometer für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team beim zweiten Test des Jahres in Vallelunga.

  • Dreitägige Testfahrten im italienischen Vallelunga (14. bis 16. März)
  • Eingesetzte Fahrer: Robert Wickens, Gary Paffett, Edoardo Mortara
  • Gary Paffett: „Wir sind über 200 Runden gefahren – das ist unglaublich. Es war harte Arbeit, aber wir haben wertvolle Daten gesammelt.“

der neue Mercedes als Testträger in Vallelunga
Foto: Mercedes-Motorsport
Die Vorbereitungen auf die neue DTM-Saison laufen auf Hochtouren. In dieser Woche (14.-16. März) absolvierte das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team im italienischen Vallelunga den zweiten von drei Tests vor dem Saisonauftakt in Hockenheim. Dabei kamen Robert Wickens, Gary Paffett und Edoardo Mortara zum Einsatz. Gemeinsam spulten die drei DTM-Rennsieger 518 Runden respektive 2.116 km auf dem Autodromo Vallelunga ab.
Robert Wickens eröffnete die Testwoche am Dienstag. „Das war ein schönes Geburtstagsgeschenk“, sagte der Kanadier, der am Montag, 13. März seinen 28. Geburtstag feierte. Mit 140 absolvierten Runden machte er sich selbst das schönste Geschenk und sammelte wertvolle Informationen und Daten für die anstehende Saison. „Wir haben uns auf unser Programm konzentriert und können damit zufrieden sein. Wir haben alle Punkte auf unserer Checkliste abgehakt.“


Team-Captain Gary Paffett setzte Roberts Arbeit am Mittwoch mit einem weiteren produktiven Testtag fort. Dabei musste er sich zunächst mit der 4,085 km langen Rennstrecke vertraut machen, auf der er zuvor noch nie gefahren ist. „Die Strecke gefällt mir und ich kam schnell in Fahrt“, sagte Gary, der einen wahren Mammut-Testtag absolvierte. „Wir sind über 200 Runden gefahren – das ist unglaublich. Es war harte Arbeit, aber wir haben wertvolle Daten gesammelt.“ Auf dem Programm standen sowohl längere als auch kürzere Runs. Dabei lag das Hauptaugenmerk vor allem darauf, die neuen Reifen verstehen zu lernen. „Es war ein richtig guter Tag“, bilanzierte Gary.

Edoardo Mortara
Foto: Mercedes-Motorsport
Am Donnerstag schloss Neuzugang Edoardo Mortara die Testwoche in Italien ab. „Wir sind heute viele Runden gefahren und haben viele Dinge ausprobiert“, sagte der Italiener, der in der Anfangszeit seiner Karriere schon einmal in Vallelunga gefahren ist. „Jetzt müssen wir die Daten aus Portimao und Vallelunga analysieren, damit wir für den letzten Test in Hockenheim bestmöglich vorbereitet sind. Der Test hier war sehr hilfreich und ich glaube, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.“


Nach den ersten beiden Testfahrten des Jahres in Portimao und Vallelunga kann das Team auf die Daten von mehr als 4.218 Testkilometern zurückgreifen. „Hinter dem Team liegen einige sehr anstrengende Wochen und Monate“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Die harte Arbeit hat sich aber bislang in zwei erfolgreichen Testwochen mit vielen gesammelten Kilometern und Daten ausgezahlt. Damit ist die Arbeit allerdings noch lange nicht getan. Jetzt gilt es, diese Informationen, vor allem mit Blick auf die neue Reifengeneration, auszuwerten und bis zum finalen Test in Hockenheim die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“

Für das Team geht die Saisonvorbereitung nun in der Fabrik in Affalterbach weiter. Während am Feinschliff für den letzten Test in Hockenheim (3. bis 6. April) gearbeitet wird, laufen bereits die Vorbereitungen auf den Saisonstart (5. bis 7. Mai) auf dem Hockenheimring, bis zu dem sechs Autos plus Ersatzteile fertiggestellt werden müssen.

