Donnerstag, 15. September 2016

Superbike WM am Lausitzring

Die lange Wartezeit ist vorbei! Die WorldSBK kehrt an diesem Wochenende nach der Sommerpause auf dem Lausitzring zurück. Der Ort war schon zuvor Gastgeber der WorldSBK, allerdings schon seit 2007 nicht mehr, was bedeutet, dass die Mehrheit 2016 zum ersten Mal in die Lausitz kommt.
Kann Markus Reiterberger seinen Heimvorteil in eine gute Platzierung umsetzen ?
Foto: Jens Hawrda
Nur Milwaukee BMW Pilot Josh Brookes fuhr zuvor schon auf Weltniveau auf dem Lausitzring – in der World Supersport. Die Erfahrung der ehemaligen IDM-Piloten könnte dabei eine große Rolle spielen. So könnten Althea BMW Pilot Markus Reiterberger und Barni Racing Fahrer Xavi Fores eine wichtige Rolle spielen. Die meisten WorldSBK Teams haben in der Sommerpause jedoch schon auf der 4,2 Kilometer langen Strecke getestet.

Der amtierende Champion, Kawasaki Racing Team Pilot Jonathan Rea ging frustriert in die Sommerpause. Er konnte das zweite Rennen in Laguna Seca aufgrund eines technischen Problems nicht beenden. Umso mehr freut sich Rea, wieder auf die Strecke zurückzukehren. Bei noch vier zu fahrenden Rennen sollte sich der Nordire jedoch wenig Sorgen machen, denn er hat an der Spitze der Gesamtwertung beste Chancen seinen Titel zu verteidigen.

Sein Teamkollege Tom Sykes scheint der einzige zu sein, der Rea aufhalten kann. Der WorldSBK Champion aus 2013 war in zahlreichen Rennen 2016 bereits schnell, allerdings fehlte es ihm an Konstanz. In den letzten acht Rennen des Jahres wird der Brite versuchen so viele Punkte wie nur möglich auf Rea gutzumachen. Ob das reicht, wird sich zeigen...

Ducati Pilot Chaz Davies konnte im zweiten Rennen von Laguna Seca ebenso Punkte auf den amtierenden Champion Rea gutmachen. Der Waliser hat nach der Sommerpause einen brandneuen Ducati-Vertrag in der Tasche und kann sich nun voll und ganz auf den Titelkampf konzentrieren. Obwohl er weit hinter Rea zurückliegt, sollte man im Motorradrennsport nie das Wort ‚nie’ benutzen. Davies kann auf einen sehr guten Test auf dem Lausitzring zählen.

Sylvain Guintoli kehrt nach einem heftigen Highsider in Tissot-Superpole 2 in Imola in die WorldSBK zurück. Der Franzose sollte zu 100% wieder geheilt und fit sein und versuchen, in den letzten vier Rennen seiner Partnerschaft mit Yamaha noch einmal für Furore zu sorgen, bevor der Niederländer Michael van der Mark seinen Platz für die nächste Saison einnimmt. Sein Teamkollege Alex Lowes kommt nach einem Sieg bei den 8-Stunden von Suzuka und zwei Einsätzen im Monster Yamaha Tech 3 Team in der MotoGP™, wo er den verletzten Bradley Smith ersetzte, gut vorbereitet zum Lausitzring.

Das Honda WorldSBK Team aus Michael van der Mark und Nicky Hayden war ebenso in Suzuka nud testete zwischenzeitlich auf der deutschen Strecke. Beide hoffen, dass sie 2016 noch weitere Podestplätze und Siege feiern können, bevor in der kommenden Saison Stefan Bradl den Platz des Niederländers übernimmt.

Bei Althea BMW ist Rookie Markus Reiterberger ein weiterer Pilot, der nach einer Verletzung auf dem Lausitzring zurückkehrt. Der Deutsche hofft, dass er nach einem Highsider im zweiten Rennen auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli, wobei er sich einen Wirbel brach, zum Heimrennen wieder völlig fit ist. Ebenso werden auch sein Teamkollege Jordi Torres und das Milwaukee Duo aus Josh Brookes und Karel Abraham versuchen zum Heimrennen ihres Herstellers gut abzuschneiden.

