Freitag, 22. Juli 2016

Lamborghini-Team HB Racing WDS Bau: Vorfreude auf das Heimspiel auf dem Red Bull Ring

  • Team aus Österreich 2016 erstmals mit Lamborghini im ADAC GT Masters
  • Regelmäßige Top-Ten-Resultate als Ziel für die zweite Saisonhälfte

Kelvin Snoeks / Elia Erhart
Foto: Jens Hawrda
Highlight zur Saisonmitte: Für HB Racing WDS Bau steht mit dem Österreich-Gastspiel des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring (22. bis 24. Juli) eines der wichtigsten Wochenenden in der „Liga der Supersportwagen“ bevor. Nach einer zuletzt steigenden Formkurve will das Team aus Neumarkt bei seinem Heimrennen mit den beiden Lamborghini Huracán, gesteuert von Norbert Siedler (33, A)/Jaap van Lagen (39, NL) sowie Kelvin Snoeks (28, NL)/Elia Erhart (28, Röttenbach), glänzen.
 
„Wir haben uns bisher noch nie auf einem so hohen Motorsportlevel bewegt wie dieses Jahr im ADAC GT Masters. Die Leistungsdichte in der Serie ist enorm: Teilweise liegen im Qualifying bis zu 20 Fahrzeuge innerhalb von einer Sekunde. Es geht um Nuancen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen“, so Teamchef Dietmar Hirsch. Ganz unbekannt ist die Serie für das aus dem Porsche-Clubsport kommende Team nicht. Schon 2014 verhalf die Mannschaft in einer Kooperation mit Herberth Motorsport ihrem Landsmann Herbert Handlos zum Gentlemen-Titel. „Wir können sicherlich einige Dinge und Erfahrungen aus unserer Teamvergangenheit im ADAC GT Masters verwenden, es muss aber auch vieles neu angeschafft und gelernt werden – das geht bei Ersatzteilen los und endet bei Schulungen. Es ist viel Zeit, viel Manpower und vor allen Dingen viel Leidenschaft vonnöten um sich, und auch das gesamte Team auf diesem hohen Level zu etablieren.“
 
In den bisherigen sechs Rennen der ADAC GT Masters-Saison 2016 sammelte HB Racing WDS Bau dank eines neunten Rangs von Siedler/van Lagen am Sachsenring zwei Punkte. Zu wenig nach Meinung von Hirsch: „Unser Zwischenfazit fällt nicht so gut aus. Wir hätten uns schon bessere Resultate gewünscht. Generell ist das der Umstellung auf eine neue Rennserie und ein neues Auto geschuldet, aber wir hatten auch Pech. Wir sind zuletzt am Lausitzring auf den Plätzen drei und fünf liegend ausgefallen.“
 
Beim Heimspiel hoffen die Österreicher auf den Durchbruch. „Wir haben uns auf diese Veranstaltung ganz besonders vorbereitet“, so Hirsch. „In den vergangenen Wochen haben wir einige Tage auf dem Red Bull Ring getestet, wir haben viel am Fahrzeug gearbeitet und kleine Details verbessert. Die Zeiten waren vielversprechend. Wir sind zuversichtlich, nun endlich die Wende einzuleiten. Aber Theorie und Rennverlauf sind natürlich zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Wenn unsere Autos heil durchkommen, dann rechnen wir uns in jedem Fall Top-Ten-Platzierungen aus. Optimal wäre natürlich ein Podestplatz.“
 
Langfristig gesehen möchte sich HB Racing WDS Bau im ADAC GT Masters nicht nur etablieren, sondern beim Kampf um die vorderen Plätze eine gute Rolle spielen. Hirsch: „Es war uns bewusst, dass wir in der ersten Saisonhälfte nicht sofort in der Spitze fahren würden. In der zweiten Saisonhälfte ist unser Ziel, regelmäßig Punkte zu sammeln und das eine oder andere Mal auf dem Podest aufzutauchen. Wir haben mit Jaap van Lagen und Norbert Siedler eine starke und erfahrene Fahrerpaarung. Aber auch unser zweites Auto mit Elia Erhart und Kelvin Snoeks kommt immer besser in Schwung. Auch sie wollen sich in Zukunft im guten Mittelfeld platzieren. Das GT3-Projekt mit den Lamborghini Huracán ist auf mehrere Jahre angelegt. Wenn sich das ADAC GT Masters auf diesem hervorragenden Level hält, spricht nichts dagegen, auch in den kommenden Jahren wieder anzutreten.“