Samstag, 18. März 2017

Rennstrecken-Premiere des neuen Audi RS 5 DTM

  • Dreitägige Testfahrten im italienischen Vallelunga
  • Neues Design und finale Karosserie im Einsatz
  • DTM-Pilot Ekström: „Autos sind fahrerisch definitiv anspruchsvoller“
der neue Audi RS 5 DTM
Foto: Audi-Motorsport
Nur eine Woche nach der Weltpremiere in Genf absolvierte der neue Audi RS 5 DTM auf der italienischen Rennstrecke von Vallelunga seine ersten öffentliche Testrunden.


Dabei sorgte nicht nur das rot-schwarze Playboy-Design für Aufsehen, mit dem Youngster Nico Müller in der DTM 2017 an den Start gehen wird. In Italien zeigte Audi auch erstmals die homologierte Karosserie des RS 5 DTM der dritten Generation, die gegenüber der in Genf gezeigten Variante zusätzliche innovative Detaillösungen aufweist.


„Uns war es wichtig, bei diesem letzten Entwicklungstest vor Saisonstart mit dem finalen Auto zu fahren und die wenigen Testtage, die uns in der DTM zur Verfügung stehen, so optimal wie möglich zu nutzen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir in Vallelunga perfekte äußere Bedingungen vorgefunden haben und drei Tage lang ohne nennenswerte Probleme fahren konnten.“

Nico Müller (l.) und Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport
Die Jungfernfahrt am Dienstag übernahm Mattias Ekström, mit 22 Siegen und zwei Meistertiteln erfolgreichster Audi-DTM-Pilot aller Zeiten. Dabei spulte der Schwede nicht weniger als 760 Kilometer ab. „Eine stolze Zahl für ein neues Auto“, sagte Ekström. „Wir haben sehr viel ausprobiert: kurze Stints, Long-Runs, Qualifying-Simulationen und viele verschiedene Abstimmungsvarianten. Die neuen DTM-Autos sind fahrerisch definitiv anspruchsvoller. Und für die weicheren Reifen und die veränderte Aerodynamik einen perfekten Kompromiss bei der Abstimmung zu finden, ist eine große Herausforderung. Es wird definitiv spannend!“


Am Mittwoch übernahm Jamie Green das Cockpit. Der Brite kam mit 682 Kilometern auf eine ähnlich stolze Distanz wie Ekström am Tag zuvor. „Ich war schon lange nicht mehr in Vallelunga und musste die Strecke erst neu kennenlernen“, sagte Green. „Trotzdem konnten wir unser komplettes Programm durchziehen – es war ein produktiver Tag.“

Den dritten und abschließenden Testtag absolvierte Mattias Ekström. Nach insgesamt 2.121 Testkilometern mit dem neuen Audi RS 5 DTM fiebern die Audi-Piloten dem Saisonauftakt am 6./7. Mai in Hockenheim nun noch mehr entgegen. Vor dem Saisonstart findet in Hockenheim vom 3. bis 6. April noch ein abschließender DTM-Test statt.

Freitag, 17. März 2017

PROsport Performance: mit Audi und Nachwuchstalenten in der ADAC TCR Germany

  • Teamchef Chris Esser: „Müssen Erfahrung und Motivation in Einklang bringen“
  • Das Team aus der Eifel setzt auf zwei Audi RS3 LMS
  • PROsport startet mit den 17-Jährigen Sheldon van der Linde und Max Hofer
Sheldon van der Linde
Foto: ADAC-Motorsport
Erfahrenes Team trifft junge Wilde: Der Rennstall PROsport Performance ist neu in der ADAC TCR Germany und geht die Saison 2017 mit zwei Audi RS3 LMS mit zwei Youngstern an. Die beiden Piloten Sheldon van der Linde (Südafrika), der jüngere Bruder des ehemaligen ADAC GT Masters-Champions Kelvin van der Linde, und Max Hofer (Österreich) sind erst 17 Jahre alt, während das Gros des Teams schon seit vielen Jahrzehnten gemeinsam im Motorsport aktiv ist. „Wir haben eine gute Mannschaft aufgebaut mit ganz erfahrenen Technikern und Ingenieuren“, sagt Teamchef Chris Esser. „Wir müssen schauen, dass wir diese Erfahrung mit der Performance und der Motivation der jungen Piloten in Einklang bringen.“