Nach zwei Jahren voller unglaublicher Ergebnissen hofft auch MV Agusta Pilot Leon Camier, dass sein Test ihm das Rennwochenende auf der deutschen Strecke erleichtert. Camier, der 2016 mehr als ein Mal in den Top-4 landete, wird auch die letzten vier Rennwochenenden mit einem Erfolgserlebnis starten wollen. IodaRacing Aprilia Pilot Lorenzo Savadori hat den gleichen Plan, nachdem er in dieser Saison bereits in den Top-5 landen konnte.

Fabio Menghi kann nach seinem Sturz beim Vorsaisontest auf Phillip Island noch immer nicht zurückkehren. Seinen Platz im VFT Racing Team übernimmt Luca Scassa für die verbleibenden Rennen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Katar.

Das deutsche Wochenende der MOTUL FIM Superbike World Championship 2016 beginnt am 16. September.

Mittwoch, 14. September 2016

DTM Gerüchte: Mortara wechselt von Audi zu Mercedes

Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Trotz des Sieges beim letzten Rennen auf dem Nürburgring ist der Italo-Schweizer laut Medienberichten mit seiner Situation bei den Ingolstädtern unzufrieden. Zuletzt musste er mehrmals Plätze an Jamie Green abgeben und verlor so wertvolle Meisterschaftspunkte. Auch die fehlerhafte Entscheidung der Stewarts in Zandvoort, die ihm eine Durchfahrtstrafe einbrachte kostete wertvolle Meisterschaftspunkte. Punkte die dem jetzt Zweitplazierten in der Meisterschaft am Ende vielleicht fehlen werden.

Wie „Motorsport Aktuell“ und BILD berichten, soll der 27-Jährige in der kommenden Saison vom Audi- ins Mercedes-AMG-Cockpit wechseln. „Wie MSa aus gleich mehreren zuverlässigen Quellen des Volkswagen-Konzerns erfahren hat, wechselt Mortara zur kommenden Saison von Audi zu Mercedes. Von allen drei Parteien gab es natürlich keine Bestätigung, aber auch kein Dementi“, heißt es in den entsprechenden Meldungen.

Dienstag, 13. September 2016

Åhlin-Kottulinsky und Frey im Doppelinterview

Unter den mehr als 60 Teilnehmern im ADAC GT Masters 2016 befinden sich mit Mikaela Åhlin-Kottulinsky (23, S/Aust Motorsport) und Rahel Frey (30, CH/YACO Racing) zwei Frauen. Die beiden Audi-Pilotinnen erklären im Doppelinterview, wie sie zum Motorsport kamen und warum es in der "Liga der Supersportwagen" keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.
Rahel Frey (l) und Mikaela Ahlin-Kottulinsky
Foto: ADAC-Motorsport
Frau Åhlin-Kottulinsky, Sie bestreiten Ihr erstes Jahr im ADAC GT Masters. Was macht die Serie in Ihren Augen zu etwas Besonderem?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Das ADAC GT Masters ist auf jeden Fall eine der anspruchsvollsten GT3-Serien Europas. Mir war von Anfang an bewusst, dass es nicht einfach werden würde, aber um besser zu werden, muss man sich entsprechend großen Aufgaben stellen. Was ich ebenfalls an der Serie schätze: Sie bietet sehr viel Action. Gerade der Boxenstopp mit Fahrerwechsel ist eine sehr spannende Angelegenheit. Man kann dabei Zeit verlieren, aber auch Zeit gewinnen. Ich bin froh, mit Marco (Bonanomi) einen erfahrenen Teamkollegen an meiner Seite zu haben, von dem ich viel lerne."

Da Sie gerade Marco Bonanomi erwähnten: Der Audi R8, den Sie sich mit ihm teilen, ist pink. War das Ihre Idee?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein, darauf hatte ich keinen Einfluss. Pink ist die Hauptfarbe unseres Fahrzeugsponsors. Aber als ich gehört habe, dass unser Auto pink und schwarz lackiert wird, hatte ich natürlich nichts dagegen."