Donnerstag, 21. Juli 2016

Bergfest im ADAC GT Masters: Supersportwagen starten auf dem Red Bull Ring

  • ADAC GT Masters-Premiere für BMW-DTM-Pilot António Félix da Costa
  • Erster Saisonstart für Kévin Estre, Debüt für US-Rennfahrer Eric Curran
  • Karl Wendlinger startet im Flügeltürer-Mercedes-Benz

Christopher Mies (l.) und Conner De Philippi kommen als Tabellenführer zum Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda
Sommer, Sonne, Ferien, Red Bull Ring: Das ADAC GT Masters startet am kommenden Wochenende (22. bis 24. Juli) mit dem vierten von sieben Rennwochenenden in die zweite Saisonhälfte. Im Fokus stehen das enge Duell an der Tabellenspitze und das Heimspiel der österreichischen Teams und Fahrer. Zwei prominente Piloten starten beim Österreich-Gastspiel erstmals in der „Liga der Supersportwagen“. BMW-DTM-Pilot António Félix da Costa (24, P/Schubert Motorsport) wird einen BMW M6 lenken, während Eric Curran (41, USA/Callaway Competition), aktuell Zweiter in der US-Sportwagenserie IMSA, in einer Corvette C7 antritt. Seinen ersten ADAC GT Masters- Start in der laufenden Saison absolvieren Porsche-Werksfahrer Kévin Estre (27, F/KÜS TEAM75 Bernhard) im Porsche 911 sowie der ehemalige Formel-1- und DTM-Pilot Karl Wendlinger (47, A/Car Collection Motorsport), der in einem Mercedes-Benz SLS AMG startet.

Mitten in der Steiermark erstreckt sich der Red Bull Ring über 4,326 hügelige Kilometer. Wegen seines abwechslungsreichen Charakters und des naturbelassenen Ambientes ist der Formel-1-Kurs, der seit 2011 fester Bestandteil des ADAC GT Masters-Kalenders ist, sehr beliebt bei den Piloten. So auch bei Tabellenführer Christopher Mies (27, Heiligenhaus/Montaplast by Land-Motorsport): „Der Red Bull Ring ist eine wirklich flüssig zu fahrende Berg-und-Tal-Bahn. In diesem Jahr wurde neuer Asphalt gegossen, dadurch gibt es noch weniger Bodenwellen. Wir haben direkt nach dem vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring dort getestet. Das macht schon Spaß.“

Zusammen mit seinem Teamkollegen Connor De Phillippi (23, USA), behauptet Mies seit dem Saisonauftakt den ersten Platz in der Fahrerwertung. Der Vorsprung des Audi-Duos ist allerdings auf nur noch drei Zähler geschmolzen. „Wir haben bisher als einzige Paarung in jedem Rennen gepunktet, lediglich mit einem Sieg hat es noch nicht geklappt. Connor und ich fahren mit Köpfchen. Auch, wenn es im Qualifying mal nicht so gut läuft, kämpfen wir uns in den Rennen nach vorn. Ich hoffe, wir liegen auch noch nach dem Red Bull Ring an der Spitze“, so Mies.

Nach der Tabellenspitze will in Österreich Daniel Keilwitz (26, Villingen) greifen. Der erfolgreichste ADAC GT Masters-Pilot auf dem Red Bull Ring gewann mit seinem Teamkollegen Jules Gounon (21, F/beide Callaway Competition) zuletzt zwei von vier Rennen. „Ich denke, dass wir auf dem Red Bull Ring an die gute Form anknüpfen und die Tabellenspitze angreifen können“, so Keilwitz, der von 2013 bis 2014 vier Siege in Serie in Österreich feierte. „Der Kurs hat der alten Corvette Z06.R immer gelegen – von daher gehe ich davon aus, dass er unserem neuen Modell C7 auch liegen wird. Bei den Bergaufpassagen können wir von unserem starken Drehmoment profitieren.“