Das Team aus Wiesemscheid in der Nähe des Nürburgrings setzt auf den neuen Audi RS3 LMS, bis zum Saisonstart vom 28. bis 30. April in der Motorsport Arena Oschersleben will sich PROsport in der neuen Zusammenstellung noch einspielen. Im März wurde in Misano in Italien bereits getestet, allerdings nicht mit Fokus auf die Performance. „Das war ein reiner Test, um sich näher kennenzulernen. Auto, Fahrer, Mechaniker – alle sollten Zeit miteinander verbringen. Da haben wir noch keine Referenzzeiten. Der erste wirkliche Test ist Mitte April in Oschersleben“, sagt Esser.
Teamchef PROsport:  Chris Esser
Foto: ADAC-Motorsport
PROsport wurde 1988 als Tuningfirma mit Spezialisierung auf Audi und VW gegründet, wenig später folgte der Einstieg in den Motorsport. Seitdem ist das Team vor allem im GT4-Bereich aktiv und setzt dort auf Porsche. Durch das Engagement in der ADAC TCR Germany wollen sich Chris Esser und sein Team für die Zukunft noch breiter aufstellen. Die Entscheidung pro Audi lag allein aufgrund der PROsport-Historie auf der Hand. „Der Anreiz an der Serie ist für mich in erster Linie, dass wir klare überschaubare Verhältnisse haben, was die Technik betrifft.“ Dazu überzeugte Esser die Markenvielfalt, die schnellen und motivierten Piloten sowie spektakulären Rennen.

Mit den beiden ehemaligen Audi-TT-Cup-Piloten Hofer und van der Linde hat das Team zwei Fahrer engagiert, die bereits erste Erfahrungen und Erfolge im Motorsport gesammelt haben. Mit Blick auf die Saison 2017 ist Esser überzeugt, dass die beiden jede Menge Potenzial haben. „Ich traue den Jungs alles zu. Dass irgendeiner aus diesem engen Fahrerfeld einen Durchmarsch macht, halte ich allerdings für ausgeschlossen. Das wird sehr hart zur Sache gehen“, sagt der 60-Jährige: „Von der Performance her traue ich beiden viel zu. Wenn sie bereit sind, auf einen erfahrenen Ingenieur zu hören, und das mit ihrer Grundschnelligkeit kombinieren, sehe ich darin eine gute Chance.“

Nachdem van der Linde bereits als Fahrer feststand, komplettierte mit Hofer ein weiteres Nachwuchstalent das Team. „Ich hatte zuerst einmal an einen erfahrenen und etablierten Fahrer gedacht, aber dann haben wir uns doch sehr schnell entschieden, zwei ganz junge Leute zu nehmen“, erzählt Esser: „Max Hofer ist uns aufgefallen, weil er nie etwas kaputt gemacht hat. Er ist in allen Rennen sauber durchgekommen. Das heißt, er fährt mit viel Kopf. Das überzeugt mich natürlich auch.“

Ein Lieblingsrennen im Kalender hat Esser übrigens nicht. „Ich habe keine favorisierte Strecke, von wegen ‚Nürburgring – Local hero – hier müssen wir gewinnen‘. Nein, damit kann ich leider nicht dienen“, sagt er: „Für mich sind die Rennen alle gleich wichtig. In der ADAC TCR Germany gewinnt am Ende wirklich nur der beste Fahrer, der das am besten mit seinen Technikern umsetzen kann.“

Mittwoch, 15. März 2017

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett zum DTM-Test in Vallelunga

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, du fährst zum ersten Mal in Vallelunga. Wie bereitest du dich auf eine neue Strecke vor?