Also hatte Ihr Teamkollege keine Wahl?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein. Aber er ist froh, dass er zumindest nicht den pinken Rennanzug bekommen hat."

Rahel Frey: "Aber um ehrlich zu sein: Ich finde die Farbe ziemlich cool, und ich glaube, so geht es auch den meisten anderen Fahrern. Gut, für Marco war es am Anfang wahrscheinlich nicht einfach, aber mittlerweile hat er sich doch daran gewöhnt, oder?"

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Auf jeden Fall. Er ist jetzt sogar stolz darauf und redet ziemlich oft darüber."

Frau Frey, wie gefällt Ihnen Ihr grüner Audi?

Kurze Pause
Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Keine Antwort ist auch eine Antwort."

Rahel Frey: "Naja, Grün ist die Farbe meines Teams YACO Racing. Man gewöhnt sich irgendwann daran, aber Grün ist tatsächlich nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe."

Frau Åhlin-Kottulinsky, Sie sind später als Frau Frey in das ADAC GT Masters gekommen – haben Sie sich Rat von ihr geholt?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky:  "Wir haben uns nicht erst beim ADAC GT Masters kennengelernt. Als ich das erste Mal einen Audi R8 LMS 2014 bei der Audi race experience gefahren bin, war Rahel meine Lehrerin. Auch 2015, als ich im Audi Sport TT Cup gefahren bin, hat sie mich unterstützt."

Rahel Frey: "Als du das Wort ‚Lehrerin´ gesagt hast, habe ich mich wirklich alt gefühlt. Aber in der Tat: Uns verbindet schon eine längere berufliche Beziehung."

Frau Frey, im Gegensatz zu Frau Åhlin-Kottulinsky wurden Sie nicht in eine motorsportverrückte Familie geboren. Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie Lust auf Motorsport entwickelten? 

Rahel Frey: "Ich hatte das Glück, dass mein Vater mich sehr unterstützt hat. Er fuhr selbst gern Kart und kaufte mir und meinem Bruder eines. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht die Idee, eine professionelle Rennfahrerin zu werden. Meine Mutter hat es nie gemocht. Für sie stand immer die Schule im Vordergrund. Die Noten mussten passen, sonst hätte sie mir das Kartfahren nicht erlaubt. Meine Freunde hatten keinen Bezug zum Motorsport, da er in der Schweiz nicht besonders populär ist. Das ist heute auch noch so."

Finden Sie das schade?

Rahel Frey: "Nein. Es ist schwierig, jemandem, der keinen Bezug zum Motorsport hat, zu erklären, was alles dahintersteckt und wie viel harte Arbeit es ist. Für viele ist es kein Sport, im Auto zu sitzen."

Frau Åhlin-Kottulinsky, Ihr Großvater Freddy Kottulinsky war ein berühmter Rallye-Pilot. War Ihr Weg in den Motorsport vorgezeichnet?

"Mikaela Åhlin-Kottulinsky: Nach der Meinung meiner Familie war er das, ja. Aber ich habe Motorsport anfangs nicht gemocht. Gerade weil er eine so große Rolle gespielt hat. Irgendwann wollte dann mein Bruder sein Kart verkaufen. Und da hatte ich die Idee, es noch einmal auszuprobieren, bevor es weg war. Und es hat mir mehr und mehr gefallen."

Was wäre Ihr Plan B gewesen, wenn es mit dem professionellen Motorsport nicht geklappt hätte?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Als ich 18 Jahre alt war, war ich kurz davor, mit dem Motorsport aufzuhören und ein Studium zu beginnen. Ich wäre also wahrscheinlich eine Ingenieurin geworden. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich mich anders entschieden habe."

Rahel Frey: "Ich wollte als Kind immer Pilotin werden. Nachdem ich mit Kartfahren begonnen hatte, hat sich dieser Traum erledigt. Ab sofort wollte ich Formel-1-Weltmeisterin werden. Heutzutage kann ich sagen: Ich bin Pilot – Pilot eines Rennwagens auf vier Rädern."

