Freitag, 17. März 2017

PROsport Performance: mit Audi und Nachwuchstalenten in der ADAC TCR Germany

  • Teamchef Chris Esser: „Müssen Erfahrung und Motivation in Einklang bringen“
  • Das Team aus der Eifel setzt auf zwei Audi RS3 LMS
  • PROsport startet mit den 17-Jährigen Sheldon van der Linde und Max Hofer
Sheldon van der Linde
Foto: ADAC-Motorsport
Erfahrenes Team trifft junge Wilde: Der Rennstall PROsport Performance ist neu in der ADAC TCR Germany und geht die Saison 2017 mit zwei Audi RS3 LMS mit zwei Youngstern an. Die beiden Piloten Sheldon van der Linde (Südafrika), der jüngere Bruder des ehemaligen ADAC GT Masters-Champions Kelvin van der Linde, und Max Hofer (Österreich) sind erst 17 Jahre alt, während das Gros des Teams schon seit vielen Jahrzehnten gemeinsam im Motorsport aktiv ist. „Wir haben eine gute Mannschaft aufgebaut mit ganz erfahrenen Technikern und Ingenieuren“, sagt Teamchef Chris Esser. „Wir müssen schauen, dass wir diese Erfahrung mit der Performance und der Motivation der jungen Piloten in Einklang bringen.“

Das Team aus Wiesemscheid in der Nähe des Nürburgrings setzt auf den neuen Audi RS3 LMS, bis zum Saisonstart vom 28. bis 30. April in der Motorsport Arena Oschersleben will sich PROsport in der neuen Zusammenstellung noch einspielen. Im März wurde in Misano in Italien bereits getestet, allerdings nicht mit Fokus auf die Performance. „Das war ein reiner Test, um sich näher kennenzulernen. Auto, Fahrer, Mechaniker – alle sollten Zeit miteinander verbringen. Da haben wir noch keine Referenzzeiten. Der erste wirkliche Test ist Mitte April in Oschersleben“, sagt Esser.
Teamchef PROsport:  Chris Esser
Foto: ADAC-Motorsport
PROsport wurde 1988 als Tuningfirma mit Spezialisierung auf Audi und VW gegründet, wenig später folgte der Einstieg in den Motorsport. Seitdem ist das Team vor allem im GT4-Bereich aktiv und setzt dort auf Porsche. Durch das Engagement in der ADAC TCR Germany wollen sich Chris Esser und sein Team für die Zukunft noch breiter aufstellen. Die Entscheidung pro Audi lag allein aufgrund der PROsport-Historie auf der Hand. „Der Anreiz an der Serie ist für mich in erster Linie, dass wir klare überschaubare Verhältnisse haben, was die Technik betrifft.“ Dazu überzeugte Esser die Markenvielfalt, die schnellen und motivierten Piloten sowie spektakulären Rennen.

Mit den beiden ehemaligen Audi-TT-Cup-Piloten Hofer und van der Linde hat das Team zwei Fahrer engagiert, die bereits erste Erfahrungen und Erfolge im Motorsport gesammelt haben. Mit Blick auf die Saison 2017 ist Esser überzeugt, dass die beiden jede Menge Potenzial haben. „Ich traue den Jungs alles zu. Dass irgendeiner aus diesem engen Fahrerfeld einen Durchmarsch macht, halte ich allerdings für ausgeschlossen. Das wird sehr hart zur Sache gehen“, sagt der 60-Jährige: „Von der Performance her traue ich beiden viel zu. Wenn sie bereit sind, auf einen erfahrenen Ingenieur zu hören, und das mit ihrer Grundschnelligkeit kombinieren, sehe ich darin eine gute Chance.“

Nachdem van der Linde bereits als Fahrer feststand, komplettierte mit Hofer ein weiteres Nachwuchstalent das Team. „Ich hatte zuerst einmal an einen erfahrenen und etablierten Fahrer gedacht, aber dann haben wir uns doch sehr schnell entschieden, zwei ganz junge Leute zu nehmen“, erzählt Esser: „Max Hofer ist uns aufgefallen, weil er nie etwas kaputt gemacht hat. Er ist in allen Rennen sauber durchgekommen. Das heißt, er fährt mit viel Kopf. Das überzeugt mich natürlich auch.“