Gary Paffett: Ich bin schon so lange dabei, da passiert es selten, dass ich an eine neue Strecke komme. Ich musste also schon längere Zeit keinen Streckenverlauf mehr lernen. Ich habe mich ein bisschen mit einem Computerspiel vorbereitet. Diesen Luxus gab es in meiner Anfangszeit nicht. Deshalb ist es jetzt viel einfacher, neue Strecken zu lernen. Als ich hier angekommen bin, bin ich die Strecke auch mit den Ingenieuren abgelaufen. Außerdem ist Robert schon am Tag vor mir gefahren, sodass ich mir die Daten ansehen konnte. Um unsere Zeit bei den Testfahrten bestmöglich auszunutzen, ist es wichtig, so schnell wie möglich am Limit zu fahren. Aus diesem Grund habe ich mich ganz genau auf die Strecke vorbereitet.

Die Homologation des neuen Mercedes-AMG C 63 DTM ist abgeschlossen. Worauf liegt dann der Hauptfokus des Teams hier in Vallelunga?

Gary Paffett: Wir fahren hier noch nicht mit dem finalen Auto für den Saisonauftakt in Hockenheim. Wie die meisten Teams befinden wir uns noch in einer Interimsphase. Die Hauptaufgabe derzeit ist es, die Reifen und die mechanischen Teile zu verstehen.

Du hast es angesprochen: Hankook bringt 2017 eine neue Reifengeneration, die eine knifflige Herausforderung für die Fahrer darstellt. Was macht einen guten „Reifenflüsterer“ aus?

Gary Paffett: Wir haben uns seit einiger Zeit weichere Reifen gewünscht, da dies die Performance auf der ersten Runde und im Qualifying verbessert. Gleichzeitig lässt sich das Auto dann schöner fahren. Zudem bauen die Reifen schneller ab, was zu größeren Geschwindigkeitsunterschieden während des Rennens führen sollte. Dadurch gibt es hoffentlich mehr Zweikämpfe und Überholmanöver. Das wollen die Fans doch sehen. Für den Fahrer bedeutet das eine etwas andere Fahrweise. Es gibt ein wenig mehr Grip, aber man muss aufpassen, wie man damit umgeht. Wenn man zu sehr angreift, bauen die Reifen zu stark ab und man hat am Ende nicht mehr so viel Potential übrig. Man muss genau auf die Reifen achten und fühlen, wann sie anfangen, abzubauen. Wenn man im Auto sitzt, hat man nicht die genauen Daten wie die Reifentemperatur live vorliegen. Man muss versuchen, das zu erfühlen. Deshalb sind die Testfahrten so wichtig. Mit jedem Long Run lernen wir mehr über das Verhalten der Reifen. Die größte Herausforderung in diesem Jahr wird es sein, die Reifen zu verstehen und im Rennen das Beste aus ihnen herauszuholen.

GT-Premiere für Jamie Green

Jamie Green
Foto: Jens Hawrda

Audi-DTM-Pilot Jamie Green wird in dieser Saison erstmals Rennen im Audi R8 LMS bestreiten. Der Brite startet für das Belgian Audi Club Team WRT an den Rennwochenenden der Blancpain GT Series in Misano, Silverstone und Spa. Green, der 2017 mit dem neuen Audi RS 5 DTM für das Audi Sport Team Rosberg in der DTM antritt, freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich bin immer offen für etwas Neues und bisher hatte ich noch kein GT-Fahrzeug gefahren. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Premiere in einem 24-Stunden-Rennen. Der erste Test mit dem Belgian Audi Club Team WRT verlief sehr gut. Ich kann es kaum erwarten, den Audi R8 LMS endlich in einem Rennen zu pilotieren. Mein Fokus liegt jedoch weiterhin auf der DTM.“