Werden Sie in einem Umfeld wie dem Motorsport, wo es einen eindeutigen Männerüberschuss gibt, anders behandelt?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein, im Prinzip nicht. Das Einzige, was mir einfällt: Wenn ich mich im Truck umziehe, dann hänge ich ein Zeichen an die Tür, dass ich drin bin, damit niemand hineinplatzt. Aber im Endeffekt sind wir alle gleich: Wir sitzen im Auto und fahren Rennen. Es ist eine von wenigen Sportarten, in denen Männer und Frauen unter gleichen Voraussetzungen gegeneinander antreten können – das ist eine spannende Herausforderung."

Rahel Frey: "Auf unserem Level gibt es nicht viele Rennfahrerinnen. Man gewöhnt sich daran, nur unter Männern zu sein – Mechaniker, Fahrer, Ingenieure. Schlechte Witze und Grid Girls dürfen da nicht fehlen. Das gehört zum Motorsport dazu."

Wäre zum Beispiel im ADAC GT Masters ein reines Frauen-Duo denkbar?

Rahel Frey: "Ich habe diese Erfahrung schon einmal 2010 bei den 24 Stunden von Le Mans gemacht. Dort war ich in einem Team mit zwei anderen Frauen. Wir kannten uns vom Kartfahren und waren bis dahin immer Konkurrenten, keine Freunde. Das war wirklich schwierig. Jede hat nur an sich und ihren eigenen Erfolg gedacht, nicht an den Erfolg des Teams. Ich glaube aber, mit etwas mehr Erfahrung und Weisheit wäre es durchaus möglich."

Sind Sie mit Ihren Teamkollegen privat befreundet?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Marco und ich sind im Laufe der Saison auf jeden Fall Freunde geworden."

Rahel Frey: "Ich glaube, das passiert ganz automatisch. Man verbringt so viel Zeit zusammen. Philip (Geipel) und ich sind auch außerhalb der Rennstrecke ständig in Kontakt. Es hilft auf jeden Fall, einen Teamkollegen zu haben, mit dem man sich gut versteht."

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Vertrauen ist auch sehr wichtig, wir müssen uns auf den anderen verlassen können."

Werden Sie an der Rennstrecke öfters angeflirtet? 

Rahel Frey: "Wir verbringen so viel Zeit an der Rennstrecke – da bleibt das nicht aus. Aber wir sind dort, um zu arbeiten. Wir müssen ganz klare Grenzen aufzeigen. Als Frau im Motorsport lernt man sehr schnell, Nein zu sagen."

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Mein großes Ziel ist es, in der DTM zu fahren. Darauf arbeite ich hin und konzentriere mich deshalb an jedem Rennwochenenden darauf, mein Bestes zu geben – und nicht aufs Flirten."

DTM Nürburgring: Stimmen der Audi-Piloten

Edoardo Mortara sammelte am Nürburgring 37 Punkte und ist damit erster Verfolger von Marco Wittmann im Titelrennen der DTM. Die Stimmen nach dem 50. Sieg des Audi Sport Team Abt Sportsline in der populären Tourenwagen-Rennserie.
Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Platz 4 / Platz 1
„Wir hatten schon am Samstag ein tolles Rennauto. Es war schade, dass mich (Tom) Blomqvist etwas blockiert hat und ich ihn nicht überholen konnte. Sonst wäre schon am Samstag ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Ich habe es versucht, wir haben uns leicht berührt und dabei habe ich mein Auto etwas beschädigt. Deshalb war Platz vier noch okay. Das Rennen am Sonntag war dann richtig gut. Ich hatte von Platz sechs einen guten Start und konnte gleich zwei Fahrer überholen. Im ersten Teil des Rennens habe ich die BMW und Lucas (Auer) verfolgt. Ich habe DRS gespart, meine Reifen und meine Bremsen geschont. Als die anderen vor mir an die Box gefahren sind, wusste ich, dass wir mit einer anderen Strategie gewinnen können. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht. Sie haben mich zur richtigen Zeit an die Box geholt, der Stopp war gut und das Auto top. Wir haben davon profitiert, frei fahren zu können. Ich musste nach dem Boxenstopp nur noch (Lucas) Auer überholen und der hat sich sehr fair verhalten. Es hat alles gut funktioniert. Ich bin glücklich, wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen, 37 Punkte geholt zu haben und zurück im Titelkampf zu sein.“

Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Platz 3 / Platz 16
„Der Samstag war sehr gut, es ist immer gut aufs Podium zu fahren. Am Sonntag habe ich einen guten Job im Qualifying gemacht, aber wir waren Siebte in der Startaufstellung. Im Rennen lief es zunächst gut, dann wurde ich von Augusto Farfus blockiert, ich verlor viel Zeit. Nach meinem Boxenstopp kam ich neben Gary Paffett in Turn 1, wird haben uns berührt, er hat sich gedreht. Mein Auto wurde dabei beschädigt und ich habe eine Durchfahrtstrafe bekommen. Das war ärgerlich, denn es war nicht zu hundert Prozent meine Schuld. Mit dem Schaden am Auto und der Durchfahrtstrafe war meine Chance auf Punkte weg. Ich habe heute nicht viel falsch gemacht, aber keine Punkte gesammelt.“

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 23 / Platz 4
„Freitag und Samstag hat es nicht so prickelnd angefangen. Ich habe mich schwergetan, ein gutes Gefühl für das Auto zu bekommen. Zum Glück gibt es auch einen Sonntag und seit Sonntag fühle ich mich wieder viel wohler im Auto. Wir haben von der Abstimmung her das getroffen, was ich brauche. Das Sonntagsrennen hat viel Spaß gemacht. Ich war relativ schnell unterwegs und hatte schöne Kämpfe. Es wäre schön, wenn wir einmal am Freitag so anfangen könnten. Wenn uns das gelingt, springt am Ende auch etwas anderes heraus als ein vierter Platz.“
Nico Müller
Foto: Jens Hawrda
Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM #51) Platz 11 / Platz 5
„Über die zehn Punkte am Sonntag freue ich mich natürlich. Wir haben an beiden Tagen neun Plätze im Rennen gutgemacht, das war toll. Aber die Qualifying-Performance wurmt mich ein wenig. Nach der Bestzeit im freien Training am Sonntag war die Erwartung hoch. Dann von Platz 14 losfahren zu müssen, war frustrierend. Aber ich glaube, wir wissen jetzt langsam, woran es liegt. Das große Ziel ist, bei den letzten vier Rennen in Budapest und Hockenheim aus den ersten drei Reihen loszufahren und fette Punkte einzufahren.“

Timo Scheider (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM #10) Platz 21 / Platz 11
„Leider habe ich auf dem Nürburgring keine Punkte geholt. Aber von der Performance her wären theoretisch zweimal Punkte möglich gewesen. Das müssen wir positiv werten, auch wenn wir uns generell bei Audi mit dem Qualifying eher schwergetan haben. Ich kann das positive Fazit ziehen, dass wir zumindest Audi-intern den Anschluss gefunden haben. Wir haben einen Entwicklungsschritt getan. Das positive Gefühl, das ich von Freitag bis Sonntag hatte, nehme ich mit. Dass es schwierig mit Punkten wird, wenn man so weit hinten startet, ist klar. Am Samstag hätten wir Punkte holen können. Im zweiten Abschnitt des Sonntagsrennens ging mit dem neuen Reifen nicht so viel. Und der Boxenstopp war nicht ganz perfekt.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 14 / Platz 22
„Die Erwartungen waren vor dem Wochenende sehr hoch. Das Team und meine Mechaniker haben alles gegeben, um mir beim Heimspiel das bestmögliche Auto zur Verfügung zu stellen. Nach dieser bisher sehr schlechten Saison haben wir alles versucht, hier ein gutes Ergebnis einzufahren. Dafür bedanke ich mich bei meinem Team. Ich bin jedoch derzeit nicht in der Lage, das Auto schnell genug zu bewegen – insbesondere im Qualifying. Und wenn man von weit hinten starten muss, ist in den Rennen einfach nicht viel möglich. Ich hätte mir hier natürlich viel mehr für mein Team, meine Fans und mich gewünscht. Jetzt haben wir noch vier Rennen und ich werde alles geben, Audi im Titelkampf zu unterstützen.“
Miguel Molina
Foto: Jens Hawrda
Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 15 / Platz 20
„Ich habe von diesem Wochenende etwas mehr erwartet, vor allem nach meinem Sieg im vergangenen Jahr. Der Punkt am Sonntag wäre versöhnlich gewesen, leider gab es nachträglich eine Zeitstrafe und Platz 20 statt Platz zehn. Das Qualifying am Sonntag war positiv, ich war genauso schnell wie die Topfahrer von Audi. Nun freue ich mich schon auf Budapest. Ich mag die Strecke und stand dort schon auf dem Podium. Ich hoffe, dass wir dort wieder ein besseres Ergebnis schaffen.“