Ein Lieblingsrennen im Kalender hat Esser übrigens nicht. „Ich habe keine favorisierte Strecke, von wegen ‚Nürburgring – Local hero – hier müssen wir gewinnen‘. Nein, damit kann ich leider nicht dienen“, sagt er: „Für mich sind die Rennen alle gleich wichtig. In der ADAC TCR Germany gewinnt am Ende wirklich nur der beste Fahrer, der das am besten mit seinen Technikern umsetzen kann.“

Mittwoch, 15. März 2017

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett zum DTM-Test in Vallelunga

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, du fährst zum ersten Mal in Vallelunga. Wie bereitest du dich auf eine neue Strecke vor?

Gary Paffett: Ich bin schon so lange dabei, da passiert es selten, dass ich an eine neue Strecke komme. Ich musste also schon längere Zeit keinen Streckenverlauf mehr lernen. Ich habe mich ein bisschen mit einem Computerspiel vorbereitet. Diesen Luxus gab es in meiner Anfangszeit nicht. Deshalb ist es jetzt viel einfacher, neue Strecken zu lernen. Als ich hier angekommen bin, bin ich die Strecke auch mit den Ingenieuren abgelaufen. Außerdem ist Robert schon am Tag vor mir gefahren, sodass ich mir die Daten ansehen konnte. Um unsere Zeit bei den Testfahrten bestmöglich auszunutzen, ist es wichtig, so schnell wie möglich am Limit zu fahren. Aus diesem Grund habe ich mich ganz genau auf die Strecke vorbereitet.

Die Homologation des neuen Mercedes-AMG C 63 DTM ist abgeschlossen. Worauf liegt dann der Hauptfokus des Teams hier in Vallelunga?

Gary Paffett: Wir fahren hier noch nicht mit dem finalen Auto für den Saisonauftakt in Hockenheim. Wie die meisten Teams befinden wir uns noch in einer Interimsphase. Die Hauptaufgabe derzeit ist es, die Reifen und die mechanischen Teile zu verstehen.

Du hast es angesprochen: Hankook bringt 2017 eine neue Reifengeneration, die eine knifflige Herausforderung für die Fahrer darstellt. Was macht einen guten „Reifenflüsterer“ aus?

Gary Paffett: Wir haben uns seit einiger Zeit weichere Reifen gewünscht, da dies die Performance auf der ersten Runde und im Qualifying verbessert. Gleichzeitig lässt sich das Auto dann schöner fahren. Zudem bauen die Reifen schneller ab, was zu größeren Geschwindigkeitsunterschieden während des Rennens führen sollte. Dadurch gibt es hoffentlich mehr Zweikämpfe und Überholmanöver. Das wollen die Fans doch sehen. Für den Fahrer bedeutet das eine etwas andere Fahrweise. Es gibt ein wenig mehr Grip, aber man muss aufpassen, wie man damit umgeht. Wenn man zu sehr angreift, bauen die Reifen zu stark ab und man hat am Ende nicht mehr so viel Potential übrig. Man muss genau auf die Reifen achten und fühlen, wann sie anfangen, abzubauen. Wenn man im Auto sitzt, hat man nicht die genauen Daten wie die Reifentemperatur live vorliegen. Man muss versuchen, das zu erfühlen. Deshalb sind die Testfahrten so wichtig. Mit jedem Long Run lernen wir mehr über das Verhalten der Reifen. Die größte Herausforderung in diesem Jahr wird es sein, die Reifen zu verstehen und im Rennen das Beste aus ihnen herauszuholen.