Für die beiden ADAC GT Masters-Teams HB Racing WDS Bau und GRT Grasser-Racing-Team sowie für fünf Fahrer, darunter Karl Wendlinger, Lausitzring-Sieger Martin Ragginger (28, A/Precote Herberth Motorsport), Daniel Dobitsch (31, A/kfzteile24 APR Motorsport) und Gerhard Tweraser (27, A/GRT Grasser-Racing-Team), ist die Veranstaltung in Österreich ein Heimspiel. So auch für Lamborghini-Pilot Norbert Siedler (33, A/HB Racing WDS Bau), der an den Red Bull Ring besondere Erinnerungen hat: „Mein bisher einziger Sieg im ADAC GT Masters gelang mir 2011 vor heimischen Fans. Das war natürlich ein sehr schönes Gefühl. Auch in diesem Jahr kommen Familie und Freunde von mir an die Strecke und unterstützen mich. Bisher lief es für uns mit nur zwei Punkten nicht so gut. Ich hoffe, dass wir eine gute Show liefern können. Ein Top-Fünf-Ergebnis wäre super.“

Auch Landsmann Wendlinger fiebert seinem Heimspiel entgegen: „Das ist ein ganz besonderes Ereignis im doppelten Sinne. Erstens freue ich mich, wieder im ADAC GT Masters zu fahren. Das ist eine so starke Serie mit vielen verschiedenen Fahrzeugkonzepten. Und zweitens freue ich mich auf den Red Bull Ring und die vielen Landsleute, die mir die Daumen drücken. Mir kommt entgegen, dass ich den SLS ziemlich gut kenne, da ich mit dem Auto in der Zwischenzeit Rennen in anderen Serien bestritten habe. Wichtig ist, dass wir eine gute Abstimmung für den Red Bull Ring finden und ich mich schnell an die Pirelli-Reifen gewöhne.“

Dank ihrer starken Ergebnisse in den ersten sechs Rennen liefern sich Connor De Phillippi und Jules Gounon auch in der Juniorenwertung für Fahrer unter 25 Jahre ein Duell an der Tabellenspitze. In der Trophy, der Wertung für nichtprofessionelle Piloten, hat der Schweizer Corvette-Fahrer Remo Lips (33, CH/RWT Racing) aktuell die Nase vorn.

Zwei Fahrer feiern auf dem Red Bull Ring ihr ADAC GT Masters-Debüt: António Félix da Costa ersetzt den wegen Terminüberschneidungen unpässlichen Louis Delétraz (19, CH) im BMW M6 von Schubert Motorsport und startet gemeinsam mit Jesse Krohn (25, FIN). „Ich kann es gar nicht erwarten, endlich in diesem großartigen Auto Rennen zu bestreiten“, sagt da Costa vor seinem ersten Rennen in einem GT-Sportwagen. „Ich bin in meiner Karriere schon so ziemlich alles gefahren, was man als Rennfahrer ausprobieren kann, aber ein GT-Fahrzeug ist etwas Neues. Ich freue mich auch darauf, gemeinsam mit Jesse und dem Schubert-Team zu arbeiten. Das Team kenne ich bisher noch nicht, aber gegen Jesse bin ich sogar schon Rennen gefahren. Mit ihm werde ich mir zum ersten Mal ein Cockpit teilen. Ich denke, dass ich mich schon ein bisschen umstellen und mich an den BMW M6 sowie an die Serie gewöhnen muss. Aber genau dafür ist mein Einsatz im ADAC GT Masters die perfekte Gelegenheit.“

Ein reines US-Team bilden Eric Curran und Routinier Boris Said (53, USA/beide Callaway Competition), die erstmals gemeinsam in einer Corvette C7 antreten. Porsche-Werksfahrer Estre teilt sich in seiner Wahlheimat Österreich den Porsche 911 des KÜS TEAM75 Bernhard bei seinem ersten Start im ADAC GT Masters in diesem Jahr mit David Jahn (25, Speyer). Estre: „Ich freue mich auf mein erstes Rennen für das KÜS TEAM75 Bernhard. Die Performance und das Ergebnis vom Lausitzring waren vielversprechend, also können wir auch in Spielberg erfolgreich sein. Der Red Bull Ring ist eine meiner Lieblingsstrecken und bisher habe ich nur gute Erinnerungen an die ADAC GT Masters-Rennen.“

Buntes Unterhaltungsprogramm

Neben den beiden Rennen des ADAC GT Masters kommen die Besucher am Red Bull Ring in den Genuss der Action weiterer Rennserien. ADAC Formel 4 und ADAC TCR Germany starten ebenso in die zweite Saisonhälfte. Spannende Tür-an-Tür-Duelle versprechen zudem die beiden Markenpokale Renault Clio Cup Central Europe und Trofeo Abarth Europe. Die Fans des ADAC GT Masters haben gleich mehrfach am Wochenende die Gelegenheit, ihren Idolen ganz nah zu kommen: Beim Pitwalk (Samstag 12:10 Uhr und Sonntag 11:10 Uhr) sowie beim Meet the Drivers (Samstag 15:45 Uhr vor der ADAC Hospitality) geben die Fahrer bereitwillig Autogramme und stehen für ein Selfie zur Verfügung.