Adrien Tambay (Speedweek.com Audi RS 5 DTM #27) Ausfall / Platz 15
„Es war ein schwieriges Wochenende, denn wir haben mit dem Gripniveau an meinem Auto gekämpft und müssen dafür bis Budapest eine Lösung finden. Doch das zweite Rennen stimmt mich positiv: Ich bin vom letzten Platz gestartet und konnte ein wenig mithelfen, dass Audi viele Punkte gesammelt hat.“

Montag, 12. September 2016

Nachgefragt bei ... Mattias Ekström

Mattias Ekström zählte beim 50. Auftritt der DTM auf dem Nürburgring einmal mehr zu den Hauptdarstellern. Im Kurzinterview fasst er das Wochenende und die verbleibende Saison zusammen:
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Im ersten Rennen am Samstag ging es von Startplatz 19 nach vorne in Richtung Punkteränge. Doch dann war ein Treffen mit Maximilian Götz auf der Strecke der große Aufreger ...

Ich habe es echt satt. Hinter diesem Typ darf ich einfach nicht mehr starten. Er fährt nicht so, wie ich mir Rennen vorstelle. Ja, er fährt mal schnell. Er kommt auch mal ins Ziel. Aber so wie er fährt, das mag ich einfach nicht. Fertig.

Umso schöner war die Aufholjagd am Sonntag, bei der alles fair lief – vor allem auch das Duell mit Tabellenführer Marco Wittmann ganz am Ende.

Es macht Spaß, mit Leuten zu fahren, die einen leben lassen. Schnell fahren können alle in der DTM ­– das muss man nicht diskutieren. Aber wie man Rennen fährt, was für eine Art von Show man bietet, das kann nicht jeder. Marco Wittmann ist einer der Schlauen, der auch immer ins Ziel kommt und mit dem man fair kämpfen kann. Er ist derzeit der Mann, den es zu schlagen gilt.

Nach dem Rennen am Sonntag waren Sie einer der ersten Gratulanten bei Edoardo Mortara. Haben Sie sich mit ihm gefreut?

Edo ist auch ein Kämpfer. Das respektiere ich. Er hat am Sonntag toll gekämpft. Es ist schon eine Kunst, noch schnell zu sein, wenn die Reifen etwas abbauen. Aber wir müssen ganz klar an unserer Qualifying-Performance arbeiten – da haben wir Nachholbedarf.

Am kommenden Wochenende geht es für Sie weiter in der Rallycross-Weltmeisterschaft. Welche Chancen rechnen Sie sich für Barcelona aus?

Ich glaube, die Chancen stehen gut. Ich fühle mich sehr wohl mit dem letzten Update in Sachen Entwicklung. Jetzt kommt noch etwas Kleines dazu. Ich freue mich sehr auf Barcelona. Von der Atmosphäre her ist es eine der Top-3-Veranstaltungen neben Lohéac und Höljes. Das wird ein Highlight.

Es rückt auch die Frage näher, ob Sie beim DTM-Finale in Hockenheim starten oder bei der Rallycross-Weltmeisterschaft am Estering. Wann fällt die Entscheidung?

Ich versuche nun erst einmal, in Barcelona ein gutes Wochenende zu haben. Wenn das geklappt hat, werde ich in der Woche danach mit meinen Chefs sprechen, um zu schauen, was wir machen.