GT-Premiere für Jamie Green

Jamie Green
Foto: Jens Hawrda

Audi-DTM-Pilot Jamie Green wird in dieser Saison erstmals Rennen im Audi R8 LMS bestreiten. Der Brite startet für das Belgian Audi Club Team WRT an den Rennwochenenden der Blancpain GT Series in Misano, Silverstone und Spa. Green, der 2017 mit dem neuen Audi RS 5 DTM für das Audi Sport Team Rosberg in der DTM antritt, freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich bin immer offen für etwas Neues und bisher hatte ich noch kein GT-Fahrzeug gefahren. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Premiere in einem 24-Stunden-Rennen. Der erste Test mit dem Belgian Audi Club Team WRT verlief sehr gut. Ich kann es kaum erwarten, den Audi R8 LMS endlich in einem Rennen zu pilotieren. Mein Fokus liegt jedoch weiterhin auf der DTM.“

Montag, 13. März 2017

DTM: Drei Fragen an Lucas Auer

Lucas Auer im Interview
Foto: Jens Hawrda
Lucas, in deiner ersten Saison haben viele gedacht: „Das wird nix!“ In der zweiten Saison hast du alle vom Gegenteil überzeugt. Was kommt jetzt in deinem dritten DTM-Jahr?

Lucas Auer: Wenn man meine erste Saison genau analysiert, konnte man damals schon gute Ansätze erkennen – allerdings leider auch einige Fehler. So ist das eben als Rookie. Aber wenn du direkt eine Pole Position einfährst, bist du nicht so schlecht dabei. In meiner zweiten Saison habe ich mein Potential viel besser nutzen können. In der dritten Saison muss mir jetzt der nächste Schritt gelingen. Aber in der DTM kann man sich mit Vorhersagen schnell die Zunge verbrennen. Wichtig ist, dass ich wieder einen Schritt nach vorne mache. Ob das dann für ganze vorne reicht oder für die Top-8, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Du hast vor zwei Wochen beim Test in Portimao vorbeigeschaut. Was war dein Eindruck? Hast du dich schon mit deinen Fahrerkollegen ausgetauscht?

Lucas Auer: Bei den Testfahrten tauschen wir uns natürlich aus. Es ist ja unser Ziel, das beste Setup zu finden. Die neuen Reifen und die neue Aerodynamik sind aber sehr interessant und vor allem auch sehr anspruchsvoll für den Fahrer. Deshalb muss man den Fahrstil um einiges ändern. Die Kombination aus Fahrer und richtigem Setup ist in diesem Jahr besonders gefragt. Entsprechend bin ich diese Woche auch zur Vorbereitung einige Tage beim Team in Affalterbach. Dann spreche ich mit den Ingenieuren und lasse auch meinen Sitz anpassen.

Dieses Jahr gibt es einige Regeländerungen und ein neues Auto. Wenn du die Möglichkeit hättest, dass eine kleine Fee bei dir vorbeischaut, um noch einen weiteren Änderungswunsch zu äußern – welcher wäre das?

Lucas Auer: Ich würde alle Teile, die leicht abbrechen können, vom Auto verbannen. Dadurch würde das Racing noch härter. Das würde uns Fahrern sicher noch mehr Spaß machen, als es jetzt schon der Fall ist. Und wenn ich mir ein zehntes Rennen wünschen dürfte, wäre das ganz klar ein Nachtrennen in Singapur. Das würde der DTM noch einen kleinen Feinschliff geben. Ich bin in der Formel BMW schon einmal im Rahmenprogramm der Formel 1 in Singapur gefahren. Daher kenne ich die einmalige Atmosphäre und die Strecke dort. Es ist ein Straßenkurs, auf dem man durchaus überholen kann, und ich finde es dort einfach cool.

Sonntag, 12. März 2017

ADAC TCR Germany geht mit mehr als 40 Fahrzeugen in die zweite Saison

  • 16 Teams, sechs Marken, 41 Fahrzeuge in der ADAC TCR Germany 2017
  • Audi RS3 LMS und Kia Cee'd TCR neu im Feld der ADAC TCR Germany
Foto: Jens Hawrda
Die ADAC TCR Germany startet mit einem vollen Feld und mehr als 40 Teilnehmern in die zweite Saison. Bis zum Nennschluss Ende Februar haben 16 Teams aus sieben Nationen 41 Fahrzeuge von Audi, Honda, Kia, Opel, Seat und Volkswagen eingeschrieben. Motorsportfans müssen nicht mehr lange warten - vom 28. bis 30. April startet die ADAC TCR Germany in der Motorsport Arena Oschersleben in ihre zweite Saison. TV-Partner SPORT1 überträgt die Rennen live.