Grasser Racing: Attacke beim Heimrennen auf dem Red Bull Ring mit drei Lamborghini

  • Heimspiel für Team aus der Steiermark auf dem Red Bull Ring
  • Österreicher gehen mit drei Lamborghini und neuen Fahrerkombinationen ins Rennen
In fünf Jahren vom Neueinsteiger zum Meisterschaftsanwärter: Im rasanten Tempo ist GRT Grasser Racing zu einem Sieganwärter im ADAC GT Masters avanciert. Nach drei von sieben Rennwochenenden liegt das Team vom Red Bull Ring in Österreich in allen vier Wertungen in den Top Vier. Nach in der Saison 2011 transportierte Teamchef Gottfried Grasser die von ihm selbst gesteuerte Dodge Viper noch auf einem offenen Anhänger zur Rennstrecke, fünf Jahre später ist der Rennstall ein Stützpfeiler der weltweiten Kundensportaktivitäten von Lamborghini und zählt beim ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring (22. bis 24. Juli) mit drei Lamborghini Huracán zu den Sieganwärtern.

Rolf Ineichen / Christian Engelhart
Foto: Jens Hawrda
Vor gut einem Jahr sorgte Grasser Racing ebenfalls auf dem Red Bull Ring für Furore: Als offizielles Test- und Entwicklungsteam von Lamborghini traten die Steirer als Gaststarter an, um die Anfang 2015 vorgestellte GT3-Version des Lamborghini Huracán unter Wettbewerbsbedingungen zu testen. Im zweiten Rennen fuhren Adrian Zaugg (29, ZA) und Mirko Bortolotti (26, I) vom vierten Startplatz zum Überraschungssieg. Nach sporadischen Einsätzen in der Vergangenheit absolviert GRT 2016 die erste volle Saison in der "Liga der Supersportwagen" - und das mit Erfolg. Beim Saisonauftakt in Oschersleben gelang Rolf Ineichen (38, CH) und Christian Engelhart (29, Kösching) auf Anhieb ein Sieg.

Beim Heimspielrennen bringt Grasser-Racing wie schon beim Motorsport Festival Lausitzring drei Huracán an den Start, allerdings mit geänderten Fahrerpaarungen: Nicolas Pohler (20, München) erhält mit ADAC GT Masters-Debütant Michele Beretta (21, I) einen neuen Teamkollegen, Luca Stolz und Gerhard Tweraser (27, A) fahren wie bei den ersten beiden Rennwochenenden zusammen. Engelhart muss aufgrund von Terminüberschneidungen passen, daher teilt Ineichen einen Lamborghini mit Vorjahressieger und Lamborghini-Werksfahrer Bortolotti.

Lässt sich der Erfolg aus der Vorsaison in diesem Jahr wiederholen? "Wir fahren nie zu Rennen, ohne dass wir versuchen würden, sie zu gewinnen", so Teamchef Gottfried Grasser. "Allerdings hat der Red Bull Ring eine komplett frische Asphaltdecke - das ist im Prinzip eine neue Rennstrecke. Kein Vergleich zu 2015. Trotzdem haben wir sicher das Potenzial, ganz vorn mitzufahren."

Kaum ein Team kann dabei auf so einen großen Erfahrungsschatz mit dem Lamborghini zurückgreifen wie Grasser. Das Team ist für Lamborghini weltweit aktiv und unterstützt die weltweiten Kundensportaktivitäten der Italiener. "Unsere Ingenieure unterstützen Kundenteams im amerikanischen und asiatischen Bereich", so Gottfried Grasser. "Sie sind beratend in Sachen technischer Details und Set-up-Angelegenheiten tätig und übernehmen teilweise auch den kompletten Renneinsatz."

Beim ADAC GT Masters-Gastspiel in Österreich ist die Reiseplanung bei Grasser allerdings überschaubar. Grasser: "Die Rennstrecke liegt nur fünf Minuten von unserer Werkstatt entfernt. 80 Prozent unserer Teammitglieder kommen aus der Gegend. Da haben natürlich viele die Chance genutzt, Freunde, Familie und Sponsoren einzuladen. Wir werden jeden Tag rund 150 Gäste bei uns in der Hospitality begrüßen, betreuen und bewirten."

Im Hinblick auf die Ziele für die komplette ADAC GT Masters-Saison 2016 ist Gottfried Grasser bodenständig: "Es wäre vermessen, wenn wir in unserer ersten vollen Saison sagen würden, dass wir um den Titel kämpfen möchten. Rolf Ineichen und Christian Engelhart liegen aktuell auf dem dritten Platz in der Fahrerwertung. Christian wird am Red Bull Ring nicht fahren und damit nicht punkten. Rolf bestreitet erst seine dritte Saison im professionellen Motorsport. Von daher wären wir auch am Ende der Saison mit einem dritten Rang zufrieden. Ebenso in der Teamwertung."

Mittwoch, 20. Juli 2016

Wendlinger, Ragginger, Siedler & Co: starke Österreicher vor Heimspiel auf dem Red Bull Ring

  • Fünf Fahrer und zwei Teams aus Österreich wollen Fans begeistern
  • ADAC GT Masters-Comeback für ehemaligen Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger
Karl Wendlinger
Foto: Jens Hawrda
Zur besten Ferienzeit bietet das ADAC GT Masters mit dem Rennwochenende am Red Bull Ring (22. bis 24. Juli) für Fans und das gesamte Teilnehmerfeld ein echtes Highlight. Fünf Fahrer und zwei Teams aus der Alpenrepublik kämpfen vor heimischem Publikum um Punkte und Pokale. Piloten aus Österreich sind im ADAC GT Masters nicht nur stark vertreten, sondern mit bisher insgesamt 23 Laufsiegen auch erfolgreich.

 Beste Erinnerungen an den Red Bull Ring hat Lamborghini-Pilot Norbert Siedler (33, A), der für die ADAC GT Masters-Neueinsteiger von HB Racing WDS Bau startet, einem von zwei österreichischen Teams in der Serie: „2011 habe ich meinen bisher einzigen Sieg im ADAC GT Masters gefeiert und das auch noch vor heimischer Kulisse. Das war natürlich ein sehr schönes Gefühl. Auch in diesem Jahr kommen Familie und Freunde von mir an die Strecke und unterstützen mich. Bisher lief es für uns mit nur zwei Punkten nicht so gut. Ein Top-Fünf-Ergebnis wäre super.“

Mit einem Sieg vom Motorsportfestival Lausitzring im Rücken und als bestplatzierter Österreicher startet Martin Ragginger (28, A/Precote Herberth Motorsport) im Porsche 911 bei seinem Heimrennen „Natürlich ist die Veranstaltung auf dem Red Bull Ring mein persönliches Saisonhighlight. Ich bin hoch motiviert. Mir liegt die Strecke und ich habe dort in der Vergangenheit immer gut gepunktet. Die Chance auf ein Sieg ist da.“

Auch Karl Wendlinger (47, A) lässt sich sein Heimrennen im ADAC GT Masters nicht entgehen. Der ehemalige Formel-1-Pilot aus Tirol bestritt 2012 am Lausitzring als Gastfahrer in einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 zwei Rennen. Im gleichen Auto tritt er 2016 zusammen mit Florian Scholze (43, Leipzig) für Car Collection Motorsport an. „Das ist ein ganz besonderes Ereignis im doppelten Sinne“, so Wendlinger. „Erstens freue ich mich, wieder im ADAC GT Masters zu fahren. Das ist eine so starke Serie mit vielen verschiedenen Fahrzeugkonzepten. Und zweitens freue ich mich auf den Red Bull Ring und die vielen Landsleute, die mir die Daumen drücken. Mir kommt entgegen, dass ich den SLS ziemlich gut kenne, da ich mit dem Auto in der Zwischenzeit Rennen in anderen Serien bestritten habe. Wichtig ist, dass wir eine gute Abstimmung für den Red Bull Ring finden und ich mich schnell an die Pirelli-Reifen gewöhne.“