"Der enorme Erfolg der ADAC TCR Germany belegt, dass wir mit unserem Konzept, auf bezahlbaren Tourenwagensport zu setzen, richtig liegen", sagt ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk. "Mehr als ein Feld von 40 Fahrzeugen und dieser tollen Markenvielfalt kann man sich kaum wünschen. Die ADAC TCR Germany verspricht 2017 Tourenwagensport in Bestform, ich freue mich schon jetzt auf das erste Rennen Ende April in Oschersleben."

"Wir haben im vergangenen Jahr mit einer tollen Premierensaison einen Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft der ADAC TCR Germany gelegt. Ich hätte nicht erwartet, dass sich die ADAC TCR Germany so schnell und so professionell entwickelt, aber der große Zuspruch von Teams und Fahrern bestätigt, dass wir mit unserem Partner ADAC auf dem richtigen Weg sind", sagt Franz Engstler von Engstler Motorsport, der gemeinsam mit dem ADAC die ADAC TCR Germany ausrichtet.

Unter den 16 Teams aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Italien, Finnland und Ungarn sind zahlreiche Neuzugänge. So starten Certainty Racing (Audi), LP Winner (Kia), German Flavours Racing (Audi), Prosport Perfomance (Audi) und Schläppi Race-Tec (Seat) erstmals in der ADAC TCR Germany.

Das Meisterteam von 2016, Target Competition, vertraut auf den bewährten Honda Civic TCR und den neuen Audi RS3 LMS und setzt insgesamt sieben Fahrzeuge ein. In einem der Audi sitzt Juniormeister Tom Lautenschlager (18, Grafenau). Beim Liqui Moly Team Engstler fahren sechs Piloten, die auf den Volkswagen Golf GTI TCR setzen. Für das Honda Team ADAC Sachsen gehen erneut der Vorjahresdritte Steve Kirsch (37, Chemnitz) und ADAC-Stiftung-Sport Förderpilot Dominik Fugel (20, Chemnitz) im Honda an den Start.

Einen Markenmix gibt es bei Racing One, das Team aus der Eifel vertraut sowohl auf den neuen Audi, wie auf den Volkswagen für Routinier Kai Jordan. Steibel Motorsport setzt mit Audi, Volkswagen und Seat auf drei Fabrikate, während Topcar wie im vergangenen Jahr mit Seat startet. Zwei neue Einsatzfahrzeuge gibt es auch bei LMS Racing, die Mannschaft aus Finnland bringt den neuen Audi an den Start. Mit zwei Opel Astra TCR greift Lubner Motorsport an, LP Winner bringt mit zwei Kia eine neue Marke in die ADAC TCR Germany.

Vorjahres-Vizemeister Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing) tritt im eigenen Team mit einem Seat an, gleiches gilt für Lukas Niedertscheider (22, Österreich, Niedertscheider MSP), der 2016 schon als Gastfahrer mit dabei war. ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Mike Halder (21, Meßkirch) startet unter eigener Bewerbung und hat sich bisher noch nicht auf eine Marke festgelegt. Mit der Polin Gosia Rdest (24, Audi, Target Competition) und der Opel Astra TCR-Pilotin Jasmin Preisig (24, Schweiz, Lubner Motorsport) finden sich auch zwei Frauen im Teilnehmerfeld.

Das unter den Teilnehmern beliebteste Fahrzeug der Saison ist der Audi RS 3 mit 15 Exemplaren, je acht Fahrer vertrauen auf den Volkswagen Golf GTI TCR und den Seat Leon TCR. Fünf Fahrer steuern den Honda Civic TCR, vom Opel Astra TCR und vom Kia Cee'd TCR kommen je zwei Exemplare zum Einsatz. Ein Fahrer hat sich noch nicht auf ein Fabrikat festgelegt.