Ein echtes Heimrennen steht Gerhard Tweraser (27, A/GRT Grasser-Racing-Team) auf dem Red Bull Ring ins Haus. Der Lamborghini-Pilot stammt direkt aus Spielberg und kann ebenso im eigenen Bett schlafen wie die Mannschaft seines Teams GRT Grasser-Racing-Team aus dem nahen Knittelfeld. Auf „Heimatbesuch“ beim Red-Bull-Ring-Gastspiel ist hingegen ADAC GT Masters-Laufsieger Daniel Dobitsch (31, A/kfzteile24 APR Motorsport), der in einem Audi R8 startet. Der mit 86 Renneinsätzen „dienstälteste“ Österreicher im ADAC GT Masters lebt in Meran in Südtirol und leitet dort ein Hotel.
 

Dienstag, 19. Juli 2016

Trotz starkem zweiten Platz von Gary Paffett – enttäuschender Rennsonntag für Mercedes-AMG in Zandvoort

Dramatische Schlussphase in Zandvoort: Robert Wickens verliert Gesamtführung nach Reifenschaden

  • Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) erzielt mit Platz zwei seinen ersten Podestplatz in dieser Saison
  • Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) und Lucas Auer (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM) in den Punkterängen
  • Gary Paffett: „Das war ein großartiges Wochenende für mich, eindeutig das beste in diesem Jahr bislang. Mein Auto war absolut fantastisch.“


Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) eröffnete die zweite Saisonhälfte der DTM-Saison 2016 in Zandvoort mit Platz zwei. Der dreimalige Zandvoort-Sieger stand zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Podium.

Bis kurz vor Rennende lag der Samstags-Sieger Robert Wickens (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM) auf dem zweiten Platz. Damit hätte er die Gesamtführung in der Fahrerwertung übernommen. Doch in einer dramatischen Schlussphase verlor er in Folge eines Reifenschadens viele Plätze. Nach einem zusätzlichen Boxenstopp kam er als 16. ins Ziel. Das gleiche Schicksal ereilte seinen Mercedes-AMG DTM-Teamkollegen Christian Vietoris (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM), der das Rennen vorzeitig beenden musste.

Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) und Lucas Auer (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM) belegten die Plätze acht und neun. Daniel Juncadella (Mercedes-AMG C 63 DTM) beendete das Rennen auf Rang zwölf. DTM-Rookie Esteban Ocon (FREE MEN’S WORLD Mercedes-AMG C 63 DTM) überquerte die Ziellinie auf Platz 18. Maximilian Götz (Mercedes-AMG C 63 DTM) schied 20 Minuten vor Rennende aus.
Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary Paffett (35 Jahre, England):
„Das war ein großartiges Wochenende für mich, eindeutig das beste in diesem Jahr bislang. Mein Auto war absolut fantastisch. Leider sind Robert und Christian am Ende zurück- bzw. ausgefallen. Bis dahin sah es nach einem sehr starken Teamergebnis für uns aus. Unser Auto lag perfekt. Wenn uns das in Moskau erneut gelingt, haben wir die Chance auf weitere Podestplätze. Bisher war es in dieser Saison ein Auf und Ab. Aber die Meisterschaft ist noch offen und es ist weiter alles drin.“

Robert Wickens (27 Jahre, Kanada):
„Mir fehlen ein bisschen die Worte. Ich hatte einen großartigen Start und verbesserte mich auf Platz drei. Dann konnte ich Gary überholen und lag auf Rang zwei. Er ließ mir dabei sehr viel Platz – das war sehr fair. Im ersten Stint sah ich sehr stark aus und konnte Jamie sogar angreifen. Ich entschied mich jedoch dazu, nicht zu viel zu riskieren. Der Reifenschaden kurz vor Schluss war dann ein harter Schlag für mich. Wir haben an diesem Wochenende super Arbeit geleistet und hätten diese Punkte verdient gehabt.“

Christian Vietoris (27 Jahre, Deutschland):
„Leider lag es am Ende nicht in unserer Hand. Bis dahin war es wieder ein guter Tag. Das Team hat erneut super Arbeit abgeliefert und unser Auto war das ganze Wochenende über das schnellste im Feld. Schade, dass wir daraus wieder nicht genügend Punkte machen konnten. Im Rennverlauf waren wir gut dabei und ich hatte die nötige Pace. Nach dem Reifenschaden war aber alles vorbei.“